Teigiamų alelinių būdvardžių ir jų vedinių aktantų raiška
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LORETA VAIČIULYTĖ SEMĖNIENĖ
Institut für Litauische Sprache
DIE REALISIERUNG DER AKTANTEN POSITIVER ALLELISCHER ADJEKTIVE UND IHRER DERIVATE1
SCHLÜSSELWÖRTER: subjektorientiertes allelisches Prädikat, Adjektiv, adjektivische Ableitung, Aktant, reziproke Konstruktion, morphosyntaktische Realisierung.
1. EINLEITUNG
Adjektive analogiškas, ekvivalentiškas, lygus, lygiagretus, panašus, proporcingas, tapatus, tapatingas, tolygus, simetriškas, sinonimiškas, statmenas2 usw. sind lexikalische (inhärente) Reziproke (engl. lexical reciprocal), oder allelische Prädikate (engl. allelic predicate3). Solche allelischen Prädikate drücken eine wechselseitige (engl. mutual) Beziehung zwischen mindestens zwei Situationsbeteiligten aus – Mutuanten (engl. mutuant4). Inhärent ist die wechselseitige Beziehung symmetrisch; solche Prädikate sind zweiwertig. Zum Beispiel werden in der reziproken Konstruktion (engl. reciprocal construction) der Sohn ähnelt dem Vater die Beteiligten der wechselseitigen Beziehung (Sohn, Vater) durch zwei valenzgebundene Aktanten des Adjektivs panašus ausgedrückt: durch den Nominativ des Subjekts und eine Konstruktion aus der Präposition į mit dem Akkusativ, die als indirektes Objekt fungiert. Martin Haspelmath (2007: 2091) zufolge besteht die Tendenz, die Mutuanten einer wechselseitigen Situation (engl. mutual situation) als einen einzigen Aktanten auszudrücken; typischerweise werden also alle an der Situation beteiligten Mutuanten als Bezugspunkt (engl. reference point) gewählt – ihre Gesamtheit, nicht nur einer von ihnen. Dann werden beide der allelischen Prädikate
1 Ich bin der leitenden Fachberaterin der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache (im Folgenden VLKK), Aistė Pangonytė, herzlich dankbar für die Frage, die meine Aufmerksamkeit auf die im Artikel behandelten Themen gelenkt hat. Ebenso danke ich den geschätzten anonymen Gutachtern für ihre hilfreichen Anmerkungen, die zur Verbesserung des Artikels beigetragen haben.
2 Der Artikel behandelt die maskulinen und femininen Formen dieser Adjektive. Das sogenannte Neutrum bleibt außer Betracht.
3 „Lexikalische Reziproke (auch allelische Prädikate genannt) lassen sich als Prädikate definieren, die von sich aus, ohne notwendige grammatische Markierung, eine wechselseitige Konfiguration ausdrücken. Sie umfassen eine semantisch eingeschränkte Prädikatsmenge, deren Bedeutungen im Allgemeinen in die Klassen sozialer Handlungen und Beziehungen („heiraten“, „streiten“, „befreundet sein“), räumlicher Beziehungen („angrenzen“, „neben“) sowie von Identitäts- und Verschiedenheitsbeziehungen („gleich sein wie“, „verschieden sein von“, „ähneln“) fallen“ (Haspelmath 2007: 2090).
4 Näheres zu den Begriffen Mutuant bzw. Reziprokant (engl. mutuant bzw. reciprocant), reziprok bzw. symmetrisch bzw. wechselseitig (reciprocal bzw. symmetric bzw. mutual) und zu ihrem Umfang siehe Haspelmath 2007.
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Aktanten werden im Satz durch ein Substantiv oder Pronomen im Plural als Subjekt oder durch zwei Substantive oder Pronomen ausgedrückt, die mit der kopulativen Konjunktion ir verbunden sind. Wie in den Sätzen 1–2 zu sehen ist, sind Mensch und Ameise, Frau und Mann morphosyntaktisch gleichermaßen prominent (engl. salience) und fungieren als Subjekt, das dem Patienten [P] entspricht5; genauer gesagt fällt ein solcher Patient mit dem Komparativ [Comp] zusammen (verschmilzt mit ihm)6 und kann auch als komparativer Patient [PComp] aufgefasst werden (vgl. die Sätze 1a–2a, in denen beide Adjektivaktanten durch eine einzige Pluralform ausgedrückt werden). Hier zeigt sich eine Reduktion syntaktischer Aktanten (engl. valence-reduction: lygūs, panašūs werden als einwertig verwendet). Solche Verwendungsfälle werden als synkretische oder monadische (reziproke) Konstruktionen bezeichnet (engl. simple construction; monadic construction7).
(1) Außerdem ist ihm das harmonische Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt wichtig. Er sagt: „Mensch und Ameise sind gleich.“ DLKT
(1a) Sie sind gleich8.
(2) Frau und Mann: so verschieden und doch ähnlich... Man sagt, dass wir schon bei der Geburt das Schicksal und den Sinn unseres Daseins auf dieser Erde mitbringen. DLKT
(2a) Sie sind ähnlich9.
Einer der Beteiligten an der wechselseitigen Beziehung kann als komitativer (begleitender) Partner aufgefasst werden (siehe die Sätze 3–4). Ein solcher komitativer Partner in monadischen Konstruktionen, der mit der Präposition su und dem Instrumental markiert ist, wird morphosyntaktisch und pragmatisch herabgestuft (engl. lower). Im Satz 3 ist der Mensch morphosyntaktisch prominenter und pragmatisch wichtiger, im Satz 4 die Frau. Die Kongruenz in Kasus und Numerus in den Sätzen 3–4 zeigt, dass die mit der Präposition su ausgedrückte Konstruktion ein Subjekt bezeichnet (wie auch in den Sätzen 1–2).
(3) Der Mensch mit der Ameise sind gleich.
(4) Die Frau mit dem Mann sind ähnlich.
5 Patient [P] – die Funktion des Empfängers einer Handlung oder des Trägers eines Zustands; sie ist sowohl für belebte als auch für unbelebte Dinge sowie für Abstrakta charakteristisch (die Schrecken des Krieges [P] sind der menschlichen Natur feind) (Vaičiulytė-Semėnienė 2001: 30).
6 Komparativ [Comp] – die Funktion des Vergleichsstandards, die neben dem Zustandspatienten auftritt und für dasjenige charakteristisch ist, mit dem etwas verglichen wird bzw. an dem sich etwas ausrichtet (der Sohn ähnelt dem Vater, die Übersetzung ist dem Original nahe) (Vaičiulytė-Semėnienė 2001: 30).
7 „Einfache Konstruktionen sind solche, in denen beide Reziprokanten durch das Subjekt ausgedrückt werden“ (Nedjalkov, Geniušienė 2007: 396). „Eine monadische Konstruktion, die die Beteiligten an der Beziehung in der Subjekt-NP zusammenfasst und dabei eine Objekt-NP verliert“ (Hurst 2010: 290).
8 Vgl. eine monadische Konstruktion mit einem adjektivischen Verb: Obwohl die heutige mexikanische Generation „europäisiert“ – die Rechte von Frau und Mann einander angeglichen werden –, ist der „Macho“ auch heute noch ein „Macho“. DLKT
9 Vgl. eine monadische Konstruktion mit einem adjektivischen Verb: Die Stimmen von Vater und Sohn ähnelten einander, bis sie sich völlig anglichen (zitiert nach Slėžienė 1998: 115).
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Aus den Sätzen 1–4 geht hervor, dass die Position eines der beiden Argumente der besprochenen zweiwertigen Adjektive „frei“ bleibt. Sie kann durch einen nicht valenzgebundenen Reziprokmarker mit dem Status eines freien Satzglieds gefüllt werden (engl. reciprocal markers): durch die monosemantische reziproke Anapher einer mit dem anderen, einer auf den anderen, durch den Lokativ untereinander10 oder zwischen sich (vgl. Sätze 5–7). Wie die Sätze 8–9 zeigen, können solche auf das Subjekt im Nominativ koreferenten Marker einer wechselseitigen Beziehung notwendig sein, d. h., die zweite Argumentposition muss gefüllt werden. Anders gesagt: In manchen Fällen werden reziproke Marker, die eine wechselseitige Beziehung ausdrücken, aktualisieren und spezifizieren, als Modifikatoren verwendet (die sogenannte Reduplikation oder doppelte Ausdrucksweise der wechselseitigen Beziehung11 (engl. reduplication, double reciprocals)), in anderen Fällen als Komplemente (vgl. auch: Sie küssten sich (einer mit dem anderen) vs. Sie küssten einander.).
(5) – Aber wir sind auch reich, – beharrte Hans. – Wenn zwei Reiche aufeinandertreffen, dann sind sie einander ebenbürtig (vgl. untereinander, unter sich12). Stimmst du dem zu? DLKT
(6) Die Gasse ist so schmal, so schmal, so düster und verwahrlost wie beinahe alle dort bodennah aufgereihten hölzernen, baufälligen, einander ähnlichen (vgl. untereinander, unter sich) Häuschen. Als ob schon lange niemand mehr darin wohnte... DLKT
(7) Sie waren sich untereinander ähnlicher (vgl. einer dem anderen), zweifellos gemeinsame Antworten der Bilingualen Antworten in russischer und litauischer Sprache. DLKT
(8) Sind die Vektoren {1; -3; 0} und {4; 1; 2} zueinander orthogonal (vgl. untereinander, unter sich? Warum? DLKT
(9) *Sind die Vektoren {1; -3; 0} und {4; 1; 2} orthogonal?
10 „Der inessivische Lokativ der Gegenwart, insbesondere bei abstrakteren Substantiven, bezeichnet gelegentlich die Art der Ausführung einer Handlung. Ein solcher Lokativ fungiert im Satz als Modalbestimmung. <...> Etwas ausgeprägter und für die Standardsprache empfehlenswerter sind die gelegentlich auch in Dialekten und in der schönen Literatur vorkommenden erstarrten Modal-Lokative abstrakter Substantive miteinander... Aber auch sie haben mögliche, bisweilen für die Sprache sogar geläufigere Ersatzformen. Die Frauen <...> begannen miteinander (vgl. untereinander, miteinander) zu flüstern“ (Šukys 1998: 300). Vgl. weiter unten: „Konstruktionen mit der Präposition zwischen bezeichnen manchmal ein Objekt, genauer gesagt Objekte, zwischen denen eine Diskrepanz besteht, Konflikte ausgetragen werden oder Kommunikation stattfindet. <...> Einen Konflikt oder Kommunikation kann auch die Wendung untereinander bezeichnen. <...> Für ein solches untereinander ist der erstarrte Lokativ miteinander synonym, vgl. Berieten sich untereinander – Berieten sich miteinander“ (Šukys 1998: 515).
11 Eine solche Aktantenrealisierung, bei der die andere Form keine neue Information liefert, die die Bedeutung des Prädikatswortes ergänzt, schlägt Dalija Tekorienė als verdoppelte Realisierung desselben semantischen Aktanten zu bezeichnen vor (z. B. die beiden sind einander feindlich gesinnt; die Paare ähneln einander) (Tekorienė 1985: 74).
