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Sijono pavadinimai lietuvių kalboje

Danutė Sabaliauskaitė-Liutkevičienė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVII (1997) LEKSIKOGRAFIJOS IR LEKSIKOLOGIJOS PROBLEMOS Danutė SABALIAUSKAITĖ-LIUTKEVIČIENĖ BEZEICHNUNGEN FÜR DEN ROCK IM LITAUISCHEN Sijonas – „ein Kleidungsstück für Frauen, das von der Taille abwärts reicht“. Eine gemeinsame indoeuropäische Bezeichnung für diese Realie gibt es nicht, da die Realie selbst erst viel später entstanden ist. So gibt es beispielsweise im klassischen griechischen und römischen Kostüm noch keinen Rock (Buck 1949: 423). Einen Rock als eigenständiges Kleidungsstück gab es in Europa im X.–XII. Jahrhundert offenbar noch nicht (Adomonis 1976: 94). Seine Funktion erfüllte wahrscheinlich ein bestimmtes ungenähtes Kleidungsstück, das aus mehreren Bahnen bestand, die von einer Schürze und einem Gürtel zusammengehalten wurden. Belege für dieses Kleidungsstück, wenn auch sehr spärliche, gibt es bereits aus dem VI. Jahrhundert (Volkaitė-Kulikauskienė 1970: 129–130; At Pr 23). Einige sind der Ansicht, dass an einen solchen Rock ein Mieder angenäht war (Adomonis 1976: 94). Ein solches ungenähtes Kleidungsstück bildete zusammen mit einer Bluse die Frauenkleidung nicht nur in Lietuvoje, sondern auch in Estijoje und Lettland. Übrigens verschwand dieses Kleidungsstück zuletzt in Estijoje – in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts war es dort noch verbreitet. In Lietuvoje verschwand es wesentlich früher; der Übergang von diesem Kleidungsstück zum genähten Rock erfolgte jedoch in den verschiedenen Gegenden Lietuvoje nicht gleichzeitig. Über diesen Prozess gibt es einen großen Mangel an Daten; anhand von ikonografischem Material und Inventarbüchern lässt sich jedoch sagen, dass im XVI. Jahrhundert in Lietuvoje der genähte Rock bereits vorherrschte (At Pr 22–23). In Ostpreußen hielt sich jenes ungenähte Kleidungsstück länger und wurde noch im XVII.–XVIII. Jahrhundert getragen (Brand 1702: 96–97; Lepner 1744: 67–68; Mastonytė 1967: 9). Wie dieses Kleidungsstück (oder der Rock) hieß, ist nicht ganz klar. Nach Ansicht einiger Autoren könnte es margine genannt worden sein. Heute bezeichnet dieser Name einfach einen bunten Rock. Wenn wir die Annahme zugrunde legen, dass ein solcher „ungemähter Rock“ im XVIII. Jahrhundert in Ostpreußen tatsächlich noch verbreitet war, ist es durchaus möglich, dass K. Donelaitis genau diesen im „Metai“ im Sinn hatte, als er schrieb: „O mergaitės krosytų marginių nekenčia/... O nenaudėlės mergaitės su kedeláčiais... pasirodyt jau nesigėdi“ (Vd 351, 353). Ist hier vielleicht der Übergang vom ungenähten zum genähten Rock festgehalten? Wie dem auch sei, im XIX. Jahrhundert war der Rock eines der wichtigsten Bestandteile der Frauenkleidung. Bedenkt man, dass oft nicht nur ein Rock, sondern mehrere übereinander getragen wurden und dass es sie in verschiedenen Farben, Mustern usw. gab, so gibt es im Litauischen zahlreiche Bezeichnungen für diese Realie. Die Hauptbezeichnung für dieses Kleidungsstück ist das gemeinsprachliche Wort Rock (es gibt auch die Varianten sejōnas, sėjonas, sajōnas). Es handelt sich um einen Belarusismus, vgl. altweißruss. саянь „dicker Unterrock; wollener Hausrock“ (Fraenkel 1955–1965: 756; Skardžius 1931: 195; Palionis 1967: 280; Zinkevičius III 137; Sabaliauskas 1990: 250), ferner