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[en] (orig)
Universität Ulm | 89069 Ulm | Germany Fakultät für
Ingenieurwissenschaften,
Informatik und
Psychologie
Institut für Datenbanken
und Informationssysteme
Entwicklung neuer Anwendungs-
szenarien für ein prozessorientiertes
Fragebogensystem
Masterarbeit an der Universität Ulm
Vorgelegt von:
Janine Joachim
Gutachter:
Prof. Dr. Manfred Reichert
Dr. Rüdiger Pryss
Betreuer:
Johannes Schobel
2017
Fassung 19. April 2017
c
2017 Janine Joachim
This work is licensed under the Creative Commons. Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0
License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
or send a letter to Creative Commons, 543 Howard Street, 5th Floor, San Francisco, California,
94105, USA.
Satz: PDF-L
A
TEX2ε
Kurzfassung
Die Durchführung von Studien und Umfragen ist in vielen Bereichen, wie der Medizin,
Psychologie und den Sozialwissenschaften, eine gängige Vorgehensweise um schnell
Daten in großen Mengen zu erheben. Nach wie vor stellen sogenannte Paper-Pencil-
Fragebögen ein oft genutztes Werkzeug dar. Diese Methode bringt allerdings einige
Nachteile mit sich: Der Papierverbrauch bei dieser Methode ist sehr hoch und bean-
sprucht bei der Archivierung viel Stauraum. Des Weiteren müssen diese Daten zur
Auswertung nachträglich in ein digitales Format übertragen werden. Dabei ist der Zeitver-
lust sehr hoch und es kann zu Fehlern in der Übertragung kommen. Um diese Probleme
zu vermeiden, wird im Rahmen des Projektes QuestionSys ein generisches System zur
digitalen Fragebogenerstellung, -verwaltung und -auswertung realisiert. Im Gegensatz
zu bereits existierenden Fragebogensystemen, verfolgt QuestionSys einen vollständig
modellbasierten Ansatz. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Beziehungen und Abhängig-
keiten der Fragen innerhalb eines Fragebogens grafisch darzustellen, ähnlich einem
Prozessmodell. Das realisierte Fragebogensystem QuestionSys positioniert sich derzeit
nur im medizinischen und psychologischen Bereich, während andere Systeme hingegen
weitaus mehrere Einsatzbereiche abdecken. Ziel dieser Arbeit ist daher die Entwicklung
möglicher neuer Anwendungsszenarien und deren Veranschaulichung anhand fiktiver
Beispiele, um den Fokus und die Reichweite des Frameworks zu erweitern und sich von
anderen Herstellern abzuheben. Des Weiteren soll durch diese Szenarien geprüft wer-
den, wer mögliche Endbenutzer sind und welche Anforderungen existieren. Grundlage
dieser Arbeit ist die Analyse bestehender Fragenbogen- und Ambulatory Assessment
Systeme im Hinblick auf Einsatzgebiete, sowie Funktionen in der Fragebogenerstellung
und -erfassung.
iii
Danksagung
An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich während der
Anfertigung dieser Masterarbeit unterstützt und motiviert haben.
Danken möchte ich in erster Linie dem Institut für Datenbanken und Informationssysteme
der Universität Ulm unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Reichert, welches mich
herzlich aufgenommen und in der Ausführung meiner Arbeiten unterstützt hat.
Der größte Dank gilt meinem Betreuer, Herrn Johannes Schobel, für seine ausgiebige
Unterstützung. Durch stetig kritisches Hinterfragen und konstruktive Kritik verhalf er zu
vielen neuen Erkenntnissen und Ideen. Dank seiner herausragenden Expertise konnte er
mich immer wieder in meiner Recherche und bei meinen Fragen unterstützen. Johannes
ist nicht nur fachlich äußerst kompetent, sondern zudem überaus freundlich und hilfsbe-
reit. Er hat sich immer sehr viel Zeit genommen, mit mir meine Ideen zu diskutieren um
die besten Lösungen zu entwickeln. Ich kann Johannes jedem Studierenden mit bestem
Gewissen als Betreuer weiterempfehlen. Vielen Dank für die Zeit und Mühen, die Du in
meine Arbeit investiert hast.
Ein weiterer Dank gilt mein Dank meinem Freund Herrn Michael Kolb, welcher mich
nicht nur seelisch unterstützt, sondern auch in zahlreichen Stunden Korrektur gelesen
hat. Er wies auf Schwächen hin und konnte als Fachfremder immer wieder zeigen, wo
noch Erklärungsbedarf bestand. Außerdem möchte ich Frau Stefanie Gast danken, die
als Freundin und Fachkollegin viel Zeit in die Korrektur meiner Arbeit investiert hat.
Abschließend möchte ich mich bei meiner Familie bedanken, die mir mein Studium durch
ihre Unterstützung ermöglicht hat und stets ein offenes Ohr für meine Sorgen hatte.
v
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Zielsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.2 Aufbau der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Grundlagen 5
2.1 Digitale Datenerhebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.2 QuestionSys - Framework . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3 Ambulatory Assessment und -Monitoring . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.4 Softwarequalitätsmerkmale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3 Existierende Systeme 11
3.1 Fragebogensysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.1.1 mQuest (cluetec GmbH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.1.2 keyingress (Ingress GmbH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
3.1.3 EFS Survey (Questback GmbH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.2 Ambulante Assessment Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.2.1 movisensXS (Movisens GmbH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
4 Anwendungsszenarien 39
4.1 Verwandte Arbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
4.2.1 POS-Befragungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
4.2.2 User Clinics . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
vii
Inhaltsverzeichnis
4.2.3 Biofeedback-Training . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
4.2.4 Produktkonfigurator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
4.2.5 Fehlersuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
4.2.6 E-Voting . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
4.2.7 E-Learning . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
4.2.8 E-Cheating . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
4.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
5 Anforderungsanalyse und -bewertung 57
5.1 Definition der Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
5.2 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
6 Zusammenfassung und Fazit 63
6.1 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
A Anhang 71
viii
1
Einleitung
Der Hintergrund des Projektes QuestionSys besteht darin, die Durchführung von medizi-
nischen und psychologischen Studien durch den Einsatz von mobilen Endgeräten, wie
Tablets oder Smartphones zu vereinfachen. In diesem Rahmen wurde am Institut für
Datenbanken und Informationssysteme der Universität Ulm das generische Fragebogen-
system QuestionSys zur digitalen Fragebogenerstellung, -verwaltung und -auswertung
entwickelt, um sogenannte Paper-Pencil-Fragebögen in der Medizin und Psychologie
abzulösen. Der Einsatz solcher Systeme wird durch zahlreiche Vorteile vorangetrie-
ben. Neben Zeit- und Kosteneinsparungen, stellt die sofortige Verfügbarkeit der Daten
einen weiteren Vorteil dar. Dadurch können die erhobenen Daten sofort ausgewertet
und individuell analysiert werden. Bei der papierbasierten Variante der Datenerhebung,
müssen die Daten nachträglich in digitale Formate übertragen werden. Dabei kommt
es allerdings häufig zu Fehlern bei der Übertragung und Ergebnisse können dadurch
verfälscht werden.
1
1 Einleitung
Neben QuestionSys existieren weitere Fragebogensysteme. Diese haben allerdings den
Nachteil, dass sich die Beziehungen und Abhängigkeiten der Fragen innerhalb eines
Fragebogens nicht oder nur teilweise grafisch darstellen lassen. QuestionSys macht
sich diesen Nachteil zu Nutze und verfolgt einen vollständig modellbasierten Ansatz.
In nahezu jedem Bereich werden Daten erhoben und verarbeitet, daher können Fragebo-
gensysteme in vielen Bereichen als wertvolles Instrument dienen. Das Fragebogensys-
tem QuestionSys positioniert sich derzeit nur in den Bereichen Medizin und Psychologie,
während andere Systeme hingegen weitaus mehrere Einsatzbereiche abdecken.
1.1 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit ist es, den Fokus von QuestionSys durch die Entwicklung möglicher
neuer Anwendungsszenarien zu erweitern. Um neue Anwendungsszenarien entwickeln
zu können, ist es zunächst wichtig zu wissen, welche Produkte im Bereich der Frage-
bogensysteme bereits auf dem Markt verfügbar sind. Wissenswert ist außerdem, in
welchen Bereichen sich deren Hersteller positionieren und wie entsprechende Funk-
tionen in der Fragebogenerfassung umgesetzt werden. Die Ergebnisse dieser Analyse
geben Aufschluss darüber, worauf bei der Weiterentwicklung von QuestionSys geachtet
werden sollte, welche Anforderungen möglicher Akteure existieren und welche Fehler
bestehender Systeme vermieden werden sollten.
Neben Fragebogensystemen sollen außerdem Systeme zum Thema Mobile Ambulatory
Assessment and Monitoring untersucht werden. Anders als bei einer ortsgebundenen
Erfassung wie beispielsweise in einem Labor oder einer Arztpraxis, werden die Daten
beim ambulanten Assessment und Monitoring in der gewohnten Umgebung des Unter-
suchten erfasst. Zu diesen Daten zählen neben Fragebögen auch Werte, die mittels
mobiler Messgeräte fortlaufend im Alltag des Untersuchten aufgezeichnet werden, wie
beispielsweise Atmung, Erregung, Schlaf, Motorik, EKG, etc. [1].
Im weiteren Verlauf soll der Fokus von QuestionSys erweitert werden. Durch weitere An-
wendungsszenarien soll geprüft werden, wo QuestionSys zum Einsatz kommen könnte,
wer mögliche Endbenutzer sind und welche Anforderungen existieren. Daraus können
2
1.2 Aufbau der Arbeit
sich neue Systemfunktionen ergeben, oder der Hinweis ob vorhandene Funktionen
überarbeitet werden müssen.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im Folgenden soll ein Einblick in den Aufbau der Arbeit gegeben werden. In Kapitel 2
werden Grundlagen zu den Themenbereichen Digitalisierung, Methoden zur Datenerhe-
bung, Softwarequalitätsmerkmale, Ambulatory Assessment und Ambulatory Monitoring
erläutert. Darüber hinaus wird die Funktionsweise von QuestionsSys, einem prozess-
orientierten System zur digitalen Fragebogenerstellung, -verwaltung und -auswertung
vorgestellt. Die Vor- und Nachteile, sowie die Grenzen bereits bestehender Fragebogen-
systeme und verwandter Systeme zum Thema Ambulatory Assessment und Monitoring
werden in Kapitel 3 untersucht. In Kapitel 4 wird geprüft, wo QuestionSys zum Einsatz
kommen könnte, wer mögliche Endbenutzer sind und welche Anforderungen in diesen
Szenarien existieren. Kapitel 5 beschäftigt sich mit den Anforderungen die aus den neu
entwickelten Anwendungsszenarien resultieren und fasst diese zusammen. Das Kapitel
6 schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick ab.
3
2
Grundlagen
In diesem Kapitel werden einige Grundlagen die für das Verständnis dieser Arbeit
notwendig sind beschrieben. Dazu wird in Kapitel 2.1 mit dem Thema Digitale Datener-
hebung auf die Motivation dieser Arbeit eingegangen. Nachfolgend wird in Kapitel 2.2
das modellbasierte Fragebogensystem QuestionSys diskutiert. Kapitel 2.3 erläutert mit
dem Thema Ambulatory Asessment und Monitoring, wie technische Informationsquellen
zur Datenerhebung eingesetzt werden können. Abschließend beschäftigt sich Kapitel
2.4 mit Softwarequalitätsmerkmalen nach ISO-Norm 9126.
2.1 Digitale Datenerhebung
Der stetige Fortschritt der Technik führt dazu, dass die Nutzung mobiler Endgeräte
in der heutigen Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Im Zuge dieser
5
2 Grundlagen
technologischen Entwicklung nimmt das Thema Digitalisierung für die Gesellschaft und
Wirtschaft eine immer größere Rolle ein. Schon heute ist es beispielsweise möglich,
mikroelektronische Sensoren und kleinste Computerprozessoren in Alltagsgegenstände
zu integrieren, um das Leben smarter zu gestalten [
2
]. Auch für verschiedene Wirt-
schaftsbereiche ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Unternehmen stehen
aufgrund des zunehmenden technologischen und wirtschaftlichen Wandels vor der Her-
ausforderung, schnell auf Markt- und Nachfrageänderungen zu reagieren [
3
]. Ein Thema
das für nahezu alle Branchen von Bedeutung ist, ist die digitale Datenerhebung. Jedes
Unternehmen erhebt und verarbeitet Daten, doch häufig wird dazu immer noch auf
die papierbasierte Variante der Datenerhebung zurückgegriffen. Der Papierverbrauch
bei Verwendung dieser Methode ist allerdings sehr hoch und beansprucht viel Stau-
raum. Des Weiteren müssen diese Daten zur Auswertung nachträglich häufig in ein
digitales Format übertragen werden, dabei ist der Zeitverlust sehr hoch und es kann
zu Übertragungsfehlern kommen [
4
]. In Bereichen wie der Medizin, Psychologie und
Sozialwissenschaften haben sich sogenannte elektronische Tagebücher zur Erhebung
von Patientendaten als effektiv und sinnvoll erwiesen [
5
]. Letztere können zur Erinnerung,
Selbstreflexion, Symptom-Erfassung oder zu therapeutischen Maßnahmen eingesetzt
werden. Im Gegensatz zur Papier-Bleistift-Tagebüchern, werden die Patienten zu be-
stimmten Zeitpunkten mittels Push-Benachrichtigung auf dem mobilen Endgerät an die
Eingabe ins Tagebuch erinnert und aufgefordert, Eintragungen in Echtzeit vorzunehmen.
Dadurch wird vermieden, dass Eintragungen erst kurz vor der Rückgabe der Tagebücher
nachgetragen und dadurch verfälscht werden. Die Echtzeit-Erfassung hat den Vorteil,
dass Symptome dort untersucht werden, wo sie natürlicherweise auftreten, also in kon-
kreten Alltagssituationen des Patienten. Des Weiteren fördern elektronische Tagebücher
die aktive Auseinandersetzung des Patienten mit seinen Symptomen.
2.2 QuestionSys - Framework
Um die in Kapitel 2.1 genannten Probleme mit der papierbasierten Datenerhebung zu
vermeiden, wurde im Rahmen des QuestionSys-Projektes an der Universität Ulm ein
System zur digitalen Fragebogenerstellung, -verwaltung und -auswertung realisiert. Ein
6
2.3 Ambulatory Assessment und -Monitoring
weiteres Ziel dieses Frameworks ist es, Experten aus verschiedenen Bereichen, wie bei-
spielsweise Psychologen und Medizinern, die Entwicklung von komplexen Fragebögen
ohne Programmierkenntnisse zu ermöglichen [
6
]. Im Gegensatz zu bereits existierenden
Fragebogensystemen verfolgt das System einen vollständig modellbasierten Ansatz [
7
].
Ziel dieses Ansatzes ist es, die Beziehungen und Abhängigkeiten der Fragen innerhalb
eines Fragebogens grafisch darzustellen, ähnlich einem Prozessmodell. Ein Prozessmo-
dell ist eine Folge logisch zusammenhängender Arbeitsschritte, welche durch Aktivitäten
dargestellt werden. QuestionSys lässt sich in 3 Komponenten gliedern (siehe Abbildung
2.1). Die erste Komponente stellt einen Fragebogen-Konfigurator dar, welcher der Er-
stellung von Fragebögen dient. Der modellierte Fragebogen wird dem Anwender in der
zweiten Komponente, einer Applikation für mobile Endgeräte, zur Verfügung gestellt und
kann dort ausgefüllt werden. Die dritte Komponente dient als zentrale Serverkomponente
zur Verwaltung der Fragebögen und der Datensicherheit.
Server
Client
Tablet
Smartphone
PC
Konfigurator
Abbildung 2.1: Architektur nach [7]
2.3 Ambulatory Assessment und -Monitoring
Ambulatory Assessment bezeichnet die computergestützte Datenerfassung psycho-
logischer und physiologischer Daten eines Patienten unter Alltagsbedingungen. Im
Unterschied zu einer stationären Erhebung in einer Klinik werden die Daten während
dem normalen Tagesablauf erhoben [
8
]. Das aktuelle Verhalten und Erleben des Patien-
7
2 Grundlagen
ten kann somit direkt in einer konkreten Situation erfasst werden. Zu den gängigsten
Assessment-Instrumenten gehören digitale Fragebögen, Selbstberichte oder elektroni-
sche Tagebücher [
8
]. Durch das Tragen entsprechender Messgeräte im Alltag können
physiologische Messungen (z.B. Blutdruck, Atmung), Verhaltensmessungen (z.B. Schritt-
zähler), sowie der Messung von Umgebungsvariablen (z.B. Lärm, Temperatur, Helligkeit)
über eine längere Zeitdauer durchgeführt werden [
1
]. Ein weiterer bekannter Begriff ist
auch Ambulatory Monitoring [
1
], welches die systematische Erfassung, Beobachtung
und Überwachung mit der Absicht, steuernd in einen Vorgang einzugreifen, bezeichnet.
