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Michael Vogt
Dr. med.
Der Einfluß von Kalziumantagonisten auf die zerebrale Hämodynamik.
Eine experimentelle Untersuchung am Katzenhirn.
Geboren am 21.07.1963 in Braunschweig
Reifeprüfung am 13.05.1983 in Braunschweig
Studiengang der Fachrichtung Humanmedizin vom SS 1985 bis SS 1992
Physikum am 17.03.1987 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Auckland/New Zealand und Heidelberg
Staatsexamen am 05.05.1992 an der Universität Heidelberg
Arzt im Praktikum in der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg
Approbation am 01.02.1994 in Heidelberg
Facharztausbildung zum Internisten ab 15.02.1994 in Ludwigshafen am Rhein
Promotionsfach: Neurologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. R. von Kummer
Können Vasodilatatoren die Hirndurchblutung auch bei eingeschränkter zerebraler
Autoregulationskapazität beeinflussen? Zur Beantwortung dieser Frage wurden
die Effekte eines vornehmlich zentral (Nimodipin 0,05 mg/KgKG im Bolus sowie
1µg/KgKG/min als Infusion) und eines peripher wirksamen Kalziumantagonisten
(Naftidrofuryl 10 mg/KgKG im Bolus) gegen die Trägersubstanz des Nimodipins
(=Vehikel 1µg/KgKG/min) plazebokontrolliert untersucht. Hierbei waren der
mittlere arterielle Blutdruck (MABP), die lokale und globale Hirndurchblutung
(CBF) und der Zerebrovaskuläre Widerstand (CVR) unter unbeeinflußter sowie
unter verminderter, aber erhaltener Autoregulationsreserve von Interesse. Die
lokale Hirndurchblutung (1860 Einzelmessungen) wurde mithilfe von chronisch
implantierten Platinstichelektroden und der Wasserstoffauswaschmethode an 27
Versuchstagen an 15 nicht ischämischen Katzen abgeleitet. Die Stichelektroden
verloren über die Zeit kaum an Sensitivität und zeigten reliable und
reproduzierbare Durchblutungswerte an. Mit Natrium-Nitroprussid konnte der
MABP gezielt auf 80 mmHg gebracht werden. Die Einflußfaktoren, bestehend aus
arteriellen Blutgasen, Säure-Basen-Haushalt, Hämatokrit und Hämoglobin,
blieben in allen Phasen und Versuchsgruppen stabil.
Unter Normotension (Phase1) senkte Nimodipin (Bolus+Infusion) signifikant den
MABP, während er in den anderen Gruppen stabil blieb. Die Hirndurchblutung
konnte einzig durch Nimodipin-Bolusgabe unter Normotension signifikant (von
55 auf 68 ml/100g/min) gesteigert werden. In der Nimodipininfusionsgruppe kam
es nach Absenkung des MABP auf nur 80 mmHg (Phase2) zu einer globalen
Senkung des CBF um 16%, im Kortexareal sogar um 25%. Der CBF konnte somit
bei noch physiologischen Blutdrücken nicht mehr konstant gehalten werden.
Nimodipin und teilweise auch seine Trägersubstanz führten somit dosisabhängig
bei bereits eingeschränkter und noch intakter Autoregulation zu weiteren
Autoregulationsschädigungen und CBF-Abfällen, während unter Naftidrofuryl-
und Nimodipinbolus die zerebrale Perfusion unter Hypotension auf
physiologischem Niveau gehalten wurde. Der Mechanismus der
Autoregulationsschädigung scheint anhand der starken zerebrovaskulären
Aktivität erklärt. In der Diskussion konnte aufgezeigt werden, daß die CBF-
Veränderungen nach Gabe der Testsubstanzen unter milder Hypotension kein
Epiphänomen einer Nitroprussidinfusion darstellen. Die in der Literatur oft
widersprüchlichen Ergebnisse der Hirninfarktforschung lassen sich mit unserem
Hypotensionsmodell aus Sichtweise der zerebralen Hämodynamik gut erklären.
Ein intensives Monitoring sämtlicher Kreislaufparameter und eine großzügige
Unterstützung der systemischen Kreislaufverhältnisse muß deshalb unter einer
vasodilatativen Therapie gefordert werden.