scieee Science in your language
[en] (orig)
Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik
und Psychologie
Institut für Datenbanken und Informationssysteme
Masterarbeit
im Studiengang Medieninformatik
Konzeption und Herausgabe
eines generischen Booklets über
Forschungsprojekte am Beispiel
von Prozessmanagement,
Informationssystemen und
Mobilen Applikationen
vorgelegt von
Benjamin Rudner
Juni 2016
1. Gutachter Prof. Dr. Manfred Reichert
2. Gutachter Dr. Rüdiger Pryss
Betreuer: Dr. Rüdiger Pryss
Matrikelnummer 651595
Arbeit vorgelegt am: 09.06.2016
Danksagung
An dieser Stelle soll den Menschen gedankt sein, ohne deren Unterstützung
die vorliegende Arbeit nicht realisiert werden hätte können. An erster Stelle
seien meine Eltern genannt. Meine Mutter Christa Rudner, die während der
Prüfungsphase des ersten Semesters verstorben ist und selbst nur die Förderschule
besucht hatte, hat zusammen mit meinem Vater Gerhard, um den ich mich bis zu
seinem Tod vor eineinhalb Jahren gekümmert habe, den Grundstein gelegt für
diesen akademischen Abschluss. Der Verzicht auf deren Seite, der dazu bisweilen
nötig gewesen ist, wurde mir erst viel später bewusst. Allzu gerne hätte ich ihnen
mehr zurückgegeben als diese Widmung.
Ohne das Verständnis und die Kompetenz meines Masterarbeitsbetreuers Herrn
Dr. Rüdiger Pryss wäre es zuletzt jedoch nicht gegangen. Und auch ohne die
Hilfe meines Freundes Hendrik Dubbe, der nicht nur unermüdlich Probe gelesen,
sondern mich vor allem seit dem Tief vor anderthalb Jahren mit Rat und Tat
begleitet hat, wäre diese Phase meines Studiums vermutlich unvollendet geblieben.
Ebenso sei allen Verwandten und Freunden gedankt, die mich in den letzten
Jahren und bei dieser Arbeit unterstützt haben. Sie wissen, dass sie gemeint sind.
Zu guter Letzt danke ich Herrn Prof. Dr. Manfred Reichert für die Möglichkeit
diese Masterarbeit bei ihm am Institut für Datenbanken und Informationssysteme
gemacht haben zu dürfen.
Benjamin Rudner Ulm, im Juni 2016
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis iv
Tabellenverzeichnis viii
1 Einleitung 1
1.1 VerwandteArbeiten.......................... 1
1.2 AufbauderArbeit .......................... 4
2 Grundlegende Überlegungen 6
2.1 Definition der Zielgruppe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.2 Leseformen .............................. 7
2.3 AufbaudesBooklets ......................... 8
2.4 Artikelkategorien und Grundausrichtungen . . . . . . . . . . . . . 10
2.4.1 FormaleArtikel........................ 11
2.4.2 Technische Artikel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.4.3 Mediale Artikel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.5 Artikelaufbau ............................. 12
2.5.1 Überschrift .......................... 13
2.5.2 Vorspann ........................... 14
2.5.3 Erklärung des Projekts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.5.4 Stand der Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2.5.5 Vorläufige Forschungsergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.5.6 WeitereZiele ......................... 17
2.5.7 Verwandte Arbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.5.8 Literaturnachweise und Quellenangaben . . . . . . . . . . 18
3 Design 19
3.1 Vorgehen................................ 19
3.1.1 Vorgehen in der Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.1.2 Vorgehen in der vorliegenden Arbeit . . . . . . . . . . . . 20
3.2 Cover ................................. 21
3.2.1 Format............................. 22
3.2.2 Titel.............................. 23
i
3.2.3 Farbschema .......................... 24
3.2.4 Raumaufteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.2.5 Backcover ........................... 28
3.3 Layout (Makrotypografie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
3.3.1 Satzspiegel........................... 29
3.3.2 Zeilenlänge .......................... 31
3.3.3 Umbruchregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
3.3.4 Randausgleich......................... 35
3.3.5 Registerhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.3.6 Raster............................. 36
3.4 Vorlagen................................ 37
3.4.1 Editorial und Inhaltsangabe . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
3.4.2 Formale Artikel-Vorlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
3.4.3 Technische Artikel-Vorlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
3.4.4 Mediale Artikel-Vorlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
3.4.5 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
3.4.6 Publikationen......................... 43
3.4.7 Mitteilungen und Credits . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
3.5 Schrift (Mikrotypografie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
3.5.1 Schriftarten .......................... 46
3.5.2 Schriftgrade.......................... 50
3.5.3 Zeichenabstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
3.5.4 Auszeichnung und schmückende Elemente . . . . . . . . . 52
3.6 Abbildungen.............................. 54
3.6.1 Bildwirkung.......................... 54
3.6.2 Technische Qualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
3.6.3 Bildunterschrift . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
3.7 Druck ................................. 69
3.7.1 Papier ............................. 69
3.7.2 Farbtreue ........................... 69
3.7.3 Druckverfahren ........................ 71
3.7.4 Bindung............................ 72
4 Zusammenfassung und Ausblick 73
ii
A Alternative Cover 75
B Alternative Backcover 81
C Originalquelle des Tinnitus-Artikels 85
D Ausgabe #1 94
Literaturverzeichnis 127
iii
Abbildungsverzeichnis
1.1 Auflage aller Kundenzeitschriften in Deutschland [23]. . . . . . . . 2
1.2 Alle wissenschaftlichen Zeitschriften, die die IVW listet [24]. . . . 3
1.3
Verschiedene Arten von Zeitschriften im wissenschaftlichen Kontext
[10][11][56]. .............................. 4
2.1
Schematische Darstellung verschiedener sozialer Milieus in Indus-
triestaaten[50]............................. 7
2.2
Schematische Einordnung der vier wichtigsten Leseformen bzgl. der
Auseinandersetzungsformen mit dem Material. . . . . . . . . . . . 8
2.3 Schematische Darstellung des Baukasten-Prinzips der Doppelseiten. 9
2.4
Darstellung der empfohlenen Vorgehensweise für den Entstehungs-
prozess einer Booklet-Ausgabe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.5 Schaubild zeigt die Einordnung der Artikelkategorien. . . . . . . . 12
2.6
Mehr und weniger geeignete Möglichkeiten der Überschriftenfor-
mulierung[54]. ............................ 14
2.7 Schaubild über dosiertes Diskrepanzerlebnis [55]. . . . . . . . . . . 15
3.1
Gegenüberstellung der verschiedenen Vorgehensweisen in der ver-
wendeten Literatur [27][49]. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
3.2 Das Cover der ersten Ausgabe des Booklets. . . . . . . . . . . . . 21
3.3 Verschiedene Formate im Vergleich. . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
3.4 Das Logo des Booklets. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
3.5 Vergleich von Farben in unterschiedlichen Kulturen [36]. . . . . . 25
3.6 Farbschema des Booklets. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
3.7 Symbolbild mit Assoziationen der Farbe Blau [62]. . . . . . . . . . 26
3.8 Verschiedene Firmenlogos aus dem IT-Sektor [58]. . . . . . . . . . 26
3.9 Gegenüberstellung des Covers mit und ohne unteren Balken. . . . 27
3.10 Die Rückseite des Booklets das Backcover. . . . . . . . . . . . . 28
3.11 Verschiedene Ebenen des Layouts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.12 Aufbau des Satzspiegels. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.13 Stilisierte Darstellung des Lesens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
iv
3.14
Vergleich unterschiedlicher Zeilenlängen und -abstände. Teil a.)
zeigt eine im Verhältnis zum Zeilenabstand zu lange Zeile, b.)
zeigt eine angemessene Zeilenlänge, c.) eine zu kurze Zeilenlän-
ge, d.) eine gleich kurze Zeile im Flattersatz, das zumindest die
cher verhindert, e.) zeigt einen im Verhältnis zur Zeilenlänge
zu großen Zeilenabstand, f.) zeigt eine durch die Anpassung des
Zeilenabstandes verbesserte Variante des ersten Beispiels. . . . . . 33
3.15 Darstellung der handwerklichen Fehler Waise und Witwe. . . . . . 34
3.16
Verdeutlichung des Unterschiedes zwischen registerhaltigem Text
und nicht registerhaltigem Text. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.17 Übersicht über das verwendete Raster [8]. . . . . . . . . . . . . . 36
3.18 Gliederung des Booklets. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
3.19 Die Vorlage für Editorial und Inhaltsangabe. . . . . . . . . . . . . 39
3.20 Zusammenfassung der Vorlagen für formale Artikel. . . . . . . . . 40
3.21 Zusammenfassung der Vorlagen für technische Artikel. . . . . . . 40
3.22 Zusammenfassung der Vorlagen für mediale Artikel. . . . . . . . . 41
3.23 Zusammenfassung der Vorlagen für Literaturangaben. . . . . . . . 42
3.24 Vorlage für Literaturangaben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
3.25 Zusammenfassung der Vorlagen für Publikationen. . . . . . . . . . 44
3.26
Vorlage für Announcements und Credits mit Gegenüberstellung
einer falschen Anwendung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
3.27 Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wirkung von Schriftarten. 45
3.28
Gegenüberstellung verschiedener Wortmarken und Hausschriften
mit der Schrift Myriad Pro in rot. Lediglich die Laufweite und
Strichstärke (ein Feature der Schrift) sind teilweise angepasst [30]
[43][44]................................. 47
3.29
Die Verwendung der Schriftart Minion Pro im Logo des Springer
Wissenschaftsverlages. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
3.30
Vergleich der Unterschiede zwischen Myriad Pro und Minion Pro.
Teil a.) vergleicht die Höhe der Unter-, Mittel- und Oberlängen,
b.) zeigt den Einsatz von Serifen, c.) die unterschiedliche Strich-
stärke, d.) die Neigung einzelner Buchstaben, e.) Unterschiede
in grundsätzlichen Buchstabenbildungen und f.) die Neigung des
Buchstabense. ........................... 48
v
3.31 Grundlegende Bestandteile einer Schrift. . . . . . . . . . . . . . . 49
3.32
Vergleich dreier Monospace Schriftarten: a.) Courier New, b.) Con-
solas, c.) CamingoCode. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
3.33 Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wirkung von Initialen. . 53
3.34 Darstellung von Mediävalziffern, Tabellenziffern und Kapitälchen. 53
3.35 Beispiel für ein Aufmerksamkeit erregendes Bild [2]. . . . . . . . . 54
3.36 Quadratischer Ausschnitt eines Bildes. . . . . . . . . . . . . . . . 56
3.37 Vertikaler Ausschnitt eines Bildes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
3.38 Horizontaler Ausschnitt eines Bildes. . . . . . . . . . . . . . . . . 57
3.39 Aufnahme eines Gruppenfotos [45]. . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
3.40
Dynamische Zusammenstellung als Alternative zum Gruppenfoto
[48][46][47]............................... 59
3.41 Darstellung des Größenkontrastes zwischen Bildern [6] [9]. . . . . 60
3.42
Links ein direkter Blick, rechts geht der Blick am Betrachter vorbei
[18][31]................................. 61
3.43 Verschiedene Ausschnitte eines Porträts von Stephen Wolfram [51]. 62
3.44 Vergleich unterschiedlicher Einstellungen der Gradationskurve [4]. 64
3.45
Vergleich zwischen einem unscharfen Bild und seiner nachgeschärf-
ten Version. (c) Foto: Anselm Crombach, Corina Nandi, Roland
Weierstall................................ 64
3.46
Alternative Verwendungen für unscharfe Fotos. (c) Foto: Anselm
Crombach, Corina Nandi, Roland Weierstall. . . . . . . . . . . . . 65
3.47 Einstellungspanel für die Farbkorrektur in Photoshop. . . . . . . . 67
3.48
Vergleich des Originalbildes mit der ausgeglichenen Version. (c)
Foto: Anselm Crombach, Corina Nandi, Roland Weierstall. . . . . 67
3.49 Vergleich von Bildunterschriften. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
3.50
Gegenüberstellung additiver und subtraktiver Farbmischung [3] [52].
70
3.51 Darstellung der Rasterpunkte [19] [20]. . . . . . . . . . . . . . . . 71
A.1 Spiel mit der Symmetrie und Leserichtung im Logo. . . . . . . . . 75
A.2
„PRIS“ aus geometrischen, aber abgerundeten Formen. Akronym
aus „PRocess management, Information Systems and Mobile App-
lications“. Kontrast zum geschwungenen „Mag“ für Magazin. Farb-
verläufe als Anspielung auf Lichtbrechung eines Prismas. . . . . . 76
A.3 Weitere unterschiedliche Cover. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
vi
A.4
Minimalistisches Cover. Spiel mit den in der Prozessmodellierung
bekanntenZeigern. .......................... 78
A.5
Verschiedene, mögliche Anordnungen des Logos auf dem Cover.
Wird mit jeder Ausgabe permutiert. Zufalls-Algorithmus als Wie-
dererkennungswert........................... 79
A.6
„Eye on Research“: Auffällige Illustration eines Auges. Wortspiel
mit „Eye“ und „I“. Text austauschbar. . . . . . . . . . . . . . . . 80
B.1
Dezente Animation des Wortes Information, aus welcher sich nach
und nach ein Anagramm bildet. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
B.2
Die Anordnung und Ausfüllung der Kugeln legt eine Fallbewegung
nahe. Es bleibt dem Betrachter überlassen, aus der Reihenfolge des
möglichen Aufpralls Rückschlüsse auf ein Anagramm zu ziehen. . 83
B.3
„Matrix“-Zitat in den Farben des Booklets, das Anagramm ist
deutlich hervorgehoben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
vii
Tabellenverzeichnis
3.1 Zusammenfassung typografischer Merkmale des Layouts. . . . . . 51
3.2 Eingeholtes Angebot einer örtlichen Druckerei. . . . . . . . . . . . 72
viii
Kurzfassung
In der vorliegenden Arbeit wird ein Konzept vorgestellt, mit dem es möglich
ist mit Hilfe von Vorlagen ein Booklet zu erstellen, in dem Forschungsarbeiten
ansprechend präsentiert werden können. Es wird zunächst gezeigt welche Zeit-
schriften dieser Art es bereits gibt. Anschließend wird die Zielgruppe analysiert,
die auf Konferenzen mit dem Booklet angesprochen werden soll. Anhand dessen
werden die Vorrausetzungen bestimmt, wie ein solches Booklet aufgebaut sein
muss. Hierzu werden verschiedene Artikelkategorien definiert und daraus Vorlagen
abgeleitet, in die Autoren nur noch ihren Inhalt einfügen müssen.
Das Aussehen des Booklets fußt auf fundierten Gestaltungsrichtlinien, die im
Hauptteil dieser Arbeit ausführlich erklärt werden. Als wichtige Elemente sind der
Satzspiegel und die Typografie zu nennen. In einem Kapitel über Abbildungen
werden den Autoren zusätzlich wichtige Tipps an die Hand gegeben, wie sie ihre
Artikel optimal darstellen können. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung
und einem Ausblick ab. Des Weiteren sind im Anhang viele alternative Umschläge
zu finden.
1 Einleitung
Im Folgenden soll zunächst gezeigt werden, ob und welche Arbeiten es bereits gibt,
die vergleichbar sind mit dem in dieser Arbeit vorgestellten Booklet. Anschließend
wird der Aufbau dieser Arbeit erklärt.
1.1 Verwandte Arbeiten
Für Unternehmen ist es nichts Ungewöhnliches eine eigene Zeitschrift herauszu-
bringen. Die auflagenstärksten sind die ADAC Motorwelt und die Apotheken-
Umschau mit 13,7 bzw. 9,3 Millionen verbreiteten Exemplaren pro Ausgabe im
ersten Quartal 2016 [21][22]. Unter dem Stichwort Corporate Publishing werden
neben den klassischen Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften jedoch auch eigene
TV-Produktionen, Audio-Aufnahmen und Bücher zusammengefasst. Es gibt sogar
Wettbewerbe, in denen die besten Mitarbeiterzeitschriften gekürt werden [25].
Im Folgenden soll kurz der Unterschied zwischen Kunden- und Mitarbeiterzeit-
schriften deutlich gemacht werden. Erstere richten sich in der Kommunikation
nach außen. Hier lautet das Ziel Kundenbindung [57]. Damit das Vertrauen des
Lesers gewonnen werden kann, soll ihm ein journalistischer Mehrwert geboten
werden. Hierbei kann es absolute Objektivität, wie sie Fachzeitschriften anstreben,
nicht geben, da die eigene Imagepflege im Entscheidungsfall Vorrang hat. Des
Weiteren werden üblicherweise Produkte vorgestellt, über betriebliche Abläufe
informiert und Unterhaltungsprogramm, wie Kreuzworträtsel, geboten. Durch
Gewinnspiele und Leserbriefe kann der Kontakt zum Leser intensiviert werden.
Nach innen, also bei einer Mitarbeiterzeitschrift, steht ebenfalls die Stärkung
der Marke und damit des Wir-Gefühls im Vordergrund [33]. Gerade bei größe-
ren Unternehmen dient eine Mitarbeiterzeitschrift der besseren Kommunikation
zwischen Vorstand und Belegschaft. Sie unterstützt das Wissensmanagement im
Unternehmen. Persönliche Geschichten und Interviews von Mitarbeitern vermit-
teln menschliche Nähe und geben Einblick in den Arbeitsalltag unterschiedlicher
Abteilungen. Dadurch fühlen sich Mitarbeiter informiert und ernstgenommen.
Veränderungsprozesse (Change Management) und langfristige Projekte können mit
solchen Medien gut begleitet werden. All dies erhöht die positive Einstellung des
Mitarbeiters zum Unternehmen. Diese wirkt sich indirekt auf die Außendarstellung
1
1 Einleitung
des Unternehmens aus, weil der Mitarbeiter mit Kunden, aber auch mit Freunden
und Familie, in Kontakt steht.
Abbildung 1.1: Auflage aller Kundenzeitschriften in Deutschland [23].
Im akademischen Milieu ist diese Art redaktioneller Arbeiten im Vergleich zur
betriebswirtschaftlichen Geschäftswelt verhältnismäßig unbekannt. Neben den
tausenden klassischen Fachzeitschriften und Journals [5] zählt ca. 5000 wissen-
schaftliche Schriften im deutschsprachigen Raum finden sich durchaus vergleich-
bare, eigens herausgegebene Printprodukte, etwa von Universitäten, Instituten,
Fachschaften oder Vereinen (Abbildung 1.3). Diese berichten über Forschung, aber
auch andere Angelegenheiten, die die herausgebende Organisation selbst betreffen.
In der Regel handelt es sich hierbei nicht um zitierfähige Publikationen. Wie viele
solche Publikationen es international oder deutschlandweit gibt, ist schwer zu
ermitteln. Abbildung 1.2 zeigt eine Auflistung wissenschaftlicher Zeitschriften,
die die IVW
1
ermittelt hat. Einige dieser Publikationen erscheinen jedoch nicht
mehr oder werden nicht weiter von der IVW erfasst. Es gibt darunter einzelne
Broschüren, die den Stand der Forschung, die mitwirkenden Wissenschaftler mit
1Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.
2
einer kurzen Vita2und ein Literaturverzeichnis des vorgestellten Themas abdru-
cken, ähnlich wie es das hier vorgestellte Booklet umsetzt. Ein Beispiel dafür wäre
„Nachrichten aus der Chemie“.
Abbildung 1.2: Alle wissenschaftlichen Zeitschriften, die die IVW listet [24].
Vergleichbare Publikationen auf informationstechnologischem Fachgebiet wurden
auf internationaler Ebene in den Magazinen der Organisation „computer.org“
2
Meint eine Zusammenfassung der wesentlichen akademischen Errungenschaften und Eckpfeiler
der Biografie einer Person.
3
1 Einleitung
gefunden. Abbildung 1.3 zeigt, dass es für spezifische Bereiche eigene Zeitschriften
gibt. Diese besitzen aber einen weit größeren Umfang als das hier konzipierte
Booklet und werden nicht kostenfrei verteilt.
Abbildung 1.3:
Verschiedene Arten von Zeitschriften im wissenschaftlichen Kontext
[10][11][56].
1.2 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Zunächst sollen in Kapitel 2 die Grundlagen
gelegt werden. Dies umfasst die Charakterisierung der Zielgruppe, den konzep-
tionellen Aufbau des Booklets, sowie die theoretische Basis für die Bestimmung
der Artikelkategorien, die dieses Booklet abdecken soll. In Kapitel 3 wird dar-
gestellt, wie diese Überlegungen in die Praxis umgesetzt wurden. Es werden die
4
einzelnen Seiten des Booklets vorgestellt und die eingesetzten Gestaltungsmittel
begründet. Außerdem werden den späteren Autoren wichtige Hinweise gegeben,
wie sie ihre Bilder optimal präsentieren können. Kapitel 4 schließlich fasst die
Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche Erweiterungen und
Einsatzmöglichkeiten.
5
2 Grundlegende Überlegungen
Bevor ein Booklet im Detail ausgearbeitet werden kann, müssen zunächst einige
konzeptionelle Fragen geklärt werden. In Abschnitt 2.1 wird zunächst der Adressat,
also die Zielgruppe bestimmt. In Abschnitt 2.2 wird unter Beachtung dieser
Zielgruppe und der Zielsetzung des Booklets das Leseverhalten beleuchtet, welches
das Booklet in seiner Funktion vorrangig unterstützen muss. Diese und weitere
Rahmenbedingungen führen zu einem bestimmten Aufbau des Booklets, welcher
in Abschnitt 2.3 vorgestellt wird. In Abschnitt 2.4 wird die Artikelart differenziert
und deren Auswirkung auf dessen Gestaltung beschrieben. Schließlich wird in
Abschnitt 2.5 an einem konkreten Beispiel der Aufbau eines Artikels diskutiert.
Der vollständige Artikel ist Anhang C zu entnehmen.
2.1 Definition der Zielgruppe
Design ist kein Selbstzweck sondern immer Dienst an der Zielgruppe. Es gibt
eine Information, die man adäquat an einen bestimmten Personenkreis vermitteln
chte [26] [27] [49] [55] [60]. Es leuchtet sofort ein, dass eine Broschüre für Kinder
anders gestaltet sein muss als eine für Senioren. Andere Unterscheidungsmerkmale
neben dem Alter sind zum Beispiel auch die soziale und kulturelle Herkunft. Farbe,
Formen und Sprache müssen dem jeweiligen Kontext angepasst werden, wenn eine
effektive Kommunikation stattfinden soll.
Im hier vorliegenden Fall soll das Booklet hauptsächlich auf Konferenzen zu den
Fachgebieten Prozessmanagement, Informationssysteme und Themenverwandtem
ausgelegt werden, denen überwiegend männliche Wissenschaftler im Alter zwischen
30 und 60 aus verschiedenen Kontinenten beiwohnen. Diese Menschen gehören zur
Elite ihrer Herkunftsländer. Die Zielgruppe lässt sich auch mit der Klassifizierung
des Sinus-Instituts beschreiben [50]. In Frage kommen die drei Meta-Milieus der
oberen sozialen Klasse, also das Establishment, Intellektuelle und Leistungsträger,
sowie noch die digitale Avantgarde (vgl. Abb. 2.1). Da der Schwerpunkt auf
Intellektuelle und Leistungsträger gelegt wird, ergeben sich unabhängig von der
Fachrichtung Werte wie eine liberale Grundhaltung, kritische Weltsicht, globalöko-
nomisches Denken, Technik- und Multimedia-Affinität, persönliche Entwicklung,
Selbstbestimmung, Flexibilität und Erfolgsstreben. Das Booklet muss also keines-
6
Abbildung 2.1:
Schematische Darstellung verschiedener sozialer Milieus in Industrie-
staaten [50].
wegs absolut konservativ gestaltet sein, wenn man der kollegialen Atmosphäre auf
diesen Veranstaltungen Rechnung tragen will. Es gilt eine seriöse Mischung zu
finden aus professioneller Betriebsamkeit und dem individuellen Bedürfnis auf
wenigen Seiten unangestrengt über aktuelle Forschungsergebnisse informiert zu
werden. Ebenso soll das Booklet Werbung für sein Fach sein und die wertvolle
Forschungsarbeit eindrucksvoll präsentieren.
2.2 Leseformen
Man kann Texte entsprechend ihrer Nutzung in verschiedene Leseformen eintei-
len [26][27][55][60]. Ein Roman würde zum Beispiel in die Kategorie „lineares
Lesen“ fallen, während das Lesen in einem Lexikon konsultierender Natur ist
und dementsprechend gestalterisch anders unterstützt werden muss als das Lesen
von Prosa. In einer Broschüre oder einem Magazin, zu dem auch das Booklet
zählt, wird vor allem quergelesen. Das Ziel ist es, sich zu informieren. Damit
dies möglichst effizient geschehen kann, ist es notwendig, dem Leser eine gute
Übersicht zu verschaffen. Dies geschieht durch sinnhafte Unterteilung der mitzu-
7
2 Grundlegende Überlegungen
teilenden Gedanken in Abschnitte und Unterüberschriften, die neben Bildern auch
als Blickfänge dienen. So kann der Leser entscheiden, welche Informationen für
ihn relevant sind. Differenzierendes Lesen, welches man z.B. in Lehrbüchern findet,
spielt aufgrund der wissenschaftlichen Ausrichtung des Booklets ebenfalls eine
gewisse Rolle. Eine besonders klare Struktur zeichnet diese Leseform aus. Eine
Marginalspalte bietet in solchen Publikationen Platz für Randnotizen, wie etwa
Referenzen zu Quellen. Für das Booklet wurde eine solche Marginalspalte zwar
angedacht, aufgrund der ausreichend großzügig gestalteten anderen Flächen aber
nicht umgesetzt. Abbildung 2.2 zeigt wie sich Leseformen überschneiden können.
Abbildung 2.2:
Schematische Einordnung der vier wichtigsten Leseformen bzgl. der
Auseinandersetzungsformen mit dem Material.
