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[de] (orig)
Beate Gudrun Lechler
Dr. med.
Die orthopädischen Fachzeitschriften - Sammlung und Analyse
Geboren am 19.05.1963 in Pforzheim
Reifeprüfung am 08.05.1989
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1989/1990 bis WS 1996/97
Physikum am 07.04.1992 an der Universität Ulm
Klinisches Studium in Ulm/Wien/Heidelberg
Praktisches Jahr in Mannheim
Staatsexamen am 21.11.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Orthopädie
Doktorvater: Professor Dr. Hans Jürgen Gerner
In der Medizin gibt es über 10.000 Fachzeitschriften. Derzeit gibt es keinen Überblick und keine Analyse über
Umfang und Art der orthopädisch relevanten Fachzeitschriften. Ziel dieser Arbeit ist daher eine Sammlung und
Analyse der aktuell erscheinenden, klinisch orientierten und in einer europäischen Sprache erscheinenden
Zeitschriften des orthopädischen Fachgebietes und seiner Grenzgebiete.
Die in Frage kommenden Zeitschriften wurden in internationalen Datenbanken (Ulrichs International
Periodicals Directory ® und Serline ®) sowie per Hand in der Bibliothek der Orthopädischen Universitätsklinik
Heidelberg, in der Universitätsbibliothek Heidelberg, sowie in der Zentralbibliothek der Medizin in Köln
recherchiert. Die Suche nach dem Vorliegen der Werke als neue Medien (Online oder CD-ROM) erfolgte in
der Gale-Directory Databases ®. Die Hinweise für Autoren sowie das Editorial Board der Zeitschriften wurden
per Hand in der Zentralbibliothek der Medizin in Köln recherchiert. Der Impact Factor und der Cited Half-Life
wurden den Zeitschriften aus dem ISI Journal Citation Reports ® zugeordnet. Anhand festgelegter Kriterien
erfolgte die Aufnahme der Zeitschriften in eine relationale Datenbank. Von den auf diese Weise erhaltenen 770
Zeitschriften mußten die nicht als Fachzeitschriften einzuordnenden Werke sowie Zeitschriften, die die
Orthopädie nur partiell betreffen, herausgefiltert werden.
Die Anzahl von 481 orthopädisch relevanten, weltweit vorhandenen, aktuellen und klinisch orientierten
Zeitschriften zeigt die große Bedeutung von Fachzeitschriften zu Fort- und Weiterbildungszwecken.
Die dominierende Sprache dieser Zeitschriften ist erwartungsgemäß die englische Sprache mit über 70%. Die
USA hat mit 40% den größten Anteil bezogen auf das Herkunftsland.
Die vierteljährliche Erscheinungsweise ist mit 32% die häufigste Erscheinungsweise.
Zum Analysezeitpunkt sind 3,7% der untersuchten Zeitschriften Online. Nur knapp 2% der untersuchten
Zeitschriften sind auf CD-ROM erhältlich. Knapp 20% der 481 Zeitschriften sind in MEDLINE aufgenommen.
20% der Zeitschriften sind einem Peer-Review-Verfahren unterworfen. Über Art und Umfang dieser
Expertenbegutachtung sind jedoch keine Angaben vorhanden.
Der Impact-Faktor kann 49 der Zeitschriften zugeordnet werden, der Cited Half-Life 42 Zeitschriften. Unter
den 50 bestennach Impact Factor geordneten Zeitschriften ist keine der recherchierten Zeitschriften
vertreten.
Von den 12 die Orthopädie betreffenden Zielgruppen sind zu 46% vornehmlich orthopädisch Interessierte, zu
20% vornehmlich rheumatologisch Tätige oder Interessierte angesprochen.
19 der 481 Zeitschriften beziehen sich auf die Wirbelsäule, je 10 auf Hand bzw. Fuß.
Die Analyse der Autorenhinweise (n=59 Zeitschriften untersucht) ergibt eine starke und nicht
nachzuvollziehende Heterogenität der Angaben zur Abfassung von Manuskripten. Die Einführung einheitlicher
Richtlinien zur Manuskriptgestaltung wurde von keiner der recherchierten Zeitschriften mitgetragen.
An deutschen Universitätsbibliotheken ist die ”Zeitschrift für Orthopädie und ihre Grenzgebietemit 116
Exemplaren am häufigsten vertreten, gefolgt von ”Der Unfallchirurgmit 104 Exemplaren (Stand 1994). Eine
Verdoppelung der Neuerscheinungen orthopädischer Fachzeitschriften wird seit den 60er Jahren festgestellt.
Aufgrund des daher für den einzelnen Orthopäden nicht mehr überschaubaren fachlichen Lesematerials wäre
eine rigorose Informationsselektierung im Sinne von Evidence based Medicine zu fordern. Hierfür sollte ein
Projekt durchgeführt werden, das publizierte klinische prospektive und randomisierte Studien in der
Orthopädie auf ihren Nutzen für die praktische Medizin selektiert.