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Regine Unkels
Dr.med.
Fortbildung von traditionellen Geburtshelferinnen zum Thema der
Präeklampsie/Eklampsie und ihre Überwachung im Distrikt von Dori, Burkina Faso
Geboren am 22.06.1969 in Bad Godesberg
Reifeprüfung am 04.06.1988 in Bonn-Bad Godesberg
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1988-WS 1996
Physikum am 23.09.1990 an der Ruhr Universität Bochum
Klinisches Studium Mannheim/Universität Heidelberg
Praktisches Jahr in Ouagadougou/Burkina Faso; Truro/Großbritannien; Mannheim
Staatsexamen am 15.11.1996 an der Universität Heidelberg, Klinikum Mannheim
Promotionsfach: Frauenheilkunde
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. G. Bastert
Die Früherkennung der Prä-/Eklampsie existiert in den sich entwickelnden Ländern nicht,
oder nur in rudimentären Ansätzen, obwohl dieses Krankheitsbild noch immer zu den
häufigsten Ursachen mütterlicher Sterblichkeit in diesen Ländern gehört. Das Ziel dieser
Studie war es, zu untersuchen, ob traditionelle Hebammen an einem Screening für
Präeklampsie/Eklampsie effektiv beteiligt werden können und eventuell sogar zu einer
Erhöhung der Frequentierung solcher Untersuchungen beitragen könnten. Im Oktober 1994
wurden die sozialen Daten von 24 Dorfhebammen erhoben, die zu einer Fortbildung zum
Thema im November 1994 eingeladen wurden.
Dieses Training beinhaltete das Erlernen der Symptome der drohenden Eklampsie anhand von
Bildtafeln, wie z.B. plötzlich auftretende, starke Ödeme, Oberbauchschmerzen und
Kopfschmerzen mit visueller Beeinträchtigung sowie das Erkennen eines eklamptischen
Anfalls. Außerdem wurde der Umgang mit für Analphabeten gekennzeichneten
Blutdruckmeßgeräten erlernt, die die Hebammen am Ende des Trainings erhielten.
In den folgenden zehn Monaten wurden Supervisionsbesuche in die 24 Dörfer unternommen,
während derer Bildfragebögen zur Erfassung der Anzahl der Untersuchungen und der
Symptomhäufigkeit ausgeteilt wurden und Interviews über das Wissen der Dorfhebammen zu
Ätiologie und Management der Prä-/Eklampsie geführt wurden. Als Vergleich wurden die
Register von vier Gesundheitsposten sowie der Maternité des Distriktkrankenhauses von Dori
für diesen Zeitraum hinzugezogen.
Die Symptome der Eklampsie sind in dieser Region als schwangerschaftsassoziierte Krankeit
bekannt. Im Studienzeitraum wurden von den 24 Dorfhebammen 835 Blutdruckmessungen
durchgeführt. Im Distriktkrankenhaus von Dori wurden zur gleichen Zeit 1.231, in den
Gesundheitsposten 814 Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen vorgenommen. Auf
Dorfebene wurden 42 Schwangere mit erhöhtem Blutdruck entdeckt. Insgesamt fanden sich in
den 24 Dörfern fünf Frauen mit eklamptischen Anfällen, von denen vier nach Dori
transportiert wurden. Es kam zu zwei mütterlichen und drei kindlichen Todesfällen.
Der Einsatz der Dorfhebammen in der Schwangerenvorsorge hat sich als effektiv erwiesen
und sollte erweitert werden. Ihr Einfluß auf die Überweisungsfrequenz und die mütterliche
Mortalität ist zunächst gering, was unter anderem in kulturellen und sozialen Ressentiments
dem Krankenhaus gegenüber sowie in den sehr schlechten Transportmöglichkeiten begründet
liegen kann. Wenn weiterhin Fortbildungen für traditionelle Geburtshelferinnen im Distrikt
von Dori stattfinden sollten, was sinnvoll wäre, sollten Verbesserungen auch auf der anderen
Seite des Überweisungssystems, dem Distriktkrankenhaus angestrebt werden.