Dėl darinių su baigmeniu „-eivis, -ė“
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JOLANTA VASKELIENĖ
Universität Šiauliai
ZU BILDUNGEN MIT DER ENDUNG -EIVIS, -Ė
SCHLÜSSELWÖRTER: Wortbildungsverfahren; Wortbildungskategorie; Wortbildungstyp; Endung; Suffix; Synonymie.
ZUSAMMENFASSUNG
Im Litauischen gibt es Personenbezeichnungen mit ähnlichen Endungen -eiva und -eivis, -ė. In den Werken zur Wortbildung wird der Wortbildungstyp mit dem Suffix -eiva behandelt, während Bildungen mit -eivis, -ė nur gelegentlich erwähnt werden. In diesem Artikel werden mithilfe der wortbildungsbezogenen und semantischen Analyse sowie der Substitutionsmethode Bildungen mit der Endung -eivis, ė analysiert, die im Wörterbuch der litauischen Sprache, im Wörterbuch des modernen Litauischen, im Stichwortverzeichnis des Wörterbuchs der litauischen Standardsprache, in der digitalen Kartei mit Ergänzungen zum Wörterbuch der litauischen Sprache, in der Datenbank der Neologismen des Litauischen und im Textkorpus des modernen Litauischen gefunden wurden. Die Analyse der Fachliteratur und des empirischen Materials
ergab, dass ein Teil der Bildungen mit der Endung -eivis, -ė gemischte Wortbildungen sind (Ergebnis von Komposition und Suffigierung), dass aber -eivis, -ė in bestimmten Fällen (synchronisch) als Suffix aufgefasst werden kann. Daher wäre es in den Werken zur Wortbildung sinnvoll, in den Wortbildungskategorien der Träger einer nominalen Eigenschaft, der Agensbezeichnungen und der Träger einer verbalen Eigenschaft neben dem bestehenden Wortbildungstyp -eiva auch den sich herausbildenden Wortbildungstyp -eivis, -ė anzuführen.
EINLEITUNG
Im Litauischen gibt es vier grundlegende Wortbildungsverfahren: Suffigierung, bei der Suffixableitungen entstehen, Präfigierung, bei der Präfixableitungen entstehen, Paradigm(atis)ierung, bei der Endungsableitungen entstehen, und Komposition, bei der Zusammensetzungen entstehen. Manchmal treten zwei Wortbildungsverfahren gleichzeitig auf – gewöhnlich Präfigierung und Suffigierung oder Komposition und Suffigierung; daher spricht man auch von einem gemischten Wortbildungsverfahren (Urbutis 2009: 107, 333–342; siehe auch LKG 1965: 591; Keinys 1999: 22–23)1. Es sei darauf hingewiesen, dass es im Litauischen Fälle gibt, in denen hinsichtlich des Wortbildungsverfahrens bestimmter Bildungen keine einheitliche Auffassung besteht.
1 Straipsnyje remiamasi žodžių daryba, aprašyta Lietuvių kalbos gramatikoje (LKG 1965: 1971), Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (DLKG 2005), Vinco Urbučio Žodžių darybos teorijoje (2009), Stasio Kein io Bendrinės lietuvių kalbos žodžių daryboje (1999). Naujas įžvalgas apie darybos būdus žr. Smetona 2005. Už vertingas pastabas ir patarimus dėkoju slaptiesiems(-osioms) recenzentams(-ėms).
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Zum Beispiel betrachten manche die Zahlwörter von vienuolika bis devyniolika als Komposita, „deren zweiter Bestandteil auf dem Verb liko beruht“ (Keinys 1999: 84; vgl. LKG 1965: 619–620, 636); Aldona Paulauskienė (1994: 237) nennt sie Zusammenziehungen mit dem zweiten Element -lika, „das seiner Herkunft nach mit dem Substantiv liekas – ‚das, was übrig bleibt, Unnötiges‘ – in Verbindung gebracht wird. Im zweiten Teil von Antanas Pakeris’ Akcentologijos (Pakerys 2002: 22) werden solche Zahlwörter unter den Komposita behandelt, doch es heißt: „[I]n der heutigen Sprache lässt sich das zweite Element nur noch schwer mit dem Verb likti, liko verbinden, weshalb man annehmen kann, dass -lika Suffixoidfunktionen übernimmt“2.
Im Litauischen werden Substantive mit allen Wortbildungsarten gebildet; besonders viele sind mit Suffixen gebildet worden (und werden weiterhin gebildet) (Ambrazas 1993, 2000; Keinys 1999: 36; DLKG 2005: 86)3. Nach ihrer Wortbildungsbedeutung4 werden Suffix- und Flexionsbildungen traditionell in Wortbildungskategorien (Wortbildungsklassen) eingeteilt – am häufigsten werden 13 Wortbildungskategorien der Substantive angesetzt (LKG 1965: 253–423; DLKG 2005: 87–145; Urbutis 2009: 330), Stasys Keinys (1999: 37–39) unterscheidet 125. Zu jeder Wortbildungskategorie gehört eine bestimmte Anzahl von Wortbildungstypen6. In derselben Wortbildungskategorie gibt es nicht selten Bildungen verschiedener Wortbildungstypen, die (formal) dasselbe Suffix, aber unterschiedliche Flexionen aufweisen7. Sehr häufig sind Bildungen, die vom selben Grundwort ausgehen und verschiedenen Wortbildungstypen angehören, Wortbildungssynonyme8 – sie haben dieselbe Wortbildungsbedeutung sowie eine identische oder ähnliche lexikalische Bedeutung; solche stammverwandten Bildungen werden in Wörterbüchern oft gegenseitig erklärt. So unterscheiden sich Bildungen, die als Wortbildungssynonyme gelten, nur durch die Flexion und gehören den Typen -ėžis, -ė und -ėžius, -ė an (LKG 1965: 361), z. B. juodėžis, -ė („jemand, der unschön schwarz, hässlich ist; juočkis“ LKŽₑ) und juodėžius, -ė („siehe juodėžis“ LKŽₑ), ebenso Bildungen der Typen -lys, -ė und -la9, z. B.: dobklys, -ė („siehe dvokla“ LKŽₑ) und dvokla („ein ziemlich dummer Mensch, eine Dummköpfin“ LKŽₑ), rėklys, -ė („siehe reksnys“ LKŽₑ) und
2 Als Suffixoid bezeichnet man „[D]en zweiten Bestandteil eines Kompositums, der Merkmale eines Suffixes aufweist und vor allem eine allgemeinere, von der Bedeutung des Grundworts gelöste Bedeutung angenommen hat“ (Keinys 1999: 114; siehe auch Gaivenis, Keinys 1990: 197).
3 Ein etwas anderes Verständnis der Wortbildungsarten bei Substantiven als in den grundlegenden sprachwissenschaftlichen Werken legt A. Paulauskienė (1994: 64–97) dar.
4 Im Artikel wird der Terminus Wortbildungsbedeutung verwendet (zu Wortbildungsbedeutung und Wortbildungsbedeutung siehe ausführlicher Kniūkšta 1998).
5 S. Keinys (1999: 46–47) tos pačios darybos klasės dariniais laiko vardažodinės ypatybės turėtojų ir profesinius asmenų pavadinimus.
6 „Der Wortbildungstyp lässt sich auf zweierlei Weise verstehen – entweder als ein in der Sprache vorhandenes abstraktes Strukturmuster, nach dem Bildungen mit stets derselben (oder geringfügig variierenden) Wortbildungsbedeutung und Form gebildet werden, oder als die im Sprachgebrauch vorhandenen konkreten Bildungen dieser Art und ihre Gesamtheit“ (Urbutis 2009: 290; vgl. Keinys 1999: 24–27).
7 Da Flexionen verschiedene grammatische Bedeutungen ausdrücken, weisen Substantive mit unterschiedlichen Flexionen häufig auch unterschiedliche grammatische Bedeutungen auf.
