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Stephanie Grenz
Dr. med.
Klinische Untersuchung zur Überprüfung der Wirksamkeit der postoperativen
Trijodthyronin (T3)-Substitution kardiochirurgisch behandelter Kinder mit
Dopamin-induzierter, sekundärer Hypothyreose
Geboren am 05.05.1969
Reifeprüfung am 19.05.1988
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1988/89 bis WS 1995/96
Physikum am 15.03.1991 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 30.11.1995 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Kinderheilkunde
Doktorvater: Prof. Dr. med. U. E. Heinrich
Die Schilddrüsenfunktion spielt im Kindesalter eine wesentliche Rolle bei der Myelinisierung
des zentralen Nervensystems. Von den Schilddrüsenhormonen werden nahezu alle
Reifungsprozesse beeinflußt, sie sind essentiell für den Intermediärstoffwechsel und die
Funktion wichtiger Organsysteme. Ursächlich für eine Erkrankung der Schilddrüse können
eine gestörte hypothalamisch-hypophysäre-Regulation, eine veränderte Hormonsynthese in
der Schilddrüse und Veränderungen im Schilddrüsenhormonmetabolismus sein.
Im Rahmen nicht thyreoidaler schwerer Erkrankungen und nach Operationen werden
transiente Störungen im Schilddrüsenmetabolismus beobachtet. Inwieweit diese hormonelle
Dysfunktion den Krankheitsverlauf der Patienten beeinträchtigt ist im Einzelnen noch nicht
geklärt. Bei Kindern nach herzchirugischen Eingriffen fiel bedingt durch eine zentrale
Inhibierung der hypothalamisch-hypophysären Regulation der Schilddrüse und einer
verminderten intrathyreoidalen Hormonproduktion eine passagere sekundäre Hypothyreose
auf.
In dieser randomisierten, placebokontrollierten doppelblinden Studie wurde daher an einem
Patientenkollektiv von 40 Kindern die Wirksamkeit einer T3-Substitutionstherapie bei
Kindern nach Herzoperationen untersucht. Der postoperative Behandlungsverlauf wurde mit
einem validierten Punktesystem dem, Therapeutic intervention scoring system, bewertet.
Zusätzlich wurde für die Bewertung der Wirksamkeit vor der ersten Infusion der
Studienmedikation und 2h, 24h und 72h danach echokardiographische Untersuchungen und
Blutentnahmen zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone durchgeführt. Über den
Behandlungszeitraum hinweg dokumentierten wir Parameter der maschinellen Beatmung, die
Aufenthaltsdauer, Dosis und Dauer wesentlicher kreislaufwirksamer Medikamente , Diuretika
sowie wichtige Laborparameter.
Die Studienmedikation wurde komplikationslos vertragen, und es kam zu keinem Auftreten
unerwünschter Ereignisse. Die postoperative T3-Behandlung führte zu einer raschen
Normalisierung der erniedrigten T3-Plasmakonzentrationen. Nebenwirkungen wurden keine
beobachtet. Der periphere Schilddrüsenmetabolismus wurde durch die Behandlung nicht
beeinträchtigt. Direkt postoperativ konnten erniedrigt T3 und T4 sowie erhöhte rT3-
Konzentrationen im Plasma gemessen werden, die sich im weiteren Verlauf bis zum
Zeitpunkt der Entlassung wieder normalisierten.
Mit der Echokardiographie konnte postoperativ eine Verbesserung der systolischen
linksventrikulären Funktion und des Herz-Minuten-Volumens gezeigt werden. Die
Herzfunktion verbesserte sich schneller bei den Kindern der therapierten Gruppe als bei den
Kindern der Kontrollgruppe. Besonders die Patienten nach langen Operationen mit langem
Einsatz der HLM profitierten deutlich von der T3-Therapie. Auffallend war auch ein
geringerer Bedarf an Erythrozytenkonzentraten in der Therapiegruppe gegenüber den
unbehandelten Patienten. Insgesamt beschleunigte die postoperative T3-Therapie die
postoperative Erholungszeit, ohne die konventionelle Intensivtherapie zu beeinflussen.
Die vorliegende Studie zeigt die positive Beeinflussung der Erholungsphase nach
Herzoperationen bei Kindern durch den therapeutischen Einsatz von T3. Um die
Pathophysiologie der postoperativen Schilddrüsenfunktion noch genauer zu erforschen, und
zur Erarbeitung exakter Kriterien für die Indikation der postoperativen T3-Substitution, sind
weitere Studien erforderlich.