Lietuvių kalbos indo dalių pavadinimai
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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXXI (1994)
KALBOS NORMALIZACIJOS KLAUSIMAI
VILIJA DREGŪNIENĖ
BEZEICHNUNGEN DER GEFÄSS TEILE IN DER LITAUISCHEN SPRACHE
Der Wortschatz des Töpferhandwerks lässt sich thematisch in 12 Wortgruppen einteilen (Bezeichnungen für das Handwerk, Rohstoffe, Werkzeuge, Erzeugnisse und anderes). In diesem Artikel sollen die Bezeichnungen der Gefäßteile untersucht werden. Sie wurden aus der ethnografischen und archäologischen Literatur, aus Arbeiten von Kunsthistorikern¹, dem „Wörterbuch der litauischen Sprache“ und dessen Zettelkatalog, aus Dialektwörterbüchern und volkskundlichen Veröffentlichungen² zusammengetragen.
Es handelt sich um eine kleine Gruppe von 22 Wörtern: ąsa, ausis, ranka, rankėlė, dangtis, puoddangtis (puoddangtė usw.), briannà, pôbrìannis, vainikėlis, gurklys, kaklas, kaklelis, petūkai, petėliai, pilvėlis, pôpilvis, koja, kojūkė, dugnas, snapas, snapelis, vambrà.
Interessant ist sie, weil mehr als die Hälfte der Wörter Somatismen sind. 12 Wörter bezeichnen Teile des menschlichen Körpers, 3 (gurklys, šnapas und snapelis) bezeichnen Teile des Tierkörpers.
Somatismen finden sich im Wortschatz vieler Handwerke, zum Beispiel im Textilhandwerk: blauzdos, krūtinė, padas, širdis, žandai, mentė3.
J. Elisonas⁴ führt zahlreiche Somatismen in einem Glossar an, in dem verschiedene Bezeichnungen für Arbeitsgeräte und Vorrichtungen der Bauern sowie für deren Teile gesammelt sind. Beispielsweise werden die Teile der Gabeln in Gustonys galva, in Gudžiūnai dantimis und in Krakės pirštais genannt. Das Kreuzstück des Butterfasses heißt in Rozalimas sparniukais, der vordere Teil des Ofens — kaktą (in Krakės), ein Teil des Rades — šlaunimi (in Josvainiai) usw.
Bezeichnungen für Körperteile von Menschen oder Tieren werden auch im Wortschatz des Handwerks anderer Sprachen verwendet. A. Reķēna erwähnt in ihrer Monografie zahlreiche solche Fälle aus lettischen Dialekten⁵.
1Čerbულėnas K. Lietuviškoji liaudies keramika // LTSR aukštųjų mokyklų mokslo darbai. Istorija. V., 1965. T. 7; Galaunė P. Iš stiklo ir keramikos istorijos // Mūsų senovė. Tilžė, 1922. Kn. 4—5; taip pat jo. Lietuvių liaudies menas K., 1930; Jablonskytė-Rimantienė R. Ankstyvojo geležies amžiaus Lapainios puodžiai // Iš lietuvių kultūros istorijos. V., 1961. T. 3; Kudirка J. Lietuvos puodžiai ir puodai. V., 1973.
2 Krėvė V. Patarlės ir priežodžiai. K., 1934. T. 1; Nакtinienė G. ir kt. Druskininkų tarmės žodynas. V., 1988; Petrauskas J., Vidugiris A. Lazūnų tarmės žodynas. V., 1985; Tauta ir žodis. K., 1923—1928. Kn. 1—5; Vitkauskas V. Šiaurės rytų dūnininkų šnektų žodynas. V., 1976.
3 Eigirdienė D. Lietuvių liaudies tekstilės terminai // Mūsų kalba. 1987. Nr. 4. P. 26.
4Elisonas J. Lietuvių sodiečių technikos žodyno mėginimas // Archivum philologicum / Red. Pr. Skardžius. K., 1932. T. 3.
5Reķēna A. Amatniecības leksika dažās Latgales dienvidu izloksnēs un tās sakari ar atbilstošajiem nosaukumiem slāvu valodās. Rīga, 1975.
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Somatismen finden sich auch in der Fachlexik verschiedener russischer Handwerke; so werden beispielsweise die Werkzeuge der Zimmerleute und ihre Teile als козлы, конь, бородка, зуб, лоб, пальцы, ротик, ручка usw.6 bezeichnet.
