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Instrumento raiška dabartinėje lietuvių kalboje

Elena Valiulytė

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LIETUVIŲ LEKSIKOS IR TERMINOLOGIJOS PROBLEMOS LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXIX (1991) ELENA VALIULYTĖ DER INSTRUMENTAL IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE 0.1. Das Instrument ist die Rolle, die einer der Teilnehmer der durch einen Verbalssatz (bzw. ein Verb) beschriebenen Situation einnimmt1. Das Instrument als Einheit der semantischen Satz- (Verb-)struktur steht auf derselben Ebene wie Agens, Patiens usw. (Sližienė, 1986, 51—54). Andererseits wird der Satz nach dem Modell Subjekt-Objekt-Adverbial in größere semantische Einheiten untergliedert (zur Definition dieser Begriffe siehe Ambrazas, 1986, 24). Wichtig ist, dass zwischen den Einheiten dieser Ebenen der semantischen Analyse eine gewisse Entsprechung besteht (z. B. umfasst das Subjekt Agens, Patiens, Perzipient, Benefizient). Diese Frage hat V. Ambrazas überzeugend analysiert und aufgezeigt, wann es zweckmäßiger ist, mit Begriffen derselben Ebene und wann mit solchen einer anderen Ebene zu operieren (Ambrazas, 1982; 1986, 23 ff.). 0.2. Das Instrument fällt unter den Objektbegriff (neben Patiens, Resultat, Benefizient und Kontentiv)2. Somit sind Instrument und Objekt Einheiten unterschiedlicher semantischer Ebenen. Der Begriff Instrument wird auch in Arbeiten der traditionellen Linguistik verwendet, wenn die Bedeutungen von Kasus und Präpositionen beschrieben werden – konkret die des Instrumentals und der Präposition su. 0.3. Unter referentiellem Aspekt ist das Instrument ein Gegenstand, mit dessen Hilfe ein Handelnder eine aktive Handlung vollzieht, die auf einen anderen Gegenstand gerichtet ist (schreibt einen Brief mit einem Bleistift), auf ihn selbst (wäscht sich mit Wasser) oder eine ungerichtete Handlung (nickt mit dem Kopf). 0.4. Das wichtigste Ausdrucksmittel des Instruments ist der Instrumental – allein oder mit der Präposition su. Der Instrumental des Instruments wird ausführlich in einer Spezialarbeit beschrieben (Rasimavičius, 1963, 239 ff.). Der Instrumental wird auf der Ebene der Wortverbindungen untersucht. Erörtert wird die lexikalisch-semantische Zusammensetzung der Wortverbindungen: Verben werden nach ihrer Transitivität/Intransitivität charakterisiert, Substantive danach, ob sie bestimmten semantischen Klassen angehören (unterschieden werden Substantive mit der Bedeutung eines konkreten Gegenstands, Substantive für Körperteile oder Organe eines Handelnden sowie Substantive für Verkehrsmittel). Je nach den konkreteren Bedeutungen von Verb und Substantiv wird der instrumentale Instrumental in folgende semantische Gruppen unterteilt: 1) Instrumental des Werkzeugs (spaltet mit der Axt Holz), 2) Instrumental des Materials (streut mit Sand 1Nach der Valenztheorie werden die Einheiten der semantischen Struktur des Verbs unterschiedlich bezeichnet – als semantische Rollen, semantische Funktionen, Tiefenkasus (semantische Kasus) oder Aktanten (Sližienė, 1986, 44 ff.). 2 Kai kurie tyrinėtojai instrumentą siūlo išskirti iš objekto (plg. Drukteinis, 1982, 17). 148 Estrich); 3) Instrumental des Verkehrsmittels (fährt mit dem Zug). Außerdem werden beim Instrumental des Werkzeugs zwei Untertypen unterschieden: a) der Instrumental des eigentlichen Werkzeugs (spaltet mit der Axt Holz) und b) der Instrumental des Werkzeug-Objekts (nickt mit dem Kopf, klappert mit Töpfen). Letzterer Instrumental sollte als eigenständige semantische Einheit betrachtet werden. Der Instrumental des eigentlichen Werkzeugs steht dem Instrumental des Materials (nicht aber dem des Objekt-Werkzeugs) näher, vgl.: 1) Der Vater hackt Holz mit der Axt, die Schwester gießt die Blumen mit Wasser und 2) Der Großvater nickt mit dem Kopf, die Hausherrin klappert mit Töpfen. Im ersten Fall (1) wird eine dreigliedrige Situation abgebildet, in der das Instrument als Vermittler zwischen Agens (dem Handlungsausführenden) und Patiens (dem betroffenen Gegenstand) fungiert, im zweiten (2) eine zweigliedrige, in der ein Glied das Agens ist und das zweite, durch den Instrumental ausgedrückte, dem betroffenen Gegenstand entspricht (vgl. Slizienė, 1986, 59). Dies zeigt sich daran, dass ein solcher Instrumental (bei einigen Verben) durch den Akkusativ ersetzt werden kann, z. B.: nickt mit dem Kopf/den Kopf, zuckt mit den Schultern/die Schultern, klappert mit Töpfen/Töpfe, rasselt mit Schlüsseln/Schlüssel (Näheres dazu siehe Valiulytė, 1987, 31–41; Rasimavičius, 1963, 247–248). Vergleichbare Wortverbindungen unterscheiden sich durch bestimmte Bedeutungsnuancen: Der Akkusativ hebt den betroffenen Gegenstand stärker hervor als der Instrumental, denn der erstere Kasus (Akkusativ) ist kommunikativ „gewichtiger“: Er nimmt in der syntaktischen Hierarchie der Formen den zweiten Platz (nach dem Nominativ) ein. Eine andere lexikalische Zusammensetzung und semantische Struktur weisen Wortverbindungen mit dem sogenannten Instrumental des Verkehrsmittels auf. Sie bestehen aus Verben der Fortbewegung mit Substantiven, die entweder ein Verkehrsmittel (a) oder Zugtiere (b) bezeichnen, z. B.: Der Lehrer fuhr mit dem Schiff (a), der Nachbar kam auf einem Pferd an (b). Zwischen diesen Verbindungen besteht ein Bedeutungsunterschied. Der Instrumental