Asmenvardinių makroekonomikos terminų variantiškumas
Abstract
Straipsnyje nagrinėjami lietuviškuose makroekonomikos vadovėliuose vartojami sudėtiniai terminai, sudaryti su asmenvardžiais. Apžvelgus su tokių terminų vertinimu susijusius neaiškumus, asmenvardinio ir eponiminio termino santykį, siekiama atskleisti šiuose šaltiniuose vartojamų terminų variantiškumą. Kartu ryškėja kai kurios variantiškumo priežastys, asmenvardinių terminų vartojimo ypatumai.
Full text
doi.org/10.35321/term30-5
Variantenvielfalt makroökonomischer Termini mit Personennamen
Variation makroökonomischer Termini mit einem Personennamen
RAMUNĖ VASKELAITĖ
Litauisches Sprachinstitut
ORCID-ID: https://orcid.org/0000-0001-6063-9699
Z U S A M M E N F A S S U N G
Der Artikel untersucht zusammengesetzte Termini mit Personennamen, die in litauischen Makroökonomielehrbüchern verwendet werden. Nach einem Überblick über Unklarheiten bei der Bewertung solcher Termini und das Verhältnis zwischen personennamengebundenen und eponymischen Termini soll die Variantenvielfalt der in diesen Quellen verwendeten Termini aufgezeigt werden. Zugleich werden einige Ursachen dieser Variantenvielfalt sowie Besonderheiten des Gebrauchs personennamengebundener Termini sichtbar.
SCHLÜSSELWÖRTER: personennamengebundener Terminus, eponymischer Terminus, terminologische Variantenvielfalt.
Z U S A M M E N F A S S U N G
Der Artikel behandelt zusammengesetzte Termini, die in litauischen makroökonomischen Lehrbüchern verwendet und mit Personennamen gebildet werden. Er beleuchtet die Unsicherheiten bei der Bewertung solcher Termini und das Verhältnis zwischen einem mit einem Personennamen gebildeten Terminus und einem Eponym, und zielt darauf ab, die Variation der in diesen Quellen verwendeten Termini aufzuzeigen. Dabei werden einige Ursachen dieser Variation sowie Besonderheiten der Verwendung solcher Termini sichtbar.
STICHWÖRTER: Terminus mit einem Eigennamen, eponymischer Terminus, terminologische Variation.
EINLEITUNG
Zusammengesetzte Termini, die mit Personennamen gebildet werden, sind zwar in zahlreichen Fachgebieten verbreitet, wurden in litauischen terminologischen Arbeiten jedoch kaum untersucht. Bei der Erörterung verschiedener Fragen des Terminologiegebrauchs wird in einzelnen Arbeiten auch auf Termini wie Omo dėsnis oder Ohmo dėsnis, Tomsono efektas oder Thomsono efektas (Kaulakienė 2003: 113–114), Boilio ir Marioto hingewiesen.
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dėsnis, Diuaro indas, Simpsono formulė (Kaulakienė 2014: 60), Doperio greitis, Dekarto koordinatės, Ebšteino sindromas (Gaivenis 1994: 14), pateikiama viena kita pastaba dėl jų vartojimo, bet atskirai tokie terminai beveik nenagrinėjami. Kita vertus, lietuvių terminologijos darbuose dėl jų pateikiamos pastabos ar užsienio terminologijos darbuose plačiau plėtojamos diskusijos tokių terminų vartojimo klausimu rodo, kad su asmenvardžiais sudaryti terminai kelia įvairių neaiškumų ir prieštaravimų.
So werden solche Termini in mehreren Arbeiten litauischer Autorinnen und Autoren bei der Erörterung eponymischer Termini erwähnt, doch ihr Verhältnis zu diesen wird nicht völlig einheitlich bestimmt. Laimutė Kitkauskienė bezeichnet Termini, die mit einem Personennamen gebildet sind, ausdrücklich als Eponyme und erklärt, der Artikel folge der Auffassung, dass „ein Terminus, der in seiner Struktur einen Eigennamen – den Namen einer Person, einer Stadt, eines Dorfes, eines anderen geografischen Ortes, eines Landes oder eines Volkes beziehungsweise Stammes – enthält, als eponymisch zu bezeichnen ist“ (Kitkauskienė 2011: 48). Bei ihrer Untersuchung der Terminologie von Architektur, Kunst und Bauwesen behandelt L. Kitkauskienė demnach nicht nur einwortige, aus einem Personennamen gebildete Termini als Eponyme, etwa gobelenas (vgl. Gobelin), makadamas (vgl. McAdam) oder mauzoliejas (vgl. Mauzolo), sondern auch zusammengesetzte Termini, die einen Personennamen enthalten, wie Simmlerio baldai, Medici porcelianas ar Viktorijos stilius, die sich als mit einem Personennamen gebildet beschreiben lassen. Wie sich zeigen dürfte, betrachten sowohl die einen als auch die anderen auch Jurgita Mikelionienė als eponymische Termini, obwohl sie in ihrem Artikel nur die ersteren untersucht – also Bezeichnungen von Begriffen, die zu Gattungswörtern geworden sind und kleingeschrieben werden1. Sie untersucht diese als Ergebnis der Appellativierung (des Prozesses, bei dem ein Eigenname zu einem Gattungsnamen wird) und erwähnt, dass Eponyme in vollständig und teilweise appellativierte unterteilt werden; als Beispiele für eine teilweise Appellativierung führt sie zwei zusammengesetzte Termini an: Cezario pjūvis, Bertoleto druska (Mikelionienė 2017: 129). Demnach gelten auch zusammengesetzte Termini, in denen der Personenname nicht zu einem Gattungswort geworden ist, als Eponyme, werden jedoch hinsichtlich des Grades ihrer Appellativierung von den einwortigen unterschieden. Zweifel daran, ob solche Termini tatsächlich als eponymisch gelten, könnte allerdings die angeführte Definition eines eponymischen Terminus wecken – nämlich „Bezeichnungen von Begriffen, die aus einem Eigennamen gebildet sind“ (Mikelionienė 2017: 127). Die von L. Kitkauskienė gegebene Definition würde dagegen darauf hindeuten, dass es sich in erster Linie um Termini mit einem Eigennamen handelt
1 In J. Mikelionienės Artikel werden sie genauer in Termini unterteilt, die phonetisch an das System der litauischen Sprache angepasst sind (z. B.: koloradas, celsijus, siluetas, bernardinas), und Ableitungen (z. B.: spartakiada, bergsonizmas, jakobianas).
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gebildete Begriffsbezeichnungen – also Termini, die in ihrer Struktur einen Eigennamen enthalten. In einer Masterarbeit, in der ebenfalls eponymische Termini untersucht werden, wird hingegen deutlich zwischen den beiden unterschieden. Als Eponyme werden dort nur einwortige Begriffsbezeichnungen mit dem Status eines Gattungswortes behandelt, z. B.: fermis, mendelevis, kleveitas; zusammengesetzte Begriffsbezeichnungen, die in ihrer Struktur einen Eigennamen enthalten, werden dagegen als Eigennamen oder als Termini mit einem Eigennamen, nicht aber als Eponyme bezeichnet. So heißt es etwa: „Insgesamt wurden während der Untersuchung 247 litauische Termini aus dem Wörterbuch ausgewählt, davon 136 Eigennamen (d. h. mit einem Eigennamen, anders gesagt einem Onym, gebildete) und 111 Eponyme, d. h. solche, die aus einem Eigennamen gebildet sind <...>“ (Ulkyte 2016: 27). Dass man dazu neigt, nur Begriffsbezeichnungen, die nicht mehr den Status eines Eigennamens besitzen, als eponymisch zu betrachten, zeigt auch der Titel dieser Masterarbeit: Eigennamen und Eponyme in der chemischen Terminologie. In terminologischen Arbeiten, die in anderen Sprachen veröffentlicht wurden, richtet sich die Aufmerksamkeit hingegen vor allem auf Begriffsbezeichnungen, die Eigennamen enthalten, insbesondere wenn über eponymische medizinische Termini diskutiert wird (z. B.: Duque–Parra et al. 2006; Becker et al. 2021; Dyda, Pronińska 2021). Andere Arbeiten zeigen jedoch, dass der Begriff des eponymischen Terminus sowohl solche Begriffsbezeichnungen als auch solche umfasst, die den Status eines Eigennamens verloren haben und zu Gattungswörtern geworden sind (z. B.: Cappuzzo 2008; Kucharz 2020).
Aus diesen Arbeiten sowie aus den von litauischen Terminologinnen und Terminologen vorgebrachten Anmerkungen wird eine weitere Unklarheit oder ein Widerspruch im Zusammenhang mit Termini, die Personennamen enthalten, deutlich: die Frage ihres terminologischen Werts. So erwähnte Kazimieras Gaivenis in seinem 1994 veröffentlichten Artikel „Die Anwendung internationaler Terminologieprinzipien auf unsere Terminologie“ als positive Eigenschaft von Termini, die aus den Familiennamen von Wissenschaftlern, Entdeckern oder Erfindern gebildet sind, die Würdigung von Personen, die sich um die Wissenschaft verdient gemacht haben, nannte aber zugleich einen Nachteil: Diese Termini seien nicht hinreichend motiviert (Gaivenis 1994: 14). Über den terminologischen Wert solcher Termini wird in der ausländischen terminologischen Fachliteratur viel diskutiert; dort werden sie ausführlich als Eponyme behandelt, wobei insbesondere ihre Akzeptabilität in der medizinischen Terminologie erörtert wird. Als Vorteile solcher Termini werden die Ehrung verdienter Persönlichkeiten, ihr historischer und kultureller Wert, ihre Kürze und Zweckmäßigkeit sowie die Erleichterung der Kommunikation und Ähnliches angeführt (z. B.: Whitworth 2007; Cappuzzo 2008). Als Nachteile gelten hingegen ihre Ungenauigkeit, Mehrdeutigkeit und mangelnde Aussagekraft sowie auch die Erschwerung der Kommunikation (z. B.: Duque–Parra et al. 2006; Woywodt, Matteson 2007; Cappuzzo 2008; Kucharz 2020; Kevlian et al. 2023).