Vergleicht man den Gebrauch von Somatismen in der Töpferlexik mit dem in der Lexik anderer Handwerke, so fällt auf, dass in der Töpferlexik die wichtigsten Teile des menschlichen Körpers konsequent aufgezählt werden: Ohr, Hals, Schultern, Hand, Bauch, Bein. In der Lexik anderer Handwerke, etwa der Textilherstellung, gibt es keine derart konsequente Wiederholung. Übrigens erinnert die Form nicht weniger Töpfe an eine menschliche Gestalt. Vielleicht erhielten deshalb auch die Teile des Gefäßes Bezeichnungen für Körperteile? P. Galaunė schrieb, dass der Mensch, um sich selbst darzustellen, begonnen habe, Töpfe zu formen, die einem Menschen ähnelten – „von den reichsten Formen der Natur wandte er sich sich selbst zu“7.
Hier könnte man auch anthropomorphe Gefäße erwähnen, die an vielen Orten der Welt hergestellt wurden. So wurden beispielsweise bei Ausgrabungen in Troja II sogenannte Gesichtsurnen entdeckt, die deutliche Gesichtszüge aufweisen8. Anthropomorphe Gefäße aus verschiedenen Zeitperioden wurden in der Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien (Gumelnita-Kultur), Peru, im Kongo und an vielen anderen Orten gefunden9.
Interessant sind die Gesichtsurnen der pommerschen Kultur (heutiges polnisches Staatsgebiet)10. M. Gimbutienė und einige andere Archäologen11 zählen diese Kultur zu den Westbalten. Nach Ansicht von M. Gimbutienė „wurden die Urnen individuell angefertigt, wobei das Geschlecht des Verstorbenen und insbesondere seine soziale Stellung berücksichtigt wurden“12. Die weiblichen Urnen haben große Ohren mit eingehängtem Schmuck und Halsringe; auf den männlichen sind Waffen und Kampfszenen abgebildet, ihre Öhrchen sind klein.
Bemerkenswert ist, dass viele anthropomorphe Gefäße ausschließlich für Bestattungen und andere rituelle Zwecke verwendet wurden13. Daher ist es möglich, dass anthropomorphe Gefäße die Entstehung somatischer Bezeichnungen für Gefäßteile unmittelbar oder mittelbar beeinflusst haben.
6 Rėkėna A. Min. veik. P. 588; Кондратьева В. П. О профессиональной лексике псковских плотников // Труды по русскому языку. Л., 1969. С. 303.
7 Galaunė P. Iš stiklo ir keramikos istorijos. P. 254.
8 Чайлд Г. У истоков европейской цивилизации. М., 1952. С. 74.
9 Jaennide Fr. Geschichte der Keramik. Leipzig, 1900. S. 807; Vladár J. Praveká plastika. Tatran, 1979. P. 46, 47, 89, 111; Энциклопедия България. София, 1982. С. 385; Искусство тропической Африки в собраниях СССР. М., 1967. Nr. 154, 155; Монгайт А. Археология Западной Европы. Каменный век. М., 1973. С. 243.
10 Luka L. J. Kultura wschodniopomorska na Pomorzu Gdańskim. Wrocław—Warszawa—Kraków, 1966. T. 1.
11 Gimbutienė M. Baltai priešistoriniais laikais. Etnogenezė, materialinė kultūra ir mitologija. V., 1985. P. 78; Монгайт А. Археология Западной Европы. Бронзовый и железный века. М., 1974. С. 351.
12 Gimbutienė M. Min. veik. P. 81.
13 Novotný B. Die Lužianska-Gruppe und die Anfänge der bemalten Keramik in der Slowakei. Bratislava, 1962. S. 72; Berezkin J. Die Funktion von Gegenständen mit figürlichen Darstellungen aus Bestattungen der Mochica-Kultur // Konferenz „Baltisch-slawische ethnokulturelle und archäologische Altertümer. Bestattungsritus“. Thesen der Vorträge. M., 1985. S. 11–12.