der ersten Gruppe (a) hat Instrumentbedeutung mit einer lokalen Nuance. Das zeigen die Transformationen dieser Verbindungen, vgl.: Der Lehrer fuhr mit dem Schiff ab ← Der Lehrer war auf dem Schiff. Das Schiff fuhr ab oder: Der Lehrer fuhr ab, während er sich auf dem Schiff befand. Somit liegt in der Tiefenstruktur von Verbindungen mit dem Instrumental, die unmittelbar der beschriebenen realen Situation entspricht, auch eine Ortsrelation zwischen den Referenten vor, die lediglich formal nicht ausgedrückt wird. Deshalb kann dieselbe reale Situation bisweilen auch mit Wortformen lokaler Bedeutung beschrieben werden, z. B.: Wer in wessen Wagen fährt, dessen Lied singt man selbst unter Tränen (zum Lokativ in Instrumentbedeutung siehe 5.). In Wortverbindungen mit Verben der Fortbewegung und einem Instrumental-Substantiv, das Zugtiere bezeichnet, wird die reale Situation verkürzt beschrieben, indem ein Referent – das Transportmittel – ausgelassen wird, z. B.: Der Nachbar (a) kam auf einem Pferd an (b). Aus Erfahrung wissen wir, dass die mit diesem Satz verbundene reale Situation dreigliedrig ist: Ihre Referenten sind ein Mensch (a), ein Tier (b) und ein Transportmittel (c). Zwei Referenten dieser Situation (b und c) können die Instrumentrolle übernehmen; äußerlich wird jedoch gewöhnlich nur einer von ihnen durch dieselbe morphologische Form – den Instrumental – repräsentiert, z. B.: Der Nachbar kam auf einem Pferd/mit einem Schlitten an. Das gleichzeitige Vorkommen zweier Instrumentalformen derselben Bedeutung ist unüblich, wenn auch möglich, vgl.: Der Nachbar kam auf einem Pferd mit einem Schlitten an. Die syntaktischen Beziehungen dieser Instrumentale zum Verb sind jedoch unterschiedlich. Der Instrumental des Substantivs, das das Transportmittel (den Schlitten) bezeichnet, ist enger mit dem Verb verbunden, während der Instrumental des Substantivs, das das Tier (das Pferd) bezeichnet, lockerer angebunden ist – es handelt sich um einen verkürzten Satz. Davon kann man sich anhand der Transformation der genannten Wortverbindung überzeugen, vgl. Der Nachbar kam auf einem Pferd mit einem Schlitten an ← Der Nachbar kam auf einem Pferd an, das den Schlitten zog. 149 0.5. Wie bereits erwähnt, ist das wichtigste Ausdrucksmittel des Instruments in der litauischen Literatursprache der Instrumental (ohne Präposition). Darüber hinaus wird auch die Konstruktion der Präposition su mit dem Instrumental als diese Variante verwendet, z. B.: Mit einem Spieß erschlägst du kein Kind. SLT 239. Mit einer Nadel nähte sie. JablRR I 664. [Jonelis] ging mit seinem Pflug dicht an den Sanddünen vorbei. ŠRagSD 44. Die Fischer werden dich mit einem seidigen Netz fangen. JV 27. Es gibt jedoch Konstruktionen, die sich nicht durch einen alleinstehenden Instrumental ersetzen lassen, z. B.: Sie vertrieb den Hund mit einem Stock, ich lese mit einer Brille, er geht mit Krücken usw. Die Konstruktion mit der Präposition su in der Instrumentfunktion ist in den Dialekten weit verbreitet. Wie das Material des Atlas der litauischen Sprache zeigt, überwiegt diese Konstruktion im nord- und westlitauischen Gebiet (im Osten und Süden Litauens, besonders in dessen Randgebieten, ist dagegen der Instrumental typischer), z. B.: Der Šimoniai-Hügel wurde in alten Zeiten mit Hüten aufgeschüttet. Ps (LKŽ XIV 14). Weiter vom Onkel entfernt ging er in den Wald, zog den Pelz aus und schlug mit einem Stock darauf. Pšl. Die Mühlsteine dreht man mit einer Filzdecke. Mšk (LKŽ XIV 14). Gib der Schlange mit einer Stange einen Schlag auf den Nacken! Mžk. Fahr mit dem Schiff nach Tilsit. Rsn (LKŽ XIV 14). Wickle dich in ein weißes Leinentuch. Pln (LKŽ XIV 14). Lehn dich nicht ans Rad – du machst dich mit Teer schmutzig. Skr (LKŽ XIV 14). Pflanzt die Kartoffeln mit Pferden. Rm (LKŽ, I 306). Er wird mit vier Pferden ankommen. Lkš. Sie setzten mit einem Boot über den Fluss. Šlu. Mit dem Fahrrad komme ich schneller ans Ziel als mit Pferden. Brt. In der Schriftsprache wird die Konstruktion mit der Präposition su seltener verwendet als der Instrumental. 0.6. Bei der Untersuchung der Valenz von Verben zeigte sich, dass Referenten mit Instrumentfunktion auch durch andere Ausdrucksmittel gekennzeichnet werden können, gewöhnlich durch Präpositionalgefüge (Sližienė, 1986, 54), z. B.: siebt das Getreide durch ein Sieb, schießt mit Kanonen, zerkratzte sich die Hände an Stachelbeeren, reitet auf einem Pferd, fährt in einer Kutsche. Diese Konstruktionen unterscheiden sich vom Instrumental durch konkretere Bedeutungen, die auch die Art der Verwendung des Instruments und dessen Funktionsweise widerspiegeln. Wichtig ist festzuhalten, dass einige dieser Konstruktionen durch den Instrumental ersetzt werden können – das typische Ausdrucksmittel des Instruments. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass sie dieselbe Bedeutung haben. Ziel dieses Artikels ist es, die atypischen Ausdrucksmittel des Instruments zu beschreiben und ihr Verhältnis zum Instrumental anzugeben. 1. Konstruktionen mit den Präpositionen per und/oder pro mit dem Akkusativ 1.1.0. Es gibt Verben, die zur Bezeichnung des Instruments Konstruktionen mit den Präpositionen per und/oder pro mit dem Akkusativ verlangen, z. B.: Mehl durch ein Sieb sieben, Milch durch ein Sieb abseihen, geriebene Kartoffeln durch ein Tuch auspressen, Flachs mit einer Borstenbürste kämmen, ein Getränk durch einen Strohhalm saugen, die Sterne durch ein/ ein Teleskop betrachten. Andererseits ist der lexikalische Umfang der genannten Präpositionalgefüge stark begrenzt. 