Das Ambulante Assessment hingegen, ist nicht auf die Überwachung von Vorgängen
ausgelegt. Ein Anwendungsbeispiel für das Ambulante Monitoring stellt die mobile
Anwendung TrackYourTinnitus [
9
,
10
] dar. TrackYourTinnitus wurde von der Tinnitus
Research Initiative (TRI) und dem Institut für Datenbanken und Informationssysteme
(DBIS) der Universität Ulm entwickelt und beschäftigt sich mit Schwankungen der Tinni-
tuswahrnehmung, sowie deren Ursachen und Wirkung. Der Begriff Tinnitus beschreibt
die falsche Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen ohne einen entsprechenden
äußeren Reiz [
11
]. Mit Hilfe eines mobilen Endgeräts können Tinnitus-Schwankungen
systematisch gemessen und ausgewertet werden. Dies gibt Aufschluss darüber, wie
die Schwankungen mit dem Tagesablauf des Patienten zusammenhängen. Ein weiteres
Anwendungsbeispiel stellt das Forschungsprojekt mAAS [
12
] der Universität Missouri
dar. Die Akürzung mAAS steht für mobile Ambulatory Assessment System for Alcohol
Craving studies und bezeichnet die Durchführung von Studien mit Alkoholsüchtigen. Das
System besteht aus einem tragbaren Sensor, einem Smartphone und einem WebServer.
Der Sensor ist in ein Brustband integriert, welcher die Herzrate, Atmung, Hauttemperatur
und EKG des Patienten misst. Der Patient wird zu festgelegten, aber auch zu zufälligen
Uhrzeiten aufgefordert, einen Fragebogen zu beantworten. Des Weiteren besteht die
Möglichkeit, einen Fragebogen selbstständig zu starten, beispielsweise nach dem Auf-
stehen, nach einem Suchtanfall oder bei Veränderung des Gemütszustands. Durch die
Kombination von Sensor- und Fragebogendaten ist es möglich, Suchtanfälle und deren
Ursachen besser zu verstehen und behandeln zu können. Die Anwendungsbereiche
solcher Systeme sind vielfältig. Neben TrackYourTinnitus und mAAS existieren viele wei-
tere Systeme die Patienten bei unterschiedlichen psychologischen und physiologischen
8
2.4 Softwarequalitätsmerkmale
Problemen unterstützen. Dazu zählt beispielsweise die Reduktion von Stress, sowie die
Behandlung von Essstörungen, Kaufsucht, Schlafstörungen oder Epilepsie.
2.4 Softwarequalitätsmerkmale
Um die Qualität einer Software zu gewährleisten, sollten verschiedene Aspekte bei der
Entwicklung beachtet werden. Mit Hilfe eines Qualitätsmodells, lässt sich die Qualität
einer Anwendung messen und vergleichen. Ein gängiges Qualitätsmodell ist das Modell
nach der ISO-Norm 9126 (siehe Abbildung 2.2).
Funktionalität
Zuverlässigkeit
Effizienz
Übertragbarkeit
Änderbarkeit
Benutzbarkeit
- Analysierbarkeit
- Modifizierbarkeit
- Prüfbarkeit
- Stabilität
- Verständlichkeit
- Erlernbarkeit
- Bedienbarkeit
- Attraktivität
- Anpassbarkeit
- Installierbarkeit
- Effektivität
- Effizienz
- Angemessenheit
- Richtigkeit
- Interoperabilität
- Sicherheit
- Vollständigkeit
- Reife
- Fehlertoleranz
- Wiederherstellbarkeit
- Robustheit
Abbildung 2.2: Merkmale von ISO 9126 nach [13] - Eigene Darstellung
Dabei handelt es sich um ein hierarchisches Modell, welches sich in die folgenden
Qualitätsmerkmale unterteilen lässt [13]:
Funktionalität:
Welche Funktionen bietet die Software? Sind alle spezifizierten
Funktionen vorhanden und ausführbar?
9
2 Grundlagen
Zuverlässigkeit:
Läuft die Software fehlerfrei? Lässt sich die Software nach einem
Ausfall oder einer Störung wiederherstellen?
Benutzbarkeit:
Ist die Software für alle Nutzer verständlich und intuitiv in der
Anwendung?
Effizienz: Wie effektiv ist die Software?
Änderbarkeit:
Wie lassen sich Mängel erkennen? Wie hoch ist der Aufwand für
eine Änderung oder eine Korrektur?
Übertragbarkeit:
Lässt sich die Software schnell installieren und kofigurieren?
Kann die Software mit anderen Programmen interagieren?
10
3
Existierende Systeme
Um neue Anwendungsszenarien für QuestionSys entwickeln zu können, ist es zunächst
wichtig zu wissen, welche Produkte bereits auf dem Markt verfügbar sind. Wissenswert
ist außerdem, in welchen Bereichen sich deren Hersteller positionieren und wie entspre-
chende Funktionen in der Fragebogenerfassung umgesetzt werden.
Zum aktuellen Zeitpunkt existiert nach unserem Kenntnisstand kein generisches Fragebo-
gensystem, welches die prozessorientierte Fragebogenerstellung vollständig ermöglicht.
Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Systeme arbeiten nicht oder nur teilweise mit
grafischen Modellen. Folgend werden verschiedene Systeme miteinander verglichen.
Beim Vergleich liegt die Aufmerksamkeit vor Allem auf den Unterschieden in der Fra-
gebogenerstellung. Die Ergebnisse der Analyse geben Aufschluss darüber, worauf bei
der Weiterentwicklung von QuestionSys geachtet werden sollte und welche Fehler be-
stehender Systeme vermieden werden sollten. Analysiert wurden folgende Aspekte zur
Fragebogenerstellung sowie zur Datenerhebung:
11
3 Existierende Systeme
Tabelle 3.1: Untersuchungsaspekte
Funktion Beschreibung
Fragebogenerstellung
Formulareditor (Grafikmodus)
dient der grafischen Erstellung von Fragen
Formulareditor (Skriptmodus) dient der codebasierten Erstellung von Fragen
Modellbasierte Darstellung
Fähigkeit des Systems, Zusammenhänge modellbasiert darzustellen
Fragebogen-Gliederung
Mehrfachdarstellung dient der Darstellung mehrerer Fragen auf einem Screen
Kapitel dient der inhaltlichen Strukturierung des Fragebogens
Verschiebung dient der Änderung der Fragenreihenfolge
Kontrollstrukturen
Schleifen dient der Wiederholung einzelner Fragen oder ganzer Kapitel
Verzweigung Prüfung der Sprungbedingung erfolgt nach Beantwortung der Frage
Sichtbarkeit Prüfung der Sprungbedingung erfolgt vor Anzeige der Frage
Operationen
Textvariablen Verwendung von Variablen als Platzhalter
Quoten Festlegung einer bestimmten Erhebungsanzahl
Formelberechnung Berechnung mittels Formeln innerhalb einer Frage
Validierung
Gültigkeitsprüfung Benutzereingaben können auf Richtigkeit überprüft werden
Element-Vorschau Testen einer einzelnen Frage auf Funktion
Fragebogen-Vorschau Testen des kompletten Fragebogens auf Funktion
System
Mehrsprachigkeit Fähigkeit des Systems, Fragen in mehreren Sprachen zu verwalten
Änderungshistorie Nachvollziehbarkeit von Änderungen innerhalb eines Fragebogens
offline-Betrieb (Erstellung) Erstellen von Fragebögen im offline-Betrieb
offline-Betrieb (Erhebung) Beantworten von Fragebögen im offline-Betrieb
Export Export von Fragebögen in verschiedene Formate (z.B. CSV, Excel)
Zusatz
mobile Anwendung Erhebung der Daten mittels mobiler Geräte
Push-Notification Fähigkeit der mobilen Anwendung, Push-Meldungen zu versenden
QR-Code Fragebogen kann mittels QR-Code Scan gestartet werden
interne Sensorenanbindung Verknüpfung interner Sensoren (,Kamera, GPS, ...) mit Fragen
externe Sensorenanbindung Verknüpfung externer Sensoren (Blutdruck, Herzrate,...) mit Fragen
12
3.1 Fragebogensysteme
3.1 Fragebogensysteme
Zu den untersuchten Fragebogensystemen gehören mQuest (cluetec GmbH), keyin-
gress (Ingress GmbH) und EFS Survey (Questback GmbH). Nachfolgend werden diese
Systeme im Detail betrachtet.
3.1.1 mQuest (cluetec GmbH)
Die cluetec GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet. cluetec entwickelt und vertreibt
mQuest, die mobile Befragungs- und Erhebungssoftware für die Markt- und Meinungs-
forschung sowie die Verkehrsforschung [
14
]. Zum Dienstleistungsportfolio zählen außer-
dem Fragebogenprogrammierung, Hosting, Geräteverleih, Schulungen und individuelle
Systemanpassungen [15].
Systemarchitektur
QuestEditor QuestAdmin QuestReport
QuestServer
QuestClient
Tablets
Smartphones
Abbildung 3.1: mQuest-Module nach [14]
13
3 Existierende Systeme
Abbildung 3.1 zeigt einen Überblick über die verschiedenen Module von mQuest, sowie
deren Aufbau und Funktionsweise [
14
]. Im ersten Schritt erfolgt die Fragebogenpro-
grammierung mit dem Desktop-Modul QuestEditor. Innerhalb dieses Moduls können
Fragebögen erstellt, geändert und exportiert werden. Wurde ein Fragebogen fertigge-
stellt, so kann dieser über den QuestEditor oder ein weiteres Modul, den QuestAdmin,
auf dem QuestServer abgelegt werden. Nun kann mit mQuestClient, einer mobilen
Anwendung für Smartphones und Tablets, der abgelegte Fragebogen vom QuestServer
geladen und beliebig viele Erhebungen durchgeführt werden. Im Anschluss werden die
Datensätze vom mQuestClient auf den QuestServer zurück synchronisiert. Die Datensät-
ze des QuestServers können nun mit dem webbasierten Modul QuestReport angezeigt
und ausgewertet werden.
Einsatzgebiete
mQuest positioniert sich in verschiedenen Bereichen, wie z.B. der POS Forschung.
Darunter versteht man die Durchführung von Kundenbefragungen oder Erhebungen am
Point of Sale wie z.B. in Supermärkten. Die mQuest-Variante mQuest direct response
[
15
] ermöglicht die sofortige Erfassung von Kundenfeedback am Ort des Geschehens.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Messe- und Eventforschung [
15
]. Durch direkte Be-
fragungen auf einer Messe werden Erfolg und Verbesserungspotential anhand der
Bedürfnisse und Zufriedenheit der Besucher gemessen. Die Ergebnisse können sofort
abgerufen werden und zeigen an, was an einem Messeauftritt gefällt oder verbessert
werden kann. Dies eröffnet die Möglichkeit noch während der Messe Anpassungen
vorzunehmen. Bei dem Einsatzgebiet Car Clinics handelt es sich um eine besondere
Form des Produkttests für die Automobilmarktforschung. Die Variante mQuest car cli-
nic [
15
] wird häufig eingesetzt, um Fahrzeug-Prototypen zu testen. Man unterscheidet
dabei zwischen statischen Car Clinics (Hallentest) und dynamischen Car Clinics (selbst-
ständige Fahrversuche) [
16
]. Anschließend werden die subjektive Wahrnehmung und
Beurteilungen der Probanden abgefragt. Dadurch können fehlerhafte Entwicklungen
und Investitionen vermieden werden. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Verkehrs-
erhebungen dar, dazu zählen Ein- Aussteiger-Zählungen, Fahrgastbefragungen und
14
3.1 Fragebogensysteme
Qualitätschecks. Um diese durchführen zu können wurde die Variante mQuest traffic [
15
]
entwickelt, welche ein Zählmodul beinhaltet. So kann der Erheber jederzeit zwischen der
Befragung und der Zählung wechseln. Einen weiteren Use Case stellen Tagebuchstudien
dar, mit deren Hilfe Verhaltensweisen, Erlebnisse oder Erfahrungen eines Studienteil-
nehmers regelmäßig über einen bestimmten Zeitraum hin erfasst werden können. Die
Variante mQuest diary [
15
] bietet entsprechende Funktionen wie zeitgesteuerten Fra-
gebögen, um Tagebuchstudien korrekt auszuführen und zu kontrollieren. Das Szenario
Leadmanagement [
15
] befasst sich mit der Umwandlung eines Interessenten zu einem
tatsächlichen Kunden. Mit mQuest können alle relevanten Kunden- und Interessenten-
daten direkt erfasst, verarbeitet und genutzt werden. Beispielsweise kann noch während
der Messe ein Dankeschön für den Messebesuch oder ein Terminvorschlag versendet
werden. Dieses Vorgehen sorgt für kurze Reaktionszeiten seitens des Unternehmens
und führt zu einer enormen Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Fragetypen
Neben vielen Standardfragetypen wie Einfach- und Mehrfachnennungen, Zahlenein-
gaben, Slider und Texteingaben, bietet mQuest außerdem eine Reihe verschiedene
Sonderfragetypen an [
17
]. Die Wichtigsten werden nachstehend genauer erläutert. Für
die Fragetypen Einfachnennung und Mehrfachnennung gibt es die Möglichkeit eine
ImageMap (bereichssensitive Grafik) für die Antwortauswahl zu erstellen. Dabei kann
direkt in einer Grafik für jede Antwortmöglichkeit ein auswählbarer Bereich festgelegt wer-
den, der durch Anklicken selektiert werden kann (siehe Abbildung 3.2a). Eine HeatMap
hingegen ermöglicht es, beliebige Bereiche innerhalb einer Grafik zu markieren (siehe
Abbildung 3.2b). Der Fragentyp Multimedia ermöglicht es eine Audio-, (markierbare)Foto-
(siehe Abbildung 3.3a & 3.3b) oder Videoaufnahme, eine Notiz oder GPS-Koordinaten
(Abbildung 3.3c) als Antwort auf eine Frage anzuhängen. Bei einem markierbaren Foto
besteht die Möglichkeit, Markierungen direkt im Kamerabild vorzunehmen.
15
3 Existierende Systeme
(a) ImageMap (b) HeatMap
Abbildung 3.2: Grafik-Fragetypen [18]
(a) Fotoaufnahme (b) markierbares Foto (c) GPS-Erfassung
Abbildung 3.3: Multimedia-Fragetypen aus Sicht der Testperson [18]
Funktionsbeschreibung und -bewertung
Folgend werden die Funktionen des Systems mQuest erläutert. Dabei wird vor allem auf
Vor- und Nachteile der Fragebogenerstellung und der Datenerhebung eingegangen.
Fragebogen-Erstellung
Fragebögen werden bei mQuest ausschließlich im Grafikmo-
dus erstellt. Eine modellbasierte Darstellung von Zusammenhängen zwischen Fragen
ist nicht möglich.
16
3.1 Fragebogensysteme
Fragebogen-Gliederung
Abbildung 3.4 zeigt im linken Bereich die Fragebogenelement-
leiste, welche die Struktur des Fragebogens beschreibt. Dort werden die Kapitel und
die erstellten Fragen in nummerierter Reihenfolge aufgelistet. Die Variablennamen der
Fragen werden in einer eckigen Klammer hinter der entsprechenden Fragenummer an-
gezeigt. Kapitel werden genutzt, um den Fragebogen inhaltlich zu strukturieren oder um
Matrixfragen zu erstellen. Außerdem können Kapitel später zu Schleifen umgewandelt
werden, um Teile eines Fragebogens zu wiederholen. Über die Shortcutleiste können
Fragen/Kapitel eingefügt, gelöscht, kopiert und verschoben werden. Der rechte Bereich
zeigt die Einstellungen zu den verschiedenen Fragebogenelementen, bspw. Fragebogen,
Fragen, Kapitel und Schleifen. Abhängig vom Element- und Fragetyp variieren die ange-
zeigten Einstellungen. Handelt es sich um ein Kapitel, ist die Mehrfachdarstellung eine
typische Eigenschaft. Dazu wechselt man in den Reiter Properties und gibt den Wert
questioning_chapter_question_composite=true
an. Über die Angabe weite-
rer sogenannter KapitelProperties kann die Seite weiter modifiziert werden [
14
]. Diese
Vorgehensweise bietet zwar viele Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. Abstände zwischen
den Fragen, ist aber für einen ungeübten Nutzer nur mit Handbuch zu bewältigen.