8 Zur Erinnerung: Wortbildungssynonyme sind stammverwandte Bildungen mit unterschiedlichen Wortbildungsformanten und identischer oder ähnlicher Bedeutung; Wortbildungsvarianten hingegen sind Bildungen, die dasselbe Grundwort (dieselben Grundwörter) und denselben Wortbildungsformanten haben, sich aber in Nebenmitteln der Wortbildung unterscheiden: im Vokal oder Konsonanten der Wurzel, im Fugenvokal, in einer Präfixvariante usw. (mehr dazu siehe Vaskelienė 2013).
9 Bildungen mit verschiedenen Suffixen (-la, -ėla, -ša usw.) und der Flexion -a sind Substantive des sogenannten gemeinsamen Geschlechts (substantiva communia) (dazu siehe Gudzinevičiūtė 2008); ihre Synonyme mit anderen Flexionen (-lys, -ė, -ėlis, -ė, -šis, -ė, -šas, -a usw.) haben dagegen ein maskulines beziehungsweise feminines Genus.
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rėkla („jemand, der ständig weint, schreit; ein Schreihals“ LKŽₑ), ti̇slys, -ė („jemand, der lang und dünn ist, ein Langling“ LKŽₑ) und tisla („ein sehr langer Mensch, ein langer Kerl“ LKŽₑ), vėplys, -ė („Tölpel, Dummkopf“ LKŽₑ) und vėpla („ein Mensch mit geringem Begriffsvermögen, ein zerstreuter, begriffsstutziger Mensch, ein Dummkopf“ LKŽₑ). In der Derivationskategorie der Bezeichnungen für Handelnde und für Träger verbaler Eigenschaften weisen die mit gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung gebildeten, also als Derivationsreihen geltenden Ableitungen aus den Typen der hochproduktiven Endung -ėlis, -ė und der wenig produktiven Endung -ėla (vgl. LKG 1965: 318–319, 335) unterschiedliche Endungen auf: nemokėlis, -ė („Nichtsnutz“ LKŽₑ) und nemokėla („siehe nemokša“ LKŽₑ); als unterschiedlich gelten die Typen –vis, -ė (–vys, -ė) und –va, sodass die Derivationsreihen Varianten wie ateivis, -ė / ateivys, -ė („ein von anderswoher gekommener, eingetroffener Mensch, ein Fremder“ LKŽₑ) und ateiva („ateivis“ LKŽₑ), pereivis, -ė („ein Umherziehender“ LKŽₑ) und pereiva („ein Umherziehender“ LKŽₑ) umfassen. Als Derivationsreihen gelten auch Ableitungen mit dem Suffix -š-, die zu unterschiedlichen Derivationstypen gehören und sich durch die Endungen unterscheiden (–šas, –ė; –šis, –ė; –ša), z. B.: blaikšis, -ė („ein Mensch, der verwirrt oder dumm ist, ein Narr“ LKŽₑ) und blaikšas, -ė („siehe klaikšis“ LKŽₑ), paikšas, -ė („ein törichter Mensch, ein Narr, klaikšas“ LKŽₑ), paikšis, -ė („siehe paikšas“ LKŽₑ) und paikša („siehe paikšas“ LKŽₑ)¹⁰.
Im Litauischen gibt es Personenbezeichnungen mit ähnlichen Auslauten¹¹ –eiva und –eivis, -ė. Substantive mit dem Suffix –eiva bezeichnen Personen (oft abwertend) – Ausführende einer bestimmten Handlung oder Personen, die sich durch eine bestimmte Eigenschaft auszeichnen, z. B.: gudreiva „Schlaumeier“ LKŽₑ, karšteiva „Hitzkopf“ LKŽₑ, nakteiva „jemand, der nachts umhergeht, ein Nachtschwärmer“ LKŽₑ, rašėiva abwertend „schlechter Schriftsteller, Graphomane“ DŽ, kareiva ironisch „unfähiger Soldat“ LKŽₑ, šventeiva abwertend „jemand, der sich als Heiliger ausgibt, ein religiöser oder moralischer Heuchler“ LKŽₑ. Substantive mit –eivis, -ė bezeichnen ebenfalls männliche oder weibliche Personen, z. B.: darbeivis, -ė „Arbeitsausführender, Auftragnehmer“ LKŽₑ, gireivis „jemand, der dem Wald ergeben ist, den Wald liebt oder den Wald beaufsichtigt“ LKŽₑ. In den Werken zur Wortbildung wird der Derivationstyp mit dem Suffix –eiva behandelt; Ableitungen auf –eivis, -ė werden nur vereinzelt erwähnt. Daher wurden als Untersuchungsgegenstand litauische Substantive mit dem Auslaut –eivis, -ė ausgewählt. Um das Ziel des Artikels – die Analyse der Ableitungen mit dem Auslaut –eivis, -ė – zu erreichen, werden folgende Aufgaben gestellt: Daten zu –eiva und –eivis, -ė aus der Fachliteratur zusammenzutragen und darzustellen; aus dem Litauischen Wörterbuch (LKŽₑ), dem Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache (DŽ), dem Stichwortverzeichnis des Wörterbuchs der litauischen Standardsprache (BŽa), der Digitalen „Wörterbuch der litauischen Sprache“
¹⁰ Pasakytina, kad LKG (1965) nėra –šius darybos tipo, o LKŽₑ tokių darinių esama, pvz., paikšius, -ė „žr. paikšis“.
¹¹ Der in KTŽ nicht aufgeführte Terminus baigmuo wird in DŽ als „Ende eines Wortes oder einer Silbe“ definiert; diesen Terminus (neben pradmens) verwendet A. Pakerys – in seiner Akzentologie gilt als baigmuo der formal mit einem Suffix übereinstimmende Teil eines Wortes (Nichtderivats) (vgl. Pakerys 1994: 6). Der Artikel behandelt ausschließlich Ableitungen mit –eivis, -ė und untersucht, welche Funktion dieser Auslaut im Prozess der Substantivbildung erfüllt. Es sei darauf hingewiesen, dass Substantive, die den Auslaut –eivis, -ė von ihren Grundwörtern übernommen haben (gewöhnlich nach dem Vorbild anderer Sprachen gebildete Wörter), von der Untersuchung ausgeschlossen sind (z. B.: puskareivis (: pusiau, kareivis), draugkareivis (das Wort wird als Kompositum betrachtet, das nach fremdsprachigem Vorbild gebildet wurde (vgl. Skardžius 1996: 401)); ebenfalls ausgeschlossen sind Ableitungen mit dem Suffix –vis, -ė (–vys, -ė) (jeivis, -ė, praevīs, -ė u. a.), deren Bildungsgrundlage präfigierte Verben sind, die vom Verb eiti abgeleitet wurden (įeiti, praeiti u. a.) (dazu vgl. LKG 1965: 331; DLKG 2005: 110–111).
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Ergänzungskartei des Wörterbuchs der litauischen Sprache (LKŽPK) die Ableitungen mit dem Auslaut -eivis, -ė auszuwählen, das Material mit Daten aus der Datenbank litauischer Neologismen (ND) und dem Korpus litauischer Gegenwartssprache (DLKT) zu ergänzen sowie Funktion und Semantik der Ableitungen mit -eivis, -ė zu erörtern. Für die Untersuchung wurde die Arbeitsanalyse angewandt; außerdem kamen Vergleichs-, semantische Analyse- und Substitutionsmethoden zum Einsatz.
1. ABLEITUNGEN MIT DEN SUFFIXEN -EIVA UND -EIVIS, -Ė IN SPRACHWISSENSCHAFTLICHEN WERKEN
Apie substantiva communia daiktavardžius, turinčius priesagą -eiva, rašoma LKG (1965: 330, 353), DLKG (2005: 110, 119–120), abiejose Sauliaus Ambrazo knygos Daiktavardžių darybos raida dalyse (1993: 153; 2000: 181), tos priesagos vediniai minimi Prano Skardžiaus Lietuvių kalbos žodžių daryboje (1996: 389), Antano Pakerio Akcentologijoje (1994: 77), Stasio Keinio Bendrinės lietuvių kalbos žodžių daryboje (1999: 47).