12 „Explizite Ausdrücke der reziproken Bedeutung sind die Ausdrücke tarpusavyje/tarp savęs <...>, die das Reflexivpronomen save enthalten, sowie savo tarpe <...>; sie können jedoch ausschließlich mit reziproken Verben (formal reflexiven und lexikalischen) verwendet werden, um die reziproke Bedeutung zu verstärken oder zu spezifizieren, z. B.: Wir streiten miteinander. Sie sind miteinander befreundet“ (Geniūšienė 2007: 636t).
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Wie erwähnt, werden reziproke Situationen auch durch zwei separate Prädikatsaktanten ausgedrückt. In solchen Fällen wird der eine beispielsweise als Nominativ des Subjekts realisiert, der dem Patienten in den Sätzen 10–15 entspricht, der andere dagegen als indirektes Objekt, das dem Komparativ entspricht und in den hier behandelten diskontinuierlichen oder dyadischen Konstruktionen (engl. discontinuous construction, dyadic construction13) unterschiedlich markiert wird: durch den Dativ, durch Präpositionalkonstruktionen mit į oder su, vgl.:
(10) Sūnus [P] jau su14 tėvu [Comp] lygus. (zitiert nach LKG3 1976: 475)
(11) Der Vater ist dem Sohn gleich.
(12) Sūnus [P] panašus į15 tėvą [Comp]. (zitiert nach Šukys 1998: 393)
(13) ?Der Vater ähnelt dem Sohn.
(14) Die Linie AB [P] steht senkrecht auf der Geraden CD [Comp]. (zitiert nach Šukys 1998: 149)
(15) *Die Gerade CD steht senkrecht auf der Linie AB.
Ein Vergleich der Sätze 1–15 zeigt, dass sich auch die inhärente Symmetrie der betreffenden Prädikate unterscheidet. Das in den Sätzen 10–11 verwendete lygus ‚gleich‘ ist symmetrisch: Es drückt eine inverse (engl. reversible) symmetrische Relation zwischen den beiden Aktanten x (Subjekt) und y (Objekt) des Prädikats P aus: Wenn x y gleich ist, dann ist y auch x gleich. Neben solchen typisch symmetrischen Relationen gibt es auch solche, die sich einer Inversion weniger leicht zugänglich zeigen: weniger symmetrische16 (engl. semi-symmetric, quasi-symmetrical, sometimes-symmetrical) oder asymmetrische,17 siehe:
13 „Diskontinuierliche Konstruktionen sind solche, in denen der zweite Reziprokant kein Subjekt ist“ (Nedjalkov, Geniušienė 2007: 396). „Eine dyadische Konstruktion, die eine symmetrische Situation schafft, indem sie einen Teilnehmer in einer Subjekt-NP und einen anderen in einer komitativen Phrase platziert“ (Hurst 2010: 290).
14 „Die Präpositionen sulig, su mit dem Instrumental werden verwendet, wenn Dinge verglichen werden, die einander in irgendeiner Hinsicht entsprechen. <...> Die Präposition su wird mit Vergleichsbedeutung und einem Anflug von Identität auch in Verbindungen mit den Adjektiven lygus, tapatus ‚gleich, identisch‘ sowie mit Verben und Substantiven derselben Wortfamilie verwendet. Der Sohn ist seinem Vater schon gleich. Der Frosch will sich mit dem Ochsen messen. Der Reiter hat mit dem Fußgänger gleichgezogen. Der Spaßmacher verglich den Elefanten mit der Fliege. Das Gleichziehen von Tag und Nacht“ (Valiulytė 1967: 91f.; vgl. LKG2 1971: 641f.). „Die Präposition į, teilweise auch su, drückt die Ähnlichkeit von Dingen in solchen Verbindungen aus, deren Hauptbestandteil das Adjektiv panašus <‚ähnlich‘ ist >...: ähnlich dem Vater, einander ähnlich, (die Kinder) den Eltern ähnlich“ (Valiulytė 1967: 94).
15 „Die Präposition į wird mit dem Akkusativ verwendet, um den Vergleich ähnlicher Dinge auszudrücken“ (Valiulytė 1967: 90). „Die Präposition į wird mit der Bedeutung eines Vergleichsverhältnisses verwendet, wenn ausgesagt werden soll, dass ein Ding einem anderen ähnlich ist, d. h. Eigenschaften des anderen Dinges aufweist, das durch das abhängige Glied der Wortverbindung ausgedrückt wird“ (Valiulytė 1964: 107). „Die Präposition į wird auch in erstarrten Wortverbindungen verwendet, die aus Nominativ und Akkusativ desselben Wortes bestehen. In solchen Fällen wird die Gleichheit gleichartiger Dinge in irgendeiner Hinsicht ausgedrückt. Wie schön, wie groß die Erbsen sind – eine Erbse wie die andere (alle gleich)“ (Valiulytė 1964: 108). Eine ähnliche Auffassung von Elena Valiulytė findet sich auch in LKG2 1971: 621f.
16 Vgl. „Eine nicht-symmetrische Relation wird zu „einer Relation, die mindestens eine asymmetrische Instanz aufweist“ (Partee 2008: 4). Beispielsweise impliziert Jiedu pasisveikino ‚Die beiden begrüßten einander‘, dass jis pasisveikino su ja ‚er sie begrüßte‘ oder ji pasisveikino su juo ‚sie ihn begrüßte‘, aber nicht notwendigerweise umgekehrt, d. h., wenn sie ihn begrüßte, hat er sie nicht notwendigerweise begrüßt.
17 Vgl. „Eine asymmetrische Relation wird zu „einer Relation, die keine symmetrischen Instanzen aufweist“ (Partee 2008: 4).
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Sätze 12–1518. Weniger symmetrische reziproke Prädikate können wie symmetrische verwendet werden; vgl. Sätze 16–17, in denen die wechselseitige Beziehung anhand eines gemeinsamen Merkmals (Vergleichskriteriums) – des Aussehens – bestimmt wird. Anders gesagt: Symmetrie ist graduell (abgestuft)19. Die Verwendung reziproker Konstruktionen hängt mit inhärenter Symmetrie zusammen: Typische symmetrische Prädikate (gleich, identisch) werden in monadischen und dyadischen Konstruktionen verwendet, weniger symmetrische oder asymmetrische in monadischen oder dyadischen Konstruktionen (senkrecht; vgl. außerdem nahe im Sinne von „fast gleich, etwas entsprechend“, z. B.: Die Übersetzung ist dem Original nahe (LKŽe), aber *Das Original ist der Übersetzung nahe; vgl. außerdem: Übersetzung und Original sind einander nahe,?Original und Übersetzung sind einander nahe, *Das Original ist mit der Übersetzung nahe).
(16) Der Sohn sieht dem Vater ähnlich.
(17) Der Vater sieht dem Sohn ähnlich.
In den Sätzen 16–17 (wie auch in den Sätzen 10–11) wird dieselbe wechselseitige Situation unterschiedlich interpretiert. In Satz 16 wird als Bezugspunkt der durch den Patienten-Nominativ ausgedrückte ähnliche Sohn des zweiwertigen Prädikats gewählt; die Präpositionalphrase mit į drückt das dem Komparativ entsprechende indirekte Objekt aus (į tėtį). In Satz 17 wird dieselbe Situation anders interpretiert: Als Bezugspunkt wird der im Satz als Subjekt fungierende Vater gewählt, als dem Komparativ entsprechendes indirektes Objekt dagegen der Sohn.
Tokie į subjektą orientuoti (angl. subject-oriented Knjazev 2007: 119; Nedjalkov, Geniušienė 2007: 41520) aleliniai predikatai 1–17 intranzityviniuose sakiniuose skiriasi nuo į objektą orientuotų (angl. object-oriented Knjazev 2007: 119; Nedjalkov, Geniušienė 2007: 415) 18–20 sakiniuose. Tranzityviniuose sakiniuose tarpusavio santykis yra tarp dviejų objektų: kai vienas iš jų eina tiesioginiu, o kitas – netiesioginiu objektu, žymimu 18 sakinyje su konstrukcija, arba jie abu sakinyje
18 „Wir können daraus schließen, dass der Vertrautheitsgrad der Aktanten eines symmetrischen Prädikats umgekehrt mit dem Grad ihrer Vertauschbarkeit korreliert“ (Knjazev 2007: 141). Wie Leonardas Talmy sagt, ist das Vergleichsobjekt (der Gegenstand, der verglichen wird) pragmatisch betrachtet weniger stabil und kleiner als der Vergleichsstandard (der Gegenstand, mit dem verglichen wird): „das als Grund gewählte Element ist gewöhnlich stabiler, größer und geometrisch komplexer als die Figur“ (Talmy 1983: 231, zitiert nach Knjazev 2007: 142).
19 „Wechselseitige Situationen sind selten vollständig symmetrisch“ (Haspelmath 2007: 2088; eine ähnliche Auffassung findet sich auch bei Knjazev 2007: 116ff.). Ausführlicher zur graduellen Symmetrie reziproker Prädikate siehe Partee (2008).
20 „In subjektorientierten Konstruktionen werden die Reziprokanten [d. h. zwei obligatorische, symmetrisch aufeinander bezogene semantische Argumente] entweder durch das Pluralsubjekt in einfachen reziproken Konstruktionen oder durch das Subjekt und ein Nichtsubjekt, meist ein Nichtdirektobjekt, in diskontinuierlichen reziproken Konstruktionen bezeichnet“ (Nedjalkov, Geniušienė 2007: 415).
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ist das direkte Objekt, das in Satz 19 homogen durch eine Pluralform oder in Satz 20 heterogen mit der nebenordnenden Konjunktion und ausgedrückt wird.
(18) Am Anfang identifizierten die Menschen die Götter [P] mit der Natur [Comp]. (zitiert nach Sližienė 2004: 297)
(19) Sie identifizieren in Wirklichkeit völlig verschiedene Dinge [P]. (zitiert nach Sližienė 2004: 297)
(20) Die Menschen identifizierten die Götter und die Natur21.
Im Folgenden geht es um positive subjektorientierte reziproke Prädikate (Adjektive), die inhärent zweiwertig sind, d. h. zwei freie Stellen für ihre Argumente eröffnen; die semantische Bestimmung der Aktanten eines solchen Prädikats hängt davon ab, wie die Beteiligten an der wechselseitigen Situation interpretiert werden, d. h. davon, welcher Beteiligte oder welche Beteiligten als Bezugspunkt gewählt werden. Im Satz wird die wechselseitige Beziehung zwischen zwei oder mehr Beteiligten durch reziproke – monadische und/oder dyadische – Konstruktionen ausgedrückt. Mit ihnen wird typischerweise ein komplexes Ereignis bezeichnet (engl. complex event; a join action or plurality of events, two sub-events), d. h. zwei (oder mehr) gleichzeitige (engl. simultaneous) Propositionen (wenn wir sagen Jonas ist Petras gleich, behaupten wir zugleich – ungeachtet pragmatischer, morphosyntaktischer oder anderer Unterschiede –, dass Petras Jonas gleich ist22.