Abbildung 3.4: mQuestEditor [18]
Kontrollstrukturen
mQuest bietet die Möglichkeit, den Fluß innerhalb eines Fragebo-
gens mittels Verzweigungen und Filtern umzuleiten. Verzweigungen prüfen die Sprung-
bedingung nach Beantwortung der Frage, Filter hingegen bereits vor dem Anzeigen
der Frage. Ein großer Kritikpunkt an mQuest ist, dass die Verzweigungsfunktion nur für
Fragen funktioniert, nicht jedoch für Kapitel (siehe Abbildung 3.5). Der Ablauf gibt vor,
17
3 Existierende Systeme
dass zunächst eine Bedingung formuliert und dann ein Sprungziel gewählt wird. Sieht
man sich nun das DropDown-Menü des Sprungziels genauer an, so fällt auf, dass weder
ein Sprung auf ein Kapitel möglich ist, noch auf eine Frage innerhalb eines Kapitels. Um
das gewünschte Ziel zu erreichen, müssen Filter verwendet werden. Für das Beispiel
aus Abbildung 3.5 bedeutet dies, dass eine Sichtbarkeitsbedingung für die Frage 3
definiert werden muss. Befinden sich zwischen einer Ausgangsfrage und einem Kapitel
mehrere Fragen die übersprungen werden sollen, bedeutet dies einen hohen Aufwand
bei der Erstellung. Zusätzlich kann das Angebot beider Methoden bei unerfahrenen
Nutzern für Verwirrung sorgen.
Abbildung 3.5: Sprung auf ein Kapitel ist nicht möglich [18]
Schleifen sind eine Erweiterung eines Kapitels und werden genutzt, um Teile eines
Fragebogens zu wiederholen. Da Schleifen auf Kapiteln basieren, funktionieren auch
hier keine Verzweigungen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass für eine Schleife immer ein
Maximum an Schleifendurchläufen definiert werden muss. Es existiert keine Möglichkeit
dieses generisch über Logik im Fragebogen abzubilden. Für Fragebögen die mehrere
mögliche Abfragen enthalten, bedeutet dies einen erhöhten Aufwand für den Editor, da
jede Schleife einzeln konfiguriert werden muss (siehe Abbildung 3.6).
Abbildung 3.6: Schleifendurchläufe [18]
18
3.1 Fragebogensysteme
Operationen
mQuest bietet die Verwendung von Textvariablen. Hiermit kann beispiels-
weise eine Antwort auf eine bestimmte Frage in einem anderen Text verwendet werden.
Positiv hervorzuheben ist, dass zusätzlich die Berechnung aus mehreren Zahlenein-
gaben mittels Textvariablen und mathematischen Operatoren möglich ist. Ein weiterer
positiver Aspekt ist die Quotenfunktion. Quoten werden in der QuestAdmin-Anwendung
definiert und stellen sicher, dass nur eine bestimmte Anzahl von Personen befragt
werden können. Definiert man beispielsweise für einen Messefragebogen die Quoten
privat und geschäftlich, so wird direkt am Anfang der Erhebung erfasst, ob der Befragte
aus privatem oder aus geschäftlichem Interesse angereist ist. Je nach Antwort wird die
entsprechende Quote nun mit jeder Erhebung erhöht. So kann feststellt werden, wann
die Fallzahl für das Projekt erreicht wurde, um so unnötige Erhebungen zu vermeiden.
Validierung
Bevor ein Fragebogen auf dem QuestServer abgelegt wird, kann im Editor
nicht nur der gesamte Fragebogen auf seine korrekte Funktion getestet werden, son-
dern auch einzelne Fragen. Dies bietet den Vorteil, dass nicht immer der komplette
Fragebogen durchgeklickt werden muss. Eine weitere Funktion die mQuest bietet, ist die
Gültigkeitsprüfung von Wertebereichen. Hiermit können Benutzereingaben auf Richtig-
keit geprüft werden. Eine negative Erkenntnis der Untersuchung ist, dass diese Funktion
innerhalb von Kapiteln nicht funktionsfähig ist.
System
Besonders positiv hervorzuheben ist die Mehrsprachigkeit von mQuest. Das
System bietet die Möglichkeit, Fragen direkt bei der Erstellung in mehreren Spra-
chen anzulegen. Dazu wechselt man in den entsprechenden Reiter des Element-
Einstellungsbereichs (siehe Abbildung 3.7
1
). Welche Sprachen angezeigt werden
sollen, bestimmt man über den Button Sprachen verwalten
2
in der Hauptmenüleis-
te. Dort wird eine Liste mit Sprachen angezeigt, die ausgewählt werden können. Die
Erstellung des Fragebogens kann offline erfolgen, für die Synchronisation mit dem
QuestServer wird allerdings ein Onlinezugang benötigt. Über die Projekt-Einstellungen
kann vom Interviewer festgelegt werden, ob der Fragebogen für den Client online oder
offline verfügbar ist.
19
3 Existierende Systeme
Abbildung 3.7: Mehrsprachigkeit [18]
Zusatzfunktionen
mQuestClient kann auf mobilen Geräten mit den Betriebssystemen
Apple iOS oder Google Android verwendet werden. Die mobile Anwendung besitzt
die Fähigkeit, Push-Meldungen zu versenden, beispielsweise zur Erinnerung für einen
Studienstart. Des Weiteren können Studien einfach mittels QR-Code gestartet werden.
Die Verknüpfung von Sensoren an bestimmte Fragen wird mit dem Standard von mQuest
nicht angeboten. Um dies umzusetzen, ist eine kostenpflichtige Zusatzprogrammierung
notwendig.
3.1.2 keyingress (Ingress GmbH)
Die Ingress GmbH wurde im Jahr 2004 gegründet. Als IT-Dienstleister hat sich Ingress
auf die Bereiche Marktforschung, Human Resources und Telemarketing fokussiert. Mit
dem Produkt keyingress, einer Befragungs- und Erhebungssoftware, können telefonische
Befragungen, Online-Befragungen oder Befragungen mit mobilen Endgeräten durchge-
führt werden. Zum Dienstleistungsportfolio gehören außerdem Support, Schulungen,
Fragebogenprogrammierung, Projekteinrichtung und Templateerstellung. [19]
20
3.1 Fragebogensysteme
Systemarchitektur
Abbildung 3.8 zeigt einen Überblick über die verschiedenen Module von keyingress [
20
].
Die Basis des Systems ist das Grundmodul keyingress, welches je nach Schwerpunkt,
mit verschiedenen Zusatzmodulen erweitert werden kann. Dazu gehören die Module
panelingress,mobilingress,salesingress,keyingress Report,keyingress Feedback und
der Einladungsmanager.
mobilingress salesingress keyingress
Report
keyingress
Feedback
Einladungs-
manager
panelingress
keyingress
Abbildung 3.8: keyingress-Module nach [20]
Mit dem Modul mobilingress [
20
], einer mobilen Anwendung, können Datenerhebungen
offline durchgeführt werden. Das Modul panelingress [
20
] wird für den Aufbau und die
Verwaltung eines Online-Panels eingesetzt. Ein Online-Panel beschreibt eine Gruppe
von Personen, die regelmäßig an Online-Studien teilnehmen. Zur Durchführung an-
spruchsvoller Projekte wurde salesingress [
20
] entwickelt. Zu dessen Funktionsumfang
gehören Aufgaben wie z.B. das Projekt- und Mandantenmanagement, das Anlegen von
Kampagnen, sowie das Adressmanagement und Außendienstterminierung. keyingress
Report [
20
] ist ein Analyse-Modul und wird eingesetzt, um eigene, kundenspezifische
Reports zu erstellen und online freizugeben. Somit ist der Auftraggeber jederzeit über
den Status seines Projektes informiert. Der Einladungsmanager [
20
] dient neben der
Probandenverwaltung, der automatisierten Einladung der Testpersonen zu Umfragen,
sowie dem Ändern von Terminen oder Terminabsagen. Das spezielle Feedback-Modul
keyingress Feedback [
20
] kann zur Durchführung von unternehmensweiten Online-
Feedbackanalysen eingesetzt werden, dazu zählen u.a. 360 Grad-Feedbackanalysen
sowie Führungsstilanalysen.
21
3 Existierende Systeme
Einsatzgebiete
Ähnlich wie bei mQuest, positioniert sich keyingress in den Bereichen Messe- und
Eventforschung, Verkehrserhebungen, Car Clinics und POS-Befragungen [
21
]. Zu den
Einsatzmöglichkeiten zählen außerdem z.B. Online-Panele, Mitarbeiterbefragungen, 360
Grad Befragungen, Produkttests und Zufriedenheitsanalaysen [20].
Fragetypen
keyingress bietet, wie mQuest auch, neben vielen Standardfragetypen eine Reihe
verschiedene Sonderfragetypen an. Die wichtigsten Fragetypen werden nachfolgend
erläutert [
22
]. Dazu gehört der Fragetyp ImageMarker, der ähnlich einer HeatMap bei
mQuest die freie Markierung innerhalb eines Bildes ermöglicht. Der Klicktest hingegen,
dient der Aufzeichnung des Klickverhaltens eines Teilnehmers und damit der Ermittlung
des Blickverlaufes über ein Bild (siehe Abbildung 3.9).
Abbildung 3.9: Klicktest [22]
22
3.1 Fragebogensysteme
Mit dem Reaktionszeitentest werden dem Probanden Bilder oder Texte angezeigt. Mit
einem entsprechenden Tastendruck muss der Teilnehmer angeben, ob ihm das Bild
oder der Text bekannt ist (siehe Abbildung 3.10).
Abbildung 3.10: Reaktionszeitentest [22]
Beim Imagerating werden Bereiche von Bildern mittels einer Bewertungsskala direkt im
Bildbereich bewertet (siehe Abbildung 3.11).
Abbildung 3.11: Imagerating [22]
23
3 Existierende Systeme
Funktionsbeschreibung und -bewertung
Folgend werden die Funktionen des Systems keyingress erläutert. Dabei wird vor allem
auf Vor- und Nachteile der Fragebogenerstellung und der Datenerhebung eingegangen.
Fragebogen-Erstellung
Fragebögen können bei keyingress standardmäßig sowohl im
Grafikmodus als auch im Skriptmodus erstellt werden. Eine modellbasierte Darstellung
von Zusammenhängen zwischen Fragen ist allerdings nicht gegeben.
Fragebogen-Gliederung
Abbildung 3.12 zeigt die allgemeine Benutzer-Oberfläche von
keyingress. Der linke Bereich beinhaltet die zur Verfügung stehenden Fragetypen, die
mittels Drag&Drop-Operationen im Editor-Bereich abgelegt und bearbeitet werden kön-
nen. Abhängig vom Fragetyp variieren die angezeigten Einstellungen. Eine nachträgliche
Änderung der Fragenreihenfolge ist ebenfalls möglich.
Abbildung 3.12: keyingress Oberfläche [23]
Um die Übersichtlichkeit in einem Fragebogen zu gewährleisten, bieten einige Hersteller
die inhaltliche Zusammenfassung verschiedener Fragen zu einem Kapitel an. Diese
Funktion wird von keyingress jedoch nicht unterstützt. Um mehrere Fragen auf einer
Seite darzustellen, muss in den Skriptmodus gewechselt und mit Makros gearbeitet
werden. Standardmäßig wird in keyingress genau eine Frage pro Seite angezeigt. Der
Wechsel zwischen dem Grafik- und Skriptmodus ist allerdings nicht empfehlenswert,
da sich der Anwender meist bewusst für eine Variante entscheidet. Anwender mit
wenig Programmierkenntnissen könnten im Skriptmodus beispielsweise schnell an ihre
24
3.1 Fragebogensysteme
Grenzen stoßen. Die Mehrfachdarstellung ließe sich auch ohne großen Aufwand im
Grafikmodus umsetzen, indem beispielsweise mehrere Fragen per Drag&Drop grafisch
verschachtelt werden.
Kontrollstrukturen
keyingress bietet die Möglichkeit, Fragen mittels Verzweigungen
umzuleiten (siehe Abbildung 3.13). Die Definition von Sichtbarkeitsregeln wird nicht
unterstützt, was aber keinesfalls von Nachteil ist. Die Prüfung der Sprungbedingung
nach Beantwortung der Frage ist völlig ausreichend und oftmals einfacher, wie bereits
der Test mit mQuest bewiesen hat.
Abbildung 3.13: keyingress Verzweigung [23]
Schleifen werden bei keyingress mittels Makros im Skriptmodus umgesetzt. Das Makro
loopstart kennzeichnet dabei den Bereich, an dem die Schleife beginnt. Im Anschluss
werden die Loop-Variablen definiert und der Loop wird mit loopend wieder geschlossen.
Wird im späteren Verlauf eine Schleifenfrage im Grafikmodus verschoben, so wird jeder
ursprüngliche Schleifendurchlauf inkl. Loop-Variable im Skriptmodus zu einer eigenen
Frage umgewandelt. Durch die Verschiebung im Grafikmodus wird somit das Skript
zerstört und die Schleife lässt sich nicht mehr bearbeiten. Ein weiterer Nachteil ist, das
immer ein Maximum an Schleifendurchläufen definiert werden muss.
Operationen
keyingress bietet wie mQuest auch, die Verwendung von Textvariablen,
Quoten und Formelberechnungen. Letzteres kann allerdings nicht im Grafikmodus
verwendet werden.
25
3 Existierende Systeme
Validierung
Fragebögen und einzelne Fragen lassen sich mit keyingress problemlos
direkt bei der Erstellung testen. Die Gültigkeitsprüfung hingegen kann, wie viele andere
Funktionen, nur im Skriptmodus genutzt werden.
System
Besonders positiv hervorzuheben ist die Mehrsprachigkeit von keyingress. Wie
die vom Hersteller zur Verfügung gestellte Demoversion [
22
] zeigt, können Fragen direkt
bei der Erstellung in mehreren Sprachen angelegt und bei der Erhebung entsprechend
ausgewählt werden. Fragebögen werden online erfasst, während die Erhebung auch
offline erfolgen kann.
Zusatzfunktionen
mobilingress ist geräteunabhängig und kann auf mobilen Geräten mit
Android- oder Windows-Betriebssystem verwendet werden [
20
]. Die mobile Anwendung
besitzt die Fähigkeit, Push-Meldungen zu versenden, sowie Studien mittels QR-Code zu
starten. Die Verknüpfung von Sensoren an bestimmte Fragen wird standardmäßig nicht
angeboten. Dazu ist eine kostenpflichtige Zusatzprogrammierung notwendig.
3.1.3 EFS Survey (Questback GmbH)
Die Questback GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet. Questback vertreibt und entwickelt
die Umfragesoftware EFS Survey, sowie weitere ergänzende Module. Zum Dienstleis-
tungsportfolio zählen außerdem Sonderprogrammierungen, Beratungen und Schulungen
für die jeweiligen Tools [24].
Systemarchitektur
Die Feedback Software EFS ist modular aufgebaut (siehe Abbildung 3.14). EFS Survey
[
25
] ist das Umfragemodul und die Basis der Plattform, welches mit verschiedenen
weiteren Modulen kombiniert werden kann. Das Zusatzmodul EFS Panel [
25
] dient dem
Aufbau und der Verwaltung eines Panels, mit dem ein ausgewählter Personenkreis wie-
derholt zu bestimmten Fragen befragt werden kann. Ein Panel beschreibt eine Gruppe
von Personen, die regelmäßig an Online-Studien teilnehmen. Die Stärke des Moduls
liegt dabei in der Verwaltung von Profil- und Metadaten. Questback bietet verschiedene
Reporting Tools [
25
] für unterschiedliche Einsatzszenarien an. Dazu gehört das Modul
26
3.1 Fragebogensysteme
Reporting+, welches sich vor allem für die betriebliche Marktforschung in Abteilungen
oder kleineren Unternehmen eignet und die Erstellung individueller Reports ermög-
licht. Für große Unternehmen mit vielen Berichtsempfängern hingegen, bietet sich der
Reporting Manager als Lösung an. Das Modul MySight ist eine Dashboard-basierte
Lösung, über die Feedback in Echtzeit eingeholt werden kann. Auf die Auswertung
einer Umfrage folgt meist das Ableiten konkreter Maßnahmen oder Handlungsemp-
fehlungen. Mit dem Modul Action Manager werden die Auswertungsergebnisse sowie
deren Maßnahmen übersichtlich in Form eines Cockpits dargestellt. Dies ermöglicht
die bequeme Überprüfung der umgesetzten Maßnahmen zu jeder Zeit. Mit Portals [
25
],
dem Feedback Modul, können Kunden und Mitarbeiter zu jederzeit auf dem Gerät ihrer
Wahl Feedback geben. Das Zusatzmodul Orbit [
25
] erfasst Beziehungen, strukturiert
Verbindungen, baut diese zu komplexen Hierarchien auf und verwaltet diese. Somit
lassen sich Zielgruppen in kürzester Zeit identifizieren. Das Modul EFS Community
[
25
] dient der Marktforschung mithilfe von Forschungstools wie Diskussionsforen, Blogs
und Chats, welche einer spezifischen Personengruppe zu Verfügung gestellt werden.
