Stefan Eichhorn
Dr.med.
Beziehungen zwischen DNA-zytometrischen, thermodynamischen und Texturmerk-
malen und ligandohistochemischen Bindungkapazitäten bei cT1N0-
Bronchialkarzinomen. Eine prospektive Studie unter besonderer Beachtung der
Wertigkeit der präoperativ-radiologischen Diagnostik und von Korrelationen mit
dem Lymphabfluß und der Prognose.
Geboren am 25.03.1970 in Magdeburg.
Reifeprüfung am 01.07.1988 in Magdeburg.
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1991/ 92 bis zum WS 1997/ 98.
Physikum am 10.08.1993 an der Universität Magdeburg.
Klinisches Studium in Heidelberg.
Praktisches Jahr in Heidelberg.
Staatsexamen am 07.04.1998 an der Universtät Heidelberg.
Promotionsfach: Pathologie
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Klaus Kayser
Die prospektive Studie untersuchte Zusammenhänge zwischen histochemischen Bindungs-
kapazitäten bei epidermoidalen und Adenokarzinomen, DNA-analytischen und morpho-
metrischen Parametern und dem Einfluß dieser Größen auf das pN-Stadium und das Über-
leben der Patienten. Untersucht wurde ein hochselektiertes Kollektiv von 36 Patienten, bei
denen präoperativ-radiologisch ein T1N0-Bronchialkarzinom diagnostiziert worden war.
Der T1-Status wurde bei 25 der 36 untersuchten Tumoren, der N0-Status bei allen epider-
moidalen, jedoch nur bei 17 der 26 Adenokarzinome postoperativ-histologisch bestätigt.
Zum Teil war der Nodalstatus bei den Lymphknoten-positiven Adenokarzinomen erheb-
lich weiter fortgeschritten, als vor der Operation mit bildgebenden Verfahren abzuschätzen
war.
Lymknotenbefall ist wahrscheinlicher, je größer die Integrierte Optische Dichte ist, bei
erhöhtem MST-Entropiefluß und bei einem erhöhten Prozentsatz von in der Zellteilung
befindlichen Zellkernen. Eine Expression von Bindungsstellen für die Blugruppendetermi-
nante A, den Galaktosidrest Gal-b-1,3-GalNAc, den humanen Lactose-Antikörper, das
Galektin-1-Molekül und den Antikörper gegen Galektin-1 korrelierte mit zytometrischen
und histometrischen Tumorcharakteristika.
Die Frage eines Lymphknotenbefalls war nicht assoziiert mit der Expression von Bin-
dungsstellen für die untersuchten Substanzen.
Günstig für die Prognose der Patienten war in absteigender Reihenfolge der Bedeutung ein
negativer Nodalstatus, ein geringes Lungenresektatvolumen und ein geringer MST-
Entropiefluß.
Die Ergebnisse der Studie rechtfertigen eine minimal-invasive chirurgische Therapie von
Patienten mit eingeschränkten respiratorischen Reserven nach bronchoskopischer Biopsa-
tentnahme mit Diagnose eines epidermoidalem Karzinoms in peripherer Lage, radiologisch
festgestelltem N0-Status, Vorhandensein von Bindungskapazitäten für das Blutgruppe-A-
Trisaccharid und geringen MST-Entropiefluß in der histometrischen Aufarbeitung.