1.1.1. Die Verben sijoti, siausti (sowie ihre präfigierten Ableitungen) bilden Verbindungen mit der Präposition per und den Substantiven rėtis, sietas, sytelis, kretilas. Ich habe das Mehl durch ein Sieb gesiebt. Btrm. Wer gutes Brot essen möchte, muss das Mehl durch ein Sieb sieben. Kv (LKŽ XI 492). Durch ein Sieb wird er die Asche sieben, die Kleidung hineinlegen und ein paar Stunden kochen. Lk (LKŽ XI 492). Asche wurde durch ein Sieb gesiebt. Mrc (LKŽ XII 150 540). Die Garbe durch das Sieb, damit die groben Bestandteile zuerst zurückbleiben; danach werden die Körner geworfelt. Vrd (LKŽ XII 539). Ich siebte das Mehl durch ein feines Sieb, da wurde das Brot wie ein Kuchen. Krp (LKŽ XI 491). Durch ein kleines Sieb siebte ich das Mehl, damit keine Kleie darin wäre. Šmk (LKŽ XII 488). Wenn man es zur Mühle bringt, sieben die Frauen es durch ein Sieb. Gd (LKŽ XII 487). 1.1.2. In der Schriftsprache finden wir mit dem Verb sijoti auch die Präposition pro, z. B.: Feiner Staub, wie durch ein Sieb gesiebter Regen (trš). Nicht besonders stark, aber den ganzen Tag am Sieb wie durch ein Sieb (rš). Die uns vorliegenden Dialektbelege bestätigen einen solchen Gebrauch nicht. 1.1.3. Mit den Verben sijoti, siausti wird – allerdings viel seltener – auch der Instrumental verwendet (mit der Präposition su), z. B.: Mit einem feinen [Sieb] siebte ich Mehl, mit einem Sieb die Grütze. Ign (LKŽ XI 492). Man siebt den Hafer mit einem feinen Sieb und reinigt ihn dann in der Worfschwinge. Vdš (LKŽ XII 531). Ich habe es mit mehreren Sieben gesiebt – woher kommt dieses Käferchen? Mžš (LKŽ XII 531). Mit dem Sieb werden wir die Körner durch sieben. Rod (LKŽ XII 540). Früher siebten wir alle Körner mit Worfsieben. Švnč. Sieb das Mehl mit dem Sieb und worfle das Getreide mit dem Wurfsieb. J. Wenn viel Spreu darin ist, worfle die Körner mit dem Wurfsieb. J. Vgl. auch: Der Regen siebt wie mit einem Wurfsieb. Pn (LKŽ XII 539). Der Instrumental in den angeführten Sätzen ist synonym zu den Konstruktionen mit der Präposition per. Das zeigt, dass auch diese eine Instrumentbedeutung haben. Semantisch unterscheiden sie sich jedoch leicht vom Instrumental. Der Instrumental bezeichnet das Instrument allgemein, während die Konstruktionen mit der Präposition per auch die Art seiner Verwendung bzw. Wirkungsweise vermitteln: Sie bezeichnen, dass das Patiens das Werkzeug durchquert. Dies ergibt sich aus der semantischen Beziehung dieser Konstruktionen zu ihrer konkreten räumlichen Bedeutung, vgl.: Durch das Sieb rieseln auch gute Körner. Ktk. Durch das Sieb wird es auf die Entchen gespritzt – sie werden frieren. Jrb (LKŽ XI 531). 1.2.1. Das Verb košti (sowie seine präfigierten Ableitungen) bildet Verbindungen mit der Präposition per und den Substantiven koštuvas/koštuvis, taip pat sietelis, sietas, audeklas usw. Seih die Milch durch das Sieb. J. Ich seihe das Wasser durch das Sieb: Das Wasser aus unserem Brunnen ist voller Sand. Sdk (LKŽ VI 382). Man muss den Hafer durch das Sieb sieben. Pb (LKŽ XII 531). Sei die Milch durch ein Tuch. Krsn (LKŽ VI 381). Sie seiht die Milch durch ein leinenes Tüchlein. Ktk. 1.2.2. In der Schriftsprache finden wir in einer solchen Position auch eine Konstruktion mit der Präposition pro, z. B.: Anschließend wird der Kleister durch ein Sieb oder Mull abgeseiht und abgekühlt. NŪE 12. Die Mischung wird durch ein Sieb abgeseiht. NŪE 26. Obwohl die Wörterbuchdefinition des Verbs košti – „eine Flüssigkeit durch ein Material oder ein Sieb von unerwünschten Verunreinigungen reinigen“ (DŽ₁ 329) – auf die Präposition pro ausgerichtet ist, zeigen die uns vorliegenden Dialektbelege, dass an dieser Stelle die Präposition per verwendet wird. Darauf weist auch das korrelative Präfix per- hin, z. B.: Die abgesetzte Flüssigkeit wird durch Filterpapier filtriert (trš). 1.3. Das Verb auspressen (sowie seine präfigierten Ableitungen) wird ebenso wie durchseihen mit einer Konstruktion mit der Präposition durch verwendet, die aus den Substantiven Mull, Leinen oder Ähnlichem sowie Sieb, Seiher besteht (vgl. 1.2.), z. B.: 151 Ich presste geriebene Kartoffeln durch ein leinenes Tuch aus. Ktk. Die Beeren zerdrückte man mit dem Boden eines Bechers und presste sie dann durch ein Sieb. Vb (LKŽ XII 582). Den herausgenommenen Honig presste man durch einen Käsebeutel. VdS (LKŽ XIV 163). Analog wird auch das Verb pertrinti in der Bedeutung „durch Reiben auspressen“ verwendet, z. B.: Zwiebeln durch ein Sieb streichen. DŽ₁ 556. Tomaten durch ein Sieb in die Soße streichen (trš). 1.4. Das Verb šukuoti (von Flachs) und seine präfigierten Ableitungen werden mit einer Konstruktion mit der Präposition per verwendet, deren Substantiv šepetys lautet, z. B.: Beim Kämmen des Flachses durch grobe Kämme gewinnt man Werg. Krkn (LKŽ IX 211). Ich habe den Flachs durch eine Bürste mit Borsten gekämmt – er glänzt wie Seide. Ktk. In dieser Stellung steht auch der Instrumental des genannten Substantivs, z. B.: Mit hölzernen und eisernen Bürsten kämmt man Flachs. DŽ₁ 808. Dies ergibt sich aus der syntaktischen Valenz der Grundlesart (Bedeutung) dieses Verbs, vgl.: Man kämmt die Haare mit einem Kamm, einer Bürste. 