Hinsichtlich der Ableitungen mit dem Suffix -eiva herrscht unter den Sprachwissenschaftlern Einigkeit: Je nach Grundwort und Derivationsbedeutung gelten sie als Ableitungen aus zwei Derivationskategorien12: Aus Verben werden Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften abgeleitet, z. B. ma ineiva (: mainė) und puoš eiva (: puošė); aus Nomina abgeleitete Bildungen bezeichnen dagegen Träger nominaler Eigenschaften, z. B. drūteiva (: drūtas) und gražeiva (: gražus). Zu den denominalen Ableitungen mit -eiva heißt es in DLKG: „[A]lle denominalen Bezeichnungen für Träger von Eigenschaften mit diesem Suffix sind Personen bezeichnende Substantive gemeinsamen Geschlechts, die in der Regel abwertend konnotiert sind und aus morphologisch einfachen qualitativen Adjektiven gebildet werden, z. B.: gražeiva, gudreiva, pikteiva, rimteiva, šventeiva“ (DLKG 2005: 119–120). Die Ableitungen der Derivationskategorie der Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften mit dem Suffix -eiva sind „aus Verben (gewöhnlich ohne Präfix) gebildet, bezeichnen Personen, haben abwertende Bedeutung und sind Substantive gemeinsamen Geschlechts, z. B.: mušeiva, puoš eiva, rašeiva, skundeiva, verteiva. Zum Teil schließen sich hier auch die Bildungen kareiva, vadeiva an“ (DLKG 2005: 110). Auch S. Ambrazas (1993: 153) behandelt Ableitungen auf -eiva aus zwei Derivationskategorien: Bezeichnungen für Handelnde (išireiva, maineiva, mušeiva, ndereiva) und Bezeichnungen für Träger von Eigenschaften (gražeiva, naršeiva). Er merkt an, dass „[n]ach dem Vorbild dieser Ableitungen in der Standardsprache die eine oder andere Neubildung entstanden ist, z. B.: pikteiva
12In A. PakerioAkcentologijoje (1994: 77) werden die Ableitungen mit dem Suffix -eiva (aus Verben und Nomina gebildet) gemeinsam behandelt – das ist verständlich, da es um Akzentuierung und nicht um Unterschiede zwischen Ableitungen geht, die formal dasselbe Suffix aufweisen. Es sei daran erinnert, dass Ableitungen derselben Derivationskategorie als Bezeichnungen für Träger nominaler Eigenschaften (LKG 1965: 340; Urbutis 2009: 330) oder als Bezeichnungen für Träger von Eigenschaften (Ambrazas 2000) bezeichnet werden. S. Keinys führt Beispiele für Ableitungen des Typs -ėla (gudreiva, smarkeiva) nur bei der Behandlung von Bezeichnungen für Träger nominaler Eigenschaften und von Berufsbezeichnungen an; bei der Erörterung der Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften wird das Suffix -ėla nicht erwähnt (Keinys 1999: 47).
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„Miesepeter“, rimteiva „jemand, der sich ernst gibt“, šventeiva „Heiliger, Heuchler“ (Ambrazas 2000: 181).
Über Bildungen mit der Endung -eivis, -ė herrscht keine einheitliche Auffassung. In P. Skardžius’ Lietuvių kalbos žodžių daryboje (1996: 436) wird das Substantiv keleivis, -ė im Kapitel über Zusammensetzungen angeführt, ebenso im ersten Teil von A. Pakeris’ Akcentologijos. Dort heißt es allerdings, dass „das Element -eivis, -ė (mit dem hinzugefügten Suffix -vis, -ė) gewissermaßen bereits zu einem Suffixoid geworden ist“ (vgl. Pakerys 1994: 288). Das feminine Substantiv plateivė wird in demselben Buch als Ableitung mit dem Suffix -eivė betrachtet (Pakerys 1994: 87, 288). S. Ambrazas betrachtet das Substantiv moksleivis (: mokslas) als Ableitung (1993: 8–9). Wahrscheinlich ist dabei das Suffix -eivis, -ė gemeint, doch dieser Wortbildungstyp und dieses Suffix werden im Buch nicht weiter erwähnt – im Verzeichnis der Wortbildungsaffixe ist lediglich das Suffix -eiva aufgeführt (vgl. Ambrazas 1993: 278). Beachtenswert ist, dass S. Keinys (2005: 63) die Endung -eivis, -ė als Suffix betrachtet – bei der Erörterung des Terminus oreivis heißt es: „[O]bwohl dieses Suffix in den Werken zur litauischen Wortbildung nicht angeführt wird, lässt es sich synchronisch dennoch absondern“ (2005: 63). In anderen der erwähnten linguistischen Arbeiten – Grammatiken, V. Urbutis’ Žodžių darybos teorijoje (2009) und S. Keinys’ Bendrinės lietuvių kalbos žodžių daryboje (1999) – werden Bildungen mit -eivis, -ė nicht behandelt.
2. BILDUNGEN DER LITAUISCHEN SPRACHE MIT DER ENDUNG -EIVIS, -Ė
In LKŽₑ, LKŽŽPK, ND und DLKT wurden insgesamt 41 Bildungen mit der Endung -eivis, -ė gefunden13; davon sind 34 in LKŽₑ aufgeführt (7 Wörter sind als Neologismen gekennzeichnet). Erwähnenswert ist, dass der botanische Terminus plateivė („Pflanze aus der Familie der Orchideen, Waldhyazinthe (Platanthera)“) in LKŽₑ nur mit femininem Genus angegeben wird. 7 Wörter sind ausschließlich als maskuline14 Substantive verzeichnet: dieneivis „(militärischer) Kurier“, gireivis (Neologismus) „jemand, der dem Wald zugetan ist, den Wald liebt oder ihn beaufsichtigt“, kryžeivis „siehe 1 kryžiuotis“, Hybridbildungen mečeivis (hist.) „Fechter“ und miečeivis „Fechter“, vandeneivis (Neologismus) „Seemann“ und žmogeivis (Neologismus) „einfacher, nichtadliger Mensch“. Mit anderen Bildungen können Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts bezeichnet werden: atbuleivis, -ė,
13 In LKŽₑ finden sich Bildungen, die die Endung -eivis, -ė von den Grundwörtern keleivis, kareivis, moksleivis übernommen haben (solche wurden, wie erwähnt, nicht in die Untersuchung einbezogen), zum Beispiel: draugkareivis, -ė, kryžkareivis, -ė, puskareivis, -ė, sąkareivis, -ė, sankareivis, -ė, bendrakareivis, -ė, draugkeleivis, -ė, sąkeleivis, -ė, sankeleivis, -ė, šventkeleivis, -ė, sanmoksleivis, -ė usw. Im Grunde lässt sich für einige dieser Bildungen eine doppelte Ableitungsbasis annehmen. So ist das Substantiv bendrakel(e)ivis („Mitreisender, Gefährte“ LKŽₑ) wahrscheinlich eine Zusammensetzung (: bendras / bendrai, keleivis), könnte aber auch mit den Wörtern bendrai, keliauti (+ -eivis) in Verbindung gebracht werden; šventkeleivis („Besucher heiliger Stätten, Pilger, Beter“ LKŽₑ) ist wahrscheinlich eine Zusammensetzung aus šventas, keleivis, lässt sich semantisch aber auch mit den Wörtern šventas, keliauti (+ -eivis) verbinden; zu beachten ist, dass die Bildungen bei der zweiten Analyse eine diskontinuierliche Struktur aufweisen und das Ergebnis von Komposition und Suffigierung sind, wobei -eivis, -ė die Funktion eines Suffixes übernimmt.
14 Mit den in LKŽₑ als Neologismen gekennzeichneten Substantiven gireivis, žmogeivis lassen sich grundsätzlich auch Frauen bezeichnen; im Wörterbuch ist bei gireivis kein Beleg für den Gebrauch angegeben, während žmogeivis durch Sätze aus den Schriften von Simonas Daukantas illustriert wird (Er übergab Land und Landkreise seinen Günstlingen und den Adligen und befahl, die einfachen Leute nicht zu bedrücken S. Dauk. LKŽₑ) – wahrscheinlich wurde in seinen Texten nur die maskuline Form verwendet.
