Personenbezeichnungen in Wörterbüchern der Computerwissenschaft
ALVYDAS UMBRASAS
Institut für litauische Sprache
SCHLÜSSELWÖRTER: Computerwissenschaft, Terminologiewörterbuch, personenbezeichnende Termini, Derivat, Entlehnung, Terminus
Das Feld der Terminologieforschung umfasst verschiedene Begriffe, doch Personenbezeichnungen gehören zu den Themen, über die im terminologischen Kontext nur sehr selten gesprochen wird. In den Naturwissenschaften sind Personenbezeichnungen offenbar kaum relevant; in den technischen Wissenschaften werden sie gelegentlich benötigt. Am weitesten entwickelt sind Systeme von Personenbezeichnungen vermutlich jedoch in den Sozialwissenschaften, da deren Gegenstand die Beziehungen zwischen Menschen in der Gesellschaft sind. In der litauischen Terminologieforschung wurden Personenbezeichnungen bislang nur wenig untersucht; allgemein wurde angenommen, dass der terminologische Status von Bezeichnungen für Handelnde problematisch ist und beispielsweise Berufsbezeichnungen nicht die Begriffe der untersuchten Wissenschaft für die Personen dieser Berufe benennen (Gaivenis 2002: 31). Untersuchungen zeigen jedoch, dass Personenbezeichnungen zumindest in den Sozialwissenschaften einen bedeutenden Teil des Fachwortschatzes ausmachen. So wurde bei der Untersuchung der litauischen Rechtsterminologie von 1918–1940 festgestellt, dass personenbezeichnende Termini beinahe ein Siebtel der damals in den Gesetzbüchern verwendeten Rechtstermini ausmachten (Umbrasas 2005: 107). Die große Zahl war gewiss teilweise auf die Synonymie der damaligen Terminologie zurückzuführen; Synonymie gibt es aber auch heute. Die moderne litauische Rechtsterminologie wurde hinsichtlich der Personenbezeichnungen nicht untersucht. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass Untersuchungen von Fachtexten und Terminografie zu unterschiedlichen Ergebnissen führen würden, das heißt, möglicherweise werden einige im Fachgebiet relevante Personenbezeichnungen nicht in die Terminografie aufgenommen.
Kazimieras Gaivenis sakė, kad kalbininkas nėra kalbotyros terminas (Gaivenis 2002: 31), todėl nekeista, kad Kalbotyros terminų žodyne (KTŽ 1990) nei kalbininko, nei terminologo nėra. Nėra terminologo ir Mokomajame terminologijos žodynėlyje (MTŽ 2005), bet ar tikrai pagrįstai? Kur tokiam terminui būti? Bene pirmasis ir vienintelis terminų žodynas, kuriame
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apibrėžtas terminas terminologas, yra Vertimo studijų žodynas (VŠŽ 2014). Jame teikiama: terminologas (angl. terminologist, it. terminologo, pranc. terminologue, vok. Terminologe, rus. терминолог) – „asmuo, sistemingai tiriantis tam tikros srities sąvokų pavadinimus (terminus). Jis turi išmanyti tam tikrą mokslo ar technikos sritį ir turėti lingvistinių žinių“. Žodyne kartu apibrėžta nemažai vertimo kontekste aktualių asmenis įvardijančių terminų, tik kiek keista, kad neįdėta gimininė sąvoka vertėjas, tačiau gerai, kad apibrėžti įvairūs rūšiniai terminai: gestų kalbos vertėjas, prisiekusysis vertėjas, teisės srities vertėjas, teismų vertėjas, vertėjas raštu, vertėjas vedlys, vertėjas žodžiu ir kt.
Wie ist die Lage der Personenbezeichnungen in der Computerwissenschaft? Ziel dieses Artikels ist es, zumindest einen kleinen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage zu leisten. Es soll festgestellt werden, welche Personenbezeichnungen in die Terminografie der Computerwissenschaft Eingang finden, und ihre Form unter Berücksichtigung von Wortbildung und Herkunft beschreibend untersucht werden (dabei werden die Neuheit und Einzigartigkeit der Termini im Vergleich zu anderen Fachgebieten betrachtet). Die Bedeutungen der Termini werden nach Möglichkeit angegeben1 (allerdings werden die Termini nicht in allen Wörterbüchern erklärt); begriffliche Aspekte werden jedoch nur wenig untersucht, weshalb auch Fragen der Synonymie nur gelegentlich behandelt werden. Größere Aufmerksamkeit gilt der Form der Termini. Unterbegriffe werden anhand ihres Grundglieds untersucht (es werden Wortnester gebildet). Insgesamt wurden etwa 120 verschiedene personenbezeichnende Wörter erfasst, die in Wörterbüchern der Computerwissenschaft als übergeordnete (einwortige) Termini oder als Grundglieder zusammengesetzter Termini aufgeführt sind.
Das Untersuchungsmaterial wurde aus mehreren bedeutenderen, oft umfangreichen Wörterbüchern der Computerwissenschaft und der eng damit verbundenen Informatik zusammengestellt, die zu unterschiedlichen Zeiten erschienen sind (eine Liste der untersuchten Quellen findet sich am Ende des Artikels). Ein Wörterbuch der Telekommunikationsterminologie (ATTŽ) wurde ebenfalls einbezogen, da Computerwissenschaft und Telekommunikation technologisch miteinander verbunden sind und zahlreiche gemeinsame Termini aufweisen.
Personenbezeichnende Simplexwörter litauischer Herkunft, das heißt morphologisch nicht zerlegbare Wörter, gibt es in der Computerwissenschaft nur wenige; in den Wörterbüchern fanden sich lediglich einige. Die Erörterung von Personen könnte mit dem Wort asmuo („Person“) beginnen. Als einwortiger Terminus ist es in der Computerwissenschaft offenbar kaum relevant, kommt aber in Wortverbindungen vor, beispielsweise registruojantysis a s m u o (engl. registrant) ŠKPTŽ; vgl. außerdem instruktuotas a s m u o (engl. instructed person) ATTŽ, kvalifikuotas a s m u o (engl. skilled person) ATTŽ. Auch wird es terminologisiert und erhält in der Computerwissenschaft eine spezifische Bedeutung
1 Die Abkürzung der Quelle, aus der die Bedeutungserläuterung (Definition) entnommen wurde, ist unterstrichen.
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Gast „ein Nutzer eines Computersystems ohne Konto (nicht registriert)“ (engl. guest) ŠKPTŽ, EKŽ2, AKTŽ. In Wörterbücher des untersuchten Fachgebiets werden auch Wörter aufgenommen, die Personen bezeichnen und, so könnte man sagen, keine spezielle Bedeutung haben, zum Beispiel Mitglied2 (engl. member) ŠKPTŽ, vgl. Gruppenmitglied (engl. membership) LŽ, Verwandtschafts- oder ähnliche Begriffe, zum Beispiel: Frau (engl. female) ŠKPTŽ, Kinder (engl. children) ŠKPTŽ, Mann (engl. male) ŠKPTŽ. Bei der beschreibenden Benennung eines Begriffs wird auch das Wort Mensch benötigt; angeboten wird Mensch als Systemelement (engl. human element) ALKTŽ.
Die meisten in Wörterbüchern der Informatik aufgeführten Personenbezeichnungen sind Ableitungen. Am typischsten ist das Suffix -tojas. Überwiegend werden terminologisierte oder transterminologisierte (aus anderen Fachgebieten übernommene) Ableitungen angegeben, z. B.:
Abstimmer (engl. customer [field] engineer) IŽ;
Hersteller (engl. manufacturer, producer) IŽ, ALKTŽ, Computerhersteller (engl. computer manufacturer) IŽ, Softwarehersteller (engl. software manufacturer) IŽ;
Zauberer „Spezialist für Computermagie, talentierter Programmierer“ (engl. wizard) ALKTŽ;
Flamer (engl. flamer) ŠKPTŽ;
Lehrer (engl. tutor) ALKTŽ;
Finder (engl. finder) ALKTŽ;
Moderator „Person, der eine Nachrichtengruppe, E-Mail-Gruppe oder ein Forum betreut und die in der Gruppe verbreiteten Informationen reguliert“ (engl. moderator) EKŽ₂, AKTŽ, Mailinglisten-Moderator (engl. mailing list moderator) ŠKPTŽ;
Lurker „passiver Teilnehmer einer E-Mail-, Nachrichten- oder Chatgruppe, der Nachrichten oder Mitteilungen empfängt, selbst aber keine versendet“ (engl. lurker) AKTŽ;
Angestellter (engl. employee) ŠKPTŽ;
Prüfer (engl. reviewers) ŠKPTŽ;
Eigentümer „Person, die uneingeschränkte Rechte an Ressourcen besitzt“ (engl. owner) AKTŽ.