1.5. Bei den Verben gerti, siurbti hat die Konstruktion mit der Präposition pro Instrumentbedeutung; sie besteht aus einem Substantiv, das einen hohlen Gegenstand bezeichnet – šiaudelį, z. B.: Sie (Marta) sog das Getränk durch einen dünnen Strohhalm. VencIGD 146. Daneben wird auch eine Konstruktion mit der Präposition per verwendet, z. B.: In kleine Gläser gibt man Eis, gießt Punsch darüber und trinkt ihn durch einen Strohhalm. ŠPG 166. Man trinkt durch einen Strohhalm aus hohen Bechern. ŠPG 169. Alle Cocktails – ob süß oder stark – werden aus hohen Bechern durch einen Strohhalm getrunken. ŠPG 170. Das Verhältnis der Konstruktionen pro šiaudelį und per šiaudelį im Hinblick auf die Norm ist dasselbe wie bei den Konstruktionen mit räumlicher Bedeutung eiti pro duris und eiti per duris (Letztere ist eine Variante der Ersteren) (siehe 1.6.1.). 1.6. Konstruktionen mit der Präposition pro, deren Substantive akiniai, žiūronas, mikroskopas, teleskopas in Verbindung mit den Verben des Sehens žiūrėti, žvelgti, matyti, stebėti, atrodyti „sichtbar sein“ stehen, haben ebenfalls Instrumentbedeutung, z. B.: Der Schiffskapitän blickte durch ein Fernglas. DŽ₁ 968. Durch ein Fernglas oder ein Teleskop kann man Hunderte und Tausende Male mehr Sterne sehen. LA 137. Noch war kein Monat vergangen, da konnte man bereits durch das neue Teleskop die Sterne betrachten. LA 113. Ein alter Mann besaß ein solches Fernglas, durch das er erkennen konnte, ob der betrachtete Gegenstand Glück hatte oder nicht. MPs IV 5. Die Frau zerbrach auch alle verrußten Scherben, durch die der Verstorbene die Sonne beobachtet hatte. VienIMA 189. Durch ein kleines Teleskop erscheinen sie wie runde, weißliche Flecken. LA 204. 1.6.1. In den Dialekten und gelegentlich auch in der Schriftsprache wird mit denselben Verben außerdem eine Konstruktion mit der Präposition per verwendet, z. B.: Eine so abgemagerte Fliege habe ich gefangen, und durch ein Fernglas sieht sie so groß und bunt aus, mit langem Schnabel. Jrb. Durch ein Fernglas sieht man sehr weit. Alv. Durch die Brille sehe ich das deutlich. Mšk. Hinter einem Hügel liegend sah ich durch mein Fernglas die ganze feindliche Flotte gut. Balč. Diese Konstruktionen sind hinsichtlich der Norm ebenso zu bewerten wie analoge Konstruktionen mit räumlicher Bedeutung, vgl.: durchs Fenster schauen, durch die Tür hinausgehen. Man muss sagen, 152 dass es bis heute keine feste und einheitliche Auffassung darüber gibt, ob solche Konstruktionen in der Literatursprache zulässig sind. Wie bekannt, hat J. Jablonskis solche Konstruktionen mit dem Akkusativ nach pro gutgeheißen (Jablonskis, 1957, 670–672). In der Schriftsprache werden Konstruktionen mit per jedoch weiterhin neben Konstruktionen mit der Präposition pro verwendet, z. B.: bog durch das Tor ab CvR I 90, (der Wind) drang durch die Ritzen ŽemR III 415, eilte durch die Tür hinaus KrėvRg 33, schaute durch das Fenster VaižgRR I 413, schnaubte durch die Nüstern VienR V 114. Diese Verwendung der Präposition per wird durch die Dialekte gestützt. Deshalb wurde in der „Grammatik der litauischen Sprache“ (1971, 630) vorgeschlagen, diese Konstruktionen mit der Präposition per als normgerecht zu betrachten³. Einige bezweifeln jedoch diese Empfehlung (Pupkis, 1980, 153). In der jüngsten Arbeit zu Sprachnormen (Paulauskienė, Tarvydaitė, 1986, 108–109) werden solche Konstruktionen für die Literatursprache als Synonyme der Konstruktionen mit der Präposition pro empfohlen. 1.6.2. Das Substantiv akiniai wird beim Verb matyti auch mit der Präposition su verwendet, z. B.: Mit Brille sehe ich gut. Ktk (nicht jedoch ohne Präposition im Instrumental, vgl. *Akiniais gerai matau). Beim allgemeineren Verb stebėti wird der Instrumental der genannten Substantive verwendet, der ein Synonym der Konstruktion mit der Präposition pro ist, vgl.: Sie hatten bereits begonnen, die Sterne mit ihren kleinen Teleskopen zu beobachten. LA 109 — Sie lassen sich nur schwer, manchmal sogar überhaupt nicht einmal durch die größten auf der Erdoberfläche stehenden Teleskope beobachten. LA 205. 2. Konstruktion mit der Präposition iš und dem Genitiv 2.1. Die Konstruktion mit der Präposition iš drückt das von Schussverben geforderte Instrument aus. Andererseits ist die lexikalische Zusammensetzung der Konstruktionen mit iš in Instrumentbedeutung sehr beschränkt: Sie werden mit Substantiven gebildet, die Schusswaffen bezeichnen, z. B.: Gewehr, Automat, Pistole, Maschinengewehr, Kanone, Geschütz sowie Bogen. Sie schießen mit Kanonen. DŽ₁ 532. Sie erzählten, sie hätten bei Jarmalas, nachdem sie zwei Kälber gegessen hatten, mit Browning-Pistolen auf eine Henne geschossen. CvR V 125. Und sie erschossen unser liebes Brüderchen mit dem ersten Kügelchen, mit den bunten Schießdingern. JD 1119. Ich versuchte auch, beim Hüten mit dem Bogen zu schießen. MašAMB 63. Sie (die Vögel) blickten verächtlich auf jene zweibeinigen Geschöpfe herab, obwohl diese sie manchmal mit Gewehren beschossen. Balt. Diese Konstruktionen stehen in semantischem Zusammenhang mit Konstruktionen räumlicher Bedeutung. Sie implizieren einen Referenten, der sich aus dem Inneren eines Werkzeugs herausbewegt (dessen Vorhandensein im Inneren des ersteren). Dies spiegelt sich auch in der semantischen Struktur des Verbs šauti wider, vgl. seine Definition: „eine Kugel aus einer Schusswaffe abfeuern“ (DŽ, 807). Andererseits