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Isabelle Kohnle
Dr. med.
Evaluation des neurologischen Status von Frühgeborenen
Vergleichende Untersuchung verschiedener Beurteilungsmethoden einschließlich
Videoanalysen der Spontanmotorik
Promotionsfach: Kinderheilkunde
Doktorvater: Prof. Dr. med. O. Linderkamp
Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden folgende Methoden zur Evaluation des
neurologischen Status von 85 Säuglingen mit unterschiedlichem Gestationsalter zum
errechneten Geburtstermin untersucht:
Spontanmotorik nach Prechtl an Hand von Videoaufzeichnungen, standardisierte
neurologische Untersuchung nach Dubowitz, standardisierte neurologische Untersuchung
nach Schlack und krankengymnastische Untersuchung nach Vojta.
Alle Kinder wurden im Alter von 12 bis 15 Monaten in Anlehnung an den standardisierten
Untersuchungsbogen nach Frau Dr. Ohrt nachuntersucht und mit Hilfe der Griffith-Skalen der
erreichte Entwicklungsstand ermittelt.
Deutliche Unterschiede zwischen Frühgeborenen und Termingeborenen zeigen sich im
Gegensatz zur neurologischen Untersuchung nach Schlack und der krankengymnastischen
Untersuchung insbesondere bei der neurologischen Untersuchung nach Dubowitz sowie bei
der Beurteilung der Spontanmotorik nach Prechtl.
Beim paarweisen Vergleich der vier Beurteilungsmethoden ergibt sich lediglich zwischen der
modifizierten neurologischen Untersuchung nach Dubowitz und der Videoanalyse der
Spontanmotorik nach Prechtl eine gute Übereinstimmung.
Die neurologische Untersuchung nach Dubowitz zum errechneten Geburtstermin in der
modifizierten Version hat die höchste prognostische Wertigkeit in Bezug auf einen normalen
oder pathologischen neurologischen Untersuchungsbefund mit 12 bis 15 Monaten.
Die Beurteilung der Spontanmotorik nach Prechtl eignet sich mit einer Sensitivität von 100%
insbesondere zur Prognose einer unauffälligen Entwicklung. Bei allen anfangs unauffälligen
Kindern findet sich im Alter von 12 bis 15 Monaten eine altersgemäß normale Entwicklung.