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Nauji baltarusių šnektų lituanizmai

Elena Grinaveckienė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXVIII (1989) KALBŲ RYŠIAI IR SĄVEIKOS ELENA GRINAVECKIENĖ NEUE LITAUISMEN IN BELARUSSISCHEN MUNDARTEN Die in den letzten beiden Jahrzehnten (1965—1986) durchgeführten Untersuchungen zum belarussischen Wortschatz erlauben die Feststellung, dass das Problem der Litauismen in den belarussischen Dialekten weiterhin aktuell ist und dass noch nicht alle darin verwendeten Wörter litauischer Herkunft entdeckt worden sind. Es werden laufend zahlreiche zuvor nicht erkannte Litauismen entdeckt; zugleich wird versucht, ihre in verschiedenen belarussischen Mundarten und zu unterschiedlichen Zeiten entstandenen lautlichen Entsprechungen zu bestimmen und zu begründen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass hier alte Litauismen mit dem Vokalismus a/¹o/ y vorkommen, die aus litauischen Wörtern mit dem Vokalismus (i)uo und (i)au hervorgegangen sind, z. B. akóma ‚Granne‘ < lit. akuotas; Лок, лох „Flurname“ < lit. Laukas ‚ebenso‘ < lit. laukas; ебо́ба ‚Ulme‘ < lit. guoba; са́мка ‚großes Tuch mit Fransen‘ < lit. siaústė ‚ebenso‘, бужа́лна ‚Schlegelkopf‘ < lit. buožė, buoželė ‚ebenso‘; куку́ць ‚Tonpfeife‘ < lit. kaukútis ‚ebenso‘ usw. [Grinaveckienė₁; Grinaveckienė₂]. Bei der Suche nach Litauismen stößt man weiterhin auf Schwierigkeiten, wenn ein litauisches Wort mit einem bestimmten Vokalismus, das aus verschiedenen belarussischen Dialekten entlehnt wurde, nicht nur unterschiedliche Entsprechungen dieses Vokalismus hervorgebracht, sondern häufig auch zahlreiche verschiedene Veränderungen im Konsonantismus erfahren hat und sich durch eine Vielfalt der Wortbildung auszeichnet. Daher ist es mitunter nicht einfach, die tatsächliche litauische Quelle eines solchen belarussischen Wortes festzustellen und nachzuweisen. So sind etwa die Wörter der belarussischen Mundarten какапу́чки, како́ушки, капа́кучки, капко́ушки, ко́каушки, ко́киушки, ко́ркиушки, ко́пнуики, кукаpúчки, kúkiушки, кукарз́чки, kúрачки, куркиушки, куро́пачки, kúрпиушки, kúртачки, kúрчьки, kúрчюки mit der Bedeutung „Knochen der Füße“, ebenso каккру́чки ‚Schultern‘ und ко́кашы „Knochen der Füße; Beine“ [Слоўнік, т. 2, 364, 365; Народнае, 169; Жывое, 155]³, trotz ihrer meist sehr unterschiedlichen Lautgestalt miteinander verwandt – dialektale hybride Varianten desselben Wortes, genetisch verbunden mit lit. kaukaras (kùkardi, kùkuras), kaùkoras, kaùkara ‚Hügel‘; vgl. außerdem das gleichstämmige kaùkas ‚Aufgeblasenheit, Geschwulst‘. Von diesen Lexemen sind etymologisch am durchsichtigsten und am wenigsten verändert kaka-púčki, кукапу́чки und кукаpúčki. Nach dem Lautgesetz lit. au > belar. a (z. B. Лажо́к „Name eines Tals und eines Weges“ < lit. Lauž- + belar. -ok [Мікратапанімія, 136]) какапу́чки aus lit. kaukar- und dem belarussischen Diminutivsuffix -ечкі entstanden sein. [Сцяцко, 260]. Кукаpúчки ir кукаpúчки können phonetisch zwei Ursprünge haben. Sie können unmittelbar aus lit. kùkarai, kùkuras „Kukštera“ hervorgegangen sein; sie könnten sich ebenso aus lit. kaùkaras nach dem Lautgesetz lit. au > belar. y entwickelt haben (vgl. das bereits erwähnte куку́ць < lit. kaukútis). Es gibt 1 Das Zeichen / zeigt im Artikel an, dass Laute (und Formen) in verschiedenen belarussischen Dialekten verwendet werden. 