Ką Jablonskis padarė geografijai ir kas su tuo daroma
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Terminologie und Gegenwart Jonas KLIMAVIČIUS Institut für Litauische Sprache WAS JABLONSKIS FÜR DIE GEOGRAFIE GEFÄHRT HAT UND WAS MIT DEM GEFÄHRT WIRD Für die Terminologie sind die Jahrestage von Jonas Jablonskis erfreulich (Piročkinas 2000; Gedrimas 2000). Was Jablonski für die Terminologie getan hat, ist eine kleine Sache. Zunächst sind die noch lebenden Zeugen zu erwähnen (Zemaitis 1956; Žemaitis 1966; Šikšnys 1962). Die Daten aus den Ursprungsnachweisen und speziellen Untersuchungen sind, wenn auch noch nicht abgeschlossen, von großer Bedeutung. Aber das ist noch nicht alles – man muss auch den unterjablonskischen Teil dieser terminologischen Entwicklung erforschen, sie unterstützen und stärken, sonst kann der gute Anfang ein hässliches Ende haben. Die Generationen nach Jablonski können und müssen das Leben seiner geschaffenen Terminologie bezeugen. Und er ist wiederum untrennbar mit dem Schicksal der Nation und des Staates verbunden – wie die Werke Jablonskis. Im elften Jahr nach Jablonskis Tod wurde Litauen erneut von der Besatzung, dem Völkermord, dem Verlust der Staatlichkeit und der sprachlichen Gewalt heimgesucht. Also solltest du dementsprechend bezeugen und beurteilen. Die Gelegenheit, die schon seit langem reifenden Gedanken zum Ausdruck zu bringen, kam wie zufällig — ich war zu diesem Jahrestag mit einem neuen Schulwörterbuch für geographische Begriffe unterwegs. Von Jablonskis terminologischen Grundlagen fand ich dort fast Ruinen. Es gibt also keine Verzögerung mehr. Natürlich hat nicht dieses Wörterbuch begonnen — und die geographische Wissenschaft, und die Schulgeographie, und alle möglichen Übersetzungen der geographischen Reiseliteratur sind mit ihrer Terminologie manchmal rücksichtslos, manchmal rücksichtslos in den russischen Hügel gerutscht. Die geographische Terminologie war ziemlich reichhaltig, inhaltlich und sprachlich nicht ohne Bedeutung sowohl für die Wissenschaft als auch für die Schule. 1956 erschien das „Wörterbuch der Begriffe der Geologie und der physischen Geographie“ von V. Gudelis (Hrsg. Ch. Lemchenas; russisch-litauisch, mit litauischem Pfeil; 220 S.), das von der Terminologiekommission des Instituts für litauische Sprache und Literatur [GirFGŽ] überprüft wurde. Der Verlag „Šviesa“ (pädagogische Literatur) hat drei — zwei Übersetzungen und ein Original — veröffentlicht: 1972 — S. Agapowo 7
S. Sokolovs, D. Tichomirovs enzyklopädisches „Geographisches Wörterbuch“ (übersetzt von V. Kvietkauskas, herausgegeben von E. Subačienė), mit litauischen Begriffen ergänzt durch den Übersetzungsredakteur V. Gudelis, in der Verlagsanmerkung für Schüler bestimmt, 0 im Nachwort der litauischen Ausgabe —und für Studenten, Dozenten (272 S.) [GeogrZ]; 1987 (dt. Solowjow, G. Karpow „Wörterbuch der Physischen Geographie“ (übersetzt von E. Ylevičienė und J. Žukauskienė, die Übersetzung wurde von A. Laigonaitė rezensiert, herausgegeben von L. Junevičienė), herausgegeben von A. Basalykas (216 S.) [FizGZZ]; 1994 (dt. Vaitekūnas „Enzyklopädisches Wörterbuch der Geographie“ (Hrsg. S. Drabavičius), empfohlen vom Ministerium für Kultur und Bildung (256 S.) (EncGZ)]. Keines dieser drei Wörterbücher wurde genehmigt, es wurde nicht von Fachleuten und in der linguistischen Presse umfassend begutachtet. Und es gibt Probleme bei der Normierung und Widersprüche zwischen den Wörterbüchern. Die litauische Sprache ist zu Recht stolz darauf, dass die wichtigsten geographischen Begriffe von Jablonski deutlich litauisiert wurden. Aber den Fortsetzern der Arbeit nach einigen Jahrzehnten fehlte der Kompass von Jablonski, sie wurden von anderen Orientierungspunkten beeinflusst. Und nach 10 In den Jahren der Wiedererlangung der Unabhängigkeit ist es selbst für Wissenschaftler nicht leicht zu erkennen, dass sich die litauische Sprache in den sowjetischen Jahrzehnten im Gebrauch internationaler Wörter der russischen Sprache näherte. Die wichtigsten Neuerungen der geographischen Terminologie von Jablonski konzentrieren sich auf das 1918 erschienene „Unser Wörterbuch“ von Jan Rygiškis: Tag, Äquator, Pol, Tropen, Kontinent, Gletscher, Vulkan, Horizont. Nur der Vulkan und der Ozean — schon in der von Jablonski übersetzten „Kurzen Beschreibung der Erde“ von S. Metsch aus dem Jahre 1906 (Pirotschkin 2000 11: 16). Dies ist auch aus LKZ-Daten. Das Schicksal der Begriffe von Jablonski, die Einstellung zu ihnen, wird durch die litauischen Wörterbücher und Lexika der internationalen Wörter recht gut dargestellt. Ein guter Anfang ist schon 1907 Jurgis Šlapelis SNZZ. Ohne Synonyme und ohne jegliche Erklärung ist es ein Vulkan – ein Vulkan. Das bedeutet, dass der litauische Begriff von Jablonski fest angenommen wurde. Man kann nur bedauern, dass das „Polnisch-- Litauisch-- Russische Wörterbuch“ von J. Ambraziejus von 1907 die Variante vulniakalnis (mit dem falschen Verbindungsvokal) anbietet, die später in mehreren Wörterbüchern wiederholt wurde (LKŽ XVII). Weiter: Ozean, Ozean — Ozean, großes Meer, große Seen. Die großen Marien sind eine Interpretation, keine Entsprechung. Der Didžjūris ist in LKŽ II nicht registriert, aber es gibt einen Didžjūris — schon J. A. Pabrėža, später A. Lelio, ebenso einen Didžjūris — L. Ivinskio, didžmaris —1884 m. „Aušros“, didmarė —kitų raštų. Synonyme sind 8
