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Wolfram Eisenblätter
Dr.med.dent
Parodontalstudie an Gebissen von 1 - 10jährigen Hunden der Heidelberger Tierfarm
Geboren am 09.06.1960 in Dillenburg
Reifeprüfung am 23.05.1979 in Tauberbischofsheim
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom SS 1982 bis WS 1986/1987
Physikum am 26.09.1984 an der Universität Heidelberg
Staatsexamen am 03.09.1987 an der Universität Heidelberg
Diplom zum Führen der Gebietsbezeichnung Zahnarzt, Oralchirurg am 29.06.1994
Promotionsfach: Mund-Zahn-Kieferheilkunde
Doktorvater: Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Heinz-Friedrich Overdiek
Der Fragenkomplex um die Beschaffenheit des Parodontiums bei Hunden war Schwerpunkt der
vorliegenden Arbeit im Jahre 1985. Es wurden hierzu 22 Hunde (18 Foxhounds, 3 Tricolore und
1 Beagle) untersucht und befundet. Sie wuchsen im Institut für Versuchstierkunde der
Universität Heidelberg in Freigehegen unter gleichbleibenden und standardisierten Umwelt- und
Ernährungsbedingungen auf. Für jeden Hund wurde ein Parodontalstatus erstellt. Protokolliert
wurden Sondierungstiefen, Rezessionen, Lockerungsgrade, Abrasionen, freiliegende Bi- und
Trifurkationen, fehlende oder zu extrahierende Zähne, sowie Plaque- und
Zahnsteinablagerungen, Konkremente, Zahnfrakturen und der Zustand der Gingiva. Karies fand
keinen Eintrag, da bei keinem Hund feststellbar.
Bewußt wurde auf eine Sedierung oder Narkose der Hunde verzichtet, da beides eine erhebliche
Belastung für die Tiere bedeutet hätte. Die Untersuchungen waren genau zu vollziehen und
wurden nicht durch Reaktionen der Tiere behindert. Bei 20 Hunden waren sie in einer Sitzung
durchführbar. Lediglich bei 2 Hunden waren 2 Termine erforderlich. Beide Hunde, anfänglich
aufgeregt, waren in der 2. Sitzung deutlich ruhiger.
Aus den gewonnenen Daten (3548 Einzelmeßwerte der Sondierungstiefen sowie die an 158
hnen ermittelten Rezessionen) wurden computergestützt die arithmetischen Mittelwerte für
die Zahngruppen der Incisivi, Canini, Prämolaren, Molaren und der Dentes sectorii sowie die
Gesamtmittelwerte für alle Zähne eines jeden Hundes errechnet. Sie wurden, nach
Altersgruppen geordnet, in Tabellen und Diagramme übertragen und ausgewertet.
Die höchsten Mittelwerte für die Sondierungstiefen und die Attachmentverluste
(Sondierungstiefen plus Rezessionen) sind bei den Fang- und Reißhnen (Canini und Dentes
sectorii) zu finden (3,02 mm und 3,41 mm bei den Canini sowie 2,84 mm und 3.22 mm bei den
Dentes sectorii). Die Mittelwerte für die Prämolaren (2,54 mm und 3,11 mm) sowie für die
Incisivi (2,39 mm und 2,75 mm) fallen niedriger aus. Die geringsten Mittelwerte zeigen die
Molaren (2,06 mm und 2,21 mm). Die Canini weisen schon beim jugendlichen Hund hohe
Sondierungstiefen und Attachmentverluste auf, bei den Dentes sectorii sind diese überwiegend
bei den über 5 Jahre alten Hunden zu finden.
Hohe Sondierungstiefen und Rezessionen waren bei den älteren Hunden zu beobachten, am
ausgeprägtesten bei dem ältesten. Jedoch waren bei den jungen, einjährigen Hunden bereits
Anzeichen für parodontale Destruktionen zu verzeichnen. Hohe Sondierungstiefen und die
Tendenz zur Mineralisierung von Plaque, verbunden mit der Ausbildung einer generalisierten
Gingivitis, waren zu beobachten - aber kaum Rezessionen. Die Auswertung eines vollständigen
Parodontalstatus kann frühzeitig Auskunft geben über die Gefährdung des Gebisses, parodontal
zu erkranken.
Insbesondere bei den Nachkommen von Steffax, dem Hund mit den schwersten parodontalen
Schäden, war die Tendenz zur Mineralisierung der Plaque feststellbar. Befundet wurden die 4
einjährigen Hunde mit den laufenden Nummern 19, 20, 21, 22. Bereits der Vater und der
Großvater von Steffax, die Rüden Max und Marko, zeigten erhebliche parodontale Schäden:
Anzeichen für die Anfälligkeit parodontal zu erkranken, findet man hier.
16 der 1985 parodontologisch erfaßten Tiere waren bereits 1982 durch Kaletka untersucht und
befundet worden, bei denen das Ausmaß der Rezessionen jedoch nicht festgehalten wurde. Von
3 Hunden lag ein kompletter Parodontalstatus vor. Die Mittelwerte der 16 Tiere und die
Einzelmeßwerte der 3 Hunde wurden miteinander verglichen und computergestützt ausgewertet.
Bei 13 Hunden ist ein Anstieg der Gesamtmittelwerte feststellbar, bei dem ältesten Hund die
chste Zunahme mit 1,47 mm. Niedrigere Gesamtmittelwerte zeigen 3 Hunde: 2 geringfügig,
einer deutlich (bei diesem Hund ist es zwischenzeitlich zu erheblichen Abrasionen der
Zahnkronen im Unterkiefer gekommen, die die niedrigeren Sondierungstiefen erklären).
Abschließend läßt sich sagen: Untersuchung und Behandlung der Tiere konnten ohne Sedierung
und Narkose problemlos durchgeführt werden. Bei allen Hunden waren parodontale
Destruktionen zu verzeichnen. Sowohl Sondierungstiefen als auch Rezessionen nehmen mit
dem Alter der Tiere zu. Anzeichen für parodontale Schäden lassen sich bereits beim jungen
Hund feststellen. Fang- und Reißhne sind in allen Altersgruppen am stärksten betroffen