Untersucht werden die Besonderheiten des Ausdrucks des zweiten Aktanten – des indirekten Objekts – sowie die Gebrauchstendenzen in dyadischen subjektorientierten Konstruktionen23. Für die Erörterung ist relevant, was die litauischen Grammatiker zur Markierung des indirekten Objekts bei den genannten Adjektiven sagen (siehe Abschnitt 2). Anschließend werden anhand der Daten des am Zentrum für Computerlinguistik der Vytautas-Magnus-Universität zusammengestellten Korpus der Texte der Gegenwartssprache Litauisch (im Folgenden DLKT) die Ausdruckstendenzen des Objektaktanten reziproker Adjektive beschrieben (siehe Abschnitt 3), die Besonderheiten adjektivischer Ableitungen behandelt (siehe Abschnitt 4) und all dies zusammengefasst (siehe Abschnitt 5).
21 Vgl. außerdem die im LKŽe angeführten Beispiele mit dem Verb lyginti „etwas für gleich, gleichwertig oder ähnlich halten; etwas etwas gleichstellen“: Einen solchen schlechten Menschen mit einem bösen Tier vergleicht A. Baran. Es ziemt sich nicht, einen Betrunkenen mit einem Tier vergleicht Sz. Du wagst es, mich mit ihm zu vergleichen? NdŽ.
22 Nicht behandelt werden im Artikel Beispiele attributiver oder prädikativer Verwendung, bei denen der Objektaktant impliziert wird und sich aus dem Kontext erschließt, z. B.: Das Süßwarenunternehmen „Vilniaus Pergalė“ arbeitet seit einem Jahr mit dem analogen Tallinner Unternehmen „Kalev“ zusammen (vgl. jai) DLKT; Gegen Ende des Jahrhunderts entstanden nationale Bestrebungen, es bildete sich die Richtung der „polnischen Renaissance“ heraus, der Neobarock und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein eigener „Herrenhausstil“. Eine analoge Entwicklung ist auch für die in Litauen errichteten Herrenhauspaläste charakteristisch. Die Übergangsphase um die Mitte des 19. Jahrhunderts behandelte Levandauskas DLKT.
23 „Es gibt Gründe, die einfache Konstruktion als grundlegend für grammatische Reziprozität und die diskontinuierliche Konstruktion als grundlegend für lexikalische Reziprozität anzusehen“ (Nedjalkov, Geniušienė 2007: 383).
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2. BESCHREIBUNG DER AUSDRUCKSFORM DES INDIREKTEN OBJEKTS BEI ALLELISCHEN ADJEKTIVEN IN LITAUISCHEN GRAMMATIKWERKEN
Ein Blick in die Werke zur litauischen Sprache zeigt, dass die Meinungen hinsichtlich der Ausdrucksform des Objekts bei den hier behandelten Adjektiven auseinandergehen. So schreibt Adelė Valeckienė in der akademischen Grammatik der litauischen Sprache (im Folgenden – LKG) (LKG3 1976: 240), dass bei Verbindungen der Adjektive lygus, tolygus, tapatus u. a. mit einem Substantiv der Dativ eine Person oder Sache bezeichnet, der etwas entspricht oder nicht entspricht. Ihrer Ansicht nach wird die Sache, der etwas bei den Adjektiven lygus, panašus, tapatus u. a. entspricht oder nicht entspricht, auch durch den Instrumental sowie durch die Präposition su bezeichnet, z. B.: Währenddessen trat sein Bruder, der ihm wie zwei Wassertropfen ähnlich war, demselben Gut bei (LKG3 1976: 254; siehe auch 15, 475; eine ähnliche Ansicht findet sich bei Jakaitienė, Laigonaitė, Paulauskienė 1976: 49, 227). Mit dem Adjektiv panašus bezeichnet eine Konstruktion mit der Präposition į das Objekt, dem der verglichene Gegenstand ähnlich ist (LKG3 1976: 250).
Elena Valiulytė Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (toliau – DLKG) (2006: 514) teigia, kad būdvardžiai lygus, tolygus, tapatus, sinonimiškas vartojami su naudininku. Su būdvardžiais lygus, panašus eina ir su konstrukcija: „„sūnus lygus su tėvu, mes su broliu panašūs (bet: jis panašus į brolį)“ (DLKG 2006: 523). Nijolė Sližienė, aprašydama DLKG (2006: 615) sakinio modelius, taip pat laikosi nuomonės, kad, pavyzdžiui, būdvardžio lygus komplementas gali būti pasakytas ir naudininku, ir prielinksnio su konstrukcija.
Jonas Šukys (1998: 148t), aptardamas lietuvių kalbos linksnių ir prielinksnių vartoseną, rašo, kad „yra būdvardžių, valdančių objekto naudininką24. Tai dažniausiai būdvardžiai artimas, <...> priešingas, statmenas... <...>“. Dėl glaustumo (ekonomiškumo), trumpumo ar sinonimiškumo su panašus (į ką) kalbininkas (Šukys 1998: 34t) siūlo objekto naudininką rinktis ir vartojant tarptautinius adekvatus25, analogiškas, sinonimiškas. J. Šukys sako, kad „su būdvardžiais panašus, tapatus, analogiškas, proporcingas, statmenas <...> prielinksnio su konstrukcijos neįprastos“ (t. p.: 504; plg. Šukys 1978: 10126). Būdvardžiai lygus, lygiagretaus valdą objektą reiškiančias prielinksnio su
24 „Der Dativ bezeichnet gewöhnlich das Objekt, d. h. eine Sache oder Person, auf die eine Handlung gerichtet ist und für die etwas getan wird“ (Šukys 1998: 147). „Der an ein Adjektiv angeschlossene Dativ bezeichnet ein Objekt <...>, auf das die Eigenschaft gerichtet ist“ (LKG3 1976: 239).
25 Vgl. die Auskunft der VLKK zur Frage: „Welchen Kasus verlangt das internationale Adjektiv „adekvatus“? Den Dativ. Adekvatūs kam, ebenso wie tapatus kam, z. B.: Sein Arbeitsentgelt ist den gegenwärtigen Aufgaben angemessen.“ (zitiert aus: http://konsultacijos.vlkk.lt/lit/292)
26 Vgl.: „Bei den Adjektiven panašus, analogiškas sollten Konstruktionen mit der Präposition su besser vermieden werden“ (Šukys 1978: 101).
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konstrukcijas (Šukys 1998: 504; 1978: 101). Pagal lygiagretus J. Šukys siūlo vartoti ir paralelus (Šukys 1998: 34).
J. Šukys und Aldonas Pupkis vertreten in den Sprachhinweisen (im Folgenden – KP) (KP S2 2003: 98; vgl. Šukys 1998: 154) die Auffassung, dass „panašus, -i (panašumas) su kuo zu vermeiden ist (vngt.27): Ähnlich mit dem Bruder (– dem Bruder ähnlich). Die Ähnlichkeit des Kindes mit dem Vater (– dem Vater ähnlich) ist offensichtlich.“ Ihrer Meinung nach sollte auch der Objekt-Dativ bei lygiagretus vermieden werden; hier sei die Konstruktion mit der Präposition su vorzuziehen, zum Beispiel: Diese Linie ist parallel zur Dreiecksgrundseite (– mit der Dreiecksgrundseite) (KP S1 2003: 43; ähnlich Šukys 1998: 154, 504). Bei den Adjektiven analogiškas, artimas, identiškas, proporcingas, simetriškas, tapatus sei hingegen die Konstruktion mit der Präposition su zu vermeiden; das Objekt solle im Dativ stehen, zum Beispiel: Die französische Außenpolitik erwies sich als nicht identisch mit der amerikanischen Politik (– der amerikanischen Politik) (KP S2 2003: 98f.). J. Šukys und A. Pupkis bewerten den Gebrauch des Adjektivs tolygus mit der Präposition su als eine nachrangige (aber mögliche) Variante des Dativs, z. B.: Kein Kind ist seinen Eltern ebenbürtig (|| seinen Eltern), statmenas zusammen mit der Präposition su sei dagegen ein Sprachfehler und in der Standardsprache nicht zu verwenden (ntk.).
Aus dem kurz Gesagten ergibt sich die Frage, welche Ausdrucksform des indirekten Objekts Sprachverwender bevorzugen. Antworten auf diese und weitere Fragen werden nach der Besprechung des vom DLKT bereitgestellten Materials gesucht (Kapitel 3). Hier zeigt sich zunächst, dass in Sätzen des Typs 10–17 für den Ausdruck des indirekten Objekts eine Konstruktion mit der Präposition su zu erwarten ist, die beispielsweise bei lygus eine (freie) Dativvariante, bei panašus zu vermeiden und bei statmenas unzulässig wäre. Anders gesagt, ist für die indirekten Objekte der hier behandelten allelischen Prädikate folgende Markierung möglich: įAcc (panašus), Dat/suInstr (lygus), Dat (statmenas) oder suInstr (lygiagretus).
3. AUSDRUCKSFORM DES INDIREKTEN OBJEKTS BEI ALLELISCHEN ADJEKTIVEN IM DLKT
Den größten Teil des DLKT bilden schriftliche, häufig redigierte Texte unterschiedlicher Genres (Publizistik, belletristische, Sach- und Verwaltungsliteratur). Ein Teil davon ist übersetzt. Beispiele aus der gesprochenen Sprache sind dort deutlich seltener. Der Artikel stützt sich auf 2 464 Beispiele aus unterschiedlichen Genres, in denen in diadischen Konstruktionen maskuline oder feminine Adjektivformen in verschiedenen Kasus verwendet werden: adekvatus, -i; analogiškas, -a; ekvivalentiškas, -a; identiškas, -a; lygiagretus, -i; lygus, -i; panašus, -i; proporcingas, -a; simetriškas, -a; sinonimiškas, -a; statmenas, -a; tapatus, -i; tolygus, -i.
27 „vngt. – weist darauf hin, dass die bewertete Erscheinung nicht als Norm der Standardsprache anerkannt ist: Sie ist zu vermeiden, weil sie bereits nicht normgerecht ist und keine Zukunftsperspektive hat oder noch nicht normgerecht, unzureichend erforscht usw. ist.“ (KP S1 2003: 9).
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Solche Sätze, in denen diese Adjektive in Gradkonstruktionen verwendet werden, wurden der Reihenfolge nach aus dem DLKT ausgewählt, indem das Adjektiv ohne Endung in dessen Suchfeld eingegeben wurde, zum Beispiel adekvat (verwendetes Suchkriterium: prasideda). 82,5% (2 034 Sätze) der untersuchten Sätze enthalten einen indirekten Objekt-Dativ, 14,4% (354 Sätze) eine Konstruktion mit der Präposition į und 3,1% (76 Sätze) eine Konstruktion mit der Präposition su. Das Material verteilt sich wie in Tabelle 1 dargestellt.