Einige Ableitungen, insbesondere solche mit allgemeinerer Bedeutung, werden nicht eigenständig aufgeführt, sondern in Wortverbindungen aufgenommen, z. B.:
Mitarbeiter – Mitarbeiter eines Informationsdienstes (engl. documentalist) ALKTŽ, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nachwuchsbereich (engl. junior scientist) ALKTŽ, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter (engl. senior scientist) ALKTŽ (üblicherweise verwendet man inzwischen Wissenschaftsmitarbeiter statt wissenschaftlicher Mitarbeiter);
Leser – Mediathek-Leser (engl. media librarian) ŠKPTŽ;
2 Dieses Wort wird auch in einer nicht auf Personen bezogenen Bedeutung verwendet, vgl. arithmetinis narys (engl. arithmetic term) IŽ.
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Ersteller – Programmzusammensteller (engl. program writer) ALKTŽ, Anwendungssoftware-Entwickler (engl. application developer) ALKTŽ; Forscher – unqualifizierter Analyst (engl. low-rated analyst) ALKTŽ.
Kompiuterijos naujadarų3 galima būtų laikyti nebent terminą naršytojas, kuris bendrojoje leksikografijoje anksčiau nefiksuotas, žodis plinta daugiausia interneto kontekste, yra LKND (aiškinama „kas daug laiko4 praleidžia naršydamas internete“). ŠKPTŽ teikiama tinklo n a r š y t o j a s (angl. nethead, network surfer, surfer, cyber surfer, cybernaut), žiniatinklio n a r š y t o j a s (angl. Web surfer), abiem atvejais kaip sinonimas nurodomas infonautas.
Ein Teil der in Computerwörterbüchern verzeichneten Personenbezeichnungen, die mit dem untersuchten Suffix gebildet sind, sind hybride Bildungen. Auch sie wurden häufig aus anderen Fachgebieten übernommen, d. h. nicht eigens für die Zwecke der Computerterminologie geschaffen, zum Beispiel:
Modellierer (engl. modeler, simulationist) ALKTŽ; Projektierer (engl. designer) ALKTŽ, Softwareprojektierer (engl. software designer) ALKTŽ, Systemprojektierer (engl. system designer) ALKTŽ; Verschlüsseler (engl. coder) ALKTŽ; Rundfunkveranstalter (engl. broadcaster) ŠKPTŽ.
Als Neuschöpfungen der Computerterminologie könnte man die hybriden Bildungen koduotojas „Person, die eine Kodierung vornimmt“ (engl. coder, encoder) IŽ, ALKTŽ, AKTŽ, programuotojas „Person, die Programme erstellt, testet, weiterentwickelt und betreut“ (engl. programmer, coder) IŽ, ALKTŽ, EKŽ₂, AKTŽ betrachten. Zu diesem letztgenannten Terminus werden in Wörterbüchern zahlreiche Zusammensetzungen gebildet, zum Beispiel:
Juniorprogrammierer (engl. junior programmer) IŽ, ALKTŽ; konservativer Programmierer (engl. traditionbound programmer, tradition-bound programmer) IŽ, ALKTŽ; Programmierer-Analytiker (engl. programmer analyst) IŽ; Ersatzprogrammierer (engl. backup programmer) ALKTŽ; Systemprogrammierer „Programmierer, der Systemprogramme schreibt“ (engl. system programmer) IŽ, AKTŽ, Systemprogrammierer (engl. system programmer, analyst-programmer, toolsmith) ALKTŽ; begabter Programmierer (engl. programmer of ability) ALKTŽ; durchschnittlich qualifizierter Programmierer (engl. average programmer) ALKTŽ; Programmierer vor Ort (engl. on-site programmer) ALKTŽ;
3 Die Kriterien für Neuschöpfungen sind recht relativ; der Zeitpunkt, zu dem ein Wort entstanden ist, ist nicht immer klar, weshalb eine konventionelle Grenze erforderlich ist. Als Neuheitskriterium kann gelten, dass ein Wort in den wichtigsten allgemeinen Wörterbüchern – LKŽe und DLKŽ₇ – nicht vorkommt (diese Quellen widerlegen die Neuheit jedoch nicht, wenn das Wort aus dem Kontext der Computerterminologie in sie aufgenommen wurde, beispielsweise programuotojas); auch Wörterbücher anderer Fachgebiete sind zu berücksichtigen.
4 Es gibt Hinweise darauf, dass das Merkmal „viel Zeit“ dem Sprachgebrauch nach überflüssig sein kann (Murmulaitytė 2016: 7), was durchaus plausibel erscheint.
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Seniorprogrammierer (engl. senior programmer) ALKTŽ;
Chefprogrammierer (engl. chief programmer) IŽ, ALKTŽ.
Wenn Wörterbücher keine Definitionen oder zumindest kurze Erläuterungen enthalten, ist nicht immer klar, ob eine Person gemeint ist. Da die englischen Entsprechungen auch Nicht-Personen bezeichnen können (im untersuchten Kontext ist das häufig der Fall), kann bezweifelt werden, ob die stets auf eine Person ausgerichteten litauischen Entsprechungen tatsächlich dem Wesentlichen entsprechen und passend gewählt sind, z. B.:
Builder (engl. builder) ALKTŽ, Program Builder (engl. program builder) ALKTŽ, System Builder (engl. system builder) ALKTŽ;
Profiler (engl. profiler) ALKTŽ, Profiler für die Ausführung des Hauptprogramms (engl. execution profiler) ALKTŽ;
Crawler – Web-Crawler (engl. Web spider, Web crawler, Web worm) ŠKPTŽ;
Navigator (engl. navigator) ŠKPTŽ.
Gesondert zu erwähnen ist der Terminus Nutzer „eine natürliche oder juristische Person oder eine Gruppe solcher Personen, die einen Computer, dessen Software, Daten und beliebige andere Informationsressourcen nutzt“ (engl. user, consumer, subscriber) IŽ, ALKTŽ, ŠKPTŽ, LŽ, ATTŽ, AKTŽ. Er zeichnet sich durch die größte Vielfalt an Unterbegriffen aus. Zusammensetzungen bringen häufig die Erfahrung, den Status, die Verhaltensweise, den Besitz bestimmter Funktionen, die Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Gruppe des Nutzers usw. zum Ausdruck, z. B.:
anonymer Nutzer (engl. anonymous user) ŠKPTŽ;
Gelegenheitsnutzer (engl. casual user) ALKTŽ;
Nutzer im Dialogbetrieb (engl. interactive user) IŽ;
gelegentlicher Nutzer (engl. ad hoc user) ALKTŽ;
Endnutzer (engl. end user, ultimate user) ALKTŽ;
interaktiver Nutzer „im Dialogbetrieb arbeitend“ (engl. interactive user) ALKTŽ;
kommerzieller Nutzer „für Computerzeit bezahlend“ (engl. real user) ALKTŽ;
Erstnutzer „ein Nutzer, der vor dem ersten Zugriff nicht im System registriert ist“ (engl. first-time user) ALKTŽ, ATTŽ;
undisziplinierter (Regeln missachtender) Benutzer (engl. tough user) ALKTŽ;
nicht planmäßiger Benutzer (engl. nonscheduled user) IŽ;
nicht professioneller Computerbenutzer (engl. computer-naive) ALKTŽ;
Remote-Benutzer „Benutzer, der mit einem entfernten Endgerät arbeitet“ (engl. remote user) IŽ, ATTŽ;
Hauptbenutzer (engl. root user) LŽ;
geschulter Benutzer (engl. trained user) IŽ;
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letzter B e n u t z e r (engl. last user) ŠKPTŽ;
erfahrener B e n u t z e r „Benutzer eines Computers oder seiner Software, der über Erfahrung im Umgang mit solcher Ausstattung oder einzelnen ihrer Komponenten verfügt“ (engl. advanced user) AKTŽ;
einzelner B e n u t z e r (engl. single user) LŽ;
unerfahrener B e n u t z e r (engl. novice user) ALKTŽ;
angemeldeter B e n u t z e r (engl. connected user) ŠKPTŽ;
privilegierter B e n u t z e r „Benutzer mit mehr Rechten, z. B. höherer Priorität“ (engl. privileged user, privileged operator, superuser) IŽ, ALKTŽ, ATTŽ;
direkter B e n u t z e r „Benutzer, der sich durch die direkte Nutzung eines Nachrichtenübertragungssystems an der Verarbeitung von Nachrichten beteiligt“ (engl. direct user) ATTŽ;
entfernter B e n u t z e r (engl. telecommuter, remote user) ALKTŽ;
geschlossener B e n u t z e r (engl. closed user) IŽ;
steuernder B e n u t z e r (engl. superuser) LŽ;
lokaler B e n u t z e r (engl. local user) ALKTŽ.
Seltener wird das Objekt genannt5, mit dem der Benutzer arbeitet und auf das seine Handlungen gerichtet sind, z. B.:
Computerbenutzer (engl. liveware) ALKTŽ;
„Netscape“-B e n u t z e r (engl. Netscape user) ŠKPTŽ;
Dienstleistungsbenutzer „Endbenutzer, der Netzdienste in Anspruch nimmt“ (engl. service user) ATTŽ;
Terminalbenutzer (engl. terminal user, terminal operator) IŽ, ALKTŽ;
Videotexbenutzer „eine Person, die über ein Videotex-Endgerät die von einem Videotex-Dienst angebotenen Dienstleistungen nutzt“ (engl. videotex user) ATTŽ.