können bei den Verben šauti, šaudyti zwei Referenten der beschriebenen Wirklichkeitssituationen als Instrument aufgefasst und beide äußerlich repräsentiert werden 3 Es ist darauf hinzuweisen, dass hier Konstruktionen gemeint sind, die mit Substantiven gebildet werden, welche durchbrochene oder zusammengesetzte Gegenstände bezeichnen (Zaun, Gitter, Netz). In der Grammatik werden sie zusammen mit Konstruktionen aufgeführt, deren Substantiv einen massiven Gegenstand bezeichnet, z. B.: Er schoss durch drei Wände. Rs. Darauf hat J. Kilius hingewiesen (Kilius, 1973, 27–30). Die Frage nach der Normgerechtigkeit dieser Konstruktionen stellt sich nicht. Es kommen jedoch Fälle vor, in denen anstelle der Präposition per auch die Präposition pro verwendet wird, z. B.: Seine breiten Schultern heben sich, durch das Jackett treten scharf die Schulterblätter hervor. BubnDŽ 52. 153 durch unterschiedliche Wortformen, z. B.: Der Jäger schoss mit Schrot aus dem Gewehr. Hier liegt eine aufgespaltene Ausdrucksweise vor – ein zusammengesetztes Instrument: Die Konstruktion mit der Präposition iš hat Instrumentbedeutung, der Instrumental dagegen Materialbedeutung, vgl. 0.4. 2). Doch auch das Instrument kann durch den Instrumental (mit der Präposition su) ausgedrückt werden, der synonym zur Konstruktion mit der Präposition iš ist, z. B.: Sie wurden mit Maschinengewehren beschossen und mit Granaten beworfen (tsp). Er schießt mit einem Gewehr. übertragen. 2.2. Die Konstruktionen mit der Präposition iš und der angegebenen lexikalischen Zusammensetzung werden auch mit Wortverbindungen verwendet, die die Bedeutung „schießen“ haben, Feuer eröffnen, das Feuer eröffnen, z. B.: Nachts eröffnete er das Feuer mit einer Browning usw. Dr (LKŽ VII 282). Er eröffnete das Feuer mit der Artillerie. 2.3. Das Substantiv svaid yklė „Vorrichtung zum Werfen von Steinen“ und seine Synonyme laid yklė (laidynė), mėtyklė, svilksnė (svilksna) werden mit der Präposition iš und Verben des Werfens und Schleuderns (werfen/schleudern, werfen/schießen, schleudern/abschießen) verwendet, z. B.: Die Kinder werfen Steine mit einer Schleuder. Mšk (LKŽ XIV 256). Einer, der etwas ausgemergelter war, schoss einen Stein mit einer Wurfmaschine auf ihn ab. LKŽ VII 16. Mit einer Wurfmaschine kann man weit werfen. DŽ₁ 397. Dieses Jahr warf er einen Stein mit einer svilksnė. Stan. Mit denselben Verben wird auch die Konstruktion iš rankos „aus der Hand“ verwendet, z. B.: Ich werfe aus der Hand weiter als Jonas mit der Wurfmaschine. Mit der Schleuder werfe ich doppelt so weit wie aus der Hand. Jz (LKŽ VII 16). On (LKŽ XIV 256). 2.4. Als Instrumentbedeutung lassen sich auch Konstruktionen mit der Präposition iš und Substantiven für Gefäße auffassen, die mit dem Verb trinken verbunden werden (vgl. 1.5.), z. B.: Er trinkt aus Bechern. Dauk (LKŽ IV 156). Er trank Limonade aus der Flasche. Mit diesen Konstruktionen wird der Gegenstand bezeichnet, mit dessen Hilfe die Handlung ausgeführt wird. Konstruktionen mit Substantiven der Ortsbedeutung, die mit demselben Verb trinken verwendet werden, haben dagegen eine rein räumliche Bedeutung, z. B.: Zwei Tauben tranken, die Täubchen tranken aus dem tiefsten kleinen See. LB 26. 2.5. In den Dialekten, insbesondere im Niederlitauischen, gibt es auch Konstruktionen mit der Präposition iš und Instrumentbedeutung, die eine andere lexikalische Zusammensetzung aufweisen, z. B.: Die Kosaken droschen mit Peitschen. Grd. Wag es nur – du bekommst eins mit dem Knüppel. Trš. Gib dem Schwein einen Hieb mit dem Pfahl, dann treibst du es in den Pferch. Ty (LKŽ IV 158). Wenn ich dich mit dem Messer erwische, wirst du schon sehen! Krp (LKŽ IV 158). Der Junge tritt dem Alten beim Heumähen mit der Sense in die Fersen. Vg (LKŽ IV 158). Die Hirten begrüßen (losgelassen) einen Menschen mit Steinen. Lk (LKŽ IV 158). Er versteht es, mit der Axt etwas herauszuhauen (mit einer Axt zu machen). Kp (LKŽ IV 158). Schlag mit der Hand ordentlich zu, dann hält es auch (schlag kräftig; allein der Fall des Hammers reicht nicht aus). Kp (LKŽ IV 158). (Weitere Beispiele siehe DūnŽ 108.) Wie wir sehen, werden diese Konstruktionen zur Beschreibung von Schlag- (oder ähnlichen) Situationen verwendet. 3. Konstruktion mit der Präposition į und dem Akkusativ 3.1. Die Konstruktion mit der Präposition į kann in Verbindungen mit bestimmten Verben ebenfalls instrumentale Bedeutung haben (vgl. Slizienė, 1986, 54, 83). Dafür spricht, dass sie durch das typische Mittel zum Ausdruck des Instruments – den Instrumental – ersetzt werden kann, z. B.: Die alte Frau wischte sich die Hände an der Schürze/mit der Schürze ab; Der Schüler säuberte seine Schuhe am Gras/mit Gras; 154 Das Kind verletzte sich den Finger am Glas/mit Glas. Zwischen den verglichenen Verbindungen besteht ein Bedeutungsunterschied, der etwas unterschiedliche Referentenbeziehungen in der realen Situation widerspiegelt. Bei der Konstruktion mit der Präposition į wird ein Gegenstand bezeichnet, dessen Lage sich während der Handlung nicht ändert, während der Instrumental einen frei manipulierbaren Gegenstand angibt (vgl. russ. Апресян, 1974, 140). Dies wird anhand der Paraphrasen der folgenden Verbindungen deutlicher, vgl. 1) wischte sich die Hände an der Schürze ab ← trocknete sich die Hände, indem sie sie an der Schürze entlangstrich und 2) wischte sich die Hände mit der