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Widersprüche spiegeln sich auch in der Terminologiearbeit wider. Auf Widersprüche in der internationalen Terminologiearbeit hat K. Gaivenis hingewiesen, als er in dem soeben erwähnten Artikel Schwierigkeiten erörterte, die sich bei dem Versuch ergeben, die Grundsätze der internationalen Terminologiearbeit auf die litauische Terminologie anzuwenden. Als eine dieser Schwierigkeiten nannte er die Widersprüchlichkeit der Empfehlungen internationaler Regelwerke zur Verwendung von Termini, die aus den Familiennamen von Wissenschaftlern, Entdeckern oder Erfindern gebildet sind: Im internationalen Regelwerk der anatomischen Nomenklatur ist ihre Verwendung untersagt, im internationalen Regelwerk der zoologischen Nomenklatur eingeschränkt, während sie in der technischen Terminologie uneingeschränkt zulässig ist (Gaivenis 1994: 217). Zugleich wurde festgestellt, dass solche Termini auch in einigen litauischen Terminologiewörterbüchern vermieden werden. Genannt wurde das Medizinische Terminologiewörterbuch, in dem sie fast alle durch andere Termini ersetzt wurden.
Andere terminografische Quellen zeigen jedoch, dass Termini mit Personennamen durchaus in Wörterbücher aufgenommen werden, beispielsweise in das Erklärende Wörterbuch der chemischen Termini (Daukšas ir kt. 2003), das mehrsprachige Wörterbuch der physikalischen Termini (Palenskis ir kt. 2007), das Erklärende Wörterbuch der geographischen Termini (Kavaliauskas ir kt. 2021) sowie in großer Zahl auch in das Erklärende englisch-litauische Wörterbuch der Wirtschaft (AEKŽ 2006). Besonders zahlreich sind solche Termini in Wörterbüchern eponymischer Termini (z. B. Firkin, Whithworth 2001; Barankin ir kt. 2004), von denen eines, Eponyme der Traumatologie und Orthopädie: Symptome und Syndrome (Kasradze, Kasradze 2015), auch auf Litauisch erschienen ist. Aus den in terminologischen Arbeiten enthaltenen Anmerkungen lässt sich ebenfalls schließen, dass solche Termini weit verbreitet sind. Bereits 1994 erklärte K. Gaivenis, sie seien in allen Wissenschaftsbereichen zahlreich, besonders in der Terminologie der Medizin, Technik, Physik und Mathematik (Gaivenis 1994: 14). Beispiele für Termini, die aus dem Familiennamen eines Wissenschaftlers oder Erfinders gebildet sind, führt auch Angelė Kaulakienė in ihrer Untersuchung physikalischer Termini an (z. B. Kaulakienė 2014: 60). J. Mikelionienė wiederum weist bei ihrer Betrachtung der einsilbigen eponymischen Termini, die in das 2013 erschienene Wörterbuch internationaler Termini aufgenommen wurden, darauf hin, dass dieses Wörterbuch nur wenige zusammengesetzte Termini wie Kaiserschnitt oder Berthollet-Salz enthält, diese aber im tatsächlichen Sprachgebrauch sehr häufig vorkommen (Mikelionienė 2017: 129).
Die durch ein Protokollbeschluss der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache vom 20. Dezember 2007 aktualisierten Allgemeinen Anforderungen an die Erstellung von Terminologiewörterbüchern zeigen, dass man mittlerweile offenbar dazu neigt, solche Termini in der Terminologiearbeit deutlicher zu legitimieren. Zwar wird hier nicht ausdrücklich formuliert, dass sie verwendet werden sollen; in Punkt 29 dieses Dokuments, das die Erstellung von Terminologiewörterbüchern regelt, heißt es jedoch: „[V]orrangig sind die ursprünglichen Formen der Eigennamen zu verwenden, die als Terminusbestandteile fungieren (mit Ausnahme traditioneller Fälle). Termini mit
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adaptuotomis formomis pateikiami nuorodiniais straipsniais“ (TŽR 2007). Išeitų, kad su tikriniais žodžiais, taigi ir asmenvardžiais, sudaryti terminai laikomi sudedamąja terminų žodynų (vadinasi, ir terminijos) dalimi. Beje, jų jau minima ir naujajame lietuvių kalbos rašybos taisyklių sąvade – 2022 m. išėjusiame leidinyje Lietuvių kalbos rašyba: taisyklės, komentarai, patarimai (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 137–138), tiesa, pirmenybę teikiant ne originalioms formoms. Tiksliau, aptariant įvairių pavadinimų rašymą, čia aptariamas ir terminų rašymas, o jį aptariant suformuluojama, kad kitų kalbų asmenvardžiai ir vietovardžiai paprastai transkribuojami, pvz.: Omo dėsnis, Stjudento skirstinys, Brauno procesas, Bugero ir Vėberio dėsnis, Džaulio dėsnis, Kocho mėginys, Elžbietos stilius, Eustachijaus vamzdis, Tyzenhauzo kilimai (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 137–138). Palyginti su Terminų žodynų rengimo bendraisiais reikalavimais, lyg ir susidarytų dar vienas su asmenvardiniais terminais susijęs prieštaravimas, tačiau, žinoma, tie reikalavimai orientuoti į specialiąsias bendrinės kalbos vartojimo sritis, o kalbamasis rašybos taisyklių sąvadas – pirmiausia į bendrąją vartoseną.
Wie sich zeigt, gibt es zahlreiche Widersprüche und Unklarheiten im Zusammenhang mit zusammengesetzten Termini, die einen Personennamen enthalten. Abgesehen von der bereits erwähnten Masterarbeit und einigen Artikeln, in denen solche Termini als Eponyme betrachtet wurden, werden sie von litauischen Terminologen jedoch möglicherweise wegen ihres fraglichen terminologischen Werts kaum untersucht, obwohl den Personennamen selbst in Arbeiten aus verschiedenen Teildisziplinen der Sprachwissenschaft große Aufmerksamkeit gewidmet wird (z. B. Kniūkšta 2004; Ambrazas 2008; Baltrušaitienė 2009; Gudelienė 2016). Wie sich zeigt, wäre es durchaus relevant, verschiedene Aspekte der Benennungen von Begriffen zu untersuchen, die mit Personennamen gebildet sind, etwa ihre Verbreitung, strukturelle oder semantische Merkmale, Synonymie und Variabilität.
In dieser Arbeit werden solche Termini unter dem Aspekt ihrer Variabilität betrachtet. Für die Untersuchung wurde die Terminologie der Makroökonomie ausgewählt, eines der beiden Teilgebiete der Wirtschaftstheorie. Das Ziel der Arbeit ist somit, Tendenzen der Variabilität von Termini mit Personennamen in der makroökonomischen Terminologie zu untersuchen. Als Quellen dieser Terminologie dienen acht zufällig ausgewählte Makroökonomielehrbücher für Hochschulen2, die den Zeitraum
2 Die Lehrbücher tragen überwiegend den Titel Makroökonomie. Ein Makroökonomiekurs kann jedoch nicht nur in einem eigenständigen Makroökonomielehrbuch vermittelt werden, sondern auch in einem Lehrbuch der Wirtschaftstheorie, das in Makroökonomie und Mikroökonomie unterteilt ist. Als Quellen wurden daher auch zwei Lehrbücher der Wirtschaftstheorie herangezogen (Andr, Jak), und zwar deren Abschnitte zur Makroökonomie. Alle untersuchten Quellen wurden auf Litauisch verfasst; nur eine davon ist eine Übersetzung (W).
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Sie decken den Zeitraum 1994–2017 ab (sie sind im Quellenverzeichnis aufgeführt und werden im Text bei der Angabe von Beispielen mit den in terminologischen Arbeiten üblichen Abkürzungen bezeichnet). Die Aufgaben der Arbeit bestehen darin, aus diesen Quellen die mit Personennamen gebildeten Termini zu exzerpieren, ihre Varianten zu ermitteln, diese Varianten im Hinblick auf die Typologie der Terminusvarianten zu bewerten und die wichtigsten für diese Termini charakteristischen Variabilitätsmerkmale herauszuarbeiten. Bei der Untersuchung ihrer Variabilität sollten zugleich auch einige der dafür charakteristischen Ursachen erkennbar werden.
Vor der Analyse muss jedoch noch die Terminusfrage geklärt werden, denn bereits die Erörterung der Unklarheiten im Zusammenhang mit personenbezogenen Termini hat gezeigt, dass auch die Terminologie für das hier untersuchte Phänomen recht uneinheitlich ist. In diesem Artikel werden nur solche Termini untersucht, deren Bestandteil ein Personenname (oder mehrere Personennamen) ist, der beziehungsweise die den Status eines Eigennamens bewahrt hat beziehungsweise haben und großgeschrieben wird beziehungsweise werden. Bei der Untersuchung solcher Termini als Eponyme könnte man sie von anderen eponymischen Termini – einwortigen Begriffsbezeichnungen, in denen ein Eigenname zu einem Gattungsnamen geworden ist – anhand der Terminusstruktur unterscheiden und als zusammengesetzte eponymische Termini bezeichnen (vgl. Kitkauskienė 2011). In diesem Artikel werden Termini mit Personennamen jedoch nicht unter dem Aspekt der Eponymie betrachtet. Zudem würde die Bezeichnung zusammengesetzte eponymische Termini keine Unterscheidung zwischen Termini ermöglichen, die mit Personennamen gebildet sind, und solchen, die andere Eigennamen enthalten. Unter Heranziehung der in der Onomastik üblichen Einteilung der Eigennamen könnte man sie als anthroponymische Termini bezeichnen und so Termini mit Personennamen von Termini unterscheiden, die mit Namen anderer Lebewesen (Mythonymen, Zoonymen) oder unbelebter Objekte (z. B. Toponymen) gebildet sind. In der Terminologie scheint sich jedoch eine andere Benennungstradition herauszubilden. So hat A. Kaulakienė in mehreren Arbeiten Termini, die aus den Familiennamen von Wissenschaftlern oder Erfindern gebildet sind, als Familiennamen-Termini bezeichnet (z. B. Kaulakienė 2014: 60). Termini werden allerdings nicht nur mit Familiennamen, sondern auch mit Vornamen gebildet, etwa Viktoria-Stil oder Napoleon-Stil. Daher eignet sich der von K. Gaivenis verwendete Terminus personenbezogene Termini besser für ihre Erörterung. Aus einer Anmerkung von K. Gaivenis lässt sich allerdings schließen3, dass er als personenbezogene Termini nicht nur zusammengesetzte Termini mit einem Personennamen bezeichnete,
3 K. Gaivenis zufolge gibt es im Litauischen zwei Arten personenbezogener Termini: einwortige (džaulis, kelvinas, rentgenas, voltas u. a.) und zusammengesetzte (Archimedo dėsnis, Adisono liga, Ebšteino sindromas u. a.). Erwähnt werden außerdem die in der russischen Terminologie verbreiteten personenbezogenen Termini mit Adjektiv, etwa markovskij proces. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass solche Termini im Litauischen vermieden werden sollten, da sie als nicht normgerecht gelten würden (Gaivenis 1994: 14).