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A. Rėkėna stellte bei ihrer Analyse der Fälle, in denen Bezeichnungen für Körperteile von Menschen oder Tieren auf andere Realien übertragen werden, fest, dass dies durch die äußere Ähnlichkeit der Realien bedingt sein kann, zum Beispiel cepla piere „Teil des Brotbackofens, der sich über der Feuerkammer befindet“ (die kleine Erhöhung über der Feuerkammer des Ofens erinnert an eine Stirn)14. Aus diesem Grund könnten auch einige litauische Bezeichnungen für Teile eines Gefäßes entstanden sein. So wird im LKŽ (V 92; 93) die abgeleitete Bedeutung kaklo und kaklėlio als „etwas, das einem Hals ähnelt (Teil eines Gegenstands)“ beziehungsweise „Diminutiv: etwas, das einem kleinen Hals ähnelt (Teil eines Gegenstands)“ erklärt. Schon in den Schriften von K. Sirvydas finden sich Beispiele, in denen kaklas einen Teil eines Gefäßes bezeichnet. Diese Bezeichnungen für Gefäßteile werden nicht nur in den Dialekten, sondern auch in der Standardsprache verwendet.
In Salamiestis, Kupiškis, Dusetos, Dūkštas und Sudeikiai (Bezirk Utena) wird der Hals eines Krugs auch gūrkliu genannt. Im LKŽ (III 753) ist folgende Bedeutung dieses Wortes verzeichnet: „Hals eines Gefäßes, einer Flasche“.
Die äußere Ähnlichkeit von Gefäßteilen mit Körperteilen von Menschen oder Vögeln könnte ebenfalls zur Entstehung der Bezeichnungen snapėlio und ausiės geführt haben. Der Ausguss eines Krugs oder eines anderen Gefäßes heißt in Pociūnėliai (Bezirk Radviliškis) und Ėriškiai (Bezirk Panevėžys) Snapų, snapelių. In den Arbeiten der Ethnografen wird dieser Gefäßteil nur snapeliu genannt. Beide Bezeichnungen werden in der Standardsprache verwendet.
Nur in Westlitauen kommt die Bezeichnung vambrà für den Ausguss eines Krugs vor. Der Ausguss eines Krugs oder einer Kanne wird so in Ylakiai, Raseiniai, Girkalnis und Skirsnemunė genannt.
Der Henkel eines Gefäßes wird in Telšiai, Veiviržėnai, Vieksniai, Gargždai, Geistarai, Ūdrija (Bezirk Alytus) und Alvitas (Bezirk Vilkaviškis) Ausimi genannt. Dieser Somatismus kann auch den Henkel eines Eimers, Kessels, einer Truhe und anderer Gegenstände bezeichnen (LKŽ I 502).
Eine andere Bezeichnung für diesen Gefäßteil, ąsa, wird in ganz Litauen verwendet. Seine Hauptbedeutung lautet „Henkel eines Gefäßes zum Anfassen“ (LKŽ I 324). Dieser Gefäßteil wird so in Kupiškis, Mielagėnai (Bezirk Ignalina), Švenčionys, Pūšalotas, Šeduva, Lyduokiai (Bezirk Ukmergė), Geistarai, Tauragnai, im Umland von Pasvalys und an vielen weiteren Orten genannt. Im LKŽ (I 324) sind noch elf weitere Bedeutungen dieses Wortes aufgeführt (Schubladengriff, Schlaufe an einem Kleidungsstück, Nadelöhr usw.).
Der Henkel eines Gefäßes heißt in Rimšė, Valkininkai und im Umland von Švenčionys rankele. Im LKŽ (XI 163) wird darauf hingewiesen, dass es sich um ein Slawismus handeln könnte.
In Tirkšliai (Bezirk Mažeikiai), Šalčininkai, Nemunaitis (Bezirk Alytus), Žilėnai, Kabeliai (Bezirk Varėna) und im Umland von Druskininkai wird die Bezeichnung rankà für einen Gefäßhenkel verwendet.
Übrigens schreibt A. Rėkėna, dass Bezeichnungen für Körperteile aufgrund funktionaler Ähnlichkeit auch für andere Realien verwendet werden können, zum Beispiel: riòka, riùcena „Griff“, kāja „Stütze eines Webstuhls, einer Bank oder eines Bettes“15. Dasselbe ließe sich auch über rañką, rankelę eines Topfes sagen, die wir mit der Hand ergreifen, oder über kóją, kojùkę, auf der das Gefäß steht und auf der es aufliegt. „Kojotas kragas“ wird bereits im Wörterbuch von P. Ruigys erwähnt. Der Ethnograf J. Kudirka nennt den unteren Teil eines Gefäßes kojuke.