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atgaleivis, -ė, atžagareivis, -ė, darbeivis, -ė, draugeivis, -ė, jūreivis, -ė, kareivis, -ė, keleivis, -ė / keleivys, -ė, lygeivis, -ė, mareivis, -ė, miegeivis, -ė, moksleivis, -ė, nameivis, -ė, niekurneivis, -ė, oreivis, -ė, pakeleivis, -ė, pašaleivis, -ė, pirm(e)aeivis, -ė, pirm(e)eivis, -ė, prakeleivis, -ė, prašaleivis, -ė, prekeivis, -ė, prošaleivis, -ė, rašteivis, -ė, upeivis, -ė, žygeivis, -ė.
In LKŽPK wurden drei weitere (in LKŽₑ nicht aufgenommene) Personenbezeichnungen mit der Endung –eivis gefunden: kūleivis, lengvaeivis, važ(e)ivis; in ND finden sich die Neubildungen svetimeivis, -ė und sugrįžeivis, -ė. Im DLKT wurden Belege für zwei weitere¹⁵, in anderen Quellen nicht belegte Bildungen mit der Endung –eivis gefunden – šviesiaeivis und tautpažangeivis.
Es sei darauf hingewiesen, dass diese Bildungen im heutigen Litauischen nicht alle gleich häufig verwendet werden – im DLKT finden sich zahlreiche Belege für die Substantive¹⁶ moksleivis, -ė (19 963), keleivis, -ė (12 957), kareivis, -ė (8 106), prekeivis, -ė (1 725), jūreivis, -ė (1 639); zahlreiche Belege gibt es auch für die Substantive pakeleivis (383), oreivis (212), pirmeivis (118), žygeivis (56), kryžeivis (53), upeivis (48), atžagareivis (17); einzelne Belege gibt es für šviesiaeivis (8), pirmaeivis (3), nameivis (2), svetimeivis (2), je einen Beleg für darbeivis, miegeivis, prakeleivis, prašaleivis, tautpažangeivis, žmog(e)ivis, plateivė¹⁷; im Korpus wurden keine Belege für die in LKŽₑ aufgeführten Substantive dieneivis, gireivis, mečeivis, miečeivis, vandeneivis, atbuleivis, atgaleivis, draugeivis, lygeivis, mareivis, niekurneivis, pašaleivis, prošaleivis, rašteivis sowie für die Neubildungen kūleivis, lengvaeivis, sugrįžeivis, važ(e)ivis.
3. BILDUNG UND SEMANTIK VON DERIVATEN MIT DER ENDUNG –EIVIS, -Ė
Ob ein Wort eine Ableitung ist und um welche Art von Ableitung es sich handelt, bestimmt die Wortbildungsopposition. Betrachtet man, mit welchem Wort (oder mit welchen Wörtern) die Ableitungen mit der Endung –eivis, -ė Wortbildungsoppositionen bilden, zeigt sich, dass die lexikalische Bedeutung eines beträchtlichen Teils der Ableitungen einen recht deutlichen Zusammenhang mit dem Verb eiti18 erkennen lässt, d. h. die Ableitungen sind semantisch und formal mit zwei Grundwörtern verbunden, von denen das zweite auf dem Verb eiti beruht und außerdem das Suffix –vis, -ė aufweist. In diesem Fall sollte man also von einer gemischten –
15 Im DLKT finden sich auch Belege für den Gebrauch der im ND verzeichneten Ableitung svetimeivis:... denn Sie werden doch nicht zulassen, dass der Fremde in Ihren Taschen fremde Taschen macht...
16 Gezählt wurden sämtliche Formen der männlichen und weiblichen Substantive im Singular und Plural, in allen Kasus.
17 Allerdings wurde im Korpusbeleg eine Form im Maskulinum verwendet (und nicht, wie in LKŽₑ und VLE angegeben, im Femininum): Hier wuchsen sanft duftende Bisamgräser, Sumpf-Platterbsen, grüne plateiviai, Bärlappe, Wald-Leimkräuter DLKT.
18 Das Verb eiti ist polysem: LKŽₑ führt 42 Bedeutungen des Verbs an, DŽ 23 und BŽ 27. Ableitungen können sich daher nicht nur auf die Hauptbedeutung (1) „sich zu Fuß von einem Ort zum anderen bewegen, schreiten“ (LKŽₑ) stützen, sondern auch auf verschiedene andere in Wörterbüchern verzeichnete Bedeutungen, z. B. „sich heftig in eine bestimmte Richtung bewegen“ (LKŽₑ), „unaufhaltsam dahingleiten, ziehen, strömen; (von einem Verkehrsmittel) fahren, fahren (auf dem Wasser)“ (LKŽₑ), „(eine Arbeit, Pflichten) verrichten“ (LKŽₑ), „sich begeben“ (LKŽₑ), „wirken, arbeiten“ (LKŽₑ) u. a.
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Komposition-Suffigierung – ein Wortbildungsverfahren, bei dem Ableitungen mit diskontinuierlichem Formans entstehen. Das erste Glied der meisten dieser Ableitungen beruht auf einem Substantiv: miegeivis, -ė „Schlafwandler“19, d. h. jemand, der im Schlaf geht / umherwandert (: miegas, eiti), nameivis, -ė „Hausierer, der Waren von Haus zu Haus trägt“, d. h. jemand, der mit Waren durch die Häuser geht (: namai, eiti), prekeivis, -ė „reisender Händler, Kommis“, d. h. jemand, der mit Waren umhergeht / umherwandert (: prekė, eiti), žygeivis, -ė „jemand, der gern wandert oder an einer Wanderung teilnimmt, Tourist“, d. h. jemand, der sich auf eine Wanderung begibt (: žygis, eiti), gireivis „jemand, der dem Wald verbunden ist, den Wald liebt, den Wald betreut“, d. h. jemand, der sich um den Wald kümmert (indem er darin umhergeht und ihn besichtigt) (: giria, eiti), kareivis, -ė „ein einfacher Soldat, der den Wehrdienst leistet“, d. h. jemand, der in den Krieg zieht, um zu kämpfen (: karas, eiti); als Wortbildungsvarianten gelten keleivis, -ė / keleivys, -ė „Reisender“, d. h. jemand, der sich auf den Weg macht, reist (: kelias, eiti), moksleivis, -ė „jemand, der eine Schule besucht, Schüler“, d. h. jemand, der die Schule durchläuft (: mokslas, eiti20), pakeleivis, -ė 1. „Reisender“, 2. „Reisender, der unterwegs irgendwo einkehrt, um sich auszuruhen, zu übernachten, etwas zu trinken oder zu essen“, 3. „Person, deren Weg mit dem eines anderen Menschen zusammenfällt, Weggefährte“, d. h. jemand, der unterwegs einkehrt oder dessen Weg sich mit dem eines anderen kreuzt (: pakele / pakeliui21, eiti), pašaleivis, -ė 2. „aus einem anderen Ort zugezogen, Ortsfremder“, d. h. jemand, der von außerhalb gekommen ist (: pašalė, eiti), pražaleivis, -ė („siehe prašalaitis 3“, prašalaitis, -ė 3. „Passant“), d. h. jemand, der von außerhalb, aus der Umgebung gekommen ist (: prašalys22, eiti); die als Neologismen gekennzeichnete Ableitung darbeivis, -ė „Arbeitsausführender, Auftragnehmer“, d. h. jemand, der hingeht und die Arbeit beaufsichtigt (: darbas, eiti). Eine Person, die mit einem Schwert geht, wird durch Ableitungen bezeichnet, die als Wortbildungsvarianten gelten: mečeivis „Schwertträger“ (: mečius, eiti) und miečeivis „Schwertträger“ (: miečius, eiti23), während jemand, der ein Kreuz trägt, kryžeivis genannt wird („siehe 1 kryžiuotis“) (: kryžius, eiti).