überhaupt nicht notwendig, und diese können wegen mangelnder Unterscheidungskraft nicht dem Jablonski-- Ozean gleichgestellt werden. Der Ozean 2. „reichhaltiges Wasser, großes Wasser, Wasser“ wird in LKŽ XVIII angegeben, wenn auch mit der vorsichtigen Bemerkung nj.(?), aus Dialekten (Griškabūdis, Pagėgiai, Marijampolė, Alytūs, Tverėčius). Übrigens, von den Orten in der Nähe von Jablonskis Heimat Griškabūdis —Slavikų, Lekėčių und Snowynas 1. „große Schneemasse; Schneebedecktes Feld“ (LKŽ XIII). Es scheint ein gerader Weg zu einem Kontinent zu geben, aber noch nicht: ein Kontinent – ein hartes Land, ein großes Stück festes Land. Der Begriff „Hartboden“ ist auch im „Wörterbuch der litauischen und englischen Sprache“ von A. Lelis (III. Aufl., Chicago, 1915) enthalten: kietžemis —continent (aber auch kontinentas —continent), continent —Kontinent, Festland, ebenso terra firma —Festland, hartes Land. Sausžemis wurde zum ersten Mal (LKŽ XII) im „Lietuviszkailatviszkai-rusiszkame Wörterbuch“ von M. Miežinis (Tilžė, 1894) verwendet: sausžemis —sauszeme — lad —mamepux. Die Tropen des NNW – die Trockenzeiten; Tropenland, tropisches Land — Tropenoder Tropenland — warmes Land; Tropen oder Tropen — „Rosen um die Erde, auf beiden Seiten des Äquators, zu denen die Sonne bei der Winterund Sommersonnenwende kommt. Zwischen den beiden Kreisen herrscht das ganze Jahr über heißes Wetter.“ Grįžratis wird auch im litauisch-englischen Wörterbuch von A. Lelis verwendet: grįžratis, -čio —tropic (und tropikas —tropic), tropic —geogr. grįžratas, Tropik, verbunden mit der Bedeutung „Grįžulo ratai“, A. Tatarė, V. Kudirka (Grįžulo ratai Plokščiai), und am weitesten in der Bedeutung „Grįžulo ratų“ verwendet griZératas Sintautai, Raséiniai, Kvėdarna, Kaltinėnai, Priekulė (Grįžoratas Gargždai), auch grįžo ratas Tilžė, grįžo vežimas Šilūtė, grįžulo (grizulo Dūsetos, Salamiestis) ratai Seduva, grįžulo ratai Kudirkos Naūmiestis, grįžalo ratai Grūžiai, grįžinio ratai Geistarai (beziehungsweise grįžulas /gryzula F. Kuršaičio Wörterbuch, grįžalas /grižalas Betygala, grįžas 1. /gryZas F. Kuršaitis Wörterbuch —„die Stange der Bohrvorrichtung des Wagens, an der das Pferd gekippt wird“) LKŽ III. In der Litauisierung internationaler Begriffe sind für UraSytina und soulėgrįža — im Artikel über die Wendekreise versteckt, im Wörterbuch nicht separat aufgeführt (es gibt weder den Artikel über die Sonnenwende). J. A. betont, dass die Tropik von der Sonnenwende – dem Sonnenrückgang (LKZ XII) motiviert wurde. Gletscher der SNSZ – Gletscher, große Eisflächen auf hohen Bergen, die leicht vom Berg abrutschen“. Für den Äquator, den Meridian und den Horizont gibt Urepel keine Entsprechungen, nur Erklärungen: 9
Der Äquator ist „der scheinbare Streifen um die Erde herum, der die Erdoberfläche in die Winterund die Südhalbkugel teilt“, der Meridian ist „die scheinbare Linie, die die Erdoberfläche von einem Pol zum anderen durchquert“, der Horizont ist „die gesamte Erdoberfläche bis zum Himmel, die mit bloßem Auge sichtbar ist“. Polus, obwohl es, wie wir gerade gesehen haben, verwendet wird, hat im Wörterbuch weder eine Entsprechung noch eine Deutung. Obwohl noch einiges zu klären und zu präzisieren bleibt (das ist nicht das Thema dieses Artikels), muss schon jetzt die klare litauisierende Richtung des Wörterbuchs von Šlapelis (etwa die Hälfte — internationale Wörter, etwa die Hälfte — Barbarismen, allerlei Leihwörter, ansonsten vielleicht noch nicht für die allgemeine Sprache verständliche litauische Wörter) hervorgehoben werden — nicht nur die Einführung litauischer Neuwörter durch Jablonski, nicht nur durch andere Vorgänger oder Kameraden, sondern manchmal auch durch seine eigenen Bemühungen. Spätere Wörterbücher und Lexika haben nur etwas hinzugefügt, sind sogar an der Stelle geblieben, sind nicht so weit gegangen, wie es möglich und notwendig war. 1923 gab das Pseudonym STZZ (nur internationale Wörter) den Meridian an — die Sonnenzeit, aber auch die Erklärung — „der Erdglobus ist in 180 Kreise unterteilt, die beide Pole und <...