Ein Teil der Termini hat positive und negative Gegenstücke (verwendet wird das Präfix ne–), z. B.:
Roaming-B e n u t z e r (engl. roaming user) ŠKPTŽ – Nicht-Roaming-B e n u t z e r (engl. non-roamed subscriber) ŠKPTŽ;
qualifizierter B e n u t z e r (engl. advanced user, computer-literate user, expert user, skilled user, trained user) ALKTŽ – nicht qualifizierter B e n u t z e r (engl. lay user, naive user, unskilled user) ALKTŽ;
Benutzer mit hoher Priorität (engl. high-priority user) IŽ, ALKTŽ – Benutzer mit niedriger Priorität (engl. low-priority user) ALKTŽ.
Manchmal variieren präfigierte und nicht präfigierte sowie pronominale und nicht pronominale Formen, vgl.:
registrierter B e n u t z e r „eine Person, Firma, Gesellschaft oder sonstige Einrichtung, der die Nutzung der vom Dienstanbieter angebotenen Dienstleistungen gestattet ist“ (engl. authorised user, scheduled user) ATTŽ;
5 In keinem der untersuchten Wörterbücher findet sich der aktuelle Terminus Internetbenutzer.
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registruotas vartotojas (lit. scheduled user, real user) ALKTŽ;
įregistruotasis vartotojas (lit. authorized user) IŽ;
įteisintasis (registruotas) vartotojas (lit. authorised user) ALKTŽ;
neregistruotasis vartotojas „Nutzer eines Dienstes oder mehrerer Dienste, der bei der Einrichtung des Dienstanbieters nicht registriert ist“ (lit. nonauthorised user, non-scheduled user) ATTŽ;
neregistruotas (neteisėtas) vartotojas (lit. unauthorised user) ALKTŽ;
neįregistruotasis vartotojas (lit. nonauthorized [unauthorized] user) IŽ.
Grundsätzlich lassen sich hier sowohl die bestimmte als auch die unbestimmte Form rechtfertigen. Die bestimmte Form erhöht die Bestimmtheit und hebt den klassifikatorischen Charakter hervor. Bemerkenswert ist, dass in den meisten Wörterbüchern der Computerterminologie, einschließlich der neuesten, der Terminus vartotojas angegeben wird, während im EKŽ₂ naudotojas stand (engl. user). Entsprechend unterscheiden sich auch die Unterbegriffe (im EKŽ₂ sind nur wenige davon aufgenommen), vgl. galutinis naudotojas (engl. end user) im EKŽ₂ und galutinis vartotojas (engl. end user, ultimate user) im IŽ, ATTŽ, AKTŽ, numatytasis naudotojas (engl. default user) im EKŽ₂ und numatytasis vartotojas (engl. default user) im AKTŽ. Die Definitionen zeigen, dass die Begriffe identisch sind, zum Beispiel:
galutinis naudotojas „eine Person, die einen Computer oder dessen Software bestimmungsgemäß nutzt und deren Arbeitsergebnisse verwendet, nicht aber als Komponente zur Zusammenstellung, Entwicklung oder Herstellung anderer Programme oder Systeme“ EKŽ₂ – galutinis vartotojas „eine Person, die Software bestimmungsgemäß nutzt, um Arbeitsergebnisse zu erzielen, nicht aber als Komponente zur Zusammenstellung oder Entwicklung anderer Programme“ AKTŽ; numatytasis naudotojas „ein Nutzer, dessen Profil zum Ausgangswert eines neu registrierten Profils wird, d. h. beim Erstellen eines neuen Nutzerprofils wird das Profil des Standardnutzers hineinkopiert“ EKŽ₂ – numatytasis vartotojas „ein Nutzer, dessen Profil zum Ausgangswert eines neu registrierten Profils wird, d. h. beim Erstellen eines neuen Nutzerprofils wird das Profil des Standardnutzers hineinkopiert“ AKTŽ.
Wie zu sehen ist, wird im neuesten erklärenden Wörterbuch der Terminus vartotojas angegeben; entsprechend wurden die Unterbegriffe auch in der neuesten Ausgabe des EKŽ geändert (nicht in Buchform erschienen, auf der Website www.raštija.lt veröffentlicht). In letzterem sind die Unterbegriffe mit dem Bestandteil naudotojas als Synonyme in Verweisartikeln aufgenommen, die auf die entsprechenden Termini mit dem Bestandteil vartotojas verweisen; die Oberbegriffe naudotojas und vartotojas sind jedoch beide als selbstständige Einträge aufgenommen und jeweils definiert als „eine natürliche oder juristische Person oder eine Gruppe solcher Personen, die etwas nutzt“ und „eine Person oder eine Gruppe solcher Personen, die etwas verbraucht“ (der Wortlaut der ersten Definition sollte überarbeitet werden). Bei beiden Termini heißt es, dass „sie bisweilen synonym verwendet werden, aber aus
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Tatsächlich sind sie keine Synonyme, denn sie bezeichnen ein unterschiedliches Verhältnis zwischen einer Person und einem Gegenstand – das des Verbrauchens oder des Gebrauchs.“ Noch vor einem Jahrzehnt schrieb einer der Autoren des EKŽ2: „Üblicherweise sagt man, dass wir Lebensmittel, Medikamente und Wörter verbrauchen, dass wir Land, Seen, Gebäude und Maschinen benutzen. Und was machen wir mit einem Computer und seiner Software? Einen Computer zu verbrauchen, scheint nicht recht zu passen; wir benutzen ihn. Die Programme hingegen sind unsichtbar und auf Datenträgern gespeichert. Vielleicht verbrauchen wir sie ähnlich wie Luft? Programme haben jedoch eine interessante Besonderheit: Wenn wir sie erwerben, dürfen wir sie nur unter Einhaltung der in den Lizenzen festgelegten Regeln nutzen. Meistens erhalten wir nicht das Recht, sie zu kopieren, zu zerlegen oder zu verändern. Mit Programmen muss man ähnlich umgehen wie mit einem gemieteten oder geliehenen Gegenstand. Deshalb passt hier der Begriff Gebrauch noch besser als Verbrauch. Wir sind also Benutzer von Computern und ihren Programmen (nicht Verbraucher) und benutzen Computer, statt sie zu verbrauchen“ (Grigas 2007: 4). Das klingt durchaus richtig, doch der Sprachgebrauch zeigt, dass die Grenzen zwischen Gebrauch und Verbrauch nicht immer so mehr oder weniger klar sind wie in Zusammenhängen mit Lebensmitteln, Medikamenten, Wörtern und Ähnlichem. Sowohl Computer als auch Programme sind Mittel, Werkzeuge (die einen physisch, die anderen virtuell), und sie können sowohl gebraucht als auch verbraucht werden. Gebrauch ist im Grunde eine Art des Verbrauchs; DLKŽ7 erklärt, dass benutzen bedeutet: „als Mittel oder Werkzeug einsetzen, um etwas zu erreichen“. Im LKŽ finden sich dazu folgende Beispiele: Mit anderen Geräten komme ich nicht zurecht, aber an die Axt bin ich gewöhnt; ich benutze sie BsP1114(Tlž). Solche Äxte haben wir noch nie benutzen müssen Lkv. Zum Auflockern der Erde verwendete man früher einen hölzernen Pflug, später verstärkt mit einer eisernen Pflugschar. Ich verwende die Klinge, wenn ich den Garten umgrabe Y1. Ich hätte eine stählerne Sense benutzt, eine stählerne Sense, keine glänzende Säbelklinge LB98. Unter den Bedeutungsangaben im DLKŽ7 finden sich ebenfalls Beispiele für einen ähnlichen Sprachgebrauch: grėblelis „kleiner Rechen, der beim Mähen mit der Sense zum Formen einer Garbe verwendet wird“, lęšis „lichtbrechende Linse, die anstelle einer Brille verwendet wird“, pincetas „Pinzette zum Greifen kleiner Gegenstände, die in der Medizin und in Laboren verwendet wird“. Heute würden wir hier vermutlich benutzt sagen; zugleich zeigt der Sprachgebrauch aber, dass der Begriff Verbraucher universell geworden ist: Ein Verbraucher verbraucht und benutzt (im Vergleich zum Englischen umfasst er sowohl user als auch consumer), sodass Programmverbraucher, Computerverbraucher nicht überraschen. Im Grunde kann man hier sowohl Verbraucher als auch Benutzer sagen, doch das allgemeine System tendiert zu Verbraucher.“
Verglichen mit den Ableitungen mit dem Suffix -tojas weisen Personenbezeichnungen mit dem Suffix -ėjas in der Computerterminologie etwas weniger Vielfalt auf, sind jedoch ebenfalls recht zahlreich. Bei der Durchsicht der Wörterbücher der Computerterminologie wurden keine hybriden Ableitungen mit diesem Suffix-
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s gefunden; alle sind litauisch und können als terminologisiert oder transterminologisiert gelten, zum Beispiel:
Ausführender (engl. performer) ŠKPTŽ;
Aufrufer (engl. calling party) IŽ;
Anfragender „ein Teilnehmer, Benutzer oder Systemelement, das eine Anfrage an eine Datenbank richtet“ (engl. requestor) IŽ, ŠKPTŽ, ATTŽ;
Entwickler (engl. builder, creator, manufacturer) ALKTŽ, Softwareentwickler (engl. software programmer) ALKTŽ;
Aufrufender „die Person, die einen Aufruf tätigt“ (engl. invoker) ŠKPTŽ;
Spieler (engl. player) IŽ;
Verkäufer (engl. vendor) ŠKPTŽ;
Berater (engl. guru) ŠKPTŽ;
Präsentator (engl. presenter) ŠKPTŽ;
Eindringling „eine Person, die versucht, in ein geschütztes System einzudringen“ (engl. violator) ALKTŽ;
Nachfolger (engl. successor) IŽ;
Absender „eine Sendung absendende Person, deren elektronische Adressdaten in der Kopfzeile einer E-Mail in das Feld „Von“ eingetragen werden“ (engl. sender) IŽ, ATTŽ, EKŽ₂, AKTŽ, Absender oder Empfänger (engl. originator/recipient) ŠKPTŽ, Nachrichtenabsender „die ursprüngliche Quelle der Nachricht“ (engl. sender, message originator) ALKTŽ, ATTŽ.