Das erste Glied mancher Ableitungen beruht auf einem Adverb, Adjektiv24 oder Numerale. So ist das im LKŽPK verzeichnete Substantiv lengvaეivis mit dem Adverb lengvai und dem Verb eiti in Verbindung zu bringen25. Einen gewissen Zusammenhang mit eiti weisen die Personenbezeichnungen niekurneivis, -ė „siehe niekurneiva“ auf (niekurneiva „jemand, der nirgendwo hingeht und nichts tut, Faulpelz“ (: niekur, neiti),
19 Lunatikas „jemand, der an Somnambulismus leidet, Nachtwandler, miegeivis“ DŽ.
20 Die zweite Bedeutung des Verbs eiti in LKŽ – „Wissenserwerb, Lernen“ – wird durch Sätze veranschaulicht, in denen die erstarrte Wortverbindung eiti mokslus „die Schule besuchen“ verwendet wird: Als die Söhne herangewachsen waren, schickte der Vater sie zum Lernen fort. Man sagt, mein Junge, dass du sehr gelehrt bist und alle Studien abgeschlossen hast, wandte sich der Alte erneut an mich. Es sei daran erinnert, dass S. Ambrazas (1993: 8–9) die Ableitung moksleivis als Suffigierungsbildung betrachtet.
Das erste Glied der Ableitung kann grundsätzlich sowohl auf einem Substantiv als auch auf einem Adverb beruhen.21
22 Prašalys „siehe pašalys 1“, pašalys 1. „Ort am Rand, Randgebiet“ LKŽₑ.
23 Die Glieder der Ableitungen beruhen auf Slavismen, die für die Standardsprache nicht empfohlen werden: mečius („Säbel, Schwert“ LKŽₑ) und miečius („Säbel, Schwert“ LKŽₑ). Übrigens ist von den Personenbezeichnungen miečeivis und mečeivis mit derselben Bedeutung nur Letztere in LKŽₑ als Historismus gekennzeichnet.
Manchmal ist es schwierig, die Wortart eindeutig zu bestimmen, da die Ableitung grundsätzlich sowohl durch ein Adjektiv als auch durch ein Adverb motiviert sein kann; daher werden in LKG (1965: 468–469) Ableitungen aus einem Adjektiv oder einem adjektivischen Adverb und einem Verb gemeinsam behandelt.24
25 In LKŽPK ist das Wort selbst belegt (mit einem Verweis auf die Schriften von Simonas Daukantas), doch weder seine Bedeutung noch Anwendungsbeispiele sind angegeben.
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prošaleivis, -ė „žr. pra šal eivis“ (: pro šal26, eiti), atgaleivis, -ė (neol.) „atsilikėlis, atžagareivis, reakcionierius“, t. y. kuris tarsi eina atgal (: atgal, eiti), atbuleivis, -ė „žr. atbuleikis 2“ (atbuleikis „2. prk. kas vis priešinasi, vis priešingai daro, priešgyna, atžagaris“, t. y. kuris daro atbulai, tarsi eina atbulas (: atbulas / atbulai, eiti), atžagareivis, -ė „kas viską daro atvirkščiai, priešingai; plg. atžagarainis, atžagaris 2, 2. „atsilikusių pažiūrų žmogus, reakcionierius“, t. y. kuris eina atžagarias, daro atžagariai (: atžagarias / atžagariai, eiti). Darbinių variantų porą sudaro tuos pačius pamatinius žodžius pirmas ir eiti turintys jungiamuoju balsiu besiskiriantys dariniai pirmaeivis, -ė „žr. pirmeivis 1“ ir pirmeivis, -ė (1. „progresyvių pažiūrų žmogus“), t. y. kuris tarsi eina pirmą visų.
Mit dem Verb eiti lassen sich grundsätzlich Bezeichnungen für Personen verbinden, die im Wasser arbeiten oder tätig sind (das erste Glied beruht auf Substantiven, die Gewässer bezeichnen): jūreivis, -ė „jemand, der auf den Meeren fährt...“, mit anderen Worten: jemand, der auf See arbeitet, der zur See fährt27 (: jūra, eiti), mareivis, -ė „Seemann“ (: marios, eiti), upeivis, -ė „Beschäftigter oder Arbeiter in der Flussschifffahrt“ (: upė, eiti), vandeneivis, -ė (Neologismus) „Seemann“ (: vandenį, eiti).
Eine gewisse semantische Verbindung mit dem Verb eiti weisen die Neubildungen svetimeivis („Außerirdischer aus dem Weltraum; gewöhnlich wird der Kollektivplural svetimeiviai verwendet“, ND) und šviesiaeivis auf, das vermutlich in der Bedeutung „ins Licht gehend“ verwendet wird28 (Ich war nie šviesiaeivis; Lehrer šviesiaeivis DLKT). Diese Bildungen beruhen auf dem Adjektiv svetimas und dem Substantiv šviesa29.
Bei einem Teil der Bildungen mit dem Auslaut -eivis, -ė ist die Verbindung mit eiti verblasst, indirekt, nicht mehr spürbar oder nicht vorhanden. Im Wortbildungsprozess solcher Bildungen erfüllt -eivis, -ė die Funktion eines Suffixes. Dies gilt zunächst für den botanischen Terminus plateivė („Pflanze aus der Familie der Orchideengewächse, Breitblättrige Waldhyazinthe (Platanthera)“, LKŽĖ; „seltene Wiesenpflanze aus der Familie der Knabenkrautgewächse (Coeloglossum)“, DŽ). Wie erwähnt (siehe Pakerys 1994: 78), gilt die Endung -eivė dieses Substantivs als Suffix. Als Grundwort der Bildung plateivė dient das Adjektiv platus, -i. Die Pflanze, die zahlreiche verschiedene Eigenschaften aufweist30, wurde nach einem ihrer Merkmale benannt (zur Wahl der Wortbildungsmotivation siehe Urbutis 2009: 69–72). Plateivė ist als Ableitung der Kategorie der Bezeichnungen für Träger einer nominalen Eigenschaft anzusehen, da Bildungen dieser Wortbildungskategorie nicht nur Personen, sondern auch Lebewesen oder Gegenstände nach einem charakteristischen Merkmal bezeichnen können (siehe LKG 1965: 340). Doppelt beurteilt wird derselben Wortbildung
26 Die Bildung beruht vermutlich auf einem Adverb, obwohl LKŽĖ auch das Substantiv prošalis, -ė „außenstehender, fremder Mensch“ aufführt.
27 Vermutlich unter dem Einfluss des Russischen (auf Russisch sagt man „auf das Meer hinausfahren“) verwendeten (verwenden?) Segler, Seeleute u. a. die Wendung eiti į jūrą (siehe https://skipperltu.wordpress.com/2015/03/06/eina-ar-plaukia/ 2019-05-25).
28 Bedeutung und Beispiele sind im ND angegeben; die Bedeutung der im DLKT gefundenen Bildungen wird so erklärt, wie sie sich aus dem Kontext erschließt.
29 Obwohl im letztgenannten Fall auch die Ableitung vom Adjektiv šviesus, -i nicht ausgeschlossen ist, wird angenommen, dass die Bildung šviesiaeivis eher mit dem Substantiv verbunden ist.
30 Siehe VLE (online abrufbar: http://www.vle.lt/Straipsnis/plateive-5342),; vgl. LRTB.
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Die zur Kategorie gehörende Personenbezeichnung oreivis, -ė („Pilot, Aviator“ LKŽₑ): Nach S. Keinys (2005: 63) ist oreivis, -ė (: oras) aus synchronischer Sicht eine Ableitung mit dem Suffix -eivis, -ė; A. Pakerys (1994: 288) führt diese Bildung unter den Zusammensetzungen an, deren zweites Glied mit dem Verb eiti31 verbunden ist. Auf ein einziges Grundsubstantiv gehen auch folgende Personenbezeichnungen zurück: dien(e?)eivis „Bote (eines Offiziers)“ (: diena), draugeivis, -ė „Freund (?)“ (: draugas), rašteivis, -ė (Neologismus) „Leiter eines Büros“ (: raštas), žmogeivis (Neologismus) „ein einfacher, nichtadeliger Mensch“ (: žmogus). Im Wortbildungsprozess fungiert -eivis, -ė ebenfalls als Suffix.