vgl. weißruss. dial. съян, съян(DABM 933, 934, 937, 938). Dieses Wort wird auch in einigen anderen slawischen Sprachen verwendet, vgl. poln. sajan „enges Männeroberteil; ein bestimmtes weites Frauenkleid“, russ. 88 саян „Sarafan, langer Rock“. Es gelangte aus dem Italienischen in die slawischen Sprachen, vgl. ital. saione: saio „Soldatenjacke“, ferner ist es mit lat. sagum „kurzer Militärmantel“ zu verbinden (Brückner 1927: 479; Borejzszo 1990: 176; Fasmer III 567). Dieses Lehnwort gibt es auch im Lettischen, vgl. lett. sijāns „Rock“ (At Pr 12 ž.). Wahrscheinlich ist es ein Litauismus, da es nur im lettischen Grenzgebiet an Litauen belegt ist. Die schriftsprachliche Variante sejōnas, die wahrscheinlich neben der Variante sajōnas im Litauischen entstand, erscheint bereits im 17. Jahrhundert (SD (1)71, (3)152 – in der Bedeutung „Sommermantel“; Skardžius 1931: 195.) Rock ist etwas später, in Schriften vom Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, erstmals belegt (D. Pošk; P). Alle drei Varianten finden sich in Wörterbüchern und Folklore-Sammlungen des 19. Jahrhunderts (Sut; N; Kos 90; J; JV 988). Die heute etablierte Variante ist Rock. Diese Bezeichnung, die früher vor allem in Niederlitauen und in Užnemunė verwendet wurde, beginnt, in den anderen litauischen Dialekten verbreitete Bezeichnungen aus dem Gebrauch zu verdrängen, z. B. andarōkas (LKA I 193; DūnŽ 531; DrskŽ 324; LKŽ XII 17, 317, 538). LIETUVIŠKOS KILMĖS PAVADINIMAI Man kann sagen, dass die einzige unmarkierte Bezeichnung litauischer Herkunft, die den Rock allgemein bezeichnet, Rock ist: einen Rock anziehen. Das Wort wird nur selten verwendet und begegnet häufiger in späteren Schriften (V. Krėv; Vaižg; A. Vien; LKŽ I₂ 256). Eine weitere einigermaßen neutrale Bezeichnung ist skraidōnas. Es wäre jedoch zu gewagt, mit Bestimmtheit zu behaupten, dass es keinerlei zusätzliche semantische oder stilistische Konnotation aufweist, da die Belege fehlen – das Wort findet sich nur im Wörterbuch von A. Juška (LKŽ XII 1031). Über es lässt sich lediglich sagen, dass es wahrscheinlich ein Wort litauischer Herkunft ist, das mit lit. Umhang, fliegen zusammenhängt. Andere Bezeichnungen sind bereits semantisch konnotiert und weisen eine zusätzliche Bedeutung auf. Man könnte sie bedingt in zwei Untergruppen einteilen: Bezeichnungen, die den Zweck des Rocks angeben, und solche, die sein Aussehen (Farbe, Form oder das Material, aus dem er genäht ist) beschreiben. Zur ersten Untergruppe gehörten Wörter, die einen Unterrock bezeichnen. Unterrock, Unterrock, Unterröckchen, Unterrock, Unterrock: Unterrock. Das Lexem Unterrock ist erstmals 1644 belegt (SP II 177). Einige dieser Varianten werden in bestimmten Dialekten verwendet, doch das Verbreitungsgebiet genau abzugrenzen, wäre schwierig (LKŽ I₂ 185). In jüngster Zeit setzen sich die standardsprachlichen Wörter Unterrock und Unterröckchen durch. Sie bezeichnen weniger einen Unterrock als vielmehr ein bestimmtes weibliches Unterkleid (DŽ₃ 18). padūrkai: padūrkas „Rocksaum“, padūrti „hinzufügen, annähen“ (Būga II 391). Es ist ein altes Wort, das in Schriften des 17.–19. Jahrhunderts belegt ist (Lex 100; C II 826; R 267; K II 276; Kos 223; LKŽ IX 62). In dieser Bedeutung wird es heute nicht mehr verwendet. Die gebräuchliche Bedeutung ist „Rocksaum“. Diese Bedeutung hat das Wort auch heute noch. pāsagalas, pasagūtė, pasagà, pāsegalas, pasegamōji, pasegūtė, pāseginė 89 pasegtinė, pásegas, pasegtinis „ebd.