2.3 Aufbau des Booklets
Das Prinzip des Aufbaus besteht darin, dass zusammengehörende Informations-
einheiten immer auf Doppelseiten abgebildet sind. Das hat den Vorteil, dass
die einzelnen Bausteine, also Artikel, Literaturangaben, Newsseiten etc. einfach
aneinander gefügt werden können, ohne dass Lücken entstehen, die das Layout
verschieben würden. Die Arbeitsteilung wird dadurch vereinfacht. So können die
Autoren ihre Artikel schreiben und später unabhängig voneinander zum Heraus-
geber weiterleiten, der die einzelnen Teile verbindet und um das Rahmenwerk
(z.B. Cover, Inhaltsverzeichnis) ergänzt. Abbildung 2.3 veranschaulicht diesen
Sachverhalt.
Das Booklet beginnt mit dem Umschlag, welches das Cover und die Rückseite
beinhaltet. Auf der ersten Seite innen befindet sich das Editorial, ein Vorwort,
8
Abbildung 2.3: Schematische Darstellung des Baukasten-Prinzips der Doppelseiten.
bei dem der Herausgeber die Möglichkeit hat, den Leser anzusprechen. Außerdem
kann ein Ausblick auf den Inhalt gegeben werden. Anschließend folgt das Inhalts-
verzeichnis.
In diesem Booklet befinden sich Editorial und Inhaltsverzeichnis auf einer gemein-
samen Doppelseite. Es wäre aber auch denkbar, gerade bei größerem Umfang des
Booklets, die beiden Teile jeweils auf eine eigene Doppelseite zu platzieren. Das
Booklet besteht weiterhin aus drei Artikeln, die immer aus zwei Doppelseiten be-
stehen, denen sich eine Doppelseite aus Literaturangaben anschließen. Bei Bedarf
können auch mehr Artikel in das Booklet aufgenommen werden oder eine weitere
Doppelseite für die Literaturangaben hinzugefügt werden. Im Anschluss an die
Artikel folgen vorangegangene Veröffentlichungen und allgemeine Mitteilungen
des jeweiligen Instituts und der Kollegen des Autors, jeweils wieder auf eigenen
Doppelseiten. Den Abschluss bildet das Impressum.
Es kann sich allerdings auch das Problem ergeben, dass zu wenig Inhalt vorhanden
ist um eine (weitere) Doppelseite zu füllen. Dem kann zum einen begegnet werden,
indem neuer Inhalt generiert wird, z.B. im Fall zu weniger Literaturangaben wei-
tere verwandte Arbeiten oder anderweitig empfehlenswerte Literatur zum Thema
anzubieten. Zum anderen sind für diesen Fall schmückende Elemente vorgesehen,
die den Raum füllen. Deren ausführliche Vorstellung ist Gegenstand von Kapitel
3.
9
2 Grundlegende Überlegungen
Abbildung 2.4:
Darstellung der empfohlenen Vorgehensweise für den Entstehungspro-
zess einer Booklet-Ausgabe.
Abschließend soll kurz auf den Ablauf bei der Erstellung des Booklets eingegan-
gen werden. Üblicherweise entscheidet der Herausgeber, evtl. in Absprache mit
potentiellen Autoren, über die Themen für die nächste Ausgabe und auf welche
Weise, d.h. in welcher Artikelkategorie, diese präsentiert werden (vgl. Abbildung
2.4). Anschließend suchen sich die Autoren jeweils für ihren Artikel eine Vorlage
aus der entsprechenden Kategorie aus, die ihnen angemessen erscheint. Erst da-
nach, auf Grundlage der gewählten Vorlage, sollte das erforderliche Material, wie
Schaubilder, Tabellen usw. gesichtet werden, sodass die bereitgestellte Vorlage
nicht verändert werden muss. Sobald alle Artikel fertig sind, können sie vom
Herausgeber zusammengeführt und das Booklet gedruckt werden.
2.4 Artikelkategorien und Grundausrichtungen
In diesem Abschnitt werden drei unterschiedliche Kategorien vorgestellt, in die ein
Artikel fallen kann. Das sind zum einen formale, technisch orientierte und mediale
Artikel. Eine eindeutige Klassifizierung eines Artikels in eine dieser Kategorien ist
nicht immer möglich. Es liegt später in der Verantwortung des Autors, auf welche
Weise er sein Thema präsentieren chte, denn es gibt zu jeder Kategorie jeweils
zwei alternative Vorlagen, die zur Wahl stehen. In diese müssen nur noch die
Inhalte, wie Texte und Bilder, an den markierten Stellen eingefügt werden. Jeweils
eine davon wird nachfolgend kurz vorgestellt. Eine detailliertere Darstellung des
Entwurfs der Vorlagen wird im nachfolgenden Kapitel 3 gegeben. Abbildung 2.5
fasst die Bedeutung der verschiedenen Artikelkategorien anschaulich zusammen.
10
2.4.1 Formale Artikel
In formalen Artikeln werden Themen in ihrer grundsätzlichen Theorie vorgestellt.
Das Abstraktionsniveau ist von allen Artikelarten am chsten. Dies macht es
notwendig, Sonderzeichen, wie etwa aus der Mengenlehre, oder auch mathematische
Gleichungen darzustellen. Da vor allem Konzepte erklärt werden, beschränken sich
die Artikel auf wenige Schaubilder, Formeln, Tabellen und umso mehr erklärenden
Text. Optional kann bei Bedarf ein Formelzeichenverzeichnis eingebunden werden.
Je nach Umfang kann dafür eine eigene Seite notwendig sein. So ist sichergestellt,
dass Autor und Leser von gleichen Voraussetzungen ausgehen.
2.4.2 Technische Artikel
Technische Artikel befassen sich mit der konkreten Umsetzung von Ideen und Kon-
zepten. Es werden weniger Formeln gezeigt und mehr Quellcode. Zum Beispiel wird
ein Algorithmus angegeben, der zeigt, wie ein Problem einer Anwendung konkret
gelöst wird. Bilder beschränken sich meist auf Zusammenhang erklärende Schau-
bilder. Bei einem quantitativen Vergleich unterschiedlicher Lösungsansätze eignet
sich hingegen die tabellarische Darstellung entsprechend der Bewertungskriterien.
2.4.3 Mediale Artikel
Bei diesen Artikeln werden Benutzer-Oberflächen der Produkte gezeigt, insbeson-
dere im laufenden Betrieb, bei dem Menschen in der Interaktion eine tragende
Rolle spielen. Bei medialen Artikeln steht die grafische Umsetzung einer Grundidee
im Fokus, welche bereits in Form von technischen und/oder formalen Artikeln
publiziert worden sein kann aber nicht muss. Daher konzentrieren sich Autoren
hier mehr auf die Benutzer-Maschine-Schnittstelle als auf den zugrundeliegenden
Code. Daraus folgt, dass der Anteil an Bildern, wie Screenshots, Fotos oder Info-
grafiken deutlich überwiegt. Das Schaubild in Abbildung 2.5 verdeutlicht diese
Einordnung der Artikelkategorien.
11
2 Grundlegende Überlegungen
Abbildung 2.5: Schaubild zeigt die Einordnung der Artikelkategorien.
2.5 Artikelaufbau
Ein Artikel enthält neben spezifischen Elementen und Textabschnitten auch wieder-
kehrende Elemente, die alle Artikel in ihrem dramaturgischen Aufbau gliedern. In
der Regel besteht ein Artikel aus einer Überschrift, einem Vorspann, der Erklärung
des Projekts, verwandten Arbeiten und dem Literaturnachweis. Hinzukommen
können themenspezifische Besonderheiten, auf denen das Augenmerk besonders
gelegt werden soll und eine unterschiedliche Anzahl an Bildern, Tabellen, Formeln
und Quellcode-Listings. Ein Artikel sollte nicht mehr als vier Seiten umfassen
und enthält in etwa maximal 500 Wörter. Für tiefergehendes Interesse des Lesers
werden zahlreiche Literaturnachweise auf einer gesonderten Seite bereitgestellt.
Das eben geschilderte Vorgehen soll im Folgenden anhand einer wissenschaftlichen
Publikation demonstriert werden. Als Grundlage dient hierbei das Paper „Mobile
Crowd Sensing Services for Tinnitus Assessment, Therapy and Research“, welches
12
in Anhang C zu finden ist. Es ist entstanden aus einer Zusammenarbeit der
Universitäten Ulm und Regensburg. Das Besondere an diesem Beitrag ist die
mannigfaltige Art und Weise, auf die es präsentiert werden kann. Es bietet sowohl
technische Aspekte, als auch Möglichkeiten einer lebendigen Bildsprache. Es finden
sich darin Algorithmen, Tabellen, Schaubilder und Diagramme. Es fehlen zwar
Bilder des laufenden Betriebs, die es lebendiger machen. Doch genau dies kann
das Booklet nun durch zusätzliche Quellen leisten. Das darin vorgestellte Projekt
an sich lebt nämlich auch von der Interaktion der Menschen damit und der hierzu
vorausgehenden Usability.
Die nachfolgenden Zusammenfassungen dieser wissenschaftlichen Publikation für
die einzelnen Abschnitte des Artikels, sind insgesamt lediglich als Vorschläge
anzusehen. Sie sind so in der ersten Ausgabe des Booklets zu finden. Es wären
auch andere Formulierungen und Schwerpunktsetzungen möglich.
2.5.1 Überschrift
Das wissenschaftlich nüchterne
”Mobile Crowd Sensing Services for Tinnitus Assessment, Therapy and Research”
ist in eine emotional bindende Formulierung umzusetzen. Diese könnte beispiels-
weise lauten:
”How Your Smartphone Helps You Against Tinnitus”.
Dabei lässt sich erkennen, dass eine Überschrift prinzipiell beliebig ”salopp” for-
muliert werden kann, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu erhöhen. Jedoch ist
sie der Zielgruppe anzupassen, auf die eine allzu umgangssprachliche Terminologie
abschreckend wirken könnte. Ein anderes, fachfremdes Beispiel soll dies in Abbil-
dung 2.6 nochmal verdeutlichen. Während die Zeitungsüberschrift viel zu plakativ
ist, ist die erste Zitation daneben zu lang und zu nüchtern. Erst das dritte Beispiel
zeigt eine nicht allzu förmliche, aber dennoch prägnante Formulierung, die in einer
Frage den Leser gleich miteinbezieht.
13
2 Grundlegende Überlegungen
Abbildung 2.6:
Mehr und weniger geeignete Möglichkeiten der Überschriftenformulie-
rung [54].
2.5.2 Vorspann
Der Vorspann ist oft halbfett gedruckter Text am Anfang eines Zeitungsartikels.
Er gibt eine kurze Vorschau und soll den Leser dazu animieren, den gesamten
Text zu lesen. Er hebt sich optisch vom Rest des Artikels ab und soll möglichst
kurz gehalten werden. Der Abstract aus dem Paper wäre für diesen Zweck deut-
lich zu lang. Der Vorspann stellt auch keine Zusammenfassung dar. Wenn man
berücksichtigt, dass der Leser zuvor lediglich die Überschrift wahrgenommen hat,
ergibt sich beispielsweise folgender Vorspann:
”Conventional clinical trials gather less data of this prevalent disorder. Our mobile
crowd sensing platform called TrackYourTinnitus aims at collecting ecological valid
longitudinal datasets in a cost effective manner. In the following, we present the
platform in more detail.
2.5.3 Erklärung des Projekts
In diesem Abschnitt wird dargelegt, wie das vorliegende Projekt konkret aufgebaut
ist. Auch hier ist es wieder wichtig, das Wesentliche aus den Publikationen zu
extrahieren, da im Allgemeinen weniger Platz zur Verfügung steht. Einzelne
Schritte können gut in Aufzählungen beschrieben werden. Je nach Etablierung
des Themas kann die Erklärung kürzer oder länger ausfallen.
14
Abbildung 2.7: Schaubild über dosiertes Diskrepanzerlebnis [55].
Wichtig für diesen Abschnitt, aber auch den gesamten Artikel, ist ein dosiertes
Diskrepanzerlebnis [55].
Das bedeutet, dass die neue Information, also der Artikel, weder zu trivial noch
zu anspruchsvoll sein darf, um Leser nicht zu langweilen bzw. zu überfordern.
Abbildung 2.7 veranschaulicht dies. Je homogener die Zielgruppe, desto einfa-
cher ist es, dieses Ziel zu bewerkstelligen. Da sich das Booklet hauptsächlich an
akademische Konferenzteilnehmer eines umgrenzten Fachgebietes richtet, können
vor allem domänenspezifische Begriffe bereits als bekannt angenommen werden.
Ebenso kann ein gewisses Allgemeinwissen vorausgesetzt werden. Dennoch wird es
natürlich Menschen geben, die sich bereits intensiver mit einem Thema beschäftigt
haben, insbesondere wenn es bereits Teil einer vorherigen Ausgabe war. Alternativ
ließe sich auch ein Fachwortverzeichnis am Ende anfügen.
Für die betrachtete Publikation könnte die literarische Umsetzung folgendermaßen
lauten:
”While clinical trials try to reduce complexity of the individual by generating
homogenous groups and later infer individual treatment decisions from them, the
TYT mobile crowd sensing platform tracks the individual moment-to-moment
fluctuation of tinnitus under real life conditions for a large number of patients
to reveal relationships between every day behavior and tinnitus fluctuation. The
tracking procedure comprises the following steps:
15
2 Grundlegende Überlegungen
1.
At first, patients have to fill out three standardized questionnaires regarding
stable tinnitus characteristics by either using the website or app.
2.
Patients will then be able to fill out a short questionnaire, assessing their
tinnitus perception, appearing on the smartphone at random times throughout
the day. Thereby, patients may adjust the frequency (up to 12 times). This
ensures that the patient cannot foresee the time of being asked exactly and
therefor is involved in a daily routine when being asked.
3.
While the patients fill out the daily questionnaires, the environmental sound
level will be recorded with the built-in microphone of the smartphone.
2.5.4 Stand der Forschung
Wesentlich, wenn auch nicht immer explizit ausgezeichnet, ist es dem Leser mit-
zuteilen, wie weit das Projekt fortgeschritten ist. Es ist darauf zu achten, dass
hier möglichst kurz vor Erscheinen des Booklets aktuelle Zahlen ermittelt wer-
den, selbst wenn ein bereits vor längerer Zeit erschienenes Paper zitiert wird. So
sind in der aufgeführten Quelle nur die Zahlen bis April 2015 vorhanden. Diese
werden im Booklet durch die neuen Zahlen ersetzt. Da das Booklet etwa zweimal
im Jahr erscheint, kann zum Zeitpunkt des Lesens die Forschung bereits weiter
fortgeschritten sein. Es lässt sich gut mit Tabellen arbeiten. Ein erläuternder Text
sollte aber trotzdem mitgeliefert werden.
Statt:
”The project started in April 2014 and after one year we obtained over 11000 filled
assessment questionnaires from more than 800 international users. After German
and English, we are now working on more versions in other languages.
muss es also heißen:
”The project started in April 2014 and after two years we obtained over 30,000
filled assessment questionnaires from more than 1,900 international users. After
German, English and Dutch, we are still working on more versions in other
languages.
16
2.5.5 Vorläufige Forschungsergebnisse
Für Wissenschaftler sind die neuen Erkenntnisse, die aus einem Projekt gewonnen
wurden, von besonderem Interesse:
”Figures 4 to 6 show examples of how context dependent and subjective the perception
of tinnitus is. In particular, the loudness of tinnitus can vary perception over day
time and perception depending on environmental sound level. In general, users
are motivated to participate due to their health impairment. Especially, heavily
impaired users fill most of the random questionnaires, so we need more incentives
for the less severely impaired users. First experiments have shown that intelligent
feedback on collected data is essential for increasing user motivation.
2.5.6 Weitere Ziele
Erwähnenswert ist ebenfalls welche weiteren Forschungsschritte geplant sind. Der
Ausblick steckt daher erste Ziele ab. Er kann andere Wissenschaftler inspirieren
und über eine Zusammenarbeit nachdenken und mögliche Synergien ergründen
lassen. Gleichzeitig ist es ein Ansporn diese selbstgesteckten und erwähnten Ziele
auch zu erfüllen.
”To learn about other influences on tinnitus perception like stress, drugs, or sleep
quality etc., we will integrate sensors to measure oxygen saturation and cardiac
frequency.
Other researchers requested more features. For example, to allow specific changes
to the questionnaires. We are developing a tool to provide medical experts with
treatment suggestions for their patients. Furthermore, we will apply the platform
in the context of other diseases as well.
2.5.7 Verwandte Arbeiten
Da wissenschaftliche Arbeiten selten ganz für sich alleine stehen, ist es für den
Leser sinnvoll und hilfreich zu wissen, in welchen Bereich er eine Forschungsarbeit
einzuordnen hat. Eine Auflistung verwandter Arbeiten beschließt daher den Arti-
kel.
17
2 Grundlegende Überlegungen
”There are different projects related to the big picture of mobile crowed sensing,
like for which application scenarios it is useful, concerning specific scenarios using
twitter for example or programming frameworks enabling users to easily configure
mobile crowd sensing applications. Utilizing mobile crowd sensing technology for
clinical or psychological trials is still rarely used but fetching up.
2.5.8 Literaturnachweise und Quellenangaben
Am Ende jeden Artikels gibt es eine doppelseitige Auflistung der verwendeten
Quellen. Um den Lesefluss nicht zu stören, werden hierfür im Artikel selbst jedoch
nicht, wie in wissenschaftlichen Publikationen üblich, Querverweise am Ende eines
Satzes eingefügt. Stattdessen wird jede Zwischenüberschrift noch einmal aufgeführt
und die jeweils referenzierten Quellen dieses Abschnitts darunter aufgelistet. Dabei
wird auch nicht die genaue Stelle oder Seitenzahl der verwendeten Quelle genannt,
sondern die gesamte Publikation als solche. Da einzelne Abschnitte in der Regel
200 Wörter nicht übersteigen, lassen sich Aussagen dennoch relativ leicht, auch
bei mehreren Quellen, zuordnen. Neben den gewöhnlichen Literaturangaben wie
Namen der Autoren, Titel der Publikation und anderen Veröffentlichungsdaten
sind auch ein Bild des ersten Autors, sowie ein QR-Code mit dem URL zu einer
herunterladbaren PDF-Datei der Quelle enthalten. Auf diese Art und Weise wird
der Bezug der Quelle dem Leser möglichst einfach gestaltet. In vielen Fällen sind
sie für jedermann frei zugänglich.
18
3 Design
Nachdem im vorangegangenen Kapitel 2 grundsätzliche Fragen zur inhaltlichen
und strukturellen Form des Booklets geklärt worden sind, geht es in diesem Kapitel
um die konkrete Ausgestaltung des Mediums. Verwendete Designtechniken werden
am umgesetzten Beispiel erklärt.
3.1 Vorgehen
Zunächst soll kurz zusammengefasst werden, wie ein solches Projekt generell
angegangen werden kann und wie es hier im Speziellen angegangen worden ist.
Der Aufbau dieses Kapitels richtet sich nämlich zum einen nach der Reihenfolge
der einzelnen Seiten des Booklets, aber auch nach der chronologischen Abfolge
der Entstehung des Booklets.
3.1.1 Vorgehen in der Literatur
In der verwendeten Literatur werden leicht unterschiedliche Vorgehensweisen
vorgestellt (vgl. Abb. 3.1). So steht zwar bei zwei verglichenen Vorgehensweisen,
einmal aus dem Jahr 1989 [49] und einmal aus dem Jahr 2014 [27], beides Mal die
Auswahl des Papierformats und die Konstruktion des Satzspiegels an erster Stelle.
Doch während bei erst genannter Referenz dabei schon die Auswahl des Schriftstils,
die Klärung der Zeilenbreite und Zeilenabstände miteinbezogen wird, verhält es sich
bei zweitgenannter Referenz im Grunde anders herum. Dort wird von Groß nach
Klein“ gestaltet. Beginnend beim Satzspiegel, über das Raster, der Platzierung
der Bilder und Texte, das Anbringen schmückender Elemente und erst am Ende
„typografische Details wie Schriftgröße und Schriftart“. In Abbildung 3.1 sind die
verschiedenen Vorgehensweisen in der verwendeten Literatur gegenübergestellt.
19
3 Design
Abbildung 3.1:
Gegenüberstellung der verschiedenen Vorgehensweisen in der verwen-
deten Literatur [27][49].
3.1.2 Vorgehen in der vorliegenden Arbeit
In dieser Arbeit wurde im Großen und Ganzen das Vorgehen aus Methode 2
[27] gewählt. Zuerst wurde das Papierformat bestimmt und anschließend der
Satzspiegel, der schließlich zwei Textspalten enthalten sollte. Es wurde nach
Findung des Satzspiegels durch Skizzen außerdem die mögliche Raumaufteilung
und Platzierung von Bildern und Texten untersucht. Dies geschah hauptsächlich
rechnergestützt. Parallel dazu wurde schon mit verschiedenen Schriftarten und
Schriftgraden (Schriftgrößen) experimentiert, da sie das Erscheinungsbild des
Booklets entscheidend mitprägen. Auch wurde untersucht, wie sie sich in das Raster
einfügen und welche Anpassungen des Rasters und des Satzspiegels sie nachträglich
20
nötig machen würden. Dass der Satzspiegel geringfügig angepasst werden muss
und nicht starr bleibt, ist dabei völlig normal und spielt im Millimeterbereich für
das bloße Auge keine Rolle. Wichtiger ist, dass die richtige Schrift auf den Leser
mit ihrem Charakter wirkt und die Proportionen des Layouts stimmig sind.
3.2 Cover
Abbildung 3.2 zeigt das Cover des Booklets. Es ist das Erste, was der potentielle
Leser sieht. Dem Cover kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Es muss
zunächst die Aufmerksamkeit und das Interesse des Betrachters wecken. Dies
gelingt zum Beispiel mit einem schlagkräftigen Titel, einem ungewöhnlichen Motiv
oder durch den Einsatz von Farben. Daraufhin sollte dem Leser vermittelt werden,
was ihn erwartet, wenn er das Booklet aufschlägt. Wenn ihn die Themen nicht
interessieren, wird er es ohnehin gleich wieder weglegen. Das Booklet sollte seinen
Versprechen also gerecht werden. Abbildung 3.2 zeigt das Cover der ersten Ausgabe
des Booklets.
Abbildung 3.2: Das Cover der ersten Ausgabe des Booklets.
21
3 Design
Im Folgenden werden das Format, der Titel, das Farbschema, sowie die Raum-
aufteilung besprochen, die den Hauptteil der Wirkung des Covers ausmachen.
Themen wie Schriftart und Layout, die natürlich auch für das Cover von Bedeutung
sind, werden in späteren Abschnitten besprochen. Natürlich sind auch dort die
hier besprochenen Designentscheidungen miteingeflossen und von Bedeutung. In
Anhang A finden sich weitere, alternative Cover, die während der Entwurfsphase
entstanden sind.
3.2.1 Format
Neben dem normalen DIN A4 Format und anderen Formaten der DIN-Reihe gibt
es auch noch andere Formate, die in Betracht zu ziehen sind. Außer völlig freien
Maßen für Länge und Breite, wie sie in Magazinen üblich sind und die sich zum
Beispiel aus dem verwendeten Druckverfahren und dem Versandtarif ergeben,
gibt es noch Formate, deren Länge und Breite in einem bestimmten Verhältnis zu
einander stehen.
Für das Booklet wurde vom DIN A4 Format ausgehend, die Breite von 210
mm auf 198 mm gekürzt, sodass sich zur Höhe von 297 mm ein Verhältnis von
2:3 ergibt. Das ist das Standard-Seitenverhältnis von Bildern und erzeugt in
der Vertikalen einen spannenden Eindruck. Der wichtigste Grund ist allerdings,
dass es schmaler sein sollte als das gewöhnliche DIN A4 Format. Zum einen
stehen schmale senkrechte Formen für Dynamik und Eleganz, während breite
eher Ruhe ausstrahlen und zum Schmökern einladen [26] [27] [49] [55] [60]. Das
Querformat ist das natürlichere, da die menschlichen Augen ebenfalls auf einer
horizontalen Achse liegen und wir damit die Umgebung in der Breite wahrnehmen.
Ist jedoch keine Ablagefläche, wie etwa ein Tisch vorhanden, ist das Hochformat
das praktischere in der Handhabung. Aufgeklappt verwandelt es sich ohnehin
wieder in ein Querformat. Da maximal drei Artikel zu je chstens 500 Wörtern
abgedruckt werden, erhöht ein schmales Maß die Anzahl der Seiten, also die Dicke
und damit die Wertigkeit des Booklets. Zum anderen soll das Booklet schon durch
seine von der Norm abweichenden Maße auffallen. Auch aus praktischen Gründen
bietet sich ein schmaleres Format an. So lässt sich das Booklet problemlos in DIN
A4 Mappen und Taschen verstauen, ohne dass es gelocht werden muss oder durch
überstehende Ränder beim Transport Schaden nimmt.
Setzt man die Seitenlängen in ein Verhältnis, sodass sie zweier aufeinander fol-
22
Abbildung 3.3: Verschiedene Formate im Vergleich.
gender Zahlen der Fibonacci-Reihe entsprechen, also z.B. 3:5, ergibt sich ein
Seitenverhältnis von etwa 1:1,666. Damit ist es noch schmaler als eine Aufteilung
nach dem goldenen Schnitt, das eine Symmetrie der Proportionen bildet das
kleine Teilstück verhält sich zum großen, wie das große zum Ganzen. Dies wirkt
theoretisch noch eleganter, lässt im Inneren aber zu wenig Platz für eine ausrei-
chende Spaltenbreite. Außerdem kann ein sehr schmales Format schnell instabil
wirken, vor allem wenn der optische Schwerpunkt oben liegt. Senkrechte Formen
werden ohnehin schmaler wahrgenommen als Formen mit denselben Seitenverhält-
nissen in horizontaler Ausrichtung [60]. Dadurch wirkt ein 2:3 Format in der Höhe
optisch wie der goldene Schnitt.