Des Weiteren lassen sich branchenspezifische Module wie CRM, ERP und HRM in das
System integrieren [25].
Portals EFS People Reporting
Tools
Orbit EFS
Community
EFS Survey
Portals EFS People Orbit EFS
Community
Abbildung 3.14: EFS Module - Eigene Darstellung
27
3 Existierende Systeme
Einsatzgebiete
Questback positioniert sich stark im Bereich der akademischen Forschung und betreibt
mit Questback Unipark [
26
] ein eigenes Hochschul-Programm für Universitäten und
Hochschulen. In diesem Rahmen ist die Softwarelizenz für Studenten und Dozenten
besonders günstig. Die Umfragesoftware von Questback wird dabei überwiegend für
Abschlussarbeiten, Studien oder Befragungen, wie beispielsweise eine Lehrevaluation
eingesetzt. Das Programm beinhaltet außerdem den Zugang zu einem weltweiten
akademischen Netzwerk, in dem sich akademische Nutzer miteinander austauschen
können [
26
]. Weitere Einsatzgebiete sind Mitarbeiterbefragungen, Kundenbefragungen
und Marktforschung [24].
Fragetypen
Die Umfragesoftware beinhaltet die gängigen Standardfragetypen wie Einfach- und
Mehrfachnennungen, Multimediafragen, Offene Fragen, uvm. Die Analyse des Systems
und des Benutzerhandbuchs hat ergeben, das im Vergleich zu mQuest oder keyingress,
standardmäßig keine speziellen Fragetypen angeboten werden. Der Anwender hat
allerdings die Möglichkeit, benutzerdefinierte Fragetypen mittels HTML oder LUA selbst
zu programmieren.
Funktionsbeschreibung und -bewertung
Folgend werden die Funktionen des Systems EFS Survey erläutert. Dabei wird vor allem
auf Vor- und Nachteile der Fragebogenerstellung und der Datenerhebung eingegangen.
Fragebogen-Erstellung Fragebögen werden mit EFS standardmäßig im Grafikmodus
erfasst. Für benutzerdefinierte Fragetypen besteht die Möglichkeit, diese per HTML
oder LUA im Skriptmodus zu programmieren. Eine modellbasierte Darstellung von
Zusammenhängen zwischen Fragen ist nicht verfügbar.
Fragebogen-Gliederung
Abbildung 3.15 zeigt den Fragebogen-Editor und die Struktur
eines Fragebogens. Durch die Verwendung von Seiten
1
können Fragen inhaltlich
28
3.1 Fragebogensysteme
zusammengefasst und auf einer Bildschirmseite dargestellt werden. Des Weiteren
können Fragen innerhalb der gesamten Struktur mittels Drag&Drop beliebig verschoben
werden, ohne die Logik zu beeinflussen.
Abbildung 3.15: EFS Survey Oberfläche [27]
Kontrollstrukturen
Um eine Schleife zu erzeugen, muss im Editor zunächst das Seiten-
element Loop angelegt werden (siehe Abbildung 3.15
2
). Im Anschluss muss dem Loop
eine Liste
3
zugewiesen werden, in welcher die Schleifenvariablen definiert werden.
Diese Listen können unter dem Menüpunkt Listen
4
entsprechend konfiguriert werden
(siehe Abbildung 3.16). Auch dieses System hat den Nachteil, dass die maximale Anzahl
der Schleifendurchläufe bereits bei der Erstellung des Fragebogens festgelegt werden
muss. EFS bietet zwei Möglichkeiten, den Fluss eines Fragebogens zu ändern. Die
Verwendung des Seitenelements Filter stellt daher eine dieser Möglichkeiten dar (siehe
Abbildung 3.15). Ein Filter prüft eine zuvor definierte Sprungbedingung
5
nach der
Beantwortung der entsprechenden Frage. Alle Fragen die dem Filter untergeordnet
sind, sind von dieser Bedingung betroffen. Eine zweite Möglichkeit ist die Prüfung der
Sprungbedingung vor Beantwortung der Frage. Die Definition der Bedingung erfolgt in
den Einstellungen der entsprechenden Frage.
29
3 Existierende Systeme
Abbildung 3.16: Listenkonfiguration [27]
Operationen
EFS bietet die Verwendung von Textvariablen, Quoten und Formelbe-
rechnungen. Letztere sind für ungeübte Nutzer allerdings schwierig umzusetzen, da
unterschieden wird, ob eine Berechnung und deren Ergebnisausgabe innerhalb einer
Seite erfolgt, oder erst auf der nächsten Seite. Um auf Basis von Eingaben eine Berech-
nung innerhalb einer Seite vorzunehmen, ist die Verwendung von JavaScript notwendig.
Soll das Ergebnis auf der nächsten Seite ausgegeben werden, muss mit sogenannten
Rekodierungstriggern gearbeitet werden. Dazu wird die Benutzereingabe als Variable
gespeichert (siehe Abbildung 3.17) und über das Feld Wert innerhalb einer Formel
verarbeitet (siehe Abbildung 3.18).
Abbildung 3.17: Speichern der Variable [27]
30
3.1 Fragebogensysteme
Abbildung 3.18: Rekodierungstrigger [27]
Validierung
Einzelne Fragen, sowie komplette Fragebögen lassen sich mit EFS problem-
los vor der Veröffentlichung prüfen. Das System bietet gegenüber anderen Systemen
den Vorteil, dass die Prüfung neben Hinweisen auf Laufzeitfehler auch Hinweise zu nicht
übersetzten Texte gibt. Des Weiteren ermöglicht EFS die Durchführung von Gültigkeits-
prüfungen im Grafikmodus.
System
Das System bietet die Möglichkeit, Fragen in mehreren Sprachen zu verwalten.
Dazu werden zunächst die gewünschten Umfragesprachen für ein Projekt festgelegt. Die
ausgewählten Sprachen stehen anschließend im Fragebogen-Editor als konfigurierbare
Textbausteine für jede Frage bereit (siehe Abbildung 3.19).
Abbildung 3.19: Textbausteine [27]
31
3 Existierende Systeme
Die Erstellung des Fragebogens sowie die Datenerhebung erfolgt ausschließlich web-
basiert. Des Weiteren werden alle Änderungen in einem Projekt über eine Änderungs-
historie im Fragebogen-Editor aufgezeichnet. Letzteres ist vor allem in Projekten mit
mehreren Bearbeitern besonders von Vorteil.
Zusatzfunktionen
Bei der Datenerhebung unterstützt EFS nahezu alle gängigen End-
geräte die über einen aktuellen Browser verfügen. Studien können dabei einfach mittels
QR-Code oder einen Link gestartet werden. Die Verknüpfung von Sensoren an bestimm-
te Fragen ist standardmäßig nicht vorgesehen. Es besteht allerdings die Möglichkeit,
dies durch eine kostenpflichtige Zusatzprogrammierung umzusetzen.
3.2 Ambulante Assessment Systeme
Im Bereich der Ambulanten Assessment Systeme wurde das Tool movisensXS der
Movisens GmbH auf die Kriterien nach Tabelle 3.1 untersucht.
3.2.1 movisensXS (Movisens GmbH)
Die Movisens GmbH ist Anbieter für Produkte und Dienstleistungen im Bereich ambulan-
tes Assessment und mobiles Monitoring. Zum Produktportfolio gehören das Experience-
Sampling System movisensXS, Software zur Datenanalyse, sowie verschiedene Akti-
vitätssensoren und Zubehörteile. Das Dienstleistungsportifolio beinhaltet neben dem
Verkauf der Produkte, Beratungen, Schulungen, kundenspezifische Anpassungen und
Stress- und Lebensstilchecks. [28]
Systemarchitektur
movisensXS ist ein Komplettsystem, bestehend aus einer Webplattform und einer mobi-
len Anwendung. Über die Plattform können Fragebögen erstellt und verwaltet werden.
Die Erhebung der Daten erfolgt über die mobile Anwendung. Wie Abbildung 3.20 zeigt,
bietet Movisens außerdem die Kopplung verschiedener Sensoren wie Licht-, EKG-, EDA-
und Aktivitätsensoren an das System. [29]
32
3.2 Ambulante Assessment Systeme
Mobile
Anwendung
Webplattform
Sensoren
move3 LightMove3 EcgMove3 EdaMove3
Abbildung 3.20: Architektur MovisensXS - Eigene Darstellung
Einsatzgebiete
Movisens positioniert seine Produkte in den Bereichen Sportwissenschaft, Sportmedizin,
Psychologie, Medizin und Public Health [
28
]. Zu den gängigen Anwendungsbereichen
zählen Experience Sampling, Ambulantes Assessment und Electronic Patient-Reported
Outcomes [
29
]. Der Begriff Experience Sampling ist als Synonym für das Ambulante
Assessment gebräuchlich und beschreibt die Datenerhebung im Alltag eines Patienten.
Electronic Patient-Reported Outcomes bezeichnet alle Daten, die direkt vom Patienten
berichtet werden, wozu u.a. auch elektronische Tagebücher oder digitale Fragebögen
zählen.
Fragetypen
movisensXS beinhaltet wie auch die zuvor beschriebenen Fragebogensysteme alle
gängigen Standardfragetypen. Ein großer Vorteil ist jedoch die Möglichkeit der Anbin-
dung verschiedener Sensoren an das System. Dadurch bietet die Umfragesoftware
Sonderfragetypen, wie z.B. die Schlafüberwachung, kognitive Tests oder die GPS-
Datenaufzeichnung an.
33
3 Existierende Systeme
Funktionsbeschreibung und -bewertung
Folgend werden die Funktionen des Systems movisensXS erläutert. Dabei wird vor allem
auf Vor- und Nachteile der Fragebogenerstellung und der Datenerhebung eingegangen.
Fragebogen-Erstellung
Fragebögen werden bei movisensXS ausschließlich im Grafik-
modus erstellt, so dass keine Programmierkenntnisse erforderlich sind. Wie Abbildung
3.21a zeigt, erfolgt die Erfassung der Fragen nicht modellbasiert, allerdings wird die
Ausführungslogik einzelner Aktionen durch ein modellbasiertes Samplingschema be-
schrieben. Beispielsweise werden mit dieser Methode Schleifen umgesetzt oder Startzeit-
punkte für eine Umfrage definiert. Abbildung 3.21b zeigt einen einfachen Samplinggraph,
welcher den Start einer Studie auf den Zeitraum zwischen 08:00 und 20:00 Uhr festlegt.
Dabei wird ein Studienteilnehmer 8x mit einem Alarm zur Teilnahme aufgefordert.
(a) movisensXS Benutzer-Oberfläche [30] (b) Samplinggraph [31]
Abbildung 3.21: Beispiel Sampling
34
3.2 Ambulante Assessment Systeme
Fragebogen-Gliederung
movisensXS ermöglicht die Darstellung mehrerer Fragen auf
einer Seite. Die Umsetzung dieser Funktion ist dabei besonders positiv hervorzuheben.
Per Drag&Drop können Fragen mithilfe des Fragebogenelements Multi-Item Screen
verschachtelt werden (siehe Abbildung 3.22). Eine inhaltliche Gliederung der Fragen zur
besseren Übersichtlichkeit wird durch das System nicht geboten. Die Reihenfolge der
Fragen lässt sich ändern, indem die Fragen per Drag&Drop verschoben werden.
Abbildung 3.22: Multi-Item Screen [30]
Kontrollstrukturen
movisensXS bietet die Möglichkeit, den Fluss innerhalb eines Fra-
gebogens durch Prüfung der Sprungbedingung vor dem Anzeigen der Frage oder der
Seite zu ändern. Dies geschieht über das Augensymbol im Einstellungsbereich der
entsprechenden Frage (siehe Abbildung 3.23). Eine Prüfung der Bedingung nach dem
Anzeigen ist nicht möglich.
Abbildung 3.23: Sichtbarkeit [30]
35
3 Existierende Systeme
Schleifen werden bei movisensXS mithilfe eines Samplinggraphs beschrieben. Dabei
ist zu beachten, dass der zu wiederholende Fragebogenteil in einer eigenen Form
gespeichert wird. Ein großer Vorteil gegenüber den zuvor untersuchten Systemen
ist, dass die Anzahl der Schleifendurchläufe über die Logik abgebildet werden kann
(siehe Abbildung 3.24). Bei dem zugehörigen Fragebogen handelt es sich um einen
Gästefragenbogen, welcher aus zwei Forms besteht. Die Initialform Nr.26105 wird
zunächst über Button pressed gestartet. Diese Form beinhaltet eine Frage, welche über
ein numerisches Texteingabefeld die Anzahl der bisherigen Aufenthalte abfragt. Der
eingegebene Wert wird als Variable mit der Bezeichnung A4 abgespeichert. Die zweite
Form wird dem Konstrukt entsprechend oft wiederholt.
Abbildung 3.24: generische Schleife im Samplinggraph [30]
Die Abbildung der Ausführungslogik als Prozessmodell ist sehr positiv hervorzuheben.
Ein Nachteil des Samplinggraphen ist allerdings, dass die Konnektoren keine Pfeilenden
besitzen. Dies wirkt sich vor allem in komplexen Modellen negativ auf die Übersichtlich-
keit aus.
36
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
Operationen
Quoten lassen sich mit movisensXS zum aktuellen Zeitpunkt nicht um-
setzen. Des Weiteren fehlt dem System die Möglichkeit der Formelberechnung. Ein
negativer Punkt ist außerdem, dass sich Textvariablen nicht direkt in den Text einbinden
lassen.
Validierung
Gültigkeitsprüfungen sind bislang nicht möglich. Diese Funktion soll aber
in den nächsten Updates ergänzt werden. Ein weiterer Kritikpunkt an movisensXS ist,
dass der Fragebogen vor der Veröffentlichung nicht getestet werden kann. Dies wäre
aber in jedem Fall angebracht, da vor allem die Verwendung des Samplinggraphs bei
ungeübten Nutzern sehr fehleranfällig ist.
System
Mehrsprachige Fragebögen können mit movisensXS nicht angelegt werden.
Um dies zu realsieren, müsste das entsprechende Projekt kopiert und anschließend
übersetzt werden. Das hat den Nachteil, dass ein Studienteilnehmer die Umfragesprache
nicht selbst wählen kann. Die Erstellung eines Fragebogens erfolgt ausschließlich online.
Die Erhebung der Daten kann jedoch sowohl online als auch offline durchgeführt werden.
Zusatzfunktionen
movisensXS verfügt über eine mobile Anwendung für Android-Geräte.
Die mobile Anwendung besitzt die Fähigkeit Push-Notifications an Studienteilnehmer zu
versenden, sofern Benachrichtigungen vom Interviewer festgelegt wurden. Des Weiteren
können Studien einfach mittels QR-Code gestartet werden. Die Verknüpfung von Senso-
ren an bestimmte Fragen wird standardmäßig angeboten. Dazu bietet Movisens eigene
Sensoren zum Kauf an. Sensoren von Drittanbietern können über eine kostenpflichtige
Zusatzprogrammierung angebunden werden.
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
Tabelle 3.2 zeigt eine Übersicht der Untersuchungsergebnisse, basierend auf ausführ-
lichen Tests mit den durch die Hersteller zur Verfügung gestellten Demoversionen im
Vergleich mit QuestionSys. Die Details der jeweiligen Bewertung wurden in den ent-
sprechenden Unterkapiteln anhand von Screenshots und Beispielen genauer erläutert.
Dabei wurde vor allem auf Vor- und Nachteile der Fragebogenerstellung und der Date-
nerhebung eingegangen.