“: pasėgti. Verwendet in den Mundarten von Utena und im nördlichen Teil des Vilnius-Dialektgebiets; kommt auch in der Schriftsprache vor (Blv; LzP; NdŽ; LKŽ IX 442, 461). pavilkinys, pāv ilkinis, pāvilkinė: pavilkti. Wird in Žemaitija verwendet und ist in Wörterbüchern des 20. Jahrhunderts verzeichnet (NdŽ; DūnŽ 252; LKŽ IX 696; DŽ₃ 531). In der Schriftsprache des 20. Jahrhunderts wird pavilkinys bisweilen in der Bedeutung „ärmelloses russisches Männerkleidungsstück“ verwendet. prisisegalas: prisisegti Wird in der Rodūnia-Mundart der litauischen Bevölkerung Weißrusslands verwendet (LKŽ X 759). Der zweiten Untergruppe sind folgende Bezeichnungen zuzuordnen: aptr auk t inis „Rock, der an der Taille mit einer Schnur zusammengezogen wird“: aptr auk ti. Diese Bedeutung ist selten (LKŽ I₂ 274). Mitunter werden so auch zusammengezogene Pelzmäntel bezeichnet. drobinukas „Leinenrock“: drobinis, -ė. Kommt an bestimmten Orten im Osten Litauens vor (ESK). išilginė „längsgestreifter Rock“, išilginis „ein solches Kleidungsstück, ein Rock mit Oberteil, aus einem Stück genäht“: iš ilgas. Aus schriftlichen Quellen belegt (K II 133; M. Valanč; Š; LKŽ IV 187, 188). keršėtis „Rock dieser Art“: keršas. Kommt in Žemaitija vor (LKŽ V 623). klòstinė „langer, altertümlicher Rock“: klõstė. Selten (Srv; LKŽ VI 149). marg inė “raštuotas sijonas; sijonas”: márgas (Skardžius 1943: 265; Buck 1949: 423). Šį žodį randame jau 1601 ir 1606 m. Lietuvos Didžiosios Kunigaikštystės tekstuose, plg. morgenia, marginia “margas audeklas, sijonas” (Jablonskis 1941: 128, 360; Zinkevičius III 120–121). Taigi bent jau tuo metu pavadinimas, matyt, buvo vartojamas ir Didžiojoje Lietuvoje. Mažosios Lietuvos tarmėse XVIII–XX a. jis buvo paplitęs gana plačiai (Brand 1902: 95; K. Donel; MŽ 158; Glagau 1970: 235; Kapeleris 1970: 347; LB 39; KlyD 373; K I 461, 462; II 133). Ši leksema XIX a. pasitaikydavo ir šiaurės rytų Žemaičiuose, tačiau čia dažniau reiškė pečių apdangalą (At Pr 163). Dabar tarmėse žodis retai tevartojamas, sijono reikšme aptinkamas tik kai kuriose Žemaičių vietose (LKŽ VII 853; Janavičienė 1992: 77). Užfiksuotas jis ir Dabartinės lietuvių kalbos žodyne (DŽ₃ 382). Tačiau apskritai įprastesnė jo reikšmė yra “margas audeklas”, plg. dar liet. margėnis “raštuotas, languotas audeklas”, margienis “prastas naminis spalvotas audeklas”, marginys “margas naminis marškonis audeklas”. Einigen Quellen zufolge war ein solches Lexem (eine Entlehnung aus dem Litauischen) Ende des 19. Jahrhunderts auch an einigen Orten Lettlands bekannt, bedeutete dort jedoch, wie meist auch in Žemaitija, eine bestimmte Art von Schultertuch (At Pr 22). Übrigens bezeichnete dasselbe Wort auch im Estnischen häufig sowohl ein Schultertuch als auch den zuvor erwähnten ungenähten Rock (At Pr 23). Aus dem Litauischen gelangte dieses Wort in einige polnische und weißrussische Dialekte, vgl. poln. marginja „Gewebe aus Leinenfäden, die mit Wolle und Baumwolle vermischt sind“ (Urbutis 1992: 65; Laučiūtė 1982: 80), weißruss.маргень „kariertes Gewebe“ (SBG III 32). Dieser Litauismus wurde auch in den deutschen Dialekten Ostpreußens verwendet, vgl. dt. Marg inne 90 „bunter Rock“, wird jedoch manchmal fälschlich direkt mit lit. margas und nicht mit lit. margine in Verbindung gebracht (Bielfeldt 1970: 49; Skardžius 1972: 92). pašlavinis „ein solcher quer gestreifter Rock“: pašluoti. Seltenes Wort (LKŽ IX 574). puškuotis, puškuotinis „Rock aus gekräuseltem Stoff“: puškuotas, puškas. In der Umgebung von Plungė belegt (LKŽ X 1116). rainys, rainėlė, rainiukas „bunter Rock“: rainas. In Schriften einiger Schriftsteller des 19.