3.2.2 Titel
Der Titel des Booklets wird in Form eines Logos (vgl. Abb. 3.4) dargestellt und be-
steht aus den Wörtern „Information“ und „Research“, die ineinander geschrieben
sind. Dadurch ergibt sich ein optisch anregendes Spiel, welches, trotz des hervor-
stehenden „Information“, einen ambivalenten Spielraum für die Reihenfolge der
Wörter lässt. So kann der Titel als „Information Research“ sowie auch umgekehrt
als „Research Information“ gelesen werden. Beides ist auch zulässig, weil beides
den Zweck dieses Booklets beschreibt. Es ist ein Booklet, welches über Forschung
informieren soll, nämlich die Erforschung von Information im weitesten Sinne.
Genauer: Prozessmanagement, Informationssysteme und mobile Applikationen.
Dass beide Bestandteile zu lesen sind, insbesondere „Research“, ist durch ein
wahrnehmungspsychologisches Phänomen zu beschreiben, welches als Gesetz der
Geschlossenheit“ Eingang in die allgemeinen Gestaltgesetze gefunden hat [26] [60].
Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt Muster zu erkennen. Wir sehen die
23
3 Design
uns bekannten Buchstaben, die zusammen das Wort „Research“ bilden auch dort,
wo genau genommen kein einziger davon abgebildet ist, sondern lediglich Teile
davon. Dieser Effekt führt auch dazu, dass das Wort „Information“ auf einer Art
weißen Bands zu stehen scheint, welches das Wort „Research“ mittig überdeckt.
Es tragen auch andere Gestaltgesetze dazu bei, dass dieses Logo funktioniert. So
machen der Größenunterschied (Kontrast) und die verschiedenen Zeilen (Ausrich-
tung) klar, welche Buchstaben zu welchem Wort gehören. Das durch entsprechendes
Experimentieren gefundene Verhältnis dieser Faktoren zueinander, bestimmt die
Ausgewogenheit des Logos. Das Logo des Booklets ist in Abbildung 3.4 dargestellt.
Abbildung 3.4: Das Logo des Booklets.
3.2.3 Farbschema
Farben spielen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Durch den täglichen
Umgang mit ihnen in der Natur, Tradition und Werbung beispielsweise, sind
viele Farben mit bestimmten Assoziationen belegt worden [26] [55] [60]. Diese
sind dabei nicht in allen Kulturkreisen gleich. Es müssen nicht einmal dieselben
Farben bekannt sein. So unterscheidet das Himba-Volk aus dem südwestlichen
Teil Afrikas nicht zwischen Farben, die Europäer als grün und blau identifizieren
würden (vgl. Abbildung 3.5) [36]. Auch psychologische Faktoren haben Einfluss
auf die subjektive Wahrnehmung von Farben.
Für das Booklet wurde ein schlichtes Farbschema gewählt. Neben einem dunklen
Grau (80% Schwarz), gibt es nur noch eine Art Königsblau (85% Cyan, 50%
Magenta, 0% Gelb, 0% Schwarz), wie in Abbildung 3.6 zu sehen. Hinzu kommen
natürlich das Weiß des Papiers und die Grauwirkung des schwarzen Textes. Die
Farben erscheinen nicht nur auf dem Cover, sondern werden zur Wiedererkennung
der Marke im Booklet an bestimmten Stellen, z.B. den Referenzen, wiederholt.
24
Abbildung 3.5: Vergleich von Farben in unterschiedlichen Kulturen [36].
Abbildung 3.6: Farbschema des Booklets.
Blau wurde deshalb gewählt, weil es die Farbe geistiger Tugenden“ ist [60]. Mit
blau verbindet man sowohl Wissenschaft, als auch körperliche chstleistung im
Sport. In Verbindung mit Grau, der Farbe des Metalls, ergibt sich ein technischer
Zugang. Blau steht hier für Sachlichkeit und Rationalität. Es kann aber auch
Sanftheit und Ruhe ausstrahlen.
Abbildung 3.7 zeigt ein Motiv, das verdeutlicht wofür die Farbe Blau im Allge-
meinen steht. In Kombination mit den großzügigen weißen Flächen im Layout,
vermittelt das Blau Frische, Sauberkeit und Offenheit. Gerade in der Forschung
sind, im wahrsten Sinne des Wortes, Aktualität, sauberes Arbeiten und Innovation
von Bedeutung. Auch sind Wissenschaftler im Allgemeinen bestrebt das Leben auf
dem „blauen Planeten“ besser und lebenswerter zu machen. Darüber hinaus gilt
Blau im Geschäftsleben oft als einzig bunte Alternative zu grauen oder schwarzen
Anzügen und steht damit für Seriosität eine weitere Eigenschaft, die sie mit der
Wissenschaft verbindet. Diese Verbindung aus Blau, Grau und Weiß wird deshalb
auch gerne in der Marktkommunikation von Unternehmen verwendet.
25
3 Design
Abbildung 3.7: Symbolbild mit Assoziationen der Farbe Blau [62].
Allerdings verbindet man mit diesem Farbschema konsequenterweise auch Kälte
und Ferne, was in diesem Fall aber kein Nachteil darstellt, da in der Wissenschaft
ebenfalls kühl und distanziert Untersuchungen durchgeführt werden, um die
Objektivität zu wahren. Dass gerade in der IT-Branche die Farbe Blau sehr oft
repräsentiert ist zeigt nachfolgende Abbildung 3.8 anhand einiger ausgewählter
Firmenlogos.
Abbildung 3.8: Verschiedene Firmenlogos aus dem IT-Sektor [58].
3.2.4 Raumaufteilung
Am oberen Rand befindet sich der Titel und darunter erscheinen fünf flächig
gefüllte Kacheln im oben erwähnten Farbschema, die jeweils die im Booklet
behandelten Themen enthalten. Die weiße Schrift auf dem dunklen Hintergrund
leuchtet mehr als sie es schwarz auf weiß tun würde. Man bezeichnet dies auch
26
als Negativsatz. Außerdem tritt so die Farbwirkung deutlicher zum Vorschein,
als wenn die Kacheln nur einen farbigen Rand hätten. Die zwei Kacheln auf der
linken Seite sind etwas größer als die drei auf der rechten Seite. Dies lenkt die
Aufmerksamkeit und spiegelt die Wichtigkeit und Reihenfolge der Artikel im
Booklet wider. Trotz der Asymmetrie, die das Cover belebt, wirken beide Seiten
optisch ausgewogen. Der untere schwarze Balken enthält Informationen zu den
Herausgebern und der Nummer der jeweiligen Ausgabe. Dieses Element ist wichtig
um ein optisches Gleichgewicht zur weiter oben stehenden Gruppe von Titel und
Kacheln zu erhalten. Andernfalls würde der optische Schwerpunkt zu weit oben
liegen und das Layout des ohnehin schmalen, vertikalen Formats instabil machen.
Der entstehende Weißraum an dessen Stelle würde wie ein Loch wirken. Abbildung
3.9 veranschaulicht diesen Unterschied.
Abbildung 3.9: Gegenüberstellung des Covers mit und ohne unteren Balken.
Darüber hinaus sei noch angemerkt, dass Elemente in dieser Anordnung entfernt an
ein Gesicht erinnern können, ähnlich wie dies schon länger in der Produktgestaltung
zum Beispiel für Frontseiten von Autos bewusst eingesetzt und mittlerweile mit
Methoden aus der Gesichterforschung zu objektivieren versucht wird [13]. Es
erhöht die Aufmerksamkeit und Sympathie für das Produkt.
Alle Elemente, also der Titel, die Kacheln und der Balken, nehmen die gleiche
Breite ein und bilden somit ein Rechteck, welches mittig auf der Seite platziert ist.
27
3 Design
3.2.5 Backcover
Das Backcover befindet sich auf der Rückseite des Booklets (siehe Abbildung
3.10). Wie in Abbildung 3.10 zu sehen ist es eine Hommage an den Film „The
Matrix“. Dies dient vor allem als Blickfang. Sollte das Booklet mit dem Cover
nach unten auf einem Tisch liegen, so wäre eine leere Rückseite nichtssagend und
der Anreiz das Booklet in die Hand zu nehmen dementsprechend gering. Des
Weiteren verdoppelt sich die äußere Fläche des Booklets durch das Aufschlagen
eines Lesers und kann bei günstiger Haltung die Neugierde von Passanten oder
zufälligen Beobachtern weiter erhöhen. Darüber hinaus bildet das großflächige
Schwarz wieder einen wichtigen Kontrast zum ansonsten weiß und sauber gehalte-
nen Booklet. Dies trägt zur Signalwirkung bei.
Abbildung 3.10: Die Rückseite des Booklets das Backcover.
Der Film, der 1999 herausgekommen ist, erfreut sich auch 17 Jahre später, dank
seines einzigartigen Stils, weiterhin großer Beliebtheit. Er hat damals bei jenen
jungen Leuten einen prägenden Eindruck hinterlassen, die heute ihre Karriere in
28
der Wissenschaft voranbringen und sich auf Konferenzen mit Gleichgesinnten über
ihre Forschung austauschen. Damit kann die Rückseite einen guten Einstiegspunkt
für Gespräche bieten. Die große Bekanntheit des Films wird also für das Booklet
genutzt. Dies gelingt, da beide Werke Informationstechnologie zum Thema haben.
Eine urheberrechtliche Problematik ist unwahrscheinlich, kann aber nicht ausge-
schlossen werden und sollte evtl. von einem Juristen geprüft werden.
Neben der offensichtlichen Verbindung zum Film, den herabfallenden Buchstaben
in grün auf schwarzem Grund, die beim ersten Blick sichtbar wird, gibt es auch
eine weitaus tiefsinnigere, die nicht sofort ins Auge sticht und die auch für Personen
interessant ist, die mit dem Film nicht vertraut sind. So liest sich das Wort „IN-
FORMATION“ von links nach rechts normal. Werden die Buchstaben allerdings
in vertikaler Reihenfolge von oben nach unten gelesen, ergibt sich das Anagramm
„A FIRM NOTION“, welches mit der Eingabeaufforderung eines Terminals „?>_“
in einer Frage mündet und zu ihrer Beantwortung einlädt: Ist Information eine
feste Vorstellung? Dieses „easter egg“ sollte für weiteren Gesprächsstoff sorgen.
3.3 Layout (Makrotypografie)
Bevor die artikelspezifischen Vorlagen konkret vorgestellt werden können, bedarf
es einer Einführung in den allgemeinen Aufbau des Layouts. Im Folgenden soll das
Grundgerüst vorgestellt werden, auf dem alle Vorlagen aufbauen. Dies umfasst
den Satzspiegel, ein Raster für die Platzierung von Bildern und weitere Details
zur Makrotypografie, wie in Abbildung 3.11 zu sehen.
3.3.1 Satzspiegel
Der Satzspiegel ist die Fläche, die für den Inhalt einer Seite zur Verfügung steht.
Das heißt außer der Seitenzahl, gelangt nur bei randabfallenden Bildern oder im
Ausnahmefall bei Platzmangel etwas außerhalb des Satzspiegels. Für gewöhnlich
bleiben die Ränder, die sogenannten Stege, also frei. Bis auf das Cover, folgt jede
Seite im Booklet dem Satzspiegel.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Satzspiegel zu konstruieren. So kann
dies beispielsweise geometrisch über eine Diagonalkonstruktion erfolgen.
29
3 Design
Abbildung 3.11: Verschiedene Ebenen des Layouts.
Abbildung 3.12: Aufbau des Satzspiegels.
30
Jedoch soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden, da diese Methode zwar
schon im Mittelalter verwendet wurde [49], im Rahmen der zunehmenden Digita-
lisierung jedoch durch andere, leistungsfähigere Verfahren verdrängt wurde. Die
aktuellen Ansätze basieren auf den Proportionen der Stege, wie in Abbildung
3.12 zu sehen. Typische Proportionen sind z.B. 2:3:4:5 (DIN), 2:3:5:8 (Fibonacci),
2:2,8:4:5,6 (Neunerteilung) oder bei einseitigen Layouts 3:3:3:5 [26] [27] [49] [55]
[60]. Die erste Zahl gibt den Abstand zum Bund, also die breite des inneren Steges,
an. Die restlichen Zahlen die Stege, die auf einer linken (rechten) Seite gegen (mit)
den Uhrzeigersinn darauf folgen. Dadurch ergibt sich zum einen, dass die beiden
inneren Stege zweier gegenüberliegender Seiten zusammen mindestens so groß
sein sollten, wie der äußere Steg. Dies verhindert, dass die Seiten optisch ausein-
anderfallen. Zum anderen bedeutet dies, dass der Inhalt auf einer Seite oberhalb
der Mitte liegt. Wäre der untere Steg nämlich kleiner als der obere, verlöre der
Inhalt seinen optischen Halt und hinge unschön nach unten durch. Selbst ein auf
der berechneten Mitte liegendes Objekt, wirkt optisch leicht unterhalb der Mitte
liegend.
In weiten Teilen gilt der Grundsatz, dass das Layout umso edler erscheint, desto
breiter die Stege gewählt werden. Mit zunehmender Stegbreite schwindet im
Gegenzug allerdings der Platz, der für den Inhalt zur Verfügung steht. Außerdem
gibt es, wie im nächsten Abschnitt gezeigt wird, eine untere Grenze für die Länge
einer Zeile, ab der das Lesen problematisch wird. Für das Booklet wurden die
Stege näherungsweise mit den Proportionen 2:3:5:8 oder 12,5 mm, 18,5 mm, 31
mm, sowie 47 mm ausgewählt.
Bei einer Papierbreite von 198 mm ergibt sich bei zwei Spalten und einem Spal-
tenzwischenraum von 4,25 mm eine Spaltenbreite von 76 mm.
3.3.2 Zeilenlänge
Für das Leseerlebnis ist von entscheidender Bedeutung, dass die Zeilen weder zu
lang noch zu kurz sind. Sind sie zu lang, springt das Auge leicht in die falsche
Zeile zurück (Abbildung 3.14 a). Ist sie zu kurz entstehen zu viele unausgewogene
Lücken im Blocksatz (Abbildung 3.14 c). Außerdem muss das Auge zu oft in die
nächste Zeile springen, was den Lesefluss stört und den Leser schneller ermüdet
[27].
Ein Anhaltspunkt für die Bestimmung der optimalen Zeilenlänge sind die Sakkaden,
31
3 Design
d.h. Augensprünge und die anschließenden Fixationen, die 90% der Zeit beim
Lesen ausmachen. Abbildung 3.13 veranschaulicht diesen Sachverhalt. In der
Regel gelten 7-12 Buchstaben lange Sakkaden als normal. Bei schwierigen Texten
verkürzen sie sich allerdings und die Anzahl der Regressionen (Rücksprünge)
nimmt zu. Zur optimalen Zeilenlänge gibt es von Designern unterschiedliche
Angaben. So schreibt [55], dass eine Zeile zwischen 50-60 Zeichen oder 8-9 Wörter
im Deutschen lang sein sollte. [7] gibt eine Spanne von 50-70 Zeichen an, während
[27] 40-60 Zeichen oder 7-12 Wörter vorschlägt. [49] legt sich auf 55-60 Zeichen
je Zeile fest. Bezieht man all diese Angaben gleichberechtigt mit ein, sollte eine
Zeile also etwa 55 Zeichen enthalten. Für ein unteres Limit werden 35 Zeichen pro
Zeile genannt. Eine Studie unter Collegestudenten von Tinker und Paterson ergab,
dass Zeilen mit einer Länge von 80 mm bei einem verwendeten Schriftgrad von 10
pt sowohl für geübte als auch weniger geübte Leser am schnellsten zu lesen sind
[53]. Es sei an dieser Stelle jedoch angemerkt, dass 10 pt-Schriften aufgrund der
unterschiedlichen Kegelausnutzung (siehe Abschnitt 3.5.1) unterschiedlich groß
ausfallen können.
Für die für das Booklet verwendete Grundschrift Minion Pro (siehe Abschnitt
3.5.1) entspräche dies tatsächlich durchschnittlich 55 Zeichen pro Zeile. Abbildung
3.13 zeigt die stilisierte Darstellung des Lesens.
Abbildung 3.13: Stilisierte Darstellung des Lesens.
Weitere Faktoren, die die Zeilenlänge beeinflussen sind der Zeilenabstand und der
Schriftgrad. Je länger die Zeile, desto größer sollte der Zeilenabstand sein, um die
richtige Grauwirkung des Textes und einen leichteren Rücksprung an den Beginn
der nächsten Zeile zu erhalten. So sollte der Text in Abbildung 3.14 f leichter zu
lesen sein als der von Abbildung 3.14 a. Je größer der Schriftgrad desto weniger
Zeichen passen in eine Zeile und desto weniger werden während einer Fixation
gleichzeitig erfasst. Dementsprechend brauchen Texte in einem großen Schriftgrad
längere Zeilen.
Die Grauwirkung ist wichtig für die Gleichmäßigkeit und damit ein Faktor für die
32
Güte der Lesbarkeit. Bei kurzen Texten spielt der Grauwert aber eine unterge-
ordnete Rolle. Gerade im Booklet wird er oft durch Zwischenüberschriften mit
kräftigerer Zeichnung aufgebrochen. Dennoch gilt es, dort wo es möglich ist, einen
ausgeglichenen Eindruck zu hinterlassen.
Abbildung 3.14:
Vergleich unterschiedlicher Zeilenlängen und -abstände. Teil a.) zeigt
eine im Verhältnis zum Zeilenabstand zu lange Zeile, b.) zeigt eine
angemessene Zeilenlänge, c.) eine zu kurze Zeilenlänge, d.) eine gleich
kurze Zeile im Flattersatz, das zumindest die cher verhindert, e.)
zeigt einen im Verhältnis zur Zeilenlänge zu großen Zeilenabstand,
f.) zeigt eine durch die Anpassung des Zeilenabstandes verbesserte
Variante des ersten Beispiels.
33
3 Design
Im Booklet beträgt eine Textspalte 76 mm und nimmt mit der Minion Pro als
Grundschrift in zehn Zeilen 520, im Schnitt also 52 Zeichen pro Zeile auf. Damit
ist die Breite trotz des eleganten, schmalen Formats, noch ausreichend und nahe
am ermittelten Optimum. Es erleichtert damit sogar das Überfliegen des Textes,
was bei Magazinen und Zeitungen auch erwünscht ist. Zumal die Zielgruppe aus
geübten und vielbeschäftigten Lesern besteht. Der Zweck des Booklets ist es auch
in erster Linie zu informieren. Dennoch wird durch die übrige Gestaltung ein
einladender, hochwertiger Eindruck vermittelt, die Zeit lässt, sich auch in aller
Ruhe auf das Booklet einzulassen.
3.3.3 Umbruchregeln
Absätze gliedern einen Text und helfen dadurch die Übersicht zu erhöhen. Es
können hierbei jedoch Randfälle auftreten, in denen nur noch die erste Zeile eines
neuen Absatzes ans Ende einer Spalte passt und der Rest in der nächsten Spalte
fortgesetzt wird. Dies bezeichnet man als Schusterjungen oder moderner auch als
Waise. Umgekehrt kann auch die letzte Zeile eines Absatzes in die nächste Spalte
oder sogar auf die nächste Seite rutschen. Die immer noch geläufige, aber derbe
Bezeichnung hierfür lautet Hurenkind [26] [49] [55]. In der vorliegenden Arbeit wird
jedoch der modernere Begriff Witwe verwendet. Beide Fehler sind in Abbildung
3.15 an einem Beispiel dargestellt. Sie stören den Lesefluss erheblich. Besonders
unästhetisch wirkt es, wenn nur einzelne Worte oder Silben betroffen sind. Im
verwendeten Layout-Programm InDesign wurde festgelegt, dass mindestens zwei
Zeilen bei einem Umbruch zusammenstehen müssen.
Abbildung 3.15: Darstellung der handwerklichen Fehler Waise und Witwe.
34
3.3.4 Randausgleich
Beim verwendeten Blocksatz ergeben sich zwangsläufig Worttrennungen. Die
damit einhergehenden Bindestriche reißen dabei kleine Lücken in die ansonsten
gerade Blocksatzkante. Auf der linken Seite haben Anführungszeichen den gleichen
Effekt. Mehrere solche Satzzeichen untereinander verstärken diese Erscheinung.
Aber auch Buchstaben mit viel Fleisch, also Freiraum auf dem Kegel, wie etwa
der Großbuchstabe V“ tragen am Zeilenbeginn dazu bei, dass der Blocksatz
ungleichmäßig wirken kann. Die Lösung, der Randausgleich oder auch hängende
Interpunktion, besteht darin diese Satzzeichen und Buchstaben ein Stück aus der
Spalte hinausragen zu lassen. Im verwendeten Layout-Programm InDesign heißt
die entsprechende Option Optischer Stegausgleich“.
3.3.5 Registerhaltigkeit
Der Text ist am Grundlinienraster ausgerichtet, um Registerhaltigkeit zu erzeugen.
Das bedeutet, dass alle Zeilen verschiedener Spalten und Seiten parallel zueinander
liegen. Dies unterstützt einen sauberen und ordentlichen Eindruck und sorgt
bei durchscheinendem Papier für bessere Lesbarkeit. Letzteres ist in dem hier
vorliegenden Fall von geringerer Bedeutung, da dickeres, hochwertiges Papier
verwendet wird als beispielsweise bei einer Zeitung. Abbildung 3.16 verdeutlicht
den Effekt der Registerhaltigkeit: Zwei identischen Texten wurden zwei andere
identische Texte in grau untergelegt, um das Durscheinen zu simulieren. Während
dies links aufgrund der Deckungsgleichheit der übereinander gelegten Texte, sprich
Registerhaltigkeit, kaum auffällt, stört rechts der Versatz das Erscheinungsbild.
Abbildung 3.16:
Verdeutlichung des Unterschiedes zwischen registerhaltigem Text
und nicht registerhaltigem Text.
35
3 Design
3.3.6 Raster
Ein Raster teilt die Seite, für den späteren Leser unsichtbar, in horizontaler wie in
vertikaler Richtung, in gleichmäßige Sektionen ein. Neben dem Grundlinienraster
entstehen so kleine Kästchen, die vor allem die Ausrichtung der Bilder für den
Layouter erleichtern soll (vgl. Abbildung 3.17).
Abbildung 3.17: Übersicht über das verwendete Raster [8].
Ein Raster ist sowohl aus wirtschaftlichen, als auch aus ästhetischen Gründen
sinnvoll. Die Hilfslinien, die die Seite unterteilen, sind magnetisch. Dadurch
lassen sich Elemente beim Layouten schnell und exakt platzieren. Außerdem
entstehen durch die Verwendung des Rasters einheitliche Kanten, die sich auf
jeder Seite wiederholen. Damit trägt das Raster zur Markenbildung bei. Wenn das
verwendete Raster sich auf ungewöhnliche Weise von Rastern anderer Dokumente
unterscheidet, verbindet es der Leser mit dem Booklet. Neben der Ordnung,
die dabei entsteht, bietet die Ausrichtung der Elemente dem Leser Orientierung
und Übersicht. Sie hilft dem Auge sich auf intuitive Weise durch die Seiten zu
36
hangeln. Man kann durchaus mehrere Raster übereinander und dediziert für
verschiedene Elemente verwenden. Es ist allerdings zu beachten, dass es nicht zu
viele verschiedene Ausrichtungen gibt, die den Effekt eines Rasters wieder aufheben
würden. Im Booklet wird hauptsächlich mit Blocksatz gearbeitet und nur wenn es
die Umstände erfordern, z.B. bei Bilderunterschriften auf dem linken Seitenrand,
auf rechtsbündigen Satz zurückgegriffen. Auch zentrierter Satz wird nur selten und
gezielt zur ästhetischen Hervorhebung verwendet. Außerdem wird darauf geachtet,
dass Elemente, die sich auf ähnlicher Höhe befinden, so ausgerichtet werden, dass
sie Ober- und/oder Unterkante miteinander teilen. Durch das Raster wird dies
erleichtert. Durch das Raster sind auch die verschiedenen Größen vorgegeben, die
Elemente wie Bilder haben können. Ein Rasterzwang ist jedoch zu vermeiden,
wenn ansonsten zum Beispiel ein schöner, sinniger Zeilenfall bei der Überschrift
verhindert würde oder der Detailreichtum eines Bildes es erfordert die volle Breite
der Seite auszunutzen.
3.4 Vorlagen
Vorlagen bilden die Grundlage für das Erstellen eines Artikels. Eine Vorlage ist ein
vorgefertigtes Layout, in welches noch der Text und entsprechende Abbildungen
eingefügt werden müssen. Anschließend werden die fertigen Artikel zusammen
mit den anderen doppelseitigen Einheiten zum fertigen Booklet zusammengeführt.
Abbildung 3.18 fasst die Gliederung des Booklets zusammen.
Abbildung 3.18: Gliederung des Booklets.
In diesem Abschnitt sollen sowohl die einzelnen Vorlagen, als auch die anderen
Seiten im Booklet chronologisch vorgestellt werden. Da das Cover bereits vor-
37
3 Design
gestellt wurde, wird gleich das Editorial zusammen mit dem Inhaltsverzeichnis
präsentiert. Anschließend werden nacheinander die Vorlagen aus den jeweiligen
Kategorien „Formal“, „Technisch“ und „Medial“ vorgestellt, sowie der Aufbau des
Literaturverzeichnisses. Danach folgen die Publikationen auf einer Doppelseite, in
denen die neuesten Veröffentlichungen festgehalten werden, und daran anschlie-
ßend Mitteilungen, die die aktuelle Forschung betreffen, sowie das Impressum auf
der gegenüberliegenden Seite. Abgeschlossen wird das Booklet mit einem Motiv
auf der Rückseite.
3.4.1 Editorial und Inhaltsangabe
Das Editorial befindet sich, wie in Abbildung 3.19 zu sehen, links und enthält
den Titel des Booklets in ausgeschriebener Form, das Vorwort selbst und ein
Bild des Herausgebers mit seiner Unterschrift. Dies schafft Nähe und erhöht die
Leserbindung [55]. Da das Vorwort in eine Spalte passen muss, sollte es zwischen
250 und 300 Wörter umfassen. Die einzelnen Elemente fügen sich ins Raster ein
und sind leicht versetzt voneinander, um Dynamik zu erzeugen.
