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Apie sudurtines pradėtines veiksmažodžių formas

N. Sližienė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, IV LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA ÜBER ZUSAMMENGESETZTE INCHOATIVE VERBFORMEN N. ŠLIŽIENĖ Die zusammengesetzten inchoativen Verbformen des Litauischen werden aus den konjugierten Formen des Hilfsverbs būti und dem Partizip Präsens Aktiv eines Verbs mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung und dem Partikel be- gebildet, z. B.: buvau beeinąs, būsiu beeinąs, būčiau beeinąs, būk beeinęs1. Die Bedeutung der zusammengesetzten inchoativen Formen ist nicht einheitlich. Die Bezeichnung „inchoative Formen“ lässt erwarten, dass sie den Beginn einer Handlung bezeichnen, doch kommt diese Bedeutung nur den inchoativen Formen des Präteritums zu. Sie bezeichnen eine vergangene Handlung, die unmittelbar nach ihrem Beginn durch eine andere Handlung oder ein anderes Geschehen unterbrochen wurde, z. B.: „Wenn der Herr im Sommer auch Fußgängern nicht erlaubt, über sein Feld zu gehen …“ — buvo beužmetęs hatte Smalinis schon Puodžiūnui entgegengeworfen, doch Giedraitis stieß ihn erneut in die Seite, und jener verstummte, ohne den Satz zu beenden Vien V 217. Sie fanden eine Bank, und Monika buvo beišdedanti hatte gerade begonnen, die Eier auszupacken, als der Polizist herankam und höflich sagte, dass man hier nicht picknicken dürfe Cv VIII 71. Martynas buvo beištiesęs hatte ihr schon die Hand entgegengestreckt, doch als er den ausgestreckten einzelnen Finger sah, ging er, als hätte er Gaidienė nicht bemerkt, weiter Simon VK II 279. Neben der Bedeutung des Handlungsbeginns bezeichnen die inchoativen Präteritumsformen manchmal auch die relative Dauer einer vergangenen Handlung. Diese Dauer wird deutlich, wenn aus dem Kontext hervorgeht, dass die durch die inchoativen Formen bezeichnete Handlung länger andauerte als eine andere gleichzeitige Handlung, ein Geschehen oder ein Augenblick, obwohl ihre tatsächliche Dauer möglicherweise sehr kurz war. Z. B.: Herr Tadas Kirla selbst buvo užstalėje besėdįs saß bereits mit den Kindern am Tisch. K irlas Schwester Marcelė goss Tee in die Gläser und stand dabei an der Wand neben dem zweiten Tisch, auf dem die Speisen aus der Küche dampften Pt I 197. Schon lange buvo būnęs war er Priester gewesen, als er die Pfarrstelle erhielt Šts. Der erste Gedanke, der ihm in seinem schlauen Kopf kam, war, die Pferde so schnell wie möglich zu verstecken. Die Brüder Žigas buvo bekinką spannten die Pferde bereits vor den noch nicht ausgeladenen Wagen Vencl III 231. Auch andere inchoative Formen drücken eine relative Dauer aus. Z. B.: Du wirst sehen, ich būsiu schon bemiegąs sein, wenn du kommst, um mich ins Bett zu bringen Jb I 318. Ich bedauerte im Herzen, kein heiliger Georg zu sein, būčiau bekremtąs dann hätte ich den Käse vom Ende her angeknabbert Žem II 240. Wenn wir kommen, um euch zum Arbeiten aufzufordern, būkit jau bedirbą seid schon bei der Arbeit, dann brauchen wir euch gar nicht erst aufzufordern Jb I 314. 1 Partizipien Präsens Passiv bilden mit dem Hilfsverb būti keine zusammengesetzten inchoativen Formen. 67 Die Formen des zusammengesetzten Futurs drücken jedoch meist eine vermutete, angenommene zukünftige Handlung aus. Z. B.: Es wird anfangen zu schneien, und es wird wohl Nachtfrost geben; nachts stöhnt irgendwer im Kamin. „Zünde nur das Licht an, sonst stürzt es noch hinein“, denken die Kinder bei sich LzP I 367. Morgen wird es belvjanti sein, dann wirst du es loswerden Žem I 184. Mit einfachen Formen würden wir sagen: Morgen wird es, pass auf, regnen, dann wirst du es loswerden usw. Obwohl nur die Formen des Präteritums der einmaligen Vergangenheit die Bedeutung