Das in LKŽₑ verzeichnete Substantiv prakeleivis, -ė („siehe pakeleivis“ LKŽₑ)32 könnte mit dem Substantiv keleivis oder mit dem Verb prakeliauti in Verbindung gebracht werden. Da Substantive mit dem Präfix pra- im Litauischen gewöhnlich einen Ort bezeichnen (z. B. pradalgė, pradantė, pralomė usw., siehe LKG 1965: 434; DLKG 149; vgl. Paulauskienė 1983: 94; Pakerys 1994: 257), wird angenommen, dass das eine Person bezeichnende Substantiv prakeleivis in einem wortbildenden Oppositionsverhältnis zum Verb prakeliauti („vorbeifahren, vorbeigehen, vorbeischwimmen“ LKŽₑ) steht; in diesem Fall hat -eivis Suffixfunktion. Es gibt noch weitere verbale Bildungen mit -eivis, -ė. Beispiele hierfür sind die im LKŽPK belegten Substantive kūleivis und važeivis. Die Bedeutung des Substantivs kūleivis erlaubt es, es mit den Ableitungen mit den Suffixen -ėjas, -a und -ikas, -ė zu vergleichen, die vom Verb kulti33 abgeleitet sind:
kūlėjas, -a „jemand, der drischt“ LKŽₑ Irgendjemand trampelt heftig im Vorraum: Da kommen die kūlėjai aus der Tenne zurück LKŽₑ
kūlikas, -ė „jemand, der drischt, Drescher“ LKŽₑ Bereite das Mittagessen vor – gleich kommen die kūlikai nach Hause! LKŽₑ
kūleivis „Drescher“ LKŽŽPK...drischt kūleiviai in der Tenne... LKŽPK
Die wurzelverwandten Bildungen kūlėjas, kūlikas und kūleivis sind als Wortbildungssynonyme anzusehen: Sie sind aus demselben Basisverb mit unterschiedlichen Wortbildungsformantien gebildet, haben dieselbe wortbildende Bedeutung, eine sehr ähnliche lexikalische Bedeutung und können in Wortverbindungen oder Sätzen gegeneinander ausgetauscht werden (vgl. die Drescher kommen zurück – die Drescher / kūleiviai kommen zurück, die kūlikai kommen heim – die Drescher / kūleiviai kommen heim, die kūleiviai dreschen – die Drescher / kūlikai dreschen), ohne dass sich die Kontextbedeutung wesentlich verändert. Die Bedeutung des Substantivs važeivis ist in der Ergänzungskartei nicht angegeben34, doch aus dem Verwendungsbeispiel
31 Obwohl die Bildung oreivis noch in gewissem Maße mit dem Verb eiti in Verbindung gebracht werden kann (4. „unaufhaltsam dahingleiten, ziehen, strömen || (in Schwärmen) fliegen“: Orlaivių tę – kap amaras eina! LKŽₑ), ist offensichtlich, dass diese Verbindung verblasst.
32 Es ist ein Synonym der besprochenen Bildung pakeleivis.
33 Es sei darauf hingewiesen, dass alle Bildungen auf der Form des Präteritums kūlė beruhen; in dieser Hinsicht ähnelt die Bildung kūleivis somit den verbalen Ableitungen mit dem Suffix -eiva (siehe LKG 1965: 330).
34 Wahrscheinlich handelt es sich um eine Wortneuschöpfung von Petronėlė Orintaitė – so heißt es in dem Artikel „Petronėlė Orintaitė – Apybraižininkė“ in der Zeitung Dirva: „Wörter wie daigynas, mandaguolis, važ(e)ivis, jauniklynas finden wir nicht einmal im großen Wörterbuch. Offenbar hat die Schriftstellerin diese Wörter selbst geschaffen und sich dabei vom Sprachgeist leiten lassen.“ (Siehe S. 6, online zugänglich: http://www.spauda.org/dirva/archive/n1972/1972-01-19-DIRVA.pdf)
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dass es offenbar die Bedeutung „wer fährt“ hat, d. h. als funktionales Synonym der wurzelverwandten Bildungen važiuotojas, –a, važiuolis, –ė, važūlis, važiuoklis, –ė, važūnas, –ė verwendet wird35.
važiuotojas, –a LKŽe 1. „wer fährt“. 2. „...was fährt, Fahrgast“ LKŽe Zu ihnen fuhren die Fahrgäste und machten sich vom Sandhügel auf den Weg, ohne im Städtchen anzuhalten LKŽe Hier gibt es, siehst du, nur wenige Fahrgäste, deshalb fährt kein Bus LKŽe Die Fahrgäste hatten es offenbar eilig DLKT
važiuolis, –ė „wer fährt, Fahrgast“ LKŽe Was bist du für ein Fahrer – du hast Angst vor dem Zug LKŽe
„wer važiuoklis, –ė „Fahrer“ LKŽe Da ist ein Pferd, ein unwilliger Fahrer, mit den Füßen stampfend LKŽe
važėivis LKŽŽPK <...> nur schnell. Da ist ein Pferd, ein unwilliger važėivis und galoppierte pfeifend seitwärts davon kubuldom į pašalį <...> LKŽŽPK
Diese wurzelverwandten Bildungen können einander in Wortverbindungen oder Sätzen grundsätzlich ersetzen (vgl. hier gibt es nur wenige Fahrgäste – hier gibt es nur wenige Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer, was bist du für ein Fahrer – was bist du für ein Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer, nur schnell važėivis – nur schnell Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer / Fahrer usw.), doch ist im heutigen Litauischen aus dieser Reihe synonymischer Bildungen die Ableitung –tojas, –a mit dem für typische Personenbezeichnungen charakteristischen Suffix važiuotojas, –a am gebräuchlichsten, während die anderen Bildungen äußerst selten verwendet werden36.
Bei der Neubildung sugrįžeivis, –ė („wer aus der Emigration zurückkehrt, Reemigrant“ ND), die wahrscheinlich in Analogie zur im heutigen Litauischen gebräuchlichen Personenbezeichnung išeivis, –ė gebildet wurde (wer weggeht – išeivis, wer zurückkehrt – sugrįžeivis), dient das Verb sugrįžti als Basiswort, während –eivis, –ė die Funktion eines Suffixes erfüllt. Das Substantiv sugrįžeivis wird als Synonym der üblichen (in Wörterbüchern verzeichneten) Bildung sugrįžėlis, –ė („wer zurückgekehrt ist“ LKŽe) verwendet. Hier sind Beispiele für den Gebrauch der Bildungen sugrįžėlis und sugrįžeivis, –ė:
35 LKŽe enthält keine Belege mit den Substantiven važūlis („= važiuolis“ LKŽe) und važūnas, –ė („wer fährt, Fahrer“ LKŽe); im LKŽŽPK sind diese Personenbezeichnungen überhaupt nicht verzeichnet.
36 Im DŽ ist keine der Bildungen verzeichnet; in das BŽ wurde nur die Ableitung mit dem Suffix –tojas, –a, važiuotojas, –a, aufgenommen. Im DLKT wurde ebenfalls ein Beleg für den Gebrauch des Substantivs važiuotojas, –a gefunden; Sätze mit anderen wurzelverwandten Substantiven fanden sich im Korpus nicht.
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Den Kern dieses revolutionären Elements bildeten die Rückkehrer Rückkehrern aus Russland würden Bedingungen geschaffen LKŽe
den Rückkehrern würden Bedingungen geschaffen, sich vollwertig in das sprachliche Umfeld Litauens einzugliedern ND
Der Austausch dieser wurzelverwandten Ableitungen in Wortverbindungen oder Sätzen ist ohne größere Einschränkungen möglich (vgl. den Kern bildeten die Rückkehrer – den Kern bildeten die Rückkehrer, Rückkehrern werden Bedingungen geschaffen – den Rückkehrern werden Bedingungen geschaffen usw.), sodass man sagen kann, dass es sich um Derivationssynonyme mit recht ähnlicher Semantik handelt. Die aus Verben mit –eivis, –ė abgeleiteten Personenbezeichnungen važeivis, kūleivis, sugrįžeivis sind als Ableitungen der Kategorie „Agens und verbale Eigenschaft“ zu betrachten.