TABELLE 1. Realisierung des indirekten Objekts bei relationalen Adjektiven in Gradkonstruktionen
Adjektiv Realisierung des indirekten Objekts Satzanzahl į + Akk. Dat. su + Instr. adekvatus, -i 1 (0,4%) 221 (98,7%) 2 (0,9%) 224 (100%) analogiškas, -a – 225 (98,7%) 3 (1,3%) 228 (100%) ekvivalentiškas, -a – 68 (100%) – 68 (100%) identiškas, –a – 127 (96,95%) 4 (3,05%) 131 (100%) lygiagretus, -i – 100 (76,9%) 30 (23,1%) 130 (100%) lygus, -i – 178 (91,3%) 17 (8,7%) 195 (100%) panašus, -i 350 (98,3%) – 6 (1,7%) 356 (100%) paralelus, -i – 10 (100%) – 10 (100%) proporcingas, -a – 201 (99,5%) 1 (0,5%) 202 (100%) simetriškas, -a – 39 (97,5%) 1 (2,5%) 40 (100%) sinonimiškas, -a – 41 (100%) – 41 (100%) statmenas, –a 3 (1,9%) 157 (98,1%) – 160 (100%) tapatus, –i – 416 (97,4%) 11 (2,6%) 427 (100%) tolygus, –i – 251 (99,6%) 1 (0,4%) 252 (100%) INSGESAMT: 354 (14,4%) 2034 (82,5%) 76 (3,1%) 2464 (100%)
Wie Tabelle 1 zeigt, überwiegt – abgesehen vom Adjektiv panašus, -i – gemäß dem Gesetz der Sprachökonomie die Tendenz, das indirekte Objekt der hier behandelten Adjektive einheitlich, nämlich im Dativ, auszudrücken. Hier ist auch vienodas „mit nahezu oder völlig gleichen Eigenschaften, gleich“ zu erwähnen, dessen indirektes Objekt mit der Präposition su und dem Instrumental ausgedrückt wird, zum Beispiel:
(21) Esst doch. – Mama, wir haben so viel gegessen, wir wollen nicht mehr. – Probiert doch. – Wir wollen nicht, wir wollen nicht, wir haben schon sehr viel von allem gegessen. – Schau, Eglutė ist Linas gleich. DLKT
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(22) Solche EU-Bürger werden besser vor Ausweisung geschützt sein; in vielen wirtschaftlichen und sozialen Belangen wird ihre Lage derjenigen der EU-Bürger gleich sein su ES piliečių [padėtimi]. DLKT
Somit haben wir, abgesehen von einzelnen Fällen, in denen die Realisierung des indirekten Objekts „gemischt“ wird, drei vorherrschende Muster: den Dativ ((to)lygus, adekvatus u. Ä.), die Präposition į mit dem Akkusativ (panašus) sowie die Konstruktion aus der Präposition su und dem Instrumental (vienodas). Nachdem nun geklärt ist, wie das indirekte Objekt der untersuchten Adjektive in dyadischen Konstruktionen typischerweise markiert wird, ist es sinnvoll, adjektivische Ableitungen zu betrachten, deren Bedeutung dieselben zwei Valenzergänzungen impliziert wie die Bedeutung ihres Basiswortes. Im Folgenden ist zu untersuchen, wie die morphosyntaktische Realisierung der Aktanten adjektivischer Ableitungen der Markierung der Valenzaktanten des Basiswortes entspricht. Auch die Bedeutungsunterschiede sind wichtig.
4. ABLEITUNGEN RELATIONALER ADJEKTIVE
A. Valeckienė erklärt bei der Erörterung syntaktischer Wortverbindungen im LKG (LKG3 1976: 16ff.), dass in Verbindungen von Verben und Substantiven unterschiedliche Bedeutungsrelationen zu erkennen sind: Verbverbindungen drücken objektive Relationen aus, während entsprechende Substantivverbindungen attributive (modifizierende) Objektbeziehungen ausdrücken, vgl.: baut ein Haus und Hausbau. Vitas Labutis (1998: 91ff.) sagt, dass Verbindungen verbaler und adjektivischer Substantive mit dem Genitiv, mit anderen Kasus sowie mit Präpositionalgruppen, gelegentlich auch mit Infinitiv oder Halbpartizip, „eine besondere attributive, beschreibende Bedeutung mit einem tiefer empfundenen subjektiven, objektiven oder sonstigen adverbialen Beiklang“ haben. Bei der Nominalisierung der hier behandelten Adjektive geht es somit im Folgenden um regierte, d. h. von der Bedeutung des adjektivischen Substantivs geforderte Attribute, deren Realisierung, wie sich zeigen wird, mit der Basis- (bzw. monadischen oder dyadischen) Konstruktion zusammenhängt.
Axelis Holvoetas ir Artūras Judžentis (2003: 34), nagrinėdami veiksmažodinius daiktavardžius, atkreipia dėmesį į tai, kad „[d]aiktavardžio semantiškai reikalaujamų (reikšmes implikuojamų) papildymų sintaksinis būtinumas paprastai būna mažesnis nei atitinkamų veiksmažodžių“. Jurgis Pakerys (2006: 134t; dar žr. t. p.: 146) parodo, kad veiksmo pavadinimo konstrukcijose būtinųjų „dėmenų praleidimas būdingas“ ir „gali būti aiškinamas tam tikromis sąlygomis (apibendrintąja ir anaforine arba numanomąja vartosena)“.
Gestützt auf E. Valiulytės Beschreibung der Substantivverbindungen im LKG und DLKG (LKG3 1976: 206, 224; DLKG 2006: 514ff., 522; eine ähnliche Auffassung findet sich auch bei Šukys 1998: 149, 393) können wir sagen, dass sich aus
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Von Adjektiven, die den Dativ des indirekten Objekts oder Präpositionalfügungen mit į oder su regieren, abgeleitete Substantive verlangen entsprechend ebenfalls den Dativ oder die genannten Präpositionalfügungen: Begabung für Musik (vgl. begabt für Musik); Ähnlichkeit mit der Mutter (vgl. der Mutter ähnlich) usw. Im vorliegenden Fall eröffnen die Bezeichnungen abstrahierter Eigenschaften mit dem Suffix -umas zwei freie Positionen für abhängige Konstituenten: Eine davon steht gewöhnlich vor der Hauptkonstituente, die andere danach. Vergleichen wir beispielsweise die prädikativ verwendete diadische Konstruktion der Sohn ähnelt der Mutter mit der substantivischen Konstruktion einer Eigenschaftsbezeichnung die Ähnlichkeit des Sohnes mit der Mutter (war offensichtlich), sehen wir, dass bei Ähnlichkeit beide abhängigen Konstituenten durch das Basiswort regiert werden; die präpositionale abhängige Konstituente im Genitiv (des Sohnes) ersetzt das Subjekt im Nominativ von ähnlich; die typischerweise nachgestellte Fügung mit der Mutter wird automatisch dem indirekten Objekt des Basisworts zugeordnet. Die Beziehungen zwischen dem morphosyntaktischen Ausdruck von Komplementen bei relationalen Adjektiven in diadischen Konstruktionen und der Kennzeichnung von Attributen bei adjektivischen Substantiven sind in den Sätzen 23–34 zu sehen.
(23) Er wurde offenbar als Angemessenheit der irdischen Ordnung an die himmlische (Platons Staat) oder als Angemessenheit der empirischen Dinge (zweifellos einschließlich der Menschen) Ordnung an die mathematisch-symbolische Ordnung. DLKT
(24) Šalutinių sakinių funkcijų analogiškumą su atitinkamomis sakinio dalimis patvirtina ir dažnai galimas jų sinonimiškumas bei konkurencija. DLKT
(25) Doch laut einem Mitarbeiter des „Polygon“ ist nicht die Zahl der Exponate der Sammlung wichtig, sondern die Identität ihres Aussehens mit dem echten technischen Denkmal sowie die Qualität der geleisteten Arbeit. DLKT
(26) LLRI wandte sich bereits im Mai dieses Jahres schriftlich an das Finanzministerium und nannte konkrete Abgaben, deren Verhältnismäßigkeit ihrer Höhe zu den Kosten erhebliche Zweifel aufwirft, und schlug vor, eine Methodik auszuarbeiten, die Kriterien und Verfahren zur Festlegung der Höhe staatlicher Abgaben darlegt. DLKT
(27) Die Entsprechung der Hörner zu den litauischen Lėkiai-Pferden könnte eine tiefe mythologische Grundlage haben, die nicht nur dem indoeuropäischen Kulturraum eigen ist. Dass die Identität der Hörner mit den Pferden im symbolischen Denken kein Zufall ist, bestätigen auch zahlreiche weitere Beispiele. DLKT
(28) Heideggersche Konzeption: Die Sprache wird zum Subjekt, doch dieses wird vom Subjekt selbst beseitigt. Die traditionelle westliche Philosophie oder der Logozentrismus etablierte die Identität des Subjekts mit sich selbst sowie die ideale Nähe von Denken und Sprache, von Subjekt und Sprache. DLKT
(29) Savo atsiminimų knygoje panašaus idiliško vaizdelio sukeltą įspūdį taip aprašo: „Lyg staiga būtų atsivėrusi tuštuma, į kurią srūva viskas, ką myliu. Tapatumo su saule ir akmeniu pojūtis. DLKT
(30) Die historische Situation der Orte spiegelt sich auch in den Erzählungen über die Identitäten von Menschen mit der einen oder anderen Institution, einem konkreten Ort wider. Sie enthalten auch Informationen über Erholungsbedingungen und die Arten der Freizeitaktivitäten der Menschen. DLKT
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(31) Anglų kalba yra išleista Jean Chinoda Bolen knyga „Deivės kiekvienoje moteryje“; joje kalbama apie moterų archetipus. Kiekviena moteris gali atrasti panašumų į deivę – Artemidę, Persefonę ar Demetrą.
DLKT
(32) Vyno medis. Kalbėsime visai ne apie vynuoges. Ir jokio panašumo su vynuogėmis šis medis neturi.
DLKT
(33) Toks yra J. Barilaitės videodarbas, kuriame ji pro tvarto langą užfiksuoja ir tipiškų lietuviškų laukų peizažą (jo panašumas su netoliese kabančiu P. Kalpoko peizažu – akivaizdus), ir jo nebepaleidžia. DLKT
(34) Linija primena tiek A. Vaičiulaičio moters-žvėrelio paralelę („Moteris vėlyvą meta“), tiek N. Mazalaitės savarankiškos moters tipažą („Svetimieji“). Panašumą neoromantikų kūrybai28 reikėtų vertinti kaip teigiamą rinkinio bruožą, nes tai nėra koks tyčinis idėjų generavimas, bet natūralus grįžimas. DLKT
Aus den in Tabelle 2 dargestellten DLKT-Daten geht hervor, dass solche Bezeichnungen von Eigenschaften analog zur Realisierung des indirekten Objekts des Basisworts in dyadischen Konstruktionen ebenfalls den Dativ sowie Konstruktionen mit den Präpositionen in, mit regieren. Die spärlichen Beispiele im DLKT erlauben keine allgemeine Aussage darüber, ob die Konstruktionen mit Eigenschaftsbezeichnungen quantitativ der Realisierung des indirekten Objekts bei Adjektiven entsprechen. Andererseits fällt beim Vergleich der Kennzeichnung des indirekten Objekts der Basisformen ähnlich, identisch (vgl. Tabelle 1) mit dem postpositionalen Satzglied der Ableitungen Ähnlichkeit, Identität die häufigere Verwendung der Präposition mit und des Instrumentals ins Auge. Im Fall von Identität lässt sich die Verwendung der Konstruktion mit der Präposition mit auf zweierlei Weise erklären: Die Verwendung von mit in der Konstruktion mit einer Eigenschaftsbezeichnung wurde entweder aus den zugrunde liegenden dyadischen Konstruktionen übernommen (vgl. Satz 30: Menschen sind mit der einen oder anderen Institution, einem bestimmten Ort identisch) oder aus monadischen Konstruktionen (Menschen, die mit der einen oder anderen Institution, einem bestimmten Ort identisch sind). Die letztgenannte Interpretation der Konstruktion mit der Präposition mit wird beispielsweise auch in Satz 33 relevant.