37
3 Existierende Systeme
Tabelle 3.2: Untersuchungsergebnisse
Funktion mQuest EFS keyingress movisensXS QuestionSys
Fragebogenerstellung
Formulareditor (Grafikmodus)
Formulareditor (Skriptmodus)
Modellbasierte Darstellung
Fragebogen-Gliederung
Mehrfachdarstellung
Kapitel
Verschiebung
Kontrollstrukturen
Schleifen
Verzweigung
Sichtbarkeit
Operationen
Textvariablen
Quoten
Formelberechnung
Validierung
Gültigkeitsprüfung
Element-Vorschau
Fragebogen-Vorschau
System
Mehrsprachigkeit
Änderungshistorie
offline-Betrieb (Erstellung)
offline-Betrieb (Erhebung)
Export
Zusatzfunktionen
mobile Anwendung
Push-Notification
QR-Code
interne Sensorenanbindung
externe Sensorenanbindung
Legende: = ja, = teilweise, = nein
38
4
Anwendungsszenarien
In diesem Kapitel wird zunächst eine verwandte Arbeit betrachtet, in welcher bereits
zwei potentielle neue Szenarien für QuestionSys erarbeitet wurden. Darüber hinaus
werden im Folgenden weitere mögliche reale Anwendungsszenarien des QuestionSys-
Frameworks entwickelt und anhand fiktiver Beispiele beschrieben.
4.1 Verwandte Arbeiten
In einer verwandten Arbeit [
32
] wurden bereits zwei Szenarien erarbeitet, in welchen
QuestionSys, über medizinsche und psychologische Umfragen hinaus, zum Einsatz
kommen könnte.
Im Szenario Asylantrag, geht es um eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien, welche die
Stellung eines Asylantrags plant. Aufgrund der hohen Anzahl ankommender Flüchtlinge
39
4 Anwendungsszenarien
sind die Ämter jedoch völlig überfordert und die Bearbeitungszeit eines Asylantrags kann
daher einige Monate dauern. Um die Mitarbeiter der Ämter zu entlasten und den Prozess
der Antragsstellung zu beschleunigen, stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Tablets mit der Client-Anwendung von QuestionSys bereit, an denen Flüchtlinge ihren
Antrag selbstständig ausfüllen können. Ein Vorteil der Verwendung von QuestionSys
in diesem Szenario ist, dass die Anwender den Antrag in ihrer Landessprache wählen
und ausfüllen können. Des Weiteren kann das System dem Antragsteller aufgrund der
gegebenen Antworten (Herkunftsland etc.) eine erste Einschätzung zur Bewilligung des
Antrags liefern.
Das zweite Szenario Schule thematisiert den Trend, mobile Endgeräte in den Schulalltag
zu integrieren. Der Einsatz von Tablets im Unterricht bringt viele Vorteile mit sich, z.B.
können Schulbücher digital mitgeführt werden und die Schüler erhalten die Möglichkeit,
ihre Medienkompetenz für die digitale Zukunft zu stärken. In diesem Szenario können
die Lehrer mit Hilfe von QuestionSys Klausuren digital erstellen, welche die Schüler
im Unterricht auf ihren Tablets aufrufen und bearbeiten können. Dies hat vor allem für
die Lehrer den Vorteil, dass die Korrekturzeit deutlich verkürzt wird. Handelt es sich
beispielsweise um eine beschränkte Auswahl an Antwortmöglichkeiten, kann eine direkte
Auswertung erfolgen und die Schüler erhalten Ihre Auswertung umgehend nach der
Prüfung.
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
Im Folgenden werden weitere mögliche reale Anwendungsszenarien des QuestionSys-
Frameworks anhand fiktiver Beispiele beschrieben. Dabei erfolgt die Betrachtung unter-
schiedlichster Domänen, um den Fokus des Systems über typische Medizin-Szenarien
hinaus zu erweitern. Die Anwendungsfälle werden durch folgendes Template definiert
(siehe Tabelle 4.1).
40
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
Tabelle 4.1: Use Case Template
Name Name des Use Cases
ID Use Case ID
Akteure Beschreibung der beteiligten Akteure
Kurzbeschreibung Kurzbeschreibung des Use Cases
Ziel Beschreibung des Ziels
Nutzen Beschreibung des Nutzen der voraussichtlich geliefert wird
Neben dieser Struktur erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Szenarien, sowie die
Entwicklung eines Anforderungskatalogs. Der Anforderungskatalog enthält alle Anfor-
derungen, die das System aus Sicht der beteiligten Akteure erfüllen sollte, sowie eine
Priorisierung der Anforderungen. Eine eindeutige Gewichtung ermöglicht es, die wich-
tigsten Funktionalitäten für einen möglichen Kunden zuerst bearbeiten und umsetzen zu
können.
4.2.1 POS-Befragungen
Kaufentscheidungen werden überwiegend direkt am Verkaufsort, dem Point of Sale/Ser-
vice (POS) getroffen. Die Kundenzufriedenheit ist dabei ein wichtiger Indikator für den
Erfolg eines Unternehmens. Schlechter Service, lange Wartezeiten, sowie mangelnde
Qualität und/oder Sauberkeit sind nur wenige Beispiele, die den Konsumenten bei seiner
Kaufentscheidung stark beeinflussen können [
33
]. Bei einer POS-Befragung werden
die Konsumenten direkt nach Ihrem Einkauf am Verkaufsort zu relevanten Kenngrößen
befragt. Die Meinung des Kunden liefert dem Dienstleister wichtige Erkenntnisse zur
Optimierung seiner Leistungserbringung. Eine besonders große Rolle spielt dabei die
zeitliche Differenz zwischen Kaufentscheidung und Befragung. Häufig werden Befragun-
gen oft Wochen später durchgeführt und der Verbraucher ist somit aufgefordert, sich an
sein Verhalten und das Erlebte im Moment-of-Truth zu erinnern.
Das Szenario POS-Befragung gehört bei nahezu allen auf dem Markt erhältlichen Fra-
gebogensystemen zum Standard und sollte daher auch beim QuestionSys-Framework
adäquat umgesetzt werden. Um sich dennoch von anderen Systemen abzuheben, bietet
sich der Einsatz interner und externer Sensoren an, wie das folgende Szenario einer
POS-Befragung in einem Hotel zeigt (siehe Tablelle 4.2).
41
4 Anwendungsszenarien
Tabelle 4.2: Use Case 1: POS Befragung
Name POS Befragung
ID 1
Akteure Hotelmanagement, Gast
Beschreibung
Das Hotel Garni nutzt zur Gästebefragung papierbasierte Fragebö-
gen, welchen kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Ziel
Mehr ausgefüllte Fragebögen durch Abschaffung papierbasierter
Fragebögen.
Nutzen Verbesserung der Servicequalität.
Das Hotel Garni in Südtirol nutzt zur Gästebefragung verschiedene papierbasierte Fra-
gebögen, die in allen Zimmern und Hotelbereichen ausliegen. Diesen Fragebögen wird
in letzter Zeit allerdings immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Das Hotel erhofft
sich mit dem Einsatz von QuestionSys durch die bequemere Anwendung eine höhere
Aufmerksamkeit für seine Umfragen, um die Servicequalität kontinuierlich zu verbessern.
Eine Anforderung des Hotelmanagements ist es, dem Gast entsprechend seines Aufent-
haltsorts im Hotel einen passenden Fragebogen zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche
Lösung zur Erfüllung der Anforderung bietet die Verknüpfung von QuestionSys mit
sogenannten iBeacons.iBeacon wurde im Jahr 2013 von Apple eingeführt und basiert
auf dem Sender-Empfänger-Prinzip. Beacons sind kleine Sender die als Signalgeber in
einem Raum platziert werden und in festen Zeitintervallen Signale aussenden. Befindet
sich der Gast mit seinem Endgerät in der Reichweite eines solchen Beacons, kann
der passende Fragebogen über QuestionSys auf dem Endgerät bereitgestellt werden
(siehe Abbildung 4.1). Wünschenswert wäre es daher, wenn die mobile Anwendung die
Fähigkeit besitzt, Push-Mitteilungen zu versenden.
Abbildung 4.1: Architektur nach [34]
42
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
Dieses Verfahren eignet sich deutlich besser als die verwandte Technologie GPS. GPS
stößt in Gebäuden häufig auf Signaldämpfer wie Decken oder Wände. Außerdem kann
mit GPS nicht differenziert werden, in welcher Etage sich ein Gast befindet [
35
]. Neben
der Nutzung externer Sensoren wie iBeacons können auch die internen Sensoren mo-
biler Endgeräte eingesetzt werden. Aktuelle mobile Endgeräte verfügen üblicherweise
über eine Kamera, ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Damit bietet es sich an, diese
Hardware für Bilder, Tonaufzeichnungen und Videoaufnahmen zu nutzen. Dieses Vorge-
hen möchte das Hotelmanagement bei der Frage nach Mängeln einsetzen, um diese
bildlich festzuhalten. Des Weiteren ist die Multiuserfähigkeit eine wichtige Anforderung,
da die Fragebögen immer allen Kunden gleichzeitig zur Verfügung stehen sollten. Das
Hotel Garni beherbergt Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern, daher ist auch
die Mehrsprachigkeit des Systems dem Hotel besonders wichtig. Fragebögen sollten
in mehreren Sprachen angelegt werden können, so dass der Gast vor dem Start der
Umfrage die gewünschte Sprache selbst wählen kann. Des Weiteren spielt die einfache
Handhabung bei der Fragebogenerstellung, sowie die übersichtliche Verwaltung der
Fragebögen eine große Rolle. Um Fragebögen schnell auswerten zu können, wünscht
sich das Hotelmanagment die einfache und schnelle Erstellung von Statistiken und
Reports. Ein weiterer Pluspunkt stellt für das Hotel die ansprechende Gestaltung der Fra-
gebögen mittels eigener grafischer Templates dar. Die Tabelle 4.3 stellt alle gewünschten
Anforderungen an QuestionSys dar.
Tabelle 4.3: Anforderungskatalog für Szenario 1
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFA1 Verfügbarkeit
AFA2 Mehrsprachigkeit
AFA3 Sensorenanbindung
AFA4 Sensorenkompatibilität
AFA5 Benutzerfreundlichkeit
AFA6 Multiuserfähigkeit
AFA7 Eigene Templates
AFA8 Reporting-Funktion
AFA9 Mobile Anwendung
AFA10 Push-Benachrichtigung
AFA11 Fragebogenverwaltung
AFA12 Systemintegration
43
4 Anwendungsszenarien
4.2.2 User Clinics
Der Begriff User Clinics hat seinen Ursprung in der Car Clinic, einer besonderen Form
des Produkttests in der Automobilmarktforschung. Bei dieser Methode werden Testperso-
nen nicht zu Hause oder per Telefon befragt, sondern werden an einen bestimmten Ort
eingeladen, um Fahrzeug-Prototypen zu testen und zu bewerten. Bei einer möglichen
Interpretation des Begriffes Clinic werden die Testpersonen als Ärzte verstanden, welche
den Patienten (das Produkt) untersuchen und eine Diagnose (subjektive Wahrnehmung
und Beurteilung) abgeben. Die User Clinic verallgemeinert diese Methode und hat das
Ziel, die Marktakzeptanz von Produkten vorab zu testen, um mögliche fehlerhafte Ent-
wicklungen und Investitionen zu vermeiden [
36
]. Einige der in Kapitel 3.1 untersuchten
Systeme unterstützen das Szenario Car Clinics. Das allgemeinere Szenario User Cli-
nics hingegen, wird aktuell nur von mQuest angeboten. Daher bietet es sich an, das
QuestionSys-Framework in diesem Bereich zu positionieren. Das Szenario User Clinics
wird am folgenden Beispiel veranschaulicht (siehe Tabelle 4.4).
Tabelle 4.4: Use Case 2: User-Clinics
Name User-Clinics
ID 2
Akteure Reisebusunternehmen, Gäste
Beschreibung
Das Reisebusunternehmen hat mit stark sinkenden Buchungszahlen
zu kämpfen, welches sich vor allem auf den veralteten Fuhrpark
zurückführen lässt.
Ziel Durchführung einer User Clinic mit Hilfe von QuestionSys.
Nutzen
Die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden werden frühzeitig in die
Gestaltung einbezogen. Die Marktakzeptanz der neuen Busse wird
direkt am Kunden getestet.
Das Reisebusnternehmen Hin&Weg ist Anbieter für Tages- und Urlaubsfahrten in eu-
ropäische Metropolen. Das Unternehmen hat mit stark sinkenden Buchungszahlen zu
kämpfen, welches sich vor allem auf den steigenden Fernbus-Markt zurückführen lässt.
Da Hin&Weg preislich mit seinen Konkurrenten mithalten kann, ist die Ursache mitunter
auf den veralteten Fuhrpark zurückzuführen. Die Ausstattung aktueller Fernbusse ist
sehr modern und komfortabel, bei der Hin&Weg nicht mithalten kann. Das Unternehmen
plant daher die Aufrüstung des Fuhrparks mit luxuriösen, individuellen, komfortablen
und gut ausgestatteten Bussen. Wichtige Aspekte, die vor Ort von den Kunden getestet
44
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
und beurteilt werden sollen, sind z.B. Sitzkomfort, Beinfreiheit, Design, WCs, Belüftung,
sowie der Unterhaltungsfaktor. Um die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden frühzei-
tig in die Gestaltung einbeziehen zu können, soll eine User Clinic mit verschiedenen
Prototypen durchgeführt werden. Zur Umsetzung der User Clinic könnte das System
QuestionSys zum Einsatz kommen. Da das Unternehmen möglichst viele Kunden zum
Test einladen möchte, sind vor allem die übersichtliche Verwaltung der Probandendaten,
sowie ein Einladungsmanager notwendige Anforderungen, die das System erfüllen sollte.
Des Weiteren ist es für ein Reiseunternehmen mit internationaler Kundschaft besonders
wichtig, dass sich Fragebögen ohne großen Aufwand mehrsprachig anlegen lassen. Eine
Reporting-Funktion, mit der sich die Ergebnisse im Anschluss der Befragung einfach und
schnell auswerten lassen, sollte standardmäßig zum System gehören. Wünschenswert
wäre außerdem eine Monitoring-Funktion, mit der in Echtzeit Daten aus der laufenden
Befragung abgefragt werden können. Alle Anforderungen an das System werden in
Tabelle 4.5 zusammengefasst.
Tabelle 4.5: Anforderungskatalog für Szenario 2
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFB1 Personenverwaltung
AFB2 Einladungsmanager
AFB3 Reporting-Funktion
AFB4 Monitoring-Funktion
AFB5 Mehrsprachigkeit
AFB6 Multiuserfähigkeit
4.2.3 Biofeedback-Training
Beim Biofeedback-Training handelt es sich um eine Methode, mit der ein Patient lernen
kann, seine eigenen Körperfunktionen gezielt wahrzunehmen und zu beeinflussen. Kör-
perliche Veränderungen, wie beispielsweise ein zu hoher Blutdruck, lassen sich mit Hilfe
technischer Hilfsmittel messen und über einen Computer ausgeben. Der Patient kann
anschließend entsprechend darauf reagieren [
37
]. Hierfür existieren bereits verschiede-
ne Systeme wie z.B. Mindfield eSense Skin Response [
38
]. Dieses System dient der
Rückmeldung über den momentanen Stresspegel eines Patienten und unterstützt mit
einem Anti-Stress-Training, diesen zu reduzieren. Der Stresspegel wird dabei kontinu-
45
4 Anwendungsszenarien
ierlich mit einem Sensor erfasst, welcher den Hautleitwert über den Mikrofoneingang
eines Smartphones oder Tablets misst. Das Anti-Stress-Training erfolgt im Anschluss
über eine mobile Anwendung basierend auf den gemessenen Werten.
Die untersuchten Fragebogensysteme von Kapitel 3.1 unterstützen das Szenario Biofeed-
back-Training bislang nicht. In solchen Fällen muss auf Ambulante Assessment Systeme
zurück gegriffen werden. Eine weitere Motivation hinter dem folgenden Szenario sind
sogenannte therapeutische Hausaufgaben die in der Psychotherapie zum Standardre-
pertoire gehören [
39
,
40
]. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die zur Unterstützung
der Psychotherapie eingesetzt werden. Diese Aufgaben soll der Patient zwischen den
Therapiesitzungen ausführen, um so gewünschte Verhaltensweisen zu trainieren und
diese intuitiv in seinen Alltag zu integrieren. Die Idee hinter dem Szenario ist es, das
QuestionSys-Framework mit Sensoren zu verknüpfen, um das Biofeedback-Training zu
ermöglichen. Die entsprechenden Sensoren triggern das Anzeigen verschiedener Fra-
gebögen, die zusätzliche Erkenntnisse zum Gesundheitszustand des Patienten erfragen.