Auf der rechten Seite befindet sich das Inhaltsverzeichnis, welches hierarchisch
gegliedert ist. Die sogenannten Anreißer, die Bilder, sollen dem Leser einen
Vorgeschmack auf den Inhalt geben und Neugierde wecken. Dies ist weit effektiver
als eine rein textliche Auflistung des Inhalts, wie in Abschnitt 3.6.1 über die
Wirkung von Bildern noch diskutiert wird. Der Hauptartikel steht an erster Stelle
und das dazugehörige Bild nimmt in etwa ein Drittel des Satzspiegels ein und geht
über beide Spalten. Darunter stehen die Überschrift und ein kurzer Aufmacher,
der ebenfalls das Interesse wecken soll. Rechts daneben folgt schließlich die Angabe
der Seitenzahl. Die restlichen zwei Artikel folgen darunter und sind im Layout
ähnlich aufgebaut. Allerdings befindet sich hier das Bild, sehr viel kleiner, in der
linken Spalte und der Text in der rechten Spalte. Auffällig ist das ungewöhnlich
breite Format der Bilder, das im Kontrast zur vertikalen Ausrichtung des Booklets
steht und Spannung erzeugt. Etwas abgesetzt folgen schließlich die Einträge für
die Publikationen und Neuigkeiten, die kein eigenes Bild haben. Stattdessen wird
die Fläche genutzt, um das Farbschema zu wiederholen und dadurch die Marke
weiter im Leser zu verankern.
38
Abbildung 3.19: Die Vorlage für Editorial und Inhaltsangabe.
3.4.2 Formale Artikel-Vorlagen
Wie weiter oben bereits erwähnt, gibt es für jede Artikelkategorie jeweils zwei
Vorlagen, in die nur noch die Texte und Bilder eingefügt werden müssen. Abbildung
3.20 zeigt beide Vorlagen, mit denen sich formale Artikel ansprechend darstellen
lassen.
3.4.3 Technische Artikel-Vorlagen
Für die technischen Artikel gibt es ebenfalls zwei Vorlagen, die sich im Wesentlichen
nicht von den Vorlagen der formalen Artikel unterscheiden, da es für das optische
Gewicht keine Rolle spielt, ob Quellcode oder Formeln abgedruckt werden. Die
Vorlagen hierzu sind in Abbildung 3.21 zu sehen.
39
3 Design
Abbildung 3.20: Zusammenfassung der Vorlagen für formale Artikel.
Abbildung 3.21: Zusammenfassung der Vorlagen für technische Artikel.
40
Abbildung 3.22: Zusammenfassung der Vorlagen für mediale Artikel.
3.4.4 Mediale Artikel-Vorlagen
Auch die Vorlagen für mediale Artikel lassen sich im Zweifelsfall für andere Kate-
gorien verwenden. Da hier, wie im Grundlagen-Kapitel bereits angeklungen, mehr
Platz für Abbildungen reserviert wird, könnte eine übermäßige Verwendung der
Platzhalter für zeichenbasierte Inhalte das Layout aber unausgewogen erscheinen
lassen.
Damit bei medialen Artikeln auch Screenshots von mobilen Endgeräten präsentiert
werden können, wurde hierfür extra eine vertikale Form in das Layout eingefügt. So
können in Bild 3 auch Serien abgedruckt werden, die eine Entwicklung darstellen
können. Abbildung 3.22 fasst die Vorlagen hierfür zusammen.
3.4.5 Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis ist in die gleichen Abschnitte unterteilt wie der Artikel.
Die verwendeten Quellen werden entsprechend ihrer Verwendung untereinander
angeordnet. Zusätzlich werden, falls vorhanden, je ein Porträt des ersten Autors
und ein QR-Code mit einem Link zur Quelle abgebildet. Die Oberkanten beider
Elemente schließen, wenn es die Länge der Einträge zulässt, mit der ersten Zeile
41
3 Design
eines Eintrages ab, genauer gesagt deren Mittellänge (siehe Abschnitt 3.5.1). Falls
ein Eintrag kürzer sein sollte als ein Bild groß ist, so verschiebt es sich zusammen
mit einem evtl. vorhandenen QR-Code nach oben. Sollte dies aber aufgrund des
oberen Eintrages nicht gehen, wird der gesamte Eintrag so weit wie nötig nach
unten versetzt. Die Namen selbst sind in Kapitälchen und der Titel der Publikation
ist kursiv geschrieben. Die restlichen Angaben wie Veröffentlichungsmedium, -ort
und -datum sind ohne besondere Auszeichnung abgedruckt.
Die Herausforderung für das Layout beim Literaturverzeichnis ist, dass es keine
untere oder obere Beschränkung für die Anzahl oder Länge der Einträge gibt, d.h.
es müssen Lösungen gefunden werden, für den Fall, dass es nur sehr wenige oder
sehr viele Literaturangaben gibt. Einen großen Einfluss hat vor allem anderen der
Autor.
Abbildung 3.23: Zusammenfassung der Vorlagen für Literaturangaben.
Bei sehr wenigen Einträgen, wie rechts in Abbildung 3.23 zu sehen, bietet es sich
an, dem Leser weitere empfehlenswerte Publikationen zum Thema bereitzustellen,
auch wenn sie nicht direkt im Artikel angesprochen werden. Ansonsten besteht
auch die Möglichkeit mit schmückenden Linien dem Weißraum eine Form zu
geben, sodass er eine Funktion erhält und nicht einfach nur leer aussieht. Darüber
hinaus bieten sie die Gelegenheit die Farben des Booklets, Königsblau und Dun-
kelgrau, zu wiederholen. Die bereitgestellten Vorlagen bieten hierfür verschiedene
Möglichkeiten an.
Bei sehr vielen Einträgen, wie links in Abbildung 3.23 zu sehen, kann der Autor
entweder Quellen aussortieren, die von geringerer Bedeutung sind oder alternative
Literatur nennen, die mehrere Gesichtspunkte des Artikels abdeckt, sodass andere
42
Abbildung 3.24: Vorlage für Literaturangaben.
Quellen überflüssig werden. Ansonsten gibt es immer die Möglichkeit eine weitere
Doppelseite für die Literaturangaben anzuhängen. Falls diese dritte und vierte
Seite dadurch jedoch wiederum sehr spärlich gefüllt sein sollte, bietet es sich an,
die Einträge über beide Doppelseiten einigermaßen gleichmäßig zu verteilen, ein
Beispiel ist in Abbildung 3.24 gegeben. Alternativ ließe sich eine erschöpfende
Referenzliste auch auf einer Internetseite zusammenstellen, die per QR-Code am
Ende der Doppelseite verlinkt wird.
3.4.6 Publikationen
Es werden immer drei oder vier Publikationen auf einer Doppelseite vorgestellt (vgl.
Abbildung 3.25). Die Art und Weiße der Anordnung bleibt dabei stets gleich. Jede
Publikation steht in einer Spalte. Zuerst wird der Titel genannt und anschließend
der Abstract abgedruckt. Darunter finden sich die Veröffentlichungsdaten, sowie
ein Bild des ersten Autors und ein QR-Code zur Quelle. Die erste Spalte bleibt
bei drei Publikationen leer und bietet optional Platz für ein Bild, um einen
vorteilhaften Eindruck für die erste Publikation zu hinterlassen. Die folgenden drei
Spalten schließen bündig mit dem unteren Ende des Satzspiegels ab. Dies wirkt
sauber und stabil. Nach oben laufen sie aufgrund der unterschiedlichen Länge
frei aus, sodass trotzdem genügend Dynamik entsteht. Dabei ist jedoch darauf zu
achten, dass keine unästhetische Treppenbildung entsteht. Die Anordnung grenzt
sich vom Rest des Booklets ab und sorgt so für Abwechslung.
43
3 Design
Abbildung 3.25: Zusammenfassung der Vorlagen für Publikationen.
3.4.7 Mitteilungen und Credits
Die Mitteilungen (Announcements) enthalten typischerweise drei Einträge va-
riabler Länger, die in der linken Spalte untereinander stehen. Die rechte Spalte
ist QR-Codes und Bildern vorbehalten (vgl. Doppelseite Abbildung 3.26). Hier
werden dem Leser Neuigkeiten oder Ereignisse, die das Institut oder die Forschung
betreffen, mitgeteilt.
Abbildung 3.26:
Vorlage für Announcements und Credits mit Gegenüberstellung einer
falschen Anwendung.
Die Credits sind sehr schlicht und kompakt gehalten. Durch die Platzierung in
das untere, rechte Eck wirkt der Weißraum gewollt und bringt das wenige, das
44
dasteht umso stärker zur Geltung. Die rechteckige Form der Credits spiegelt einen
Schlusspunkt wider. Ein Vergleich in Abbildung 3.26 mit einer Platzierung in
die linke obere Ecke zeigt, dass der hierbei rechts unten entstehende Weißraum
aufgrund unserer Sehgewohnheiten wirkt, als wäre dem Setzer nur der Text
vorzeitig ausgegangen.
Die Credits umfassen die beiden Herausgeber, jeweils mit Porträt, die drei Autoren
der Artikel, den Layouter und die Kontaktadresse des Instituts. Über den QR-Code
gelangt man zur Seite des Instituts.
3.5 Schrift (Mikrotypografie)
Die Schrift ist von entscheidender Bedeutung. Sie ist das Gesicht und der Bote
einer jeden Nachricht. Sie soll den Leser aufmerksam machen, informieren und „bei
der Stange halten“. Dabei unterstützt sie die Aussage des Textes und vermittelt
die Marke (vgl. Abbildung 3.27).
Abbildung 3.27:
Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wirkung von Schriftarten.
So kann die Schrift vom Charakter her zum Beispiel elegant oder plump, aufdring-
lich oder dezent, nüchtern oder verspielt sein. Allerdings sind nicht alle Menschen
gleich und die Wirkung ist vor allem von den persönlichen Vorlieben und Er-
fahrungen des Lesers abhängig. Die Bestimmung der Zielgruppe schafft daher
etwas Abhilfe. Darüber hinaus gibt es auch zwingende Umstände zu beachten,
wie die Lesbarkeit, die Textmenge, die Größe der Schriftfamilie oder das Budget.
So ist ein einzelner Schriftschnitt der hier verwendeten Schrift Myriad Pro ab
etwa 40 Euro zu beziehen. Eine Helvetica World dagegen ist für ca. 225 Euro
zu erstehen. Ein komplette Schriftfamilie kann aus einer zweistelligen Anzahl an
45
3 Design
Schriftschnitten bestehen, auf die es im Paket aber auch Rabatt gibt. Wichtige
Schriftschnitte sind die reguläre, halbfette und kursive Schrift [28] [29].
Im Folgenden soll unter Bezugnahme dieser Kriterien die Auswahl der Schrift-
arten und Schriftgrade vorgestellt werden. Anschließend werden weitere Details
diskutiert, die unter dem Begriff Mikrotypografie zusammengefasst werden.
3.5.1 Schriftarten
Für das Booklet wurden drei verschiedene Schriftarten ausgewählt: eine für Über-
schriften, eine für den Grundtext und eine dritte für abgedruckten Programmcode.
Gemäß der exklusiven Zielgruppe kamen qualitativ schlechtere, bereits ausgereizte
Schriften oder nur für den Bildschirm geeignete Schriften nicht in Frage. Im
Rahmen der vorliegenden Arbeit muss demnach eine Schriftkombination gefunden
werden, die hochwertig ist und sich bereits in vergleichbaren Anwendungsberei-
chen bewährt hat. Es kann in einzelnen Anwendungsfällen durchaus zweckmäßig
sein, zusätzlich ausgebildete Typographen bei dieser Entscheidungsfindung mit
einzubeziehen, um das volle Potential „Schrift“ für die jeweilige Anwendung
auszuschöpfen.
Überschrift
Für die Überschriften und das Titelblatt wurde daher auf die Schriftart My-
riad Pro
1
zurückgegriffen. Sie hat den Vorteil, dass sie im verwendeten Layout-
Programm Adobe InDesign bereits enthalten ist, viele Schriftschnitte enthält
und somit das Budget schont. Außerdem ist sie eine gut lesbare, humanistische
Serifenlose, die sich in Variationen bei als hochwertig geltenden Organisationen
wie Apple oder Rolls Royce und der Cambridge University oder dem Springer-
Wissenschaftsverlag bereits bewährt hat. Abbildung 3.28 zeigt dies eindrücklich.
Damit passt sie gut zum angesprochenen Leserkreis.
Grundtext
Um einen Kontrast zu den Überschriften und damit Spannung zu erzeugen, wurde
für den Grundtext eine Schrift aus der Klasse der Französischen Renaissance-
1
Die Schriftart Myriad wurde 1992 entwickelt und wenige Jahre später unter dem Namen
Myriad Pro im OpenType-Format um viele Schriftschnitte erweitert.
46
Abbildung 3.28:
Gegenüberstellung verschiedener Wortmarken und Hausschriften
mit der Schrift Myriad Pro in rot. Lediglich die Laufweite und
Strichstärke (ein Feature der Schrift) sind teilweise angepasst [30]
[43] [44].
Antiqua bestimmt, die Minion Pro. Schriften aus dieser Klasse, zu der auch die
berühmte Garamond gehört, wirken abgeklärt, würdig und in sich ruhend. Auf-
grund ihrer guten Lesbarkeit und Ästhetik findet man sie oft in schöngeistigen
Büchern und Magazinen. Sie ist ebenfalls in Adobe InDesign bereits enthalten,
etwas zurückhaltender gestaltet als die Adobe Garamond und verfügt über eine
große Schriftfamilie, sodass auch feine, aber wirkungsvolle Auszeichnungen wie
Kapitälchen oder Mediävalziffern möglich sind. Auf diese besonderen Schriftschnit-
te wird später näher eingegangen. Die Minion Pro ist im Vergleich zur Myriad
Pro eine schmallaufende Schrift und passt damit besser in die, im Vergleich zum
DIN A4 Format, schmaleren Spalten.
47
3 Design
Abbildung 3.29:
Die Verwendung der Schriftart Minion Pro im Logo des Springer
Wissenschaftsverlages.
Abbildung 3.30:
Vergleich der Unterschiede zwischen Myriad Pro und Minion Pro. Teil
a.) vergleicht die Höhe der Unter-, Mittel- und Oberlängen, b.) zeigt
den Einsatz von Serifen, c.) die unterschiedliche Strichstärke, d.) die
Neigung einzelner Buchstaben, e.) Unterschiede in grundsätzlichen
Buchstabenbildungen und f.) die Neigung des Buchstabens „e“.
Außerdem sind beide Schriftarten vom selben Typografen entwickelt worden [37].
Ihre Entstehung liegt nur zwei Jahre auseinander. Dies ist ein weiteres Indiz dafür,
dass sie gut miteinander harmonieren.
Eingesetzt wird die Schrift unter Anderem bei Organisationen wie Roche, der
Universität Wien, der Carl Zeiss AG oder dem Springer-Wissenschaftsverlag (vgl.
Abbildung 3.29). Letzteres Beispiel zeigt nochmals, dass gerade die Kombination
von Myriad und Minion bereits ihren Einsatz in einer professionellen, wissen-
schaftlich orientierten Praxis gefunden hat. Aus typografischer Sicht lassen sich
diese beiden Schriften deshalb so gut mischen, weil sie sich zum einen nicht zu
ähnlich sind, wie es Schriften aus derselben Schriftklasse sind, aber trotzdem
einen ähnlichen Charakter haben, sprich in Duktus
2
, Breitenverlauf, Mittellänge
weitestgehend übereinstimmen.
2Art des Striches (Stärke, Führung), stammt aus der Haltung der Feder in der Kalligrafie.
48
Abbildung 3.31: Grundlegende Bestandteile einer Schrift.
Abbildung 3.30 stellt die wesentlichen Unterschiede beider Schriften gegenüber.
Bei großen Schriftgradunterschieden weichen diese Regeln jedoch ohnehin auf und
es ließen sich auch problematischere Schriften mischen. Abbildung 3.31 zeigt die
grundlegenden Bestandteile einer Schrift.
Quellcode
Für Programmcode kommen Monospace-Schriften in Frage. Beim Programmieren
ist die Lesbarkeit das wichtigste Kriterium, da sich ein Schreibfehler hier besonders
auswirkt. Gleiche Abstände für jeden Buchstaben sorgen für eine klar strukturierte
Übersicht über den Text. Denn selbst Leerzeichen können semantisch wichtig sein
oder dem Code auf schnelle und einfache Weise seine Form verleihen.
Abbildung 3.32:
Vergleich dreier Monospace Schriftarten: a.) Courier New, b.) Con-
solas, c.) CamingoCode.
Auch müssen die einzelnen Zeichen klar voneinander unterschieden werden können,
wie zum Beispiel der Großbuchstabe O und die Zahl 0.
Diesen Zweck, der vor allem beim Arbeiten am Bildschirm eine tragende Rolle
spielt, würde die frei erhältliche Schrift CamingoCode (Abbildung 3.32 c) aus dem
Jahr 2013, sehr gut erfüllen [32]. Des Weiteren ist sie schmal gehalten und würde
daher gut zum Papierformat passen. Letztendlich wurde für das Booklet aber
die kommerzielle, seit Windows Vista mit Microsoft Office mitgelieferte Consolas
(Abbildung 3.32 b) ausgewählt. Da die Programmausschnitte kurz gehalten werden
und die Consolas näher an normalem Text gestaltet ist und damit auch für Tabellen
in Fragen kommt, spielen die programmiertechnischen Vorteile eine untergeordnete
49
3 Design
Rolle. Die Consolas ist eine etablierte Schrift mit vielen Schriftschnitten. Sie ist
nicht so abgegriffen wie die oft verwendete Courier New (Abbildung 3.32 a) und
ihr aus typografischer Sicht auch überlegen.
3.5.2 Schriftgrade
Bei den Schriftgraden wurde die Anzahl der verwendeten Abstufungen ebenso
begrenzt wie die Anzahl unterschiedlicher Schriftarten. Mehr Schriftgrade würden
unruhig und unübersichtlich wirken.
Überschrift
Der Schriftgrad der Artikelüberschriften beträgt 30 Punkt und erzeugt damit
einen deutlichen Größenkontrast zum Vorspann und zum Grundtext. Dies ist
wichtig für den Blickfang und eine schnelle Orientierung seitens des Lesers. Ist
die Überschrift allerdings zu groß, kann sie schnell marktschreierisch wirken und
würde ein anderes Zielpublikum bedienen. Ist sie zu klein, ist sie dem Grundtext
zu ähnlich und erzeugt zu wenig Spannung. Sie verkauft den Artikel unter Wert.
Eine Überschrift besteht aus nicht mehr als zwei Zeilen. Zum einen verhindert
dies eine optische Überladung der Seite und zum anderen zwingt es den Autoren
sich eine markante, interessante Überschrift auszudenken.
Die einzelnen Buchstaben- und Wortabstände einer Schrift sind von ihrem Erstel-
ler für normalen Fließtext optimiert und aufeinander abgestimmt. Sie laufen bei
großen Schriftgraden überproportional auseinander. Deshalb erfolgt bei Schrift-
graden ab circa 18 Punkt ausnahmsweise ein manueller Eingriff ins Schriftbild.
Die Abstände werden verkürzt. Gleichzeitig schafft dies neben dem verbesserten
optischen Eindruck auch geringfügig mehr Platz für die Unterbringung von Text.
Die Überschrift wird hierbei um 10 Punkt gestaucht. Gleiches gilt für den Zei-
lenabstand, der bei großen Schriftgraden überproportional wächst. Bei Kürzen
des Zeilenabstands ist es aber wichtig, dass sich die Unterlängen der oberen Zeile
nicht mit den Oberlängen der unteren Zeilen berühren. Der Zeilenabstand der
Überschrift wird hierbei auf 33 Punkt verkürzt. Damit beträgt der Zeilenabstand
also nur noch 110% des Schriftgrades.
50
Vorspann
Der Vorspann steht zwischen Überschrift und Grundtext. Semantisch gehört er
zum Grundtext und ist deswegen räumlich näher an ihm platziert als zur Über-
schrift. Der Abstand zwischen Vorspann und Überschrift beträgt zwei Leerzeilen
des Grundtextes und der Abstand zwischen Vorspann und Grundtext eine Leer-
zeile. Außerdem teilt sich der Vorspann die Schriftart mit dem Grundtext. Zur
Hervorhebung der besonderen Stellung des Vorspanns werden jedoch drei wesent-
liche Unterschiede gemacht. Zum einen wird ein anderer Schriftschnitt verwendet,
nämlich die Kursive Minion Pro, um mehr Dynamik zu erzeugen. Zum anderen
wird ein größerer Schriftgrad von 13 Punkt verwendet, was den Vorspann von
einer gewöhnlichen kursiven Auszeichnung im Fließtext absetzt. Und darüber
hinaus verläuft der Vorspann, nicht zuletzt auch wegen des größeren Schriftgrads
und damit höheren Platzbedarfs, über zwei Textspalten.
Auch beim Vorspann gibt es, aus ähnlichen Gründen wie bei der Überschrift, eine
obere Grenze für die Anzahl der Zeilen. Sie beträgt 5 Zeilen.
Grundtext
Der Grundtext hat einen Schriftgrad von 10 Punkt und einen Zeilenabstand
von 12 Punkt. Dies entspricht der Faustregel, dass der Zeilenabstand 120 %
des Schriftgrades entsprechen soll [26] [27] [55]. Dies muss keinesfalls immer für
optimale Zeilenabstände sorgen, passt in diesem Fall aber sehr gut zur verwendeten
Schrift, da sie hohe Mittellängen besitzt und eine ausgewogene Kegelausnutzung
hat. Der Zeilenabstand entspricht optisch in etwa der Höhe der Mittellänge. In
Tabelle 3.1 wird eine Zusammenfassung der typografischen Merkmale des Layouts
gegeben.
Element Schriftart Schriftschnitt Schriftgrad/Zeilenabstand [pt]
Hauptüberschrift Myriad Pro Regular 30/33
Zwischenüberschrift Myriad Pro Regular 13/15,6
Tabellenkopf Myriad Pro Semibold 11/13,2
Vorspann Minion Pro Regular 13/15,6
Grundschrift Minion Pro Regular 10/12
Bildunterschrift Minion Pro Kursiv 10/12
Code Consolas Regular 10/12
Tabelle 3.1: Zusammenfassung typografischer Merkmale des Layouts.
51
3 Design
3.5.3 Zeichenabstand
Unter bestimmten Umständen kann es erforderlich sein, den vom Schriftentwickler
eingestellten Zeichenabstand zu verändern. Dies gilt, wie bereits im Abschnitt
über Überschriften angesprochen, für besonders große, aber auch für besonders
kleine Schriftgrade, sowieso für Negativsatz und als Notlösung für Platzprobleme
und zur Vermeidung von Umbruchfehlern.
3.5.4 Auszeichnung und schmückende Elemente
Auszeichnungen sind Hervorhebungen im Text. Es wird zwischen aktiver und
passiver Auszeichnung unterschieden. Dies hat mit der Leseform zu tun. Aktive
Auszeichnungen sind etwa (halb-)fette Markierungen oder Unterstreichungen.
Passive Auszeichnungen, wie eine kursive Schriftsetzung oder etwa Kapitälchen,
dagegen sind dezenter und verändern nicht den Grauwert des Textes. Dadurch
sind sie beim Überfliegen nicht so schnell zu erfassen wie aktive Auszeichnungen.
Je nach Leseform ist also das eine oder das andere zweckdienlicher.
Initialen
Die Initiale ist ein Großbuchstabe am Anfang eines Artikels, der über mehrere
Zeilen läuft. Durch seine Größe werden die schönen Formen von Buchstaben, wie
z.B. A, B, M oder O, zur Zierde [55]. Das Erscheinungsbild des Artikels wird
aufgelockert. Gleichzeitig dient die Initiale als Orientierungshilfe für den Leser. So
ist es problemlos möglich den Text nicht nur unmittelbar unter der Überschrift
beginnen zu lassen, zumal es für jeden Artikel nur eine Initiale gibt. Hierbei gilt es
ein Gleichgewicht zu finden: Die Initiale muss groß genug sein einen Unterschied
zu machen, aber klein genug, um nicht in Konkurrenz zur Überschrift zu treten.
Die Größe wurde für das Booklet deshalb auf 3 Zeilen festgelegt.
Es ist darauf zu achten, dass keine zu kurzen Wörter oder Anführungszeichen den
Anfang bilden. Ebenso problematisch wäre das I oder L als Initiale. Es bietet sich
an, den Text in diesen Fällen umzuschreiben, wie dies in Abbildung 3.33 getan
wurde.
52
Abbildung 3.33: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wirkung von Initialen.
Mediävalziffern und Kapitälchen
Mediäval- oder auch Minuskelziffern verfügen, im Gegensatz zu den heute gebräuch-
licheren Tabellen- oder Versalziffern, ebenso über Unter-, Mittel- und Oberlängen
wie Kleinbuchstaben (vgl. Abbildung 3.34). Dadurch fügen sie sich besser in das
Textbild ein. Durch viele kleine Details wie dieses, wird die Wertigkeit des Booklets
erhöht. In Tabellen werden jedoch weiterhin Tabellenziffern verwendet.
In eine ähnliche Kategorie fallen Kapitälchen. Diese sind Großbuchstaben, die
bis auf den ersten Buchstaben eines Wortes, auf die Größe von Kleinbuchstaben
geschrumpft wurden. Diese gelten als besonders ehrwürdig und werden im Booklet
für Namen verwendet. Es ist dabei zu beachten, dass echte Kapitälchen, ebenso
wie z.B. die halbfette oder kursive Schrift ein eigens kreierter Schriftschnitt des
Typografen sind. Werden lediglich die Großbuchstaben der regulären Schrift auf
Höhe der Kleinbuchstaben skaliert, fallen die sogenannten „falschen Kapitälchen“
durch ihre unsauberen Proportionen negativ auf.
Abbildung 3.34: Darstellung von Mediävalziffern, Tabellenziffern und Kapitälchen.