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sondern auch einwortige, aus Personennamen abgeleitete Termini, z. B.: Džaulis, Kelvin, Ohm, Röntgen. Falls es erforderlich ist, zwischen ihnen zu unterscheiden, könnten die Bezeichnungen einwortige personennamenbasierte Termini und zusammengesetzte personennamenbasierte Termini verwendet werden; in diesem Artikel werden jedoch nur Letztere behandelt, und in einem solchen Kontext genügt die Bezeichnung personennamenbasierte Termini vollkommen.
Wie auch aus der erwähnten neuen Ausgabe des litauischen Rechtschreibwörterbuchs hervorgeht, gelten als Personennamen üblicherweise Eigennamen, mit denen Personen bezeichnet werden; sie werden weiter in offizielle Personennamen (Vor- und Familiennamen) und inoffizielle Personennamen (Spitznamen, Pseudonyme usw.) unterteilt (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 101). In den Makroökonomielehrbüchern fanden sich nur zusammengesetzte Termini, die mit offiziellen Personennamen gebildet wurden. Somit umfasst auch die hier verwendete Bezeichnung personennamenbasierte Termini nur mit solchen Namen gebildete Termini, von denen, wie sich zeigen wird, der größte Teil aus Termini besteht, die mit einem Familiennamen (oder mehreren Familiennamen) gebildet wurden. Vorab lässt sich außerdem sagen, dass alle in den Makroökonomielehrbüchern gefundenen personennamenbasierten Termini ausschließlich mit nichtlitauischen (adaptierten oder nicht adaptierten) Personennamen gebildet sind. Daher umfasst die hier verwendete Bezeichnung personennamenbasierte Termini nur solche Termini, und der Personenname wird auch als Fremdname bezeichnet.
1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUR VARIANTENBILDUNG UND TYPOLOGIE DER VARIANTEN
Bei der Durchsicht von 8 Makroökonomielehrbüchern für Hochschulen wurden zusammengesetzte personennamenbasierte Termini erfasst, die, wie soeben erwähnt, in diesem Artikel kurz als personennamenbasierte Termini bezeichnet werden. Dabei zeigt sich, dass sie in den Quellen uneinheitlich verwendet werden. In den 1997 erschienenen Makroökonomikos pagrinduose finden sich nur 5 solcher Termini: Filipso kreivė Dril 48, Laferio kreivė Dril 142, Sėjaus dėsnis Dril 72, Fišerio lygtis Dril 46 und Keinso ekonominė teorija Dril 73. Auch im 1994 erschienenen übersetzten Lehrbuch sind es nicht viele – 15: Filipso kreivė W 248, Sėjaus dėsnis W 170, Grėsėmo dėsnis W 44, Okun’o dėsnis W 118 (und Okuno dėsnis W 406), Malthus’o problema W 315 (und Maltuso problema W 402), Pigou efektas W 170, Barro teorija W 336, Gramm-Rudman aktas W 194, 197, Humphrey-Hawkins’o įstatymas W 266 usw. Darüber hinaus sind einige personennamenbasierte Termini nur in das am Ende dieses Lehrbuchs enthaltene Specialiųjų terminų žodyną aufgenommen, werden aber im Text nicht verwendet: Engelo taisyklės W 395, Fišerio lygtis W 396, Lorenso kreivė W 402, Keinso ekonominė teorija W 399. Im von einem Autorenteam verfassten Lehrbuch der Universität Vilnius, dem neuesten der gesichteten Makroökonomielehrbücher (erschienen
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2017), wurden dagegen 42 mit einem oder mehreren Personennamen gebildete Termini verwendet; in Remigijus Čiegis’ 2013 erschienenem Werk Makroekonomikoje sind es sogar 62.
Auf dieser Grundlage ließe sich leicht die Annahme treffen, dass sich personennamenbasierte Termini zunehmend verbreiten. Zwei Umstände sprechen jedoch dafür, diese Annahme sogleich zu präzisieren. Erstens wurden solche Termini bereits im 2006 erschienenen Lehrbuch der Universität Vilnius recht häufig verwendet (es bildete die Grundlage für das Lehrbuch von 2017), ebenso wie in der 2008 erschienenen Makroekonomikoje der Technischen Universität Kaunas: 38 bzw. 43 Termini. Im makroökonomischen Teil der 2016 erschienenen Ekonomikos teorijos werden dagegen nur 7 personennamenbasierte Termini verwendet, obwohl auch dieses Lehrbuch zu den neuesten für die Analyse ausgewählten gehört. Dies zeigt, dass die Zahl personennamenbasierter Termini in Lehrbüchern unter anderem auch damit zusammenhängen kann, ob die Autoren diese Termini verwenden oder vermeiden. Außerdem unterscheiden sich die Makroökonomielehrbücher in ihrem Umfang. So umfasst das Lehrbuch, in dem lediglich 5 personennamenbasierte Termini vorkommen, 12,75 Druckbogen, während das 2008 erschienene Lehrbuch, in dem 43 personennamenbasierte Termini verwendet wurden, sogar 40 Druckbogen umfasst.
Ohne die Ursachen für die unterschiedliche Verbreitung personennamenbasierter Termini vorerst näher zu erörtern, ist noch darauf hinzuweisen, dass es Termini gibt, die nur in einem einzigen Lehrbuch verwendet werden. Wird ein solcher nur in einem Lehrbuch vorkommender Terminus dort zudem nur ein einziges Mal verwendet, wie etwa Engelo taisyklės W 395, Kuhno teorija Sn 60, Popero teorija Sn 60, Valraso dėsnis Sn 370, Trifino paradoksas Čieg 263, Beveridže’o kreivė Č 155, Hume’o mechanizmas Čieg 263, Oliverio-Tanzi poveikis Sn 452 oder Humphrey-Hawkins’o įstatymas W 266, kann er verständlicherweise keine Varianten aufweisen. Werden solche Termini jedoch mehrfach verwendet, treten Varianten auf der Ebene eines einzelnen Lehrbuchs nur selten auf. So steht im Lehrbuch von 1994 Okun’o dėsnis W 118, im am Ende dieses Lehrbuchs enthaltenen Specialiųjų terminų žodyne – Okuno dėsnis W 406; im Text steht Laffer’io kreivė W 200, im Wörterbuch Lafero kreivė W 401; ferner Malthus’o problema W 315 und Maltuso problema W 402.
Wird ein Terminus jedoch in mehr als einem Lehrbuch verwendet, weist er gewöhnlich Varianten auf, z. B.: Solow likutis Čieg 367 und Solou likutis Sn 508; Pigou efektas Čieg 79, W 170 und Pigu efektas Sn 271; Juglaro ciklai Gav 269, Sk 143 und Žugliaro ciklai Čieg 174, Sn 374; Filipso kreivė Andr 277, Dril 48, Gav 244, Jak 236, Sk 177, Sn 438, W 248 und Phillipso kreivė Č 176; Sėjaus dėsnis Dril 72, Sn 48, W 170 und Say’aus dėsnis Č 26; Okuno dėsnis Andr 259, Čieg 127, Gav 209, Sk 154, Sn 404, Okun’o dėsnis W 118 und Oukeno dėsnis Jak 242; Greshamo dėsnis Sk 199, Grešamo dėsnis Gav 118, Sn 208 und Grešemo dėsnis W 44; Lorenzo kreivė Čieg 67, Lorenso kreivė W 402 und
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Lorenz-Kurve Sn 567; Mundell-Fleming-Modell Sk 265, Mandel-Fleming-Modell Sn 489, Mundell- und Fleming-Modell Gav 286. Als nur in einigen Lehrbüchern verwendete, aber keine Variantenreihe bildende Termini lassen sich lediglich Havelmo-Theorem Čieg 168, Sn 182, Wagnersches Gesetz Sk 83, Sn 174 nennen sowie die nur in wenigen Lehrbüchern vorkommenden Termini Malthus-Falle Andr 303, Jak 247, Fisher-Hypothese Andr 277, Jak 234, Okun-Koeffizient Gav 209, obwohl andere mit Personennamen gebildete Termini Malthus, Fisher oder Okun, wie sich zeigen wird, Varianten aufweisen. Somit tritt die Variabilität der Personennamen-Termini in den analysierten Quellen hauptsächlich auf der Ebene zwischen den Texten hervor.
In den vergleichsweise zahlreichen Untersuchungen zur Variabilität in der litauischen Terminologie werden als Terminvarianten üblicherweise Termini gleicher Bedeutung, aber unterschiedlicher Ausdrucksform oder unterschiedliche Gestalten eines Terminus verstanden (vgl. Mitkevičienė 2004: 124; Zemlevičiūtė 2012: 106)4; Varianten werden dabei üblicherweise in bestimmte Typen eingeteilt. Behandelt werden orthografische Varianten (Zemlevičiūtė 2011, 2018), die auch Schreibvarianten genannt werden (Zemlevičiūtė 2012; Drukteinis 2015), phonetische Varianten (Zemlevičiūtė 2003: 94–95; 2009: 177), morphologische Varianten (Stunžinas 2008; Zemlevičiūtė 2012) und weitere. Asta Mitkevičienė (2004), die ein umfassendes Varianteninventar vorlegt, führt folgende Typen auf: phonetische und orthografische Varianten, morphologische Varianten, syntaktische Varianten und Arbeitsvarianten. Morphologische Varianten werden weiter in Varianten des Numerus, des Genus und andere unterteilt; als eigene Untergruppe morphologischer Varianten werden außerdem Varianten der Flexionsendungen und Ausgänge ausgewiesen, formula und formulė, idilė und idilija, oblis und oblius, turėklas und turėklius, krumplys und krumplis (Mitkevičienė 2004: 133–135; Stunžinas 2008: 124; Zemlevičiūtė 2012: 114). Bei der Erörterung von Varianten der Flexionsendungen und Ausgänge werden auch Varianten dazugezählt, die durch eine unterschiedliche morphologische Integration von Lehnwörtern entstehen, zum Beispiel psichologinė analizė und psichologinis analizas, epas und eposas (Mitkevičienė 2004: 134). Zugleich stellen Variabilitätsforscher fest, dass Termini sich häufig nicht nur in einem, sondern in mehreren Variabilitätsmerkmalen unterscheiden; unter diesem Gesichtspunkt werden sie in reine und gemischte Varianten eingeteilt (Mitkevičienė 2004: 139–140; Zemlevičiūtė 2012). Bei der Klassifizierung und Erörterung von Varianten werden Personennamen-Termini jedoch nicht berücksichtigt, sodass auch die Typologie der Variabilität auf sie keine Anwendung findet. Der Versuch, sie auf solche Termini anzuwenden, wirft zudem gewisse Unklarheiten auf.
4 So verstandene Varianten werden in litauischen terminologischen Arbeiten von unterschiedlichen Termini – Synonymen – unterschieden, die denselben Begriff bezeichnen (vgl. Mitkevičienė 2004; Vaskelaitė 2022a: 90–93).