Dieses Vorgehen hilft, Zusammenhänge zwischen Symptomen, Gefühlen, Handeln etc.
zu verdeutlichen und so besser zu verstehen. Auf Basis der erfassten Daten kann das
System Hausaufgaben festlegen oder Tipps zur Verbesserung des Gesundheitszustan-
des liefern, wie z.B. Entspannungs- und Atemübungen. Das System gibt dem Patienten
im Anschluss eine direkte Rückmeldung, wie sich der Zustand des Nervensystems durch
die Übungen verändert. Biofeedback-Training dient somit der Vorbeugung von Krankhei-
ten, wie etwa Bluthochdruck, chronische Muskelverspannungen, Migräne, Burnout oder
vielen mehr. Tabelle 4.6 veranschaulicht den Use Case Biofeedback-Training.
Tabelle 4.6: Use Case 3: Biofeedback-Training
Name Biofeedback-Training
ID 3
Akteure Patient, Arzt
Beschreibung
Der Patient klagt über chronische Schmerzen und Muskelverspan-
nungen. Er sucht nach einer Behandlungsmethode, die sich ohne
wenig Aufwand gut in seinen Alltag integrieren lässt.
Ziel
Linderung und künftige Vorbeugung seiner Schmerzen durch
Biofeedback-Training.
Nutzen
Die Einnahme von Medikamenten wird vermieden und der Patient
lernt, Anspannungen deutlicher wahrzunehmen und sich zu entspan-
nen.
46
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
Herr Mangold ist Softwareentwickler und -berater und verbringt aufgrund seines Jobs
viel Zeit vor dem Computer. Seit mehreren Jahren klagt er über chronische Schmerzen
und Muskelverspannungen im Rücken- sowie Nackenbereich. Da Herr Mangold beruflich
viel unterwegs ist, hat er wenig Zeit für Sport und sucht daher nach einer alternativen
Behandlungsmethode, die sich gut in seinen Alltag integrieren lässt.
Zur Behandlung und künftigen Vorbeugung seiner Schmerzen verschreibt ihm sein Haus-
arzt Dr. Martin Biofeedback-Training mit QuestionSys. Dazu klebt sich Herr Mangold klei-
ne Sensoren auf die betreffenden Stellen, welche die Muskelaktivität und -anspannung
mittels EMG (Elektromyogramm) messen. Zusätzlich ist die Beantwortung eines Frage-
bogens notwendig, da dieser, anders als Sensoren, auch psychische Einflüsse erhebt
und berücksichtigt. Neben Fehlhaltungen oder Bewegungsmangel, können auch Stress
oder Ängste eine zunehmende Verspannung der Muskulatur zur Folge haben. Sobald
die Sensoren eine bestimmte Messschwelle erreichen, informiert die mobile Anwendung
von QuestionSys den Patienten mittels Push-Benachrichtigung. Auf Basis der erfassten
Daten liefert das System Tipps zur Verbesserung des Gesundheitszustandes, wie z.B.
Entspannungsübungen, Tipps zur Stressreduktion oder der korrekten Körperhaltung.
Über eine grafische Übersicht (Monitoring + Reporting) kann der Patient beobachten,
wie sich seine Muskelaktivität durch die Übungen verändert. Auf diese Weise lernen
Patienten intuitiv, ihre Anspannung deutlicher wahrzunehmen und sich zu entspannen.
Der Fragebogen wird vorab von Dr. Martin konfiguriert. Bei der Erstellung eines Fra-
gebogens ist ihm vor allem eine intuitive und schnelle Handhabung besonders wichtig.
Des Weiteren sollten sich Videos abspielen lassen, um dem Patienten Übungen zur
Verbesserung seines Gesundheitszustandes anhand von Videos zu erklären.
Mit Biofeedback-Training lassen sich nicht nur Muskelverspannungen vorbeugen, son-
dern auch Bluthochdruck, ADHS, uvm., daher sollte das System mit möglichst vielen
handelsüblichen Sensoren kompatibel sein. Tabelle 4.7 fasst alle Anforderungen an das
System zusammen.
47
4 Anwendungsszenarien
Tabelle 4.7: Anforderungskatalog für Szenario 3
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFC1 Mobile Anwendung
AFC2 Push-Benachrichtigungen
AFC3 Monitoring-Funktion
AFC4 Benutzerfreundlichkeit
AFC5 Sensorenanbindung
AFC6 Sensorenkompatibilität
AFC7 Video-Abspielfunktion
AFC8 Reporting-Funktion
AFC9 Sitzungspersistenz
AFC10 Fragebogenverwaltung
4.2.4 Produktkonfigurator
Bei einem Produktkonfigurator handelt es sich um eine Software, mit der Produkte oder
Dienstleistungen von einem Kunden individuell und maßgeschneidert an seine Bedürf-
nisse zusammengestellt werden können. Für Unternehmen, die Produktkonfiguratoren
für ihre Kunden bereitstellen, stellt dies einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar.
Die Steigerung der Kundenzufriedenheit, Entlastung der Berater, sowie beschleunig-
te Vertriebsprozesse und kürzere Reaktionszeiten sind nur wenige Vorteile, die aus
dem Einsatz von Produktkonfiguratoren resultieren. Keines der in Kapitel 3 genann-
ten Systeme positioniert sich in dieser Domäne, daher bietet sich der Einsatz des
QuestionSys-Frameworks in diesem Bereich an. Folgend wird der Anwendungsfall am
Beispiel eines Fahrradgeschäfts betrachtet (siehe Tablelle 4.8).
Tabelle 4.8: Use Case 4: Produktkonfigurator
Name Produktkonfigurator
ID 4
Akteure Verkäufer, Kunde
Beschreibung
Die Verkaufszahlen des Fahrradgeschäfts RideMyBike sind in den
letzten Jahren deutlich gesunken.
Ziel
Verkauf von maßgeschneiderten Rädern nach Kundenwunsch, mit
Hilfe eines Produktkonfigurators.
Nutzen Höhere Verkaufszahlen durch Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Die Verkaufszahlen des Fahrradgeschäfts RideMyBike sind in den letzten Jahren deutlich
gesunken. Dies ist vor allem auf den Verkauf von konventionellen Fahrrädern zurückzu-
führen. Um künftig eine Steigerung der Zahlen zu erzielen, möchte RideMyBike seinen
Kunden Fahrräder nach Maß anbieten. Zum Produktportfolio gehören E-Bikes, Renn-
48
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
räder, Tourenräder, Crossräder und Mountainbikes. Durch die Auswahl verschiedener
Komponenten, wie der Bereifung, den Sattel, die Rahmenfarbe, den Lenker, die Pedale
etc. soll der Kunde sich sein Rad individuell zusammenstellen können. Eine mögliche
Lösung für dieses Vorhaben stellt die Verwendung des QuestionsSys-Frameworks als
Produktkonfigurator dar. Eine wichtige Anforderung des Fahrradgeschäfts ist die Möglich-
keit einer 360 Grad-Ansicht des Endprodukts. Der Kunde soll die Möglichkeit haben, sein
maßgeschneidertes Rad vor dem Auftragsabschluss noch einmal rundum betrachten zu
können. Eine weitere Anforderung ist eine kurze Reaktionszeit des Systems. Je größer
die Latenz, desto länger wird die Wartezeit für den Kunden und umso höher ist das
Abbruchrisiko des aktuellen Konfigurationsvorgangs [
41
]. Der vollständige Seitenaufbau
mit der entsprechenden Konfiguration sollte daher maximal 2 Sekunden dauern. Für
den Einsatz eines Produktkonfigurators bei RideMyBike, ist außerdem die Einbettung in
das CRM- sowie das ERP-System notwendig. Die Produktzusammenstellung besteht
üblicherweise aus mehreren Schritten. Daher wäre es wünschenswert, wenn der aktuelle
Konfigurationszustand speicherbar, und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufbar ist,
ohne dass dabei Informationen der bisherigen Konfigurationen verloren gehen [
41
]. Alle
Anforderungen werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst (siehe Tabelle 4.9).
Tabelle 4.9: Anforderungskatalog für Szenario 4
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFD1 360 Grad Ansicht
AFD2 Reaktionszeit
AFD3 Mehrsprachigkeit
AFD4 Systemintegration
AFD5 Verfügbarkeit
AFD6 Sitzungspersistenz
AFD7 Benutzerfreundlichkeit
AFD8 Multi-User-Fähigkeit
AFD9 Eigene Templates
AFD10 Mobile Anwendung
Der Einsatz von QuestionSys als Produktkonfigurator ist vielseitig. Analog dazu könnte
das System für die Konfiguration von Reisen, Versicherungen, technischen Produkten,
Bekleidung oder der Wohnungseinrichtung verwendet werden.
49
4 Anwendungsszenarien
4.2.5 Fehlersuche
Die Komplexität und Beanspruchung aktueller technischer Geräte und Systeme nimmt
ständig zu. Im Falle eines Ausfalls oder eines Defekts kommt häufig ein Diagnosegerät
zum Einsatz, welches entweder einen im Steuergerät hinterlegten Fehlercode ausliest
oder anhand genauer Messwerte bestimmter Sensoren einen Hinweis auf den Fehler
gibt. Kommen aufgrund der gemessenen Werte oder dem Fehlercode mehrere Ursachen
in Frage, dient das entsprechende Handbuch als weiteres Hilfsmittel zur Lösungsfindung.
Handbücher sind allerdings meist sehr umfangreich, was schnell dazu führen kann,
das wichtige Informationen übersehen werden. Eine Lösungsmöglichkeit für dieses
Problem stellt die Verwendung des Diagnosegeräts in Verbindung mit dem QuestionSys-
Framework dar, welche im folgenden Szenario veranschaulicht wird (siehe Tablelle
4.10).
Tabelle 4.10: Use Case 5: Fehlersuche
Name Fehlersuche
ID 5
Akteure Laie, Hersteller
Beschreibung
Herr Müller soll das Auto seiner Mutter mit einem unbekannten Fehler
prüfen.
Ziel
Selbstständige Fehlerdiagnose mit Hilfe eines Diagnosegeräts und
QuestionSys.
Nutzen
Fehlerdiagnose und ggf. -behebung ohne die Hilfe eines Servicetech-
nikers Kostenersparnis.
Herr Müller ist Hobbyschrauber und soll das Auto seiner Mutter prüfen, welches seit
geraumer Zeit Probleme macht. Frau Müller berichtet von einem blinkenden Motor-
lämpchen, welches aber nur gelegentlich aufleuchtet. Zunächst prüft Herr Müller den
Motorölstand, welcher aber in Ordnung ist. Um die Fehlerquellen weiter einzugrenzen,
schließt Herr Müller nach einer Probefahrt sein Diagnosegerät an. Das Ergebnis der
Diagnose ist eine erhöhte Öltemperatur, die mit 120 Grad deutlich außerhalb der Norm
liegt. Er ist sich nicht sicher, was dieser Wert aussagt und wo somit der Fehler liegen
könnte. Um weitere Informationen zu bekommen, nutzt Herr Müller sein Smartphone,
auf dem die mobile Anwendung von QuestionSys installiert ist. QuestionSys ist mit dem
Diagnosegerät verknüpft und stellt entsprechend des Messwertes einen Fragebogen
bereit. Nach Beantwortung des Fragebogens sind Fehlerquellen wie der Kühlwasser-
50
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
stand oder falsches Motoröl ausgeschlossen und die Ursache ist schnell gefunden: der
Ölwärmetauscher muss gewechselt werden.
Das Szenario Fehlersuche wird aktuell von keinem der untersuchten Fragebogensys-
teme unterstützt. Diese Methode ist nicht nur für Laien eine große Hilfe, sondern stellt
auch für die Hersteller-eigenen Service-Techniker eine enorme Arbeitserleichterung
dar, da diese häufig mit weitaus komplexeren Problemen konfrontiert werden. Eine
wichtige Voraussetzung für dieses Szenario ist, dass Hersteller bereit sind, Fragebögen
zu erstellen, bereitzustellen und zu pflegen. Da der Verwaltungsaufwand in diesem
Szenario sehr hoch ist, sollte das System die Möglichkeit bereitstellen, Fragebögen
übersichtlich zu organisieren und zu verwalten. Dabei spielt auch die Mehrsprachigkeit
des Systems eine wichtige Rolle: Fragebögen sollten sich in mehreren Sprachen anlegen
und verwalten lassen. Um jederzeit überprüfen zu können, wer eine Änderung an einem
Fragebogen vorgenommen hat, sollte das System außerdem über eine Änderungshis-
torie verfügen. Alle bestehenden Anforderungen an das System werden im folgenden
Anforderungskatalog zusammengetragen (siehe Tabelle 4.11).
Tabelle 4.11: Anforderungskatalog für Szenario 5
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFE1 Änderungshistorie
AFE2 Fragebogenverwaltung
AFE3 Sensorenanbindung
AFE4 Sensorenkompatibilität
AFE5 Mobile Anwendung
AFE6 Mehrsprachigkeit
AFE7 Sitzungspersistenz
4.2.6 E-Voting
Der Begriff E-Voting bezeichnet die elektronische Stimmabgabe bei einer Wahl. Elektro-
nische Wahlen können sowohl für einfache Abstimmungen als auch für politische Wahlen
eingesetzt werden. Einige Länder (beispielsweise Estland), ermöglichen schon heute
die digitale Durchführung politischer Wahlen [
42
]. Ein Vorteil elektronischer Wahlen
ist die Vereinfachung und Beschleunigung der Stimmauszählung. Außerdem können
Zählfehler durch diese Methode vermieden werden. Auch für den Wähler stellt E-Voting
eine Erleichterung dar, da er zur Stimmabgabe nicht mehr in das Wahllokal gehen
51
4 Anwendungsszenarien
muss. Stattdessen kann er seine Stimme einfach von zu Hause aus abgeben. Dies stellt
vor allem für Ältere, Kranke oder Menschen aus ländlichen Regionen eine große Hilfe
dar. Neben diesen Vorteilen werden im folgenden Szenario (siehe Tabelle 4.12) auch
kritische Aspekte des E-Votings betrachtet.
Tabelle 4.12: Use Case 6: E-Voting
Name E-Voting
ID 6
Akteure Firma, Mitarbeiter
Beschreibung
Die Firma Kuhnert plant die Abschaffung der papierbasierten Be-
triebsratswahl.
Ziel Vereinfachung des Wahlvorgang durch QuestionSys.
Nutzen Verringerung des administrativen und personellen Aufwands.
Die Firma Kuhnert plant die Durchführung der nächsten Betriebsratswahlen mittels
QuestionSys zu vereinfachen. Die bisherige papierbasierte Form der Wahl stellte die
Firma Kuhnert durch den hohen administrativen und personellen Aufwand vor eine große
Herausforderung. Kuhnert beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter, daher sollte das System
die Möglichkeit bieten, Wähler in einer Wählerliste zu verwalten.
Eine wichtige Anforderung die die Kuhnert GmbH außerdem an das System stellt, ist die
Gewährleistung einer nachträglichen Wahlanfechtung und -überprüfung. Das bedeutet,
dass die Stimmabgabe auch nach der Auszählung gespeichert bleiben muss. Dabei
muss allerdings sichergestellt sein, dass eine Stimme nicht auf eine konkrete Person
zurückzuführen ist. Das System hat somit die Nachvollziehbarkeit des Wahlvorgangs und
gleichzeitig die Unmöglichkeit eines Rückschlusses auf den Wähler zu gewährleisten
[
43
]. Ein weiterer wichtiger Punkt der beachtet werden sollte, ist die Identifikation und
Authentifizierung des Wählers. Um dies korrekt und vor allem sicher umzusetzen, bietet
sich der Einsatz von Sensoren und einem Wählerpass an. Durch den Abgleich biometri-
scher Informationen, wie beispielsweise durch den digitalen Fingerprint, Iris-Scan oder
Gesichtserkennung, welche auf dem Pass gespeichert sind, kann ein Wähler authentifi-
ziert und Betrug vermieden werden. Neben der sicheren Authentifizierung muss auch
sichergestellt werden, dass keine Möglichkeit zur Manipulation der Stimmen auf dem
Wahlserver besteht. Da die Firma auch viele Außendienstmitarbeiter beschäftigt, ist eine
mobile Anwendung zwingend notwendig. Eine weitere notwendige Anforderung stellt
52
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
die Monitoring-Funktion dar, da Zwischenergebnisse der Wahl jederzeit abrufbar sein
sollten. Alle Anforderungen an das System werden in Tabelle 4.13 zusammengefasst.
