Ernst-Jan Kamphorst
Dr. med.
Lokoregionale Chemoembolisation der Rattenleber: Entwicklung einer Methode
zur hochselektiven Applikation eines viskösen Embolisats in den arteriellen
Schenkel der Rattenleber und kurzgefaßte Erörterung der Ergebnisse einer
vergleichenden Therapiestudie.
Geboren am 10.11.1966 in Morbach
Reifeprüfung am 15.05.1987 in Konstanz-Wollmatingen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1988 bis SS 1996
Physikum am 27.08.1990 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Den Haag, Niederlande und Heidelberg
Staatsexamen am 15.10.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. M. R. Berger
Das kolorektale Karzinom weist in der westlichen Welt eine steigende Inzidenz auf. Die
Leber ist dabei das am frühesten und am häufigsten betroffene Organ hämatogener
Fernmetastasen. Die aussichsreichste Therapie solitärer Lebermetastasen ist die radikale
chirurgische Entfernung. Ist das aufgrund der Lage oder der Anzahl der Tumorknoten
nicht möglich, nehmen die Überlebenschancen erheblich ab. Die Ergebnisse sowohl der
systemischen als auch der lokoregionalen Chemotherapie sind letztendlich nicht
befriedigend und haben vorwiegend palliativen Charakter. Die Embolisation von
Tumoren ist ein in einigen Bereichen etabliertes, im wesentlichen jedoch
experimentelles Verfahren. In dieser Arbeit sollte die Wirkung der Kombination von
lokaler Chemotherapie und hochselektiver Embolisation untersucht werden.
Gleichzeitig wurde ein Verfahren zur hochselektiven Embolisation und
Chemoembolisation der Rattenleber entwickelt. Als Chemotherapeutika kamen 5-FU
und MMC zum Einsatz, als Embolisat wurde Ethibloc®, ein Eiweiß-Alkohol Gemisch
verwendet.
Die vorliegende Arbeit zeigt, daß eine hochselektive Chemoembolisation der Leber bei
Ratten möglich und sicher durchführbar ist. Mit den entwickelten Hilfsmitteln war der
Eingriff von einer Person sicher und effizient auszuführen. Die Operationsunterlage
erwies sich durch die verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten als sehr hilfreich. Eine
durch den Eingriff bedingte höhere Mortalität der Versuchstiere war, nachdem die
Methode etabliert war, nicht festzustellen. Die Infusionstherapie war zuverlässig
durchführbar. Die Ratte wurde dabei in ihrer Bewegungsfreiheit nur geringfügig
eingeschränkt. Schäden an den Kathetern durch Verbiß traten nicht auf.
Die kurzgefaßte Ergebnisauswertung zeigt eine deutliche Überlegenheit der
Kombinationstherapie aus Chemoembolisation und portalvenöser Infusion gegenüber
alleiniger arterieller oder kombinierter arterieller und portalvenöser Infusionstherapie.
Die kombinierte arterielle und protalvenöse Chemotherapie weist ein geringfügig
besseres Ergebnis auf, als die alleinige arterielle bzw. portalvenöse Chemotherapie.
Eine gesicherte Aussage über systemische Nebenwirkungen der Therapien war anhand
der gewonnenen Laborparameter nicht zu treffen. Jedoch scheint die
Chemoembolisation, mit oder ohne portalvenöser Infusion weniger stark ausgeprägte
unerwünschte Wirkungen zu verursachen, als die arterielle Infusionstherapie.