Roman Thiel
Dr. med. dent.
Die Entwicklung der Adhäsivbrücken in der zahnärztlichen Prothetik
Geboren am 04.03.1963 in Sobernheim/Nahe
Reifeprüfung am 23.06.1982 in Neustadt/Weinstraße
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom SS 1987 bis SS 1993
Physikum am 02.10.1990 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Staatsexamen am 16.08.1993 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Mund-Zahn-Kieferheilkunde
Doktorvater: Prof. Dr. med. dent. P. Lenz
Im Rahmen dieser Studie wurden für den Zeitraum von 1973 bis 1998 alle
relevanten zahnmedizinischen Publikationen aus dem angloamerikani-
schen und deutschen Sprachraum erfaßt, die sich mit dem Thema Adhä-
sivbrücken befassen.
Des weiteren diente die Darstellung klinikinterner Versorgungen als Fall-
beispiele zur näheren Erläuterung.
Ziel dieser Dissertation war es, anhand der relevanten Literatur und der
eigenen Fälle die Entwicklung der Klebebrückentechnik von 1973 bis zum
heutigen Stand der Technik aufzuzeigen.
Hierbei wurden folgende Aspekte berücksichtigt:
- Entwicklung der Klebetechnik
- Die verschiedenen Konditionierungsarten im Vergleich
- Gerüstform und Gerüstmaterial
- Präparationsformen
- Langzeituntersuchungen
- Eigene klinische Untersuchungen
- Indikationen und Kontraindikationen
- Die Vor- und Nachteile der Klebebrückentechnik.
Abschließend wurden die aufgeführten Parameter kritisch gegeneinander
abgewogen und - daraus resultierend - Empfehlungen für die erfolgreiche
Anwendung der Klebebrückentherapie gegeben.
Aufgrund der Angaben aus der Literatur und eigener Resultate läßt sich
grundsätzlich eine Therapie mittels Adhäsivbrücken als semidefinitive
Versorgung von Einzelzahnlücken befürworten. Deren Anwendung muß
jedoch von Fall zu Fall unter strenger Indikationsstellung und unter Be-
achtung der aufgezeigten klinischen Anforderungen, gegenüber anderen
Therapieformen wie konventioneller Brückenversorgung oder Implantati-
on, sorgfältig abgewogen werden.
Die ursprünglichen Erwartungen in die Adhäsivbrückentechnik waren
hoch – bis hin zur Vorstellung, in absehbarer Zeit auf die konventionelle
Form der zirkulären Kronenpräparation verzichten zu können.
Diese Aussicht muß zum heutigen Zeitpunkt als in der Praxis nicht reali-
sierbar angesehen werden, vorausgesetzt, es soll ein möglichst langfristi-
ger Erfolg beim Einsatz der Klebebrückentherapie angestrebt werden.
Dann nämlich ist eine Präparation der Pfeilerzähne unumgänglich, wenn
auch weniger invasiv als bei der herkömmlichen Art der zirkulären Kro-
nenpräparation.
Die Substanzreduktion entspricht meist der einer Teilkronenpräparation
und ist somit als nicht mehr reversibel anzusehen. Der früher angenomme-
ne Vorteil eines minimal-invasiven Vorgehens ist nicht gegeben.
Für einen erfolgreichen Einsatz der Adhäsivbrückentechnik ist die abso-
lute Trockenlegung der Pfeilerzähne beim Klebevorgang wichtig, um eine
optimale und langfristige Klebeverbindung zu gewährleisten.