28 Vgl. die Realisierung des indirekten Objekts im Lettischen im Dativ beim Adjektiv līdzīgs „ähnlich“: bērns līdzīgs tēvam; nekā tam līdzīga.
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TABELLE 2. Ausdruck der postpositiven abhängigen Konstituente bei adjektivischen Substantiven im DLKT
Adjektivisches Substantiv
Ausdruck des einen indirekten Objektaktanten realisierenden Aktanten
Satzanzahl
ĮACC
DAT
SUINSTR
Adäquatheit
28 (100%)
28 (100%)
Analogie
–
–
1 (100%)
1 (100%)
Äquivalenz
–
–
–
–29
Identität
–
2 (66,7%)
1 (33,3%)
3 (100%)
Parallelität
–
–
–
–
Gleichheit
–
–
–
–
Ähnlichkeit
98 (57,3%)
2 (1,2%)
71 (41,5%)
171 (100%)
Parallelität
–
–
–
–
Proportionalität
–
3 (100%)
–
3 (100%)
Symmetrie
–
–
1 (100%)
1 (100%)
Synonymie
–
1 (100%)
–
1 (100%)
Rechtwinkligkeit
–
–
–
–
Identität
–
26 (57,8%)
19 (42,2%)
45 (100%)
Gleichmäßigkeit
–
1 (100%)
–
1 (100%)
INSGESAMT:
98 (38,6%)
63 (24,8%)
93 (36,6%)
254 (100%)
Eine klarere Grundlage dafür, den Gebrauch der Präposition su in Eigenschaftsbezeichnungskonstruktionen auf monadische Konstruktionen zu stützen, findet sich in den Sätzen 35–37, wo das abhängige Glied des Substantivs panašumas, das mit su und dem Instrumental ausgedrückt wird, als pragmatisch weniger wichtig verstanden werden kann als das Glied, das im Genitiv ausgedrückt werden kann oder wird. In den Fällen, in denen die Beteiligten an der wechselseitigen Situation gleich wichtig sind (wie in den Sätzen 1–2), werden die abhängigen Glieder von panašumas durch eine Pluralform oder durch zwei Substantive oder Pronomen ausgedrückt, die mit der nebenordnenden Konjunktion ir verbunden sind (siehe Sätze 38–41). Aus den Sätzen 42–43 geht hervor, dass die wechselseitige Beziehung aktualisiert werden kann
29 „–“ bedeutet, dass DLKT nur solche Beispiele liefert, die derivationell mit monadischen Konstruktionen verbunden sind. Z. B.: Nach Jonas Laužikas beruht „die allgemeine Wirkung der Umwelt auf Erfahrung und Erleben“ [10, S. 40]. Mit anderen Worten: „Die Adäquatheit der psychischen Strukturen und der Umweltstrukturen (Identität gleichartiger Natur) ist die Grundlage des Handelns.“ Zur Bewertung der semantischen Äquivalenz objektbezogener und relationaler Strukturen wird ein Objektcluster bestimmt – die gemeinsamen terminalen Objekte beider Schemata. Anschließend vergleichen dritte Übersetzer die Äquivalenz beider Versionen.
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indem man seinen Ausdruck verdoppelt – durch die Verwendung des Modifikators gegenseitig; ähnlich wie in den Sätzen 6–8 (siehe auch weiter unten). Die Verwendung der Präposition mit und des Instrumentals mit dem Substantiv Ähnlichkeit wird möglicherweise durch sich ähneln beeinflusst (siehe weiter unten).
(35) Ich werde dich überholen. Schnell isst er auf und sagt: – Ich habe gewonnen, du aber nicht. Wir essen Schokolade. Linas sagt: – Ich werde es teilen, ich bin ein Teiler. Wegen der Ähnlichkeit mit Papa wiederhole ich (vgl. Er ähnelt Papa): – Beide sind sehr so. Ein paar Minuten später sagt Linas: – Wir sind sehr solche Bären. DLKT
(36) Zuvor war es ihm gelungen, sich die Unterstützung eines von fünf Wählern zu sichern. Herr Forteinas bestritt jegliche Ähnlichkeit mit Jean-Marie Le Pen (vgl. Herr Forteinas bestritt, dass er Le Pen ähnele), doch seine Äußerungen verschärften die Spannungen in dem kleinen Land, in dem Einwanderer nichtwestlicher Herkunft fast 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. DLKT
(37) Über das politische System Litauens habe ich auch in meiner Magisterarbeit geschrieben. Litauen weist viele Ähnlichkeiten mit Norwegen auf (vgl. Litauen ähnelt Norwegen30) – es ist ein kleines Land mit einem großen Agrarsektor, dieses Volk hat eine lange Geschichte... – Was würden Sie als die Hauptprobleme bezeichnen? DLKT
(38) Die Drehbuchautoren der Serie, in der Lilija mitspielte, waren von der Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter sehr beeindruckt. DLKT
(39) Diese Eigenschaften sind vielen Dingen eigen (sogar einem Menschen, einem Apfel oder einem Trolleybus). Deshalb sagen sie nichts über einen Tisch oder einen Stuhl aus. Die Ähnlichkeit von Tisch und Stuhl wird durch ganz andere Eigenschaften beschrieben – beide sind Möbel, meist aus Holz und vierbeinig. DLKT
(40) Markas stellte mit ausladenden Gesten das Geschirr zusammen, während Hela in der Zwischenzeit ruhig ihre Tochter mit Harium beobachtete. Karina sah großartig aus; wenn Markas also eine Ähnlichkeit zwischen den beiden erkannte, war das nur ein Kompliment. DLKT
(41) In all diesen Beispielen wird die Ähnlichkeit von Wörtern dargestellt, die sich sowohl auf den einen als auch auf den anderen Menschen beziehen; dabei bleibt jedem Gegenstand eine eigene Bedeutung erhalten, und dem Vergänglichen wird das Vergängliche zugeschrieben. DLKT
(42) Weder die typologische und kulturelle Fremdartigkeit der Siedlung Kubilėliai gegenüber den spätneolithischen Fundstätten des unteren Nemunas noch ihre gegenseitige Ähnlichkeit lässt sich nachweisen, und, so seltsam es auch erscheinen mag, auch ihre Nähe zum spätmesolithischen Komplex von Lampėdžiai (deutet das etwa darauf hin, dass der Komplex von Kubilėliai nicht rein ist?). DLKT
(43) Das Wichtigste ist, die Entwicklung „zu spüren“ und „zu verstehen“. Die Ähnlichkeit der Entwicklungsverläufe der kindlichen Psyche wird also nicht allein durch das Alter bestimmt. Alter und Entwicklung gleichzusetzen ist schädlich, sagt K. Otto. DLKT
30 Vergleiche auch den DLKT-Satz: Die finnische Wirtschaft hängt stark vom Export ab. Sowohl unser Export in den Osten als auch der in den Westen hatte große Schwierigkeiten. In dieser Hinsicht ähneln wir Litauen – beim EU-Beitritt hatten wir eine sehr schwierige wirtschaftliche Lage. Wir wollten den Menschen nicht sagen: Wenn wir der EU beitreten, wird sich alles verbessern.
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Bei adjektivischen Ableitungen auf -umas wird das Verhältnis zwischen zwei oder mehr Aktanten auch durch eine Konstruktion mit der Präposition tarp und dem Genitiv ausgedrückt³¹. J. Šukys (1998: 512ff.) zufolge bezeichnet die Präposition tarp mit dem Genitiv in Sätzen wie Zwischen Vater und Sohn kam es zum Streit, Zwischen den beiden Ländern beginnen Verhandlungen gewöhnlich mit einem pluralischen Genitiv, bei einem singularischen müssen es mindestens zwei Genitive sein, das Objekt – genauer gesagt die Objekte –, zwischen denen eine Diskrepanz besteht oder zwischen denen Konflikte oder Kommunikation stattfinden³². Bei der Bestimmung des Satzglieds sollten wir hier also die Frage kam es oder wird es kommen ZWISCHEN WEM? stellen. Möglich ist aber auch die Frage kam es WOZU? (vgl. der Streit kam hier, im Klassenzimmer, auf³³). J. Šukys schreibt, dass Konstruktionen mit der Präposition tarp und objektiver Bedeutung attributiv werden, wenn sie ein Substantiv näher bestimmen, zum Beispiel Die Zusammenarbeit (WELCHE?) zwischen den baltischen Staaten. Hier seien, so Šukys (1998: 517), auch Genitivkonstruktionen möglich, etwa die Zusammenarbeit der baltischen Staaten; „mit dem Genitiv drückt man es kürzer und geläufiger aus“³⁴. Semantisch ist die Konstruktion mit tarp mit dem als Subjekt fungierenden Wort Streit im Satz Zwischen Vater und Sohn kam es zum Streit verbunden (ZWISCHEN WEM? WESSEN?), ähnlich wie in den Sätzen 45–46. E. Valiulytė (LKG3 1976: 216) schreibt bei der Besprechung von Nominalgruppen mit der Präposition tarp, dass sie attributive objektive Beziehungen ausdrücken, zum Beispiel Es ist doch lächerlich – was für eine Freundschaft kann es zwischen Kater, Hund und Hirten geben; Frieden zwischen ihnen und uns ist unmöglich. Und „[o]bjektive Bedeutungsgruppen bilden Verben, die eine wechselseitige Handlung ausdrücken, mit der Präposition tarp und dem reflexiven Pronomen savęs, z. B.: sie schauten sich untereinander an, sie sind untereinander uneinig. <...> [Die Pferde] vertragen sich untereinander sehr gut“ (LKG3 1976: 105).
(44) SOKRATES. Also ist klar, dass die Ursache des Unglücks jener, deren Meinung darüber, was existiert, falsch ist und die sich täuschen lassen, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Dingen ist. PHAIDROS. Ja, so ist es. DLKT
(45) In einem alten Städtchen, dessen Name längst vergessen ist, lebten zwei Schwestern. Sie waren beide neunzehn Jahre alt. Damit endete die Ähnlichkeit zwischen den Schwestern. DLKT
31 Für die Einsichten und Gedanken, die mir bei der Suche nach den Ursachen für den Gebrauch von Konstruktionen mit tarp geholfen haben, bin ich Dr. Roland Mikulskas aufrichtig dankbar.
32 Eine ähnliche Auffassung von J. Šukys und A. Pupkis findet sich auch in KP S2 2003: 107. Vgl. außerdem Fußnote 10.
33 Der Zusammenhang mit der lokativen Bedeutung ist auch in folgendem Satz aus DLKT erkennbar: Natürlich war ich mir nicht sicher, ob mein Bottom Moloj trocken war, denn die Stunde seiner Austrocknung war noch nicht gekommen. Hinsichtlich der Hauptmerkmale war ich jedoch beruhigt; eine gewisse Ähnlichkeit war vorhanden. Und wenn die Diskrepanz viel größer gewesen wäre, hätte ich sie nicht bedauern müssen.
