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Petra Hartkorn
Dr. med.
Evalutation verschiedener Untersuchungsmethoden in der Diagnostik lokoregionärer
Rezidive des C-Zell-Karzinoms der Schilddrüse
Geboren am 23.11.1968 in Karlsruhe
Reifeprüfung am 03.05.1989 in Karlsruhe
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1989 bis SS 1997
Physikum am 03.09.1992 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Pforzheim, Städt. Klinikum
Staatsexamen am 07.05.1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. E. Klar
Die exakte Lokalisationsdiagnostik von Lymphknoten- und Weichteilmetastasen des C-Zell-
Karzinoms der Schilddrüse ist für die chirurgische Therapie von größter Bedeutung.
In der vorliegenden Arbeit wurden prospektiv vier diagnostische Methoden ( Ultraschall,
Computertomographie, selektiver Halsvenenkatheter und MIBI-Szintigraphie ) miteinander
verglichen, um eine Aussage über deren Wertigkeit und Notwendigkeit zu erhalten.
Es wurden 17 Patienten mit dem Verdacht auf ein lokoregionäres C-Zell-Karzinom-Rezidiv
untersucht. Die präoperative Diagnostik umfaßte bei allen Patienten neben einer cervicalen
Sonographie, eine cervico-mediastinale sowie abdominale Computertomographie mit
Kontrastmittel, einen selektiven Halsvenenkatheter sowie eine MIBI-Szintigraphie.
Nach Abschluß der präoperativen Diagnostik wurde eine modifizierte radikale Neck-
dissektion derjenigen Halsseite mit Verdacht auf ein Rezidiv durchgeführt, bei 14 Patienten
kombiniert mit einer Lymphadenektomie des Mediastinums. Alle Resektate wurden separat
histologisch untersucht, anschließend erfolgte der Vergleich mit den Ergebnissen der
präoperativen Diagnostik.
Für den sonographischen Lokalisationsnachweis von cervicalen Lymphknoten- und
Weichteilmetastasen fand sich eine Sensitivität von 66,7 % und eine Spezifität von 82 %. Die
Computertomographie ergab in der Diagnostik cervicaler Rezidive eine Sensitivität von 71,4
% und eine Spezifität von 80 %, sowie eine Sensitivität von 53,4 % und eine Spezifität von
88,9 % beim Nachweis mediastinaler Metastasen. Der selektive Halsvenenkatheter wies in der
Diagnostik cervicaler Lymphknoten- und Weichteilmetastasen eine Sensitivität von 42,8 %
und eine Spezifität von 75 %, sowie eine Sensitivität von 69,2 % und eine Spezifität von 66,7
% beim Nachweis mediastinaler Rezidive auf. Die MIBI-Szintigraphie zeigte eine Sensitivität
von 85,7 % und eine Spezifität von 98 % beim Lokalisationsnachweis cervicaler Metastasen,
sowie eine Sensitivität von 91,6 % und eine Spezifität von 100 % in der
Lokalisationsdiagnostik mediastinaler Lymphknoten- und Weichteilmetastasen.
Die Kombination von Sonographie und MIBI-Szintigraphie, sowie die Kombination von
Computertomographie und MIBI-Szintigraphie mit einer Sensitivität und Spezifität von bis zu
100 % beim Nachweis cervicaler und mediastinaler Lymphknoten- und Weichteilmetastasen
ergaben die besten Resultate.
Obwohl die Kombination von Sonographie und MIBI-Szintigraphie geringfügig bessere
Resultate beim Lokalisationsnachweis cervicaler Rezidive des C-Zell-Karzinoms erbrachte,
ist die Kombination von Computertomographie und MIBI-Szintigraphie das adäquatere
Vorgehen, da zum Ausschluß einer mediastinalen Metastasierung eine Computertomographie
unerläßlich ist.
Kommt es hierbei nicht zur Darstellung von verdächtigen Gewebeveränderungen ist die
Diagnostik durch einen selektiven Halsvenenkatheterisierung zu ergänzen. Auf die cervicale
Sonographie kann verzichtet werden.