Einige Ableitungen sind nur in Zusammensetzungen aufgeführt, zum Beispiel:
Installateur – Installateur von Software (engl. implementor) ŠKPTŽ;
Phreaker – telefonischer Hacker (engl. phreaker) ŠKPTŽ;
Assistent – Assistent des Chefprogrammierers (engl. assistant chief programmer) ALKTŽ;
Weiterleiter – anonymer Weiterleiter (engl. anonymous remailer) ŠKPTŽ;
Förderer – Förderer des elektronischen Geschäftsverkehrs (engl. e-business enhancer) ŠKPTŽ;
Auslöser – Auslöser einer Flut von unerwünschten Nachrichten (engl. spammer) ŠKPTŽ.
Zu beachten ist, dass beispielsweise die Wörter Ausrufer, Installateur weder im DLKŽ₇ noch im LKŽe verzeichnet sind, obwohl ausrufen, installieren aufgenommen wurden. Diese Bezeichnungen für Handelnde sind systematisch gebildet, daher lassen sie sich kaum als Neuschöpfungen der Informatik betrachten; vielmehr handelt es sich um Lücken der allgemeinen Lexikografie. Andererseits wurden diese Wörter möglicherweise deshalb nicht in den DLKŽ₇ aufgenommen, weil der Gebrauch präfixloser Formen eher der Tendenz der Normen entspricht. So sind beispielsweise Anbieter, Weiterleiter im LKŽe, nicht aber im DLKŽ₇ verzeichnet.
Am weitesten ausgebaut sind Wortbildungsnester bei Termini, die Aspekte des Empfangens oder Bereitstellens umfassen. Dazu gehört der eine Person bezeichnende Terminus Empfänger „Adressat, der eine elektronische Nachricht oder eine andere elektronische Sendung erhält“ (engl. recipient, receiver, acceptor) IŽ, ŠKPTŽ, ATTŽ, EKŽ₂, AKTŽ. Mit ihm …
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Es werden zahlreiche Unterbegriffe gebildet (vor allem im Bereich der Telekommunikation, wo die Empfänger von Nachrichten klassifiziert werden), z. B.:
vom Empfänger bestimmte alternative E m p f ä n g e r „ein Benutzer oder eine Verteilerliste (falls vorhanden), die vom vorgesehenen Empfänger oder von einem vom Absender bestimmten alternativen Absender oder einem listenbasierten Nachrichtenweiterleitungsempfänger ausgewählt werden kann“ (engl. recipient-assigned alternate recipient) ATTŽ;
Weiterleitungs-E m p f ä n g e r (engl. routing recipient) ŠKPTŽ;
Kopie-E m p f ä n g e r „ein Empfänger, an den die Nachricht nicht direkt gerichtet ist, der jedoch in die Verteilerliste aufgenommen wird, um ihn zu informieren“ (engl. copy recipient, secondary recipient) ATTŽ;
unbekannter E m p f ä n g e r „ein Empfänger, der den anderen Empfängern derselben Nachricht nicht offengelegt werden kann“ (engl. blind-copy recipient) ATTŽ;
vorgesehener E m p f ä n g e r „einer der Benutzer oder Verteilerlisten, den der Absender als vorgesehenen Nachrichtenempfänger angibt“ (engl. intended recipient) ATTŽ;
alternativer E m p f ä n g e r „im Kontext der Nachrichtenverarbeitung ein Benutzer oder eine Verteilerliste, an den bzw. die sich der Absender wenden kann (aber nicht unbedingt muss) mit der Bitte, ihm bzw. ihr eine Nachricht oder eine Kopie eines Informationsobjekts nur dann zu übermitteln, wenn diese nicht an einen bestimmten ursprünglichen Empfänger übermittelt werden können“ (engl. alternate recipient) ATTŽ;
Ersatz-E m p f ä n g e r „ein Benutzer oder eine Verteilerliste, die der bevorzugte Empfänger, der alternative Empfänger oder der registrierte Empfänger für die Weiterleitung von Nachrichten auswählen kann“ (engl. substitute recipient) ATTŽ;
bevorzugter E m p f ä n g e r „einer der Benutzer oder Verteilerlisten, den der Absender als bevorzugten Nachrichten-Zielpunkt auswählt“ (engl. preferred recipient) ATTŽ;
Listenmitglied-E m p f ä n g e r „ein Benutzer oder eine Verteilerliste, an den bzw. die eine Nachricht bei der Auflösung einer Verteilerliste übermittelt wird“ (engl. member recipient) ATTŽ;
vom Absender bestimmter alternativer E m p f ä n g e r „ein Benutzer oder eine Verteilerliste (falls vorhanden), an den bzw. die der Absender die Nachricht übermitteln lassen möchte, falls sie nicht an einen bestimmten vorgesehenen Empfänger übermittelt werden kann“ (engl. originator-specified alternate recipient) ATTŽ.
Der Begriff Anbieter (engl. provider, supplier) wird in ŠKPTŽ gewöhnlich im Zusammenhang mit Dienstleistungen verwendet – Dienstleistungsanbieter „eine Stelle (eine natürliche Person, eine juristische Person des Privatrechts, eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine Gruppe solcher Personen), die bestimmte Dienstleistungen erbringt <....>“ (engl. service provider) ATTŽ, AKTŽ. Wie aus der Definition hervorgeht, umfasst der Begriff natürliche und juristische Personen⁶. Wenn
6Wahrscheinlich hat das Recht der Europäischen Union dazu geführt, dass der gleichlautende Begriff Person in unserem Rechtssystem in letzter Zeit immer häufiger als Begriff verwendet wird, der sowohl natürliche als auch juristische Personen umfasst. Früher war dies nicht üblich; im Allgemeinen wurde unter Person eine natürliche Person verstanden, andernfalls wurde zwingend eine nähere Bestimmung hinzugefügt. Selbst mit der näheren Bestimmung juristische Person verunstaltet der Begriff nach Ansicht von Pranas Kniūkšta die Bedeutung des Wortes Person, ist jedoch hinnehmbar, weil er nicht in das Sprachsystem eingreift. Seiner Meinung nach hätte man auch bessere Begriffe finden können, zum Beispiel juristische Einheit (Kniūkšta 1999: 18–19).
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welche Bezeichnungen für Akteure sich zur Benennung sowohl der einen als auch der anderen Personen eignen, wird jedoch in den Wörterbuchdefinitionen nicht immer ausdrücklich gesagt (oder Definitionen fehlen ganz). Aus den in den Wörterbüchern (vor allem im ATTŽ) gefundenen Definitionen geht hervor, dass häufig nur die juristische Person genannt wird; nach geltendem Recht könnte der Begriff jedoch zumindest theoretisch auch natürliche Personen umfassen (auch wenn dies in Litauen nicht unbedingt der Fall ist), zum Beispiel:
Cloud-Diensteanbieter „Anbieter von Cloud-Diensten für Plattformen, Infrastruktur, Anwendungen, Datenspeicher und anderes“ (engl. cloud provider) AKTŽ;
Informationsanbieter (engl. information provider) ŠKPTŽ;
Internetanbieter (engl. Internet service provider) ŠKPTŽ, Internetdienstanbieter „Unternehmen, das Zugang zu Internetdiensten wie dem Web und Gopher bereitstellt“ (engl. internet service provider, internet access provider) ATTŽ;
Netzdienstanbieter „Organisation oder Einrichtung, die Netzdienstleistungen erbringt“ (engl. network service provider) ATTŽ;
Netzanbieter „Organisation, die ein Netz für die Erbringung von Telekommunikationsdiensten bereitstellt. Bietet dieselbe Organisation auch Dienste an, wird sie zugleich zum Diensteanbieter“ (engl. network provider) ATTŽ;
Inhaltsanbieter (engl. content provider) ŠKPTŽ;
Videotex-Diensteanbieter „Organisation, die für die Bereitstellung von Videotex-Diensten für den Nutzer verantwortlich ist“ (engl. videotex service provider) ATTŽ;
Videotex-Kommunikationsnetzanbieter „Organisation, die gemäß einer Vereinbarung mit dem Videotex-Diensteanbieter für die Herstellung der Verbindung zwischen den Endgeräten der Nutzer, die Information der Nutzer und/oder die von den Videotex-Hostcomputern erbrachten Dienste verantwortlich ist“ (engl. videotex communications network provider) ATTŽ;
Webdienstanbieter „Unternehmen, das Kunden mit Telefonleitung und Modem den Zugang zum Internet und zum Web bereitstellt“ (engl. Web service provider, Web provider) ATTŽ.