53
3 Design
3.6 Abbildungen
Abbildungen spielen die wichtigste Rolle bei der Kommunikation in fast jedem
Medium und so auch hier. Sie werden als erstes wahrgenommen, noch vor der
Überschrift (vgl. Abbildung 3.35). Sie sprechen den Betrachter auf der Gefühlsseite
an, während Text den rationalen Teil im Menschen erreicht. Damit haben sie
einen großen Einfluss auf die Bewertung der vermittelten Information durch den
Leser. Sie stehen wie der Text in einer eindeutigen Beziehung zum behandelten
Thema und unterliegen daher der Auswahl des Autors. Die Art und Weise wie
mit Bildern umgegangen wird, trägt ebenfalls zur Stil- und Markenbildung bei. In
den folgenden Abschnitten werden die gestalterische und technische Qualität von
Abbildungen detailliert besprochen, sowie gesondert die zum Bild und nicht zum
Layout gehörenden Bildunterschriften.
Abbildung 3.35: Beispiel für ein Aufmerksamkeit erregendes Bild [2].
3.6.1 Bildwirkung
Wie eingangs schon erwähnt kommt Bildern eine außerordentliche Bedeutung zu.
Dies geht so weit, dass qualitativ schlechtes Bildmaterial nur schwer mit anderen
54
gestalterischen Mitteln aufgefangen werden kann. Es würde ein großzügiges Layout
und hochwertiges Papier in seiner Wirkung egalisieren oder gar konterkarieren.
Umgekehrt lassen gute Abbildungen den Leser leichter über etwaige handwerkliche
Fehler und ästhetische Unzulänglichkeiten im Gesamtwerk hinwegsehen.
Der Mensch braucht etwa eine hundertstel Sekunde, um ein klares, übersichtliches
Bild zu erfassen und zu behalten. Je ungewöhnlicher ein Bild, desto länger ist
die Beschäftigung mit diesem. Allerdings darf es auch nicht zu ungewöhnlich
sein, da sonst der Zugang fehlt. Ein dosiertes Diskrepanzerlebnis spielt also auch
bei Bildern eine Rolle. Ein anderes Maß als die menschliche Empfindung dafür
gibt es allerdings nicht und so ist es auch von den persönlichen Erfahrungen des
Betrachters abhängig, wie ein Bild wahrgenommen wird. Dennoch ist eine größere
Verallgemeinerung möglich als bei Farben. Ein gutes Foto ist in der Lage eine
Stimmung zu transportieren, ohne dass der Betrachter vor Ort gewesen sein muss.
In diesem Zusammenhang steht auch die Glaubwürdigkeit eines Bildes. Gerade
die Porträts in den Literaturangaben im Booklet zeigen, dass hinter der Forschung
echte Menschen stehen. Man sollte allerdings nicht versuchen mit erworbenen
Beispielfotos Qualitätsanforderungen zu bewerben, die man nicht bedienen kann
und die bereits in anderen, unbekannten, Kontexten verwendet wurden. Besonders
auffällig würde dies, wenn dem Betrachter der Vergleich von unprofessionellen
Schnappschüssen und erworbenen, hochwertigen Fotos auf einer gemeinsamen
Seite oder über wenige Seiten hinweg, direkt vor Augen geführt würde. Es kann
Bildmaterial zwar auch in Auftrag gegeben oder gekauft werden, allerdings sollte
das Niveau über das Booklet hinweg nicht zu sehr schwanken. Die Grenzen zur
vertretbaren und nicht mehr vertretbaren Manipulation sind fließend.
Schnitt
Wie im Abschnitt über das Format des Booklets schon angedeutet, spielt die
Form oder der Ausschnitt eines Objektes eine Rolle bei der Wahrnehmung eben
dieses. Um möglichst flexibel bei der Auswahl des Formats zu sein, ist es hilfreich
ein Bild zu haben, das viel Platz um das eigentliche Sujet lässt. Auf diese Weise
lässt es sich nach Belieben zuschneiden, was bei einem festen Layout die Optionen
erhöht, wo es platziert werden kann. Es ist also zweckdienlich die Distanz aus
der fotografiert wird, etwas zu erhöhen. Später beim Layout kann immer noch
ein engerer Bildausschnitt gewählt werden. Entscheidend ist hierbei natürlich das
55
3 Design
Auflösungsvermögen der Kamera, sodass ein Bild vergrößert werden kann, ohne
dass einzelne Pixel sichtbar werden. In Abschnitt 3.6.2 wird detaillierter auf die
technischen Qualität von Bildern eingegangen.
Abbildung 3.36: Quadratischer Ausschnitt eines Bildes.
Abbildung 3.37: Vertikaler Ausschnitt eines Bildes.
56
Grundsätzlich gelten für die Formate von Bildern die gleichen gestalterischen Ge-
setzmäßigkeiten wie für das Format des Booklets selbst. So erzeugen quadratische
Formen Stabilität (vgl. Abbildung 3.36), während vertikale Formate Spannung und
Dynamik (vgl. Abbildung 3.37) und horizontale Ruhe und Schwere ausstrahlen
(vgl. Abbildung 3.38). Diese können dann in Harmonie oder in Kontrast zum
umgebenden Papierformat gesetzt werden.
Abbildung 3.38: Horizontaler Ausschnitt eines Bildes.
Bilder deren markante Punkte deutlich aus der Bildmitte heraus gesetzt werden,
etwa auf Höhe des goldenen Schnitts oder einem Drittel der Bildgröße wirken oft
interessanter und eleganter, da die Aufmerksamkeit nicht in der Mitte ruht. Es
kommt Dynamik zum Tragen, die mit dem optischen Schwerpunkt spielt.
Personen
Für Personenaufnahmen sollen kurz einige Regeln festgehalten werden, die nur
bei einem bewusst verfolgten Zweck überschritten werden sollten. So kann bei
einem Porträt z.B. die Schädeldecke abgeschnitten werden, um dem Gesicht,
das die wesentlicheren Informationen für den Betrachter bereithält, mehr Platz
einzuräumen. Allerdings sollte bei einer hohen Stirn nicht zu hoch angesetzt
werden, da der Kopf sonst zylindrisch wirken kann. Bei Ganzkörperabbildungen
birgt der Anschnitt des Kopfes keinen Vorteil für die Lenkung der Aufmerksamkeit
mehr und wirkt im Gegenteil unprofessionell. Des Weiteren sollte nicht direkt
unterhalb des Mundes oder der Nase abgeschnitten werden. Ebenfalls sollte nicht
mehr unterhalb der Knie oder direkt an Gelenken geschnitten werden. Ebenso
wenig sollten Gesichter in den Falz eines Booklets platziert werden. Außerdem
sollte insbesondere in der Blick- oder Bewegungsrichtung etwas Platz zwischen
Sujet und Bildrand gelassen werden.
57
3 Design
Abbildung 3.39: Aufnahme eines Gruppenfotos [45].
Gruppenaufnahmen, wie in Abbildung 3.39 zu sehen, sind, ähnlich den Fotos von
Handschlägen zwischen Politikern, oft gesehene und daher brave und langweilige
Angelegenheiten, die mehr einem Ritual zu verdanken sind als dass sie etwas
Wesentliches mitzuteilen hätten. Spannend sind sie chsten für diejenigen, die
dabei gewesen sind. Wie weiter oben bereits angesprochen, ist ein gutes Foto
allerdings in der Lage Stimmungen zu transportieren für diejenigen, die gerade
nicht dabei gewesen sind. Es ist also besser Bewegung in die Fotos zu bringen
oder die Gesichter in den Fokus zu rücken. Abbildung 3.40 zeigt beispielhaft wie
dies gelingen kann. Durch die Großaufnahme des Gesichts werden Emotionen
transportiert, die das Bild lebendiger machen. Das Bild rechts daneben zeigt eine
Momentaufnahme während des Essens, was nicht gestellt und daher glaubwürdig
ist. Durch den unteren Ausschnitt wird die Beziehung und Interaktion der anwe-
senden Personen untereinander verdeutlicht. Außerdem findet sich ein Kontrast
zwischen der Ausgelassenheit in den oberen Ausschnitten und den eher ruhigen
oder auch nachdenklichen Gesichtsausdrücken im unteren Bild. Auch die Anzahl
und Größe der abgebildeten Personen variieren. Die Uniformen bleiben trotz-
dem erkennbar, sodass die Situation ebenso klar bleibt wie im Gruppenfoto. Die
eben besprochene Wirkung unterschiedlicher Formate kommt bei dieser Collage
ebenfalls zur Geltung.
58
Abbildung 3.40:
Dynamische Zusammenstellung als Alternative zum Gruppenfoto
[48] [46] [47].
Perspektive
Wenn insbesondere Fotos immer nur aus der Perspektive geschossen werden, die
ein erwachsener Mensch ohnehin den Großteil des Tages einnimmt, dann wird eine
Chance verpasst das Diskrepanzerlebnis zu optimieren. Statt alles, was kleiner
ist als man selbst, von oben herab und alles was größer ist, von unten hinauf zu
fotografieren, lohnt es sich eine ungewöhnliche Perspektive einzunehmen oder die
Objekte auf ihrer Augenhöhe abzulichten.
Henne-Küken-Prinzip
Das Henne-Küken-Prinzip ist im Grunde nichts anderes als das Ausnutzen von
Kontrast, indem einem kleinen Bild ein großes gegenüber gestellt wird [55]. Dabei
darf auch etwas Abstand zwischen den Bildern bestehen. Dieses Prinzip wurde in
den Vorlagen berücksichtigt, sodass der Autor sich nicht selbst darum kümmern
muss (vgl. Abbildung 3.41). Wären alle Bilder auf einer Seite gleich groß, höbe
sich die Aufmerksamkeit gegenseitig auf. Allerdings kann auch dies abwechs-
lungsreich sein, wenn es auf Seiten folgt, die das Henne-Küken-Prinzip bereits
angewandt haben. Je nach Aussage kann eine Serie von gleichgroßen Bildern auch
zweckdienlicher sein als ein Größenkontrast.
59
3 Design
Abbildung 3.41: Darstellung des Größenkontrastes zwischen Bildern [6] [9].
Blickrichtung
Als soziales Wesen reagiert der Mensch am stärksten auf Abbildungen von Men-
schen, vor allen Dingen aber auf Gesichter. Insbesondere in den Augen lesen wir
nämlich die Stimmung und Absicht einer Person. Blicke, die nicht unbedingt
60
menschlicher Natur sein müssen, lenken daher unsere Aufmerksamkeit. Wir rea-
gieren auf Insektenaugen ebenso wie auf Smileys oder gar Häuserfassaden. Ein
Bild sollte daher immer so platziert werden, dass die Blickrichtung des Sujets zum
Bund zeigt und nicht aus dem Booklet heraus. Gleiches gilt für die Bewegungs-
oder Fahrtrichtung. Am stärksten wirkt jedoch ein direkter Blick. Die Gefüh-
le, die das Sujet im Betrachter auslöst, werden so verstärkt. Das sogenannte
Kindchen-Schema (große Augen, weiche Gesichtszüge, Stupsnase) wirkt dabei
besonders sympathisch, wird aber nicht mehr mit Seriosität und Ernsthaftigkeit
in Verbindung gebracht.
Allerdings spielen auch Gestik und Mimik eine Rolle in der menschlichen Kommu-
nikation und damit in der Wahrnehmung eines Bildes. Die Blickrichtung kann
auch aufgrund unserer Leserichtung für die Aussagekraft eines Bildes von Bedeu-
tung sein. So wird ein Blick nach rechts eher als ein Blick nach vorne oder in die
Zukunft wahrgenommen als die Blickrichtung nach links. Abbildung 3.42 fasst
einige dieser besprochenen Faktoren zusammen.
Abbildung 3.42:
Links ein direkter Blick, rechts geht der Blick am Betrachter vorbei
[18] [31].
Face-ism-index
Bilder, die das Gesicht einer Person fokussieren, betonen deren charakterliche
Eigenschaften, besonders den Intellekt und erhöht ihre Präsenz [60]. Die Person
wird so ehrgeiziger und ernst zu nehmender erscheinen, als in einem Porträt,
das bis zur Hüfte reicht. Denn eine körperbetonte Aufnahme rückt eher sexuelle
Attribute in den Vordergrund. Solche Fotos eignen sich daher zur Darstellung
der Attraktivität einer Person oder von körperlicher Arbeit. Auch symbolisch
für Menschen, die „anpacken“ wie Unternehmer oder Politiker, eignet sich ein
größerer Ausschnitt. Abbildung 3.43 zeigt eine Gegenüberstellung verschiedener
61
3 Design
Ausschnitte. Im Booklet allerdings werden „Rationalität, innovatives Denken
und Wohlüberlegtheit“ der Wissenschaftler über eine Konzentration auf deren
Gesichter in den Porträts vermittelt.
Abbildung 3.43:
Verschiedene Ausschnitte eines Porträts von Stephen Wolfram [51].
Weitere Bildwirkungen
Zusammengefasst seien an dieser Stelle weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die
Wahrnehmung eines Bildes haben. So erzeugen Bilder in warmen Farbtönen, die
ins Rötlich-Gelbliche gehen eine positive Stimmung, während Farbtöne, wie etwa
Blau oder Grün, abweisend und kalt wirken. Helle Farben dagegen vermitteln
einen Eindruck von Frische und Leichtigkeit. Dunkle Bilder wirken schwerer,
ohne allerdings zwangsläufig eine düstere Stimmung zu verbreiten. Eine weitere
Technik, die oft professionelle Fotos von Schnappschüssen unterscheidet ist der
Einsatz von Schärfentiefe. Während bei einfachen Kameras alles vom Vorder-
bis zum Hintergrund scharf abgebildet wird, kann man bei einer Kamera mit
einem entsprechenden Objektiv einen ganz bestimmen Bereich im Abstand zur
Kamera scharf stellen. Dadurch können Teile des Bildes betont werden, während
andere, z.B. der Hintergrund, unscharf gestellt und dadurch vom Betrachter noch
leichter ausgeblendet werden können. Falls möglich sollte man diese weiteren
genannten Aspekte bei der Auswahl des Bildmaterials berücksichtigen. Natürlich
gibt es noch viele weitere Faktoren, die zu einem professionellen Foto beitragen.
Völlig ausgeklammert wurde der Aspekt der richtigen Beleuchtung, da der Fokus
der vorliegenden Arbeit auf der Bildauswahl und -platzierung und nicht auf der
Bilderzeugung liegt.
62
3.6.2 Technische Qualität
Damit die ästhetische Wirkung der Bilder zur Entfaltung kommen kann, ist es
wichtig, dass auch die reproduktionstechnische Verarbeitung stimmt. Nachfolgend
soll vor allen Dingen auf die Parameter Kontrast, Schärfe und Auflösung einge-
gangen werden. Für eine ordentliche Bildaufbereitung kann auch ein Dienstleister
herangezogen werden.
Kontrast
Der Kontrast gibt das Verhältnis zwischen der dunkelsten und der hellsten Stelle
in einem Bild an. Er wird durch eine logarithmische Kurve dargestellt, wie sie in
Abbildung 3.44 zu sehen ist. Sie wird als Gamma- oder Gradationskurve bezeichnet.
Je höher der Kontrast, desto weniger Zwischenstufen gibt es. Im Extremfall also
lediglich schwarz und weiß.
Problematisch kann der Kontrast werden, wenn auf dem Bildschirm in sehr
dunklen oder sehr hellen Bereichen noch feinste Schattierungen, also Zeichnung zu
erkennen ist, die im gedruckten Resultat „absäuft“ bzw. „zuschmiert“ [55]. Diese
Begriffe sind unter Designern übliche Fachtermini, welche vor allem aussagen,
dass das jeweilige Bild an betroffener Stelle nur noch schwarz bzw. weiß ist. Dies
wird in der Low-Key bzw. High-Key-Photographie allerdings auch als bewusstes
Stilmittel eingesetzt.
Wird allerdings zu wenig Kontrast benutzt, flacht das Bild ab und bildet ein
schleierhaftes Grau in Grau. Formt man die Gradationskurve zu einem leichten
„S“, werden die dunklen Bereiche wieder dunkler und die hellen heller, das Bild
wird wieder markanter. Es ist allerdings darauf zu achten, dass es nicht künstlich
wirkt, wenn das nicht beabsichtigt ist. Außerdem ist zu beachten, wie in Abschnitt
3.7.2 noch erklärt wird, dass der Kontrast im Ausdruck wesentlich stärker aus-
fällt als am Bildschirm, der über einen größeren Farbraum und den Vorteil der
Hintergrundbeleuchtung verfügt.
Schärfe
Unschärfe im Bild entsteht durch ein Verwackeln der Kamera oder durch Bewegung,
genauer: Belichtungszeit und Fokus des Objektivs. Falls die Schärfe nicht bewusst
inszeniert wird, um Bewegung darzustellen oder Aufmerksamkeit zu lenken, gibt
es drei Möglichkeiten zu verfahren.
63
3 Design
Abbildung 3.44: Vergleich unterschiedlicher Einstellungen der Gradationskurve [4].
Ein unscharfes Foto lässt sich bis zu einem gewissen Grad am Computer mit
entsprechenden Werkzeugen, wie z.B. Photoshop, entsprechendes Fachwissen
vorausgesetzt, digital nachschärfen. In Abbildung 3.45 wurde über
Filter
Scharfzeichnungsfilter Unscharf maskieren...
das linke Bild mit einer
Stärke von 100% und einem Radius von 3 Pixel nachgeschärft. Grundsätzlich gilt
aber, dass fehlende Informationen, hier Bilddetails, nicht aus dem Nichts kommen
können.
Abbildung 3.45:
Vergleich zwischen einem unscharfen Bild und seiner nachgeschärf-
ten Version. (c) Foto: Anselm Crombach, Corina Nandi, Roland
Weierstall.
Eine andere Möglichkeit ein vom Motiv her gutes, aber leider verwackeltes Foto
dennoch zu verwenden, besteht darin es zu verfremden und als Grafik zu ver-
64
wenden. Dies schafft zudem Abwechslung zu den anderen Fotos und frischt das
Erscheinungsbild auf. Ein Beispiel wäre den Kontrast soweit zu erhöhen, dass ein
monochromatisches Bild entsteht und dieses dann mit dem verwendeten Farb-
schema, hier Königsblau, zu färben und als Hintergrundbild zu verwenden (vgl.
Abbildung 3.46 rechts). Für das Booklet wurde im Anwendungsprogramm Illustra-
tor ein königsblaues Rechteck mit einer Opazität von 90% über das eingebettete
Originalfoto gelegt und über
Effekt Verzerrungsfilter Glas mit einem
interessanten Effekt belegt
(vgl. Abbildung 3.45 links). Anschließend wurde
es als Hintergrundbild im Artikel eingefügt. Der darüberstehende Text wurde in
weiß gesetzt.
Abbildung 3.46:
Alternative Verwendungen für unscharfe Fotos. (c) Foto: Anselm
Crombach, Corina Nandi, Roland Weierstall.
Die dritte Möglichkeit wäre das Bild neu zu fotografieren. Ansonsten bleibt nur
der Verzicht auf das Motiv. Dies ist dem Verwenden eines schlicht missglückten
Fotos vorzuziehen.
Auflösung
Man kann zwischen drei verschiedenen Auflösungsarten unterscheiden. Zum einen
gibt es die Bildauflösung, wie sie für den Bildschirm gebräuchlich ist und die
lediglich die Anzahl der Pixel in der Breite und Höhe angibt. Die Ausgabeauflösung
hingegen gibt an, wie viele Pixel pro Zoll oder Zentimeter zu drucken sind. Dies
bedeutet, dass bei einer Ausgabeauflösung von 10 ppi
3
ein Pixel eine Länge von
ca. 2,5 mm besitzt und damit für den gewöhnlichen Zeitungsleser sehr leicht
zu erkennen und der wahrgenommenen Bildqualität überaus abträglich ist. Da
3pixels per inch, englisch für „Pixel pro Zoll“
65
3 Design
Bildschirme meist eine Auflösung von 72 ppi haben, sollte das Bild dort rein
rechnerisch etwa viermal größer sein, als beim späteren Druck mit 300 ppi.
Als drittes ist die Rasterauflösung zu nennen. Auf das Druckraster wird in Ab-
schnitt 3.7.2 noch genauer eingegangen. In jedem Fall entscheidet sich an dieser
Rasterauflösung, wie viele Pixel letztendlich wirklich nötig sind, um ein optimales
Ergebnis zu erzielen. Dazu sollte die Ausgabeauflösung dem 1,5- oder zweifachen
dieser Rasterweite (lines per inch/cm) entsprechen. Fiele das Verhältnis unter 1,
so würde jeder Pixel durch mehrere Rasterzellen dargestellt werden. Die Pixel-
struktur würde deutlich sichtbar. Bei einem sogenannten 60er Raster (60 lpcm
oder ca. 150 lpi) sollten zu druckende Bilder also eine Ausgabeauflösung von 225
bis 300 ppi haben.
Der Abstand des Betrachters zum Bild spielt allerdings auch eine Rolle. Bei einem
Poster beispielsweise würde es schwierig werden ein Bild zu produzieren, das so
viele Pixel beinhaltet, um den oben genannten Ansprüchen zu genügen. Da es
jedoch aus größerem Abstand betrachtet wird, fallen gröbere Rasterweiten nicht
auf. Eine 50 Megapixel Kamera ist für solche Zwecke also nicht erforderlich. Auch
bei Fotos im A4 Format werden solche Details schnell übersehen. Bei sehr kleinen
Bildern, die wichtige Informationen enthalten, schaut der Betrachter hingegen
genauer hin. Im Zweifel hilft ein Probedruck die Qualität zu beurteilen.
Weitere Kriterien
Weitere Kriterien, die die Qualität eines Bildes beeinflussen sind die Sättigung
(graue bzw. leuchtende Farben), die Helligkeit (Hinzufügen von weiß bzw. schwarz)
oder der Tonwert (wichtig für Schwarzweiß-Aufnahmen). In Bildbearbeitungs-
programmen wie Photoshop gibt es Einstellungen zur automatischen Korrektur.
Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit Bilder von einem Dienstleister bearbeiten
zu lassen.
66
Abbildung 3.47: Einstellungspanel für die Farbkorrektur in Photoshop.
Bei einem Probedruck des Booklets wurde festgestellt, dass viele Bilder zu dunkel
geraten sind und einen Gelbstich aufgewiesen haben. Letzteres wurde in Photoshop
mit der Einstellung
Bild Korrektur Gleiche Farbe...
mit einem Häkchen
auf Ausgleichen korrigiert, wie es in Abbildung 3.47 gelb markiert ist. Um ein Bild
aufzuhellen gibt es unter
Bild Korrektur Helligkeit/Kontrast
ebenfalls
eine geeignete Methode. Ein Wert zwischen 25 und 50 genügt in den meisten Fällen.
Allerdings ist dies vom konkreten Fall abhängig. Ein Vorher-Nachher-Vergleich ist
in Abbildung 3.48 zu sehen.
Abbildung 3.48:
Vergleich des Originalbildes mit der ausgeglichenen Version. (c) Foto:
Anselm Crombach, Corina Nandi, Roland Weierstall.
67
3 Design
3.6.3 Bildunterschrift
Wie bereits angesprochen sind Bilder das erste, das dem Betrachter beim Auf-
schlagen des Booklets ins Auge springen. Wenig später, aber mit hoher Wahr-
scheinlichkeit vor dem eigentlichen Artikel, werden die Bildunterschriften gelesen.
Diese Aufmerksamkeit gilt es auszunutzen. Während in alltäglichen wissenschaft-
lichen Publikationen Bildunterschriften eher pro forma und zur Dokumentation
hinzugefügt werden (vgl. Abbildung 3.49 links), sollten dem Leser hier wertvol-
le Informationen angeboten werden, die ihn im Idealfall dazu animieren, den
gesamten Artikel zu lesen (vgl. Abbildung 3.49, rechts).
Abbildung 3.49: Vergleich von Bildunterschriften.
68
3.7 Druck
Abschließend soll geklärt werden unter welchen Bedingungen das Medium pro-
duziert werden kann und soll. Zunächst gilt es zu klären, welche Eigenschaften
das Papier aufweisen muss, welche Besonderheiten bei der Farbwiedergabe zu
beachten sind, welches Druckverfahren in Frage kommt und schließlich wie das
Booklet gebunden werden soll.
3.7.1 Papier
Das Gewicht des Papiers wird auch als Grammatur bezeichnet und in Gramm pro
Quadratmeter angegeben. Ein DIN A4 Blatt, welches durch viermalige Halbierung
eines 1 m
2
großen Papieres entsteht, wiegt also entsprechend der Angabe 1/16
davon. Gewöhnliche Briefbögen haben beispielsweise eine Grammatur von 80 oder
90 g/m2, Broschüren 135-170 g/m2und Visitenkarten 240 bis 400 g/m2[26].
Da das Booklet einen hochwertigen Eindruck hinterlassen soll, darf und muss das
Papier etwas dicker sein als gewöhnliches Kopierpapier. Die Grammatur sollte
also bei 150 g/m2angesetzt werden.
Im Booklet spielen hochwertige Bilder und Fotos, wie in jeder Broschüre eine
wichtige Rolle. Daher sollte gestrichenes, glänzendes Papier verwendet werden.
Dieses erzeugt zwar Reflexionen, die das Lesen erschweren können, aber da die die
Artikel kurz gehalten sind, ist dies zu vernachlässigen. Neben der edlen Wirkung
spielen auch technische Gründe eine Rolle, wie Hitzebeständigkeit beim hier
verwendeten Laserdruck. Auch hier empfiehlt sich im Zweifelsfall ein Probedruck.
3.7.2 Farbtreue
Wesentlich für die nachfolgenden Betrachtungen sind die beiden Farbräume RGB
und CMYK, die in Abbildung 3.50 gegenübergestellt sind. Sie erzeugen Farben
auf unterschiedliche Weise. So arbeiten Computerbildschirme im RGB-Farbraum,
weil ihre Pixel aus den Farben Rot, Grün und Blau aufgebaut werden. Alle
anderen Farben entstehen durch additive Farbmischung dieser drei Grundfarben
in unterschiedlicher Intensität. So ergibt beispielsweise Rot und Grün die Farbe
Gelb. Weiß entsteht durch das Mischen aller drei Grundfarben und schwarz durch
das Fehlen jeglicher Farbe - der Pixel wird an dieser Stelle nicht angesteuert und
bleibt dunkel.