> schneiden“ (Pole nicht eingefügt). Meist genügt man sich mit bloßen Entsprechungen: Horizont — Achse, Parallele — Parallel, Vulkan — Vulkan; Ozean (oceanas) hat noch zwei —meere; Ozean (es ist ein Schritt zurück); Auch ein Kontinent — Land, Erde, aber hier ist noch kein Kontinent. Der Äquator wird nur erklärt — „der mittlere Streifen der Erde, der heißeste Punkt“, der Äquator ist noch nicht da. 1924 J. Norkaus SNŽŽ (litauische Wörter — etwa 6 %) kontinentas — Land, Festland; Horizont – der Horizont, „die Fläche der Erde hinter dem Himmel, die du mit deinen Augen siehst; Nur die fernen Ränder sind sichtbar, wo die Erde mit dem Himmel verbunden ist; Grenzen der Wissenschaft oder des Wissens“. Und die Wörter Äquator, Meridian, Ozean, Parallel, Pol, Tropen, Vulkan sind nicht vorhanden. Bedeutet das, daß sie nicht mehr relevant sind, daß die Ersatzformen bereits akzeptiert und eingeführt sind? Das Fehlen von mathematischen Begriffen, die durch Jablonskis Bemühungen ins Litauische übersetzt wurden, macht diese Annahme zumindest etwas wahrscheinlich. In der umfangreichen TŽZ von 1936 sind sie unterschiedlich dargestellt: einige — nur mit Entsprechungen: Äquator — Äquator; Ozeane —1. Ozean; Vulkan —1. Vulkan; Parallel – parallel; Abgleich; Ausgleich; Horizont – der Horizont, „die angebliche Linie, die die Erde mit dem Himmelsgewölbe verbindet“; Kontinent – ein Festland, „ein großer Teil des Landes, der von allen Seiten von Meeren und Ozeanen umgeben ist“; Meridiane 10
— die meridiane Linie, eine imaginäre lange, gekrümmte Linie, die durch die beiden Pole der Erdkugel verläuft und den Äquator im rechten Winkel durchquert; <...>“; Pol —1. Pol der Erde; „vermutliches Ende des Erdpols“; Tropen 1. Tropen, "Breitenlinien, die parallel durch 23? 28° südlich und nördlich des Äquators“. 2. „Land zwischen diesen Linien“: tropische Regionen; Gletscher, ein Gletscher, „der langsam von den Gipfeln der Berge auf die Hänge abrutscht“. Die Darstellung der ersten Nachkriegszeitschrift von 1951 ist ähnlich, nur das litauische Äquivalent wird manchmal durch Druckschriften unterschieden: Äquator —pu siaujas —1) „in Gedanken wird ein Kreis auf der Erdkugeloberfläche in gleichem Abstand von beiden Erdpolen hergeleitet; <...>“; 2) <...>; Meridian-Süd,<...- >; Ozean-1) Ozean, <...>; Gletscher: ein Gletscher, <...>; aber nicht ausgeschlossen: Kontinent, <...>; Pole: 1) der Pol, <...>; Sonnenwende —astr. Sonnenwende, <...>; Vulkan — ein Vulkan, <...>. Die Tropen sind zwei imaginäre Kreise, die parallel zum Himmelsäquator verlaufen und 23° 27’ davon entfernt sind, in denen sich die Sonne an den Tagen der Sonnenwende befindet. 2. „Länder zwischen den Tropen mit heißem Klima“: Tropen; 1) tropisch, zwischen den Tropen liegend; <...>. Paralelé —nur 1) geom. parallelé, <...>,03) geogr. —„jeder der in Gedanken auf der Erdkugel abgeleiteten Kreise, <...>“. Horizont —1) der Horizont, <...> (sichtbarer H.), aber 2) <...> (echte h.), nur 6) Horizont; Horizonte – (Zukunfts-)Perspektiven. Bemerkenswerter Widerspruch: obwohl der Pol 1) der Pol ist, so ist er in der Auslegung des Äquators der Pol und nicht der Pol; Obwohl die Sonnenwende —astr. Sonnenwende, aber in der tropischen Interpretation - Sonnenwenden (Sonnenstände). Tagundnachtgleiche – ohne Entsprechung. Im Jahr 1969 ist kein wesentlicher Fortschritt zu erkennen. 2. Auflage, 2. Aufl., 2. Aufl., 2. Aufl. Es wurde sogar rückwärts gegangen – es wurden unnötige Erklärungen hinzugefügt: Vulkan – „geologische Gebilde“, Vulkane, die entstehen <...>; Sonnenwende ist bereits ohne Gegenpart. In keinem Fall wurde die Bezeichnung psn. verwendet, die zum ersten Mal in der Geschichte der litauischen internationalen Wörterbücher in dieser Ausgabe eingeführt wurde (sie wurde nicht einmal dem Wort Basketball hinzugefügt, was in einem solchen Wörterbuch überhaupt nicht vorzustellen ist). Auch 1985 gab es keine wesentlichen Verbesserungen. Ohne Erläuterungen sind nur Kontinent — Festland, Ozean — Ozean, Pol —1 angegeben. geogr. 11
Pol, aber 2. astr. —ohne Pol; Parallele geographische Bedeutung gibt es nicht einmal (nur 2. geom. Parallele). Dieses Wörterbuch enthält neben den Bezeichnungen psn. auch Bezeichnungen usw. (d.h. sie sind nicht vorzulegen), aber diese Bezeichnungen werden in diesen Fällen weder verwendet (wie beispielsweise Eisberg usw. —Eisberg —<...>), noch wird überhaupt ihre Bedeutung und Verwendung erklärt. Nur der Horizont – 1 – bewegte sich vorwärts. Horizont (aber 6. „Breite, Perspektive von Wissen, Ideen, Möglichkeiten und Handlungen“ — ohne Horizont). 1999-2000 TGZ Fortschritt: kein Ozean, kein Gletscher — offenbar als überflüssig; ohne Erläuterungen synonym dargestellt: Tropen, Tropen; Sonnenwende, Sonnenwende; kontinent, Kontinent (aber kontinental: 1. kontinental, bezieht sich auf Kontinent, Kontinent, z.B. -es Niederschlag —<...>; -es Klima —<...>; -es Hang —<...>); auch Pole: 2. astr., geogr. Pol; als Äquivalente, aber mit Erläuterungen: Meridian, Tageslänge —<...>; Äquator, Äquator: <...>; Vulkan, Vulkan: 1. <...> (obwohl 2. -ai dgs. astr. „aktive und erloschene Vulkane auf Planeten und ihren Monden; <...>“); Tagundnachtgleiche, Äquator — <...>; Horizont: 1. Horizont —<...> (obwohl 7. Abs.: a) „Umfang des Wissens, der Ideen“, Horizont, <...