Schürze ab ← trocknete sich die Hände, indem sie die Schürze in die Hände nahm. Somit zeigen die Konstruktion mit der Präposition į und der Instrumental ein unterschiedlich verwendetes Werkzeug an. In Verbindungen mit dem Instrumental wird die Ausrichtung des Instruments auf den Patienten hervorgehoben (wischt sich die Hände mit der Schürze ab: Schürze → Hände), in Verbindungen mit der Konstruktion der Präposition į hingegen die Ausrichtung des Patienten auf das Instrument (wischt sich die Hände an der Schürze ab: Hände → Schürze). Im letzteren Fall wird eine Art wechselseitige Einwirkung zwischen den Referenten ausgedrückt: Der Patient (die Hände) wirkt auf das Instrument (die Schürze) ein und erfährt zugleich selbst eine Einwirkung (die Hände werden an der Schürze entlanggestrichen und dadurch trocken, vgl. die Definition des Verbs abwischen: „Feuchtigkeit durch Reiben entfernen, trocknen“). 3.2. Häufiger sind Konstruktionen mit der Präposition į, die nicht durch den Instrumental ersetzt werden können, z. B.: Er stieß sich den Kopf am Türpfosten Ktk. Ich streifte mit dem Ärmel an der Wand entlang – sie ist erst kürzlich gestrichen worden. Ktk. An dem harten Felsen zerschlug ich die Laterne. Myk-Put. Eine Mücke fiel aus der kleinen Eiche und schlug sich das Köpfchen an einem Zweig der Eiche an. Krč (LKŽ VIII 472). An den Dornen ritzte ich mir die Hände auf. J. Er schlug die Sense an einen Stein. Ktk. Wie wir sehen, bezeichnen die Substantive in den genannten Konstruktionen mit der Präposition į gewöhnlich unbewegliche Gegenstände (Türpfosten, Wand, Felsen, Schaft), mit denen nicht hantiert werden kann. Die Verben bezeichnen resultative Handlungen. Diese Handlungen sind gewöhnlich das Ergebnis anderer Handlungen, vgl. streifte daran, nachdem er die Wand berührt hatte; zerschlug sie, indem er sie gegen den Felsen stieß; schlug sich das Köpfchen auf, als er aus der Eiche fiel. 3.3. Auch die Konstruktion mit der Präposition į im Satz Am Waldrand blies er ins Horn und forderte mit den Tönen, die Brücken herunterzulassen. VienR IV 163. 4. Konstruktion mit der Präposition ant und dem Genitiv 4.1.0. Instrumentale Bedeutung haben zwei Arten von Konstruktionen mit der Präposition ant, vgl.: reitet auf einem Pferd, fährt auf einem Span, brachte es auf dem Rücken herbei und stützte sich auf die Ellbogen, kniete auf den Knien nieder. Die einen bezeichnen ein Mittel der Fortbewegung bzw. der räumlichen Ortsveränderung, die anderen ein Mittel (oder eine Art und Weise) zur Änderung der Körperhaltung des Subjekts. Diese Konstruktionen (d. h. mit instrumentaler Bedeutung) stehen in einem semantischen Zusammenhang mit der grundlegenden räumlichen Bedeutung der Konstruktionen mit der Präposition ant: „sich oben auf etwas befinden, eine Oberfläche berühren“, vgl.: reitet auf einem Pferd und sitzt auf einem Pferd (die Bedeutung der zweiten Verbindung ist in der ersten enthalten; andererseits kann diese als reduziert aufgefasst werden). 4.1.1. Die Konstruktionen mit der Präposition ant, die ein Fortbewegungsmittel bezeichnen, sind nicht einheitlich. Eine klare instrumentale Bedeutung haben Konstruktionen mit der Präposition ant, die mit dem Verb reiten (sowie dessen kontextuellen Synonymen) verwendet werden und in denen das Substantiv ein Tier (gewöhnlich ein Pferd) bezeichnet, z. B.: 155 Man kann auf diesem Pferd reiten – es ist bereits zugeritten. Ig (LKŽ IV 351). Und der Bursche kam auf einem Rappen angeritten. KlvD 24. Ein Reiter flog auf dem Pferd vorbei, und die Sense klang in der Abenddämmerung. Myk-PutR X 213. Er kam auf einem Schimmel angeritten wie ein Blitz. Ktk. Diese Konstruktion lässt sich durch den Instrumental ersetzen, z. B.: Auf einem Pferd (mit einem Pferd Pnd) ritt er, er suchte nach einem Pferd. Rs. Du bist nicht auf deinem eigenen Pferd zu mir geritten. JV 10. Ein unbelebter Gegenstand, der als Fortbewegungsmittel beim Reiten dient, wird jedoch nur durch eine Konstruktion mit der Präposition ant ausgedrückt; sie kann nicht durch den Instrumental ersetzt werden. Ein Betrunkener reitet sogar auf einem Stock. Mlt (LKŽ IV 360). Man sieht: Die Hexe fliegt auf einem Besen. SNėrR I 210. Auf einem Ast ritt er davon. Šim (LKŽ IV 359). Ich sah ihn auf einem Besen herankommen. Kv. Es gibt phraseologisierte Verbindungen des Verbs joti, ebenso jodyti, jodinėti mit einer Konstruktion mit der Präposition ant (und dem Instrumental), z. B.: ant sprando (sprandu) joti, jodyti, jodinėti „ausnutzen, schikanieren, quälen“ (LKŽ IV 348, 350, 359), ant kaklo joti, jodyti, jodinėti „ebd.“. 