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Eduard Ryschich
Dr.med.
Mikrozirkulation und Angiogenese beim experimentellen Pankreascarzinom
Geboren am 29.05.1967
Reifeprüfung : Mai-Juli 1984
Studiengang der Fachrichtung Medizin von 1984 bis 1992
Staatsexamen im Juni 1992 an der Medizinischen Universität Moskau
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Prof. Dr. med. E. Klar
Das Pankreaskarzinom ist heute eines der häufigsten Malignome des gastrointestinalen Systems.
Durch seine generell schlechte Prognose und seine zunehmende Häufigkeit in den letzten Jahren ist
das duktale Pankreaskarzinom zu einer der großen Herausvorderungen in der Onkologie geworden.
Das Gefässystem dieses malignen Tumors spielt für die Tumorentstehung, Wachstum sowie
Ausbreitung eine fundamentale Rolle. Ziel der vorliegenden Studie war die Etablierung eines
experimentellen Modells zur Bestimmung der Angiogenese und zur intravitalmikroskopischen
Beobachtung der Tumormikrozirkulation beim experimentellen Pankreaskarzinom.
Die ausgewählte Zellinie des Pankreaskarzinoms (DSL6A) zeichnete sich durch eine hohe
Proliferation in vitro aus. Die Zellinie zeigte im MLC-Test deutliche immunogene Eigenschaften,
und trotzdem eine gute Anwachsrate. Nach der Implantation in vivo ist der Tumor konstant aber
langsam mit duktalem Differenzierungsmuster gewachsen.
Die Tumorvaskularisierung war hypodens und inhomogen. Die Gefäßdichte in der Tumorperipherie
hat mit dem Tumorwachstum zugenommen und war wesentlich höher als im Tumorzentrum.
Bei den intravitalmikroskopischen Untersuchungen wies der Tumor eine inhomogene und im
Vergleich zum extrem gut durchbluteten Ursprungsorgan erniedrigte Perfusion auf. Der größte Teil
der Tumorgefäße hatte einen Durchmesser zwischen 10 und 20 µm, und entsprach damit dem
Kaliber der postkapillären Venolen und Sammelvenolen in der normalen Mikrozirkulation.
Die Bildung ausdifferenzierter Gefäße wie Sinusoide und Lakunen wurde oft im Tumor beobachtet.
Die Leukozyten-Endothel-Interaktion war deutlich reduziert und war von der Wandscherrate
unabhängig.
Die Infusion verschiedener gastrointestinaler Hormone zeigte keinen signifikanten Einfluß auf die
Mikrohämodynamik und auf die Leukozyten-Endothel-Interaktion.
Das Ziel weiterer Studien wird die Untersuchung der Interaktion zwischen dem Tumorendothel und
Subpopulationen immunkompetenter Lymphozyten sein. Darüberhinaus wird der Tumor direkt im
Pankreas inokuliert, was die gleichzeitige intravitale Beobachtung der Tumor- und der normalen
Pankreasmikrozirkulation ermöglicht.