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Sabine Klinke
Dr. med.
Klinik und Histopathologie chirurgisch exzidierter pigmentierter
Bindehauttumoren an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg (1950-1991)
Geboren am 18.10.1965 in Heidelberg
Reifeprüfung am 14.06.1984 in Heidelberg
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1985/86 bis SS 1993
Physikum am 06.04.1988 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 26.05.1993 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Augenheilkunde
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. M. Tetz
Die Diagnostik pigmentierter Bindehauttumoren und die prognostische Einschätzung
bei malignen Läsionen stellen wichtige Aufgaben für den klinisch tätigen
Augenarzt dar. P. Henkind bezeichnete noch 1978 unser Wissen über die seltenen
malignen pigmentierten Bindehauttumoren als "spekulativ, anekdotenhaft und
kontrovers". Retrospektiv wurden an der Augenklinik der Universität Heidelberg
zwischen 1950 und 1991 operativ entfernte pigmentierte Bindehauttumoren anhand
der Patientenakten, klinischen Fotografien und histologischen Präparate
systematisch ausgewertet. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 278 Tumore bei 254
Patienten entfernt. Dabei handelte es sich um 194 Pigmentzellnävi (69,8%) mit
einem durchschnittlichen Patientenalter von 28,2 ±18,2 Jahren. 26
Erstmanifestaionen eines Melanoms (9,4%) mit einem durchschnittlichen
Erkrankungsalter von 62 ±18,2 Jahren. Bei 35 Läsionen wurde die Diagnose einer
primär erworbenen Melanose (PEM) gestellt, das Erkrankungsalter lag hier bei
55,0 ±25,9 Jahren. Nach der Zimmerman`schen Klassifikation wurden die PEM weiter
unterteilt in Stadium 1a (26), Stadium 1b (2),Stadium 2a (4), Stadium 2b (3).
Bei 23 Läsionen handelte es sich um Rezidive (8%), wobei ein Melanom 12x, eine
Melanose 11x diagnostiziert wurde.
Etwa 12% der pigmentierten Bindehauttumoren stellten maligne Melanome oder
maligne Formen der erworbenen Melanose dar. Bei 6 Patienten (18% der malignen
Veränderungen) wurde im Verlauf nach durchschnittlich 2,5 Jahren eine
Metastasierung festgestellt, die bei 4 Patienten zum Tode führte. Als
prognostisch ungünstig erwiesen sich dabei das Auftreten von Rezidiven, der
Befall der Konjunktiva tarsi oder Karunkel, Tumorflächen von 100 bis 200 mm² und
Tumordicken über 2,5 mm. Zwei Patientinnen überlebten trotz mehrerer Rezidive
ihre Erkrankung jetzt schon 16 bzw. 20 Jahre. So können einzelne Verläufe der
malignen Melanome der Bindehaut sehr ungewöhnlich sein. Für den klinisch tätigen
Arzt sollte das therapeutische Vorgehen immer unter Berücksichtigung des
Patientenalters, der Lokalisation, der Wachstums- und Ausbreitungstendenz, sowie
allgemein makroskopischer Aspekte bestimmt werden.