34 Plg. dar J. Šukio (1978: 108) mintį: „kai išblukusios vietos reikšmės konstrukcija apibūdina ne veiksmažodį, o daiktavardį, geriau pabrėžti požymį ir prielinksnio tarp konstrukciją keisti kilmininku. Pvz.: Mokslininkams rūpi priežastiniai ryšiai tarp reiškinių (geriau priežastiniai reiškinių ryšiai)“.
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(46) Die Arbeit des Drechslers ist sauber und hat nichts mit dem Ableiten von Abwasser zu tun. Eine Ähnlichkeit zwischen Drechsler und Abwasserableiter besteht dennoch. Das Ergebnis der Arbeit beider sind Werkstücke. DLKT
Wenn wir J. Šukys’ Gedanken berücksichtigen, dass die objektiv bedeutende Konstruktion tarp in Zwischen Vater und Sohn kam es zum Streit mit dem Prädikat (Verb) kam verbunden ist, sollten wir sagen, dass dies auch beispielsweise für Satz 47 gilt, in dem finden das Prädikat bildet (ZWISCHEN WEM?). Syntaktisch lässt sich hier offenbar ein Zusammenhang mit adverbialen Konstruktionen der Präposition tarp in lokativer Bedeutung erkennen, wie sie in Sätzen vorkommen, in denen ein drittes Objekt zwischen zwei (oder mehreren) konkreten Dingen (oder deren Gesamtheit) genannt wird, z. B. Das Schiff blieb stecken (WO?) zwischen den Eisschollen (zitiert nach Šukys 1998: 513). In den Sätzen 47–49 werden die Konstruktionen mit tarp auf der Grundlage lokativer Konstruktionen mit tarp gebildet; sie bezeichnen den Raum, in dem sich ein Merkmal manifestiert, während sie in den Sätzen 44–46 attributiv verwendet werden. Semantisch ist eine solche Konstruktion mit tarp mit dem Wort Ähnlichkeit verbunden, das eine wechselseitige Beziehung impliziert und durch semantische Übertragung als eine Art abstraktes Ding (eine Sache) aufgefasst werden kann (vgl. Welches (ähnliche) Ding haben Sie (WO?) zwischen mir und Ihrer Auserwählten gefunden). Wie hängt eine solche lokative Konstruktion mit tarp mit der Konstruktion tarp savęs zusammen, die ihrem Wesen nach eine wechselseitige Beziehung ausdrückt? Tarp savęs ist ein subjektorientierter, d. h. semantisch mit dem Subjekt verbundener Modifikator (Sie sind untereinander ähnlich). Eine semantische Verbindung mit dem Argument des Prädikats, d. h. Orientierung35, weist auch die typischerweise adverbiale Konstruktion mit tarp auf, die aus der Funktion eines Modifikators in die eines Komplements überführt (engl. promoted) werden kann (Zwischen ihnen (WO? WESSEN?) besteht Ähnlichkeit; Die Ähnlichkeit (WELCHE? WESSEN?) zwischen den Schwestern endete hier).
(47) Die meisten Ähnlichkeiten finden wir zwischen Helmodos Erzählung und dem sechsten Kapitel von Lebuins Leben, in dem das jährliche Treffen des sächsischen Stammesbundes mit besonders vielen Einzelheiten beschrieben wird. DLKT
(48) Ich versuchte zu vergessen. Vergebens. Niemand sonst kann Sie mir ersetzen. Habe ich wenigstens ein Glas Champagner verdient? P. S. Audrius, ich bedaure Sie aufrichtig. Welche Ähnlichkeit haben Sie zwischen mir und Ihrer Auserwählten gefunden? Haben Sie vielleicht angerufen? Vergebliche Mühe, denn ich bin nicht die Richtige. DLKT
(49) Die Haltung des Wissenschaftlers gegenüber der sinnlichen Welt ist völlig entgegengesetzt. Ihre Unsichtbarkeit ist ganz anders als ihre Sichtbarkeit. Zwischen ihnen besteht keine Ähnlichkeit und keine Symmetrie. Indem er das Phänomen mit der Zange seiner Methode zerdrückt, versucht der Wissenschaftler, das „eigentliche“ transzendente Sein zu ergreifen und seinem Willen zu unterwerfen. DLKT
J. Pakerys (2006: 125) atkreipia dėmesį, kad darybos požiūriu daiktavardinis junginys bendradarbiavimas tarp rašytojo ir vertėjo yra susijęs su veiksmažodiniu rašytojas ir vertėjas bendradarbiauja (t. y. monadinėmis konstrukcijomis). Vadinasi, daiktavardinis panašumas tarp tekintojo
35 Orientacijos terminas vartojamas pagal A. Holvoet (2009: 99).
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und des Durchsickernden bezeichnen in Satz 46 ähnliche attributive Relationen wie von Mutter und Tochter (vgl. ihre) Ähnlichkeit in Satz 38. Wenn man die Konstruktionen mit der Präposition zwischen mit den monadischen Konstruktionen in den Sätzen 1–2 und 5–7 vergleicht, müssen die grammatischen und semantischen Gründe für die Verwendung von zwischen durch einen Vergleich mit den in den Sätzen 38–43 verwendeten Konstruktionen ermittelt werden.
Aus den Beispielen des DLKT geht hervor, dass die syntaktische Erweiterung der Nominalphrase die Wahl der Konstruktionen mit der Präposition zwischen beeinflusst: zwischen wird gewählt, wenn das Kernwort der Nominalphrase und/oder seine abhängigen Elemente eigene Modifikatoren (Attribute) haben (siehe Sätze 50–54; vgl. auch Satz 41). Auch die kategoriale Realisierung der abhängigen Elemente bestimmt den Gebrauch von zwischen (siehe Sätze 55–57; vgl. auch Satz 48). Bei Satz 58 fällt die Möglichkeit einer doppelten Interpretation ins Auge: Die wechselseitige Beziehung wird entweder zwischen den Kindern und den ihnen wichtigen Menschen ausgedrückt (ähnlich wie etwa in Satz 57) oder zwischen den Kindern selbst als geschlossener Gruppe (engl. bounded set) und zugleich den ihnen wichtigen Menschen. Dass die Auffassung und Aktualisierung aller Mutuanten als geschlossene Gruppe die Ausdrucksweise der wechselseitigen Beziehung beeinflusst, ist auch in den Sätzen 59–61 zu erkennen. Folglich wird in den Fällen, in denen man die wechselseitige Beziehung innerhalb einer geschlossenen Mutuantengruppe aktualisieren möchte oder sie aktualisiert und spezifiziert wird, untereinander, unter sich gewählt; wenn jeder Mutuant einzeln gemeint ist, dagegen aufeinander oder Ähnliches (siehe Sätze 62–63; vgl. auch Sätze 5–7)36. Dass der Ausdruck der Aktualisierung und Spezifizierung der wechselseitigen Beziehung durch semantische Parameter der wechselseitigen Situation, genauer gesagt durch den Konfigurationsparameter (engl. configuration), eingeschränkt sein kann37, zeigt auch Satz 64, in dem aufeinander durch die sogenannte Ketten- (engl. chain) Konfiguration38 bedingt ist (wie in Satz 61 durch die Paar- (engl. pair)39konfiguration). Dies müsste jedoch noch gesondert eingehender untersucht werden.
(50) Jo tapyba plati ir galinga. Cezanne'as išvyko gyventi ir tapyti į Provansą, retai iš čia teišvažiuodamas. Pissarro: „Kaip keista matyti panašumą tarp jo Overo ir mano Pontuazo peizažų (plg. keista matyti jo ir mano peizažų panašumą;?keista matyti jo Overo ir mano Pontuazo peizažų panašumą)! Iš tikro, juk mes visada buvome kartu! DLKT
36 Vgl. „[M]it der Wendung unter sich sollte man nicht übermäßig häufig umgehen, besonders wenn sie eine reflexive Verbform verdoppelt und aus dem Satz klar hervorgeht, welche Handelnden durch die Handlung wie miteinander verbunden sind. Statt zu sagen Sie beide streiten sich ständig untereinander, wenn sie sich treffen, genügt es zu sagen beide streiten sich ständig, wenn sie sich treffen“ (Šukys 1998: 515).
37 „Der <...> Parameter configuration kommt zum Tragen, sobald mehrere Teilnehmer beteiligt sind, da dann auch die möglichen Permutationen dessen, wer auf wen einwirkt, variieren können“ (Majid, Evans, Gaby, Levinson 2011: 31).
38 „A könnte auf B einwirken, der auf C einwirken könnte, der wiederum auf D einwirken könnte, was zu einer linearen Ereignisfolge (A → B → C → D) führen würde“ (Majid, Evans, Gaby, Levinson 2011: 32t).
39 „A und B sowie ebenso C und D könnten in einer starken symmetrischen Interaktion stehen, ohne dass jedoch eine Interaktion zwischen den Paaren bestünde (A ↔ B; C ↔ D)“ (Majid, Evans, Gaby, Levinson 2011: 32t).
