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Soraya Seyyedi
Dr. med.
Entwicklung eines computergestützten Testverfahrens für rechtshemisphärische
Verarbeitungsvorteile bei der Erkennung von Gesichtern
Geboren am 05.08.1967 in Ludwigshafen am Rhein
Reifeprüfung am 04.06.1986 in Heppenheim
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1986 bis WS 1993
Physikum am 17.08.1988 an der Universität Homburg/ Saar
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 29.11.1993 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Psychiatrie
Doktorvater: Prof. Dr. Dr. med. M. Spitzer
Das Ziel der Arbeit bestand in der Entwicklung eines Tests zu einer bekanntermaßen rechts
lateralisierten kognitiven Funktion, dem Erkennen von Gesichtern. Es wurden zunächst zwei
vorliegende Verfahren eingesetzt, die sich jedoch aus mehreren Gründen als ungeeignet
erwiesen. Ausgehend von den im Rahmen dieser Pilotexperimente gewonnenen Erfahrungen
wurde ein neues Testverfahren entwickelt und an 66 rechtshändigen männlichen Probanden
erprobt.
In der vorliegenden Studie wurden zwei Tests die bekannte Gesichter als Stimuli verwendeten
lateralisiert auf einem Computerbildschirm dargeboten. Diese Versuchsanordnung ist im
angloamerikanischen Sprachraum als "divided visual field paradigm" bekannt.
Dabei erschien zunächst ein Gesicht für 2000 ms in der Mitte des Bildschirmes, gefolgt für
800 ms von einem ebenfalls mittig projizierten Fixierpunkt. Das zweite Gesicht wurde im
Anschluß für 33 ms (bzw. 50 ms) jeweils um 4 cm nach rechts oder links des Mittelpunktes
versetzt gezeigt. Die Abweichung des Sehwinkels betrug 3,3°.
Die Aufgabe des Probanden war es dann eine Gleich/ Ungleich-Entscheidung zu treffen.
Bei der Darbietungsdauer des zweiten Gesichtes von 33 ms war es zu sehr hohen Fehlerraten
gekommen. Daher wurde, auch im Hinblick auf den in Zukunft geplanten Einsatz des Tests
bei psychiatrischen Patienten, eine zweite Testversion mit 50 ms Stimuluspräsentationszeit
entwickelt, welche im Hinblick auf die Fehlerraten zufriedenstellende Ergebnisse produzieren
konnte.
Für diese zweite Version ergab sich ein klarer rechtshemisphärischer Verarbeitungsvorteil,
sowohl im Hinblick auf die Reaktionszeiten als auch der gemachten Fehler.
Demographische Variablen (Alter, Bildungsniveau) übten keinen Einfluß auf die Leistung im
Gesichtererkennungstest aus.
Es ist davon auszugehen, daß sich der vorliegende Test zur Untersuchung klinischer
Fragestellungen bei psychiatrischen Patientengruppen eignet. Er sollte die häufig eingesetzten
sprachlichen Verfahren (mit linkshemispärischem Verarbeitungsschwerpunkt) um ein eher
gestalthaftes, ganzheitliches Wahrnehmungsphänomen (mit rechtshemisphärischem
Verarbeitungsschwerpunkt) ergänzen.