2 Der stimmhafte Plosiv z der belarussischen Mundarten (der gewöhnlich in Lehnwörtern vorkommt) wird im Text nicht von ihrem stimmhaften Frikativ z unterschieden. 3 Dass „kukšnis“ und „kaukaras“ semantisch identische Realien bezeichnen, zeigt auch die gemeinsame Benennung beider als kánžas, zum Beispiel: galvós kánžas und kójų kánžas (LKŽ. T. 5. 446). 162 ganz klar кукара́чуки den Stammvokal я statt des zu erwartenden а aufweist. Könnte dieses я hier aus а entstanden sein? Demnach könnte кукара́чуки zu кукара́чуки geworden sein. Fälle, in denen ein harter Konsonant in Litauismen mancher belarussischer Mundarten einen weichen Konsonanten bildet, kommen gelegentlich vor, z. B. lit. klùmpės, klùonas > belar. клу́мбы | клю́мбы, клу́ня | клю́ня usw. [Слоўнік, т. 2, 479–480; Дыялекталагічны, 791–797, карты № 235, 236]. Andererseits könnte кукара́чуки auch mit einer anderen litauischen Variante begonnen haben: kaĩkaras, kùkarai..., etwa mit kiãukerė und Ähnlichem. Die nächste Verwandte dieser Lexeme, jedoch bereits stärker verändert – sie hat eine Synkope der mittleren Silbe -ka- erfahren –, ist ку́рачки < *кукара́чки (vgl. analoge Fälle von Synkope: калану́ха < калаха́ну́ха „Traubenkirsche“, мана́рка < марына́рка „Jacke“ [Слоўнік, т. 2, 366; т. 3, 29]). Wie deutlich zu sehen ist, ist *кукара́чки aus lit. < lit. kukar- (kadukar-) + belar. -ачкі entstanden. Das Lexem karáкуčki steht auch kака́ručki sehr nahe. Es ist möglicherweise aus *кака́-pyčki durch Metathese der Konsonanten in der mittleren Silbe (-кару-) entstanden, das heißt durch Vertauschung von k und p: -кару- > -раку- (zu einer möglichen ähnlichen Konsonantenvertauschung vgl. прае́рх < прапе́х „Edelreis“, радзюга < дзярыга „grobe Decke“, „raues Laken“ [Слоўнік, т. 4, 76, 441]). Den Ausgangspunkt für *кака́ručki könnte lit. kaukar- + belar. -učki gebildet haben. Kapáručki am nächsten stehen die Lexeme kакóuki, kókiuški, kókaшы, kókaшки, kу́kiuški und der Ortsname Kакóшы луг [Мікратapanімія, 119], obwohl sie auf den ersten Blick kaum Ähnlichkeit mit ihm haben. Sie könnten sich aus den Formen *карако́uki, *kópakiuški, *kóраkaшы, *корakaшки, *кураkiuški, *каракошы durch Synkope der mittleren Silbe -pa- entwickelt haben. Ihre lautliche Entwicklung hat sie somit noch weiter als das Lexem karáručki von der ursprünglichen Quelle entfernt – den Formen mit *какар-|*кокар-|*кукар-, die aus lit. kadukar- (kukar-) und belarussischen Suffixen hervorgegangen sind. Die belarussischen Ausgangsformen der Wörter каркóuki, каркýuki, kórkiuuki, куркíuuki sind möglicherweise *какрóuki, *какрýuki, *ко́крышки, *кукрышки, die durch Metathese der Konsonantenverbindung -кр- verändert wurden (zur Entwicklung von кр- zu рк- vgl. ко́блик < ко́лбик „Gründling, Kilbe“ [Слоўнік, т. 2, 493]). Letztere sind der leichteren Aussprache wegen wahrscheinlich aus längeren Formen hervorgegangen – aus *какарóuki, *какарýuki, *ко́карыушки, *кукарыушки –, indem die silbische Mittelsilbe а ausfiel (zu einem möglichen solchen Ausfall vgl. калма́-ишка < калама́йка „eine Art Wagen“ [Слоўнік, т. 2, 366]). Und die Formen *какар-|*кокар- gingen aufgrund der Entsprechung belar. а|о < lit. au aus lit. kaukar- hervor; *кукар- stammt sowohl aus lit. kukar- als auch (entsprechend belar. у < lit. au) aus kukdar-. Die Entwicklung der Lexeme kópнуčki ir kurpíuuki dürfte derjenigen von kóпkiuški, куркíuuki (siehe oben) ähnlich gewesen sein. Ihr mediales -n- ist jedoch an die Stelle von -k- getreten, nachdem der Bedeutungszusammenhang mit der Grundform verblasst war (vgl. den analogen Fall kартанóсы < каркано́сы < lit. karkanósis „Stupsnase“ [Слоўнік, т. 2, 424]). Demnach kópnučki, курпíuuki < *kóпркуки, *ку́рkuшки < *ко́круки, *кукру́ки < *кокарyuki, *кукарыuки < lit. kadukar- (kukar-)+ belar. -уишки, -ишки. Auf analoge Weise haben sich auch die Lexeme kýrmački, kýrpički, kýrčki entwickelt, deren mediale Konsonanten -m-|-p-|-č- anstelle von -k- entstanden sind. Somit kýrmački, kýrpički, kýrčki < *kýrkački, *kýrkički, *kýrkiki < *kúракаčki, *kúpakički, *kúpakički < *кукара́чки, *ку́какичики, *ку́карыки < lit. kadukar- (kukar-), kaukorkai und Ähnliches (zur möglichen analogen Variation einiger Konsonanten in belarussischen Mundarten vgl. dort батлашка < баклажка, 11* 163 кобачка < копачка „Grübchen unter der Brust“, дръмотник < дръмотник, krypъtnik < trypūtnik, кузсūрка < туžurka u. a. [Слоўнік, t. 1, 154, 491; t. 2, 493, 545, 558]. Lexeme dieses Typs sind die ältesten, am stärksten veränderten und am weitesten von ihrer Hauptquelle entfernten. Die Lexeme курóпачki könnte ebenfalls sehr alt sein. Es dürfte folgende Entwicklung seines Lautwandels durchlaufen haben: курóпачki < *куро́качки < *кукора́чки < lit. kukar- (kav-kar-) + weißruss. -ачki. Manchmal kommt es vor, dass sich für einen vermuteten litauischen Lehnwortbestandteil in belarussischen Dialekten keine genaue litauische Entsprechung feststellen lässt. So bestehen zwar keine Zweifel daran, dass der Ortsname Бажышки „Weide im Dorf Saltoniškės, Rajon Voranava“ [Мікратанімія, 23] ein Litauismus ist, doch ist unklar, ob sein Stamm a aus litauisch au, ar uo stammt, da beide Diphthonge zu einer bestimmten Zeit in einigen belarussischen Dialekten denselben a-Reflex ergeben haben, vgl. etwa Лакінікі < litauisch Laukininkai und габа < litauisch guobà usw. Somit ist unklar, ob die litauische Entsprechung von Баж- Bauž-, ar Buož- lautet; vgl. litauisch Baužiškiai „Dorf im Rajon Radviliškis“ und Бюžiski „Dorf im Rajon Biržai“ [LTSR adm., t. 2, 30–44]. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei weißrussischen Dialektwörtern, die als Litauismen verdächtigt werden: па́зі, паžáбы, паžáйды, паžáлы, лага́ры, паго́йцы, паýžáн, пýžыўш, супу́зі, супу́зі, die alle dieselbe Bedeutung „Strom, Wasser- oder Tränenfluss, Rinne, Rinnsal“ haben, sowie паziсmų in der Bedeutung „gestreift, gefleckt“ [Слоўнік, t. 2, 603; t. 4, 235, 236, 237, 333; t. 5, 20, 21, 229; Сцяшковіч, 397, 412; Rūdninkai, Akmenynė]. Das Lexem pázi wurde wegen des Verschlusslauts r (der für weißrussische Entlehnungen typischer