Thomas M. Freiman
Dr. med.
Brain-derived Neurotrophic Factor reduziert den Neuronentod im Hippocampus von
Ratten nach transienter Ischämie
Geboren am 28.09.1970 in Wiesbaden
Reifeprüfung: 20.06.1990 in Oberursel im Taunus
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1991 bis SS 1997
Physikum am 20.04.1993 an der Universität in Frankfurt am Main
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 03.11.1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Neurologie
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. M. Spranger
In der vorliegenden Arbeit wurde der Zeitverlauf histologischer Veränderungen von
Neuronen und Gliazellen sowie die Aktivität der iNOS nach globaler zerebraler Ischämie
analysiert. Aufbauend auf diese Ausgangsdaten wurde geprüft, ob postischämische
intrazerebroventrikuläre Infusion von BDNF neuroprotektiv wirkt.
Bei 36 Wistar Ratten wurden eine Vier-Gefäß-Okklusion für 15 Minuten durchgeführt. Bei 6
Tieren wurde postischämisch BDNF intrazerebroventrikulär verabreicht. 20 Tiere dienten als
Kontrollgruppe, an denen nur eine Scheinoperation ohne Verschluß von Gefäßen
durchgeführt wurde.
Der nach 48 Stunden eintretende neuronale Zelltod wurde durch die intranukläeren DNA-
Fragmente mittels TUNEL-Färbung identifiziert. Die neuronale Degeneration trat zeitgleich
mit einer Aktivierung von Astrozyten und Mikroglia auf, die immunhistochemisch durch eine
verstärkte Expression von iNOS charakterisiert waren. Die Mikroglia befand sich im
Neuronenband, die Astrozyten in den angrenzenden Schichten.
Es konnte gezeigt werden, daß die intrathekale postischämische Gabe von BDNF den
ischämischen Zellschaden am Hippocampus der injizierten Seite komplett, den der Gegenseite
inkonstant reduziert.
Unter BDNF unterblieb die Einwanderung der Makrophagen in das Neuronenband und die
reaktive Proliferation der Astrozyten. Dies äußerte sich auch in der ausbleibenden Induktion
des glialen Aktivitätsmarkers iNOS. Ich postuliere als dahinterliegenden hypothetischen
Mechanismus, daß BDNF die mikrogliale Aktivität und NO-Produktion hemmt und dadurch
neuroprotektiv wirkt.
Diese Studie liefert damit die Grundlage für eine klinische Testung von BDNF bei Patienten
mit hypoxischen Hirnschaden oder Schlaganfall.