4.1.2. Eine synkretische lokale und instrumentale Bedeutung haben Konstruktionen mit der Präposition ant bei bestimmten lexikalischen Kombinationen mit Bewegungsverben, z. B.: auf einem Zauberteppich fliegen, Autos auf Plattformen transportieren, auf einem Brett fahren. Diese Verbindungen entstehen durch syntaktische Reduktion, indem das Verb des Befindens ausgelassen wird, vgl.: auf einem Teppich fliegen ← fliegen, während man sich auf einem Teppich befindet. Die Konstruktion mit der Präposition ant behält ihre lokale Bedeutung (Befinden auf der Oberfläche eines Gegenstands) bei, während das Bewegungsverb ihr eine weitere – instrumentale – Funktion verleiht. Die Entstehung solcher Verbindungen wird stärker durch die lexikalische Bedeutung des Substantivs eingeschränkt, z. B.: Andere, nachdem sie ihre Pferde verloren hatten, setzten auf selbstgebauten Flößen über die Flut. VienR IV 192. Er schwamm auf einem Span. KatMAR 332. Was hier wohl nützte: auf den Eisschollen wartete man aus! Vilkš (LKŽ X 103). Nach dem Krieg fuhren die Menschen in die Waggons. Ktk. Fernseher reisten auf Autodächern, Wagen, Schlitten und sogar auf den Schultern mit. KT 1989 Nr. 30. In einzelnen Fällen kann bei diesen Verbindungen der Instrumental synonym verwendet werden, z. B.: Einmal fuhren die fröhlichen Brüder mit Flößen zu ihrer Liebsten. CvR₁ I 44. Bei der Beschreibung einer Überquerungssituation (über einen Fluss, einen See o. Ä.) werden die Substantive Fähre, Floß ebenfalls im Instrumental verwendet (mit der Präposition su), z. B.: Früher setzten wir bei Žirmūnai mit der Fähre über die Neris. (lk). Das Dorf Lankupiai hat keine Furt; die Bewohner setzen mit einem Floß über den Fluss. Rg. 4.1.3. Eine ähnliche Bedeutung haben Konstruktionen mit der Präposition ant in Verbindungen mit Verben, die eine Ortsveränderung eines Gegenstands ausdrücken, wenn das Substantiv einen Körperteil bezeichnet, z. B.: Übermorgen setzt das Tauwetter ein, die Wege werden matschig; soll ich dann das Reisig auf dem Rücken tragen? BaltPV I 44. Der Mann trug ein erlegtes Reh auf den Schultern. VienR IV 92. Ich bringe dir ein kleines Stück Bernstein auf der Hand. SNėr. [Die Vögel] bringen von dort auf ihren Flügeln allerlei Blumensamen mit. KrėvAP 52. Tauras neigte den Kopf nach unten und stürzte sich darauf, um sie mit dem Pferd auf die Hörner zu heben. VienR IV 61. Die Mutter nahm das Kleinkind auf den Arm. (lk) Diese Konstruktionen haben ebenfalls einen lokalen Bedeutungsaspekt – sie zeigen den Kontakt des Patienten mit dem Instrument an; vgl. Reisig auf dem Rücken tragen ← Reisig tragen, während man es auf den Rücken geladen hat. 156 4.2. Von der räumlichen Bedeutung weiter entfernt sind die Konstruktionen mit der Präposition ant, deren Substantiv Körperteile bezeichnet und die mit Verben verbunden sind, die eine Veränderung der Körperhaltung oder des Ortes des Subjekts ausdrücken. Auch solche Konstruktionen sind als Instrumentbedeutung aufzufassen. Einige von ihnen lassen sich durch den Instrumental ersetzen, z. B.: Das Mädchen stützte sich auf den Ellbogen (/mit dem Ellbogen) und begann, Viktors Gesicht zu betrachten. RimkKK 62. Es war dunkel, aber er rutschte aus, stützte sich auf die Hand (/mit der Hand). BsP IV 33. Ich habe Beine, aber ich gehe auf dem Kopf (/mit dem Kopf). Ms 12. Das Mädchen trippelte auf den Zehenspitzen. RimkKK 63. Mit den Händen stemmte er sich in die Hüften und drehte sich auf der Ferse. VencIGD 21. Das Pferd ging auf die Vorderbeine … KrėvP 58. Der Herr fiel vor dem Hirtenjungen auf die Knie und bat ihn, ihn nicht zu zerfleischen. ŠŽ 241. Es schien, als kniete die Kuh sich ruhig auf die Vorderbeine, um sich hinzulegen. RinkKK 133. Vgl.: Die Menschen schleichen auf Zehenspitzen hinaus (/auf den Zehenspitzen). SNėrR I 203. Bei Zustandsverben werden jedoch analoge Konstruktionen nicht der Instrumentbedeutung zugerechnet, z. B.: auf den Händen ruhen, auf einem Bein stehen, auf den Knien knien, auf der Seite liegen. Dies ist eine Kontentivbedeutung. 5. Lokativ 5.1. Substantive, die Verkehrsmittel bezeichnen, werden mit Bewegungsverben neben dem üblichen Instrumental gelegentlich auch im Lokativ verwendet4, der in diesem Fall eine synkretische lokale und instrumentale Bedeutung hat, z. B.: Im Bus/Mit dem Bus fuhren einige Studenten. Im Flugzeug/Mit dem Flugzeug flogen etwa hundert Passagiere. Wir fahren alle im selben Wagen (wir befinden uns alle in derselben Lage). Trgn. Der Herr fährt auf der Straße in einer großen Kutsche vorbei, die von sechs Pferden gezogen wird. BsP II 205. Sie brachten die Tannen im Lastwagen. In Verbindungen mit dem Lokativ wird der Aufenthaltsort des Subjekts (oder Objekts) während der Bewegung stärker betont, im Instrumental hingegen die Bewegung selbst. 5.2. Dieselbe Bedeutung hat auch der Lokativ von Substantiven, die Gefäße bezeichnen, in Verbindungen mit Verben des räumlichen Transports (gewöhnlich transportieren, tragen), z. B.: Sie brachten Sand in einer Kiste. Auf der Expedition transportiert man Wasser in Fässern. Sie geht langsam, als trüge sie Wasser in einem Sieb. KrėvP (Skdt). Sie brachte Beeren in einem Körbchen. Auch in diesem Fall wird der Lokativ in einer untypischen Umgebung verwendet und erhält deshalb eine zusätzliche Bedeutung (Instrument neben Ort). Analoge Situationen der Wirklichkeit werden auch mit einer Konstruktion mit der Präposition su beschrieben, z. B.: Mit einem Sieb bringst du kein Wasser. PPr 232. Mit einem Eimer trug man Wasser zum Tränken der Kühe. Ktk. Sie bringt Grütze in einem Topf in der Wärme. B. Die Hausfrau trug das Mehl aus der Scheune in einer Wanne. SV 14. Sie brachten Wasser in einem Fass. Abschließende Bemerkungen 1. Ein typisches Mittel zum Ausdruck des Instruments ist der Instrumental (seltener mit der Präposition su). 4 Ein typischer Verwendungskontext des Lokativs sind Verben der Nichtbewegung – des Zustands, einer konkreten Handlung o. Ä. (siehe ГЛЯ 463). 157 2. Je nach der lexikalischen Bedeutung einzelner Verben und der Beschaffenheit des Referenten, der die Instrumentfunktion erfüllt, werden für denselben Zweck jedoch auch andere Wortformen verwendet. 