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Karl Josef Graf
Dr. med.
Longitudinale Untersuchungen des Metacarpalindex als Maß knöcherner
Proportionen
bei kleinwüchsigen Kindern vor und während einer Wachstumshormontherapie
Geboren am 02.03.1953 in Leutkirch
Reifeprüfung am 24.06.1972 in Leutkirch
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1979/1980 bis WS 1984/1985
Physikum März 1981
Klinisches Studium in Heidelberg
Staatsexamen April 1985
Promotionsfach: Pädiatrische Radiologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. J. Tröger
In einer retrospektiven Erhebung wurden die Krankenakten von 124 kleinwüchsigen
Kindern, welche im Zeitraum von 1975 bis 1996 mit Wachstumshormon behandelt
wurden, ausgewertet.
Das Patientenkollektiv setzte sich aus 81 Jungen und 43 Mädchen zusammen, welche sich
wie folgt auf vier Diagnoseuntergruppen verteilten: Wachstumshormonmangel (n=65),
familiärer Kleinwuchs (n=13), idiopathischer Kleinwuchs (n=29) und Ullrich-Turner-
Syndrom (n=17).
In einer retrospektiven Analyse wurde der Metacarpalindex bei 124 kleinwüchsigen
Kindern aus jeweils fünf p.a. Röntgenaufnahmen der linken Hand nach der Methode von
Sinclair vor und unter WH-Therapie ermittelt. Die Röntgenaufnahmen selbst waren
routinemäßig vor und während der Behandlung mit WH bei den jeweiligen Patienten bei
Kontrolluntersuchungen in Einjahresabständen angefertigt worden. Es mußten deshalb für
diese Arbeit selbst keine zusätzlichen Röntgenaufnahmen angefertigt werden.
Alle Patienten zeigen während der WH-Therapie ein erhebliches Aufholwachstum ohne
eine bedeutsame Akzeleration des Knochenalters. Nach drei Jahren Therapie nähert sich
die prospektive Endgröße (BP) der genetischen Zielgröße an.
Der MCI ist bei Kindern mit GHD, FSS, ISS und UTS vergleichbar, unterscheidet sich
nicht vom MCI normalwüchsiger Kinder und nimmt mit dem chronologischen Alter zu.
Mädchen mit und ohne Chromosomenaberrationen weisen einen größeren MCI auf als
Jungen.
Vor der Pubertät ist der MCI signifikant kleiner als in der Pubertät.
Es existiert eine signifikante Korrelation zwischen dem MCI und dem chronologischen
Alter, Knochenalter und der Körperhöhe vor und während der WH-Therapie, während die
Wachstumsgeschwindigkeit nicht mit der Änderung des MCI korreliert. Die Proportionen
der Metacarpale ändern sich während der WH-Therapie also nicht.
Diese Ergebnisse zeigen, daß der MCI für die Diagnose des Kleinwuchses keine Bedeutung
hat, aber als auxologisches Maß für die knöchernen Proportionen während des
Längenwachstum herangezogen werden kann. Die WH-Therapie beschleunigt das
Wachstum der Metacarpale ohne die Proportionen dabei zu beeinflussen. Das
Knochenwachstum, welches durch Wachstumshormon stimuliert wird, ähnelt dem
spontanen Knochenwachstum. Unter Therapie kommt es nicht zu einem
disproportioniertem Knochenwachstum.