Physische und juristische Personen umfasst auch der analoge Begriff Lieferant (engl. source, supplier, provider) im ALKTŽ und ŠKPTŽ. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Anbieter gewöhnlich im Zusammenhang mit Dienstleistungen verwendet wird, während Lieferant konkrete Waren bezeichnet. In den Fachwörterbüchern gibt es nur wenige spezifische Termini, z. B.: (Lieferant von Computern und Software (engl. vendor) im ALKTŽ, Lieferant von Komplettsystemen (engl. turnkey vendor) im ALKTŽ. Als Entsprechung für engl. third-party supplier führt das ALKTŽ mehrere Termini an: unabhängiger Lieferant, gelegentlicher Lieferant, vermittelnder Lieferant. Im Wesentlichen bezeichnet Zwischenhändler (engl. third-party vendor) im ALKTŽ dasselbe.
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Eine recht bedeutende Gruppe bilden Personenbezeichnungen mit dem Suffix –ininkas. Während die zuvor erwähnten Suffixableitungen auf Verben beruhen und den Ausführenden einer Handlung bezeichnen, ist die Basis der Ableitungen mit –ininkas meist ein Substantiv. Durch Ableitungen werden Personen gewöhnlich nach ihrem Beruf, ihrer Tätigkeit usw. benannt. In Wörterbücher der Informatik wurden überwiegend Ableitungen aufgenommen, die in anderen Fachgebieten bereits gebräuchlich sind, z. B.:
Zauberer (engl. wizard) ALKTŽ;
Wissenschaftler (engl. scientist) ALKTŽ;
Mitwirkender „eine natürliche Person, die an der Entwicklung, Herstellung oder Verbreitung eines Computerobjekts mitgewirkt hat, jedoch nicht Mitautor oder Eigentümer des gesamten Produkts geworden ist“ (engl. contributor) EK޲, AKTŽ;
Manager (engl. manager) ALKTŽ;
Leiter – Post-Leiter (engl. postmaster) ŠKPTŽ, Web-Leiter (engl. webmaster) ŠKPTŽ.
Derivationell anders gebildet (auf einem Pronomen beruhend) ist Eigentümer (engl. owner) IŽ, ALKTŽ, ŠKPTŽ, LŽ; dazu werden mehrere spezifische Termini angegeben: Datenbankeigentümer (engl. data bank owner) IŽ, Dateneigentümer (engl. data owner) IŽ, ŠKPTŽ, aktueller Eigentümer (engl. current owner) ŠKPTŽ, neuer Eigentümer (engl. new owner) ŠKPTŽ, Standardeigentümer (engl. default owner) ŠKPTŽ. AKTŽ bevorzugt für diese Bedeutung den Terminus Verwalter.
Aus der Terminografie geht hervor, dass Wörter, die in der allgemeinen Sprache Personen bezeichnen, in der Informatik bisweilen auch für Nichtpersonen verwendet werden, zum Beispiel wird Bibliothekar nicht nur als „Person, die Programmbibliotheken verwaltet“ verstanden (engl. librarian) IŽ, ALKTŽ, sondern auch als „Steuerungsprogramm für die Arbeit mit Bibliotheksprogrammen“ ALKTŽ (üblicher wäre Bibliotheksverwaltungsprogramm IŽ o. Ä.). Vgl. ferner Dateibibliothekar „Person oder Prozess, der Funktionen zum Hinzufügen, Archivieren und Kopieren einer Datei sowie zum Zugriff auf die Daten ausführt“ (engl. file librarian) ALKTŽ. Auch das üblicherweise in der Bedeutung einer Person verwendete Vermittler (engl. dealer) ALKTŽ nimmt weitere Bedeutungen an, z. B.:
Cloud-Broker „Entität⁷, die Kontakte zu verschiedenen Cloud-Dienstanbietern unterhält und Cloud-Kunden dabei hilft, geeignete Dienstanbieter zu finden und den Prozess der Dienstleistungserbringung zu überwachen“ (engl. cloud broker) AKTŽ;
Benutzeragent „Funktionsblock, der den Datenaustausch gewährleistet“ (engl. user agent) ALKTŽ.
7Eine Entität (engl. entity) wird als „ein im Wesentlichen eigenständiges Ding, Phänomen oder sonstiges Objekt eines bestimmten Bereichs“ definiert. AKTŽ.
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Als hybride Neubildung für die Bedürfnisse der Computerwissenschaft wurde der Terminus kompiuterininkas8 (engl. computer science expert, computer scientist) IŽ gebildet. In der Terminografie der Computerwissenschaft sind relativ kürzlich die Neubildungen tinklaraštininkas „Person, die ein Blog schreibt“ (engl. blogger) AKTŽ, mikrotinklaraštininkas „Person, die in ein Mikroblog schreibt“ (engl. microblogger) AKTŽ hinzugekommen. Der aus den Bereichen Sport und Angeln bekannte tinklininkas wurde in der Computerwissenschaft mit einer anderen Bedeutung vorgeschlagen: „Person, die sich im Netz umschaut, Internetnutzer“ (engl. internaut, internette r, netizen, cybernaut, cyber surfer) ŠKPTŽ; im Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung jedoch offenbar nicht verbreitet. Die in Texten des freieren Sprachgebrauchs mitunter vorkommende Neubildung internetininkas „jemand, der viel Zeit mit dem Surfen im Internet verbringt“ LKND wurde noch nicht in die Terminografie aufgenommen.
Andere Derivate, mit denen Personen in Wörterbüchern der Computerwissenschaft bezeichnet werden, bilden keine bedeutenderen Gruppen; es handelt sich überwiegend um einzelne Ableitungen mit verschiedenen Suffixen, die aus anderen Fachgebieten oder allgemein aus der Standardsprache übernommen wurden, zum Beispiel:
bastūnas (engl. lurker) ŠKPTŽ;
dalyvis (engl. participant, attendee) ŠKPTŽ;
pusprogramių gudručiai (engl. script kiddies) LŽ;
klajūnas (engl. wired worker, nomad, road warrior, roaming) ŠKPTŽ;
kvietiniai „Personen, die zu einer Versammlung oder einer Netzkonferenz eingeladen werden“ (engl. attendees) ŠKPTŽ;
naujokas (engl. luser) LŽ;
sutuoktinis (engl. spouse) ŠKPTŽ;
užsakovas „natürliche oder juristische Person, die von einem Netzbetreiber oder einem bevollmächtigten Vermittler Kommunikationsnetzdienste bezieht und alle Gebühren für die Dienstleistungen entrichten muss“ (engl. customer) ATTŽ;
konferencijos vadovas (engl. conference conductor) ATTŽ.
Einige Ableitungen mit dem Suffix -ėlis haben eine negative Konnotation, zum Beispiel: įsibrovėlis (engl. intruder) LŽ, įsilaužėlis „Person, die unter Umgehung von Passwörtern und anderen Sicherheitsmaßnahmen unbefugt in die Hardware oder Software einer anderen Person eindringt“ (engl. cracker, intruder) LŽ, ŠKPTŽ, EKŽ, AKTŽ, nemokėlis (engl. lamer) LŽ. In negativem Kontext werden auch häufig Entsprechungen des englischen hacker oder das negativ kodifizierte Lehnwort hakeris verwendet. Für diesen Begriff wurde die interessante Neubildung programišius geprägt: „Person, die gern programmiert und Betriebssysteme und andere
8 Kompiuterininkas „Computerliebhaber oder Fachmann“ ist bereits in DLKŽ⁷ aufgenommen; in früheren Ausgaben dieses Wörterbuchs war das Wort noch nicht enthalten. Im Sprachgebrauch ist kompiuteristas häufig, doch entsprechend den allgemeinen Tendenzen wurde das hybride Derivat kodifiziert.