Im DLKT findet sich die polymorphe (hypostatische) Ableitung –eivis tautpažangeivis; sie wird wahrscheinlich in der Bedeutung „der Partei Tautos pažanga angehörend“ verwendet und steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Verb eiti: Die nach dem Etikett der Euroskeptiker strebenden Nationalisten, tautpažangeiviai, Bauern und teilweise auch Demokraten appellieren an den Patriotismus DLKT. Die Personenbezeichnung tautpažangeivis wurde wahrscheinlich aus der Wortverbindung37 tautos pažanga gebildet, wobei –eivis als Suffix fungiert, analog zu anderen Wörtern mit derselben Endung. Diese als Okkasionalismus zu betrachtende Ableitung kann nur für diesen einen Fall gebildet und nur in diesem konkreten publizistischen Text verwendet worden sein38. In allen Fällen, in denen in der Semantik von Ableitungen (z. B. plateivė, žmog(e?)eivis, kūleivis, važeivis, sugrįžeivis usw.) kein Zusammenhang mit dem Verb eiti mehr erkennbar ist, erfüllt die Endung –eivis, –ė die Funktion eines Suffixes, und man kann von einem sich herausbildenden Ableitungstyp sprechen39.
4. SYNONYMITÄT VON ABLEITUNGEN MIT –EIVA UND –EIVIS, –Ė
Die Analyse der lexikalischen Bedeutungen von Ableitungen mit –eiva und –eivis, –ė zeigte, dass es Fälle gibt, in denen wurzelverwandte Ableitungen mit diesen Endungen wechselseitig durch einander erklärt werden, das heißt, sie bilden zweifellos Paare von Derivationssynonymen (Personenbezeichnungen mit –eiva werden häufiger auf Ableitungen mit –eivis, –ė verwiesen, doch kommt auch der umgekehrte Fall vor, in dem eine Ableitung mit –eivis, –ė durch eine Ableitung mit –eiva erklärt wird):
37 S. Keinys (1999: 23) užsimena apie tai, kad lietuvių bendrinėje kalboje esama atvejų, kai suduriamas žodžių junginys ir pridedama priesaga, pvz., keturvejininkas, -ė.
38 Im DLKT wurde nur ein Beleg für den Gebrauch des Wortes tautpažangeivis gefunden.
39 Lietuvių kalbos darybos tipų sąrašas nėra baigtinis, pvz., S. Keinys (1999: 27) teigimu, įvardis kelioliktas, -a yra padarytas ne su kelintiniams skaitvardžiams būdinga priesaga –tas, -a, pvz., tryliktas, -a, devynioliktas, -a ir kt., o „iš tikrųjų priklauso visai kitam, naujesniam (priesagos –intas, -a) įvardžių darybos tipui.“
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atžagareiva „siehe atžagareivis 2“ LKŽe
Die hartnäckigsten atžagareivos plapperten LKŽe
– Ach, dieser Jurgis ist immer so störrisch, atžagareiva! DLKT
niekurneiva „jemand, der nirgendwo hingeht, nichts tut, ein Faulpelz“ LKŽe
Der Alte wurde zu einem niekurneiva; wie ein Stein saß er in der Stube LKŽe
kareiva 1. „siehe kareivis“ LKŽe
An diesen Gesprächen nahm ein alter kareiva teile
Ich hoffe, er hielt mich für einen abergläubischen Dummkopf kareiva DLKT
prekeiva „siehe prekeivis“ LKŽe
Kleiner Warenhändler, der durch die Provinzstädte zieht LKŽe
Warenhändler verkauften Erfrischungsgetränke DLKT
Flussschiffer „siehe Flussschiffer“ LKŽe
Flussschiffer transportierten Waren nach Russland LKŽe
Rückwärtsgewandter, -e40 2. „Mensch mit rückständigen Ansichten, Reaktionär“ LKŽe
Sind Rückwärtsgewandten tugendhaft? LKŽe
Habt ihr wirklich diesem Rückwärtsgewandten geglaubt? DLKT
Nichts-rechte, -e „siehe Nichts-rechte“ LKŽe
Als die Angelegenheiten des Vaterlands zur Sprache kamen, gab es weder Römer noch Hellenen, weder Rückwärtsgewandte noch Fortschrittliche noch Nichts-rechte (scherzh.) LKŽe
Soldat, -in „Wehrpflichtiger im einfachen Dienstgrad“ LKŽe
Soldat wurde eine Burg gebaut LKŽe
Die Neigung zu Waffen, militärischer Ordnung und Haltung den Soldaten bereitete große Verwunderung DLKT
Warenhändler, -in „umherreisender Händler, Kommis“ LKŽe
Ein Einzelhändler Warenhändler LKŽe
Die Mykener Händler erreichten die Ostsee DLKT
Flussschiffer, -in „Angestellter oder Arbeiter in der Binnenschifffahrt“ LKŽe
Litauens Flussfahrer bereiteten sich auf die Navigationssaison vor LKŽe
Ihr Mann Flussfahrer DLKT
Diese etymologisch verwandten Ableitungen können in Wortverbindungen oder Sätzen im Wesentlichen ohne größere Einschränkungen füreinander eingesetzt werden, d. h., sie weisen einen hohen Grad an Synonymie auf, vgl.: atžagareivos / atžagareiviai plauderten, atžagareiviu / atžagareiva kochten, ein alter kareiva / kareivis, kareivis / kareiva war zum Bau der Burg eingesetzt, ein kleiner prekeiva / prekeivis, upeivos / upeiviai transportierten und dergleichen. Für die Verwendung der Ableitung jūreiva finden sich weder in Wörterbüchern Belege noch im DLKT; daraus lässt sich schließen, dass dieses Wort im Litauischen selten verwendet wird. Obwohl es theoretisch anstelle der bedeutungsgleichen etymologisch verwandten Ableitung jūreivis, -ė (Tüchtige
40 Eine weitere Bedeutung („jemand, der alles verkehrt herum, gegensätzlich macht; vgl. atžagarainis, atžagaris 2“ LKŽe) hat das Substantiv atžagareivis, -ė; es ist als Ableitung von atžagarainis, -ė („jemand, der alles anders macht, als man es möchte oder ihm aufträgt, ein Dickkopf“ LKŽe) – atžagaris, -ė („jemand, der sich ständig widersetzt, der das Gegenteil tut, ein Widerspenstiger, Ungehorsamer“ LKŽe) – atžagarius, -ė („jemand, der nachlässig und schlecht arbeitet, ein Widerspenstiger“ LKŽe) – atžagarūnas, -ė („jemand, der anders handelt als alle anderen“ LKŽe) – atžagaruvyžis, -ė („abwertend: jemand, der alles verkehrt herum macht, ein Dickkopf“ LKŽe) als derivationelles Synonym anzusehen.
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gehört zu den SeeleutenTradition LKŽ; Der Steuermann rief, und der Seemannwarf ein Tau vom Deck DLKT; vgl. SeemannTradition, Seemannwarf ein Tau), aber tatsächlich funktioniert dieses Paar derivativer Synonyme in der litauischen Sprache offenbar nicht.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. In litauischen Werken zur Wortbildung werden Ableitungen mit demselben Suffix, aber unterschiedlichen Endungen häufig verschiedenen Wortbildungstypen zugeordnet. Die derivationelle und semantische Analyse der Ableitungen mit dem Auslaut –eivis, –ė zeigte, dass ein Teil von ihnen auf zwei Basiswörter zurückgeht, von denen eines das Verb eiti ist; außerdem weisen sie das Suffix –vis, –ė auf und können daher als Ergebnis einer Komposition mit Suffigierung gelten. Einige Ableitungen haben die Verbindung zum Verb eiti (nicht mehr) und beruhen auf einem einzigen Basiswort (einem Verb oder einem Nominalwort). Betrachtet man die Gesamtheit der in Wörterbüchern verzeichneten Ableitungen und Neubildungen mit –eivis, –ė, d. h. unter Absehung von den individuellen Wortbildungsbedeutungen der Ableitungen, und vergleicht man die Ableitungen auf –eivis, –ė mit etymologisch verwandten synonymischen Ableitungen mit dem Suffix –eiva und anderen Suffixen, so lässt sich annehmen, dass –eivis, –ė synchronisch in bestimmten Fällen als Suffix gelten kann.