ist), seiner Verwendungsgeographie und seiner isolierten Stellung als Litauismus verdächtigt [Арашонкава, 128; Грыневецкене, 187]; doch lässt sich seine tatsächliche litauische Quelle bis heute nicht ausfindig machen. Da nun in weißrussischen Dialektwörterbüchern und handschriftlichen Quellen weitere eindeutige Verwandte von pázi hinsichtlich Bedeutung und Lautgestalt belegt sind, gibt es nun eine Grundlage, die Suche nach ihren litauischen Gegenstücken fortzusetzen. Wenn man davon ausgeht, dass in der Wurzel des Lexems pázi⁴ der weißrussische Lautwandel a < aý (< lit. au) eingetreten ist (also pázi < *páyzi), gibt es Grund zu der Annahme, dass die genetische Verwandtschaft zwischen den Wurzeln der bedeutungsgleichen Lexeme pázi, pýžыўш, пау́ган (паž-, pýž-, páyž-) hinreichend klar ist und dass sie alle auf páyž- zurückgehen. Zur selben Wurzel páyž- > pag- gehören zweifellos auch die Lexeme pagáзы, pagáйды, pagáлы, pagójцы (allerdings mit unterschiedlichen Ableitungselementen im Stamm), ebenso лага́ры, das durch Metathese aus pagáлы entstanden ist (zum Stellungswechsel der Konsonanten in den äußeren Silben pa- – -лы, also zu ihrer Aussprache als ла- – -ры, vgl. auch analog weißrussisch ляндэрак „Handschöpfkelle“ < poln. rądelek „ebd.“ [Слоўнік, t. 2, 717]. Den Ausgangspunkt für diese bedeutungsgleichen Lexeme könnten litauische Wörter der Wurzel raug- mit ähnlicher Semantik und Lautgestalt gebildet haben, etwa ráugtis (riáugtis) „sich verdunkeln, sich zuziehen (vom Himmel)“, ráugas „Miesepeter“, vgl. auch apsiráugė (užsiráugė) „es wurde trüb“, kad tu prasraugtái „dass du verschwinden mögest“, užráugti „zurücklassen, mit Rauch umgeben“ Bienen mit Rauch; mit Vokalwechsel in der Wurzel: rūgà, rūgýs „lang anhaltender Regen; feuchte Luft“, rūgas „regnerischer, bedeckter Tag“, rūgala, rūgalas 4 Bemerkenswert ist, dass das weißrussische Wort pázi im Lazūnai-Dialekt (BTSR, Rajon Vyjos) bereits als Entlehnung aus dem Weißrussischen verwendet und rõ’g’e’s ausgesprochen wird (zum weißrussischen a > lit. a in Entlehnungen aus dem Slawischen vgl. das weißrussische Lehnwort dieses Dialekts му avóga „Vorsicht“ < weißruss. амбае́ца „ebd.“, учхво́тай „Beute“ < weißruss. ухва́ты „ebd.“ [Lazūnai]. 164 „regnerisches Wetter“, vgl. ferner: Žiulvin, Žiulvin, Žiulvineli, gyvas būsi – pienu rūgsi „du wirst strömen, fließen“, falls negyvas – krauju plauksi; Gyvoliai padvėsę pamsojo, nu kurių neišpasakyta smarvė visomis pusėmis rūgdama „fließend, sich verbreitend“ stank und vieles mehr [LKŽ, t. 11, 281, 286—288, 523, 883, 892, 905]. Wie man also sieht, stimmt das Bedeutungssegment „strömen, sich überziehen, fließen“ u. Ä. von lit. rūgštis (rūgti) genau mit der Bedeutung von weißrussisch pázi und dessen weiteren Verwandten überein; deshalb lässt sich die Verwandtschaft der hier untersuchten weißrussischen Wörter mit den genannten litauischen Wörtern nicht ausschließen. Nemažų abejonių dėl giminy stės tiek su br. pázi (ir kt.), tiek ir su lie. rūgštis (rūgti) kelia vienareikšmių su pázi leksemų cupáei, cupýei formos. Jų šaknys, sprendžiant iš panašaus su pázi skambėjimo, ypač bendros reikšmės, turėtų būti -pazi, -pyzi (-pyzi galėtų būti arba tiesiog siejama su lie. rūg- šaknies kalbamosios reikšmės žodžiais, arba laikyti išsirutuliojusį iš *-payzi > *-pŏyzi > *-pyzi; dėl tokio virtimo plg. br. kykýub „molinis švilpukas“ < lie. kakū́tis „t. p.