des Handlungsbeginns haben, werden traditionell dennoch alle zusammengesetzten Formen mit dem Partizip Präsens Aktiv, das die Partikel be- enthält, als Inchoativformen bezeichnet. Als Erster begann K. Jaunius, diese Formen Inchoativformen zu nennen, indem er in die litauische Grammatik das Paradigma des Inchoativpräteritums einführte, das er Versuchs- oder Beginnpräsens (imperfectum de conatu) nannte2. Diese Tradition wird in der Grammatik von J. Jablonskis aus dem Jahr 1901 fortgesetzt, in der neben dem Paradigma auch eine Bedeutungsbeschreibung gegeben wird: „Die vergangene Versuchszeit (t. praeteritum de conatu) bezeichnet eine vergangene Handlung, die nicht eintrat, sondern gerade im Begriff war, als eine andere Handlung einsetzte“3. In der Grammatik von 1919 stellte J. Jablonskis bereits ein vollständiges System zusammen, das als zusammengesetzte Inchoativtempora bezeichnet wurde4. Seitdem wird es in allen Grammatiken der litauischen Sprache dargestellt. J. Jablonskis erweiterte den Begriff des Terminus „Inchoativtempora“, indem er Formen gleicher Bildung, aber unterschiedlicher Bedeutung in das System aufnahm und sie „Tempora der begonnenen, sich durchsetzenden Handlung“ nannte5. In der Grammatik von 1922 ordnete er bei der Erörterung der einzelnen Inchoativtempora die Bedeutung des Handlungsbeginns richtigerweise ausschließlich dem Inchoativpräteritum der einmaligen Vergangenheit zu6. So bezeichnete man mit dem Terminus „Inchoativtempora“ Formen, die nicht nur den Beginn einer Handlung, sondern auch eine andauernde Handlung ausdrücken; dem steht der Terminus „Perfektiva“ gegenüber, mit dem Formen bezeichnet werden, die eine vollzogene, abgeschlossene Handlung ausdrücken. Das System der Inchoativtempora und -modi ist nicht so vollständig, wie J. Jablonskis es dargestellt hat. Die Formen des Präteritums der häufigen Vergangenheit und des Optativs scheinen in der Sprache nicht gebräuchlich zu sein. Formen des Optativs gab auch J. Jablonskis nicht an, während seine Beispiele für das Präteritum der häufigen Vergangenheit in allen späteren Grammatiken der litauischen Sprache wiederholt werden. Weder in der Umgangssprache noch in der Schriftsprache ist es bisher gelungen, diese Formen zu finden. Auch die Formen des Imperativs sind nahezu ungebräuchlich. Am weitesten verbreitet sind die Formen des Inchoativpräteritums der einmaligen Vergangenheit; außerdem ist bemerkenswert, dass sie sowohl von Niederlitauern als auch von Oberlitauern verwendet werden, während die Futur- und Konjunktivformen, obwohl sie sich in der Literatursprache eingebürgert haben, wenig gebraucht werden und fast ausschließlich für Sprecher der niederlitauischen Dialekte kennzeichnend sind. Deshalb fanden gerade die Formen des Inchoativpräteritums der einmaligen Vergangenheit als erste Eingang in die Grammatik. 2 Siehe K. Явнисъ, Грамматика литовскаго языка, литовский оригиналъ, 201, Петроградъ, 1908—1916. 3 Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, 1, 103. Vilnius, 1957. 4 Siehe P. Kriaušaitis und Rygiškių Jonas, Lietuvių kalbos gramatika,131, Vilnius, 1919. 5 Siehe ebenda, 131. 6 Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, 1, 426. 68 Das System der zusammengesetzten Tempora enthält auch kein Präsens. J. Jablonskis nahm an dessen Stelle das Partizip Aktiv Präsens mit der Partikel be- auf, das niemals mit Präsensformen des Hilfsverbs būti verwendet wird und das J. Jablonskis selbst, ebenso wie K. Jaunius, früher anders interpretiert hatte. K. Jaunius betrachtete dieses Partizip als partizipiales Prädikat, das zur Wiedergabe indirekter Rede verwendet wird, z. B.: sūnus beskaitąs, tėvas berašąs, dukte besiuvanti (vidi filium legere, patrem scribere, filiam suere)7. Diese Auffassung vertrat J. Jablonskis auch in seiner Grammatik von 1901 und seiner Syntax von 19118. In der Syntax schrieb er: „Der Partizipialsprache bedienen wir uns oft auch bei unerwarteten, manchmal gleichsam verspäteten Beobachtungen, Erfahrungen und sonstigen Feststellungen. Z. B.: 1. Man hört nur (Saulytė) — irgendjemand beklabenąs an die Tür klopfen. Ps. 2. Ich sehe — ein barfüßiger Knabe bestovis, auf irgendetwas belaukiąs. Als. 3. Nach drei Tagen sehen die Eltern — ein ganzer Schwarm Schlangen bešliaužiąs in ihren Hof kriechen. Ps.