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A. Kaulakienė führt beispielsweise unter den variierenden Termini in Physiklehrbüchern auch einige auf, die mit Personennamen gebildet sind, etwa Džioulio dėsnis, Joulio dėsnis und Džaulio dėsnis, Crookso tamsus tarpas und Krukso tamsus tarpas, Tomsono efektas und Thomsono efektas, Leclanché elementas und Leklanšės elementas, Peltier’o efektas und Peltjė efektas; sie erklärt, dass sich diese Termini, die einen beträchtlichen Teil der Varianten im physikalischen Fachwortschatz ausmachen, in der Schreibweise der Wissenschaftlernamen unterscheiden (Kaulakienė 2003: 113–114). Aus den Beispielen geht jedoch hervor, dass einige von ihnen, etwa Peltier’o efektas und Peltjė efektas, Leclanché elementas und Leklanšės elementas, sich nicht nur in der Schreibweise, sondern auch in Flexionsendungen oder Ausgängen unterscheiden. Aus der Perspektive der üblichen Variabilitätstypologie wären sie daher wohl nicht nur als Schreibvarianten, sondern auch als morphologische – Flexionsendungs- und Ausgangsvarianten – einzustufen, also als gemischte Varianten. Darauf weisen auch Arbeiten hin, die Schreibnormen festlegen: Bei der Erörterung der Schreibweise fremder Namen behandeln sie nicht nur unterschiedliche Schreibweisen eines nichtlitauischen Personennamens (z. B. Debussy und Debiusi), sondern auch dessen Anpassung an das morphologische System des Litauischen, d. h. das Anfügen einer litauischen Flexionsendung (LKRS 1992: 81–88; VLKK 1997, 2016), das mitunter als morphologische Adaptation bezeichnet wird (z. B. Pažūsis 2014: 71–135), andernorts als Grammatikalisierung des Personennamens (z. B. VLKK 2016; Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 179). Andererseits werden sowohl unterschiedliche Schreibweisen nichtlitauischer Personennamen als auch die morphologische Adaptation (Grammatikalisierung) und deren Verfahren in Arbeiten behandelt, die Rechtschreibregeln festlegen; dies deutet auf einen engen Zusammenhang zwischen der Schreibweise nichtlitauischer Personennamen und ihrer morphologischen Adaptation hin.
Darüber hinaus betreffen einige der in normativen Arbeiten mit heutigen Rechtschreibregeln vorgesehenen Verfahren zur Grammatikalisierung lediglich die unterschiedliche Verwendung des Apostrophs. Genauer gesagt sehen sie als Varianten die Schreibung der Flexionsendung nach einem Apostroph (z. B. Lennon’as, Brunner’is) und ihre direkte Anfügung an den Ausgang des fremden Namens vor (z. B. Lennonas, Brunneris) (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 201–202). In der Arbeit zu Rechtschreibregeln wird der Apostroph erörtert und als grafisches Zeichen bezeichnet (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 19). Dies wirft die Frage auf, inwieweit sich Personennamen-Termini, die sich nur durch ein grafisches Zeichen unterscheiden, beispielsweise Okun’o dėsnis und Okuno dėsnis, als Flexionsendungsvarianten, also als morphologische Varianten, oder als Schreibvarianten gelten lassen. Der Apostroph wurde und wird jedoch auch in Fällen gesetzt, in denen ein nichtlitauischer Eigenname auf einen stummen Vokal oder Konsonanten endet, etwa Larousse’as (ausgesprochen Larusas), Chateaubriand’as (ausgesprochen Šatobrijanas) (LKRS 1992: 88–89); so wurde er auch in der Zwischenkriegszeit verwendet (Baltrušaitienė 2009: 15–20). Folglich wäre der Apostroph in diesem Fall auch ein Zeichen, das bestimmte Aussprachbesonderheiten anzeigt.
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In diesem Fall wäre der Apostroph also auch ein Zeichen, das bestimmte Aussprachbesonderheiten anzeigt; auch solche Verwendungsfälle eines Terminus, in denen der Personenname einmal als Chateaubriand’as, ein anderes Mal als Chateaubriandas geschrieben wird, lassen sich nur schwer als bloße Schreib- oder Flexionsendungsvarianten ansehen – sie weisen auch auf Ausspracheunterschiede hin. Somit hängen die Schreibung nichtlitauischer Personennamen und ihre morphologische Adaptation eng mit der phonetischen Ebene zusammen.
Selbst Fälle, in denen die Flexionsendung oder der Ausgang eines Personennamens gleich ist, der Name selbst aber unterschiedlich geschrieben wird, lassen sich nur schwer als reine Schreib-, d. h. orthografische Varianten betrachten. Als ausschließlich auf Unterschiede der Schriftzeichen bezogen ließe sich lediglich die Transliteration bewerten, die bei der Erörterung der Schreibung fremder Namen erwähnt wird: „die buchstabengetreue Übertragung von Personennamen (Ortsnamen), die in Schriftzeichen eines nichtlateinischen Schriftsystems geschrieben sind, in litauische Schriftzeichen (oder eine möglichst genaue Wiedergabe anderer Schriftzeichen)“ (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 180), auch Transliterierung oder Umschrift genannt (TI 1990; Pažūsis 2014: 52; Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 182). In der litauischen Sprache werden mit lateinischen Schriftzeichen geschriebene Personennamen hingegen nur nach ihrer ungefähren Aussprache mit litauischen Schriftzeichen wiedergegeben – sie werden transkribiert (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 180)5. Daraus folgt, dass zwischen einem in der Originalsprache geschriebenen und einem nach der ungefähren Aussprache mit litauischen Schriftzeichen wiedergegebenen Personennamen nicht nur grafische, sondern auch phonetische Unterschiede bestehen können. In Lionginas Pažūsis’ Werk Kalba ir vertimas werden grafische und phonetische Adaptation erwähnt (Pažūsis 2014: 51–71). Untersuchungen zur Variabilität nicht aus Personennamen gebildeter Termini zeigen jedoch ebenfalls, dass es schwierig ist, eine Grenze zwischen Schreib- und phonetischen Varianten zu ziehen, denn laut Asta Mitkevičienė „spiegeln sich phonetische Unterschiede meist in der Schreibweise wider“ (Mitkevičienė 2004: 125). Daher werden Schreib- und phonetische Varianten zwar als zwei getrennte Gruppen von Terminvarianten unterschieden, aber häufig gemeinsam behandelt; in dieser Gruppe werden auch Varianten genannt, die mit der phonetischen Adaptation eines Fremdworts verbunden sind, wie etwa impresionizmas und impresionizmas, minnezingė-rių lyrika und minesingerių lyrika (Mitkevičienė 2004: 125–133; Zemlevičiūtė 2009: 161–162).
Somit zeigen die hier angesprochenen Aspekte des Gebrauchs nichtlitauischer Personennamen im Litauischen, wie sie in normativen Arbeiten vorgesehen sind, den engen Zusammenhang zwischen den orthografischen, phonetischen und morphologischen Ebenen sowie die Schwierigkeit, eine klare oder strikte Grenze zwischen ihnen zu ziehen. Die analysierten Quellen machen zudem deutlich, dass bei mit Personennamen gebildeten Termini
5 „Die Transkription eines Personennamens (Ortsnamens) ist die Wiedergabe eines Personennamens (Ortsnamens) aus einer anderen Sprache nach seiner ungefähren Aussprache mit litauischen Schriftzeichen“ (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 180).
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Bei den gebildeten Termini sind häufig sowohl Endungs- oder Auslautvarianten als auch Varianten in der Schreibung des Personennamens, also orthografische Varianten, sowie phonetische Unterschiede festzustellen. Die meisten auf der Grundlage der Makroökonomielehrbücher ermittelten Variantenreihen lassen sich somit dem Typ der gemischten Variation zuordnen. Das auffälligste Variationsmerkmal in diesen Quellen ist jedoch die uneinheitliche Schreibweise des in den Terminus eingehenden Personennamens, die, wie bereits erörtert, eng mit phonetischen Unterschieden zusammenhängt. Die Analyse der in Makroökonomielehrbüchern hervortretenden Variation bei Termini mit Personennamen beginnt daher mit der Erörterung dieser Variation.
2. U N E I N H E I T L I C H E S C H R E I B W E I S E
In der Einleitung dieses Artikels wurde erwähnt, dass die 2007 verabschiedeten Allgemeinen Anforderungen an die Erstellung von Terminologiewörterbüchern vorsehen, dass Eigennamen, die als Bestandteile eines Terminus dienen, also auch Personennamen, in ihrer Originalform geschrieben werden. Das 2006 erschienene Erklärende Wörterbuch englisch-litauischer Wirtschaftsterminologie zeigt jedoch beispielsweise, dass dieses Prinzip der Schreibung von Termini mit Personennamen in der Terminografie bereits früher angewandt wurde; unter seinen Übersetzern, Redakteuren und Beratern ist auch das Terminologiezentrum des Instituts für Litauische Sprache aufgeführt. Die nichtlitauischen Personennamen, die als Bestandteile der darin aufgeführten Termini dienen, werden in der Originalform geschrieben, z. B.: Laffero-Kurve, Lucas-Kritik, Herfindahl-Index, Marshallsche Nachfragekurve, Prais-Winsten-Transformation, Lewis-Fei-Ranis-Modell, Heckscher-Ohlin-Theorie des internationalen Handels (AEKŽ 2006). In einem anderen, nicht übersetzten Wirtschaftsterminologiewörterbuch hingegen sind Termini mit transkribierten, d. h. anhand einer ungefähren Aussprache mit litauischen Schriftzeichen wiedergegebenen, Personennamen aufgeführt, z. B.: Philips-Kurve, Fisher-Gleichung, Lorenz-Kurve, Greshamsches Gesetz, Saysches Gesetz, Coase-Theorem, Ricardo-Äquivalenz, Heckscher-Ohlin-Modell (Vainienė 2008).