3. Bei bestimmten Verben wird die Instrumentbedeutung durch folgende Formen ausgedrückt: a) Konstruktionen mit den Präpositionen per und/oder pro (siebt durch ein Sieb, seiht durch ein Seihtuch ab, presst durch Gaze aus, kämmt den Flachs mit den groben Kämmen, trinkt Wasser durch einen Strohhalm, schaut durch ein|das Teleskop); b) eine Konstruktion mit der Präposition iš (schoss mit dem Gewehr, schoss den Pfeil mit dem Bogen ab, feuert mit Maschinengewehren); c) eine Konstruktion mit der Präposition į (wischte sich die Schuhe am Gras ab, rieb sich den Ärmel an der Wand schmutzig, zerkratzte sich die Hände an Stachelbeeren); d) Konstruktionen mit der Präposition ant (reitet auf einem Pferd, fährt auf einem Brett, brachte es auf dem Rücken, stützte sich auf die Ellbogen, kniete auf den Knien); e) der Lokativ (fährt in einer Kutsche, brachte es im Lastwagen, brachte Beeren in einem Korb). 4. Einige der genannten Konstruktionen oder Formen können durch den Instrumental ersetzt werden, vgl.: siebt durch ein Sieb|mit einem Sieb, kämmt den Flachs mit Kämmen|mit Kämmen, beobachtet den Himmel durch Teleskope|mit Teleskopen, schießt mit Maschinengewehren|Maschinengewehren, wischt sich die Hände am Handtuch|mit dem Handtuch ab, reitet auf einem Pferd|mit einem Pferd, hob den Igel mit einer Heugabel|mit der Heugabel hoch, fährt in einem Wagen|mit einem Wagen. Die Möglichkeit, die genannten Konstruktionen durch die typische Ausdrucksform des Instruments zu ersetzen, zeigt, dass auch sie Instrumentbedeutung haben. 5. Untypische Ausdrucksformen des Instruments unterscheiden sich vom Instrumental durch eine konkretere Bedeutung; dies ist durch ihre semantische Beziehung zur Raumbedeutung bedingt. WEITERE ABKÜRZUNGEN BubnŽDŽ – Bubnys V. Alkana žemė. Po vasaros dangum. Nėsėtų rugių žydėjimas. V., 1977. LA – Lietuvos astronomija / Sudarytoja Z. Sviderskienė. V., 1984. DūnŽ – V. Vitkauskas. Šiaurės rytų dzūnininkų šnektų žodynas. V., 1976. KT – Komjaunimo tiesa (Zeitung). NŪE – Namų ūkio enciklopedija. V., 1987. SV – Sužeistas vėjas: Lietuvių liaudies mitologinės sakmės / Herausgegeben von N. Vėlius. V., 1987. ŠŽ – Stebuklingas žodis: Lietuvių liaudies pasakos. K., 1985. ŠPG – B. Purvinienė. Šalti patiekalai ir gėrimai. V., 1966. Die übrigen Abkürzungen entsprechen denen in der akademischen „Lietuvių kalbos gramatika“. LITERATŪRA Ambrazas V. Dėl sintaksinių ir semantinių terminų santykio // Sintaksės ir semantikos klausimai. Šiauliai, 1982. P. 6–7. Ambrazas V. Lietuvių kalbos sakinio sintaksinės ir semantinės struktūros vienetai // Lietuvių kalbos sintaksės tyrinėjimai. V., 1986. P. 4–44. Drukteinis A. Objekto sąvoka ir kai kurie požymiai // Kalbotyra. 1982. T. 33(1). P. 15–20. Jablonskis J. Rinktiniai raštai / Redagavo J. Palionis. V., 1957. T. 1. Kilius J. Dėl prielinksnių pro ir per // Mūsų kalba. 1973. Nr. 4. P. 27–31. Kilius J. Dėl vietos reikšmių sistemingumo // Mūsų kalba. 1973. Nr. 5. P. 35–40. Lietuvių kalbos gramatika. V., 1971. T. 2. Paulauskienė A., Tarvydaitė D. Gramatikos normos ir dabartinė vartosena. K., 1986. Pupkis A. Kalbos kultūros pagrindai. V., 1980. 158 Rasimavičius A. Dėl instrumentinio įnagininko vartojimo // Lietuvos TSR Mokslų Akademijos darbai. A serija. 1963. T. 1(14). P. 239–256. Sližienė N. Lietuvių kalbos veiksmažodžių valentingumas ir sintaksinė klasifikacija // Lietuvių kalbos sintaksės tyrinėjimai. V., 1986. P. 45–96. Valiulytė E. Iš galininko ir įnagininko sinonimikos (linguoti galvą / galva) // Kalbos kultūra. 1987. Sąs. 52. P. 31–41. Апресян Ю. Д. Лексическая семантика. М., 1974. ГЛЯ – Грамматика литовского языка. Вильнюс, 1985. Э. ВАЛЮЛИТЕ СПОСОБЫ ВЫРАЖЕНИЯ ИНСТРУМЕНТА В СОВРЕМЕННОМ ЛИТОВСКОМ ЯЗЫКЕ Резюме В литовском языке для выражения инструмента действия, кроме обычной формы — творительного падежа (с предлогом su „с“ — реже), употребляются и иные словоформы. В зависимости от лексической семантики определенных глаголов инструментальное значение имеют некоторые предложные конструкции, а именно: 1) per „через“ + вин. п.: gerti skystį pro|per šiaudelį „пить жидкость через соломку“, košti pieną per koštuvą „цедить молоко через цедилку“; pro|per „сквозь“ + вин. п. sjoti grūdus per sietą „просеивать зерно сквозь сито“, žiūrėti pro|per žiūronus „смотреть в (букв. сквозь) бинокль“; 2) iš „из“ + род. п.: šaudyti iš šautuvo „стрелять из ружья“, gerti iš butelio „пить из бутылки“; 3) į „в“ + вин. п. šluostyti rankas į prijuostę „вытирать руки о передник“, susiseisti pirštą į stiklą „поранить палец о стекло“, išbalinti rankovę į sieną „выпачкать рукав о белую стену“; 4) ant „на“ + род. п.: joti ant arklio „ехать верхом на коне“, plaukti ant lentos „плыть на доске“, nešti ant nugaros „нести на спине“, atsiremti ant rankų „облокотиться на руки“; 5) местный п.: važiuoti traukiniu „ехать в поезде“, atnešti pintinėje uogų „принести в корзинке ягод“. Некоторые из упомянутых конструкций чередуются с творительным падежом, напр.: sjoti grūdus per sietą | sietu, stebėti žvaigždes pro teleskopą | teleskopu, šaudyti iš šautuvo | šautuvu, nusišluostyti rankas į prijuostę | prijuoste, joti ant arklio | arkliu, atsiremti ant rankų | rankomis, važiuoti traukiniu | traukiniu (чаще). Нетипичные формы выражения инструмента отличаются от творительного падежа большей конкретностью своего значения, что обусловлено семантической их связью с конкретным — пространственным значением.