>); Parallel und hat in diesem Wörterbuch keine geographische Bedeutung (nur 1. geom. paralleliagreté). In Bezug auf die gesprochenen Wörter wurde niemals das Gebrauchszeichen ntk verwendet. Auch in diesem Wörterbuch — wie in allen früheren Wörterbüchern internationaler Wörter — wird dem Leser weder durch irgendeine lexikographische Technik noch durch irgendeine allgemeine Anweisung der Gedanke vermittelt, daß das litauische Entsprechungswort entweder gleichwertig oder sogar ausdrucksstärker als das internationale wäre oder sein könnte. Und da in den Wörterbüchern der internationalen Wörter das internationale Wort an erster Stelle steht und das Äquivalent erst danach, so wird dem Leser automatisch gesagt, daß auch in der Sprache das Äquivalent nur sekundär, hilfreich, untergeordnet ist. Auch das Schulwörterbuch internationaler Wörter unterscheidet sich nicht, obwohl die pädagogischen Ziele für dieses Wörterbuch zwingend sein sollten. 1995 und 1998 wurden die Paare Äquator – Äquator, Kontinent – Festland, Ozean – Ozean, Breitengrad – 2 ohne Erklärung angegeben. Parallel, Vulkan — Vulkan; mit Erklärungen: Tagundnachtgleiche —Tagundnachtgleiche (...), Sonnenwende —Sonnenwende (...), umgekehrte Reihenfolge: Horizont —1. <...>, Horizont, Meridian — <...>, Tageslicht; Äquivalent —nur in der Erläuterung: Tropen — „die tropischen Zonen, die sich auf den tropischen Breitengraden befinden“ (im Wesentlichen — „idem per idem“); ohne deutsches Äquivalent: poleus —2. „Höchstpunkt“: der Kältepol; Gletscher 12
— „Gletscher, der von den Bergen abrutscht“. Die Schule (sogar das Gymnasium) hat noch kein Wörterbuch für die allgemeine Sprache (obwohl es Schulwörterbücher für Phraseologie, Synonyme, Antonyme gibt), aber das Wörterbuch der internationalen Wörter hat es bereits! In der Schule wiederholt sich die allgemeine Situation — die Gesellschaft erhielt bereits 1936 ein großes Sprachbuch, und das Wörterbuch der allgemeinen Sprache erst 1954 (DŽ,). Nicht nur MTŽŽ selbst, sondern auch seine „Vorrede“ richtet Schüler und Lehrer einseitig auf Internationalität und nicht auf Litauenhaftigkeit, nicht einmal auf Gleichgewicht. In der „Vorrede“ wird die Möglichkeit hervorgehoben, durch internationale Wörter „in die Umgebung der weltweit verbindenden Phänomene einzutreten“ (MTZZ 1998: 3), dass „die Wissenschaft, da sie für die ganze Welt gemeinsam ist, sehr oft dieselben Wörter für Begriffe verwendet“ (MTZZ 1998: 3). Und die litauische Sprache wird als unvollwertige Sprache dargestellt — „die Sprache der Bauern seit alten Zeiten“ (MTŽZ 1998: 3). Wir werden hier sehen, daß das bäuerliche Wort Äquator am besten als Ersatz für den Äquator geeignet ist, und es gibt eine Menge solcher Beispiele. Aber das MTSZ sagt nichts darüber. Der Zweck des Wörterbuchs ist eng gefasst, einseitig — „zu helfen, die Bedeutungen solcher populärsten Wörter zu klären“ (MTŽZ 1998: 3). Besonders unüberlegt und unvorsichtig wurde gesagt, dass die Muttersprache, wenn sie überhaupt eigene Begriffe entwickelt, dies nur „neben den übernommenen internationalen Begriffen“ (MTŽZ 1998: 3) tut und dass ihr Wert „staatlich“ ist: „In der wissenschaftlichen Sprache wird meist der internationale Begriff verwendet, und der Sprecher sagt litauisch“ (MTŽZ 1998: 4) — das war sicherlich so, aber es gibt es nicht mehr: heute wird sogar mehr international gesprochen als geschrieben. Nur „manchmal wird das internationale Wort ganz verdrängt“ (MTZZ 1998: 4) vom litauischen, zum Beispiel lakiinas jau und nicht aviatorius. Aber der Autor der "Vorrede" weiß nicht, wie der Pilot den Piloten jetzt schiebt. In Bezug auf die Stilistik werden auch falsche, für die litauischen Wörter ungünstige Ratschläge gegeben: „Unsinn ist ein Wort des groben Stils, deshalb wird es bei höflicher Sprache vermieden“ — dann ist es Unsinn! (1998, 4. Auflage). Aber DZ, und DZ, Unsinn ist stilistisch nicht gekennzeichnet und wird mit dem litauischen Wort —„beprasmybė“ erklärt, nicht wie DZ, —„absurdas, beprasmybė“, DZ, — „beprasmybe, absurdas- “. Für K. Buga und J. Balčikoni war Unsinn keine Grobheit oder Unhöflichkeit: Heute muss ich mich nicht mehr mit solchem Unsinn befassen, K. Buga. Er hat mich 13
Er hat mich schön verwöhnt und bemerkt, dass meine Augen ganz ruhig sind und in der Sprache kein Unsinn ist J. Balčikonis (LKŽ VIII). Im Wörterbuch von Stasys Šalkauskas „Allgemeine Terminologie der Philosophie“ (1937, 1938), das in der Sektion für Terminologie der Gesellschaft für Litauische Sprache diskutiert wurde, ist Unsinn —franz. Absurd, Unsinn, Unsinn. Unsinn, russ. becmbicauya Ist ein Begriff (S. Šalk R II 164). P. Skardžius bezeichnet in seinem Buch „Lietuvių kalbos žodžių daryba“ (1943) Unsinn als Neuerzeugung (Skardžius 1996: 590), aber das ist nicht ganz richtig. Möglicherweise ist der Unsinn nur bedingt auch als Präfix-Unsinn anzusehen (LKG I 1965: 428). Die genaue Übereinstimmung der Form mit dem Bewusstsein kann sekundär sein — das Unbewußtsein ist