Tabelle 4.13: Anforderungskatalog für Szenario 6
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFF1 Manipulationssicherheit
AFF2 Nachvollziehbarkeit
AFF3 Anonymität
AFF4 Authentifizierung
AFF5 Mobile Anwendung
AFF6 Mehrsprachigkeit
AFF7 Sensorenanbindung
AFF8 Sensorenkompatibilität
AFF9 Personenverwaltung
AFF10 Reporting-Funktion
AFF11 Monitoring-Funktion
4.2.7 E-Learning
Die Integration mobiler Endgeräte ist eine immer beliebtere Form den Schulalltag in-
terssanter zu gestalten. Mobilgeräte bringen in diesem Kontext viele Vorteile mit sich
und der Großteil aller Schulkinder steht der Nutzung mobiler Geräte im Unterricht positiv
gegenüber. Die hohe Akzeptanz wirkt sich dabei vor allem positiv auf das Lernverhalten
und die Motivation der Schüler aus. Außerdem können Schulbücher digital auf dem Gerät
mitgeführt werden, so dass keine schweren Schulbücher mehr herum getragen werden
müssen [
32
]. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Klausuren und Tests über mobile
Geräte zur Verfügung gestellt und bearbeitet werden können. Mit Hilfe sogenannter
E-Learning Plattformen, können Lehrer ihren Schülern über eine Online-Lernumgebung
vorab Lernangebote bereitstellen. Keines der in Kapitel 3.1 analysierten Fragebogensys-
teme positioniert sich derzeit in diesem Bereich. Des Weiteren existiert nach unserem
Kenntnisstand keine E-Learning Plattform, welche die prozessorientierte Erstellung von
Inhalten ermöglicht. Daher bietet sich der Einsatz des QuestionSys-Frameworks in
diesem Kontext an. Folgend wird das Szenario E-Learning an einem konkreten Beispiel
veranschaulicht (siehe Tabelle 4.14).
53
4 Anwendungsszenarien
Tabelle 4.14: Use Case 7: E-Learning
Name E-Learning
ID 7
Akteure Professoren, Studenten
Beschreibung
Die Universität Kleinheim plant den Einsatz einer E-Learning Platt-
form.
Ziel Einführung einer modellbasierten E-Learning Plattform.
Nutzen Verbesserung der Studien- und Lernqualität.
Zur Verbesserung der Studien- und Lernqualität, plant die Universität Kleinheim den
Einsatz einer E-Learning Plattform. Entscheidend für die Wahl eines passenden Systems
ist dabei eine modellbasierte Erstellung von Lerninhalten, wie beispielsweise Selbst-
tests oder Quizzes. Das bedeutet, dass sich die Beziehungen und Abhängigkeiten der
Inhalte grafisch darstellen lassen sollten, ähnlich einem Prozessmodell. Eine weitere
Anforderung ist die einfache und übersichtliche Verwaltung der Teilnehmer und der Lern-
inhalte. Besonders wichtig dabei ist auch die Mehrsprachigkeit des Systems, da an der
Universität viele Austauschstudenten studieren. Die Universität verfügt über ein eigenes
Coporate Design, daher sollte der Hintergrund, das Logo sowie Farben des Systems frei
wählbar sein. Notwendig ist außerdem eine Reporting-Funktion, welche die Auswertung
und Visualisierung der Lernaktivitäten ermöglicht. Für eine schnelle Kommunikation
zwischen den Studenten und Professoren, wäre zusätzlich ein Messenger wünschens-
wert. Das System sollte außerdem eine Integration in bereits existierende Systeme
ermöglichen. Alle Anforderungen an das System werden in Tabelle 4.15 dargestellt.
Tabelle 4.15: Anforderungskatalog für Szenario 7
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFG1 Mehrsprachigkeit
AFG2 Personenverwaltung
AFG3 Video-Abspielfunktion
AFG4 Reporting-Funktion
AFG5 Eigene Templates
AFG6 Messenger
AFG7 Systemintegration
AFG8 Fragebogenverwaltung
AFG9 Sitzungspersistenz
AFG10 Randomisierte Fragen
AFG11 Multiuserfähigkeit
AFG12 Authentifizierung
AFG13 Monitoring-Funktion
AFG14 Manipulationssicherheit
54
4.2 Beschreibung neuer Anwendungsszenarien
4.2.8 E-Cheating
Die Digitalisierung stellt Universitäten und Hochschulen vor organisatorische und techni-
sche Herausforderungen. Dazu gehören verschiedene Aspekte, wie beispielsweise die
Ausstattung der Rechnerräume, die Einführung von Lernplattformen, sowie die Durchfüh-
rung von digitalen Tests und Prüfungen. Letzteres eröffnet Prüflingen neben gängigen
Betrugsmethoden die Möglichkeit, zusätzlich auf technischem Weg zu betrügen. Der
digitale Betrugsversuch wird als E-Cheating bezeichnet. Das folgende Szenario be-
schreibt, wie QuestionSys dazu beitragen könnte, digitale Prüfungen sicher zu machen
und E-Cheating weitgehend zu vermeiden. Bislang unterstützt keines der in Kapitel 3.1
vorgestellten Systeme diesen Anwendungsfall. Das Szenario E-Cheating wird anhand
eines konkreten Beispiels genauer erläutert (siehe Tabelle 4.16).
Tabelle 4.16: Use Case 8: E-Cheating
Name E-Cheating
ID 8
Akteure Universität, Studenten
Beschreibung
Die Universität Kleinheim beabsichtigt einige Klausuren in Zukunft
digital abzuhalten.
Ziel
Einführung eines Prüfungssystems, welches gleichzeitig technischer
Täuschungsversuche unterbindet.
Nutzen Vermeidung von E-Cheating.
Die Universität Kleinheim beabsichtigt einige Klausuren in Zukunft digital abzuhalten.
Eine große Rolle bei diesem Szenario spielt daher die Unterbindung und Vermeidung
technischer Täuschungsversuche. Um Prüfungen und Tests sicher zu machen, soll das
System QuestionSys zum Einsatz kommen. Eine wichtige Anforderung die von der Uni-
versität gestellt wird, ist die Identitätskontrolle der Studierenden. Es muss sichergestellt
werden, dass die Prüfung vom betreffenden Prüfling absolviert wird und nicht etwa von
einer dritten Person. Das System sollte sich daher mit gängigen Fingerprint-Sensoren
koppeln lassen, um vor der Prüfung ein sogenanntes Tipp-Profil [
44
] des Prüflings erstel-
len und speichern zu können. Dieses beinhaltet den Keyboard-Fingerprint des Prüflings,
welcher zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Tests abgerufen und überprüft werden
kann. Eine weitere Möglichkeit um die Identität sicherzustellen, stellt der Abgleich eines
Webcam-Fotos mit einem auf einer Chipkarte gespeicherten Fotos dar [
44
]. Vor Prü-
55
4 Anwendungsszenarien
fungsantritt wird die Chipkarte des Prüflings gescannt und das darauf gespeicherte Bild
kann anschließend zu unterschiedlichen Zeitpunkten wiederholt über die Webcam abge-
glichen werden. Um das Abschreiben bei einer Klausur leichter zu unterbinden, sollte
das System die Fähigkeit besitzen, Prüfungsfragen zu randomisieren. Außerdem sollte
das System den Kiosk-Modus bereitstellen, welcher den Zugriff auf andere Programme
oder Internetseiten unterbindet. Da vereinzelte Prüfungen nicht ortsgebunden sind, stellt
das Online Proctoring [
44
] eine weitere notwendige Anforderung dar. Dabei wird ein
Prüfling an dem Ort seiner Wahl während der Prüfung über eine Webcam live überwacht
oder aufgezeichnet. Im Anschluss kann das aufgezeichnete Video im Schnelldurchlauf
auf verdächtige Aktivitäten überprüft werden. Verlässt der Prüfling beispielsweise den
Raum, wendet er seinen Blick häufig vom Monitor ab oder spricht, so wird dies als
Täuschungsversuch gewertet. Alle bestehenden Anforderungen an das System werden
im folgenden Anforderungskatalog zusammengetragen (siehe Tabelle 4.17).
Tabelle 4.17: Anforderungskatalog für Szenario 8
Nummerierung Anforderung Priorisierung
AFH1 Kiosk Modus
AFH2 Sensoranbindung
AFH3 Sensorenkompatibilität
AFH4 Authentifizierung
AFH5 Randomisierte Fragen
AFH6 Online Proctoring
AFH7 Messenger
4.3 Zusammenfassung
In diesem Kapitel wurden mögliche reale Anwendungsszenarien des QuestionSys-
Frameworks anhand fiktiver Beispiele beschrieben. Innerhalb dieser Szenarien wurde
außerdem geprüft, wer mögliche Endbenutzer sind und welche Anforderungen existieren.
Die in diesem Kapitel entwickelten Szenarien zeigen, wie vielfältig einsetzbar das System
ist. Einige dieser Use Cases, werden von keinem oder nur wenigen existierenden
Systemen unterstützt.
56
5
Anforderungsanalyse und -bewertung
Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Definition, Analyse und Bewertung der
Anforderungen, welche aus den möglichen neuen Anwendungsszenarien in Kapitel 4
resultieren.
5.1 Definition der Anforderungen
Alle identifizierten Anforderungen werden im Folgenden allgemein definiert und auf
Basis der vorhergehenden Priorisierungen gesamtheitlich bewertet. Anforderungen die
dabei den Qualitätsmerkmalen der ISO-Norm 9126 (siehe Kapitel 2.4) entsprechen,
werden in der Anforderungsbewertung grundsätzlich mit einer hohen Priorität eingestuft.
Dazu zählen die folgenden identifizierten Anforderungen:
57
5 Anforderungsanalyse und -bewertung
Verfügbarkeit:
QuestionSys muss permanent verfügbar sein und der Ausfall durch
geeignete Maßnahmen vorgebeugt werden.
Benutzerfreundlichkeit:
Die Interaktion mit QuestionSys muss sowohl für den Inter-
viewer, als auch für die Testperson eine hohe Nutzungsqualität aufweisen. Alle Anwender
müssen sämtliche Informationen leicht erfassen und das System intuitiv bedienen kön-
nen.
Systemintegration:
QuestionSys muss sich in bestehende Systemlandschaften inte-
grieren lassen.
Reaktionszeit:
Die Reaktionszeit des Clients von QuestionSys muss beim Seitenauf-
bau maximal 2 Sekunden betragen.
Alle weiteren identifizierten Anforderungen, die nicht der ISO-Norm 9126 entsprechen,
werden im Folgenden allgemein formuliert. Die Bewertung erfolgt anschließend anhand
der Anforderungskataloge der jeweiligen Szenarien.
Multiuserfähigkeit:
QuestionSys muss die parallele Datenerhebung durch mehrere
Testpersonen ermöglichen.
Personenverwaltung:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten,
Benutzerdaten zentral anzulegen und übersichtlich verwalten zu können.
Einladungsmanager:
Die Personenverwaltung von QuestionSys muss über einen
Einladungsmanager verfügen, um dem Interviewer die Möglichkeit zu bieten, Testperso-
nen zentral per Mail zu Umfragen einzuladen.
Manipulationssicherheit:
QuestionSys gewährleisten, dass eine nachträgliche Ver-
änderung der bereits erhobenen Daten offensichtlich wird.
Fragebogenverwaltung:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten,
Fragebögen zentral anzulegen und übersichtlich verwalten zu können.
58
5.1 Definition der Anforderungen
Mehrsprachigkeit:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten, Frage-
bögen in mehreren Sprachen verwalten zu können. Die gewünschte Sprache muss von
der Testperson vor Beginn einer Umfrage wählbar sein.
Authentifizierung:
QuestionSys muss die Echtheit der Identität der Testpersonen
jederzeit beweisen können.
Reporting-Funktion:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten,
schnell und einfach Statistiken und Reports auf Basis der erhobenen Daten generieren
zu können.
Monitoring-Funktion:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten, die
aktuelle Datenerhebung in Echtzeit überwachen zu können.
Anonymität + Nachvollziehbarkeit:
QuestionSys muss so aufgebaut sein, dass
die erhobenen Daten auch nach der Auswertung gespeichert bleiben. Dabei muss
allerdings sichergestellt sein, dass Daten nicht auf eine konkrete Person zurückzuführen
sind. Das System hat somit die Nachvollziehbarkeit des Vorgangs und gleichzeitig die
Unmöglichkeit eines Rückschlusses auf eine Person zu gewährleisten.
Änderungshistorie:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten, nach-
trägliche Veränderungen eines Fragebogens nachvollziehen zu können.
Eigene Templates:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten, das
Design der Fragebögen durch eigene Templates verändern zu können.
Messenger:
QuestionSys muss dem Interviewer und den Testpersonen die reibungs-
lose Kommunikation über einen Messenger ermöglichen.
Randomisierte Fragen:
QuestionSys muss die Fähigkeit besitzen, Fragen innerhalb
eines Fragebogens zu randomisieren.
Sitzungspersistenz:
QuestionSys muss der Testperson die Möglichkeit bieten, eine
zuvor unterbrochene Datenerhebung zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt fortführen
zu können.
Sensorenanbindung:
QuestionSys muss die Integration interner Sensoren mobiler
Endgeräte, sowie die Anbindung externer Sensoren zur Datenerhebung ermöglichen.
59
5 Anforderungsanalyse und -bewertung
Sensorenkompatibilität:
QuestionSys muss mit allen gängigen Sensoren kompatibel
sein. Die Sensorenkompatibilität ist Teil der Sensorenanbindung.
Mobile Anwendung:
QuestionSys muss über eine mobile Anwendung verfügen,
welche der Testperson die Teilnahme an einer Umfrage von jedem beliebigen Ort aus
ermöglicht.
Push-Benachrichtigung: Die mobile Anwendung von QuestionSys muss die Fähig-
keit besitzen, Testpersonen zu Umfragen einzuladen und diese über Änderungen des
persönlichen Zustandes, basierend auf Sensordaten, zu informieren.
Video-Abspielfunktion:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten,
Videos in einen Fragebogen einzubetten.
360 Grad Ansicht:
QuestionSys muss dem Interviewer die Möglichkeit bieten, sei-
nen Testpersonen ein Produkt, auf Basis verschiedener Fotos aus unterschiedlichen
Perspektiven, rundum präsentieren zu können.
Kiosk Modus:
QuestionSys muss den Zugriff auf andere Programme oder Internetsei-
ten bei Bedarf unterbinden.
Online Procotring:
QuestionSys muss die Fähigkeit besitzen, Betrugsversuche einer
Testperson durch eine Webcam-Überwachung zu erkennen und zu melden.
5.2 Zusammenfassung
Die folgende Tabelle zeigt den finalen Anforderungskatalog für das System QuestionSys.
Die Gesamtwertung basiert dabei auf den Anforderungskatalogen der jeweiligen Sze-
narien in Kapitel 4. Anforderungen die dabei den Qualitätsmerkmalen der ISO-Norm
9126 (siehe Kapitel 2.4) entsprechen, gehören wie bereits erwähnt, zum Standard und
werden daher mit einer hohen Priorität eingestuft.
60
5.2 Zusammenfassung
Tabelle 5.1: Anforderungskatalog Gesamt
Nummerierung
Anforderung
POS-Befragungen
User Clinics
Biofeedback-Training
Produktkonfigurator
Fehlersuche
E-Voting
E-Learning
E-Cheating
Summe
AF001
Verfügbarkeit 24
AF002
Benutzerfreundlichkeit 24
AF003
Systemintegration 24
AF004
Reaktionszeit 24
AF005
Mehrsprachigkeit - - 15
AF006
Sensorenanbindung - - - 15
AF007
Sensorenkompatibilität - - - 15
AF008
Reporting-Funktion - --15
AF009
Mobile Anwendung - - -14
AF010
Sitzungspersistenz - - - - 12
AF011
Fragebogenverwaltung - - - - 12
AF012
Multiuserfähigkeit - - --12
AF013
Monitoring-Funktion - - --10
AF014
Authentifizierung - - - - - 9
AF015
Personenverwaltung - - ---9
AF016
Randomisierte Fragen - - - - - - 6
AF017
Eigene Templates - ----6
AF018
Manipulationssicherheit - - - - - - 6
AF019
Push-Benachrichtigungen - - -- - - 5
AF020
Video-Abspielfunktion - - - ---4
AF021
360 Grad Ansicht - - - - ---3
AF022
Einladungsmanager - - -- - - - 3
AF023
Nachvollziehbarkeit - - - - - - -3
AF024
Anonymität - - - - - - -3
AF025
Messenger - - - - - - 3
AF026
Online Proctoring - - - - - - - 3
AF027
Kiosk Modus - - - - - - - 3
AF028
Änderungshistorie - - - - - -- 2
61
6
Zusammenfassung und Fazit
Mit QuestionSys wurde ein System entwickelt, welches es möglich macht, Fragebögen
modellbasiert und ohne Programmierkenntnisse zu erstellen, zu verwalten und auszu-
werten.