69
3 Design
Abbildung 3.50:
Gegenüberstellung additiver und subtraktiver Farbmischung [3] [52].
Da jeder der drei Farbkanäle bei einer Datentiefe von 8 Bit 2
8
= 256 Farbab-
stufungen adressieren kann, erzeugen Monitore mit dieser Technik 256
3
16,7
Millionen mögliche, unterschiedliche Farben.
Drucker hingegen arbeiten mit physischer Farbe im CMYK-Farbraum. Durch
subtraktive Farbmischung entstehen aus den Farben Cyan, Magenta, Yellow und
der Key-Farbe Schwarz alle anderen Farben dieses Farbraums. Weiß entsteht im
Gegensatz zum RGB-Farbraum durch das Fehlen jeglicher Farbe, dem Papierweiß.
Der Umfang des Farbraums ist um einiges begrenzter. Des Weiteren werden
die Farben nicht von hinten angeleuchtet, sondern absorbieren und reflektieren
Anteile des einfallenden Lichts. Die einzelnen Farben werden in kleinen Punkten
aufs Papier gebracht. Dort wo sie sich überlagern entstehen die Sekundärfarben
Rot, Grün und Blau. Mit diesen insgesamt sieben Farben können nun einige
hunderttausend Farben simuliert werden. Dies geschieht wahrnehmungspsycho-
logisch dadurch, dass diese farbigen Punkte einen unterschiedlich großen Anteil
eines Rasters einnehmen. So entsteht ein 20 prozentiges Grau durch ein zu 20%
mit schwarz gefülltes Raster. Abbildung 3.51 zeigt links wie ein Farbverlauf am
Computer ausgedruckt auf Papier unter starker Vergrößerung aussehen würde.
Rechts ist zu sehen wie auf ähnliche Weise andere Farben aus den Grundfarben
erzeugt werden.
All dies führt dazu, dass Farben am Bildschirm, auch wenn im Grafikprogramm im
CMYK-Mode gearbeitet wird, anders aussehen als auf dem Papier. Für farbechte
Abbildungen sind daher Probedrucke unerlässlich. Auch ein kalibrierter Monitor
kann diese Diskrepanz mindern.
Volltonfarben sind eigenständige Farben, die zu den Farben CMYK hinzukommen.
Dadurch lassen sich dann auch besonders intensive Farben und Metallictöne
wie Gold oder Silber abdrucken, die nicht durch eine Farbmischung im CMYK-
70
Abbildung 3.51: Darstellung der Rasterpunkte [19] [20].
Farbraum zu erzeugen sind. In der vorliegenden Arbeit besteht hierzu allerdings
vorerst kein Bedarf, da das verwendete Farbschema aus Königsblau und Dunkelgrau
seinen Zweck angemessen erfüllt.
3.7.3 Druckverfahren
Bei der Wahl des Druckverfahrens muss ein Kompromiss zwischen Wirtschaft-
lichkeit und Qualität gefunden werden. Da das Booklet in einer kleinen Auflage
erscheinen wird, kommen Druckverfahren, in denen erst eine Druckvorlage, also
eine Art Stempel, angefertigt werden muss, nicht in Frage. Beispiele hierfür wären
der Hoch- und Tiefdruck, der Siebdruck oder der Flexodruck. Diese werden teil-
weise erst ab einer sechsstelligen Auflage sinnvoll. Details über die Funktionsweise
dieser Druckverfahren würden an dieser Stelle jedoch zu weit führen.
Letztlich kommen nur der Offset- und der Digitaldruck, also Laser-/Tintenstrahl-
druck, in Frage. Der Offsetdruck ist heutzutage das dominierende Druckverfahren
[60]. Bei diesen Verfahren wird zwar ebenfalls erst eine Druckvorlage angefertigt, es
lassen sich aber dennoch relativ kleine Auflagen, ab etwa 500 Stück, ebenso effizient
anfertigen wie große. Das Problem ist, dass für das Booklet mit 100 Exemplaren
kalkuliert wird. Dafür steht beim Offsetdruck eine größere Bandbreite von zu
bedruckenden Papieren zur Verfügung, die einen wichtigen haptisch-emotionalen
Einfluss auf den Leser haben können. Ein Alleinstellungsmerkmal dieser Art darf
nicht leichtfertig unterschätzt werden. Man könnte also zum einen spekulieren,
ob das Booklet bei entsprechendem Erfolg die Auflage so steigern kann, dass der
Offsetdruck auch beim Faktor Wirtschaftlichkeit den Digitaldruck überholt. Zum
anderen ist zu überlegen, ob die Mehrkosten des Offsetdrucks gegenüber dem
Digitaldruck es wert sind, spezielleres Papier verwenden zu können. Tabelle 3.2
71
3 Design
zeigt das Angebot einer örtlichen Druckerei mit einem Preisunterschied von fast
100%.
Digitaldruck Offsetdruck
Exemplare Stückpreis Gesamtpreis Stückpreis Gesamtpreis
50 6,50 e325,00 e15,20 e760,00 e
100 4,20 e420,00 e7,98 e798,00 e
150 3,40 e510,00 e5,58 e837,00 e
Tabelle 3.2: Eingeholtes Angebot einer örtlichen Druckerei.
Der Vorteil des Digitaldrucks neben der Wirtschaftlichkeit für kleine Auflagen
ist jede Seite individuell drucken zu können. Dies könnte dazu genutzt werden,
ausgewählten Personen ihr eigenes Exemplar, etwa mit einer Fußzeile „Persönliches
Exemplar für Herrn Prof. Dr. . . . “, zu überreichen.
Die einzelnen Seiten des Booklets werden dann so auf beide Seiten eines großen
Druckbogens gedruckt, dass sie nach dem Falzen wieder in der richtigen Reihenfolge
stehen. Anschließend wird das Druckerzeugnis beschnitten und geheftet.
Da das Druckzentrum des kiz
4
der Universität Ulm den Druckauftrag für etwa
ein Zehntel des Preises externer Druckereien erledigen kann, überwiegt jedoch der
wirtschaftliche Nutzen deutlich. Dieses druckt im Farbprofil sRGB, dem kleinsten
gemeinsamen Nenner aller Farbräume, im Laserdruckverfahren.
3.7.4 Bindung
Da das Booklet einen kleinen Umfang hat, kommt eine Klebebindung, wie sie
für die hier vorliegende Arbeit verwendet wurde, nicht in Frage. Auch für eine
Spiralbindung ist das Booklet zu dünn und würde darüber hinaus zu sehr an einen
Arbeitsblock erinnern. Eine Fadenbindung wäre eine edle und hochwertige Art
das Booklet zu binden. Da aber nur wenige Druckereien dies anbieten, bleibt als
einzig gangbare Alternative die gewöhnliche Klammerheftung übrig, wie sie bei
vielen Zeitschriften zu finden ist.
4Kommunikations- und Informationszentrum
72
4 Zusammenfassung und Ausblick
In Kapitel 1 wurde gezeigt, welche Rolle Zeitschriften spielen können und wie
das Booklet sich den bereits existierenden Publikationen gegenüber einordnet. Im
Ergebnis gibt es zwar viel wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Literatur,
allerdings wurde kein Beispiel für eine, wie das Booklet, kostenlose, werbefreie
Broschüre gefunden, die zur Vernetzung, wie z.B. ein Mitarbeitermagazin in
Unternehmen, verteilt wird, dabei zitierfähig ist und von den jeweiligen Autoren
selbst herausgegeben wird.
In Kapitel 2 wurden die Zielgruppe und der Zweck des Booklets festgehalten. Da
es auf Konferenzen verteilt werden soll, ist der dort üblicherweise anzutreffende
Personenkreis der wichtigste Adressat. Der Inhalt des Booklets soll schnell zu
erfassen sein und nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch ästhetischen Anfor-
derungen genügen. Im Idealfall ergeben sich Synergien zwischen den Lesern und
Autoren, die zumindest zum Teil auch vor Ort sein werden. Weiter wurden das
Blockprinzip im Aufbau des Booklets und mögliche Kategorien für Artikel vorge-
stellt. Beispielhaft wurde ein solcher Artikel basierend auf einer wissenschaftlichen
Publikation verfasst.
In Kapitel 3, dem größten Teil dieser Arbeit, wurden die Überlegungen aus Kapi-
tel 2 in die Tat umgesetzt. Die entsprechend der Artikelkategorien erschaffenen
Layout-Vorlagen wurden zusammen mit den anderen Seiten des Booklets vorge-
stellt. Dabei wurden Entwurfsentscheidungen entweder direkt an der Umsetzung
erklärt oder in eigenen Abschnitten zusammengefasst. Es finden sich darin auch
Hinweise auf die richtige Gestaltung des Endprodukts, insbesondere der Bilder,
deren große Bedeutung verdeutlicht wurde. Diese entziehen sich der Kontrolle der
Vorlagen, da sie zum Inhalt gehören und somit der Verantwortung der Autoren
unterliegen. Abschließend wurde der Druckprozess beschrieben.
Da die Erstellung der Artikel und des Booklets nicht automatisiert ist, gibt es
hier Raum für zukünftige Optimierung. So ließen sich bei einer größeren Vorlagen-
Bibliothek, per Script oder Plug-In die bereitgestellten Informationen (Texte,
Bilder, Tabellen etc.) der Größe nach auf die Platzhalter im Layout verteilen.
Da Bilder und insbesondere Schaubilder nicht genormt sind, bliebe hier in den
meisten Fällen ein Rand, der entweder passend zum Farbschema des Booklets ein
73
4 Zusammenfassung und Ausblick
Passepartout bilden könnte oder vom Autoren nachjustiert werden müsste. Theore-
tisch könnte auch ein intelligenter Algorithmus unter Zuhilfenahme gestalterischer
Constraints, wie Aufteilungen nach dem goldenen Schnitt, komplett selbständig
die Raumaufteilung übernehmen, mehrere Vorschläge generieren und dem Autor
zur endgültigen Auswahl anbieten. In beiden Fällen bestünde jedoch das noch
zu lösende Problem, dass insbesondere Fotos in vielen Fällen so zugeschnitten
werden müssten, dass sie ihre volle Wirkung entfalten. Ein Gesichtserkennungsal-
gorithmus würde reichlich weit führen. Weniger kompliziert hingegen dürfte das
Parsen von Literaturangaben in Form von BibTex- oder ähnlichen Dateien sein,
um die Erstellung der „References“ zu beschleunigen.
Auch ein Verbergen unwesentlicher Funktionen oder ein eigenes Interface wären
eine sinnvolle Komplexitätsreduzierung für ungeübte Benutzer des mächtigen
Anwendungsprogramms Adobe InDesign. Ein weiteres interessantes Gedankenspiel
wäre das Einbinden in ein Prozess-Management-System, wie z.B. AristaFlow, zur
einheitlichen Steuerung der Abläufe, dem gemeinsamen Zugriff auf Ressourcen
und pünktlichen Herausgabe des Booklets.
74
A Alternative Cover
Dem verwendeten Cover des Booklets sind zahlreiche und langwierige Gestal-
tungsexperimente vorausgegangen. Hier findet sich eine Auswahl unterschiedlicher
Cover, die es in die engere Auswahl geschafft hatten.
Abbildung A.1: Spiel mit der Symmetrie und Leserichtung im Logo.
75
A Alternative Cover
Abbildung A.2:
„PRIS“ aus geometrischen, aber abgerundeten Formen. Akronym aus
„PRocess management, Information Systems and Mobile Applicati-
ons“. Kontrast zum geschwungenen „Mag“ für Magazin. Farbverläufe
als Anspielung auf Lichtbrechung eines Prismas.
76
Abbildung A.3: Weitere unterschiedliche Cover.
77
A Alternative Cover
Abbildung A.4:
Minimalistisches Cover. Spiel mit den in der Prozessmodellierung
bekannten Zeigern.
78
Abbildung A.5:
Verschiedene, mögliche Anordnungen des Logos auf dem Cover. Wird
mit jeder Ausgabe permutiert. Zufalls-Algorithmus als Wiedererken-
nungswert.
79
A Alternative Cover
Abbildung A.6:
„Eye on Research“: Auffällige Illustration eines Auges. Wortspiel mit
„Eye“ und „I“. Text austauschbar.
80
B Alternative Backcover
Für die Rückseite des Booklets hat es Abwandlungen der ursprünglichen Idee des
Anagramms gegeben. Eine Auswahl unterschiedlicher Ansätze wird hier zusam-
mengefasst.
81
B Alternative Backcover
Abbildung B.1:
Dezente Animation des Wortes Information, aus welcher sich nach
und nach ein Anagramm bildet.
82
Abbildung B.2:
Die Anordnung und Ausfüllung der Kugeln legt eine Fallbewegung
nahe. Es bleibt dem Betrachter überlassen, aus der Reihenfolge des
möglichen Aufpralls Rückschlüsse auf ein Anagramm zu ziehen.
83
B Alternative Backcover
Abbildung B.3:
„Matrix“-Zitat in den Farben des Booklets, das Anagramm ist deut-
lich hervorgehoben.
84
C Originalquelle des
Tinnitus-Artikels
Die in Kapitel 2, Abschnitt 2.5 zitierte Publikation, die als Grundlage für den
erstellten Artikel diente, ist hier vollständig abgedruckt.
85
Mobile Crowd Sensing Services for
Tinnitus Assessment, Therapy and Research
R¨
udiger Pryss, Manfred Reichert
Ulm University
Institute of Databases and Information Systems
Berthold Langguth, Winfried Schlee
University of Regensburg
Clinic and Policlinic for Psychiatry and Psychotherapy
Abstract—Tinnitus, the phantom sensation of sound, is a
highly prevalent disorder that is difficult to treat; i.e., available
treatments are only effective for patient subgroups. Sufficiently
large and qualitative longitudinal data sets, which aggregate the
individuals’ demographic and clinical characteristics, together
with their response to specific therapeutic interventions, would
therefore facilitate evidence-based treatment suggestions for
individual patients. Currently, clinical trials are the standard
instrument for realizing evidence-based medicine. However,
the related information gathering is limited. For example,
clinical trials try to reduce the complexity of the individual
case by generating homogeneous groups to obtain significant
results. From the latter, individual treatment decisions are
inferred. A complementary approach would be to assess the
effect of specific interventions in large samples considering the
individual peculiarity of each subject. This allows providing
individualized treatment decisions. Recently, mobile crowd
sensing emerged as an approach for collecting large and
ecological valid datasets at rather low costs. By providing
mobile crowd sensing services to large numbers of patients,
large datasets can be gathered cheaply on a daily basis.
In the TrackYourTinnitus project, we implemented a mobile
crowd sensing platform to reveal new medical aspects on
tinnitus and its treatment. Additionally, we work on mobile
services exploring approaches for understanding tinnitus and
for improving its diagnostic and therapeutic management. We
present the TrackYourTinnitus platform as well as its goals,
architecture and preliminary results. Overall, the platform and
its mobile services offer promising perspectives for tinnitus
research and treatment.
Keywords-mobile crowd sensing, mobile healthcare applica-
tion, tinnitus, tinnitus variablity, clinical trial
I. INTRODUCTION
Tinnitus is a highly prevalent disorder (10-15 percent of
the population reports tinnitus) that currently has no suffi-
cient therapy [1]. Further, it is a purely subjective sensation
that can only be assessed by the report of the individual
patient. The pathophysiology of tinnitus is incompletely
understood and clinical trials frequently reveal contradictory
results. Presumably these non-conclusive results can be
explained by the fact that tinnitus is not a homogeneous
clinical entity. Instead, there exist many forms of tinnitus,
being distinct in their clinical characteristics as well as
response to specific therapeutic interventions [2]. Additional
complexity is introduced by the fact that the perception
of tinnitus loudness and distress is not constant in most
cases, but varies over time depending on the context (e.g.,
environmental sound level or stress) [3].
These inhomogeneous samples and the variability over
time provide an explanation for negative or non-replicable
findings encountered in most clinical tinnitus trials. Best
case, clinical trials can provide information on the efficacy
and safety of one therapeutic intervention in the investi-
gated sample. Furthermore, clinical trials generating such
data have been cost- and labour-intensive. In addition, the
procedure to involve and motivate patients is challenging and
the investigated patient sample is often not representative
due to restricted inclusion and exclusion criteria.
In order to mitigate these shortcomings, we developed
a mobile crowd sensing [4] platform called TrackYourTin-
nitus1(TYT). It tracks the individual tinnitus perception by
a specific questionnaire developed by us to assess tinnitus
perception and tinnitus-related parameters during the daily
routine of a patient. Additionally, the smart mobile device
of a patient records the environmental sound level while
the patient fills out the assessment questionnaire. Results
are transferred to the TYT backend, which, in turn, offers
features enabling researchers to evaluate gathered patient
data.
The remainder of this paper is organized as follows:
Section II introduces the TYT platform and its main features.
In Section III we discuss the current project status, whereas
Section IV presents project results. Section V discusses
mobile services built on top of the TYT platform. Section VI
discusses related work and Section VII concludes the paper
with a summary and outlook.
II. THE TRACKYOURTINNITUS MOBILE CROWD
SENSING PLATFORM
Tinnitus is a purely subjective phenomenon that is difficult
to measure. Moreover, tinnitus assessment is complicated by
the fact that tinnitus awareness and loudness vary over time,
1Further information can be found at: https://www.trackyourtinnitus.org
depending on current activities, environmental sound, stress
level, tiredness, and spontaneous fluctuations.
Magnetoencephalographic studies revealed that the mag-
nitude of functional connectivity between the brain areas
of the central auditory system and the ones responsible
for conscious perception, differs between tinnitus patients
and healthy controls [5], [6]. In turn, the intensity of this
connectivity correlates well with the tinnitus-related distress
reported by patients.
More recent research showed that the variability of os-
cillatory brain activity over time is reduced in the central
auditory system of tinnitus patients compared to controls
[7], which might influence the connectivity with the atten-
tional brain networks as well. Further research is needed to
evaluate in what way fluctuations of neuronal activity relate
to the variability of the subjective tinnitus perception. In
addition, for both diagnostic assessment of tinnitus patients
and outcome measurements of therapeutic interventions, an
exact assessment of an individual’s tinnitus is important.
However, in light of the variability of tinnitus loudness
and awareness under real life conditions, a comprehensive
assessment of tinnitus is challenging as well as cost- and
labour-intensive.
The TYT mobile crowd sensing platform aims at measur-
ing fluctuations of tinnitus perception and tinnitus distress
under real life conditions during a patient’s day as well
as for large numbers of patients. This allows tracking the
moment-to-moment fluctuation of the tinnitus. Furthermore,
tracked data may be related to everyday behavior and the
daily routine of patients to systematically identify relation-
ships between individual routines and tinnitus fluctuations.
Moreover, the TYT mobile crowd sensing platform can be
used to assess the effects of specific standardized therapeutic
interventions.
The TYT mobile crowd sensing platform has been devel-
oped in the context of a larger tinnitus database project2by a
multidisciplinary research team consisting of psychologists,
physicians and computer scientists. It comprises a website, a
backend and two mobile applications (cf. Fig. 1). The latter
track the individual tinnitus perception by providing three
core features:
1) Patients have to fill out a questionnaire (cf. Fig. 1 4
)
developed to assess tinnitus perception and tinnitus-
related parameters during the daily routine of a patient.
Thereby, patients are asked to complete the assessment
questionnaires at different times during the day on
a random basis (up to 12 notifications per day).
This procedure ensures that patients cannot foresee
the time of being asked and are involved in various
daily situations. Only when applying such randomized
approach, results might be of ecological validity.
2) In addition to the randomly applied questionnaire, for
2TINNET; http://tinnet.tinnitusresearch.net/
assessing momentary tinnitus loudness and distress,
once, users have to fill out three standardized tinnitus
questionnaires (cf. Fig. 1 3
) for the assessment of
stable tinnitus characteristics. Users may process them
with their smart mobile device or the website.
3) The smart mobile device records the environmental
sound level by using the integrated microphone, while
the patient fills out the assessment questionnaire.
Results are stored on the smart mobile device and
transferred to the TYT backend.
Several other aspects had to be considered when develop-
ing the apps. These aspects are either relevant for meeting
basic requirements of clinical practice (CP), for coping
with the technical environment (TI), or for increasing user
motivation (UM):
1) The questionnaires must run in the same way on all
supported mobile operating systems (CP).
2) User privacy must be ensured through secure data
transfer; produced data must be pseudonymized (CP).
3) It must be possible to build study groups (CP).
4) The TYT platform must ensure that the standardized
questionnaires are completed by the user before start-
ing the assessment based on the questionnaire. Note
that a user may enter the platform via the app (cf.
Fig. 1 1
) or the website (cf. Fig. 1 2
). Therefore, it
must be ensured that the standardized questionnaires
are completed in the same way using the app or the
website (cf. Fig. 1 3
) (CP).
5) The schema to randomly apply the assessment ques-
tionnaire to a patient must be stored locally on the
smart mobile device to be able to cope with long
periods of disconnection. In addition, patients must be
able to locally adapt the schema when the environment
changes (e.g., the user being on holidays; cf. Fig. 1 5
).
Further, the schema must be synchronized with the
TYT backend, and the feature to adapt the schema must
be provided in the same way on all mobile operating
systems and on the website (TI).
6) Processed assessment questionnaires and recorded
sound levels might produce large longitudinal data
sets. Data must be locally cached on the smart mobile
devices to cope with disconnections. Furthermore, it
must be securely transfered to the TYT backend to
prevent data loss as well as to ensure user privacy
(TI).
7) As an incentive, patients should be enabled to interact
with the TYT platform, e.g., to view the results of
the assessment questionnaires. This feature must be
provided on the smart mobile devices as well as on
the TYT website (UM).
Table I summarizes current features of the platform.
Sensor Integration
Backend with
Sensor
Framework
TrackYourTinnitus
REST-Interface
developed
planned
Oxygen
Saturation
Sensor
Fitness Tracker
Integration
Blood Pressure
Sensor
Heart Rate
Sensor
REST
REST
REST Communication Style
Implemented Apps: iOS,
Android
App Store Deployments: 2
Downloads iOS: 1,045
Downloads Android: 673
Supported Languages:
German, English
Programming: Native Code
Developed Algorithms: 2
Developed Individual User
Controls:
9 per app
Used Frameworks:
AFNetworking, SIAlertView
App Development
Used Frameworks:
Twitter Bootstrap
Laravel
Mailchimp
Backend Development
Programming Language: PHP
Used Database: MySQL
Used Framework: Laravel
Programming Patterns: MVC
Used Protocols for Sensor
Integration: REST, Bluetooth
iOS
App
Android
App
REST REST
Windows
App
REST
Website Development
Sockets
Website Development
Bluetooth
Register to
Website Confirm E-Mail
Address Login to
Website
Fill out
Standardized
Questionnaires
Download
App
Login to
App
Register to
Website Confirm E-Mail
Address
Fill out
Standardized
Questionnaires
Fill out
Assessment
Questionnaire
Change
Notification
Schema
Use
Main Menu
Change
Notification
Ring Tone
View
Background
Information of
Project
View Results of
Assessment
Questionnaire
website
mobile apps
all standardized questionnaires completed
standardized
questionnaires
remaining
website account exisiting
no website
account
exisiting
all
standardized
questionnaires
completed
standardized
questionnaires
remaining
1
2
5
3
3
4
Figure 1: TrackYourTinnitus Platform
III. PROJECT STATUS
Table II presents current project figures (April 2015). The
project has been running for 12 months. We obtained 11,095
filled assessment questionnaires during this period, stem-
ming from more than 800 international users. The number of
users increases around 20 per week and hence, the number
of assessment questionnaires increases. In the beginning,
the TYT app and website were only provided in German
language. After three months, an English version was added.
Currently, we realize Spanish, French, Polish and Portuguese
versions. Psychometric validation of questionnaires in these
languages has shown that results are comparable [8].
We discuss some of the lessons learned made during the
project in more detail: First, we learned that, in general,
users are motivated to participate due to their health im-
pairment. However, when considering the figures presented
in Fig. 2, more incentives must be provided to increase
user motivation. Most of the randomly answered assessment
questionnaires were processed by only a small group of the
registered users. We investigated all gathered data of this
group and first results indicate that they suffer severely from
their tinnitus.
Hence, at this early stage, the developed mobile crowd
Feature Website iOS Android
Register for platform
Fill out standardized questionnaires
Fill out assessment questionnaire
Visualize results
Change notification schema
Build study groups
Table I: TrackYourTinnitus Features
sensing platform has primarily attracted severely affected
tinnitus patients. For motivating patients who are less
severely impaired, additional features are needed to increase
the overall benefit of the TYT app for patients. Currently,
the major added value of the TYT app for the patient is
the feedback on entered information. In order to increase
user motivation, we are developing a toolbox with different
features that may be helpful for reducing tinnitus perception
and annoyance. Examples of such features are auditory stim-
ulation, cognitive-behavioural therapy elements, social inter-
actions, and specific games. Another approach to address
user motivation will be to implement mechanisms enabling
users to register displeasure about existing TYT features.
Consequently, registered displeasure can be evaluated and
may be addressed.
Second, we are developing an additional questionnaire to
better understand why iOS is predominantly used.
Third, other research groups from the medical domain
Category Value
Project start 4/2014
Registered users 822
User home countries 75
Reported problems and failures 10
Number of developed questionnaires 4
Programmers 1
Team size 5
Emerged requests for using platform 5
APP downloads iOS 1,045
APP downloads Android 673
Processed assessment questionnaires 11,095
Processed standardized questionnaires 1,583
Totally gathered answers 90,343
Table II: TrackYourTinnitus Figures
answered Questionnaires
number of patients
050 100 150 200
12-10 11-50 51-100 >100
150 users processed
90% of all random
questionnaires
answered questionnaires
number of users
Figure 2: Assessment Questionnaires and User Activity
have encouraged us to realize features that allow customizing
the platform to specific needs. For example, to change the
questionnaires was often requested.