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(51) O. Spengler und seine Anhänger waren nicht die Einzigen, die Ähnlichkeiten zwischen dem heutigen „niedergangenen“ Europa und der sterbenden antiken Welt (vgl. die Ähnlichkeit zwischen Europa und der antiken Welt gesehen haben;?die Ähnlichkeit zwischen dem „niedergangenen“ Europa und der sterbenden antiken Welt gesehen haben). DLKT
(52) Über solche Verbrechen informierte die Polizei in offiziellen Mitteilungen; außerdem bemerkten Journalisten aus Florida häufig Ähnlichkeiten zwischen Verbrechen, die an weit voneinander entfernten Orten begangen worden waren, und schrieben darüber (vgl.?bemerkten Ähnlichkeiten zwischen Verbrechen, die an weit voneinander entfernten Orten begangen worden waren, und schrieben darüber). DLKT
(53) Er gibt sich dem Eindruck einer Symphonie hin; dabei scheint es ihm, als zögen alle Ereignisse des Lebens und der Welt vor seinen Augen vorbei. Doch wenn er wieder zu sich kommt, kann er keinerlei Ähnlichkeit zwischen dem Musizieren und dem, was er gesehen hat, angeben (vgl.?kann keinerlei Ähnlichkeit zwischen dem Musizieren und dem, was er gesehen hat, angeben). DLKT
(54) Es sind keine überzeugenden Argumente für eine Zuschreibung, dass dies lediglich der Auftakt zu einem ernsthafteren Werk sei. Übrigens vertraten einige Forscher die Auffassung, es gebe eine gewisse, sogar porträthafte Ähnlichkeit zwischen der Münchner Miniatur und dem Telšiai- Gemälde (vgl.?es gebe eine gewisse, sogar porträthafte Ähnlichkeit zwischen der Münchner Miniatur und dem Telšiai-Gemälde). Diejenigen, die diese Ähnlichkeit bestritten, führten als Beispiel das Porträt des österreichischen Kaisers Franz II. (1768–1835) an. DLKT
(55) Ich gestehe aufrichtig: Ich sehe keinerlei Ähnlichkeiten zwischen uns und euch (vgl. *ich sehe keinerlei Ähnlichkeiten zwischen uns und euch). Vielleicht sind wir gerade deshalb füreinander interessant und anziehend. Ein Italiener ist ein Este, ein Litauer nicht. DLKT
(56) [Er machte] 1777 auf Vico aufmerksam, erwähnte ihn jedoch bis 1797 in keiner seiner Publikationen; später erörtert er Vicos Konzept nicht ausführlich und erkennt auch keine Ähnlichkeiten zwischen sich selbst und Vico (vgl.?und keine Ähnlichkeiten zwischen sich selbst und Vico erkennt). DLKT
(57) Suchst du Parallelen zwischen dir selbst und den verkörperten Figuren (vgl. *suchst du Parallelen zwischen dir selbst und den verkörperten Figuren)? Wenn du Figuren erschaffst, siehst du, dass einige von ihnen viele Eigenschaften haben, die auch du selbst besitzt. Das ist alles, was diese Parallele ausmacht. DLKT
(58) Bei Kindern, die Ähnlichkeiten untereinander und mit ihnen wichtigen Menschen gefunden haben, wächst das Gefühl des eigenen Wertes. DLKT
(59) Und die Axiome der euklidischen Geometrie – „Was demselben gleich ist, ist auch einander gleich“, oder „Das Ganze ist größer als der Teil“ – geben keinen Anlass zu Zweifeln. DLKT
(60) Ich stelle nur fest, dass diese Kinder des Exils eine Art eigene Gruppe unter den Jugendlichen bilden: sie treten nicht allzu sehr in Erscheinung, sie verkehren eher nicht mit anderen, sondern untereinander. Und ihr Umgang miteinander ist viel stiller, nicht wie bei all den anderen. DLKT
(61) 44 Teilnehmerinnen traten nach dem Schweizer System (10 Runden) gegeneinander an. Jedes Paar spielte (d. h. miteinander) zwei Partien – einmal mit den weißen und einmal mit den schwarzen Figuren. DLKT
(62) Beide waren einander ähnlich wie Zwillinge; unterscheiden konnte man sie nur an den blank polierten Sternchen auf den Schulterstücken: Der Vorgesetzte hatte vier, der Fahrer zwei. DLKT
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(63) Neben den Bauern aus Konya: die Figuren von Mutter, Vater, Tochter, Großvater und Onkel; alle einander ähnlich wie ein Ei dem anderen – das ist das Ergebnis zahlreicher wechselseitiger Beziehungen. DLKT40
(64) Auf den Wegen der Vedantiker, Daoisten, Stoiker, Sufis und Pantheisten näherte man sich schrittweise einem objektiven Verständnis des Absoluten. Die Schritte ähnelten einander (*untereinander), denn es ging immer wieder um dasselbe; zugleich waren sie aber auch verschieden, weil sie vorwärtsführten – zur Reife des menschlichen Bewusstseins. DLKT
Eigenschaftsträgerbezeichnungen mit der Endung –muo finden sich zu statmenas, lygus – statmuo „Senkrechte“⁴¹, lygmuo „Entsprechung, völlig gleichwertiger Ersatz“, während mit der Endung -ė aus lygiagretus, paralelus – lygiagretė „Gerade, die in derselben Ebene wie eine andere Gerade liegt und sie nicht schneidet; Parallele“, paralelė „Gerade oder Ebene, die zu einer anderen Geraden oder Ebene parallel ist“, gebildet werden. Mit diesen wird „eine Sache <...> nach einem äußeren Merkmal (Farbe, Form, Größe usw.) bezeichnet“ (LKG1 1965: 357, 366; DLKG 2006: 122). Vergleichen wir die Sätze 65–73. Aus ihnen wird deutlich, dass solche Eigenschaftsträgerbezeichnungen nur ein abhängiges Glied haben: einen Dativ oder eine Präpositionalphrase mit su und Instrumental, die aus der Adjektivphrase (statmenas kam, lygiagretus su kuo) in die Konstruktionen mit Eigenschaftsträgerbezeichnungen übernommen wird und implizit bleiben kann, wie in den Sätzen 71–72. In diesen Sätzen zeigt sich die Reduktion der valenzgebundenen Aktanten der Eigenschaftsträgerbezeichnungen. Im Satz 73 bleibt die Konstruktion mit tarp und Genitiv mehrdeutig: Sie kann als Ausdruck des lokativen Akts eines Prädikats (brėžti) verstanden werden (nubrėžti KUR? – apskritimą brėžia tarp tiesių (vgl. lentoje)) oder als eines der Argumente von brėžti – als attributiv bezeichnete Stelle der lygiagretės42 (nubrėžti KOKIĄ LYGIAGRETĘ?), die durch zwei Dinge begrenzt wird (suaugęs žmogus ir vaikas); die lygiagretė liegt mit ihnen in einer Ebene, genauer gesagt zwischen ihnen (vgl. lygiagretumas tarp jų buvo ginčytinas).
(65) Aus den Versuchsergebnissen können wir folgende Schlussfolgerungen ziehen, die als Gesetz der Lichtreflexion bezeichnet werden: • Der einfallende Strahl, der reflektierte Strahl und die Senkrechte zur Spiegeloberfläche liegen am Einfallspunkt des Strahls in einer Ebene. DLKT
40 Siehe auch die Verwendung im DLKT, wenn ein einzelner Beteiligter an der wechselseitigen Situation hervorgehoben wird: „All diese Großfürsten“, erinnerte sich Koko, „waren einander ähnlich: ein schönes Gesicht, das nichts bedeutete, grüne Augen, dünne Hände... Die Aristokratie lässt sich teilweise mit Menschen vergleichen, die, nachdem sie im Reich der Wahrheit gewesen waren, wo, Meister Eckhart zufolge, „Erzengel, Fliege und Geist einander ähnlich sind“, plötzlich die Gabe der Sprache verloren haben. 41Dalija Tekorienė erklärt mit Blick auf Merkmale, die durch die Neutrumformen relationaler [anders gesagt: alelischer] Adjektive bezeichnet werden, dass „sie sich auf <...> räumliche Beziehungen beziehen können: paralelu, statmena, tolima, artima, z. B.: Beachte nicht, was senkrecht zur Ebene steht“ (Tekorienė 1990: 74). 42 Vgl. die im LKŽe angegebene Definition des Substantivs lygiagretė – „eine Gerade, die in derselben Ebene wie eine andere Gerade liegt wie eine andere Gerade und sie nicht schneidet; Parallele“.
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(66) Wir sehen, dass dieses Bündel, nachdem es den Spiegel erreicht hat, von ihm reflektiert wird. Vom Punkt des Spiegels, auf den der Lichtstrahl fällt, ziehen wir eine Senkrechte zur Oberfläche dieses Spiegels. DLKT
(67) Durch den Punkt, an dem das Licht auf das Wasser trifft, ziehen wir gedanklich eine Senkrechte zur Oberfläche des Wassers. Wir werden sehen, dass sich der Lichtstrahl beim Übergang von der Luft ins Wasser dieser Senkrechten nähert. DLKT
(68) Vom Schnittpunkt O der Diagonalen der Raute ABCD wird das Lot OM zur Ebene der Raute errichtet. Beweisen Sie, dass der Punkt M von allen Seiten der Raute gleich weit entfernt ist. DLKT
(69) Vienas žmogus nėra lygmuõ kitam43. LKŽ
(70) Deshalb bleibt nichts anderes, als sich einer ungefähren Denkweise und ungefährer Analogien zu bedienen. Mir scheint es beispielsweise durchaus möglich, eine Parallele (vgl. Parallelität) mit erotischem Vergnügen (vgl. für erotisches Vergnügen) zu ziehen. Auch Barthes verzichtet nicht auf einen solchen Vergleich. DLKT
(71) Aufrichtig ist nur, wer seinem Gewissen Rechnung trägt. Denn wenn du einen rechten Winkel finden willst, musst du die Fähigkeit haben, 44 eine Senkrechte vom Himmel zur Erde zu ziehen. Liebe, Hoffnung und Traum – all das ist schön, doch auch diejenigen, die oben sind, müssen hinabsteigen, in die innere Hölle. DLKT
(72) Vom Schnittpunkt der Linien wird ein 45 Lot auf die Abszissenachse gefällt, das anzeigt, bei welchem Abszissenwert der Modus liegt. DLKT
(73) Die Frau schlägt vor, eine 46 Parallele zwischen einem Erwachsenen und einem Kind zu ziehen: Wenn das Kind Angst vor einem dunklen Zimmer hat, finden wir einen Ausweg – wir schlagen vor, das Licht einzuschalten. DLKT
Von den besprochenen Adjektiven sind auch folgende Vorgang bezeichnende Ableitungen möglich – intransitive Verben mit dem Suffix -ėti47: (su-)panašėti48 „(allmählich) ähnlich werden“, (su-)tapatėti „(allmählich) identisch werden“
43 Vgl.: [Christus] ist das Abbild (Ebenbild) Gottes. LKŽₑ
44 Vgl. die Valenzbeschreibung des Verbs vesti „etwas Langes auslegen, vorbereiten, errichten“ im Wörterbuch der Verbindungen litauischer Verben von N. SližienėLietuvių kalbos veiksmažodžių junglumo žodyne (2004: 439).
45 Vgl. die Valenzbeschreibung des Verbs nuleisti „von oben nach unten ziehen (über eine Senkrechte)“ im Wörterbuch der Verbindungen litauischer Verben von N. SližienėLietuvių kalbos veiksmažodžių junglumo žodyne (1998: 44).
Offenbar wird nach dem Valenzmuster von nuleisti die Konstruktion statmenas į im Satz fälschlicherweise verwendet: Um eine Gerade a zu erhalten, die senkrecht zu einer Geraden b verläuft, muss man ein Blatt Papier so falten, dass die beiden Teile der Geraden b zur Deckung kommen. Die Faltlinie wird als eine zu der Geraden b senkrechte Gerade bezeichnet. DLKT
46 Vgl. die Valenzbeschreibung des Verbs brėžti „ziehen, führen (eine Linie)“ im Wörterbuch der Verbindungen litauischer Verben von N. SližienėLietuvių kalbos veiksmažodžių junglumo žodyne (1994: 155).
47 Evalda Jakaitienė DLKG (2006: 390) tokius būdvardinius veiksmažodžius vadina būvio kaitos (mutatyviniais).
48 Vgl. die Kennzeichnung abhängiger Glieder in einer Konstruktion mit einer Handlungsbezeichnung: So bedeutet christliche Vervollkommnung, Christus ähnlicher zu werden sowie die Veränderung und Erneuerung des Menschen auf der Grundlage einer fortwährenden Umkehr und des Übergangs in die eschatologische Wirklichkeit. Heiligkeit ist ein fortwährendes Christus-Ähnlichwerden, die Ausrichtung des eigenen Lebens an Gottes Willen und den Plänen der Vorsehung. Heilig ist der Priester, der Gottes Willen eifrig erfüllt. DLKT
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„selbst“49, (gleich-)förmig werden „(sich) gleichförmiger, gleichförmig machen“. Solche telischen Verben des Ereignis- oder Verlaufsaspekts können „je nach dem Text, in dem sie verwendet werden, 1) das allmähliche Entstehen einer Eigenschaft und 2) die allmähliche Zunahme einer Eigenschaft bedeuten“50 (DLKG 2006: 390). Die Präpositionalkonstruktion mit į regiert auch die Ableitung panėšėti des Verbs nešti51 in Satz 74.