Ziel der hier vorliegenden Arbeit war die Entwicklung möglicher neuer Anwendungs-
szenarien und deren Veranschaulichung anhand fiktiver Beispiele, um den Fokus und
die Reichweite des entwickelten Systems zu erweitern. Grundlage dieser Arbeit war
die Analyse aktuell bestehender Fragenbogen- und Ambulatory Assessment Systeme
in Kapitel 3. Bei der Analyse war es besonders wichtig herauszufinden, in welchen
Bereichen sich die Hersteller positionieren und wie entsprechende Funktionen in der
Fragebogenerstellung umgesetzt werden. Letzteres erforderte umfangreiche Tests, der
durch die Hersteller zur Verfügung gestellten Demoversionen. Dadurch wurde ersicht-
lich, worauf bei der Weiterentwicklung von QuestionSys geachtet werden sollte, welche
Anforderungen existieren und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten.
63
6 Zusammenfassung und Fazit
Eine wichtige Erkenntnis dieser Arbeit war es, sich bei der Weiterentwicklung des For-
mulareditors weiterhin auf die Verwendung des Grafikmodus zu beschränken. Systeme
wie EFS oder keyingress stellen neben einem grafikbasierten auch einen skriptbasierten
Formulareditor bereit. Teilweise werden diese Arten vermischt und der Anwender ist
gezwungen, mit beiden Varianten zu arbeiten. Der Wechsel zwischen dem Grafik- und
Skriptmodus ist allerdings nicht empfehlenswert, da sich der Anwender meist bewusst
für eine Variante entscheidet. Anwender mit wenig Programmierkenntnissen könnten im
Skriptmodus beispielsweise schnell an ihre Grenzen stoßen. Eine zusätzliche Bereit-
stellung eines reinen Skriptmodus ist daher nicht erforderlich. Eine weitere Erkenntnis
ist es, dass QuestionSys im Bereich der Fragebogen-Gliederung, Kontrollstrukturen
und Operationen gegenüber anderen Systemen ein Defizit aufweist. Funktionen wie
Schleifen, die Einbindung von Textvariablen, Formelberechnungen oder eine Quoten-
Funktion gehören zum Standardrepertoire der untersuchten Systeme und sollten daher
auch bei QuestionSys nicht fehlen. Einen Nachteil, den Systeme wie mQuest, EFS und
movisensXS im Bereich der Kontrollstrukturen allerdings aufweisen ist, dass zwei Mög-
lichkeiten existieren um Fragen mittels Verzweigungen umzuleiten. Sprungbedingungen
können sowohl nach Beantwortung der Frage (Verzweigung) oder vor Anzeige der Frage
(Sichtbarkeit) geprüft werden. Die Prüfung der Sprungbedingung nach Beantwortung
der Frage ist völlig ausreichend und oftmals einfacher, wie bereits der Test mit mQuest
in Kapitel 3 bewiesen hat. Die Definition von Sichtbarkeitsregeln wird von QuestionSys
nicht unterstützt, was daher keinesfalls von Nachteil ist.
In Kapitel 4 wurden mögliche reale Anwendungsszenarien des QuestionSys-Frameworks
anhand fiktiver Beispiele beschrieben. Innerhalb dieser Szenarien wurde außerdem
geprüft, wer mögliche Endbenutzer sind und welche Anforderungen existieren. Neben
gängigen Ansprüchen wie der Verfügbarkeit, Benutzerfreundlichkeit oder der Systemin-
tegration, ergab sich die Anforderung, interne und externe Sensoren mit dem System
verknüpfen zu können. Die entsprechenden Sensoren triggern das Anzeigen verschie-
dener Fragebögen, die zusätzliche Erkenntnisse über die Testperson erfragen. Dieses
Vorgehen hilft, Zusammenhänge zwischen Symptomen, Gefühlen, Handeln etc. zu
verdeutlichen und so besser zu verstehen.
64
6.1 Ausblick
6.1 Ausblick
QuestionSys hat aufgrund seines modellbasierten Ansatzes einen großen Vorteil ge-
genüber anderen Systemen und die entwickelten Anwendungsszenarien zeigen, wie
vielfältig einsetzbar das System ist. Einige der in dieser Arbeit entwickelten Szenarien,
werden von keinem oder nur wenigen existierenden Systemen unterstützt. Dazu gehören
die Verwendung des Systems zur Fehlersuche, als Produktkonfigurator, E-Voting- oder E-
Learning System. Durch deren Umsetzung könnte sich QuestionSys in diesen Bereichen
positionieren und sich dort als Vorreiter weitere Vorteile sichern. Dazu ist es allerdings
notwendig, die in dieser Arbeit identifizierten Defizite des Systems auszugleichen und
notwendige Anforderungen für diese Bereiche zu berücksichtigten. Eine Anforderung
die in einigen der entwickelten Szenarien einen sehr hohen Stellenwert einnimmt, ist
die Möglichkeit, interne und externe Sensoren mit dem System koppeln zu können. In
einem Folgeprojekt könnte die Sensorenanbindung mit gängigen Sensoren wie EKG-,
Puls- oder Hautleitwertsensoren realisiert werden.
In den entwickelten Szenarien ergaben sich auch Ideen für eher zweitrangige Funktionen,
um welche QuestionSys erweitert werden könnte, wie beispielsweise die Möglichkeit ein
Produkt von allen Seiten zeigen zu können (360 Grad Ansicht) oder die Bereitstellung
eines Messengers, welcher die Kommunikation zwischen Testperson und Interviewer
ermöglicht.
Um Ergebnisse aus Befragungen auswerten und laufende Befragungen überwachen zu
können, könnte in einem Folgeprojekt ein Reporting- und Monitoring Modul entwickelt
werden. Die Antworten aus den Fragebögen könnten an dieses Modul gesendet, dort
analysiert und die Ergebnisse anschließend zurückgegeben werden. Die Daten sollten
dabei individuell mit verschieden Grafiken und Tabellen dargestellt werden können, um
zu gewährleisten, dass sich die Kernaussagen direkt in der Grafik ablesen lassen.
65
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Villiez, Anna
: Digitale Lernszenarien im Hochschulbereich. Im Auftrag der
Themengruppe
„Innovationen in Lern-und Prüfungsszenarien koordiniert vom
CHE im Hochschulforum Digitalisierung, Arbeitspapier (2016)
70
A
Anhang
71
25.3.2017 Gmail - Demoversion
https://mail.google.com/mail/u/0/?ui=2&ik=c315ef753e&view=pt&q=keyingress%20produktbeschreibung&qs=true&search=qu
1/2
JanineJoachim<[email protected]>
Demoversion
TetianaSchulze<[email protected]> 19.September2016um14:43
25.3.2017 Gmail - Demoversion
https://mail.google.com/mail/u/0/?ui=2&ik=c315ef753e&view=pt&q=keyingress%20produktbeschreibung&qs=true&search=qu
2/2
keyingress_Produktbeschreibung.pdf
461K
M
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h
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s
t
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i
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G
e
r
M
a
n
y
1..2..3..
Eine Software für alle Befragungsformen – diese Idee
wird mit keyingress wahr. Ein modularer Aufbau sorgt für
Effizienz bei Ihren Befragungsprojekten. Mit keyingress
führen Sie telefonische Befragungen (CATI), Online-
Befragungen oder mobile Befragungen durch. Ein
spezielles Modul ist für das Managen von Online-Panels
integriert. Im Rahmen von Mixed-Mode-Studien können
alle Befragungsarten miteinander kombiniert werden.
Mitarbeiterbefragungen
Marktforschung
Messeumfragen
360-Grad-
Feedbacks
Kurzfeedbacks
Kundenbefragungen
Über 300 Unternehmen organisieren mit
der Umfragesoftware keyingress erfolgreiche
Befragungsprojekte. Dazu gehören Konzerne,
Banken, Unternehmensberatungen,
Marktforschungsinstitute und Hochschulen.
Die Umfragesoftware
Keyingress
Für alle
Fälle die richtige
Lösung
Verkehrserhebungen
Eventbasierte
Befragungen
Einfache Bedienung
Webbasiert
Mobiloptimiert
Flexibel
Mehrsprachig
highlights
von keyingress:
Für die Durchführung von Onlinebefragungen lässt die
Umfragesoftware keyingress keine Wünsche offen.
Umfangreiche Fragebogenfunktionen erlauben
auch anspruchsvolle Projekte. Durch innovative
Fragetypen wie etwa Drag&Drop-Fragen
oder interaktive Text- und Bildbewertungen
wird Ihre Onlinebefragung zum Erlebnis. Das
Layout wird über Templates gesteuert und kann
flexibel angepasst werden. Mit dem integrierten
E-Mailsystem laden Sie die Umfrageteilnehmer zur
Befragung ein. Neben individuellen Links können
feste Links oder QR-Codes generiert werden.
Onlinebefragungen werden heute
zunehmend über Smartphones oder
Tablets ausgefüllt. Unsere Umfrage-
software keyingress ist dafür bestens
gerüstet. Die automatische Geräte-
erkennung und das responsive
Design sorgen dafür, dass die
Fragebögen auch auf mobilen
Geräten optimal dargestellt werden.
Für noch mehr Möglichkeiten können
Sie den Gerätetyp als Filterkriterium
im Fragebogen verwenden.
Selbst komplexe Fragebögen setzen Sie in keyingress schnell
und effizient um. Über eine komfortable Oberfläche erstellen
Sie die Fragebögen einfach per Drag & Drop. Und für sehr
hohe Anforderungen haben wir das plain2form-Verfahren
entwickelt. Ihre Fragebögen programmieren Sie so mit einer
leicht erlernbaren Syntax in einem herkömmlichen Text-
programm (z.B. Word) und kopieren diese dann einfach
in keyingress. Auch mehrsprachige Fragebögen sind
kein Problem: keyingress unterstützt alle Sprachen
und Schriftzeichen.
Die umfang-
reiche Teilnehmer-
verwaltung von
keyingress besticht in Ihrer
Flexibilität. Sie erstellen selbst die
Datenfelder wie Name, Telefon oder
E-Mail-Adresse. Die Daten impor-
tieren Sie einfach aus Excel. Mit
dem integrierten Suchassistenten
erstellen Sie Zielgruppen für Ihre
Befragungen. Für die Arbeit mit dem
Teilnehmermanagement benötigen
Sie keinerlei Programmier- oder
Datenbankkenntnisse.
Mit den Reportingfunktionen von keyingress analysieren Sie
Ihre Projekte in Echtzeit. Vordefinierte Reports zeigen Ihnen,
wie die Teilnehmer die Fragen beantworten. Zusätzlich werden
Ihnen die Antwortzeiten – für Fragebögen und für einzelne
Fragen – ausgegeben. Mit
der Quoten-, Feld- und
Abbruchstatistik steuern
Sie komfortabel Ihre
Projekte. Diverse Filter
erleichtern Ihnen dabei
die Arbeit. Für weitere
Auswertungen verfügt
keyingress über direkte
Excel-, SPSS (gelabelt)-
und ASCII-Exporte.
Unsere Umfragesoftware keyingress gehört zu den
leistungsfähigen Softwarelösungen für Telefonbefra-
gungen. Dank einer intuitiven Intervieweroberfläche,
automatischen Terminmanagement und integrierten Dia-
1
|
onlinebefragungen für
alle anforderungen
4
|
einfache Fragebogenerstellung
2
|
automatisch
mobiloptimiert
5
|
Flexible
teilnehmer-
verwaltung
6
|
echtzeit-reporting
3
|
optimal für telefonbefragungen (Cati)
lern werden auch komplexe Projekte sicher durchgeführt.
Die Basis bildet die flexible Adress- und Quoten-
verwaltung. Für die Projektsteuerung stehen vielfältige
Reporting- und Monitoringfunktionen zur Verfügung.
Attraktives
Fragebogenlayout
Steuerung von
Telefonbefragungen
mit dem
Supervisormonitor
Online-
befragung
auf einem
Smartphone
Komfortable
Fragebogenerstellung
per Drag & Drop
Reporting-Diagramme
Textmarkierung
GRAFIKEN: yAquIloco, DEsIGNERzBAsE
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Ihr Vorteil: Die Module werden kurzfristig aktiviert
und Sie müssen keine neue Software lernen.
panelingress ist das Modul von Ingress für den Aufbau und
die Verwaltung Ihres Online-Panels. panelingress bildet
den gesamten Befragungsprozess ab. Dies beginnt bei der
Erstellung des Fragebogens, geht über die Einladung der
Teilnehmer zur Befragung und endet bei der Incentivierung
der Teilnehmer und der Auswertung. panelingress kann auch
mit einer externen Befragungssoftware genutzt werden.
Ob Messebefragungen, Fahrga-
sterhebungen, Car Clinics, Beo-
bachtungen oder Befragungen in
Einkaufscentern – mobilingress ist
die richtige Lösung. Die Interviewer
nutzen Tablets-, Smartphones oder
Laptops. Während der Befragung
benötigen die Geräte keine Internet-
verbindung. Die gesamte Projektver-
waltung und die Auswertung erfolgt
zentral in der webbasierten Umfrage-
software keyingress.
online-Panelmodul
Umfrage-app
eine Plattform –
Unzählige
möglichKeiten
inGress GMbh
Weidestraße 122 a | 22083 Hamburg
Telefon: 040 - 53 02 59 70
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Abbildungsverzeichnis
2.1 Architektur nach [7] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.2 Merkmale von ISO 9126 nach [13] - Eigene Darstellung . . . . . . . . . . 9
3.1 mQuest-Module nach [14] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.2 Grafik-Fragetypen [18] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.3 Multimedia-Fragetypen aus Sicht der Testperson [18] . . . . . . . . . . . . 16
3.4 mQuestEditor [18] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.5 Sprung auf ein Kapitel ist nicht möglich [18] . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.6 Schleifendurchläufe [18] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.7 Mehrsprachigkeit [18] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
3.8 keyingress-Module nach [20] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.9 Klicktest [22] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
3.10 Reaktionszeitentest [22] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
3.11 Imagerating [22] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
3.12 keyingress Oberfläche [23] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
3.13 keyingress Verzweigung [23] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
3.14 EFS Module - Eigene Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.15 EFS Survey Oberfläche [27] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
3.16 Listenkonfiguration [27] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.17 Speichern der Variable [27] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.18 Rekodierungstrigger [27] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.19 Textbausteine [27] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.20 Architektur MovisensXS - Eigene Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . 33
77
Abbildungsverzeichnis
3.21 Beispiel Sampling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
3.22 Multi-Item Screen [30] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.23 Sichtbarkeit [30] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.24 generische Schleife im Samplinggraph [30] . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
4.1 Architektur nach [34] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
78
Tabellenverzeichnis
3.1 Untersuchungsaspekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.2 Untersuchungsergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
4.1 Use Case Template . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
4.2 Use Case 1: POS Befragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
4.3 Anforderungskatalog für Szenario 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
4.4 Use Case 2: User-Clinics . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
4.5 Anforderungskatalog für Szenario 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
4.6 Use Case 3: Biofeedback-Training . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
4.7 Anforderungskatalog für Szenario 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
4.8 Use Case 4: Produktkonfigurator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
4.9 Anforderungskatalog für Szenario 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
4.10 Use Case 5: Fehlersuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
4.11 Anforderungskatalog für Szenario 5 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
4.12 Use Case 6: E-Voting . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
4.13 Anforderungskatalog für Szenario 6 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
4.14 Use Case 7: E-Learning . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
4.15 Anforderungskatalog für Szenario 7 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
4.16 Use Case 8: E-Cheating . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
4.17 Anforderungskatalog für Szenario 8 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
5.1 Anforderungskatalog Gesamt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
79
Name: Janine Joachim Matrikelnummer: 862324
Erklärung
Ich erkläre, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angege-
benen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe.
Ulm, den . .. .. .. .. .. .. .. .. ..................... .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. ...................
Janine Joachim