Fourth, we give insights into our expectations on the data
we want to collect with the platform in future. Tinnitus is
not the only prevalent disorder causing a large number of
severely impaired patients. In the future, the platform will
be applied in the context of other diseases as well. Its first
use in practice indicates that it is feasible in the healthcare
domain. In particular, it should be evolved to apply it in the
context of clinical trials with the goal to increase ecological
validity, while reducing costs at the same time. We expect
that the data collected with the TYT app will provide new
insights on the different subtypes of tinnitus.
Moreover, we expect that the amount of data collected
with the platform will significantly grow for two reasons.
First, we currently only provide German and English as
platform languages. As mentioned, other languages will
be added, which will result in a large number of addi-
tional users. Second, we are working on features that will
motivate more registered users to process the assessment
questionnaires. As shown in Fig. 2, 18% (150/822) of
the registerd users created the magnitude of the processed
questionnaires (90%). Furthermore, if other research groups
from the medical domain will largely collect data with the
TYT platform, a large multi-centric as well as multinational
data pool can be envisioned.
IV. PRELIMINARY RESULTS
This section presents preliminary results of the project.
First of all, the goals are discussed from a technical (T) as
well as a medical perspective (M) (cf. Table III). Then, the
achievements in respect to three of these goals are presented
in detail.
T.Goal 1: An algorithm randomly notifying patients
was required to ensure ecological validity. In particular,
the algorithm behaves equally on all mobile operating
systems supported (i.e., iOS and Android)—we could
reach this goal by providing two different implemen-
tations to cope with the specific characteristics of the
respective mobile operating systems.
T.Goal 2: An offline mode must be supported as well.
Consequently, data produced in offline mode must be
cached—such caching was implemented. However, to
also enable random notifications in offline mode, the
specific characteristics of the two mobile operating
systems need to be considered. While iOS offers a core
feature to implement respective notifications, Android
required us to implement it from scratch.
T.Goal 5: A feature to view assessment results must be
provided—we evaluated various approaches to ensure
that user needs are met in the same way on both the
smart mobile devices and the website.
T.Goal 6: A data export feature is required, which has
not been implemented yet. However, we add export
interfaces that will enable patients to interact with their
treating physician and allow clinicians to process data
with statistical software.
M.Goal 3: In noisy environments, the tinnitus might
be partially or totally masked by surrounding sounds—
in the TYT app, background noise levels are recorded
in order to evaluate whether a reduction of tinnitus
awareness is caused by masking sounds or other factors.
M.Goal 4: Users must get access to personal data to
learn more about their individual tinnitus. This will al-
low them to prevent behaviour worsening their tinnitus
and to deliberately engage in behaviour leading to an
improvement—we implemented respective features for
visualizing and displaying patient data.
M.Goal 6: Users enter sensitive medical data with
the TYT app—to ensure privacy, all data gathered
are anonymized. Furthermore, users may delete their
account. Even if the account is deleted, data will be
kept at any time to ensure that the clinical trial will not
be manipulated—we implemented respective features
to ensure that all gathered data are anonymized and
clincial trials cannot be manipulated.
A. Notification Algorithm
We implemented an algorithm that applies the assessment
questionnaire to registered users on a random basis. As a
prerequisite, users have to specify a personal notification
Goals Description
Technical Goals
T.Goal 1 Develop notification algorithm.
T.Goal 2 Provide offline mode.
T.Goal 3 Provide similar mobile user interfaces.
T.Goal 4 Integrate website and apps properly.
T.Goal 5 Provide visualization of results.
T.Goal 6 Provide data export features.
Medical Goals
M.Goal 1 Collect longitudinal data for assessing individual tinnitus
fluctuation
M.Goal 2 Assess magnitude of tinnitus variability
M.Goal 3 Relate tinnitus perception to environmental noise
M.Goal 4 Provide feedback to patients
M.Goal 5 Evaluate crowd sensing for clinical trials
M.Goal 6 Ensure user privacy
Table III: TrackYourTinnitus Goals
schema when registering at the TYT platform (cf. Fig. 1 5
).
This schema comprises the following user-specified aspects:
First, the user must specify the number of notifications
applied on a daily basis. Second, users must specify the
days at which they want to be randomly notified; i.e., each
user must specify the time window he or she wants to be
randomly notified (e.g., Mondays between 2 and 6 p.m.).
The algorithm then uses the schema to calculate random
notifications for the respective user. Note that notifications
are realized based on the principle of local notifications;
i.e., they can be performed on smart mobile devices without
any connection to the TYT backend. Local notifications have
become necessary to be able to cope with longer periods of
disconnection. Due to the lack space, we omit details on how
we implemented local notifications on iOS and Android.
The schema is used by the notification algorithm as
follows:
1) The algorithm partitions the time window a user has
specified with respect to a particular day into ntime
intervals of equal length. ncorresponds to the number
of notifications the user has chosen.
2) The algorithm then calculates exactly one notification
for each interval. Thereby, it ensures that for each
notification the points in time for each notification are
randomly calculcated.
3) Finally, it is ensured that there are at least 15 minutes
between two notifications.
We only present the algorithm running on iOS (cf. Algo-
rithm 1) and the calculated notifications for a single day. In
practice, notifications are calculated in advance.
Algorithm 1: iOS algorithm for daily notifications of a user
Data:
timeInterval: time interval a user has specified for a day
numberOf NotificationsP erDay: notifications specified for a day
Result:
scheduleLocalNotification: calculated random notifications for a day
1begin
2lengthOfIntervall = timeInterval/numberOfNotificationsPerDay;
3lastNotification = 900; /*the 15 minutes */
4foreach nnumberOf NotificationsP erDay do
5secondsSinceStartOfInterval =
arc4random uniform3(lengthOfIntervall);
6absoluteInterval=
7secondsSinceStartOfInterval+(n*lengthOfIntervall);
/*check the 15 minutes */
8if absoluteInterval lastNotification < 900 then
9absoluteInterval = 2*absoluteInterval - lastNotification;
10 end
11 lastNotification = absoluteInterval;
/*check if notification is in
absoluteInterval */
12 if absoluteInterval < timeInterval then
/*notification found */
13 scheduleLocalNotification =
scheduleLocalNotification absoluteInterval;
14 end
15 end
16 end
3arc4random uniform(upper bound): iOS internal function to return a
uniformly distributed random number less than upper bound.
X X X X
n=4, day=Monday
2 p.m. 6 p.m.
>= 15 minutes
60 minutes per interval
Figure 3: Example of Algorithm 1
Consider Line 12 of Algorithm 1. It may happen that
a user is notified after the end of the time window spec-
ified by the user. These notifications are not considered
for the scheduleLocalNotification of a day and hence
reduce numberOfNotificationsPerDay. The approach
has proven its feasbility for practical as well as statistical
use. Fig. 3 presents a computation example for Monday with
a user-specified time window between 2 and 6 pm.
Altogether, we have not changed the algorithm since
project start (4/2014). It has worked properly from a tech-
nical perspective (i.e., no problems were reported by TYT
users). From a statistical perspective, more data is needed
to fully evaluate the appropriateness of the algorithm in the
large scale.
B. Assessment of the magnitude of tinnitus variability
Figures 4-6 present clinical data of individual patients we
gathered with the TYT platform to assess and investigate the
magnitude of tinnitus variability.
Fig. 4 shows data of a tinnitus patient with a large
variability of the tinnitus loudness. The patient has answered
almost 400 notifications using the mobile app. The variation
of tinnitus loudness is shown on the ordinate.
0100 200 300
0.0 0.2 0.4 0.6 0.8 1.0
sampling points
Tinnitus loudness
sampling points
sampling points
Figure 4: Tinnitus Perception and Large Variability
Fig. 5 shows data of a tinnitus patient with a strong rela-
tionship between tinnitus perception and the environmental
sound level that was measured by the mobile TYT app when
the patient was answering the assessment questionnaire.
The measurements of the sound pressure level have been
normalized (z-transformation). In quiet environments, the
tinnitus loudness varied between 0.1 and 0.7. In turn, in
loud environments the tinnitus was always suppressed to a
level below 0.2.
0123
0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8
Environmental Noise
Tinnitus Loudness
Normalized
sound level
normalized sound level
tinnitus loudness
Figure 5: Tinnitus Perception and Environmental Sound
Level
Finally, Fig. 6 shows data of a tinnitus patient with a clear
relationship between the subjective perception of tinnitus
and the time of day. The tinnitus loudness ratings were
averaged for the hours from 8 am to 11 pm. In the morning,
the patient perceives the tinnitus with reduced loudness.
During the day, the perceived loudness of tinnitus increases
up to its maximum at night.
Time of day
0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8
time of day
Tinnitus Loudness
8:00 10:00 12:00 14:00 16:00 18:00 20:00 22:00
time of day
tinnitus loudness
8am
10am
12pm
2pm
4pm
6pm
8pm
10pm
0.2
0.3
0.4
0.5
0.6
0.7
0.8
Figure 6: Tinnitus Perception and Time of Day
Altogether, first results have shown that the magnitude
of the perceived tinnitus loudness can vary largely. This
variation can be related to the sound pressure level of
the surrounding environmental sounds or to the time of
day. Other factors are currently under investigation. This
variation of tinnitus perception may represent an important
confounding factor for clinical trials.
C. Evaluation of mobile crowd sensing for clinical trials
Today, clinical trials usually measure the tinnitus loud-
ness at one point in time before the start of the clinical
intervention and at one point in time directly after finishing
it. This routine, however, does not consider the variations
of tinnitus loudness as measured with the TYT platform. In
fact, the variation of tinnitus loudness can introduce a large
variance in the data of the clinical trial that is not related
to the clinical intervention per se. Based on this data, we
suggest refining the standard protocols of clinical trials in
the field of tinnitus by adding additional measurement points
before and after the intervention for a better estimation of the
true effect introduced by the clinical intervention. Note that
the described mobile application enables such refinements.
V. FURTHER MOBILE CROWD SENSING SERVICES
This section presents further mobile services related to
the TYT platform (cf. Fig. 7). Their development has been
driven by findings obtained when running the project over
12 months. Note that our vision is to utilize the findings
of the TYT platform for enabling new diagnostic and ther-
apeutic approaches. At the current project stage, we have
already prototypically implemented the Tinnitus Navigator
app, whereas the TYT Feedback app is in planning stage.
Additionally, the TYT platform has been extended taking
the gathered findings into account.
A. Tinnitus Navigator
Tinnitus Navigator is realized as a mobile application and
will be connected to the same website as the TYT apps. The
Tinnitus Navigator aims to assist treating physicians in the
diagnostic and therapeutic management of a tinnitus patient.
In particular, it will provide treatment suggestions based on
a patient’s individual clinical profile. Treatment suggestions,
in turn, will be based on a growing database that incorporates
treatment guidelines, data from clinical trials, and longitudi-
nal data from the TYT mobile crowd sensing platform. Rec-
ommendations are continuously updated through feedback
from the Tinnitus Navigator. This mechanism ensures that
recommendations, which do not provide the expected results,
are continuously refined. Currently, the first prototypes of the
Tinnitus Navigator mobile app on Android and on iOS have
been implemented to address interface requirements.
B. TrackYourTinnitus Extensions
Two additional features (cf. Fig. 7 1
,2
) were developed
for the TYT platform. They were motivated by user requests
running the project. First, we developed a mobile service en-
abling patients to determine the individual tinnitus frequency
on their own (cf. Fig. 7 1
). Utilizing this information,
patients can establish a therapy with the practitioner or adjust
a running one.
We integrated three sensors as shown in Fig. 1. Previous
work suggests that the conscious perception of the phantom
REST
Future
Objective
Implemented Apps:
Android, iOS
App Store Deployments: 0
Languages Supported:
German, English
Programming: Native Code
Developed Algorithms: 2
Developed Individual User
Controls: 9
iOS
App
Android
App
Backend with Sensor
Framework
Website
TrackYourTinnitus and Extensions
REST-Interface
REST
Sockets
Research and Development Timeline t
Goals:
(1) Provide personal data
to obtain personal
treatment suggestions
(2) Manage personal
tinnitus record
(3) Share information with
other users
(4) Prepare data for
treating doctor
Tinnitus Navigator
Tinnitus Research Data Pool (2) fosters development of
(1) Integration of Social
Networks, e.g.,
REST
(2) Provide In-App
Tinnitus User Forum
TrackYourTinnitus Patient Feedback
(3) envisions development of
(1) allows for
REST
developed
planned
REST Communication Style
Extension 1:
Determine personal
tinnitus frequency
with apps
and website
1
Extension 2:
Determine vital
signs with apps
2
Extension 3:
Provide user feedback based on
new algorithms
3
Figure 7: Mobile Services for Tinnitus Research and Treatment
tinnitus sound depends on more parameters than the recorded
sound level. Others might be medication, emotional arousal,
stress, alcohol, caffeine consumption, infections, hormone
levels, rural versus urban environment, sleep quality, circa-
dian and circaannual rhythm, or comorbidities. In order to
collect more relevant contextual information, the three sen-
sors were integrated to gather additional relevant data such
as oxygen saturation or cardiac frequency. Thus, the mobile
crowd sensing technology enables a detailed assessment of
these parameters on tinnitus and annoyance. Note that a
recent study has revealed the usefulness of large datasets for
elucidating such relationships. The study analyzed Internet
search engine query data to identify seasonal trends in
tinnitus severity [9].
Currently, we are developing algorithms to automatically
evaluate gathered patient data (cf. Fig. 7 3
. Either these
algorithms calculate individual therapy suggestions for a pa-
tient or trigger other components being able to automatically
refine therapy suggestions. Altogether, first experiments we
made with the TYT platform revealed that intelligent feed-
back on collected data is essential for increasing the patient
motivation to use the app.
VI. RELATED WORK
Different categories of related work are relevant in the
given context:
Approaches dealing with mobile crowd sensing [4], [10]–
[12].First, there are approaches that develop program-
ming frameworks enabling users to easily configure mobile
crowd sensing applications. For example, the framework
presented in [12] enables users to configure such applications
based on tasks, which can be specified in a high-level and
user-friendly notation. To realize a collaborative learning
application, tasks Recruit, GetRawData, GetFeatures, and
UploadFeatures must be specified.
Second, there are approaches dealing with a specific
mobile crowd sensing application scenario. For example,
[11] utilizes Twitter for its mobile crowd sensing application.
One of the applications presented in [11] evaluates recorded
noise levels with the help of Twitter information. Thereby,
smart mobile devices of many users automatically determine
the local sound level and transfer recorded data to the
Twitter platform. With this information, for example, it may
be determined for a particular location whether a party
is currently taking place. Third, there are approaches that
investigate for which application scenarios mobile crowd
sensing is useful [12].
Approaches utilizing mobile crowd sensing technology for
clinical or psychological trials. Interestingly, mobile crowd
sensing technology is still rarely used in a clinical context.
This may be related to legal and data privacy issues [13],
but also to a general resistance of health systems to adopt
innovative data information technologies. Today, still the
magnitude of clinical data is paper-based. However, it is
expected that mobile and big data technologies [14], [15],
with their potential to revolutionize clinical research and
clinical trials, will enter the medical field.
Approaches that deal with mobile data collection based on
psychological and clinical questionnaires. Recently, various
mobile applications have been developed for psychological
studies [16], [17]. In order to fully capitalize their potential,
the pure adoption of existing questionnaires for mobile use
will be outperformed by novel concepts for information
collection [18], [19].
In summary, in many different life domains the feasibility
of mobile crowd sensing has been already proven. The med-
ical field, albeit a theoretically highly promising application
for crowd sensing approaches, seems to be still neglected.
VII. OUTLOOK AND SUMMARY
This paper introduced the TYT mobile crowd sensing plat-
form. We presented the current status of its implementation
and practical use. Furthermore, we discussed preliminary
results we obtained when running the platform for over 12
months. In particular, we showed that these results indicate
new insights on the tinnitus variability. We further showed
that the obtained results provide the basis to develop new
mobile crowd sensing services fostering tinnitus assessment,
therapy and research. Moreover, the results indicate that
users are actually motivated to use the platform, especially
those severely suffering from tinnitus. Still more incentives
and features are required to increase user motivation and
hence to gather more valuable data on the tinnitus disease.
Therefore, we are working on algorithms to automatically
evaluate patient data in order to provide immediate valuable
feedback to them. Altogether, using mobile crowd sensing
and its application offers promising perspectives for tinnitus
assessment, therapy and research as well as for the medical
field in general.
REFERENCES
[1] B. Langguth, A review of tinnitus symptoms beyond’ringing
in the ears’: a call to action, Current Medical Research &
Opinion, vol. 27, no. 8, pp. 1635–1643, 2011.
[2] M. Landgrebe, F. Zeman, M. Koller, Y. Eberl, M. Mohr,
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tinnitus research initiative (tri) database: a new approach for
delineation of tinnitus subtypes and generation of predictors
for treatment outcome, BMC medical informatics and deci-
sion making, vol. 10, no. 1, p. 42, 2010.
[3] W. Schlee, J. Herrmann, R. Pryss, M. Reichert, and
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neuroscience, vol. 10, no. 1, p. 11, 2009.
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ability of Auditory Alpha Activity in Chronic Tinnitus,
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[14] J. Laurila, D. Gatica-Perez, I. Aad, J. Blom, O. Bornet,
T. Do, O. Dousse, J. Eberle, and M. Miettinen, “The mobile
data challenge: Big data for mobile computing research, in
Pervasive Computing, no. EPFL-CONF-192489, 2012.
[15] R. Pryss, N. Mundbrod, D. Langer, and M. Reichert, “Sup-
porting medical ward rounds through mobile task and process
management, Information Systems and e-Business Manage-
ment, vol. 13, no. 1, pp. 107–146, 2015.
[16] J. Schobel, R. Pryss, and M. Reichert, “Using smart mobile
devices for collecting structured data in clinical trials: Results
from a large-scale case study, in IEEE 28th Int’l Symposium
on Computer-Based Medical Systems (CBMS), 2015.
[17] A. Crombach, C. Nandi, M. Bambonye, M. Liebrecht,
R. Pryss, M. Reichert, T. Elbert, and R. Weierstall, “Screening
for mental disorders in post-conflict regions using computer
apps - a feasibility study from burundi, in XIII Congress
of European Society of Traumatic Stress Studies (ESTSS)
Conference, June 2013, pp. 70–70.
[18] J. Schobel, M. Schickler, R. Pryss, F. Maier, and M. Reichert,
“Towards Process-Driven Mobile Data Collection Applica-
tions: Requirements, Challenges, Lessons Learned, in 10th
Int’l Conf on Web Information Systems and Technologies,
April 2014, pp. 371–382.
[19] J. Schobel, M. Ruf-Leuschner, R. Pryss, M. Reichert,
M. Schickler, M. Schauer, R. Weierstall, D. Isele, C. Nandi,
and T. Elbert, A generic questionnaire framework supporting
psychological studies with smartphone technologies, in XIII
Congress of European Society of Traumatic Stress Studies
(ESTSS) Conference, June 2013, pp. 69–69.
D Ausgabe #1
Hier findet sich die fertige erste Ausgabe des Booklets, wie sie in einer Auflage
von 100 Exemplaren im Juni 2016 in den Druck geht.
94
Track your
Tinnitus AREA
Issued by Dr. Pryss & Prof. Dr. Reichert @DBIS Ulm University 2016, #1
QuestionSys Latest
Publications
Announcements
Mobile information systems are increasingly
used in numerous application domains. The
proliferation of smart mobile devices and
their computational capabilities have fostered this
trend. The range of examples begins with simple ap-
plications to add numbers and ends with sophisticated
features to help smart mobile device users in under-
standing their diseases more properly. The implemen-
tation of such mobile applications, however, is very
challenging. As an example, in most scenarios it must
be evaluated again and again whether to support dif-
ferent mobile operating systems or not. Consequently,
to cope with the pecularities of each mobile operating
system on one hand and to tackle the challenges of the
practical demands on the other raises completely new
requirements that must be tackled by contemporary
mobile information systems.
In the booklet at hand, and being the first in a se-
ries, we want to share insights to demanding projects
we realized that dealed with the aforementioned issues.
In this context, two aspects shall be emphasized. First,
research projects that focus on mobile information
systems and that have reached the status to be used in
practical scenarios shall be presented. Second, as some
of our realized projects have revealed their potential to
be commercialized, their use in practice shall be pre-
sented. Moreover, we emphasize recent publications,
news, and even more valuable aspects. So, we hope to
raise your curiosity about mobile information systems
in general as well as in particular for the projects we
realized. Stay tuned on our projects and we will be
happy if we raised your attention!
With the best wishes,
Research on information,
information on research.
Dr. Rüdiger Pryss
Database and Information Systems
University of Ulm
Editorial
Novel Approach For Creating
Mobile Data Collection Applications
AREA – Augmented Reality
Engine Application
How Smartphones Help You Against Tinnitus
Dont give up on augmented reality. An Augmented
Reality Engine Application to catch the hype.
page 16
Combining (psychological) questionnaires and
process technology
page 10
TYT tracks your tinnitus and embraces the power of the crowd to collect vital data.
next page
Contents
AnnouncementsLatest Publications
page 24page 22
3
2. Patients will then be able to fill out a short ques-
tionnaire, assessing their tinnitus perception,
appearing on the smartphone at random times
throughout the day. Thereby, patients may adjust
the frequency (up to 12 times). This ensures that
the patient cannot foresee the time of being asked
exactly and therefor is involved in a daily routine
when being asked.
3. While the patients fill out the daily questionnaires,
the environmental sound level will be recorded
with the built-in microphone of the smartphone.
Though it doesn't record the actual audio, this op-
tion can be turned off if there are privacy concerns.
Fig. 1: 10-15 percent of the populati-
on is affected by tinnitus, and there is
no sufficient therapy at the moment.
While clinical trials try to reduce complexi-
ty of the individual by generating homo-
genous groups and later infer individual
treatment decisions from them, the TYT mobile
crowd sensing platform tracks the individual mo-
ment-to-moment fluctuation of tinnitus under real
life conditions for a large number of patients to re-
veal relationships between every day behavior and
tinnitus fluctuation. The tracking procedure compri-
ses the following steps:
1. At first, patients have to fill out three standardized
questionnaires regarding stable tinnitus characte-
ristics by either using the website or app.
How your Smartphone
can help you against Tinnitus
Conventional clinical trials gather less data of this prevalent disorder. Our mobile
crowd sensing platform called TrackYourTinnitus aims at collecting ecological valid
longitudinal datasets in a cost effective manner. In the following, we present the plat-
form in more detail.
The project started in April 2014 and after two years
we obtained over 30,000 filled assessment question-
naires from more than 1,900 international users. After
German, English and Dutch, we are still working on
more versions in other languages.
Figures 4 to 6 show examples of how context depen-
dent and subjective the perception of tinnitus is. In
particular, the loudness of tinnitus can vary, percepti-
on over day time and perception depending on envi-
ronmental sound level.
Fig. 2: The sliders were customized. They don‘t show
the button until touch ineraction to not influence the
patient unconsciously beforehand.
Project Status
Preliminary Results
5
Sensor Integration
Backend with
Sensor
Framework
TrackYourTinnitus
REST-Interface
developed
planned
Oxy gen
Satur ation
Sensor
Fitness Tracker
Integration
Blood Pressure
Sensor
Heart Rate
Sensor
RES T
RES T Com munic ation Styl e
Implemented Apps: iOS,
Android, Windows Phone
App Store Deployments: 2
Downloads iOS: 1,880
Downloads Android: 1,012
Supported Languages: German,
English
Programming: Native Code
Developed Algorithms: 9
Developed Individual User
Controls: 9 per app
Used Frameworks:
AFNetworking, SIAlertView
App Development
Used Frameworks:
Twitter Bootstrap
Laravel
Mailchimp
Programming Language: PHP
Used Database: MySQL
Used Framework: Laravel
Programming Patterns: MVC
Used Protocols for Sensor
Integration: REST, Bluetooth
iOS
App Android
App
RES T RES T
Windows
Phone App
RES T
Website
Development
Blu etoot h
Register to
Website Confirm E-Mail
Addr ess Login to
Website
Fill ou t
Standardized
Questionnaires
Download
App
Login to
App
Register to
Website Confirm E-Mail
Address
Fill ou t
Standardized
Questionnaires
Fill ou t
Assessment
Questionnaire
Change
Notification
Schema
Use
Main Menu
Change
Notification
Ring Tone
View
Background
Information of
Project
View Results of
Assessment
Questionnaire
web si te
mo bi le ap ps
all standardized questionnaires completed
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
re mai ni ng
website account exisiting
no website
account
exisiting
al l
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
com pl ete d
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
re mai ni ng
1
2
5
3
3
4
Sockets
continous data through
6
7
Visual Analogue Scale
Binary Scale
Four Items of
Assessment
Questionnaire
6
7
Backend Development
4
Fig. 4: This patient answered 400 notifications. The
variation of tinnitus loudness is shown on the ordinate.
In general, users are motivated to participate due to
their health impairment. Especially, heavily impaired
users fill most of the random questionnaires, so we
need more incentives for the less severely impaired
users. First experiments have shown that intelligent
feedback on collected data is essential for increasing
user motivation.
To learn about other influences on tinnitus perception
like stress, drugs, or sleep quality etc., we will integra-
te sensors to measure oxygen saturation and cardiac
frequency.
Other researchers requested more features. For ex-
ample, to allow specific changes to the questionnaires.
We are developing a tool to provide medical experts
with treatment suggestions for their patients. Fur-
thermore, we will apply the platform in the context of
other diseases as well.
There are different projects related to the big picture
of mobile crowd sensing, like for which application
scenarios it is useful, concerning specific scenarios
using twitter for example or programming frame-
works enabling users to easily configure mobile crowd
sensing applications. Utilizing mobile crowd sensing
technology for clinical or psychological trials is still
rarely used but fetching up.
Next Steps
Related Work
Fig. 5: For this patient, higher environmental sound
level (x-axis) supresses tinnitus perception.