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„die Quelltexte von Programmen [zu] … und [zu] verbessern“ ŠKPTŽ, LŽ, EKŽ₂, AKTŽ (das Suffix –išius wurde wegen der Konnotationen und Assoziationen gewählt, die Wörter dieses Ableitungsmusters hervorrufen, vgl. mergišius, vag išius usw.); als Synonym wurde früher außerdem die Wortverbindung programavimo a i s t r u o l i s vorgeschlagen ŠKPTŽ, VLKK, Leksika 2005: 56. Als Neuschöpfung sei die Ableitung mit dem Suffix –alius brukalius „jemand, der unerwünschte E-Mails – Spam – versendet“ (engl. spammer) EKŽ₂, AKTŽ erwähnt, die in Analogie zur ebenfalls neuen Wortschöpfung brukalas (engl. junk, junk mail, spam) „unerwünschte elektronische Nachrichten“ EKŽ₂, AKTŽ gebildet wurde. Sowohl das Wort programišius als auch brukalius werden noch auf ihre Gebrauchstauglichkeit erprobt; es wäre verfrüht zu behaupten, sie hätten sich bereits etabliert.
Termini anderer Wortbildungsart zur Bezeichnung von Personen sind in der Terminografie der Informatik kaum zu finden. Es wurde kein einziger Suffix- oder Präfixderivat gefunden; unter den Komposita kann als Synonym zu talkininko (engl. contributor) der in den Wörterbüchern angeführte Terminus bendradarbis EKŽ₂, AKTŽ genannt werden, der im untersuchten Bereich natürlich keine Neuschöpfung ist.
Die in Informatikwörterbüchern aufgeführten Entlehnungen zur Bezeichnung von Personen erreichen weder die Zahl noch die Vielfalt der Termini einheimischer Herkunft. Als interessanteren Terminus könnte man das relativ kürzlich in der Sprache aufgekommene Neuwort internautas hervorheben: „eine Person, die besonders viel Zeit mit dem Surfen im Internet verbringt“ (engl. cybercitizen, cybernaut, internaut, netizen) EKŽ₂, AKTŽ. Das englische Wort internaut (gebildet durch die Verbindung von Internet und astronaut) entstand im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts (https://en.oxforddictionaries.com), und wird auch in anderen Sprachen verwendet. Mit derselben Bedeutung wird im Englischen das ähnlich gebildete Wort cybernaut verwendet (wörtlich „Reisender durch den Cyberspace“); bereits in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde es jedoch in der Bedeutung „Roboter“, „Cyborg“ gebraucht (https://en.oxforddictionaries.com). Aus litauischen Internetquellen geht hervor, dass die Entlehnung kibernautas nur gelegentlich verwendet wird. Mitte 2018 war das Wort noch nicht in das LKND aufgenommen worden; in diesem Korpus ist jedoch das hybride Bildungsmuster internetininkas belegt, das bedeutungsgleich mit internautui ist. Wie bereits erwähnt, wurde in ŠKPTŽ als Synonym zu tinklo naršytojo infonautas aufgenommen – ein weiterer Konkurrent von internauto (vgl. engl. infonaut; der erste Wortbestandteil verweist auf den Bezug zur Information), doch hat es sich im Sprachgebrauch nicht verbreitet und ist auch im LKND nicht verzeichnet.
Die meisten in Informatikwörterbüchern aufgeführten Entlehnungen zur Bezeichnung von Personen sind keine ausschließlich im Informatikkontext verwendeten Wörter; sie kommen auch in anderen Fachgebieten vor (natürlich kann ihre Bedeutung je nach Fachgebiet variieren und dessen Bedarf entsprechen), z. B.:
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abonentas „registrierter Empfänger elektronischer (in der Regel kostenpflichtiger) Dienste, der mit deren Anbieter einen Vertrag über diese Dienste geschlossen hat“ (engl. user, subscriber, customer, abonent) IŽ, ALKTŽ, ATTŽ, EKŽ₂, AKTŽ, abonentai (engl. members) ŠKPTŽ; administratorius „vollberechtigter Verwalter eines Computers, eines Computernetzes oder eines anderen Computersystems, der sich um die tägliche Wartung, Aktualisierung, Sicherheit und weitere mit dem von ihm verwalteten Objekt zusammenhängende Angelegenheiten kümmert“ (engl. admin, administrator, manager) IŽ, ŠKPTŽ, EKŽ₂, AKTŽ, vgl. duomenų banko administratorius „Datenbankadministrator“ (engl. database administrator) ALKTŽ; adresantas „Absender, der dem Adressaten eine Informationsmitteilung über einen Kanal in codierter Form – durch Sprachzeichen und Kommunikationsmittel – übermittelt“ (engl. addressar) AKTŽ; adresatas „Person, Einrichtung oder deren (Teil-)Abteilung, an die etwas gerichtet ist“ (engl. contact, target, destination, addressee, called party, buddy) IŽ, ALKTŽ, ŠKPTŽ, ATTŽ, AKTŽ; analitikas (engl. analyst) IŽ, ALKTŽ, vgl. duomenų bazės analitikas „Person, die für den Entwurf der Struktur und des Schemas einer Datenbank verantwortlich ist“ (engl. database analyst) EKŽ₂, AKTŽ; autorius „natürliche Person, die ein Computerprogramm oder ein anderes Computerobjekt geschaffen hat“ (engl. author) IŽ, ŠKPTŽ, EKŽ₂, AKTŽ; dešifratorius „Person, die verschlüsselte, unkenntlich dargestellte oder beschädigte Informationen entschlüsselt“ (engl. decipherer, decryptor) EKŽ₂, AKTŽ; dizaineris (engl. designer) ALKTŽ; dokumentalistas (engl. documentalist, documentor) IŽ; ekspertas (engl. expert) ALKTŽ; grafikas (engl. designer) ALKTŽ; inžinierius (engl. engineer) IŽ, ALKTŽ, vgl. aparatinės įrangos inžinierius „Ingenieur, der sich mit den Hardwarekomponenten zur Aufnahme, Speicherung, Wiedergabe und Verarbeitung von Informationen auskennt und die technischen Wartungsarbeiten an Computer- und Fernübertragungssystemen durchführt“ (engl. hardware engineer, computer hardware engineer) AKTŽ; klientas „betreute Person: Käufer, Auftraggeber, Abonnent, Websitebesucher oder jemand, der andere Dienstleistungen anfordert und nutzt“ (engl. client, customer) ATTŽ, EKŽ₂, AKTŽ; konsultantas – Inhaltsberater konsultantas (engl. content advisor) ŠKPTŽ; korespondentas „Person, die ein Telefongespräch beginnt oder beendet“ (engl. party) ATTŽ; operatorius „Person, die Routinevorgänge an dem von ihr betreuten Gerät, System oder Dienst ausführt“ (engl. operator, human-operator) IŽ, ALKTŽ, EKŽ₂, AKTŽ; redaktorius „Leiter einer Publikation (Buch, Zeitschrift, Zeitung) oder Sendung (Radio, Fernsehen), der deren Inhalt genehmigt; Gestalter und Bearbeiter der Sendung“ (engl. editor, writer) ALKTŽ, EKŽ₂, AKTŽ; sistematika analitikas (engl. systems analyst) ALKTŽ; specialistas (engl. engineer) ALKTŽ, vgl. sisteminės analizės specialistas (engl. systems analyst) ALKTŽ; technikas (engl. engineer) ALKTŽ.
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Obwohl das Englische die Terminologie der Informatik stark beeinflusst, entsprechen aus anderen Fachgebieten übernommene Entlehnungen formal häufig nicht der Ausdrucksweise englischer Termini. Sie werden als selbstständige, im Litauischen gebräuchliche Einheiten verwendet, deren Auswahl durch das interne Sprachsystem und Bedeutungsübertragungen bestimmt wird, z. B.:
E-Mail-Abonnent (engl. email user, e-mail user) EKŽ₂;
Administrator eines Informationssystems (engl. sysop, system operator) ALKTŽ;
E-Mail-Administrator „Person, die den E-Mail-Dienst betreut und für dessen Betrieb verantwortlich ist“ (engl. postmaster) AKTŽ;
Webseitenadministrator „Person, die eine Website betreut und aktualisiert und auf elektronische Nachrichten ihrer Besucher antwortet, sofern diese den Betrieb der Website betreffen“ (engl. webmaster) EKŽ₂, AKTŽ;
Modifikationsautor „natürliche Person, die ein Programm oder ein anderes Computerobjekt verbessert und modifiziert“ (engl. contributor) EKŽ₂, AKTŽ;
Autor des Originals „natürliche Person, die ein originäres Computerprogramm oder ein anderes Computerobjekt geschaffen hat“ (engl. initial developer) EKŽ₂, AKTŽ;
Tutor (engl. tutor) ALKTŽ;
Betreuer „Person, die Lernenden beim Lernen hilft: Sie berät, gibt Ratschläge und leistet praktische Unterstützung“ (engl. tutor) EKŽ₂, AKTŽ;
Lizenzgeber „Inhaber der Urheberrechte“ (engl. copyright owner, right holder) EKŽ₂, ALKTŽ;
Lizenznehmer „Nutzer eines Werks, das Gegenstand des Urheberrechts ist“ (engl. copyright user) EKŽ₂, AKTŽ;
Techniker (engl. engineer) ALKTŽ;
Testfachkraft (engl. tester) ALKTŽ.