Ob bei der Erstellung von Makroökonomielehrbüchern die Terminologiewörterbücher des jeweiligen Fachgebiets herangezogen werden, müsste in einer gesonderten Untersuchung geklärt werden. Die für diese Untersuchung ausgewählten Quellen zeigen jedoch, dass auch in ihnen die Tendenz überwiegt, Personennamen, die Bestandteile von Termini sind, in der Originalform zu schreiben. Die Tendenz, in lateinischer Schrift geschriebene Personennamen ungefähr nach ihrer Aussprache wiederzugeben, tritt nur in drei der für die Analyse ausgewählten Lehrbücher deutlich hervor: Eines davon erschien 2016, die beiden anderen früher, 2007 bzw. 2008. In den ersten beiden werden allerdings jeweils nur sieben Termini mit Personennamen verwendet. Dennoch ist die Tendenz, Personennamen mit litauischen Schriftzeichen wiederzugeben, wobei sie phonetisch angepasst werden, auch bei dieser geringen Zahl von Termini erkennbar, deren
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mehrere in beiden Lehrbüchern übereinstimmen: Fisher-Hypothese Andr 277, Jak 235, Malthus-Falle Andr 303, Jak 247, Saysches Gesetz Jak 178, Philips-Kurve Jak 236, Andr 277, Okunsches Gesetz Jak 242, Keynes’ Beschäftigungstheorie Jak 178, Heckscher-Ohlin-Modell Andr 318. In der 2008 erschienenen Makroökonomik wurden sechsmal so viele Termini mit Personennamen verwendet, nämlich 43; diese Stichprobe macht die Tendenz zur Transkription noch deutlicher, z. B.: Gini-Koeffizient Sn 569, Marshall-Koeffizient Sn 217, Juglar-Zyklen Sn 374, Paasche-Index Sn 74, Pigou-Effekt Sn 271, Solow-Residual Sn 508, Lorenz-Kurve Sn 567, Laffer-Kurve Sn 432, Greshamsches Gesetz Sn 208, Mundell-Fleming-Modell Sn 489. In anderen Lehrbüchern wird das namensgebende Element dieser Termini in der Originalform geschrieben, d. h. Lorenzo-Kurve Čieg 67, Pigou-Effekt W 170, Laspeyres-Index Sk 34, Greshamsches Gesetz Sk 199, Laffer-Kurve Gav 11, 83, Sk 11, Solow-Residual Čieg 367, Gini-Koeffizient Čieg 67, Marshall-Koeffizient Čieg 275, Juglar-Zyklen Sk 123, 143, Kitchin-Zyklen Gav 269, Sk 123. Durch die Verwendung dieser unterschiedlichen Schreibweisen entstehen Varianten der Termini.
Eine solche Variation ist jedoch auch in den zum Zeitpunkt der Erstellung sämtlicher analysierter Quellen geltenden Normen zur Verwendung nichtlitauischer Personennamen im Litauischen vorgesehen. Wie aus den Allgemeinen Anforderungen an die Erstellung von Terminologiewörterbüchern hervorgeht, ist seit 2007 für Terminologiewörterbücher die Originalschreibung vorgesehen. Die 1992 erschienene Litauische Rechtschreibung und Zeichensetzung (im Folgenden LKRS) legt jedoch Regeln fest, die sowohl die Verwendung der authentischen, d. h. in der Originalsprache geschriebenen, als auch der transkribierten Form von Personennamen aus Sprachen mit lateinischem Alphabet vorsehen. Bei der Festlegung dieser beiden Schreibweisen wird allerdings der Verwendungsbereich der Personennamen sowie das Alter und die Bildung der Leserschaft berücksichtigt: Es wird angegeben, dass Personennamen in populären Veröffentlichungen sowie in Veröffentlichungen für Kinder und Jugendliche an das Alter und die Bildung der Leserschaft angepasst werden sollen, während in der wissenschaftlichen Literatur, in Werbe- und Informationspublikationen sowie in Fachtexten authentische Formen zu verwenden sind (LKRS 1992: 81). Diese Bestimmung bleibt übrigens auch in der neuen Sammlung von Rechtschreibregeln Litauische Rechtschreibung: Regeln, Kommentare, Empfehlungen erhalten: Dort wird festgelegt, dass Personennamen in litauischen Texten unter Berücksichtigung des Verwendungsbereichs und des Zwecks des Textes sowie des Alters und Bildungsstands der Leserschaft wiederzugeben sind (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 180–181). Bei der Aufzählung der Verwendungsbereiche werden jedoch Lehrpublikationen wie Hochschullehrbücher weder in der neuen Ausgabe der Rechtschreibregeln noch in der zum Zeitpunkt des Erscheinens der Lehrbücher geltenden zusammenfassenden Veröffentlichung der Rechtschreibregeln – LKRS – erwähnt, was ein Faktor sein könnte,
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der die unterschiedlichen Tendenzen bei der Schreibung von Termini mit Personennamen in Makroökonomielehrbüchern bedingt. Einerseits können Hochschullehrbücher als der wissenschaftlichen Literatur nahestehend betrachtet werden, andererseits lassen sie sich auch als Veröffentlichungen für Jugendliche einordnen. Zu der in mehreren Lehrbüchern hervortretenden Tendenz, Termini mit transkribierter Namensform zu verwenden, könnte – wie auch die 1986 erschienene Publikation Schreibung nichtlitauischer Eigennamen in der „Litauischen Sowjetenzyklopädie“ mit ihren ausführlichen Regeln zur Transkription fremder Namen nahelegt – auch die recht alte Tradition beigetragen haben, nichtlitauische Personennamen im Litauischen zu transkribieren (LTE 1986).
Allerdings gibt es auch in jenen Makroökonomielehrbüchern, in denen die Tendenz zur Schreibung des Namensbestandteils eines Terminus in der Originalschrift hervortritt, Ausnahmen bei bestimmten Termini. So werden in einem Lehrbuch aus dem Jahr 1994 zwar Pigou-Effekt W 170, Barro-Theorie W 336, Engelsche Gesetze W 395, Ricardos Äquivalenztheorem W 412, Malthus-Problem W 402, Gramm-Rudman-Gesetz W 196, Humphrey-Hawkins-Gesetz W 266 usw. aufgeführt, doch bei bestimmten Termini sind die Personennamenbestandteile grafisch und phonetisch angepasst: Greshamsches Gesetz W 44, Philips-Kurve W 248, Fisher-Gleichung W 396, Saysches Gesetz W 170, Keynes’ Wirtschaftstheorie W 399. Auch in der 2017 erschienenen Makroökonomik der Universität Vilnius kommen solche nur für bestimmte Termini geltenden Ausnahmen vor: Während Paasche-Methode Gav 25, Laspeyres-Preisindex Gav 25, Juglar-Zyklen Gav 269, Harrod-Modell Gav 263, Solow-Modell Gav 17, Keynes-Kreuz Gav 65, F. Modiglianis Lebenszyklustheorie Gav 50 und I. Fishers Theorie der Konsumausgaben Gav 52 stehen, werden die Personennamen in anderen Termini transkribiert wiedergegeben: Philips-Kurve Gav 244, Greshamsches Gesetz Gav 118, Wagnersches Gesetz Gav 74, Ricardo-Äquivalenz Gav 97 (vgl. Ricardo-Äquivalenz Sk 100) usw.
Eine solche Ausnahme ist jedoch auch in den Regeln zur Schreibung nichtlitauischer Personennamen vorgesehen. In der 1992 erschienenen LKRS wird nach der Aufzählung der Verwendungsbereiche für in der Originalsprache geschriebene⁶ und transkribierte Personennamen festgelegt, dass traditionelle Formen von Personennamen und Ortsnamen beibehalten werden sollen, z. B.: Finnland, Schweden, Karl der Große, Peter der Erste (LKRS 1992: 81). Der Begriff traditionelle Form wird in der LKRS allerdings nicht näher erläutert. Dieselbe Ausnahme ist bereits in der erwähnten Publikation von 1986 vorgesehen, Schreibung nichtlitauischer Eigennamen in der „Litauischen Sowjetenzyklopädie“; dort werden traditionelle Namen erklärt als
6 Neben dem Terminus Originalform des Personennamens wird hier auch der Terminus authentische Form verwendet (LKRS 1992: 81).
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tikrinius vardus, kurių lietuviškoji forma turi vartojimo tradiciją (LTE 1986: 5). Išimtis numatoma ir tiesiogiai į terminijos tvarkybą orientuotuose Terminių žodynų rengimo bendruosiuose reikalavimuose: teigiant, kad pirmenybė teiktina originalioms terminų dėmenimis einančių tikrinių vardų formoms, juose paminima, kad išimtis darytina tradiciniams atvejams. Tiesa, pasakymas tradiciniai atvejai čia plačiau neaiškinamas. Tradicinėms formoms numatoma išimtis ir naujajame rašybos normų rinkinyje, kuris išleistas jau vėliau nei šiai analizei pasirinkti vadovėliai, čia teigiant, kad savitos, nusistovėjusios tradicinės asmenvardžių ir vietovardžių formos vartojamos visais atvejais – tiek laisvuosiuose, tiek dalykiniuose tekstuose (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 181). Čia terminas tradicinis asmenvardis jau apibrėžiamas – tai „savita forma lietuvių kalboje nusistovėjęs kitos kalbos (šalies) asmenvardis“ (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 180).
Da in Makroökonomiklehrbüchern nicht nur Begriffe erläutert, sondern auch die Umstände der Entstehung verschiedener Termini angegeben werden, enthalten sie auch Informationen über die Entstehung des einen oder anderen anthroponymischen Terminus sowie über die Personen, deren Namen in die Termini eingegangen sind. So wird etwa bei der Erläuterung eines Gesetzes, das in einem Lehrbuch als Grešemo dėsnis, in einem anderen als Grešamo dėsnis bezeichnet wird, darauf hingewiesen, dass dieses Gesetz von Thomas Gresham, dem Finanzminister zu Zeiten Königin Elisabeths, formuliert wurde W 44; die neben dem Nachnamen in Klammern angegebenen Lebensdaten (1519–1579) zeigen, dass der Terminus sehr alt sein und eine Verwendungstradition haben dürfte. Aus dem bei der Erläuterung des Terminus Fišerio lygtis angeführten Datum geht hervor, dass auch seine Verwendungstradition alt sein dürfte: „<...> die Gleichung wird zu Ehren des berühmten amerikanischen Ökonomen Irving Fisher (Fisher, Irving, 1867–1947) Fisher-Gleichung (Fisher equation) genannt“ Sn 450. Auch die Verwendungstradition des Terminus Filipso kreivė dürfte relativ alt sein, obwohl Alban Phillips den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, wie angegeben, später als Irving Fisher untersuchte – in einer Arbeit aus dem Jahr 1958 (Sn 438). Dass in den Lehrbüchern gerade die Zweitglieder solcher Termini transkribiert wiedergegeben werden, ließe sich als Ausnahme von den traditionellen Formen deuten.
