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Stefan Kewitz
Dr. med.
Identifizierung der immundominanten Sialylgruppen humaner Pr-Autoantigene
Geboren am 24.05.1967 in Wermelskirchen
Reifeprüfung am 26. Juni 1992 am Ketteler Kolleg in Mainz
Studiengang der Fachrichtung Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
WS 1992/93 bis WS 1998/99
Ärztliche Vorprüfung am 07. September 1994
Klinisches Studium am Universitätsklinikum Mannheim
1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung am 19. September 1995 an der Ruprecht-Karls-
Universität Heidelberg
2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung am 16. September 1997 an der Ruprecht-Karls-
Universität Heidelberg
Praktisches Jahr am Universitätsklinikum Mannheim 20. Oktober 1997 bis 23. August 1998
3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung am 06. November 1998 an der Ruprecht-Karls-
Universität Heidelberg
Promotionsfach: Immunologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. D. Roelcke
Kälteagglutinine (KA) verursachen 20% der autoimmunhämolytischen Anämien (AIHA). KA
treten passager im Laufe von Infektionen auf oder persistieren bei chronischer B-Zell-
Lymphoproliferation. Aufgrund serologischer und biochemischer Untersuchungen sind drei
Hauptgruppen von KA identifiziert worden: Die Gruppe der Ii-, Sia- (-l1, -b1, -lb1) und die
Pr/Sa-Autoantikörper. Postinfektiöse KA sind oligoklonale Antikörper, während KA bei
chronischer Lymphoproliferation das Produkt des proliferierenden B-Zell-Klons und damit
monoklonale Antikörper sind. Aufgrund ihrer Monoklonalität waren detaillierte
Strukturanalysen der durch KA erkannten Antigene möglich. Pr-/Sa-Antigene sind die
O-Glykane der Glykophorine der Erythrozytenmembran. Immundominant sind Sialylgruppen.
O-Glykane besitzen Sialylgruppen in α2,3- und/oder α2,6-Bindung. Trotz biochemisch
definierter Subklassifizierungen der Pr-Antigene sind die immundominanten Sialylgruppen
nicht bekannt. Thema dieser Arbeit ist deren Identifizierung und damit die Strukturaufklärung
der Pr-Epitope. Durch die Verwendung von unspezifischen, von α2,3-spezifischen Sialidasen
und von α2,3-spezifischen Sialyltransferasen, sollte eine Antwort auf diese Frage gefunden
werden. Die Befunde mit α2,3-spezifisch desialylierten Erythrozyten und α2,3-spezifisch
resialylierten Glykophorinen zeigen, daß die meisten Anti-Pr und alle Anti-Sa KA α2,3-
Sialylgruppen, einige Anti-Pr KA jedoch α2,6-Sialylgruppen auf O-Glykanen von
Glykophorinen erkennen. Die Identifizierung der immundominanten Sialyl(NeuNAc)-
Gruppen, die für die Prl,2,3-, PrM- und Sa-Antigenität verantwortlich sind, ist von
entscheidender Bedeutung, da NeuNAc selektiv die KA-Bindung an humane Erythrozyten
vermittelt und damit die Erythrozytendestruktion, die zur autoimmunhämolytischen Anämie
führt, einleitet.