Unter den untersuchten Quellen enthält nur das „Linux“-Glossar (LŽ) Entlehnungen zur Bezeichnung von Personen mit der Kennzeichnung ntk., d. h. solche, die in der Terminologie als nicht zu empfehlen gelten. Sie sind alle als umgangssprachlich gekennzeichnet: hakeris (engl. hacker) – Programmierer; juseris (engl. user) – Nutzer; krekeris (engl. cracker) – Eindringling; lameris (engl. lamer) – Unfähiger; luzeris (engl. luser) – 1. Neuling, 2. Nutzer. ALKTŽ führt die Form hekeris ohne wertende Kennzeichnungen an, weist jedoch darauf hin, dass bereits das englische Wort hacker umgangssprachlich ist; daher lässt sich annehmen, dass auch sein Äquivalent denselben Status hat. Es ist nicht auszuschließen, dass die Kennzeichnung als umgangssprachlich auf eine vorsichtige Haltung gegenüber dem litauischen Äquivalent zurückzuführen ist. Das englische Wort ist mehrdeutig; ALKTŽ nennt sogar fünf Bedeutungen: „1. fanatischer Programmierer. 2. die herausragende Persönlichkeit einer Programmierergemeinschaft. 3. Kenner eines bestimmten Programms. 4. Experte, der sein Wissen für rechtswidrige Zwecke einsetzt, z. B. indem er in ein geschütztes System eindringt. 5. talentierter Programmierer, der ausgezeichnete Programme effizient entwickelt“ (einige Bedeutungen ließen sich
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(zusammengefügt). Erwähnenswert ist, dass einige als umgangssprachlich geltende englische Wörter oder Wortverbindungen im ALKTŽ offenbar keine litauischen Entsprechungen haben und daher beschreibend wiedergegeben werden: bit twiddler (umgangssprachlich) – Computerfanatiker, der gern in Assemblersprache programmiert; code bums (umgangssprachlich) – übermäßig pedantischer Programmierer; luser (umgangssprachlich) – ein Nutzer, der nicht mit dem System umgehen kann; unprofessioneller Nutzer. Es ist verständlich, dass es schwierig sein kann, Entsprechungen für umgangssprachliche oder berufssprachliche Ausdrücke aus anderen Sprachen zu finden. Im Englischen gelangen solche Einheiten nicht selten in den terminologischen Bereich (in manchen Fachgebieten9 gibt es besonders viele davon), während die litauische Terminografie umgangssprachliche und berufssprachliche Ausdrücke gewöhnlich meidet.
Wie aus dem angeführten Material hervorgeht, lässt sich nur die eine oder andere Personenbezeichnung als eigens für die Bedürfnisse der Informatik gebildete Neubildung betrachten; die meisten in Informatikwörterbüchern verzeichneten Personenbezeichnungen sind fertig aus der Gemeinsprache übernommen, wo sie in anderen Bereichen verwendet werden (man kann sagen, dass sie häufiger transterminologisiert als terminologisiert sind). Im Grunde lässt sich dasselbe über Entlehnungen sagen – die meisten sind in der Informatik nicht einzigartig. Erst hinzugefügte spezifizierende Bestandteile stellen mitunter eine engere Verbindung des Terminus zur Informatik und ihren Realien her. Es ist festzustellen, dass Informatikwörterbücher häufig nicht nur Informatikterminologie, sondern auch Lexik und Wendungen aus verschiedenen Programmen oder allgemein aus dem Kontext der Informatik zu Übersetzungszwecken aufnehmen; daher sind nicht alle darin aufgeführten Personenbezeichnungen echte Informatiktermini. Sie wurden zusammen mit bestimmten terminologischen Mikrosystemen in die Wörterbücher aufgenommen und ergänzen diese. Bei manchen davon, insbesondere den allgemeinsten und fachlich unspezifischen (wie etwa Mann, Frau, Kinder, Ehepartner), kann man natürlich bezweifeln, ob sie in der Informatikterminografie erforderlich sind. Zugleich lässt sich auch die Gegenfrage stellen: Reichen die in den untersuchten Wörterbüchern vorhandenen Personenbezeichnungen aus? In diesen Wörterbüchern finden sich zahlreiche verschiedene Verben und ihre Abstrakta; aus Verben lässt sich gewöhnlich sehr leicht ein Wort bilden, das den Ausführenden einer Handlung bezeichnet (besonders mit den produktiven Suffixen -tojas, -ėjas). In einer bestimmten Situation sind solche Wörter möglich, aber nicht unbedingt erforderlich, um einen Fachbegriff zu benennen (also als Termini), z. B.: naujinti (engl. update) – naujintojas, formatuoti (engl. format) – formuotojas, tinkinti (engl. cus-
9 Es wird darauf hingewiesen, dass beispielsweise in Wörterbüchern der Wirtschafts- und Geschäftssprache umgangssprachliche und berufssprachliche Personenbezeichnungen etwa 20% der englischen und etwa 6% der russischen Personenbezeichnungen ausmachen (Trypфанова 2006: 8).
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tomize) – tinkintojas, įdiegti (engl. install) – įdiegėjas und so weiter. Einige Wörter sind selbst im Sprachgebrauch nicht zu finden, könnten bei Bedarf aber einen Fachbegriff bezeichnen, zum Beispiel kompiuterizuotojas. Ein ähnliches Wort, skaitmenintojas, ist bereits im Sprachgebrauch aufgekommen (in Bibliotheken und Museen gibt es so bezeichnete Stellen); daher könnte es in Informatikwörterbüchern mit gutem Grund neben dem dort verzeichneten Terminus skaitmeninimas stehen.
Natürlich gibt es Fälle, in denen der Begriff des Handlungsausführenden kein rein informatischer Begriff ist. So finden sich beispielsweise in einigen Informatikwörterbüchern die Termini spausdinimas (IŽ, ŠKPTŽ, AKTŽ) und maketavimas (IŽ, ALKTŽ), nicht aber spausdintojas und maketuotojas. Solche Termini sind zwar im Sprachgebrauch belegt (sie bezeichnen auch Berufe), doch wären sie wohl eher in Wörterbüchern der Druckindustrie am Platz. Es gibt durchaus Bezeichnungen für Akteure im Informatikkontext, die in Informatikwörterbüchern stehen sollten. So verzeichnen Wörterbücher beispielsweise žaidimas, kompiuterinis žaidimas (IŽ, AKTŽ) und piratavimas (ALKTŽ, EKŽ, AKTŽ), nicht aber die im Sprachgebrauch aktuellen Bezeichnungen žaidėjas, piratautojas (der Informatikkontext scheint gerade den lexikografisch nicht verzeichneten piratautoją vom Seeräuber pirato zu unterscheiden). Bisweilen zeigen sich Lücken in der Systematik. So führt das AKTŽ die erwähnten Neubildungen tinklaraštininkas, mikrotinklaraštininkas neben tinklaraštis, mikrotinklaraštis auf, während Audioblog (engl. audioblog) und vaizdo tinklaraštis (engl. video blog, vlog) nur einzeln aufgeführt werden. Garso tinklaraštis scheint wenig relevant zu sein, doch die Bedeutung von vaizdo tinklaraščių nimmt stetig zu; relevant ist auch vaizdo tinklaraštininkas (konkurriert mit videotinklaraštininku). Mit der Wurzel tinkl- werden heute zahlreiche unterschiedliche Neubildungen gebildet, manchmal nur situativ, zum Beispiel tinklažmogis, tinklinėtojas, tinkli šius (Girčienė 2011: 174), die für die Terminografie nicht benötigt werden.
Ergänzend sei gesagt, dass in den untersuchten Terminologiewörterbüchern Personenbezeichnungen nur in der maskulinen Form aufgeführt werden. Dies ist bereits eine nahezu gefestigte Tradition der Terminografie. Die absolute Mehrheit der Bezeichnungen (mit Ausnahme von Wörtern wie asmuo, moteris, vyras, vaikas) wird durch sogenannte mobile Substantive (substantiva mobilia) und ihre Verbindungen ausgedrückt, das heißt, sie haben oder können zumindest theoretisch entsprechende feminine Bezeichnungen haben. Diese können bei Bedarf in Fachtexten verwendet werden; die Wörterbuchnutzer sollen sie jedoch nach den allgemeinen Sprachregeln selbst bilden. Personenbezeichnungen, die aufgrund sozialer Rollen oder anderer Ursachen nur ein Geschlecht bezeichnen, sind generell selten (Džežulskienė 2001: 67). Heutzutage werden mitunter fehlende Gegenstücke ergänzt. So kann neben dem gewöhnlich maskulin verwendeten Wort licenciaras auch licenciarė verwendet werden.
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SCHLUSSFOLGERUNGEN
Obwohl bisweilen bezweifelt wird, ob Personenbezeichnungen terminologischen Charakter haben, werden sie in Terminologiewörterbücher aufgenommen, und dies sollte nicht als Mangel solcher Wörterbücher gelten. Vielmehr lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob in bestimmten Fachgebieten tatsächlich relevante Personenbezeichnungen zu Recht nicht in die Terminografie aufgenommen werden.