“ und so weiter.9 J. Jablonskis bemerkte zutreffend, dass das Partizip Aktiv Präsens mit der Partikel be- in solchen Fällen für den žemaitischen Dialekt charakteristisch ist. Die osthochlitauischen Dialekte verwenden hier gern unpersönliche Sätze mit dem Partizip Passiv Präsens im Neutrum, mit dem der Sprecher „gleichsam mitteilen möchte, dass die Nachricht, die er uns jetzt überbringt, ihm selbst nur durch irgendeine beiläufige Kleinigkeit aufgefallen ist, die er gerade selbst bemerkt hat, oder ihm von einem anderen Menschen mitgeteilt wurde“10. Die žemaitische Wendung „Kyburienės Zunge ist bekannt, aber auch Rimšienė dantinga beesanti“ (Žem) passt stellenweise auch für die hochlitauischen Dialekte, doch können diese es auch so ausdrücken: „Kyburienės Zunge ist bekannt, aber auch Rimšienės dantingos besama11.“ J. Jablonskis beschrieb diese Erscheinung als eine der vielen Eigenheiten unserer „erzählenden Sprache“. Erst in der Grammatik von 1919 bezeichnete J. Jablonskis, offenbar in dem Bestreben, ein vollständiges System zusammengesetzter Formen zu schaffen, das Partizip Aktiv Präsens mit der Partikel be- als zusammengesetztes Präsens und merkte an, dass es stets ohne Hilfsverb verwendet wird. Von da an wurden in allen Grammatiken der litauischen Sprache Paradigmen des zusammengesetzten Präsens angegeben, mitunter sogar mit dem Hilfsverb būti12. Da das Partizip mit der Partikel be- niemals mit Präsensformen des Hilfsverbs būti verwendet wird, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass diese hier ausgelassen sind. Dies bestätigen auch die erwähnten entsprechenden Formen des passiven Partizips im Neutrum der osthochlitauischen Dialekte, die ebenfalls niemals mit Präsensformen des Hilfsverbs verwendet werden und als Mittel einer bestimmten partizipialen Ausdrucksweise der indirekten Rede dienen13. 7 Siehe K. Jaunius, a. a. O., 19. 8 Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, 1, 169, 465, 466, 527, 528. 9 Siehe ebenda, 527, 528. 10 Siehe ebenda, 465. 11 Siehe ebenda, 466 (vgl. 528). 12 Siehe J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, 3, 278, Warszawa, 1956; J. Žiugžda, Lietuvių kalbos gramatika, 1, 186, Kaunas, 1960 (das Hilfsverb steht in Klammern). 13 J. Jablonskis betrachtet diese Formen auch in den Grammatiken von 1919 und 1922 bereits als zusammengesetzte Formen. 69 Mit zusammengesetzten Ausgangsformen verbindet das Partizip Aktiv Präsens, das das Partikel be-14 enthält, die Bedeutung einer relativen Handlungsdauer: Die Handlung dauert im Verhältnis zu einer anderen gleichzeitigen Handlung oder einem Zeitpunkt lange an. Mit dem Präsenspartizip mit dem Partikel be- wird die relative Dauer einer Handlung oder Erscheinung hervorgehoben, die plötzlich sichtbar oder hörbar wird, bekannt wird oder sich anderweitig offenbart und Erstaunen oder andere Gefühle hervorruft. Der Sprechende äußert Gedanken, als wären sie ihm durch irgendwelche äußeren Umstände eingegeben worden. Bei der Wiedergabe der hier genannten expressiven Nuancen bezeichnet das betreffende Partizip konkrete oder verallgemeinerte gegenwärtige Handlungen oder Erscheinungen. Z. B.: „Einen festen Faustschlag beturinti, einen Witwer wirst du bekommen“ Škn. „O! Diese Schreckgestalten bepūriją den Hering...