2. Der größere Teil der Ableitungen mit –eivis, –ė (92% aller Ableitungen) wird als Ableitung der Wortbildungskategorie für Träger einer nominalen Eigenschaft verwendet; einige (8%) gehören zur Wortbildungskategorie der Handelnden und der Träger einer verbalen Eigenschaft. Daher wäre es zweckmäßig, in Werken zur Wortbildung neben dem bereits aufgeführten Wortbildungstyp –eiva in diesen Wortbildungskategorien auch den sich herausbildenden Wortbildungstyp –eivis, –ė anzuführen.
3. In der Wortbildung wirkt Analogie; neue Ableitungen werden ständig nach bestehenden Wortbildungsmodellen gebildet. Wie die Materialien des ND und des DLKT zeigen, entstehen im Litauischen weitere Neubildungen mit –eivis, –ė und werden wahrscheinlich auch künftig entstehen; sie erweitern und werden die vorhandenen Personenbezeichnungen ergänzen.
ŠALTINIAI
BŽ – Bendrinės lietuvių kalbos žodynas (rengiamas). Vyr. red. D. Liutkevičienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: http://bkz.lki.lt.
BŽa – Bendrinės lietuvių kalbos žodyno antraštynas. Prieiga internete: http://bkz.lki.lt/antrastynas/?pg=c (žiūrėta 2019 m. birželio–rugpjūčio mėn.).
DLKT – Dabartinės lietuvių kalbos tekstynas. Prieiga internete: http://tekstynas.vdu.lt/tekstynas/ (žiūrėta 2019 m. birželio–rugpjūčio mėn.).
DŽ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Vyr. red. S. Keinys. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2012. Prieiga internete: http://lkiis.lki.lt/dabartinis.
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LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas, t. 1–20, 1941–2002 (elektroninis variantas), vyr. red. G. Naktinienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005. Prieiga internete: www.lkz.lt.
LKŽPK – Skaitmeninė „Lietuvių kalbos žodyno“ papildymų kartoteka. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2015. Prieiga internete: http://lkiis.lki.lt/antra-kartoteka.
TB – Lietuvos Respublikos terminų bankas. Prieiga internete: http://terminai.vlkk.lt/pls/tb/tb.search (žiūrėta 2019 m. birželio–rugpjūčio mėn.).
ND – Miliūnaitė R., Aleksaitė A. Lietuvių kalbos naujažodžių duomenynas [Tęstinis internetinis žinynas nuo 2011 m.]. Sudarytoja Rita Miliūnaitė. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: http://naujažodžiai.lki.lt (Žiūrėta 2019 m. birželio–rugpjūčio mėn.). https://doi.org/10.35321/neol.
VLE – Visuotinė lietuvių enciklopedija (elektroninis variantas), Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras. Prieiga internete: http://www.vle.lt/.
LITERATŪRA
Ambrazas S. 1993: Daiktavardžių darybos raida: lietuvių kalbos veiksmažodiniai vediniai, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
Ambrazas S. 2002: Daiktavardžių darybos raida 2, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.
DLKG 2005 – Dabartinės lietuvių kalbos gramatika. Red. V. Ambrazas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.
Gudžinevičiūtė O. L. 2008: Lietuvių kalbos substantiva communia. Daktaro disertacija, Vilniaus universitetas.
Keinys S. 1999: Bendrinės lietuvių kalbos žodžių daryba, Šiauliai: Šiaulių universiteto leidykla.
Keinys S. 2005: Dabartinė lietuvių terminologija, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
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BENDRINĖ KALBA 92 (2019)
www.bendrinekalba.lt
ISSN 2351-7204
JOLANTA VASKELIENĖ. Dėl darinių su baigmeniu –eivis, -ė | 15
doi.org/10.35321/bkalba.2019.92.02
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Gauta 2019 08 20
Priimta 2019 12 18
ON THE DERIVATIVES WITH THE ENDING -EIVIS, -Ė
Summary
In the Lithuanian language, there are four main types of word derivation: suffixation, prefixation, paradigmation, and composition. There are cases when two types of derivation occur at the same time: prefixation and suffixation, composition and suffixation, therefore, there is a mixed type of derivation. The nouns are derived using all types of word derivation, especially by means of suffixation. According to derivational meaning, the derivatives are classified into derivational categories. There are 13 categories of noun derivation, which have a certain number of types. Often there are different types of derivation in the same derivational category, which are composed (formally) with the same suffix, but different endings, e.g. -ėžis, -ė and -ėžius, -ė, -lys, -ė and -la, -ėlis, -ė and -ėla. There are derivatives naming persons, which have similar endings: -eiva and -eivis, -ė. The derivatives with the suffix -eiva are mentioned in the writings on word formation, and the derivatives with -eivis, -ė are scarcely mentioned. The object of the research is the nouns ending in eivis, -ė. The aim of the paper is to discuss the semantic and derivational particularities of derivatives ending in -eivis, -ė. To achieve the aim the following objectives have been set up: from the scientific literature to collect and present the data about the suffix / ending, –eiva and –eivis, -ė; from Dictionary of the Lithuanian Language, Dictionary of Modern Lithuanian, headwords of Dictionary of Standard Lithuanian, Digital Supplement Catalogue of the Lithuanian Language Dictionary to collect the names of persons with the ending -eivis, -ė, to supplement them with the data from Database of
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JOLANTA VASKELIENĖ. Dėl darinių su baigmeniu –ėivis, –ė | 16
doi.org/10.35321/bkalba.2019.92.02
Lithuanian Neologisms and the Corpus of the Contemporary Lithuanian Language, to discuss the semantics and derivation of derivatives ending in –ėivis, –ė.
In total 41 derivatives with the ending –ėivis, –ė have been found in the mentioned resources (34 of them have been fixed in Dictionary of the Lithuanian Language). After the analysis of the formation and semantics of the derivatives ending in –ėivis, –ė, the following conclusions have been drawn:
1. One part of the derivatives with the ending –ėivis, –ė are based on two underlying words, one of which is a verb eiti with a suffix –vis, –ė, therefore, they are considered to be the result of composition-suffixation. Some of the derivatives with the ending –ėivis, –ė do not have the coherence with a verb eiti and are based on one underlying word. Considering the totality of derivatives and neologisms with the ending –ėivis, –ė presented in the dictionaries, i.e. distancing from the individual derivational meanings of the derivatives, and comparing the derivatives ending in –ėivis, –ė with cognate synonymic derivatives of the suffix –ėiva as well as other suffixes, it is assumed that in some cases –ėivis, –ė has to be considered as a suffix.
2. The bigger part of the derivatives ending in –ėivis, –ė (92 per cent) are used as the derivatives of the derivational category of the possessors of nominal particularities, some of them (8 per cent) are used as the derivatives of the derivational category of the actors and the possessors of verbal particularities. Therefore, in the writings on word derivation, in these derivational categories, alongside the presented –ėiva derivational type it is purposeful to indicate the emerging –ėivis, –ė derivational type.
3. There is an analogy in word formation, and new derivations are constantly being created according to existing patterns of derivation. According to Database of Lithuanian Neologisms and the Corpus of the Contemporary Lithuanian Language material, in the Lithuanian language occur and likely will occur more neologisms with the ending –ėivis, –ė, which supplement the rank of existing personal names.
KEYWORDS: derivational method; derivational category; derivational type; ending; suffix; synonymity.
JOLANTA VASKELIENĖ
Šiaulių universitetas
P. Višinskio g. 38, LT-76352 Šiauliai
[email protected]
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