wahrscheinlich eine Schriftvariante, die nach den Varianten der Dialekte entstanden ist: das unbewußte Wörterbuch von A. Juška (vgl. auch bdv. nesąmonus — nicht nur 1. „unvernünftig, unüberlegt- “, sondern auch 2. „unvernünftig“ im Wörterbuch von E. Kuršaitis), das unbewußte Wörterbuch von A. Juška, das Liedbuch von A. Juška, das Unverständnis Naumiestis, das Unverständnis Serėdžius, das Unverständnis Wörterbuch von A. Juška (LKŽ VIII). Dass der Unsinn nicht die Spiegelreflexion des Bewusstseins mit der Negation ist, zeigt deutlich der semantische Unterschied – neben dem Unsinn passt in keiner Weise die Bedeutung „sinnlos“ bdv. unbewusst (hatte begonnen, sich zu manifestieren, aber J. Šukys hat ihn in der Radiostunde zu Recht beschimpft). Und die Erhebung des Unsinns durch die MZS widerspricht eindeutig der Empfehlung der DZ und der DZ: Unsinn – s. Unsinn (DS, und DS, Unsinn — „Unsinn, Unsinn“). Das kürzlich erschienene „Erklärende Wörterbuch der litauischen Sprache“ mit 7000 der am häufigsten verwendeten Wörter (auf dem Titelblatt —„Erklärendes Wörterbuch der litauischen Sprache“, zusammengestellt von Aldona Mackevičienė. —V., UAB „Gimtinė“, 2001, 512 S.) — „der erste litauische Thesaurus mit Synonymen und Antonymen“ (ŠA 2001 36 11) —könnte vielleicht die Lücke des Schulerklärungswörterbuchs teilweise füllen. In seinem „Vorwort“ wird jedoch weder über den Zweck noch über die Auswahl der Synonyme und die normative Darstellung der synonymen Begriffe ein Wort gesagt. Die Begriffe, die wir diskutieren, werden unterschiedlich dargestellt: Tag + Meridian (eine solche Technik der Synonympräsentation- ), Parallel (nur „parallele Linie“) + Parallel (woher?! —J.K.); Pol + Pole, aber Äquator + Äquator; Tropen + Tropen; Vulkan + Vulkan; Horizont + Horizont, und Horizont + -> Horizont; Ozean + Ozean, Großes Meer, und Ozean + = Ozean; Kontinent + Kontinent — Ozean (diese Technik der Darstellung von Antonymen- ); Es gibt keinen Gletscher (und keinen Eisberg). Sonnenblumen 1. + 1. Sonnenwende, während der Tagundnachtgleiche (und Äquinoktien) nicht [Unsinn + Absurdität, Unsinn, Unsinn, während Absurdität + -> Unsinn; bedeutungslos + bedeutungslos, leer, absurd —sinnvoll; Leer 4. + => bedeutungslos; absurd + => sinnlos). Völlig verwundeter Äquator; zu viel erhöhter 14
Ozean. Wenn man strenger auf die Darstellung anderer internationaler Wörter achtet, sieht man eine ungerechtfertigte Bevorzugung dieser gegenüber den litauischen, obwohl ansonsten die Entsprechungen nicht verhöhnt werden. Einen besonderen Platz in der Entwicklung der litauischen Entsprechungen internationaler Wörter nimmt sowohl sachlich als auch zweckmäßig Pranas Skardžiaus LTŽA (1973) ein. Das Buch wurde in Chicago veröffentlicht und erst 1998 in Litauen neu aufgelegt (Skardžius 1998: 425-507). Es ist kein Wörterbuch internationaler Wörter, sondern eine spezielle Arbeit zur Einführung und Erziehung des litauischen Wortschatzes. In seinem „Vorwort“ wird das Ziel jedoch sowohl eng als auch nicht ganz klar beschrieben — der Wunsch, jenen Litauern im Ausland zu helfen, die sich „an die litauischen Wörter erinnern wollen, an deren Stelle immer häufiger internationale Wörter verwendet werden“ (Skardžius 1998: 433). Die Zuordnung von Äquivalenten und Substituten ist hier nicht sichtbar. In „Vorwort“ und „Einleitung“ werden nur Neuerungen und Ersatzbegriffe oder Ersatzsätze verwendet. Aus den Beispielen wird dem Fachmann jedoch klar, dass es sich in einigen Fällen um Entsprechungen internationaler Wörter handelt – Synonyme, in anderen Fällen um vollständige Ersatzwörter. Aber ist es für den normalen Benutzer sichtbar? Übrigens werden zu den Neuerfindungen auch die Fälle gezählt, in denen „aus der Volkssprache entnommene Wörter und ihre Bedeutungen spezialisiert wurden“ (Skardžius 1998: 435), aber unter den Beispielen — nicht nur Armband (LKZ I, Daten, „spezialisiert“ bereits in den Wörterbüchern von P. Ruigius und E. Kuršaitis), Gleichmuo (LKZ VII, Daten, verwendet von J. Bretkūnas bis F. Kuršaitis), Druckerei (LKZ XIII, Daten, aus der lebenden Sprache — nur Käsedruckerei Marijampolė, in verschiedenen Bedeutungen — aus den ältesten Schriften, und in der umgangssprachlichen Bedeutung „Druckerei“ — bereits im Wörterbuch von K. Sirvydas), sondern auch... Schreibweise (Skardžius 1998: 435-436). Skardžius unterscheidet nur zwischen „weit verbreitet“ und „weniger verbreitet“ (Skardžius 1998: 436). Ein gutes Gegengewicht bildet nur der zweite Teil des LTŽA — der Index der litauischen Entsprechungen, in dem die internationalen Wörter bereits auf dem zweiten — sozusagen auf dem Platz der Entsprechungen stehen. Von den interessanten Wörtern in diesem Werk von Skard ist unklar, warum es keinen Vulkan, keine Tagundnachtgleiche, keine Sonnenwende gibt; Ozean nur mit Übereinstimmung 15