“ Žem II 401. „Ein leckerer Kuchen, Gevatterin, die bemokanti backen...“ Žem II 448. „Aha! Das ist Barbė, und sie hat auch schon einen Bräutigam beturinti“ Simon VK II 173. „Ach, schau, auch du besuprantąs schon Litauisch...“ Simon VK II 67. „Ich dachte, du schläfst schon, dabei begalvojąs du über Ilžė“ Simon VK II 213. Dem einen zahlst du die Schuld zurück, ein anderer schon danach fragend Vvr. Sobald der Abend etwas wärmer ist, sieh nur, schon herumfliegende Maikäfer Slnt. Manchmal steht er nicht auf oder wird krank, und schon schickt sie ein Mädchen, um Essen anzubieten Žem I 345. Wie unermüdlich du doch auf diese Gänse aufpasst! Die Mama ist selbst, als flöge sie davon, so fliegt sie davon, um nach den Gänsen zu sehen... Žem II 459. Im Kontext der Vergangenheit werden mit dem Präsenspartizip mit dem Partikel be- konkrete oder verallgemeinerte vergangene Handlungen oder Erscheinungen bezeichnet. In diesem Fall wird es wesentlich häufiger gebraucht als im ersten. Z. B.: Ich hörte nur das Knarren des Rades [Spinnrads], ich schaue hin — da besnaudžianti sie schon Užv. Und ich dachte, das sei noch die Kuckucksuhr im Garten, dabei beesanti dort mein junges Mädchen JD 1173. Sie wandte sich zu ihrem Mann um, und der besnaudžias tatsächlich! Žem I 73. Vilius drehte sich wütend um und wollte schon etwas erwidern, doch hinter seinem Rücken bestovįs Trumpjonis Simon VK II 307. Ich hatte noch nicht einmal richtig angefangen, da kam schon vom Ufer beateinąs der jüngste Sohn Zuikas, ein Offizier, mit einem Handtuch über der Schulter und kämmte sich die Haare Cv III 116. Wir hatten die Ecken vollgestapelt, und als es gegen Morgen hell wurde, kam nur Mütterchen herein, beįeinanti, mit einem Bündel und heißen Eimern beladen LzP I 370. Bis ich für diesen Quälgeist [der keine Ruhe gibt] genäht hatte, verlor ich fast die Geduld — er kam beateinąs, und kam wieder beateinąs Brs. Rožikė war heiteren Gemüts: Sobald es gegen Abend ging, schaute man hin, und sie besišukinėja schon im „Restaurant“ LzP I 405. Dieser Cinokas-Mensch also, seit er sich an mich gehängt hat — morgens und abends kommt er beateinąs, kommt wieder beateinąs und bittet Žem II 108. Nur in sehr seltenen Fällen bezeichnet das Präsenspartizip mit dem Partikel be- eine Handlung ohne jegliche expressive Nuance. Z. B.: Und es dämmerte, die Sonne ging auf, nun die Mutter, nun die Weiße im Stübchen beilsinti JD 1502. Sie fragten das Mütterchen: „Und wo ist die Tochter?“ — 14 Gemeint ist hier nur jener Fall der Verwendung dieses Partizips, in dem das ihm angefügte Partikel be- die Bedeutung der Handlungsdauer verleiht. 70 „Im Winkel sitzend, Handschuhe strickend“ JD 1530. Am Tag regnend, nachts schneidend, am Ende des Feldes wartet das Mädchen auf mich wartend Grk. Schon über vierzig Jahre sind es, lieber Junge, dass ich hier den Staub fremder Winkel abwische und die Blätter der Bücher mit Zahlen fremder Güter beschreibe LzP II 60. Dort mäht man Wiesen, die Schafe weiden. Der weißhaarige Vater steht im Tor Nėr. Poez 456. In allen Fällen wird das Partizip Präsens Aktiv mit der Partikel be- nur ohne Präsensformen des Hilfsverbs verwendet. Mit den Präsensformen des Hilfsverbs wird das Partizip Präsens Aktiv ohne die Partikel be- gebraucht; zusammengesetzte Verbformen bildet es jedoch nicht. Dieses Partizip bezeichnet eine einem Gegenstand oder einer Person eigene Handlung oder einen Zustand als deren Merkmal und kommt fast einem Adjektiv gleich, das als nominaler Teil des Prädikats fungiert. Z. B.: Ich bin imstande, den Teufel aus dem Gutshof zu vertreiben Šts. Er hat viele erdichtete Geschichten erzählt, alle aber Lügen Šts. Dieser See ist abgeflossen (aus ihm fließt ein Fluss) Brs. Diese Henne ist legend — sie