A. Rėkėna stellt fest, dass Bezeichnungen für Menschen oder Tiere in einer anderen Bedeutung verwendet werden können, wenn eine bestimmte charakteristische Eigenschaft die Assoziation hervorruft, zum Beispiel bestimmte
14 Rėkėna A. Min. veik. P. 585—586.
15 Ebd. S. 585.
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Die auf diese Weise miteinander verbundenen Schlossmechanismen heißen bērnenš ir mātė, das heißt, die Beziehung zwischen Mutter und Kind wird der entsprechenden Verbindung von Geräteteilen gegenübergestellt. Das Wort lācīs „Bär“ wird in der Bedeutung „falsch eingezogene Kettfäden“ verwendet16. Hier wird die Ungeschicklichkeit des Bären der Nachlässigkeit des Webers gegenübergestellt. Auch der Bauch eines Topfes könnte so benannt worden sein, da eine charakteristische Eigenschaft die Assoziation zwischen den realen Gegenständen hervorrief – in beide wird Essen gefüllt. Übrigens wird auch die Herkunft des Wortes pilvas mit dem Verb pilti17 „gießen“ in Verbindung gebracht. Die breiteste Stelle des Topfes heißt Pilvų, pilvelių in Krosna (Raj. Marijampolė), Raudėnai (Raj. Šiauliai) und in der Umgebung von Joniškėlis. Das LKŽ führt diese Bedeutung nicht an, doch pilvas ist in diesem Wörterbuch (LKŽ IX 1027) auch mit der Bedeutung „eine Erhebung, Ausbuchtung eines Gegenstands“ verzeichnet. E. Vaitulevičienė bezeichnet diesen Gefäßteil noch mit einem anderen Somatismus – liemuo, lie-menėlis18.
Der breitere Bereich des Tongefäßes unterhalb des Halses wird petūkais, petėliais genannt. Die zweite Form ist auch im LKŽ (IX 879) in dieser Bedeutung aufgeführt.
Die Bezeichnungen petėliai, pilvelis werden häufiger in ethnografischen Arbeiten erwähnt.
Wie bereits festgestellt, kann derselbe Teil eines Gefäßes sowohl mit einem Grundwort als auch mit einer Diminutivableitung bezeichnet werden: kaklas—kaklelis, ausis—auselė, koja—kojūkė, kojėlė, ranka—rankelė. In der ethnografischen Literatur finden sich nur Diminutivableitungen.
Der Ethnograf J. Kudirka verwendet zwei Bezeichnungen für Gefäßteile, die weder im LKŽ noch in Dialektwörterbüchern oder Arbeiten anderer Ethnografen erwähnt werden. Sie sind ausschließlich für den Wortschatz der Töpferei charakteristisch, da sie spezifische Gegenstände dieses Bereichs bezeichnen: pōbriaunis „Gefäßteil zwischen Rand und Hals“, pōpilvis „Gefäßteil zwischen Bauch und Fuß“. Beide Bezeichnungen sind ähnlich gebildet.
Die Bezeichnung briauna – „Rand, Schärfe, Ecke oder Spitze eines Gegenstands“ (LKŽ I 1037) – ist nicht nur für den Wortschatz der Töpferei charakteristisch. J. Kudirka bezeichnet damit ausdrücklich den Rand eines Gefäßes. Andere Ethnografen verwenden außerdem die Bezeichnungen vainikėlis, atbraila, pakraštėlis. Somit wird dieser Gegenstand mit unterschiedlichen Wörtern bezeichnet.
Der Deckel eines Gefäßes heißt dangčiu (in Daukšiai (Raj. Marijampolė), Veiveriai (Raj. Prienai), Griškabūdis, Žagarė, Kruopiai (Raj. Akmenė), Šilutė, Šilalė, Karklėnai (Raj. Kelmė), Jurbarkas) oder puōddangčiu (in Dirvonėnai (Raj. Šiauliai), Pagėgiai, Salantai, Veliuona, Šatės, Žygaičiai). Das LKŽ (X 21) verzeichnet noch sechs ähnlich gebildete Bezeichnungen: puōddangtė, puoddaṅgtė (Laukuva, Kvėdarna, Tauragė), puoddeṅgtė (N, K)19, puodangtis (MŽ), puodangte (MŽ, D. Poška), puodengte (SD, Q), puodenklė (C) (die letzten vier Bezeichnungen sind im LKŽ ohne Akzentangabe).
Das Wort dūgnas bezeichnet nicht nur den unteren Teil eines Topfes, sondern auch dessen Deckel (Slavikai, Žiežmariai, Pociūnėliai, Mielagėnai, Joniškėlis, Ūdrija, Rudamina, Marijampolė, Geistarai, Rodūnia). So wird auch das Brett genannt, auf dem Gemüse geschnitten wird (Nočia, Rudamina, Seinai).