“). Tai pripažinus, jų giminy stė su pázi galėtų būti visai pamatuota ir galima. Tačiau kaip aiškinti jų abiejų žodžio pradžios cy-? Tai, jei būtų ir priešdėlis, jis naujos reikšmės žodžiams neteikia. Tas cy- čia dėl žodžio reikšmės išblukimo galėtų būti atsiradęs ir iš pridėtinio c- bei įspraustinio (dėl lengvumo tarti) y. Kad analogiško priebalsių pridėjimo atvejų šnektose (ypač jų skoliniuose) pasitaiko, gerai rodo ir br. свя́сла „ryšys“ < вя́сла „t. p.“, плі́шта „aprumbas, apmušalas“ < le. listwa „t. p.“, lie. skrúpčioti < krūpčioti ir d. kt. [Слоўнік, т. 4, 14, 403; LKŽ, t. 12, 1101]. O kad kartais po c (ar kito priebalsio), susikaupus priebalsių grupei, gali būti įspraudžiamas y ar kitas kuris balsis, matyti iš tokių br. šnektų žodžių, kaip жарало|журало|жырало́|жэрэло́ „šaltinis, versmė“ < le. źródło „t. p.“, скляроз „sklerozė“ < склероз „t. p.“, скру́так „ryšulys“ < скрутак „t. p.“ ir kt. [Слоўнік, т. 2, 140, 174; t. 5, 14, 16]. Panašų balsiu u (ar net ą!) įspraudimą gerai rodo ir kai kurie lietuvių (taip pat ir prūsų) skoliniai, pvz., suliūbas, sąliūba, sąliūbas „santuoka“ < le. ślub „t. p.“ (plg. pr. salūban „t. p.“), sunevoga „įžeidimas, apšmeižimas“ < le. zniewaga „t. p.“, sūmislas „išmonė, sumanymas“ < le. zmysł „t. p.“, suvodba „vestuvės“ < ru. свадьба „t. p.“ [LKŽ, t. 12, 81; t. 14, 137, 148, 151, 250]. Galėjo čia tas cy- ir visas būti pridėtas prie žodžių *pazi, *pyzi, paklustant jiems br. kalbos darybos dėsniams ar prisitaikant prie jos sistemos. Panašių darybinių atvejų pasitaiko ir lietuvių tarmių skoliniuose, pvz., sūsmislas „sumanymas“ < le. zmysł „t. p.“, suvada „vaidas“ < br. вада „t. p.“ <le. zwada „t. p.“ [LKŽ, t. 14, 230, 246]. Sollte sich unsere Vermutung als begründet und überzeugend erweisen, könnte der litauische Ursprung des weißrussischen pázi, cupáei und weiterer mit ihnen verwandter Lexeme durchaus genau so beschaffen gewesen sein*. ABKÜRZUNGEN Akmenynė — Mundart von Akmenynė (Raj. Šalčininkai), Aufzeichnungen der Expedition von E. Grinaveckienė aus dem Jahr 1981. Арашонкава — Арашонкава А. У., Грынаเวцкене А. І., Кавальчук І. П., Манкевіч Ю. Ф., Рамановіч Я. М., Шаталава Л. Ф. Aus dem Wortschatz der belarussischen *Zu einigen „Lituanismen“ vertreten die Mitglieder des Redaktionskollegiums eine andere Auffassung. 165 гаворак заходняй зоны // Весці Акадэміі Навук БССР. Серия грамадскіх навук, № 4, 1969. С. 123—134. Дыялекталагічны — Дыялекталагічны атлас беларускай мовы. Карты і каментарыі. Мінск, 1963. Grinaveckienė, — Grinaveckienė E., Mackevič J. Einige phonetische Besonderheiten der belarussischen Lituanismen // Lietuvių kalba ir bilingvizmas. V., 1988. S. 123—131. Grinaveckienė, — Grinaveckienė E., Mackevič J. Lie, (i)au-Vokalismusentsprechungen in belarussischen Lituanismen // Baltistica. 