Sodikdjon Abdurachimovich Kodirov
Dr.sc.hum.
Patch-Clamp-Untersuchungen zur Wirkungsweise von Ibutilide auf Ionenkanäle von
Herzmuskelzellen des Meerschweinchens
Geboren am 29.06.1968 in Leninabad (Tadschikistan)
Reifeprüfung am 09.05.1985 in Chischtchona
Vordiplom am 20.05.1992 an der Universität Sankt-Petersburg
Diplom am 10.06.1993 an der Universität Sankt-Petersburg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof. Dr. med. J. Brachmann
In Ventrikulärzellen von Meerschweinchen sind zwei kinetisch unterschiedliche Komponenten
von auswärtsrektifizierenden Kaliumströmen (IK) lokalisiert, eine schnell aktivierende
Komponente (IKr) und eine langsamer aktivierende Komponente (IKs). Die Wirkung von
Ibutilide auf beide Komponenten des IK in der Meerschweinchenventrikelzelle wurde mittels
Whole-Cell-Konfiguration der Patch-Clamp-Technik untersucht. Ibutilide reduziert die
Amplitude der auswärtsrektifizierenden Kaliumströme in Meerschweinchen-Myokardzellen in
einer konzentrationsabhängigen Weise. Jedoch ist die Blockade der schnellen Komponente
durch Ibutilide effektiver als die Blockade der langsamen Komponente. Dabei betrug die
halbmaximale (50%) Hemmkonzentration 0.9 µM. Dagegen war die Wirkung von Ibutilide auf
die langsame Komponente nicht signifikant. Die Hemmwirkung der Substanz war am
effektivsten nach Pulsen, die die Membran depolarisieren. Für die Feststellung dieser
unterschiedlichen Blockade wurde der Envelope des Tail-Tests durchgeführt. Der Ibutilide-
bedingte K+-Strom, welcher als das Verhältnis des Tail-Stroms zum zeitabhängigen Strom, IK-
tail / IK, bestimmt wurde, hat ein konstantes Verhältnis (0.36 +/- 0.01, n = 3) unabhängig von
der Pulsdauer. Die Zugabe von Ibutilide hat nur eine Komponente des IK blockiert, und zwar
die schnell aktivierende und gleichrichtende Komponente, IKr. Die vorherigen Studien deuten
darauf hin, daß Ibutilide auch an der Verlängerung des Aktionspotentials beteiligt ist.
Zusätzlich zur Verlängerung der Aktionspotentialdauer durch Aktivierung eines langsamen
Na+-Einwärtstroms vermittelt Ibutilide diesen Effekt über eine Hemmung von IK und trägt
somit zu den Klasse-III-antiarrhythmischen Eigenschaften dieser Substanz bei. Diese
Ergebnisse sind von großer Bedeutung für das Verständnis der Mechanismen der ventrikulären
Repolarisation bei Säugetieren und ihrer Modulation durch Antiarrhythmika.