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Stefanie Schwab
Einfluß der Zytokine Interleukin-6 und Interleukin-8 auf den Schwangerschaftsverlauf
von Patientinnen mit vorzeitigen Wehen
Geboren am 23.11.1969
Reifeprüfung am 30.6.1988 in Halle / Saale
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1990 bis WS 1996
Physikum am 27.3.1992 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Pforzheim
Staatsexamen am 13.11.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Frauenheilkunde
Doktormutter: Priv.-Doz. Dr. med. E.-M. Grischke
Frühgeburtlichkeit stellt immer noch eines der Hauptprobleme der modernen Geburtshilfe dar.
Bisher gibt es keine ausreichend sensitiven und spezifischen Parameter zur prognostischen
Beurteilung des weiteren Schwangerschaftsverlaufs bei Patientinnen mit
Frühgeburtsbestrebungen. Aus diesem Grund wird seit einiger Zeit die Bedeutung der
Zytokine für die Geburtshilfe erforscht. Bisherige Untersuchungen konzentrierten sich vor
allem auf die Messung von Zytokinen in Zellkulturmedien und Fruchtwasserproben.
In der vorliegenden Studie wurden die Serumproben von 73 Patientinnen mit vorzeitigen
Wehen und 23 gesunden Schwangeren mit demselben Schwangerschaftsalter auf die Höhe der
Zytokinkonzentrationen von TNF-α, IL-1ß, IL-2, IL-4, IL-6 und IL-8 untersucht. Außerdem
wurden diese Zytokine im Vaginalsekret von 6 Frauen mit vorzeitigen Wehen und 4 gesunden
Schwangeren gemessen.
Hauptziel der vorliegenden Arbeit war, die Zytokine TNF-α, IL-1ß, IL-2, IL-4, IL-6 und IL-8
auf ihre prognostische Aussagefähigkeit in Bezug auf den weiteren Schwangerschaftsverlauf
zu überprüfen.
Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, daß die Zytokine TNF-α, IL-1ß, IL-6 und IL-8
auch mittels hochsensitiver Immunoassays im Serum nachgewiesen werden können. IL-2 und
IL-4 lassen sich nur in einzelnen Fällen oder gar nicht im Serum nachweisen.
Bei Patientinnen mit vorzeitigen Wehen werden wesentlich höhere IL-6- und IL-8-
Serumkonzentrationen gemessen als bei gesunden Schwangeren (p = 0,0001; p = 0,016). Die
Höhe der Serumkonzentrationen der Zytokine TNF-α und IL-1ß unterscheidet sich nicht
zwischen schwangeren Frauen mit vorzeitiger Wehentätigkeit und gesunden Schwangeren.
Erhöhte IL-6-Serumkonzentrationen (> 4 pg/ml) bei Patientinnen mit vorzeitigen Wehen
korrelieren signifikant mit erhöhten CRP-Konzentrationen.
Hinsichtlich der prognostischen Aussagefähigkeit der Zytokine IL-6 und IL-8 in Bezug auf
den weiteren Schwangerschaftsverlauf bei Auftreten von vorzeitigen Wehen wurden folgende
Ergebnisse ermittelt:
Patientinnen mit vorzeitigen Wehen und erhöhten IL-6- und IL-8-Serumkonzentrationen
weisen einen verkürzten Schwangerschaftsverlauf auf.
Außerdem mußten Patientinnen mit erhöhtem IL-6-Serumspiegel signifikant länger mit
Tokolytika behandelt werden.
Die Kinder von Patientinnen mit erhöhten IL-6-Konzentrationen weisen ein signifikant
geringeres Geburtsgewicht auf.
Die Ergebnisse der vorliegenden Studie legen dringend nahe, die Bestimmung der Zytokine
IL-6 und IL-8 im Serum von Patientinnen mit vorzeitiger Wehentätigkeit zur Beurteilung des
weiteren Schwangerschaftsverlaufes einzuführen.
Die IL-6- und IL-8-Serumspiegel könnten in Zukunft zur therapeutischen
Entscheidungsfindung bei Patientinnen mit vorzeitigen Wehen beitragen.