Es sei daran erinnert, dass die „Litauische Enzyklopädie“ das Adjektiv vulkanisch zu bilden wusste: vulkanische Insel (1939 VII 1433), P. Slavėnas — vulkanische Erdkruste. Und der Vulkanismus hat ein Pendant – die Vulkanaktivität. Natürlich gibt es nach dem Prinzip der Koexistenz auch Vulkanologie, Vulkanisation. Jablonski gab den Begriff Gletscher (vgl. Schneeberg, Ozean, Kontinent). Sogar in der russischen Sprache gibt es nednuxr. Aber DZ, der Begriff Gletscher — georg. „gletscher, der vom Berg abrutscht“, obwohl schon in seiner Auslegung — litauischer Gletscher; Gletscher ist auch im Wörterbuch enthalten, aber ohne die Bezeichnung gegr. —„eine große Eismasse, die sich durch eigenständiges Gleiten auszeichnet““: Nordische Gletscher. Aber die Geographen überholten die Lexikographen: GirFGŽ 21emuep — Gletscher und nednux — Gletscher; GeogrZ — Gletscher; S. 100. (deutsch) Gletscher.de. Gletscher; In: Ice. Leider sind sowohl DZ als auch DZ, —wie es konserviert ist, nur die Auslegung des Gletschers „Präzisierung“ — „groß, ppr. Bewegliche Eismasse“. Neben den litauischen Begriffen ledéjimas, gledėjimas, ledynmetis, ledodara, ledotyra, ledjūris, ežeras (bereits im Wörterbuch von F. Kuršaitis), ledlaukis, ledokirtis, ledotraukis ist der deutsche Gletscher (deutsch: Gletscher < lat. glacies —„Gletscher“; auch englisch glacier) völlig überflüssig. Leider fehlt es hier immer noch an Konsequenz. Zum Beispiel führt LTE VI den Begriff Gletscher ein — „eine sich bewegende Eismasse auf der Erdoberfläche“ (LTE IV gle(t)cher gibt es nicht einmal), aber daneben Eiszeit, Glazial; LTE XI – Zwischeneiszeit, Interglaziales. Der Name der Wissenschaft kann Glaziologie sein (und der Wissenschaftler Glaziologe), obwohl sich auch Glaziologie entwickelt. Der Gletscher ist nicht bewohnt. Jablonskis gab den litauischen Begriff akiratis, viel besser als den ebenfalls neu geschaffenen vegratis, den Vaižgantas und J. Janonis verwendeten, im übertragenen Sinne —V. Kudirka und Vydūnas (LKŽ XI), und genauer als die Augenhöhe M. Šalčius, A. Vienuolis (LKŽ I,) (nach der Variante akiplotas, in der allgemeinen Sprache nur aus dem Adverb akiploto bekannt; obwohl DZ, hat nur die Augenhöhe —„aus dem Auge“), die jetzt nicht so sehr der „Sichtbereich“ DZ, DZ, ist, sondern der physiologische Begriff —campus visionis —,,der Bereich des peripheren Sehens“ MedZ. DG, Horizont und Horizont sind synonyme, aber nicht genau gleichwertige Begriffe: Horizont 1. „Sichtfeld, Horizont“ (2. „Umfang, Breite des Wissens, der Interessen“), Horizont —1. „sichtbare Grenzlinie zwischen Himmel, Land und Meer“; Sehschärfe (2. „der gesamte sichtbare Raum um den Beobachter“; 22
3. Auflage. „Kreis des Wissens, der Ideen“, 4. Pkt. „Rad der Möglichkeiten und der Aktivitäten“; 5. Flussoder Beckenhöhe). Grundsätzlich so und DZ, DZ. Aber in der geographischen Terminologie gibt es keinen Horizont: GirFGZ eopu3oHm — hoher Horizont, GeogrZ, FizGZZ, EncGZ — Horizont. Nur bei MeteorZ. eopusonm —1. Horizont, Horizont (aber sichtbarer und wahrer — nur Horizont), Kpye030p —Auch beide: Horizont, Horizont. Es gibt keinen Horizont, nur einen Horizont, einen mathematischen Horizont – die Schnittlinie der Himmelssphären und -ebenen, die senkrecht zur Schwerkraftrichtung (der Horizontebene) stehen. Unterscheidet die sichtbare Himmelshalbkugel von der unsichtbaren“, das horizontale System und die Horizontrichtungen, sonst 1 Weltländer. Zum Abschluss der Analyse kann man das bereits Klare zugeben – hier wurden die Grenzen der geographischen Terminologie etwas überschritten (Vulkan, Gletscher; nur der Eisberg wurde erwähnt) – dies erforderte die bestimmte Einheit von Jablonskis Neugestaltung. Aus praktischen Gründen könnte man hier auch zwei Neuerungen erwähnen, die nicht von Jablonski stammen: die astronomischen Begriffe Sonnenwende und Tagundnachtgleiche. Das Äquivalent der Sonnenwende Sonnenwende (es gibt auch russisch coanyecmosHue, comnyuee6opom) in der allgemeinen Sprache wird aus dem selbständigen Wort Sonnenblume Saūgos, Kvėdarna, Laūkuva, Pavandenė, Viekšniai (Varianten Sonnenblume Plunge, Sonnenblumen Priekulė, Sonnenblume DunZ, Sonnenwende Subačius und andere) verarbeitet, um sich vom Namen der Pflanze Helianthus in der allgemeinen Sprache Sonnenblume zu unterscheiden, der auch aus dem selbständigen —Kvėdarna, L. Ivinskis, M. Miežinis bekannt ist, der in verschiedenen Dialekten und Schriften zahlreiche Varianten hat: Sonnenblume Akmėnė, Sonnenblume Lėipalingis, Drūskininkai, Sonnenblume Tauragė, Šiauliai, Sonnenblume NdŽ, Sonnenblume Vydūnas; Sonnenwende J. Ryters Wörterbuch; Sonnenwende Kelme, Sonnenwende LBZ, Sonnenaufgang Slaviki; Sonnenblume vak. dz., Klaipėda, Sonnenblume Linkmenys, Sonnenblume Rūdiškės, Sonnenblume Valkininkai, Sonnenblume Lazūnai, Sonnenblume Jieznas, Kriukai, Sonnenblume Obėliai; Sonnenwende Dussetos; Sonnenblume Pilviškiai; Sonnenblume Palomenė, Sonnenblume Tirkšliai, Varduva, Žemalė, J. A. Pabrėža, Sonnenblume J. A. Pabrėža, Sonnenblume Simnas, 23
