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Heide-Marlen Haupt
Dr.med.
Einfluß von Plättchenaktivierendem Faktor auf die
Leukozytenverformbarkeit
Geboren am 12.11.1962 in Kandel
Reifeprüfung am 22.06.1982 in Bad-Bergzabern
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1990 bis WS 1996/97
Physikum am 03.04.1992 in Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Schwetzingen
Staatsexamen am 16.04.1997 an der Universität in Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof. Dr. F.-J. Neumann
Ziel der Arbeit ist es, den Einfluß von plättchenaktivierendem Faktor (PAF) auf
die Leukozytenverformbarkeit zu untersuchen und die zugrundeliegenden
Mechanismen aufzuklären.
Von gesunden Spendern werden die Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten
durch Dichtegradientenseparation aufgetrennt. Die passive
Leukozytenverformbarkeit wird mit dem St. George's Filtrometer mit Filtern von
5 und 8 µm Porengröße gemessen. Unter PAF findet sich eine dosisabhängige
Abnahme der Verformbarkeit für alle drei untersuchten Populationen. Bei einer
PAF-Konzentration von 10-8 mol/l liegt die Filterabilitiät der Lymphozyten bei
90,0 % ± 4,1 % (p < 0,05) der unbehandelten Zellen, für neutrophile
Granulozyten bei 84,8 % ± 1,5 % (p < 0,001) und für Monozyten bei 50,7 % ±
6,0 % (p < 0,01). Mit Hilfe zweier strukturell verschiedener PAF-Antagonisten
WEB 2086 und L 659.989 kann die PAF-Wirkung aufgehoben werden, was einen
spezifischen Effekt belegt. Die Wirkung von PAF auf die Filterabilität von
Leukozyten ist calciumabhängig. Durch Experimente mit Cytochalasin D kann
gezeigt werden, daß die Filtrationsreduktion allein auf die Zunahme der
Aktinfilamentvernetzung zurückzuführen ist. Die dosisabhängige Inhibition der
Aktinfilamentvernetzung bei Verwendung des Rezeptorantagonisten WEB 2086
kann durchflußzytometrisch bestätigt werden. Mikrotubuliausbildung und
Membranschädigung durch Superoxidanionen haben an der
Verformbarkeitsabnahme unter PAF keinen Anteil. Die durch PAF
hervorgerufene Verschlechterung der Verformbarkeit von Leukozyten könnte
eine Rolle bei Ischämie und Reperfusion in der Mikrozirkulation spielen.