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Andrea Schindlmayr
Dr. med.
In vitro Beeinflußbarkeit lokaler Antispermatozoenantikörper durch verschiedene
Aufarbeitungsmethoden unter Zugrundelegung der Mixed Antiglobulin Reaction (MAR) als
Nachweismethode
Geboren am 3.08.1966 in Heidelberg
Reifeprüfung am 21.05.1985 in Weinheim
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1985/86 bis SS 1993
Physikum am 15.03.1988 an der Universität Gießen
Klinisches Studium in Gießen und Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 11.11.1993 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Frauenheilkunde
Doktormutter: Frau Priv.-Doz. Dr. med. W. Eggert-Kruse
Aufgrund der klinischen Bedeutung von lokalen Antispermatozoenantikörpern (ASA) wird häufig die
Frage nach einer effizienten Therapie gestellt. In dieser Studie sollten die klinische Relevanz der ASA-
Bindungen, sowie insbesondere verschiedene Spermaaufarbeitungsmethoden bei ASA positiven
Samenproben evaluiert werden, um eine potentielle in vitro-Beeinflußbarkeit zu untersuchen. Es wurden
unselektiert insgesamt 214 Patientenpaare, bei denen im Median über 4 Jahre ein unerfüllter Kinderwunsch
bestand, in die Studie aufgenommen. Zur Detektion lokaler ASA vom Typ IgG und IgA im Sperma wurde
der direkte Mixed Antiglobulin Reaction (MAR)-Test insgesamt 1085 mal angewandt, der ab einem
Testergebnis 30% als positiv, ab 60% als hochpositiv gewertet wurde. Beim MAR-IgG Test zeigte sich in
12,6% und beim MAR-IgA Test in 6,5% der Proben ein positives Ergebnis. Zwischen den Ergebnissen des
MAR-IgG- und IgA-Test bestand eine deutliche Korrelation (r=0,6, p=0,01). Die
Spermienprogressivmotilität stand in signifikantem Zusammenhang mit lokalen IgG-ASA, während
bezüglich der anderen Spermiogrammparameter, der Ergebnisse der mikrobiellen Ejakulat-untersuchungen,
sowie der körperlichen Untersuchungsbefunde keine signifikanten Zusammenhänge bestanden. Bei Paaren,
bei denen der MAR-IgG Test stark positiv ausfiel, fand sich deutlich seltener ein guter Postkoitaltest
(PCT), bei hoch positivem MAR-IgA in keinem Fall ein guter PCT. Neben einem fraktionierten Sammeln
in zwei Portionen als sogenanntes Split-Ejakulat wurde eine einfache „Waschung“ mit Phosphat
gepufferter Salzlösung (PBS), eine Aufarbeitung mittels „Swim-up“ Methode, sowie eine Filtration durch
eine Plastik-Filter-Säule (PFS) durchgeführt. Insgesamt wurden 117 Samenproben aufgearbeitet. Bei der
Spermaaufarbeitung mit PBS zeigte sich eine Beeinflußbarkeit der MAR-IgG Ergebnisse, aber keine
signifikante Änderung der MAR-IgA Resultate, wobei die überwiegende Mehrzahl hochpositiver IgG
Proben weiterhin im pathologischen Bereich lag. Die Spermienprogressivmotilität verschlechterte sich
durch die PBS-Aufarbeitung signifikant (p=0,0001). Bei der Aufarbeitung mittels Swim-up zeigte sich
nur eine leichte Minderung der MAR-IgG Werte, jedoch eine stärkere Reduktion der IgA Testergebnisse.
Die Spermienprogressivmotilität zeigte sich durch die Selektion gut motiler Spermien nach dem Swim-up
deutlich verbessert (p<0,0001). Die hier erstmals eingesetzte Aufarbeitung mittels Durchlauf durch eine
Plastik-Filter-Säule (PFS) ergab sowohl für lokale IgG als auch IgA ASA keine Veränderung. Die
Übersichtlichkeit der MAR-Testansätze konnte durch eine Herausfilterung gröberer Spermabestandteile
jedoch verbessert werden. Die Spermienmotilität wurde durch diese Spermaaufarbeitung nicht verändert.
Bei den als Split-Ejakulat aufgefangenen Spermaproben konnten bezüglich der Spermienanzahl und der
Progressivmotilität in der ersten Fraktion bessere Werte gefunden werden. Die lokalen ASA waren in der
ersten und zweiten Portion des Splitejakulats dagegen nicht signifikant verschieden. Durch eine weitere
Versuchsreihe, bei der Seminalplasma MAR-positiver Proben mit ASA negativen Spermatozoen inkubiert
wurde, konnte die Bindungsfähigkeit von frei im Seminalplasma vorhandenen ASA an Spermatozoen
gezeigt werden. Insgesamt konnte durch keine dieser Aufarbeitungen eine vollständige Entfernung, sondern
nur teilweise eine Reduktion der lokalen ASA gemessen werden, wobei die Aufarbeitung mittels swim-
upvon den hier untersuchten Verfahren, z.B.im Hinblick auf einen Therapieversuch durch Methoden der
assistierten Reproduktion, am günstigsten erscheint, da eine Selektion gut motiler Spermien bei
verminderter Menge lokaler ASA möglich erscheint. Dies sollte jedoch an größeren subfertilen
Kollektiven, insbesondere bei Patienten mit stark ASA positivem Sperma, im Hinblick auf die
Fertilitätsprognose in weiteren zukünftigen Untersuchungen bestätigt werden.