In memoriam Rūdolfas Grabis (1906–1996)
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Er gab das „Wörterbuch der litauischen Rechtschreibung für Schulen“ heraus (zwischen 1956 und 1980 erschienen sechs Auflagen), gemeinsam mit Pr. Kniūkšta das „Lehrwörterbuch der litauischen Rechtschreibung und Akzentuierung“ (zwischen 1983 und 1996 erschienen vier Auflagen), gemeinsam mit V. Kosuchinu das für Schulen bestimmte „Litauisch-russische Wörterbuch“ (1956) sowie gemeinsam mit K. Gaivėnis und V. Šernas das „Schulwörterbuch Litauisch-Russisch“ (1985). A. Lyberis stellte auch ein umfangreicheres „Litauisch-russisches Wörterbuch“ für ein breiteres Publikum zusammen, dessen erste Auflage (1962) rund 37.000 und dessen zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage (1989) rund 65.000 Wörter enthielt.
Noch während seines Studiums begann A. Lyberis, mit „Naujoji romuva“ zusammenzuarbeiten (seine wohl erste, 1935 erschienene Veröffentlichung machte die Öffentlichkeit mit den von J. Balčikonis herausgegebenen Werken von J. Jablonskis bekannt). Später veröffentlichte er in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften zahlreiche Artikel zu Fragen der litauischen Lexikografie, Lexikologie, Terminologie, Sprachpflege und weiteren Themen sowie bedeutende Erinnerungen aus der Geschichte der litauischen Sprachwissenschaft und über einzelne Sprachwissenschaftler.
Am 6. November 1996 beging A. Lyberis seinen 87. Geburtstag, nachdem er fast sechs Jahre lang an einer schweren Krankheit gelitten hatte; der 22. November war sein letzter Lebenstag. Auf dem Friedhof Karveliškės in Vilnius nahmen zahlreiche Angehörige, Schüler, Kollegen und Freunde Abschied von dem Sprachwissenschaftler, der viel geleistet und schöne Arbeitsergebnisse hinterlassen hatte, einem Lehrer und Menschen von leuchtendem Andenken. Antanas Lyberis und sein Werk gingen in die Geschichte der litauischen Sprachwissenschaft ein.
Kazys Morkūnas
IN MEMORIAM RŪDOLFAS GRABIS (1906-1996)
1996 war für die lettische Sprachwissenschaft ein Jahr schmerzlicher Verluste: Viel zu früh verließ die Professorin der Universität Lettlands Marta Rudz yte das von ihr so sehr geliebte Fachgebiet; der im Exil aufgewachsene Latgalier und Professor der Universität Wisconsin Valdis Zepas konnte seine begonnenen Arbeiten nicht abschließen. Und Rūdolfas Grabis, einer der bedeutendsten lettischen Sprachforscher der letzten Jahrzehnte, der seinen neunzigsten Geburtstag in schöner Weise gefeiert hatte, beendete am 17. Dezember seine mit wertvollen Arbeiten geschmückte irdische Lebensreise.
R. Grabis wurde am 11. August 1906 in „Gribžai“ im ehemaligen Amtsbezirk Kū dum (Bezirk Cēsis) geboren. 1934 schloss er sein Studium an der Universität Lettlands ab. Zu seinen Lehrern zählten dort Ana Abele, Ludis Berzinis, Janis Endzel y nas und weitere bedeutende lettische Philologen jener Zeit.
1931 erschien in der von J. Endzelynas redigierten Zeitschrift der Lettischen Philologischen Gesellschaft „Filologu biedribas raksti“ die erste bedeutende Veröffentlichung des damals noch studierenden R. Grabis: eine Beschreibung seines Heimatdialekts („Kūduma pagasta izloksnes apraksts“). 1935 wurde in derselben Zeitschrift ein weiterer dialektologischer Artikel von R. Grabis veröffentlicht: „Anmerkungen zu den Dialekten der Pfarrei Straupe“ („Piezīmes par Straupes draudzes izloksnēm“).
R. Grabis unterrichtete an Gymnasien in Riga und lehrte am Rigaer Lehrerinstitut.
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Das mehrfach aufgelegte, von ihm gemeinsam mit anderen verfasste Lehrbuch der lettischen Sprache für Schulen „Wort und Satz“ („Vārds un teikums“) erschien 1945–1947. Er war Dozent an der Universität Lettlands.
1946 lud J. Endzelīns R. Grabis ein, am Institut für Sprache und Literatur der gerade gegründeten Lettischen Akademie der Wissenschaften zu arbeiten. Fast dreißig Jahre lang leitete er de facto die Arbeit der Sprachwissenschaftler dieses Instituts. Von 1970 bis 1974 war er außerdem stellvertretender Direktor des Instituts.
Das von R. Grabis geleitete Kollektiv von Sprachwissenschaftlern erarbeitete die umfassendste Beschreibung der Struktur des heutigen Lettischen, die „Grammatik der heutigen lettischen Literatursprache“ („Mūsdienu latviešu literārās valodas gramatika“, I–II, Rīga, 1959, 1962). Für dieses Werk wurde R. Grabis 1965 gemeinsam mit den anderen Autoren mit dem Staatspreis Lettlands ausgezeichnet.
R. Grabis leitete auch die Arbeit der lettischen Terminologen. 1963 erschien das von ihm zusammen mit Dzidra Barbare und Ana Bergmane erstellte „Wörterbuch linguistischer Fachtermini“ („Valodniecības terminu vārdnīca“, Rīga, 1963). Er war außerdem Vorsitzender des Redaktionskollegiums des wichtigsten lexikografischen Werks der Nachkriegszeit, des „Wörterbuchs der lettischen Literatursprache“ („Latviešu literārās valodas vārdnīca“, 1–8, Rīga, 1972–1996).
R. Grabis veröffentlichte wertvolle Untersuchungen zur Geschichte der lettischen Sprache. An erster Stelle ist hier seine Studie „Überblick über die Grammatiken des Lettischen aus dem 17. Jahrhundert“ („Pārskats par 17. gadsimta latviešu valodas gramatikām“. – Valodas un literatūras institūta raksti, V, 1955, 205.–266. lpp.) zu nennen.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand hielt der Sprachwissenschaftler enge Beziehungen zu seinem Heimatort Kū(d)umi. Genau sechzig Jahre später kehrte er zu dem Thema seiner Jugend zurück und veröffentlichte gewissermaßen eine Fortsetzung seiner ersten sprachwissenschaftlichen Publikation: „Texte aus dem Dialekt von Kū(d)umi“ („Kūduma izloksnes teksti“, Rīga, 1991).
Die Menschen, die mit diesem lettischen Sprachwissenschaftler zu tun hatten, werden ihn stets als liebenswürdigen und aufrichtigen Menschen in Erinnerung behalten. Neben seiner Muttersprache liebte R. Grabis besonders das lettische Volkslied. Aus den Erzählungen seiner Mutter erinnerte sich der Sprachwissenschaftler daran, dass er die Melodien dieser Lieder vortrefflich nachsingen konnte, selbst als er ihre Worte noch nicht aussprechen konnte.
1968 wurde R. Grabis zum korrespondierenden Mitglied der Lettischen Akademie der Wissenschaften gewählt, 1992 zum Ehrenmitglied.
Rudolfas Grabis starb in Riga. Er wurde auf dem Zweiten Waldfriedhof beigesetzt. Möge ihm die heimische Erde leicht sein.
Algirdas Sabaliauskas
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