6
Sensor Integration
Backend with
Sensor
Framework
TrackYourTinnitus
REST-Interface
developed
planned
Oxy gen
Satur ation
Sensor
Fitness Tracker
Integration
Blood Pressure
Sensor
Heart Rate
Sensor
RES T
RES T Com munic ation Styl e
Implemented Apps: iOS,
Android, Windows Phone
App Store Deployments: 2
Downloads iOS: 1,880
Downloads Android: 1,012
Supported Languages: German,
English
Programming: Native Code
Developed Algorithms: 9
Developed Individual User
Controls: 9 per app
Used Frameworks:
AFNetworking, SIAlertView
App Development
Used Frameworks:
Twitter Bootstrap
Laravel
Mailchimp
Programming Language: PHP
Used Database: MySQL
Used Framework: Laravel
Programming Patterns: MVC
Used Protocols for Sensor
Integration: REST, Bluetooth
iOS
App Android
App
RES T RES T
Windows
Phone App
RES T
Website
Development
Blu etoot h
Register to
Website Confirm E-Mail
Addr ess Login to
Website
Fill ou t
Standardized
Questionnaires
Download
App
Login to
App
Register to
Website
Confirm E-Mail
Address
Fill ou t
Standardized
Questionnaires
Fill ou t
Assessment
Questionnaire
Change
Notification
Schema
Use
Main Menu
Change
Notification
Ring Tone
View
Background
Information of
Project
View Results of
Assessment
Questionnaire
web si te
mo bi le ap ps
all standardized questionnaires completed
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
re mai ni ng
website account exisiting
no website
account
exisiting
al l
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
com pl ete d
s tan dar di ze d
q ues ti on nai re s
re mai ni ng
1
2
5
3
3
4
Sockets
continous data through
6
7
Visual Analogue Scale
Binary Scale
Four Items of
Assessment
Questionnaire
6
7
Backend Development
4
Fig. 3: A lot has already been developed. But we are open for more ideas, e.g. Fitness Tracker Integration.
The lower half shows the process from start to finish a patient will follow.
Fig. 6: On average measure, tinnitus perception is lou-
dest at night for this patient.
7
Introduction
Preliminary Results
Project Status
W. Schlee, J. Herrmann, R. Pryss, M. Reichert, and
B. Langguth, “How dynamic is the continuous tinni-
tus percept?” in 11th Int’l Tinnitus Seminar, May 2014.
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tionnaire framework supporting psychological studies
with smartphone technologies, in XIII Congress of
European Society of Traumatic Stress Studies (ESTSS)
Conference, June 2013, pp. 69–69.
Picture Credits
Jason Rogers, „Day 642 / 365 - Myself is against me,
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tinnitus.
jpg, This file is licensed under the Creative Commons
Attribution 2.0 Generic license.
9
Novel Approach For Creating
Mobile Data Collection Applications
Clinical trials traditionally rely on paper-based data collection instruments (e.g., psy-
chological questionnaires). However, the latter need to be manually transcribed to
electronic worksheets in order to allow for an evaluation of the data collected. This is
not only time consuming but also very error-prone.
Although, several applications dealing with these
issues are available, most of them severely lack
flexibility. For example, they require a stable In-
ternet connection, which is often not available when
conducted psychological trials in rural areas. Further-
more, most applications are hard-coded or tailored for
specific domains (e.g., mental health).
We show that process technology not only offer im-
provements in the context of business process automa-
tion, but also may be used to automatically create mo-
bile data collection applications. We have created an
easy-to-use, flexible and generic framework covering
the lifecycle of mobile data collection applications ran-
ging from designing, deploying, and enacting of the
application up to analyzing the data collected.
Between 2012 and 2015, we supported an interna-
tional team of psychologists in conducting a trial in
Burundi divided into five phases, investigating PTSD
of ex-combatants and soldiers. The different questi-
onnaires had to be adapted from phase to phase. By
the end of this trial, the team had interviewed ap-
prox. 2200 subjects, each of them answering approx.
Fig. 1: Interviewing ex-combatants and soldiers using a mobile data collection application.
Burundi Case Study
10
450-500 questions per phase. If this study would have
been conducted using traditional paper-based questi-
onnaires, one questionnaire for a specific participant
would have needed up to 50 pages respectively. Alto-
gether, this would have resulting resulted in a paper
stack of about 11m in height and half a metric ton in
weight. Considering the fact that this trial was conduc-
ted in rural areas, this would have resulted in logisti-
cal challenges as well as security and privacy issues as
sensitive data was collected as well. Using mobile data
collection applications, in turn, also lead to a much
higher willingness to contribute to the trial, compared
to the respective paper-based version.
Alcohol
Consumption
Cigarette
Consumption
StartFlow
Activity XORjoin
DataElement
WriteAccess
ReadAccess
EndFlow
ET_ControlFlow_Default
ET_DataFlow
AlcoholCigarettes
(Cigarettes = yes)
AND (Alcohol = yes)
XORsplit
else
(Cigarettes = yes)
AND (Alcohol = no)
ET_ControlFlow
Cigarettes
& Alcohol
Page
Intro
Page
General EndCigarettes
Fig. 2: There is an „Interview“ and a „Self-Rating“ mode.
Fig. 3: Process model of one particular data collection instrument (e.g. questionnaire). Process nodes represent pages,
data elements store the answers and the gateways determine further course depending on given answers.
Data Collection Scenario Country CN Releases Instances
Tinnitus Research world-wide - 3 > 20000
Risk factors during pregnancy Germany - 5 > 1000
Risk factors after pregnancy Germany - 1 > 100
Posttraumatic stress disorder (PTSD) in war regions Burundi 5 > 2200
Posttraumatic stress disorder (PTSD) in war regions Uganda - 1 > 200
Adverse childhood experiences Germany 3 > 150
Learning deficits among medical students Germany 3 > 200
Supporting parents after accidents of children Switzerland - 5 > 2500
Table 1: For each scenario a tailored app was created, replacing paper-based instruments. CN=complex navigation.
11
Process-Aware Instrument Configurator Flexible Mobile Data Collection Clients
Cigarettes Consumption
How many Cigarettes do you smoke each
day?
Do you smoke in your flat?
yes
no
XML
Web Service & Database
Execution Log
Files (XML)
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cig. = no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
Domain Expert
e.g., Analyst
Domain Expert
e.g., Interviewer
Participant
e.g., Study Subject
Process-Aware Data Evaluation
Domain Expert
e.g., Study Director
Underage Alcohol Usage:
(age < 18) && (alc. = true)
Underage Alcohol Usage
< =
age 18 alc. true
Anonymized
Execution Log
Files (XML)
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cig. = no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
1
2
3
4
5
Integrate Domain
Experts
Create Collection Instruments Using
Process Technology
Relieve IT Experts Through
Automatic Process Management Generate Mobile Applications Based On Process Models
PROCESS DRIVEN
a
b
Cigarettes
Consumption
How many Cigarettes
do you smoke each
day?
Do you smoke in your
flat?
yes
no
Cigarettes Consumption
How many Cigarettes do you smoke
each day?
Do you smoke in your flat?
yes
no
Realizing the Burundi case study as well as other pro-
jects, key requirements could be elaborated. First, the
mobile application should not depend on stable inf-
rastructure or trained staff. Second, multilingualism
is critical as Burundi offers several official languages
including multiple dialects. Finally, the system should
be easy-to-use and maintain, as data collection instru-
ments evolve over time (e.g., change the text of ques-
tions or manipulate the order of questions). In order
to relieve developers from constant adaptations, all
changes shall require no programming skills and may
be achieved by domain experts themselves.
Requirements
Archiving &
Versioning
Monitoring
& Analysis
Enactment &
Execution
Deployment
Design &
Modeling
Mobile Data
Collection Lifecycle
Domain Specific Requirements
Execution & Monitoring
End-User Programming
Fig. 5: Per average, filling in the questionnaire during an
interview with a subject took about 2-3 hours.
Fig. 4: End-User Program. techniques enable domain
experts to model data collection instruments themselves.
12
A novel approach allows directly mapping data collec-
tion instruments to process models, which may then
be deployed to a flexible and lightweight process en-
gine running on smart mobile devices. In particular,
pages of a questionnaire correspond to process nodes.
The questions themselves are mapped to data elements,
which are connected to the respective node. Data ele-
ments can be written to store given answers. Further-
more, gateways (AND or XOR) provide navigation
logic based on already given answers. This, in turn,
enables customizing an instrument during run time.
Process-Aware Instrument Configurator
Flexible Mobile Data Collection Clients
Cigarettes Consumption
How many Cigarettes do you smoke each
day?
Do you smoke in your flat?
yes
no
XML
Web Service & Database
Execution Log
Files (XML)
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cig. = no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
Domain Expert
e.g., Analyst
Domain Expert
e.g., Interviewer
Participant
e.g., Study Subject
Process-Aware Data Evaluation
Domain Expert
e.g., Study Director
Underage Alcohol Usage:
(age < 18) && (alc. = true)
Underage Alcohol Usage
< =
age 18 alc. true
Anonymized
Execution Log
Files (XML)
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cigarettes
= no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
alc = yes
age = 16
cig. = no
v = 6
w = yes
x = no
y = 10
z = 4
1
2
3
4
5
Integrate Domain
Experts
Create Collection Instruments Using
Process Technology
Relieve IT Experts Through
Automatic Process Management Generate Mobile Applications Based On Process Models
PROCESS DRIVEN
a
b
Cigarettes
Consumption
How many Cigarettes
do you smoke each
day?
Do you smoke in your
flat?
yes
no
Cigarettes Consumption
How many Cigarettes do you smoke
each day?
Do you smoke in your flat?
yes
no
Fig. 6: An architecture supporting the different phases of the lifecycle. It is heavily driven by End-User Programming
and process technology in order to integrate domain experts.
Our framework consists of three main components: A
configurator allowing domain experts to flexibly mo-
del their data collection instruments using approaches
known from end-user programming. A mobile data
collection application running on smart mobile de-
vices enabling domain experts to robustly collect data
in various application scenarios. An intermediary ser-
ver ensuring the secure communication between the
components as well as offering cloud based services
for evaluating the data collected. Altogether, process
technology is used across all components and acts as
technical glue for their integration.
Meta Model Framework
13
Burundi
Schobel, Johannes and Pryss, Rüdiger and Rei-
chert, Manfred (2015) Using Smart Mobile Devices
for Collecting Structured Data in Clinical Trials: Results
From a Large-Scale Case Study. In: 28th IEEE Inter-
national Symposium on Computer-Based Medical
Systems (CBMS 2015), 22-25 June 2015, Sao Carlos,
Brazil.
Crombach, Anselm and Nandi, Corina and Bam-
bonye, Manassé and Liebrecht, Martin and Pryss,
Rüdiger and Reichert, Manfred and Elbert, Tho-
mas and Weierstall, Roland (2013) Screening for
mental disorders in post-conflict regions using computer
apps - a feasibility study from Burundi. In: XIII Con-
gress of European Society of Traumatic Stress Studies
(ESTSS) Conference, June 5-9, 2013, Bologna, Italy.
Lead
Schobel, Johannes and Schickler, Marc and
Pryss, Rüdiger and Reichert, Manfred (2015)
Process-Driven Data Collection with Smart Mobile De-
vices. In: 10th International Conference on Web Infor-
mation Systems and Technologies (Revised Selected
Papers). LNBIP (226). Springer, pp. 347-362.
References
14
Mental Model
Requirements
see lead.
Schobel, Johannes and Schickler, Marc and
Pryss, Rüdiger and Maier, Fabian and Reichert,
Manfred (2014) Towards Process-Driven Mobile Data
Collection Applications: Requirements, Challenges,
Lessons Learned. In: 10th Int‘l Conference on Web In-
formation Systems and Technologies (WEBIST 2014),
Special Session on Business Apps, April 3-5, 2014, Bar-
celona, Spain.
Schobel, Johannes and Pryss, Rüdiger and Schick-
ler, Marc and Reichert, Manfred (2016) Towards
Flexible Mobile Data Collection in Healthcare. In: 29th
IEEE International Symposium on Computer-Based
Medical Systems (CBMS 2016), 20-23 June, 2016,
Dublin & Belfast, Ireland. (Accepted for Publication)
Framework
Schobel, Johannes and Pryss, Rüdiger and Schick-
ler, Marc and Ruf-Leuschner, Martina and El-
bert, Thomas and Reichert, Manfred (2016) End-
User Programming of Mobile Services: Empowering
Domain Experts to Implement Mobile Data Collection
Applications. In: IEEE 5th International Conference on
Mobile Services (MS 2016), San Francisco, June 27 -
July 2, 2016. (Accepted for Publication)
15
AREA
Augmented Reality Engine Application
Location-based mobile augmented reality engines are spare, proprietary or sparsely
documented. Therefore, a student project was started to obtain insights from deep
down.
model view controller pattern. Lower tiers offer their
services and functions by interfaces to upper tiers.
The model exchanges POI information. It uses both
an XML- and a JSON-based interface to collect and
parse POI. Note that their information are stored in a
global database.
Next, the controller consists of two main modules.
The sensor controller is responsible for culling the GPS
sensor, the accelerometer, and the compass to deter-
mine the devices location and orientation. The POI
controller uses data of the sensor controller in order to
determine whether a POI is inside the field of view and
calculates its position on the screen.
Finally, AREA makes use of libraries of the mobile
development frameworks themselves, which provide
access to core functionality of the underlying opera-
ting system, e.g., sensor access and screen drawing
functions. To realize the same robustness and ease-to-
use applicability for heterogeneous mobile operating
systems, various challenging issues emerged. Overall,
we learned that adjusting mobile applications due to
operating system updates might cause considerable
efforts.
The app provides its user with nearby points of
interest (POI); i.e., public buildings, parks, or
places of events. Whatever the camera films, it
gets enriched with interactive and contextual informa-
tion in real time. You can adjust the radius within POIs
are shown. An added radar in the top left corner shows
all surrounding POIs within the radius and functions
as a compass. Additionally, you may switch to the clas-
sical map view.
To save battery power and draw level with existing
products, AREA had to be well implemented and meet
high efficiency demands regarding calculations and
rendering without risking laggy interaction. In order
to really have the edge over other solutions, it needed
to be extendable; i.e., it may be easily integrated into
other.
Our architecture allows for efficient adaption and
maintenance. It comprises four main modules orga-
nized in a multi-tier architecture, complying with the
Fig. 1: Points of interest will blend live with your camera screen, depending on direction and circuit.
Architecture
16
Fig. 2: The strict partition of internal components makes AREA highly adaptable and maintainable.
Fig. 3: AREA enhances classical naviagtion.
17
Fig. 4 & 5: Because of the MVC architecture, the GUI easily comes in different tastes and shapes.
Fig. 8: Of course you also have the classical map view. Fig. 9: See where youre going with trail navigation.
18
One company uses AREA for its application LiveGui-
de. It can be used to provide residents and tourists of a
German city with the opportunity to explore their sur-
rounding by displaying POIs stored for that city. When
developing LiveGuide, only two steps were required:
First, the appearance of the POI was adapted to meet
the user interface requirements of the respective cus-
tomers. Second, the data model of AREA was adapted
to an already existing one.
In a similar fashion other projects around AREA dealt
with trail navigation in mountainous regions, show-
cased a courier service guided by the AristaFlow BPM
Suite or combined AREA with WiFinder.
AREA is not only a fully functional and customizab-
le engine enabling augmented reality on smart mobile
devices, but also a fascinating example of how students
themselves can be the nucleus and nurturers of such
endeavor. Think about how you can utilize AREA.
http://www.area-project.info/
Fig. 6 & 7: The red band shows the direction.
Business Applications
19
Introduction
Architecture
See lead.
See lead.
Geiger, Philip and Schickler, Marc and Pryss,
Rüdiger and Schobel, Johannes and Reichert,
Manfred (2014) Location-based Mobile Augmented
Reality Applications: Challenges, Examples, Lessons
Learned. In: 10th Int‘l Conference on Web Informati-
on Systems and Technologies (WEBIST 2014), Special
Session on Business Apps, April 3-5, 2014, Barcelona,
Spain.
Lead
Geiger, Philip and Pryss, Rüdiger and Schickler,
Marc and Reichert, Manfred (2013) Engineering
an Advanced Location-Based Augmented Reality Engi-
ne for Smart Mobile Devices. Technical Report. Uni-
versity of Ulm, Ulm.
References
20
Business Applications
Feineis, Lisa (2013) Development of an Augmen-
ted Reality Component for on the Trail Navigation in
Mountainous Regions. Masters thesis, University of
Ulm.
Fröchtenicht, Martin (2014) Entwicklung einer
dynamischen und prozessorientierten Augmented Rea-
lity Anwendung am Beispiel der AristaFlow BPM Suite
und Android. Masters thesis, University of Ulm.
Waldenmaier, Tobias (2014) Entwicklung einer In-
House-AR-Navigation unter Verwendung von AREA
und Wifinder. Bachelor thesis, University of Ulm.
21
Latest Publications
Using Mobile Serious Games in the
Context of Chronic Disorders -
A Mobile Game Concept for the
Treatment of Tinnitus
Tinnitus (“ringing in the ear”) is characterized by the
perception of a sound in the absence of a correspon-
ding acoustic stimulus. While many affected people
habituate to the phantom sound, others are severely
bothered and impaired in their quality of life. It is as-
sumed that the latter group is characterized by a de-
ficient noise cancelling mechanism in the brain. To
train tinnitus patients to focus on target sounds and
hence to suppress irrelevant background sounds, we
developed a mobile serious game application, which
is presented in this paper. The application runs on
three mobile operating systems. We describe its goals
and architecture as well as results from an evaluation
study. Study results indicate that the gaming approach
is feasible for training affected patients in focusing
on directional hearing and, thereby, to suppress their
tinnitus. Compared to traditional hearing training,
advances of this approach are anytime availability, hig-
her enjoyment, immediate feedback, and the option to
stepwise increase game difficulty. From this, we expec-
ted an increased patient motivation and adherence as
well as improved training and learning effects.
Schickler, Marc and Pryss, Rüdiger and Reichert,
Manfred and Schobel, Johannes and Langguth,
Berthold and Schlee, Winfried (2016) Using Mo-
bile Serious Games in the Context of Chronic Disorders
- A Mobile Game Concept for the Treatment of Tinnitus.
In: IEEE 29th Int‘l Symposium on Computer-Based
Medical Systems, 20 - 23 June 2016, Belfast. (Accepted
for Publication)
The widespread dissemination of smart mobile devices
offers promising perspectives for a variety of health-
care data collection scenarios. Usually, the implemen-
tation of mobile healthcare applications for collecting
patient data is cumbersome and time-consuming due
to scenario-specific requirements as well as conti-
nuous adaptations to already existing mobile applica-
tions. Emerging approaches, therefore, aim to empo-
wer domain experts to create mobile data collection
applications themselves. This paper discusses flexibi-
lity issues considered by a generic and sophisticated
framework for realizing mobile data collection appli-
cations. Thereby, flexibility is discussed along different
phases of data collection scenarios. Altogether, the
realized flexibility significantly increases the practical
benefit of smart mobile devices in healthcare data coll-
ection scenarios.
Schobel, Johannes and Pryss, Rüdiger and Schick-
ler, Marc and Reichert, Manfred (2016) Towards
Flexible Mobile Data Collection in Healthcare. In: 29th
IEEE International Symposium on Computer-Based
Medical Systems (CBMS 2016), 20-23 June, 2016,
Dublin & Belfast, Ireland. (Accepted for Publication)
Here you find our latest publications with their abstracts.
Towards Flexible Mobile Data
Collection in Healthcare
22
Emotional states as mediators bet-
ween tinnitus loudness and tinnitus
distress in daily life: Results from the
TrackYourTinnitus application
The psychological process how tinnitus loudness leads
to tinnitus distress remains unclear. This cross-sectio-
nal study investigated the mediating role of the emo-
tional state “stress level” and of the two components
of the emotional state “arousal” and “valence” with
N = 658 users of the “TrackYourTinnitus” smartphone
application. Stress mediated the relationship between
tinnitus loudness and tinnitus distress in a simple me-
diation model and even in a multiple mediation model
when arousal and valence were held constant. Arou-
sal mediated the loudness-distress relationship when
holding valence constant, but not anymore when con-
trolling for valence as well as for stress. Valence func-
tioned as a mediator when controlling for arousal and
even when holding arousal and stress constant. The
direct effect of tinnitus loudness on tinnitus distress
remained significant in all models. This study demons-
trates that emotional states affect the process how tin-
nitus loudness leads to tinnitus distress. We thereby
could show that the mediating influence of emotional
valence is at least equally strong as the influence of
stress. Implications of the findings for future research,
assessment, and clinical management of tinnitus are
discussed.
Probst, Thomas and Pryss, Rüdiger and Langguth,
Berthold and Schlee, Winfried (2016). Emotional
states as mediators between tinnitus loudness and tin-
nitus distress in daily life: Results from the “TrackYour-
Tinnitus” application. In: Scientific Reports, 6, 20382
During the last years, the computational capabilities
of smart mobile devices have been continously impro-
ved by hardware vendors, raising new opportunities
for mobile application engineers. Mobile augmented
reality is one scenario demonstrating that smart mo-
bile applications are becoming increasingly mature. In
the AREA (Augmented Reality Engine Application)
project, we developed an advanced kernel that enables
such location-based mobile augmented reality applica-
tions. On top of it, mobile application developers can
easily realize sophisticated applications. The kernel, in
turn, focuses on robustness and high performance. In
addition, it provides a flexible architecture that fosters
the development of individual location-based mobile
augmented reality applications. In the first stage of the
project, the LocationView concept was developed as
the core for realizing the kernel algorithms. This Loca-
tionView concept has proven its usefulness in the con-
text of many applications, running on iOS, Android,
or Windows Phone. Due to the further evolution of
computional capabilities on one hand and emerging
demands of location-based mobile applications on the
other, we developed a completely new kernel, which
enables even more advanced location-based mobile
augmented reality applications. In particular, the new
kernel allows for points of interests (POI) clusters or
enables the use of tracks (i.e., lines between POIs).
These changes required advanced algorithms presen-
ted in this paper. To demonstrate the feasibility of our
kernel, we apply it in the context of various mobile
applications. As a result, mobile augmented reality ap-
plications could be run on present mobile operating
systems in a robust manner and be effectively realized
by engineers utilizing our approach. We regard such
applications as a good example for using mobile com-
putional capabilities efficiently in order to support
mobile users more properly.
Pryss, Rüdiger and Geiger, Philip and Schickler,
Marc and Schobel, Johannes and Reichert, Man-
fred (2016) Advanced Algorithms for Location-Based
Smart Mobile Augmented Reality Applications. In: 13th
International Conference on Mobile Systems and Per-
vasive Computing (MobiSPC 2016)
Advanced Algorithms for
Location-Based Smart Mobile
Augmented Reality Applications
23
Announcements
Findings of the study were reported in the „Scientific
Reports“ journal (DOI: 10.1038/srep20382). Analysis
showed that stress is a big influence factor for the per-
ception of the tinnitus phenomena.
http://www.uni-regensburg.de/pressearchiv/pressemit-
teilung/609190.html
Findings of this paper were internationally reported
in different media, like news sites, twitter or facebook.
Follow the link to altmetric to learn more.
https://www.altmetric.com/details/5107516/news
The research topic has started and is now accepting our
publications. All articles will be open access. Lets try
to make this a very large research topic which attracts
a lot of attention. How to submit a paper? Click on
„submit manuscript“ on this webpage http://journal.
frontiersin.org/researchtopic/4725/towards-an-under-
standing-of-tinnitus-heterogeneity and select the jour-
nal. There are currently 18 Frontiers journals contri-
buting to our research topic.
'Results from the TrackYourTinnitus
application' Paper catches media's
attention
TINNET Workshop on the use
of smartphone apps in tinnitus
research
Frontiers Research Topic on Tinnitus
Heterogeneity
From April 20-21, 2016, a group of about 20 experts
from different disciplines came together in Herr-
sching/Munich for an international workshop on the
use of modern smarthphone devices for the research
on tinnitus. The topics covered a wide range of im-
portant subjects including data protection, research
designs, data storage, the benefit for the patient, sta-
tistical analysis, ethics, technical details together with
the most recent advancements and future research in
order to improve our scientific understanding and the
treatment for tinnitus patients.
24
Articles
Dr. Rüdiger Pryss
Johannes Schobel
Philipp Geiger
Editors
Dr. Rüdiger Pryss
Prof. Dr. Manfred Reichert
Layout
Benjamin Rudner
Contact
Ulm University
Institute for Databases and Information Systems
Building O27 Niveau 5
James-Franck-Ring
89081 Ulm
+49 731 / 50 24-131 (Secretary)
+49 731 / 50 24-134 (Fax)
http://dbis.info
Credits
Literaturverzeichnis
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http://www.inkom-grandprix.de/
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die Grundlagen guter Gestaltung auf den Punkt gebracht; Layout, Schrift,
Farbe und Bilder in Print und Web; mit zahlreichen Praxislösungen und
Tipps]. 3., aktualisierte Aufl. Bonn: Rheinwerk Verl., 2015, 352 S. isbn:
978-3-8362-3657-7. url:
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?
id=5136345&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm (besucht am 09. 06. 2016).
[27] C. Korthaus. Grundkurs Typografie und Layout: Für Ausbildung und
Praxis; praktische Tipps für Ihre Gestaltung; Schriftwahl, Seitengestaltung,
Gesamtkomposition; Typografie im Web und mobil. 4., aktualisierte und
erw. Aufl. Bonn: Galileo Press, 2014, 344 S. isbn: 978-3-8362-2818-3. url:
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=4556788&prov=M&dok_
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Linotype: Helvetica World.url:
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helvetica-world-schriftfamilie.html (besucht am 09. 06. 2016).
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Collecting Structured Data in Clinical Trials: Results From a Large-Scale
Case Study.“ In: 28th IEEE International Symposium on Computer-Based
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Eigenständigkeitserklärung
Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig verfasst und
keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Sinngemäße Über-
nahmen aus anderen Werken sind als solche kenntlich gemacht und mit genauer
Quellenangabe (auch aus elektronischen Medien) versehen.
Ulm, den 09.06.2016
Ort, Datum Benjamin Rudner