Young Sun Lee
Dr. sc. hum.
Hemmung der Zelladhäsion durch Inhibition der Zytoskelettverankerung von Adhä-
sionsmolekülen mittels Gentransfer
Geboren am 16. 02. 1968 in Masan, Kyung Nam, Süd-Korea
Reifeprüfung am 20. 11. 1985 in Masan, Kyung Nam, Süd-Korea
Vordiplom am 18. 02. 1991 an der Universität Frankfurt
Diplom am 03. 11. 1994 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. C. Bode
Die prinzipielle Möglichkeit zur Inhibition der Zelladhäsion durch Störung der Zytosklett-
verankerung von Adhäsionsmolekülen wurde untersucht. Zur Aufklärung der Mechanis-
men bei der Inhibition von Integrin-vermittelten Zelladhäsion wurden verschiedene trans-
membranäre Fusionsproteine, die intrazellulär über ihren zytoplasmatischen Anteil von β3
im Zytoskelett verankert werden, extra- und transmembranär den extrazellulären Marker,
CD7 kodieren, konstruiert. Die DNA für das konzipierte Fusionsprotein wurde mittels PCR
hergestellt und durch Adenovirus-assoziierte Lipofektion in eine CHO Zelllinie, eine GPI-
Ib/IIIa exprimierende CHO Zelllinie und in AA8 Zellen mit tetrazyklinreguliertem Expres-
siontransfektionssystem transfiziert. Die Konstruktion verschiedener Fusionsproteine er-
möglichte Untersuchungen zur Rolle der zellulären Lokalisation der Fusionsproteine bei
der Inhibition der Zelladhäsion.
Es genügte eine Membranexpression des CD7(∆215)β3 Fusionskonstruktes, die deutlich
geringer war als die Membranexpression des rekombinanten GPIIb/IIIa um die negativ do-
minante Hemmung der Zelladhäsion zu erreichen. Trotz der relativ zu GPIIb/IIIa geringen
Expressionsrate konnten nur wenige GPIIb/IIIa bedingte Adhäsionsplaques und kaum
Stress Fasern nachgewiesen werden. Durch den Einsatz des hocheffizienten tetrazyklinre-
gulierten Genexpressionssystems konnten zwei unterschiedliche Mechanismen der Inhibi-
tion von verschiedenen CD7/β3-Konstrukten gezeigt werden; kompetitiv und dominant ne-
gativ. Eine fast maximale Inhibition der Zelladhäsion durch das CD7(∆215)β3 Konstrukt
bei geringer Expression stellte einen negativ dominanten Effekt dar, d. h. wenige
CD7(∆215)β3 Fusionsproteine können die Funktion vieler GPIIb/IIIa Molekül unterdrük-
ken. Andere CD7/β3- Fusionskonstrukte zeigten mit zunehmender Expression eine all-
mährliche Zunahme der Inhibition. Sie besitzen also einen kompetitiv inhibierenden Effekt.
Somit läßt sich abschließend sagen, daß die Integrin-vermittelte Zelladhäsion durch die
Störung der Zytosklettverankerung von Adhäsionsmolekülen zu hemmen ist und hierbei
zwei unterschiedlichen Mechanismen, kompetitiv inhibierenden und dominant negativen,
zugrunde liegen.