16 Ebenda. S. 586.
17 Fraenkel E. Litauisches etymologisches Wörterbuch. Heidelberg—Göttingen, 1962. Bd. 1. S. 593; Sabaliauskas A. Lietuvių kalbos leksika. V., 1990. P. 196.
18 Vaitulevičienė E. Buitinė lietuvių liaudies keramika Vilniaus Istorijos-etnografijos muziejuje // Kraštotyra. V., 1969. S. 192, 196.
19 Abkürzungen wie im „Wörterbuch der litauischen Sprache“.
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Bezeichnungen der Gefäßteile in anderen Sprachen
Litauische Bezeichnungen der Gefäßteile
Rand, Krönchen
Ausguss, Vambra
Hals, Hälschen, Schlund
Ohr, Henkel, Henkchen
kleine Henkel
Bauch, Bäuchlein
Fuß, Füßchen
Lettisch 6*
snīpītis „Ausguss“
kakls, kakliņš „Hals, Hälschen“
Polnisch 1; 5
szyjka „Hälschen“
ucho „Ohr“, uszko „Öhrchen“
brzuch „Bauch“
Čekų 12
hrdlo „Kehle“, krček „Hals“
ucho „Ohr“
nožka „Beinchen“
Slovakų 9; 11
hrdlo „Kehle“
ucho „Ohr“
bruško „Bäuchlein“
nožka „Beinchen“
Rusų 16; 18
венчик „Krönchen“
носик „Näschen“
горло „Kehle“
ручка „Griffchen“, ушко „Öhrchen“
плечики „Schultern“
тулово „Körper“
ножка „Beinchen“
Baltarusų 17
венца „Krönchen“
дзюбка „Schnäbelchen“
горла „Kehle“
вуха „Ohr“
тулова, пуза, брюха „Bauch“
Ukrainiečių 13; 15
шийка „Hals“
ручка „Griffchen“
плечики „Schultern“
тулуб „Körper“
ніжка „Beinchen“
Anglų 3; 8
lip „Lippe“
neck „Hals“
handle „Griff“
shoulders „Schultern“
body „Körper“
foot „Fuß“
Französisch 10; 14
bec „Schnabel“
col „Kragen“
pied „Fuß“
Rumunų 2
gura „Mund“
git „Hals“
picior „Fuß“
Deutsch 4; 7
Hals „Hals“
Bauch „Bauch“
Fuß „Fuß“
*Die Zahlen in der Tabelle geben die laufende Nummer der Quelle im Literaturverzeichnis an, aus der die Bezeichnungen entnommen wurden.
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Bezeichnungen für Gefäßteile – Somatismen – finden sich nicht nur im Litauischen, sondern auch in anderen Sprachen. Die Tabelle enthält entsprechende Beispiele.
Wie wir sehen, werden Somatismen zur Bezeichnung des Randes nur im Englischen und Rumänischen verwendet: lip und gura. In drei Fällen wird der Ausguss mit einem entsprechenden Wort bezeichnet – dem Namen eines Körperteils eines Vogels –, im Russischen und Litauischen (носик und vambra) dagegen mit der Bezeichnung eines menschlichen Körperteils. Zur Bezeichnung des Halses wird in den meisten Sprachen ein Wort verwendet, das Kehle oder Hals bedeutet. Nur im Französischen wird in diesem Fall das Wort col „Kragen“ verwendet. Der Henkel wird mit Bezeichnungen für zwei verschiedene Dinge benannt – Ohr oder Hand. Nur im Englischen liegt in diesem Fall kein Somatismus vor (handle), doch ist offensichtlich, dass diese Form aus hand „Hand“ gebildet ist. Der Bauch des Topfes wird meist als Körper oder Bauch bezeichnet. Fuß und Schultern werden in allen Fällen entsprechend bezeichnet, ohne andere Varianten.