Sonnenblume Keturvalakiai, Bartninkai; auch Sonnenblume, Sonnenblume, Sonnenblume, Sonnenblume; Sonnenblume, Sonnenblume, Sonnenblume; Sonnenblume, Sonnenblume; Sonnenblume; Das Wörterbuch von K. Sirvydas, sogar das Wörterbuch von F. Kuršaitis (LKŽ XII). Der Äquinoktium-Entsprechung Äquator ist nicht einmal in LC VII eingefügt; Aber hier ist ein Tagundnachtgleiche: Der Tagundnachtgleiche geht genau durch die Mitte der Erde A 1884, 255 (im Wörterbuch wird „Äquator, Äquator“ erklärt — wahrscheinlich in der Deutung des unverstandenen Satzes: Durch die Mitte der Erde — durch die Mitte geht der ewige Tagundnachtgleiche). Schlussfolgerungen Der Schöpfer der gemeinsamen Sprache, Jonas Jablonskis, war auch ein sehr produktiver, erfolgreicher Begriffsschöpfer, der auch eine Reihe von sogenannten internationalen Begriffen unwiderruflich litauisiert hat. Eine Gruppe von ihnen besteht aus den geographischen (und nebenstehenden) Begriffen: Tag – anstelle von Meridian, Parallel – anstelle von Parallel, Äquator – anstelle von Äquator, Pol – anstelle von Pol, Tropen – anstelle von Tropen, Ozean – anstelle von Ozean, Kontinent – anstelle von Kontinent, Gletscher – anstelle von Gletscher, Horizont – anstelle von Horizont (hier können noch nicht-Jablonski-Ersatzwörter hinzugefügt werden: Eisberg – anstelle von Eisberg, Sonnenwende – anstelle von Sonnenwende, Tagundnachtgleiche – anstelle von Tagundnachtgleiche). Jablonski ging hier weiter als die russische Sprache (nur mamepuk — Land, aednuk — Gletscher, Kpy2030p — Horizont; connuecmosnue, connueeopom — Sonnenwende, paenoJdencmeue — Tagundnachtgleiche). Es ist hier eher dem Polnischen ähnlich (pofudnik — Längengrad, rownoleżnik — Parallel, rownik — Äquator, biegun — Pol, zwrotwik — Tropen, ląd (staly) — Land, lodowiec — Gletscher; Horizont — Gesichtsfeld; rownonoc —Tagundnachtgleiche) und ins Deutsche (Ldngenkreis, astr. Mittagskreis, Breitenkreis, Gleicher, Wendekreis, Festland und Erdteil; Sonnenwende, Tagundnachigleichung). Die litauische geographische Terminologie von Jablonski (und anderen) hatte keinen ausreichenden Anstoß. Das Wichtigste war, dass das Wörterbuch der geographischen Begriffe nicht rechtzeitig veröffentlicht wurde (wie es die Wörterbücher der Mathematik waren). Die lexikalischen Bedürfnisse der Gebrauchssprachennutzer wurden lange Zeit nur durch Wörterbücher und Wörterbücher internationaler Wörter befriedigt, und in diesen Wörterbüchern wird in keiner Weise der lexikographischen Technik, in keiner allgemeinen Anweisung gesagt, dass irgendein litauisches Äquivalent ausdrucksstärker oder gar Ersatz sei, im Allgemeinen wurden Äquivalente und Ersatzwörter lange Zeit nicht strenger unterschieden. Durch diese Wörterbücher verbreiteten sich also nur die internationalen Wörter schneller, und nicht der litauische Wortschatz – das Sieb, das Jablonskis anfangs hatte, blieb nicht erhalten. Die spät entstandene normative Lexikographie ging von Jablonski hin und her, manchmal sogar hinter der geographischen Terminologie zurück (nur DZ, der Jablonski näher steht). Es gab sogar eine Doppelmoral: Jablonskis Arbeit wurde bekannt und anerkannt, man war stolz darauf, aber in der Praxis wurde sie sorglos ignoriert. Sogar die Linguisten waren sich nicht bewusst, dass sich die litauische Sprache unter den Bedingungen der sowjetischen russischen Zweisprachigkeit durch den Gebrauch internationaler Wörter 24
der russischen Sprache näherte. Jetzt sind besondere Anstrengungen erforderlich, um das Schiff wieder auf den litauischen Kurs zu bringen. Es ist notwendig, den deutlichen Unterschied des Schicksals der litauischen Terminologie in der Geographie von der Mathematik hervorzuheben: statisch — anstelle von Katet, senkrecht — anstelle von Perpendikulare, schräg — anstelle von Hypotenuse, halbwinkelförmig — anstelle von Bisektrice, halbkantförmig — anstelle von Mediane, parallel — anstelle von Parallele, Radius — anstelle von Radius, Durchmesser — anstelle von Durchmesser) — sind Substitutionen und nicht Nachbarschaften. Übrigens bleibt auch die litauische Sprache hier vom Polnischen zurück (rožniczka — Differential, różnicowanie — Differenzierung; catka — Integral, catkowanie — Integration, obwohl ekon. —integracja- ). Diese Gruppe blieb fast vollständig unerschütterlich litauisch. Dies kann nicht allein durch die Ordnung und Logik des mathematischen Denkens erklärt werden. Dies hatte vor allem soziolinguistische Ursachen – die Verschlossenheit des Gebrauchs dieser Begriffsgruppe. Was auch immer aus dieser Gruppe in den weiten Gebrauch kam, näherte sich der russischen Sprache: Durchmesser, Radius. AstrZ — Wörterbuch der astronomischen Begriffe. Verlag der Deutschen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1984. DZ —Wörterbuch der modernen litauischen Sprache: DZ, —I Ausg., Vilnius, 1954; 2. Aufl., Bd. 2. Aufl., Wien 1972; 2. Aufl., Wien 1973. 100 mg/ ml und 200 mg/ ml 2. Aufl., Berlin 1993; 3. Aufl., Berlin 2000. In: EncGZ —Vaitekūnas S. Enciklopedinis geografijos žodynas, Kaunas, FizGŽŽ —-—Solovjovas A., Karpovas G. Fizinės geografi1994, jos žodynas-- žinynas, Kaunas, 1987. In: S. Agapovas, S. Sokolovas, D. Tichomirovas: Geografijos Zodynas, Kaunas, 1972. In: Wörterbuch der Geologie und Physikalischen Geographie, Bd. In: Die Zeitung (Stuttgart). LKKN —Beschlüsse der Kommission für die litauische Sprache, 1977-1998. Vilnius, 1998. LKŽ —Wörterbuch der litauischen Sprache: 1 (II Ausg.) —1968; 2 (II Ausg.) —1969; 3 — 25