Bei der Verwendung von Termini mit den Nachnamen der Urheber makroökonomischer Theorien und Modelle, die im 20. Jahrhundert entwickelt oder weiterentwickelt wurden, gibt es jedoch ebenfalls Schwankungen. Zwar tendiert man dazu, die Bezeichnungen von Theorien und Modellen, die in der zweiten Jahrhunderthälfte entwickelt oder weiterentwickelt wurden, unter Beibehaltung der ursprünglichen Namensform zu schreiben, etwa Harrodo modelis Gav 263, R. Solow ekonomikos plėtros faktorinis modelis Gav 253 oder Solow modelis Gav 263, Sk 193, R. Lucaso gamybos funkcija Sk 131, bei der Schreibung von Bezeichnungen für Theorien, die zu Beginn oder in der Mitte des Jahrhunderts entwickelt oder weiterentwickelt wurden
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wird dagegen geschwankt. So werden beispielsweise auch Termini uneinheitlich geschrieben, die mit dem Nachnamen des englischen Wissenschaftlers John M. Keynes gebildet sind, der als Begründer der Makroökonomie gilt und seine Haupttheorie in einem 1936 erschienenen Buch entwickelte. Die Lehrbücher verwenden nicht nur eine einzige Form solcher mit seinem Namen gebildeten Termini; so findet sich hier Keinso (ekonominė) teorija Dril 73, W 399, andernorts Keyneso teorija Gav 170, Sk 130, hier Keyneso likvidumo pirmenybės teorija Sk 206, andernorts Keinso likvidumo pirmenybės teorija Gav 116 usw.
Solche Schwankungen zeigen, dass der Begriff der traditionellen Form Schwierigkeiten bereiten kann. Vielleicht werden deshalb in einem Lehrbuch keine Ausnahmen gemacht – nahezu alle dort verwendeten anthroponymischen Termini enthalten den in der Originalsprache geschriebenen Namen, d. h. Phillipso kreivė Čieg 68, Fisherio lygtis Čieg 67, Fisherio ryšys Čieg 318. Diese nur in diesem Lehrbuch deutlich hervortretende Tendenz vergrößert ebenfalls die Zahl der Variantenreihen, die mit unterschiedlichen Schreibweisen des Personennamens zusammenhängen. Die wenigen Fälle, in denen in einem solchen Kontext ein Personenname in transkribierter Form geschrieben wird, dürften eher auf Unachtsamkeit als auf Schwankungen hindeuten. So werden in diesem Lehrbuch ausschließlich Fisherio lygtis, Fisherio ryšys geschrieben, doch in dem nur ein einziges Mal verwendeten Terminus Fišerio indeksas Čieg 81 erscheint derselbe Nachname transkribiert.
In zwei Lehrbüchern, in denen die entgegengesetzte Tendenz – Termini mit transkribiertem Personennamen zu schreiben – deutlich hervortritt, findet sich ebenfalls je eine Ausnahme. Es handelt sich um die Schreibweise des Nachnamens eines US-amerikanischen Wissenschaftlers, mit dem die Termini Okuno dėsnis Andr 259 und Okuno koeficientas Andr 259 gebildet sind: Er wird in der Originalform geschrieben (vgl. den hier angeführten Terminus Okun’s law). Dass im dritten Lehrbuch mit derselben auffälligen Tendenz Oukeno dėsnis Jak 242 steht, deutet darauf hin, dass der Nachname in den beiden anderen Lehrbüchern vermutlich nicht als englischer Herkunft angesehen wurde und seine Schreibung möglicherweise die Anpassung eines nichtenglischen Nachnamens widerspiegelt. Auch auf intertextueller Ebene zeigen sich Unterschiede in der phonetischen Anpassung an der Schreibung des mit dem Nachnamen des Finanzministers Thomas Gresham (1519–1579) gebildeten Terminus Greshamo dėsnis Sk 199: In einem Lehrbuch steht Grešamo dėsnis Sn 208, in einem anderen Grešemo dėsnis W 44.
Somit zeigt sich, dass die in den Lehrbüchern anhand von Schreibungsunterschieden erkennbare terminologische Variation sowohl auf die unterschiedliche Wahl der Schreibweise des als Zweitglied eines Terminus fungierenden Personennamens als auch auf Ausnahmen zurückzuführen ist, die bei bestimmten Namen gemacht werden, sowie auf die damit verbundenen Schwankungen. Einzelne Fälle solcher Variation sind durch Unachtsamkeit oder durch Unsicherheiten bei der phonetischen Anpassung eines Personennamens bedingt. Insgesamt zeigt sich diese Variation in 38 Variantenreihen, von denen die meisten jedoch noch um weitere, im Folgenden zu besprechende Varianten erweitert werden.
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3. UNEINHEITLICHE MORPHOLOGISCHE FORMUNG
Bereits aus den erörterten Variationsfällen wird deutlich, dass anthroponymische Termini in den untersuchten Quellen tendenziell so verwendet werden, dass der Personenname an das morphologische System des Litauischen angepasst wird, d. h. durch das Hinzufügen einer litauischen Endung. Wie es die zum Zeitpunkt des Erscheinens aller dieser Lehrbücher geltenden Regeln zur Schreibung fremdsprachiger Personennamen vorsahen, die in LKRS (1992: 81–89) dargelegt sind, und wie es auch die aktualisierten Rechtschreibregeln vorsehen (siehe Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 179–206), werden die Endungen in den Lehrbüchern sowohl an transkribierte als auch an in der Originalschreibung wiedergegebene Personennamen angefügt, z. B.: Fišerio lygtis und Fisherio lygtis, Filipso kreivė und Phillipso kreivė, Grešamo, Grešėmo und Greshamo dėsnis.
Aus den angeführten Beispielen geht außerdem hervor, dass die Endungen meist direkt an den Personennamen angefügt werden. Der Versuch, sie nach einem Apostroph zu schreiben, findet sich in einem Lehrbuch aus dem Jahr 1994: Okun’o dėsnis W 118, Malthus’o problema W 315, A. Laffer’io kreivė W 200, Humphrey–Hawkins’o įstatymas W 266. Wird ein solcher Terminus auch in anderen Lehrbüchern verwendet, ergeben sich scheinbar nur durch Apostrophe unterschiedene Verwendungsfälle: Okun’o dėsnis W 118 und Okuno dėsnis Andr 259, Čieg 127, Gav 209, Sk 177, Sn 404; Malthus’o problema W 315 und Malthuso problema Andr 304; A. Laffer’io kreivė W 200 und Laferio kreivė Dril 142. Andere anthroponymische Termini im Lehrbuch von 1994 werden mit transkribiertem Personennamen wiedergegeben; ihre Endungen werden, wie es die Regeln vorsehen, direkt, ohne Apostroph, angefügt: Grešamo dėsnis W 44, Filipso kreivė W 248, Fišerio lygtis W 396, Lorenso kreivė W 402. Auch in anderen Lehrbüchern werden nur manche Termini mit Apostroph geschrieben: Say’aus dėsnis Čieg 26, Dril 72, Hume’o mechanizmas Čieg 90, Ramsey’aus–Casso–Koopmanso modelis Čieg 365. Die beiden letztgenannten kommen allerdings jeweils nur in einem einzigen Lehrbuch vor und weisen keine Varianten auf.
Die Regeln zur Schreibung fremdsprachiger Personennamen sehen jedoch ebenfalls vor, nur bestimmte Namen mit Apostroph zu schreiben. Wie bereits in Teil 1 dieses Artikels erörtert, ist nach LKRS ein Apostroph zu setzen, wenn ein fremdsprachiger Eigenname auf einen stummen Vokal oder Konsonanten endet (LKRS 1992). Die in den Lehrbüchern vorkommenden Fälle von Apostrophgebrauch könnten auf die Anwendung einer solchen Ausnahme hindeuten. Es ist jedoch nicht einfach festzustellen, wann bei einem fremdsprachigen, auf einen Konsonanten endenden Personennamen ein Vokal oder Konsonant stumm ist; dazu muss man auch die Herkunft des Namens kennen. Somit ist es möglich, dass die im Lehrbuch von 1994 vorkommenden Varianten, nämlich Okun’o dėsnis W 118 und Okuno dėsnis W 406, A. Laffer’io kreivė W 200 und Lafero kreivė W 401, auf solche Unsicherheiten zurückzuführen sind.
Bereits aus den im vorherigen Abschnitt analysierten Schreibweisen wird die allgemeine Tendenz in den Makroökonomielehrbüchern deutlich, Termini mit einer bestimmten Art von oder
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Auch bei einigen Personennamen wird in dieser Hinsicht eine Ausnahme gemacht, indem auf andere Weise eine litauische Endung angefügt wird. So werden folgende Termini ohne litauische Endung verwendet: Gini-Koeffizient Čieg 67, Barro-Theorie W 336, Ricardo–Barro-Theorem Čieg 203, Pigou-Effekt Čieg 79, W.-W.-Rostow-Modell Gav 263, F.-Modigliani-Lebenszyklustheorie Gav 50, Solow-Sparparadox Čieg 394, Solow-Residuum Čieg 367, Solow-Modell der wirtschaftlichen Entwicklung Sk 195. Eine solche Ausnahme entspricht jedoch ebenfalls den Regeln für die Schreibung nichtlitauischer Personennamen im Litauischen, die zugleich deren morphologische Anpassung vorsehen. Die zum Zeitpunkt der Erstellung der Lehrbücher geltenden, im LKRS dargelegten Regeln sehen vor, dass an Eigennamen aus anderen Sprachen keine Endungen angefügt werden, wenn sie auf einen zum Stamm gehörenden Vokal oder Diphthong enden, etwa Dombey, Fanny, Manzoni, Spandau, oder wenn sie auf einen betonten Vokal enden, z. B.: Meillet, Camus (LKRS 1992: 89). Darüber hinaus war bereits in diesen Regeln eine morphologische Variantenbildung vorgesehen: Sie besagen, dass bei Bedarf Endungen an Personennamen angefügt werden können, die auf einen zum Stamm gehörenden Vokal oder Diphthong enden; in diesem Fall sind sie nach einem Apostroph zu schreiben. Die in den Lehrbüchern anzutreffenden morphologischen Varianten des mit dem Personennamen Paashe gebildeten Terminus, Paasche-(Preis-)Index Sk 157 und Paashe’o-Index Sk 34, können somit die in diesen Regeln vorgesehene Variation widerspiegeln.
Fälle von Variabilität im Zusammenhang mit der morphologischen Anpassung von Personennamen, die nicht den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Lehrbücher geltenden Regeln für die Schreibung nichtlitauischer Personennamen entsprechen, kommen in den Lehrbüchern nur vereinzelt vor. So werden die mit dem Personennamen Solow gebildeten Termini, wie von den Regeln vorgesehen, ohne Anfügung einer litauischen Endung verwendet. In einem Lehrbuch findet sich jedoch ein mit diesem Namen gebildeter Terminus, der zeigt, dass eine Endung angefügt wird, und zwar nicht nach einem Apostroph, wie es das LKRS vorsah, sondern unmittelbar: Solowo-Wachstumsmodell Sk 11. In einem anderen Fall wird ein Personenname, auf den bei regelkonformer Schreibung keine endungslose Form angewendet werden sollte, ohne Endung geschrieben: J.-R.-Hicks-Modell Čieg 284 (vgl. J.-Hickso-Modell Sk 250).