ist eine Legehenne Prk. Das flinke Kind ist gerade erst aufgewacht Pl. Ein Mädchen oder ein halbwüchsiger Junge — durchnässt, die Kleider triefen über und über — watet bis zu den Knien durch den Morast neben dem Wagen und treibt aus Ungeduld die müden Stuten immer weiter an Žem II 159. Grėtės Blick ist so flehend, so voller Kummer, so demütig Simon VK II 123. Aus all dem Gesagten wird ersichtlich, dass: 1) als zusammengesetzte Inchoativformen Formen bezeichnet werden, die nicht nur den Beginn einer Handlung, sondern auch deren Dauer ausdrücken; 2) die zusammengesetzten Inchoativformen kein vollständiges System der Tempora und Modi bilden: Es gibt keine Formen des Präsens und des häufigen Präteritums sowie des Optativs, und die Formen des Imperativs werden kaum gebraucht; 3) das Partizip Präsens Aktiv mit der Partikel be-, das seit der Grammatik J. Jablonskis von 1919 als Präsens-Inchoativ galt, wird niemals mit Präsensformen des Hilfsverbs verwendet und ist keine zusammengesetzte Inchoativform, sondern ein bestimmtes Mittel des partizipialen Ausdrucks indirekter Rede. Abkürzungen Brs — Barstyčiai, Kreis Seda. Cv — P. Cvirka, Raštai, III, VIII, Vilnius, 1949. Dr — Darbėnai, Kreis Kretinga. Grk — Girkalnis, Kreis Raseiniai. Jb — J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, I, Vilnius, 1957. JD — Litauische Lieder, aufgezeichnet von Antanas Juškevičius. 3 Bände. Kasan, 1880, 1881, 1882. (Die Ziffern nach der Abkürzung geben die Liednummern an). LzP — Lazdynų Pelėda, Raštai, I, II, Vilnius, 1954. Nėr. Poez — Salomėja Nėris, Poezija, Vilnius, 1954. Pl — Palėvenė, Kreis Kupiškis. Prk — Priekulė. 71 Pt — G. Petkevičaitė-Bitė, Raštai, I, Kaunas, 1947. Simon VK — I. Simonaitytė, Vilius Karalius, II, Vilnius, 1956. Slnt — Salantai. Skn — Šakyna, Žagarės r. Šts — Šatės, Skuodo r. Užv — Užventis. Vencl — A. Venclova, Raštai, III, Vilnius, 1955. Vien — A. Vienuolis, Raštai, V, Vilnius, 1954. Vvr — Veiviržėnai, Priekulės r. Žem — Žemaitė, Raštai, I, II, Vilnius, 1956. ÜBER KOMPOSITA-ANFANGSZEITFORMEN Н. К. СЛИЖЕНЕ Zusammenfassung Die zusammengesetzten ingressiven Verbformen des Litauischen werden aus konjugierten Formen des Hilfsverbs būti ‚sein‘ und einem Vollpartizip Präsens mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung und der Partikel be- gebildet, z. B.: buvau bedirbąs, būsiu bedirbąs, būčiau bedirbąs, būk bedirbąs. Im Russischen gibt es keine entsprechenden Verbformen. Die Bedeutung einer gerade einsetzenden Handlung haben nur die Formen des Präteritums einmalig. Sie bezeichnen eine vergangene Handlung, die kaum begonnen, durch eine andere Handlung oder ein anderes Ereignis unterbrochen wurde. Aus dieser Bedeutung entstand die Bezeichnung aller ingressiven Formen, obwohl die Formen des Futurs, des Konjunktivs und des Imperativs und manchmal auch die Formen des Präteritums einmalig eine relative Dauer der Handlung im Vergleich zur kürzeren Dauer einer anderen gleichzeitigen Handlung, eines Ereignisses oder eines Zeitpunkts ausdrücken; die Futurformen bezeichnen außerdem eine vermutete zukünftige Handlung. Die zusammengesetzten ingressiven Formen bilden kein vollständiges Tempus- und Modussystem. In der Sprache gibt es keine Formen des Präsens und des Präteritums iterativ sowie keine Formen des Optativs. Die Imperativformen werden kaum verwendet. Als zusammengesetzte ingressive Präsensform galt seit der 1919 erschienenen Grammatik von I. Jablonskis ausschließlich das Vollpartizip Präsens mit der Partikel be-. Dieses Partizip wird jedoch niemals mit Präsensformen des Hilfsverbs būti verwendet, und daher gibt es keinen Grund, es als zusammengesetzte Form anzusehen. Es handelt sich lediglich um einen Fall der partizipialen Wiedergabe indirekter Rede im Litauischen. 72