LRKŽ LTE LTZA MatZ MedZ MeteorZ, MTZZ SNZZ STZZ SA S. SalkR TTZ VKNS 1956; 7 — 1966; 8 — 1970; 9 — 1973; 10 - 1976; 11 — 1978; 12 —- 1981; 13 – 1984; 17 – 1996; 18 – 1997; 20 (im Artikel werden auch Abkürzungen dieses noch in Vorbereitung befindlichen Wörterbuchs verwendet), Vilnius. Wörterbuch der deutschen Sprache. Herausgegeben von M. Niedermann, A. Senn, A. Salys. Heidelberg, 1951. Litauische sowjetische Enzyklopädie: 4 —1978; 6 —1980; 11 —1983, Vilnius. Skardžius P. Litauische Entsprechungen internationaler Wörter, Chicago, 1973. Einführung in die Mathematik. In: Scientific Red. J. Kubilius. Vilnius, Astrauskas V., Brziūulevičius“- S. ; 1994. "PavilFonisS145 Vaitilavičius A., Vileišis A. Medicinos terminų žodynas, Vilnius, 1980. Wörterbuch der deutschen Sprache, 1975. Wörterbuch der deutschen Sprache. Vorbereitet von I. Ermanytė, O. Kažukauskaitė, J. Paulauskas, J. Pribušauskaitė, J. Žiemytė. Kassel 1995. II. Aufl. 100 mg/ ml und 200 mg/ ml 1. Auflage, Kassel 1998. Wörterbuch fremder und unverständlicher Wörter: Erleichterung für Leser. Erstellt von J. Schlapelis. Zürich 1907. Wörterbuch der fremden und unverständlichen Wörter, München, 1924. 1923. Wörterbuch der fremden und unverständlichen Wörter, München, 1923. Das Athen des Nordens (Selbstverlag). 2. Auflage, 2. Auflage, Wien 1991. Wörterbuch der internationalen Wörter. Zusammengestellt von K. Boruta, Pr. 1936: Die Geschichte der deutschen Literatur. Wörterbuch der internationalen Wörter. Herausgegeben von I. V. Ljochin und E. N. Petrow, die litauische Ausgabe — Ch. Leipzig: Verlag der Deutschen Akademie der Wissenschaften, 1951. Wörterbuch der internationalen Wörter. Herausgegeben von I. Ljochin, S. Lokschina, F. Petrow und L. Šaumianas, die litauische Ausgabe von Ch. Leipzig: Verlag der Deutschen Akademie der Wissenschaften, 1969. Wörterbuch der internationalen Wörter. Hrsg. von V. Kvietkauskas. Vilnius, 1985. In: Internationales Wörterbuch 1, 2. Auflage. 1999, 2000. Neue Lehrbücher der deutschen Sprache, 2. Auflage, 1998. LITERATŪRA Gedrimas R. 2000: Jonas Jablonskis ir lietuviškoji gamtotyros terminologija. — Gimtoji kalba 12, 4-8. 26
Jėrinaitė J. 1995: Enciklopedinis geografijos žodynas [rec.]. — Terminologija 2, 92-96. LKG I 1965: Lietuviy kalbos gramatika 1, Vilnius. Pirockinas A. 2000: Jonas Jablonskis — naujų žodžių kūrėjas. — Gimtasis žodis 10, 2-6; 11, 14-16; 12, 7-12. Skardzius P. 1996: Rinktiniai rastai 1, Vilnius. Skardžius P. 1998: Rinktiniai raštai 3, Vilnius. Šikšnys M.1962: Manolietuvių kalbos pamokos ir atsiminimai apie J. Jablonskį. — Kalbotyra 5, 81-87. Žemaitis Z. 1956: Iš atsiminimų apie J. Jablonskį. — Literatūra ir kalba 1, 32—39. Žemaitis Z. 1966: Lietuviškosios matematikos terminologijos istorija. — Lietuvių kalbotyros klausimai 8, 195—201. WHAT JONAS JABLONSKIS DID FOR GEOGRAPHY AND WHAT IS BEING DONE WITH IT Summary In 1918 the father of standard Lithuanian (and terminology) Jonas Jablonskis met the first independence of the Republic of Lithuania by coining Lithuanian terms of geography dienovidinis (meridian), pusiaujas (eguator), ašigalis (pole), atogrąža (tropic), vandenynas (ocean), žemynas (continent), ledynas (glacier), ugnikalnis (volcano), akiratis (horizon). However, at that time there was no dictionary of terms of geography and no dictionary of standard Lithuanian, therefore these terms did not have the time to take root. In soviet times, when in its usage of international words the Lithuanian language was getting closer to the Russian language, so called international terms meridianas, ekvatorius, polius, tropikas, okeanas, kontinentas, glečeris, vulkanas, horizontas started choking out those terms. Jablonskis had made them in a way which was closer to Polish and German languages where purification of the language is noticeable. The Russian language has fewer Russian equivalents — only mamepuk — konmunenm, neOHuK — 2zhemuep, Kpy2030p — 2opuzonm. During the second independance inertia can be observed — good changes require much effort. Terms of mathematics lithuanised by Jablonskis remain almost untouched. It was predestined not so much by the strictness of mathematical thinking, but more by sociolinguistic reasons — the isolation of the usage of terms of this group. Jonas KLIMAVICIUS Erhalten am 26.09.2001 Institut für Litauische Sprache 6, 2055 Vilnius, Litauen (Karte anzeigen) E-Mail: [email protected] 27