Einige Fälle von Variabilität bei Endungen und Auslauten zeigen die Unsicherheiten hinsichtlich der Kennzeichnung der Palatalisierung, die bei der morphologischen Anpassung von Personennamen auftreten: Lafero-Kurve Sn 263, W 200, Laffer’io-Kurve W 200 und Laferio-Kurve Dril 142; Mundelo-und-Flemingo-Modell Gav 286 und Mundelio-und-Flemingo-Modell Gav 286.
4. WEITERE FÄLLE
Andere Varianten als die bereits erörterten kommen in den Lehrbüchern nur vereinzelt vor. Schon die bisherige Analyse hat gezeigt, dass für diese Quellen
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am typischsten Termini sind, die mit einem Personennamen aus einer anderen Sprache, genauer gesagt mit einem Familiennamen, gebildet werden; für sie gelten die bereits erörterten Merkmale der Variabilität. Auf der Grundlage sämtlicher Lehrbücher ergeben sich 85 solcher Termini, doch in den analysierten Quellen wurden auch 11 Termini verwendet, die mit zwei Familiennamen gebildet sind. Einige kommen nur in einem einzigen Lehrbuch vor, etwa Humphrey–Hawkins’o-Gesetz W 266, Gramm–Rudman-Gesetz W 194, 196, 197, Reagan–Thatcher-Modell Sn 31, Ricardo–Barro-Theorem Čieg 90, J.-M.-Keynes-Einkommens-Ausgaben-Modell Sk 50, Solow–Swan-Modell Čieg 377; sie weisen keine Varianten auf.
Einige mit zwei Personennamen gebildete Termini kommen häufiger vor und machen dadurch nicht nur die mit der Schreibweise des Personennamens verbundene Variabilität sichtbar, sondern auch eine Variabilität, die als mit der Verbindung der Terminusbestandteile zusammenhängend beschrieben werden könnte. In einem Fall werden die Bestandteile des Terminus mit der Konjunktion „und“ verbunden, in einem anderen durch einen Gedankenstrich oder Bindestrich, z. B.: Heckscher-und-Olin-Modell Andr 318, Heckscher–Olin-Modell Čieg 79; Baumol-und-Tobin-Modell Gav 133, Baumol–Tobin-Modell Sk 209; Mundelo-und-Flemingo-Modell Gav 286, Mundello–Flemingo-Modell Sk 265, Mandelo–Flemingo-Modell Sn 489. Diese wenigen Fälle sowie die Schreibweise der nicht variierenden, mit zwei Familiennamen gebildeten Termini (z. B. Humphrey–Hawkins’o-Gesetz W 266, Gramm–Rudman-Gesetz W 194, 196, 197, aber Solow–Swan-Modell Čieg 377, Ramsey’aus–Casso–Koopmanso-Modell Čieg 365) zeigen, dass sich eine anhand der Terminologie anderer Fachgebiete festgestellte Tatsache (z. B.: Gaivenis 2002: 38; Druktein is 2015) auch anhand der hier untersuchten Terminologie bestätigen lässt – auch hier bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Verwendung von Bindestrich und Gedankenstrich. Wie die Beispiele zeigen, wird dies mitunter vermieden, indem man die Bestandteile des Terminus mit der Konjunktion und verbindet. Andererseits wurde wiederholt auf Unklarheiten in den kodifizierten Normen zur Verwendung von Gedankenstrich und Bindestrich hingewiesen (Keinys 2005; Gud zinevičiūtė 2012), ebenso auf unklare Normen hinsichtlich der Verwendung des Bindestrichs zwischen Eigennamen (Vaskelaitė 2022b: 106–109). Erst im neuen orthografischen Regelwerk Lietuvių kalbos rašyba: taisyklės, komentarai, patarimai, das erst nach den hier analysierten Quellen, nämlich 2022, erschienen ist, wird eine klarere Abgrenzung zwischen Gedankenstrich und Bindestrich vorgenommen (Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 230–242). Wie bereits angemerkt, wird darin nicht nur der Bindestrich, sondern auch der Streckenstrich als Satzzeichen behandelt; ein solcher Strich wird also als orthografisches Zeichen bewertet. Solange diese Klarheit noch nicht bestand, hätte man die mit der Verwendung von Gedankenstrich und Bindestrich verbundenen Terminusvarianten wohl auch als Interpunktionsvarianten auffassen können (Vaskelaitė 2022b: 107–108).
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Die in litauischen terminologischen Arbeiten angewandte Typologie der Terminusvariabilität sieht keine Interpunktionsvarianten vor; das untersuchte Material lässt jedoch einige Fälle erkennen, die als solche betrachtet werden könnten. So wird in einem 2006 erschienenen Lehrbuch der im Terminus enthaltene Personenname vereinzelt kursiv geschrieben, etwa Lafero Kurve Sk 11, Gav 11, Solowo Wachstumsmodell Sk 11, Keyneso Kreuz Sk 11, Laspeyres Preisindex Sk 157, Tobino q Sk 737; eine solche Schreibweise würde der Hervorhebung eines fremdsprachigen Elements im Text entsprechen. Diese Hervorhebungsweise ist zwar für nichtlitauische Gattungswörter oder Wendungen sowie für nichtlitauische (oder litauische) symbolische Bezeichnungen vorgesehen, nicht jedoch für Personennamen. Klarere Formulierungen zu ihrer Anwendung gibt es allerdings erst seit Kurzem (z. B.: Linkevičienė 2013: 56; ESIV 2014: 38; Vladarskienė, Zemlevičiūtė 2022: 177); die in einem Lehrbuch aus einer früheren Zeit auftretende Variabilität könnte daher mit Unklarheiten in der Kodifizierung zusammenhängen.
Nur in einem Lehrbuch werden zwei mit drei Familiennamen gebildete Termini verwendet, nämlich Ramsey’aus–Casso–Koopmanso-Modell Čieg 365 und Diamondo–Mortenseno–Pissarideso-Modell Čieg 154. Einer davon kommt nur ein einziges Mal vor und kann daher keine Varianten haben. Daneben wird jedoch mehrfach auch ein Terminus mit Abkürzung verwendet — DMP-Modell Čieg 154, 155. Obwohl Abkürzungen in der litauischen Terminologie nicht als Terminusvarianten behandelt werden, könnten Abkürzungen oder mit ihnen gebildete Termini unter Rückgriff auf die im Ausland entwickelten Variabilitätsstudien (z. B. León–Araúz, Cabezas–García 2020) ebenfalls als Terminusvarianten bewertet werden. Eine eingehendere Erörterung einer solchen Variabilität wäre jedenfalls anhand weiterer Quellen möglich – eine solche Verkürzung ist für die Personennamen enthaltenden Termini der hier analysierten Quellen nicht typisch.
In den untersuchten Quellen finden sich jedoch auch andere Arten der Verkürzung. So wird ein Terminus verkürzt, indem sein nicht aus einem Personennamen bestehender Bestandteil oder seine Bestandteile weggelassen werden. Daher wird in ein und demselben Lehrbuch sowohl Harrod–Domar-Modell des Wirtschaftswachstums Čieg 388 als auch Harrod–Domar-Modell Čieg 379 verwendet; ebenso sowohl Solow-Modell der wirtschaftlichen Entwicklung Sk 193 als auch Solow-Modell Sk 194. Formen, die auf diese Weise durch Verkürzung entstehen, werden jedoch nicht als Terminusvarianten betrachtet — A. Mitkevičienė (2015a) hat sie ebenso wie die sogenannten Lang- und Kurzformen als Erscheinungen des terminologischen Gebrauchs im Text behandelt
7 Da in diesem Artikel die Beispiele kursiv gesetzt sind, wird die in den Lehrbüchern verwendete Kursivschrift dadurch wiedergegeben, dass das entsprechende Wort in gerader Schrift gesetzt wird.
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charakteristischen Fälle. Die sogenannten langen und kurzen Formen des anthroponymischen Terminus kommen in den untersuchten Quellen nur in zwei Fällen vor: Philips-Kurve der kurzen Frist Gav 244, Sk 176, Sn 322 und kurzfristige Phillips-Kurve Jak 238, Philips-Kurve der langen Frist Sk 180, Sn 441 und langfristige Phillips-Kurve Jak 238.
Die mit der Abkürzung des anthroponymischen Bestandteils des Terminus verbundenen Fälle wurden jedoch weder im Hinblick auf den textuellen Gebrauch der Termini noch auf ihre Variantenbildung bewertet, obwohl sie in den untersuchten Quellen zahlreich sind. Wie aus den bereits angeführten Beispielen hervorgeht, werden in den Makroökonomielehrbüchern zwar überwiegend Termini verwendet, die nur mit einem Nachnamen gebildet sind, in einigen Lehrbüchern besteht jedoch eine deutliche Tendenz, auch Termini zu verwenden, die den Anfangsbuchstaben des Vornamens (oder mehrerer Vornamen) enthalten. So finden sich im 2006 erschienenen Lehrbuch der Universität Vilnius beispielsweise I. Fisherio vartotojo tarplaikį biudžeto apribojimą Sk 54, I. Fisherio tarplaikio pasirinkimo teoriją Sk 54, I. Modigliani gyvenimo trukmės teoriją Sk 59, J. A. Hobsono teoriją Sk 123, J. M. Keyneso vartojimo funkciją Sk 50, 52, J. M. Keyneso pajamų–išlaidų modelį Sk 50, W. D. Nordhauso ir J. Tobino indeksą Čieg 72, R. Lucaso gamybos funkciją Sk 131, A. Spiethoffo hipotezę Sk 124, A. Aftaliono hipotezę Sk 123, J. Hickso modelį Sk 250, E. S. Phelpso taisyklę Čieg 377, T. Malthuso teoriją Čieg 362, während bei den anderen hier verwendeten Termini der Anfangsbuchstabe des Vornamens fehlt (vgl. Vagnerio dėsnis Sk 83, Ricardo ekvivalentiškumas Sk 100, Kitchino ciklai Sk 123, Juglaro ciklai Sk 143, Okuno dėsnis Sk 177, Filipso kreivė Sk 177). Auch im 2017 erschienenen Lehrbuch der Universität Vilnius, das, wie ersichtlich, auf Grundlage des früheren Lehrbuchs erarbeitet wurde, gibt es zahlreiche Termini mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens. Viele finden sich auch im 2008 erschienenen Lehrbuch der Technischen Universität Kaunas, zum Beispiel: Dž. Neimano modelis Sn 370, H. Dali ir J. Kobo subalansuotos ekonominės gerovės indeksas Sn 347, Dž. M. Keinso modelis Sn 324, A. Lafero kreivė Sn 432, I. Fišerio lygtis Sn 450, I. Fišerio poveikis Sn 450, J. M. Keyneso kryžius Sk 249. In den Lehrbüchern ergeben sich somit Schreibungsvarianten wie Lafero kreivė und A. Lafero kreivė, Fišerio lygtis und I. Fišerio lygtis, Keinso modelis und Dž. M. Keinso modelis, Keinso kryžius und J. M. Keyneso kryžius usw.; dies wirft die Frage auf, wie solche Fälle unter dem Gesichtspunkt der terminologischen Variantenbildung zu bewerten sind.