1989. Bd. 3 (1. Beilage). S. 70—80. Гринавеckене — Гринавеckене Э., Макевич Ю. Ф., Романович Е. М., Чеберук Е. И. Haushaltswortschatz litauischen Ursprungs in Westbelarus // Lietuvių terminologija. V., 1975. S. 163—195. Lazūnai — Mundart von Lazūnai (Raj. Vyvija), Aufzeichnungen der Expedition von E. Grinaveckienė aus den Jahren 1959 und 1972. LTSR adm. — Lietuvos TSR administracinio-teritorinio suskirstymo žinynas. V., 1976. T. 2. LKŽ — Lietuvių kalbos žodynas. V., 1968. T. 1; V., 1969. T. 2; V., 1956. T. 3 tt. Мікратанімія — Мікратанімія Беларусі. Мінск, 1974. Народнае — Народнае слова. Мінск, 1976. Rūdninkai — Mundart von Rūdninkai (Raj. Šalčininkai), Aufzeichnungen der Expedition von E. Grinaveckienė aus dem Jahr 1980. Сцяшко — Сцяшко П. У. Народная лексіка і словаўтварэнне. Мінск, 1972. Сцяшковіч — Сцяшковіч Т. Ф. Слоўнік гродзенскай вобласці. Мінск, 1983. Слоўнік — Слоўнік беларускіх гаворак паўночна-заходняй Беларусі і яе пагранічча. Т. 1—5, Мінск, 1979—1986. Жывое — Жывое слова. Мінск, 1978. NEUE LITAUISMEN IN BELARUSSISCHEN MUNDARTEN Zusammenfassung Forscher der belarussischen Dialektlexik stoßen ständig auf noch nicht erkannte Entlehnungen litauischer Herkunft. Bemerkenswert sind Entlehnungen mit dem Stammvokal a /o/ u, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus litauischen Wörtern mit den Vokalen (i)uo, (i)au entwickelt haben, z. B. аба ‚Ulme‘ < lit. guoba ‚ebd.‘, гужалкі ‚Kaulquappen‘ < lit. buožgalviai ‚ebd.‘, сатка ‚großes Tuch mit Quasten‘ < lit. sijūstė ‚ebd.‘, Лох ‚Bezeichnung eines Feldes im Rajon Nowogrudok der BSSR‘ < lit. Laukas ‚Bezeichnung eines Feldes‘ (<lit. laukas ‚Feld‘), кукуў ‚Tonpfeife‘ < lit. kaukiūtis ‚ebd.‘. Diese Entlehnungen bergen häufig auch gewisse Veränderungen des Konsonantismus in sich und weisen eine vielfältige Wortbildung auf. Daher ist es mitunter vergleichsweise schwierig, die ursprünglichen litauischen Quellen solcher Lexeme festzustellen. In dem Artikel werden zahlreiche Bildungen des Wortes какарачкі ‚Fersenbein; Beine; Schultern‘ untersucht; zugleich wird ihre jeweilige Herkunft vom lit. kākaras (kūkaras) ‚Hügel‘ motiviert und begründet. Da das a im Stamm der belarussischen Entlehnungen sowohl aus dem litauischen Diphthong au als auch aus uo hervorgegangen sein kann, ist es faktisch unmöglich, die genaue litauische Quelle des belarussischen Toponyms Бажышки festzustellen: gleichermaßen könnte sowohl das litauische Toponym Vaižškis als auch Buožškis seiner Bildung zugrunde gelegen haben. Der Artikel unternimmt den Versuch, die litauische Quelle der Lexeme рагі, рэўгішы, раўган, сургіі u. a. ‚Rinnsale, Schweiß-, Wasser- und Tränenspuren‘ zu bestimmen, für die seit Langem die Auffassung bestand, es handle sich um Litauismen. Auf Grundlage der Bedeutung des Segments ‚fließen, strömen, sich hinziehen, sich bedecken‘ und der Plausibilität des Gesetzes bel. а < lit. au (vgl. раўган, рэўгішы) wird geschlossen, dass diese Lexeme von litauischen Wörtern mit der Wurzel aug-(riaug-, rīg-) derselben Bedeutung stammen könnten. Die Wurzeln der Lexeme сургіі, сургіі sind -раг-, -руг-; ihre erste Silbe су-, die den Wörtern keine neue Bedeutung verleiht, ist ein Präfix, ebenso wie die Silbe su- im litauischen Lehnwort sūvada ‚Streit‘ < bel. вада ‚ebd.‘ < poln. zwada ‚ebd.‘ 166