Aus den Sätzen 74–81 geht hervor, dass die Kennzeichnung des indirekten Objekts bei adjektivischen Verben teils mit der Kennzeichnung des indirekten Objekts beim Basisadjektiv übereinstimmt, teils davon abweicht. Gestützt auf das vom DLKT bereitgestellte Material können wir die Realisierung des indirekten Objekts bei finiten Formen aller Personen und Numeri von panėšėti, panėšėti, supanašėti genauer beschreiben. In Sätzen mit finiten Formen von panąšėti und panėšėti wird das indirekte Objekt mit der Präposition į und dem Akkusativ ausgedrückt (in allen verfügbaren Fällen, jeweils 200 und 450 Sätze). In Sätzen mit finiten Formen von supanašėti hingegen wird das indirekte Objekt bevorzugt mit der Präposition su und dem Instrumental ausgedrückt (diese Konstruktion findet sich in 93,3% der verfügbaren Belege, also in 70 von 75 Sätzen)52. Es zeigt sich, dass die Kennzeichnung des indirekten Objekts bei adjektivischen Verben mit deren inhärenten Aspektmerkmalen zusammenhängt. Das indirekte Objekt bei dem durativen Zustandsverb panėšėti oder dem Verlaufsverb panąšėti wird mit der Präposition į und dem Akkusativ ausgedrückt, also analog zu panašus; bei dem terminativen Verlaufsverb supanašėti wird es häufiger mit einer anderen reziproken Markierung ausgedrückt – der Präpositionalkonstruktion mit su (vgl. auch: Astronomai pavasarį skaičiuoja nuo kovo 23-iosios, kai diena susilygina su naktimi (DLKT)53; Užaugęs pereina kitas žoles ir su medžiais lyginas srš. (LKŽė); Skity motriškosios lyginas vyrams narsybėje] S.Dauk. (LKŽė); Tas jūsų mokinimas lyginasi kankinimui (LKŽė)).
49 Vgl.: Vartojimo sferos siaurėjimas ir pačios kalbos tapatėjimas su vokiečių kalba schwächten schließlich das Prestige des Litauischen und minderten in den Augen der Litauer dessen Wert (zitiert nach http://mokslolietuva.lt/2014/07/prisilietus-prie-atgrasios-problemos/). Hier aktoriaus sutapatėjimo su personažu Kunst (zitiert: http://www.zodynas.lt/terminu-zodynas/t/tapatejimas). Doch nur so vereinigt er sich mit dem Himmel und überschreitet die menschliche Sphäre – nicht, indem er sie transzendiert, sondern vielmehr, indem er durch sie sutapatėdamas su Dangumi, das heißt, den anthropokosmischen Raum in ihr „aufbricht“ DLKT.
50 Panašios nuomonės laikosi ir Klementina Vosylýtė (1995: 70): „lietuvių kalboje priesagos -ėti veiksmažodžių vediniai iš kokybinių būdvardžių paprastai reiškia procesą – laipsnišką pagrindiniu žodžiu pasakytos ypatybės įgijimą arba stiprėjimą“.
51 Apie tai, kad panėšėti yra veiksmažodinis nešti vedinys plačiau žr. Vosylýtė (1995: 70tt). Skirtingos nuomonės laikosi J. Šukys (1998: 393) ir teigia, kad „iš būdvardžių prielinksnio į konstrukcijos reikalauja būdvardis panašus ir jo vediniai – daiktavardis panašumas, veiksmažodis panėšėti“.
52 Dieselben Tendenzen der morphosyntaktischen Markierung zeigen sich auch bei der Betrachtung der vom DLKT bereitgestellten Belege für den Gebrauch des Verbalnomens supanašėjimas (in den 32 gefundenen Sätzen steht die Präposition su mit dem Instrumental), vgl.: Dalininkų supanašėjimas su tuo, dessen Teilhaber sie sind, führt durch die Ähnlichkeit mit demjenigen, an dem sie Anteil haben, zur wahren Identität mit jener Sache. Die Identität der Teilhaber, die tatsächlich durch supanašėjimą su dalyvavimo objektu erreicht wird, ist die Vergöttlichung der würdigen Teilhaber.
53 Näheres zur reziproken Bedeutung, die im Litauischen durch die Präfixe su und su- ausgedrückt wird, siehe Geniušienė (2007: 653ff.).
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(74) Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf das umgekippte Auto, das [mašina] aus der Ferne einem vom Sturm umgestürzten Heuschober ähnelte.
(zitiert nach Šukys 1998: 393)
(75) Sūnus [P] vis labiau panašėjo į tėvą [Comp]. (cituojama pagal Sližienė 1998: 115)
(76) Der heilige Augustinus sagt: „Die Seele wird dem ähnlich, was sie liebt.“ DLKT
(77) Etwas Wirklicheres sieht man kaum – sogar die weißlichen Wölkchen haben sich der Erde angeglichen54. DLKT
(78) Deine schwarzen Augenbrauen glichen Flügeln, die grüne Sterne umrahmten. DLKT
(79) In der spätklassischen römischen Rechtsordnung glich die Stellung des Prokurators sich insgesamt allmählich der Stellung des Kognitors an. Google
(80) Man merkt, dass sich die Preise der meisten Waren den früheren Preisen in Lit angeglichen haben[kainomis]. Google
(81) Wem werden wir interessant sein, wenn wir uns der Globalisierung beugen und unsere Eigenart verlieren? – Ohne Eigenart gleicht sich der Mensch den anderen an. Google
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die semantische Bestimmung der Aktanten subjektorientierter alexialer Prädikate (Adjektive) hängt davon ab, wie die Teilnehmer an einer reziproken Situation interpretiert werden, d. h. davon, welcher Situationsteilnehmer bzw. welche Situationsteilnehmer als Bezugspunkt gewählt wird bzw. werden. Dies entspricht der Wahl reziproker (monadischer bzw. diadischer) Konstruktionen. Werden in den Fällen, in denen alle Teilnehmer an der reziproken Situation als Bezugspunkt gewählt werden, diese in monadischen Konstruktionen als Subjekt ausgedrückt, kann die reziproke Beziehung durch reziproke Marker, die mit dem Subjektsnominativ koreferent sind, aktualisiert und spezifiziert werden. Die semantischen Parameter der reziproken Beziehung und die Auffassung der Mutuanten als geschlossene Gruppe beeinflussen die Wahl reziproker Konstruktionen. Mit reziproker Anapher wird jeder Teilnehmer einzeln hervorgehoben (Jonas und Marytė sind einander ähnlich; beide sind einander ähnlich), untereinander oder unter sich hingegen eine geschlossene Teilnehmergruppe (Sie sind untereinander ähnlich; unter sich).
In monadischen Konstruktionen werden die Ergänzungen eines zweiwertigen Adjektivs durch einen pluralischen Nominativ eines Substantivs oder Pronomens ausgedrückt, der als Subjekt fungiert (Die beiden sind ähnlich), durch zwei Nominative von Substantiven oder Pronomen, die mit und verbunden sind (Jonukas und Marytė sind ähnlich), oder durch einen Nominativ eines Substantivs oder Pronomens mit der Präposition mit und einer Instrumentalkonstruktion (Jonukas mit Marytė sind ähnlich).
54 Vgl. auch das Beispiel aus dem DLKT: Du bist nicht wie sie, und du hast dich auch nicht bemüht, ihnen ähnlich zu werden. – Ähnlich werden? Wem? Ich unterscheide immer noch die Begriffe – Nation und Volk. – Aber du stimmst doch zu, dass jede Nation eine solche Regierung hat, wie sie sie verdient? Schah!
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Die Ergänzung des Adjektivs, die in diadischen Konstruktionen als indirektes Objekt fungiert, wird nach drei vorherrschenden Strategien markiert: durch den Dativ (gleich, parallel, senkrecht, identisch usw.), durch die Präposition in mit dem Akkusativ (ähnlich) oder durch die Präposition mit und den Instrumental (gleichartig). Der Dativ wird nach dem Prinzip der Sprachökonomie gewählt.
Ableitungen von Adjektiven bewahren die inhärente reziproke Bedeutung und Valenz des Basisworts. In Konstruktionen mit Bezeichnungen für Eigenschaften oder Eigenschaftsträger können Ergänzungen unausgedrückt bleiben. In Konstruktionen mit Eigenschaftsträgern ist die syntaktische Notwendigkeit des abhängigen Gliedes geringer.
In Eigenschaftsbezeichnungskonstruktionen, die aus monadischen Konstruktionen abgeleitet sind, wird das Subjekt durch den Genitiv markiert (ihre Ähnlichkeit (sie sind ähnlich); die Ähnlichkeit von Jonukas und Marytė (Jonukas und Marytė sind ähnlich)) oder durch den Genitiv zusammen mit der Präposition mit und einer Instrumentalkonstruktion die Ähnlichkeit von Jonukas mit Marytė (Jonukas mit Marytė sind ähnlich)). Das vom Subjekt monadischer Konstruktionen derivationell abhängige Glied der Eigenschaftsbezeichnung wird auch durch eine Konstruktion mit der Präposition zwischen und dem Genitiv ausgedrückt (die Ähnlichkeit zwischen ihnen, Jonukas und Marytė, war offensichtlich (sie, Jonukas und Marytė, sind ähnlich)). Eine solche Konstruktion mit der Präposition zwischen ist aus lokativen Konstruktionen übernommen (vgl. Der Brief ist (liegt) hier, zwischen den verstreuten Gegenständen, zwischen dem Stift und dem Buch; Zwischen ihnen, Jonukas und Marytė, gibt es Ähnlichkeit (in ihnen gibt es Ähnlichkeit)). Die Verwendung der lokativen Präposition zwischen in Nominalisierungen wird durch grammatische und semantische Faktoren beeinflusst: die syntaktische Erweiterung der Phrase, die kategoriale Ausdrucksweise der abhängigen Glieder und die Art der Aktualisierung der Mutuanten.
Aufgrund der quantitativ geringen Datenmenge des DLKT ist es schwierig, Tendenzen bei der Markierung des abhängigen Gliedes von Adjektivnomina zu verallgemeinern, das dem indirekten Objekt des Basisadjektivs entspricht. Der Ausdruck des indirekten Objekts bei denominalen Verben stimmt teilweise mit der Markierung der Ergänzung des Basisadjektivs überein, die als indirektes Objekt fungiert (ähnlich wem/was – wem/was ähnlich werden; gleichartig mit wem/was – mit wem/was gleichartig werden), kann sich andernorts jedoch davon unterscheiden oder unterscheidet sich davon (ähnlich wem/was – sich mit wem/was anfreunden/ähneln, gleich wem/was (mit wem/was) – sich mit wem/was angleichen; identisch wem/was (mit wem/was) – mit wem/was identisch werden). Die unterschiedliche Markierung wird durch den Aktionsartcharakter des denominalen Verbs beeinflusst.
ŠALTINIAI
DLKT – Dabartinės lietuvių kalbos tekstynas, sud. Kauno Vytauto Didžiojo universiteto Kompiuterinės lingvistikos centras. Prieiga internete: http://donelaitis.vdu.lt.
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LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas, elektroninis variantas. Red. kolegija: Gertrūda Naktinienė (vyr. red.), Jonas Paulauskas, Rimutė Petrokienė, Vytautas Vitkauskas, Jolanta Zabarskaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005. – Atnaujinta versija, 2008. Prieiga internete: www.lkz.lt.
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Priimta 2016 10 17
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