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[de] (orig)
Bernhard Jülg
Dr. med.
Wechselbeziehungen zwischen Salz- und Wasserhaushalt und Atemregulation unter
hypoxischen Bedingungen - Eine prospektive Studie
Geboren am 28.11. 1959 in Heidelberg
Reifeprüfung am 15.5.1979 in Neckargemünd
Studiengang der Fachrichtung Sport und Englisch vom WS 1980/81 bis SS 1987
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1989 bis WS 1994/95
Physikum am 15.3.1991 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Sinsheim und Townsville/Universität Brisbane, Australien
Staatsexamen am 10.5.1995 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof. Dr. med. Peter Bärtsch
Um die Vorhersagekraft des auf Meereshöhe gemessenen HVR (Hypoxiy ventilatory
response) bezüglich des Auftretens von akuter Höhenkrankheit (ABK) zu
untersuchen und um den zeitlichen Ablauf der Veränderungen von Ventilation, HVR,
Gasaustausch und Wasserhaushalt während der Entstehung von ABK zu
dokumentieren, nahmen wir Messungen dieser Parameter im Tiefland (130m) vor
und täglich während eines dreitägigen Aufenthalts auf 4559m Höhe.
Im Tiefland gab es keine signifikanten Unterschiede bezüglich des isokapnischen
HVR zwischen 12 Probanden, die später in der Höhe ABK entwickelten und 12
Probanden, die gesund blieben. Der HVR, gemessen im Tiefland, korrelierte nicht
mit ABK. Ebenfalls gab es keine Wechselbeziehungen mit Diurese/Natriurese und
den Plasmahormonen, die den Salz- und Wasserhaushalt regulieren (Aldosteron,
ADH, ANP, Cortisol, Reninaktivität).
Am ersten Bergtag, als die ABK-Gruppe bereits krank war, war der an diesem Tag
gemessene HVR signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe (0,86+/-0,12 vs. 1,4
+/- 0,24 l/min/% SaO2; p<0,05 ). Jedoch gab es keine Unterschiede bei der
Ruheventilation, welche bei beiden Gruppen gleichermaßen anstieg. Unterschiede
im alveolar-arteriellen Sauerstoffgradienten (AaDO2) zeigten sich am ersten Bergtag,
waren aber an Tag 2 und 3 am ausgeprägtesten (p<0,05) und korrelierten mit dem
ABK-Score (r=69 bzw. 0,6; p<0,001).
Beide Gruppen zeigten beim Aufstieg auf 4559m gleichermaßen Antidiurese,
Antinatriurese und Zunahme des Körpergewichts. Am zweiten Bergtag jedoch kam
es bei den Probanden ohne ABK zu Diurese, Natriurese und Abnahme des
Körpergewichts. Es ergaben sich während des Höhenaufenthaltes keine
Korrelationen zwischen den HVR-Messungen und Diurese/Natriurese sowie den
obengenannten Plasmahormonen.
Wir schließen daraus, daß die Anfälligkeit für ABK sowie Wasserhaushalt und
Ventilation in der Höhe nicht durch einen im Tiefland gemessenen HVR
vorausgesagt werden kann. Bei der ABK-Gruppe tragen sowohl ein niedrigerer HVR
als auch ein beeinträchtigter Gasaustausch für deren ausgeprägtere Hypoxämie bei.
Wasserretention scheint kein ursächlicher Faktor bei der Entstehung von ABK zu
sein.