Es ist schwierig zu erklären, warum in diesen Sprachen analoge Somatismen zur Bezeichnung von Gefäßteilen verwendet werden. Vielleicht wurde dieses Phänomen, wie bereits erwähnt, durch die Herstellung anthropomorpher Gefäße angeregt. Andererseits erinnern auch die Formen nichtanthropomorpher Gefäße häufig an eine menschliche Gestalt (vielleicht ebenfalls aufgrund des Einflusses anthropomorpher Gefäße). Dies könnte den Menschen dazu veranlasst haben, Gefäßteile so zu benennen wie die eigenen Körperteile. Zwischen diesen Dingen stellen wir eine große äußere Ähnlichkeit fest. Doch werden oft auch Dinge mit Somatismen bezeichnet, die dem menschlichen Körper überhaupt nicht ähneln (siehe die von D. Eigirdienė und J. Elisonas angeführten Beispiele). Gestützt auf A. Rekėnas Schlussfolgerungen zur Verwendung von Somatismen in lettischen Mundarten können wir begründen, weshalb Gefäßteile in den genannten Sprachen mit Somatismen benannt werden. Wesentlich schwieriger ist zu erklären, warum dieselben Topfteile mit analogen Bezeichnungen für Dinge benannt werden. Es wäre schwierig zu behaupten, dass dies auf den Einfluss einer Sprache auf eine andere zurückgeht, da dieses Phänomen nicht auf zwei oder drei Sprachen beschränkt ist, sondern eine größere Sprachgruppe betrifft.
Bei der Untersuchung des Töpferwortschatzes der litauischen Sprache fiel auf, dass es allein in der Gruppe der Bezeichnungen für Gefäßteile kein einziges Lehnwort gibt. In anderen Gruppen von Bezeichnungen (für das Handwerk, Rohstoffe und Erzeugnisse) finden sich Lehnwörter. Möglicherweise ist dieser Umstand auf die Verwendung von Somatismen zurückzuführen, denn „Bezeichnungen für Körperteile gehören gewöhnlich zu den ältesten und beständigsten Wortschatzschichten jeder Sprache“20.
Ein Teil der litauischen Bezeichnungen für Gefäßteile gehört zum indoeuropäischen Wortschatz: ąsa, snapas, ausis, gurklys; einige, zum Beispiel rankà, vainikėlis, gehören zum Wortschatz der baltisch-slawischen Epoche; kaklas, koja gehören zur baltischen Wortschatzschicht, während pilvas nur für das Litauische charakteristisch ist.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die litauischen Bezeichnungen für Gefäßteile eine besondere und interessante Wortgruppe bilden, in der es kein einziges Lehnwort gibt. Deutlich ausgeprägt ist die Tendenz, Topfteile mit Somatismen zu benennen. Sie ist auch in anderen indoeuropäischen Sprachen zu beobachten.
In den Mundarten werden zur Bezeichnung von Gefäßteilen sowohl diminutive als auch unmarkierte Formen der Somatismen verwendet, während in der modernen ethnografischen und archäologischen Literatur nur diminutive Formen vorkommen.
20 Sabaliauskas A. Min. veik. P. 112.
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ŠALTINIAI
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7. Liebscher I., Willert F. Technologie der Keramik. Dresden, 1955.
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13. Горюнов Е. Про періодизацію десянських старожитностей другої та третьої чверті I тисячоліття н. е. // Археологія. 1975. N 18.
14. Испано-мавританская керамика. М.—Л., 1940.
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16. Лукин Г. Конструирование художественных изделий из керамики. М., 1979.
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18. Рыбаков Е. Ремесло древней Руси. М., 1948.
ZUR BEZEICHNUNG DER GEFÄSSTEILE IN DER LITAUISCHEN SPRACHE
Zusammenfassung
In dem Artikel werden die Bezeichnungen von Gefäßteilen behandelt ąsą, ausis, ranką, rankėlė, dangtis, puodangtis, briauną, póbriuanis, vainikėlis, gurklys, kaklas, kaklėlis, petūkai, petėliai, pilvelis, pópilvis, koja, kojūkė, dūgnas, snāpas, snapėlis, vambrà.
Das ist eine eigenartige Wortgruppe, in der keine Entlehnungen vorhanden sind. Über die Hälfte von diesen Wörtern bilden diejenigen, die zur Bezeichnung der menschlichen Körperteile dienen. Diese Tendenz ist auch in anderen indoeuropäischen Sprachen zu bemerken.
Die meisten Bezeichnungen werden in der Literatursprache verwendet, nur einige wie z. B. vambrà nur in den Mundsprachen, andere kommen in der ethnologischen Literatur vor (petėliai, pópilvis, póbrĭunis).
In den Mundarten werden zur Bezeichnung der Gefäßteile Deminutiva- und Grundwortformen von den Somatismen benützt, während in der gegenwärtigen ethnologischen sowie archäologischen Literatur nur Deminutivaformen anzutreffen sind.