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Eva Ponstingl
Dr. med.
Zur Frage der kompensatorischen Hypertrophie der kontralateralen Niere nach
Nephrektomie bei Patienten mit unilateralem Nephroblastom
Geboren am 03. 06. 1972 in Göttingen
Reifeprüfung am 21. 06. 1991 in Heidelberg
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1991 bis SS 1999
Physikum am 27. 08. 1993 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Schwäbisch Hall
Staatsexamen am 06. 05. 1999 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Radiologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. J. Tröger
In dieser Arbeit wurden 20 Patienten mit Wilms-Tumor, Nephrektomie und weiterer Chemo-
bzw. Radiotherapie (Gruppe 1), 15 Patienten mit Wilms-Tumor und alleiniger Nephrektomie
(Gruppe 2) und 22 Patienten mit einseitiger kongenitaler multizystisch-dysplastischer Niere
(Gruppe 3) hinsichtlich des Volumens der kontralateralen Niere untersucht. Das Volumen
wurde im Verlauf der Nachbeobachtungszeit in Ultraschalluntersuchungen nach der
Ellipsoidformel bestimmt und mit dem jeweiligen Körpergewicht des Patienten korreliert. Als
kompensatorische Hypertrophie wurde ein Volumen von über 145% des Median der
jeweiligen Normalwerte ( 95. Percentile) definiert.
Es wurden folgende Fragestellungen untersucht:
Bei wievielen Patienten tritt eine kompensatorische Hypertrophie der kontralateralen Niere
auf?
Wann tritt eine kompensatorische Hypertrophie auf und in welchem Maße?
Bleibt die Hypertrophie im Laufe der Nachbeobachtungszeit bestehen?
Verhalten sich die Nieren der Patienten mit einem Wilms-Tumor, die eine zusätzliche
Therapie zur Operation erhalten hatten, ähnlich wie die Nieren der Patienten, die keine
solche Behandlung erhalten hatten?
Bei den Patienten der Gruppe 1 haben 89% nach im Median 1,5 Monaten eine
kompensatorische Hypertrophie, bei der letzten Kontrolluntersuchung nach im Median 52,5
Monaten nur noch 47%. Bei den Patienten der Gruppe 2 haben nach im Median 0,5 Monaten
64% eine kompensatorische Hypertrophie, bei der letzten Kontrolluntersuchung nach im
Median 43,4 Monaten ebenfalls 64%. Bei den Patienten der Gruppe 3 mit einer unauffälligen
kontralateralen Niere haben im Median im Alter von 0,3 Monaten 71% eine
kompensatorische Hypertrophie, bei der letzten Kontrolluntersuchung nach im Median 53,8
Monaten nur noch 57%.
Die Patienten mit postoperativer Chemo- bzw. Radiotherapie hypertrophieren nach der
Nephrektomie zunächst stärker als die anderen, aber ihr relatives kontralaterales
Nierenvolumen fällt mit der Dauer der Nachbeobachtung ab. Das Durchschnittsvolumen lag
bei der letzten Kontrolle bei den Patienten der Gruppe 1 mit 145,5% deutlich niedriger als bei
den Patienten der Gruppe 2 mit einem Durchschnitt von 162%, aber ähnlich wie das
durchschnittliche Nierenvolumen der Patienten der Gruppe 3 mit unauffälliger kontralateraler
Niere mit 146,9% des Median der Normalwerte.
Wegen der geringen Anzahl der Patienten und der Inhomogenität der Gruppen konnte keine
statistische Auswertung der Patienten vorgenommen werden. Dennoch lassen die Ergebnisse
die Vermutung zu, daß die aggressive Therapie des Wilms-Tumors eine Retardierung des
Wachstums der kompensatorisch hypertrophierten Niere verursacht.