Es kommt auch vor, dass als Bezeichnung einer Theorie, eines Modells, eines Phänomens, einer Gleichung o. Ä. eine Wortverbindung mit dem vollständigen Namen oder mehreren Namen verwendet wird, zum Beispiel: „Zu den bekanntesten Vertretern dieser neokeynesianischen Theorie gehören die amerikanischen Ökonomen Eusėjus Deividas Domaras (Domar, Evesey David, geb. 1914), Rojus Forbsas Harodas (Harrod, Ray, Forbs, 1980–1978) und Robertas
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Mertono Solou (Solo, Robert Merton, g. 1924) ekonominio augimo modeliai“ Sn 57; „Šalia labiausiai žinomų ekonominės pusiausvyros modelių būtina pažymėti ir JAV ekonomisto Džeži Neimano (Neyman Jerzy, 1903–1957) augančios ekonomikos pusiausvyros modelį“ Sn 369. Vis dėlto tokie atvejai reti, o vardo raidės vartojimo atvejų pasitaiko dažnai, pvz.: „Tai vadinama I. Fišerio poveikiu (Fisher effect)“ Sn 450; „Apatinė A. Laferio kreivės dalis rodo priešingą situaciją <...>“ W 200; „Ilgojo laikotarpio pusiausvyros pinigų rinkoje sąlygas išreiškia M. Fridmeno lygtis, pavadinta žymaus amerikiečių ekonomisto garbei <...>“ Sn 274; „M. Friedmano nuolatinių pajamų teorija papildo F. Modigliani gyvenimo ciklo teoriją“ Čieg 50.
Diese Tendenz lässt sich mit dem Einfluss des Kontexts erklären. In den Lehrbüchern werden nicht nur anthroponymische Termini verwendet, sondern auch die Umstände ihrer Entstehung erläutert, indem die Person genannt wird, nach der eine Sache benannt ist. Bei dieser Nennung werden nicht nur der Nachname, sondern auch der Vorname angegeben; später wird dieser abgekürzt und nur sein Anfangsbuchstabe geschrieben. Ein solcher Kontext könnte daher auch einige Fälle erklären, in denen ein Terminus mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens verwendet wird, zum Beispiel: „Die Theorie der langen Wellen wurde zuerst vom russischen Ökonomen Nikolai Kondratjew (1892–1938) in seinem Artikel „Lange Wellen im Wirtschaftsleben“ (1926) begründet. Auf Grundlage von Informationen über die Entwicklung der Preise für Konsumgüter in Frankreich, Großbritannien, den USA und Deutschland stellte N. Kondratjew die Hypothese auf, dass die industrielle Entwicklung zyklisch verläuft. J. Schumpeter bestätigte die Konzeption des russischen Wissenschaftlers, indem er die langen Wellen als N. Kondratjews Zyklus bezeichnete. Seit 1930 sind die langen Wellen in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur als Kondratjew-Zyklus bekannt“ Gav 284. Andererseits kommt es, obwohl der Nachname üblicherweise mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens gebraucht wird, auch vor, dass nur der Nachname verwendet wird; solche Fälle ließen sich als Versehen bewerten, zum Beispiel: „I. Fisheris manė, kad pinigų greitis trumpuoju laikotarpiu daugiau ar mažiau pastovus“ Sn 205 und „Fisheris pirmiausiai suformulavo mainų lygybę“ Sn 204. Somit könnte auch der in einem solchen Kontext verwendete Terminus mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens I. Fisherio mainų lygybė („Tai leidžia I. Fisherio mainų lygybę pervarkyti į kiekybinę pinigų teoriją“) als Ergebnis eines Versehens bewertet werden. Andererseits kann das letztgenannte Beispiel auch auf die Umstände hinweisen, unter denen sich ein anthroponymischer Terminus in einem Makroökonomielehrbuch herausbildet.
Falls dies tatsächlich der Fall ist, ließe sich als Nächstes untersuchen, in welchem Umfang anthroponymische Termini in Makroökonomielehrbüchern aus ausländischen Publikationen übernommen und in welchem Umfang von den Lehrbuchautoren gebildet werden. Sie alle, wie aus den in diesem Artikel
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analysierten Beispielen hervorgeht, sind mit einem nichtlitauischen Anthroponym gebildet (denn die darin behandelten Gesetze, Theorien, Modelle, Gleichungen usw. wurden von Nichtlitauern entwickelt); der hier hervorgehobene Kontext deutet jedoch darauf hin, dass auch die Autoren litauischer Lehrbücher an der Entstehung anthroponymischer Termini beteiligt gewesen sein könnten. Diese Annahme wird auch durch die zu Beginn des Artikels erwähnten unterschiedlichen quantitativen Angaben zu anthroponymischen Termini in den untersuchten Lehrbüchern nahegelegt: In bestimmten Lehrbüchern oder bei bestimmten anthroponymischen Termini könnte man vermeiden, eine mit einem bestimmten Phänomen verbundene Person oder mehrere Personen zu erwähnen, ohne jedoch den anthroponymischen Terminus zu verwenden, etwa auf folgende Weise: „Nach den in der Wirtschaftstheorie vorherrschenden Gebrauchsweisen werden mehrere grundlegende Konsummodelle unterschieden: <...> Nuolatinių pajamų hipotezė (Milton Friedman’as, 1957). <...> Gyvenimo ciklo hipotezė (Franco’as Modigliani’is ir Richardas Brumberg’as, 1954) <...>“ Andr 180–181. Diese durch den Gebrauch anthroponymischer Termini aufgeworfene Frage müsste jedoch gesondert untersucht werden, da sie nicht ausschließlich mit deren Variantenbildung zusammenhängt.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Erörterung der Variantenbildung anthroponymischer Termini in für Hochschulen bestimmten Makroökonomielehrbüchern zeigt, dass diese vor allem mit den Besonderheiten der Schreibung und der morphologischen Anpassung des Anthroponyms zusammenhängt.
Die für diese Quellen charakteristischste Variantenbildung entsteht durch unterschiedliche Schreibweisen des Anthroponyms: In manchen Lehrbüchern wird das Anthroponym in der Originalschreibweise, in anderen mit litauischen Schriftzeichen wiedergegeben; im letzteren Fall wird es an die ungefähre Aussprache angepasst. Die Normen für die Schreibung nichtlitauischer Anthroponyme im Litauischen sehen unterschiedliche Schreibweisen vor. Sie enthalten außerdem eine Ausnahme für traditionelle Anthroponymformen; in den untersuchten Quellen finden sich auch Fälle von Variantenbildung, die mit der Anwendung dieser Ausnahme sowie mit Unklarheiten hinsichtlich des Begriffs der traditionellen Form zusammenhängen könnten.
In der Terminologie der Makroökonomielehrbücher ist eine deutliche Tendenz erkennbar, nichtlitauische Anthroponyme an das morphologische System des Litauischen anzupassen, indem eine litauische Endung angefügt wird; die vorkommenden Ausnahmen spiegeln die Ausnahmen wider, die in den kodifizierten Normen für die Schreibung nichtlitauischer Anthroponyme im Litauischen vorgesehen sind. Einige in Makroökonomielehrbüchern vorkommende Varianten hängen mit Unklarheiten bei der phonetischen Anpassung des Anthroponyms zusammen.
Obwohl die Ursachen der Variantenbildung anthroponymischer Termini gesondert und unter Heranziehung nicht nur von Quellen aus dem Bereich der Makroökonomie untersucht werden sollten, wurde hier untersucht
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Material, das die Übereinstimmung zwischen den Tendenzen beim Gebrauch von Personennamen enthaltenden Termini und den Regeln zur Schreibung nichtlitauischer Personennamen aufzeigt, ließe darauf schließen, dass eine dieser Ursachen die Variabilität sein könnte, die durch die Kodifizierung der Rechtschreibnormen nahegelegt wird. Andere Fälle von Variabilität sind in den untersuchten Quellen selten; aus den vorkommenden Fällen lässt sich schließen, dass auch in der makroökonomischen Terminologie Unsicherheiten hinsichtlich des Gebrauchs von Gedankenstrich und Bindestrich auftreten.
Die hier vorgestellte Analyse des Gebrauchs von Termini mit Personennamen legt nicht nur die für Makroökonomielehrbücher typischsten Variabilitätstypen oder -merkmale offen, sondern wirft auch Fragen zur Typologie der Variabilität auf. Sie macht zudem Fälle sichtbar, die unter dem Aspekt der Variabilität bislang nicht bewertet wurden, und regt allgemein dazu an, Termini mit Personennamen umfassender zu untersuchen und unter verschiedenen Gesichtspunkten zu erforschen.
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VARIATION OF MACROECONOMIC TERMS WITH A PERSONAL NAME
Summary
Although terms formed with a personal name, usually a surname, are used in a variety of fields, they are not widely studied in terminology works. This leads to various uncertainties both in the use of these terms and in their terminological evaluation. Here, using macroeconomics textbooks for higher education as a source, the variation inherent in these terms, referred to in the article as ‘personal name terms’, is researched.
Although macroeconomics textbooks contain a varying number of terms with personal names, all of these terms are composed with a non-Lithuanian personal name, and the totality of such terms shows that their variation is in some way related to the peculiarities of the use of a non-Lithuanian personal name. It is mainly a mixed type of variation, involving the orthographic, phonetic, and morphological levels. The most striking feature of variation is the different ways in which a proper name is spelled, which is determined by the application of different spelling methods, by exceptions made for certain terms, and by individual cases of oversight. Another feature of the variation of the terms under considerations is related to the unequal morphological adaptation of non-Lithuanian personal names, which is obvious from its ending.
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However, the analysis of the terms also reveals term differences which are not assessed from the point of view of variation. Although most of the terms are composed of a single personal name, i. e., a surname, it is also quite common in macroeconomic textbooks to use the name of a theory, model, etc. as a term that has both a surname and the first letter of a first name. Having noted such cases, the paper calls for a separate study.
Gauta 2023-12-11
Ramunė Vaskelaitė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected]
Terminologija | 2023 | 30
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