In Informatikwörterbüchern finden sich vergleichsweise viele Personenbezeichnungen. Ein Teil von ihnen bezeichnet nicht ausschließlich Begriffe aus dem Informatikkontext, sondern wurde offenbar wegen seiner Relevanz für das Fachgebiet oder seiner Beziehungen zu anderen Wörterbuchbegriffen sowie zu Übersetzungszwecken in diese Wörterbücher aufgenommen. Bei einigen kann man bezweifeln, ob sie in Informatikwörterbüchern erforderlich sind; zugleich zeigt sich jedoch, dass auch Bezeichnungen fehlen.
Personenbezeichnungen werden meist durch mobile Substantive ausgedrückt, die sowohl maskulines als auch feminines Genus haben können. Es hat sich jedoch die Tradition herausgebildet, nur verallgemeinerte maskuline Formen in Terminologiewörterbücher aufzunehmen.
Aus der Informatikterminografie geht hervor, dass die meisten Personenbezeichnungen des Fachgebiets suffixale Ableitungen sind. Litauische Ableitungen überwiegen, doch kommen auch hybride Bildungen vor. Am stärksten ausgeprägt sind die Modelle mit den Suffixen -tojas und -ėjas; etwas seltener sind Ableitungen mit dem Suffix -ininkas. Es gibt nur wenige Bildungen, die als Informatikneubildungen gelten könnten; die meisten sind terminologisiert oder transterminologisiert, das heißt, aus der Gemeinsprache übernommen oder aus anderen Fachgebieten entlehnt.
Personenbezeichnungen für Informatikbegriffe, die als Entlehnungen in die litauische Terminografie aufgenommen wurden, sind äußerst selten. Die meisten Entlehnungen werden auch in anderen Fachgebieten verwendet, sind also im Informatikkontext nicht einzigartig. Einige Entlehnungen gelten in der Terminografie als nicht empfehlenswert oder umgangssprachlich; man ist zurückhaltend, sie in die Gemeinsprache aufzunehmen. Insgesamt gibt es nicht viele Entlehnungen; litauische Ableitungen übertreffen sie zahlenmäßig um mindestens das Dreifache.
WICHTIGSTE QUELLEN
AKTŽ – Dagienė V., Jevsikova T. Erklärendes Wörterbuch der Computerfachterminologie, Vilnius: Institut für Mathematik und Informatik der Universität Vilnius, 2016.
ALKTŽ – Erklärendes englisch-litauisches Wörterbuch der Computerfachterminologie. Hrsg. A. Kirejevas, Kaunas: Smaltija, 1997.
ATTŽ – Erklärendes Wörterbuch der Telekommunikationsterminologie. Erstellt von V. Valiukėnas, R. Sabaliauskaitė, J. Gabijūnienė, Vilnius: Lietuvos telekomas, 2004.
EKŽ – Dagienė V., Grigas G., Jevsikova T. Enzyklopädisches Wörterbuch der Computerfachterminologie. 2., ergänzte Aufl., Vilnius: TEV, 2008.
IŽ – Informatik: Wörterbuch der Fachterminologie in den Sprachen Litauisch–Englisch–Russisch–Deutsch. Erstellt von Z. Kudirka, A. Mačernius, K. Paulauskas, J. Riabūnas, B. Stulpinas, D. Šveikauskienė, R. Valatkaitė, Vilnius: Institut für Mathematik und Informatik, 1997.
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LŽ – „Linux“-Glossar: ein kurzes Glossar der am häufigsten verwendeten englisch-litauischen Fachbegriffe. Hrsg. V. Žalkauskas, Kaunas: Verlag „Smaltijos“, 2004.
SKPTŽ – Žalkauskas V. Wörterbuch moderner Computerprogramme und Netzwerke, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlage, 2003.
LITERATUR UND ZUSÄTZLICHE QUELLEN
DLKŽ₇ – Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache. Chefredakteur S. Keinys, 7., überarb. und ergänzte Auflage, Vilnius: Institut für Litauische Sprache, 2012, elektronische Fassung, 2015 (aktualisierte Version, 2017). Im Internet verfügbar: http://lkiis.lki.lt/dabartinis.
Džežulskienė J. 2001: Asmenų pavadinimai, reiškiami veiksmažodiniais mobiliaisiais daiktavardžiais (substantiva mobilia). – Acta Linguistica Lithuanica 44, 55–69.
Gaivenis K. 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius: LKI leidykla.
Girčienė J. 2011: Naujažodžiai su dėmeniu (–)tinkl-. – Kalbos kultūra 84, 165–177.
Grigas G. 2007: Keletas panašių, bet skirtingas reikšmes turinčių žodžių porų kompiuterijoje. – Gimtoji kalba 2, 3–5.
Kniūkšta P. 1999: Ypatingesni kanceliarinės kalbos atvejai. – Kalbos kultūra 72, 16–28.
KTŽ 1990: Gaivenis K., Keinys S. Kalbotyros terminų žodynas, Kaunas: Šviesa.
Leksika 2005: Kalbos patarimai 4. Leksika: skolinių vartojimas. Autorė ir sudarytoja D. Mikulėnienė, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.
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MTŽ 2005: Kvašytė R. Mokomasis terminologijos žodynėlis, Šiauliai: VŠĮ Šiaulių universiteto leidykla.
Murmulaitytė D. 2016: Naujieji asmenų pavadinimai darbovės ir semantiniu aspektu. – Lietuvių kalba 10. Prieiga per internetą: http://www.lietuviukalba.lt/index.php/lietuviu-kalba/article/view/200.
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VLKK – Empfehlung Nr. 1 der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache vom 5. Juni 2003 „Zu litauischen Entsprechungen einiger Fremdwörter aus der Computertechnik“ (Inf. pran., 2003, Nr. 42).
VSŽ 2014: Pažūsis L., Maskaliūnienė N., Darbutaitė R., Klioštoraitytė R., Mankauskienė D., Miškinienė I., Paura M. Vertimo studijų žodynas, Vilnius: Lodvila.
Труфанова Н. О. 2006: Проблема номинации лиц в финансово-экономической терминологии (на материале русского и английского языков). Автореферат диссертации на соискание ученой степени кандидата филологических наук, Москва.
PERSONENBEZEICHNUNGEN IN WÖRTERBÜCHERN DER INFORMATIK
Die Terminologieforschung befasst sich mit verschiedenen Begriffen, doch Personenbezeichnungen gehören zu den Themen, die im Zusammenhang mit Terminologie nur selten erörtert werden. In den Arbeiten litauischer Terminologen wurde darauf hingewiesen, dass es grundsätzlich problematisch ist, Personenbezeichnungen der Terminologie zuzurechnen. In einigen Fachgebieten machen solche Bezeichnungen jedoch einen bedeutenden Teil der Terminologie aus. Es lässt sich vermuten, dass Systeme von Personenbezeichnungen in den Sozialwissenschaften stärker entwickelt sind. Der Artikel behandelt Personenbezeichnungen, die aus Wörterbüchern der Informatik zusammengestellt wurden. Es wird versucht festzustellen, welche Bezeichnungen in der Terminologie der Informatik erfasst sind, und ihre Form hinsichtlich Wortbildung und Herkunft zu untersuchen (bei Vergleichen mit anderen Fachgebieten werden Neuheit und Einzigartigkeit der Termini berücksichtigt). Die Untersuchung zeigt, dass die meisten in den Wörterbüchern der Informatik verzeichneten Personenbezeichnungen Suffixableitungen sind, obwohl nur sehr wenige davon Neologismen darstellen, die eigens für den Bezeichnungsbedarf der Infor-
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matik geschaffen wurden. Am häufigsten stammen die Ableitungen aus anderen Fachgebieten, d. h. sie wurden transterminologisiert. Ableitungen litauischen Ursprungs überwiegen, es finden sich aber auch hybride Bildungen. Entlehnungen, die Personen bezeichnen und in litauische terminologische Wörterbücher als Termini der Informatik aufgenommen wurden, sind ebenfalls recht selten. Die meisten Entlehnungen werden auch in anderen Fachgebieten verwendet, sind also im Kontext der Informatik nicht einzigartig. Für Übersetzungszwecke werden in Wörterbücher dieses Fachgebiets nicht nur Informatiktermini aufgenommen, sondern auch Wörter und Wendungen aus verschiedenen Software- und sonstigen computerbezogenen Kontexten. Daher sind nicht alle in solchen Wörterbüchern aufgeführten Personenbezeichnungen echte Informatiktermini. Die Notwendigkeit, einige eher allgemeine Bezeichnungen in Wörterbücher der Informatik aufzunehmen, erscheint höchst fraglich. Zugleich gibt es Personenbezeichnungen, die im Kontext der Informatik wichtig sind, aber nicht in solche Wörterbücher aufgenommen wurden; dies kann als deren Mangel angesehen werden.
Eingegangen am 04.06.2018
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