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Dirk von Moers-Meßmer
Dr. med.
Zur Wertigkeit der ondulierenden transrectalen Hyperthermie „OTRH“ bei Patienten
mit benigner Prostatahyperplasie oder chronisch abakterieller Prostatitis.
Geboren am 5. März 1958 in Bocholt/Westfalen
Reifeprüfung am 17.5.1988 in Heidelberg, Abendgymnasium
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1988/89 bis SS 1995
Physikum am 20.3.1991 an der Universität in Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 8.5.1995 an der Universität in Heidelberg
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Herr Priv.-Doz. Dr. med. U. Ikinger
Mit Einführung der Hyperthermietherapie zur Behandlung der BPH hoffte man eine
annähernd gleichwertige minimalinvasiveTherapiemöglichkeit gegenüber der transurethralen
Resektion gefunden zu haben. Technische Weiterentwicklungen ermöglichten in kurzer Zeit
den Einsatz verschiedenster Hyperthermietechnologien auf transrectalem und transurethralem
Weg. Weltweite Studien belegten jedoch, daß die Hyperthermietherapie das herkömmliche
Resektionsverfahren nicht ersetzen kann. Wie sich in der vorliegenden Studie zeigte, und
weitere Studien belegen, ist eine Besserung bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie
weniger bei Obstruktion als bei irritativen Symptomen zu beobachten. Ablative histologische
Veränderungen mit einer entsprechende Volumenminderung der vergrößerten Prostata wurden
nicht beobachtet. Signifikant, auch in placebokontrollierten Untersuchungen, zeigten sich
statistisch belegte subjektive Erfolge bei Patienten mit einer BPH. Dieser symptomatische
Effekt konnte noch eindrucksvoller, auch in placebokontrollierten Untersuchungen, bei der
chronisch abakteriellen Prostatitis nachgewiesen werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es
deshalb zu untersuchen, welche Patienten sich für eine transrectale Hyperthermie eignen und
ob ein miniaturisiertes, kompaktes, technisch einfaches Hyperthermiegerät (ondulierende
transrectale Hyperthermie „OTRH) gleichwertige Ergebnisse, wie aufwendigere Geräte,
erzielen kann.
Von Januar 1993 bis Dezember 1996 wurden in einer randomisierten Einfach-blind-Studie
insgesamt 64 Patienten mit einer BPH oder chronisch abakteriellen Prostatitis mit dem
kostengünstigen transrectal arbeitenden Hyperthermiegerät Cura-med therapiert. Bei allen
Patienten wurden 10 transrectale Behandlungen über 60 Minuten in Abständen von 2 Tagen
durchgeführt. In der Placebo-Gruppe (n=11) wurde, bei gleichen Ursachen, die Rectalsonde
nur auf 38°C. erwärmt. Vor, nach, drei und sechs Monate nach Therapie wurden für die
einzelnen Behandlungsgruppen die symptomatischen, irritativen Beschwerden im
standardisierten Symptomen-Score nach Madsen-Iversen bzw. Boyarski erhoben sowie
objektive relevante Miktionsparameter mit Prostatavolumen, Peakflow und Restharn
bestimmt. Das Serum-PSA, Phosphatasen, Transaminasen, Blutfette sowie ein hormoneller
Status u.a. mit Testosteron, LH, FSH, SHBG wurden abgenommen um biochemische
Veränderungen des prostatischen Stoffwechsels zu erfassen. Bei den 31 behandelten Patienten
mit einer BPH besserte sich der symptomatische Score nach Behandlung um 48%. Im
Beobachtungszeitraum von 3 Monaten verringerte sich das Behandlungsergebnis auf eine
Besserungsrate von 31%. Nach 6 Monaten war ein symptomatischer Behandlungserfolg nicht
mehr nachweisbar. Deutlich bessere Resultate fanden sich bei den 23 behandelten Patienten
mit einer chronisch abakteriellen Prostatitis. Nach Behandlung besserte sich der Boyarski-
Symptomenscore um 47%. Im Follow-up nach 3 Monaten fand sich eine Symptomen-Score-
Minderung um 59% bzw. 42% nach 6 Monaten. Weder in der BPH-Gruppe noch in der
Prostatitis-Gruppe zeigte sich ein statistisch signifikantes Ergebnis seitens der objektiven-
oder Laborparameter. Nebenwirkungen im Sinne von lokalen Reizzuständen und irritativen
Mißempfindungen wurden nur vereinzelt beobachtet und führten zu keinem
Behandlungsbruch
Damit stellt die „OTRHbei Patienten mit irritativer BPH bzw. chronisch abakterieller
Prostatitis, insbesondere nach Abbruch medikamentöser Maßnahmen, eine kostengünstige,
minimalinvasive, sinnvolle Therapiebereicherung dar.