–20. Jh. belegt (Blv; A. Vien). Wird im panevėžiškischen Dialekt verwendet und kommt auch an einigen anderen Orten Litauens vor (LKŽ XI 55, 56; ESK). rėžinis „dicker, grober Rock“: rėžis. In der Gegend von Utena belegt (LKŽ XI 507). ruožinėlis, ruožuotinis „gestreifter Rock“: ruožas. Kommt an bestimmten Orten Litauens vor (LKŽ XI 982, 983). skersė, skersinaitė, skersinis, skersinukas „quer gestreifter Rock“. Verwendet von den Žemaiten und einigen west- sowie südaukschtaitischen Dialekten; kommt in Schriftzeugnissen des 20. Jh. vor und ist ein Wort der Standardsprache (NdŽ; V. Krėv; Mastonytė 1964: 145; LKŽ XII 825, 827; DŽ₃ 701). smulkinukas „Rock mit kleinem Muster“: smùlkus. In der Gegend von Rietavas belegt (LKŽ XIII 221). šimtākloštis, šimtākloštė „gefältetes Frauenkleidungsstück (meist Rock oder Jäckchen)“: šìmtas+klõštė. Selten (LKŽ XIV 815). SLAVISMEN POLONISMEN čemõras „ein weiter, von älteren Frauen getragener Rock“, vgl. poln. czamara „langes Obergewand für Männer“ (LKŽ II₂ 67). Ein ziemlich seltenes Wort, in dieser Bedeutung aus der Gegend um Jurbarkas belegt. Eine solche Bezeichnung gibt es auch im Belarussischen, vgl. чамарка „langes Obergewand aus Tuch“. Ins Polnische gelangte das Wort im 16. Jh. über das Italienische, vgl. ital. cimarra, ital. dial. aciamarra „langes Kleidungsstück; Pelz“, oder über das Spanische, vgl. span. chamarra (altspan. çamarra) „Pelz“, aus dem Arabischen, vgl. arab. sammur „Pelz; Fell“ (Borejszo 1990: 134; Bartkiewicz 1974: 150; Fasmer IV 330). Im Litauischen ist eine Bezeichnung derselben Wurzel viel häufiger: čemãrka „ein solches Obergewand“ (Guzevičiūtė 1991: 4, 17, 18; LKŽ II₂ 66). pasamõnai „alltäglicher, einfacher Rock oder allgemein Kleidungsstück“, vgl. poln. pasamon „Saum, Kleiderbesatz“ (Fraenkel 1955–1965: 543; LKŽ IX 453). Im Litauischen sind ansonsten die Bedeutungen „unterer Teil eines langen Rocks oder Kleidungsstücks; Rockbesatz“ häufiger. Ins Polnische gelangte das Wort im 16. Jh. aus dem Italienischen, vgl. ital. passamano „ebd.“ (Brückner 1927: 338; Borejszo 1990: 166). Im Sinne von ‚Rock‘ wird das Wort im Litauischen an einigen Orten im Süden und Südwesten Litauens sowie in Punsk verwendet (LKŽ IX 453). žerstùkas, žerstùkas „Rock“. Die Herkunft ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich gelangte das Wort über 91 das Polnische ins Litauische, vgl. poln. szorstuch „Schürze“, szarstuch „Tuch; Schürze“. Ins Polnische gelangte das Wort aus dem Deutschen, vgl. mhd. schurztuoch „Schürze; ein solches Kleidungsstück; Obergewand; Bluse“ (Brückner 1927: 541, 552; Borejszo 1990: 181). Die deutschen Formen setzen sich aus zwei Wörtern zusammen: Schurz „Schürze“ + Tuch „Tuch, Lappen“ (Grimm XV 2070). Die Bezeichnung ist ziemlich selten und kommt an einigen Orten im Süden, Südwesten und Osten Litauens vor (LKA I 115 ž., 193; LKŽ K; LEB 344; Mastonytė 1961: 179). Im Litauischen werden viel häufiger Wörter dieser Wurzeln verwendet, die aus dem Deutschen oder Polnischen entlehnt wurden und die Bedeutung ‚Schürze‘ haben, vgl. šiurštokas, šiurčiukas, žiurštokas, žiurstokas, šerštukas, šeštukas (Alminauskis I 127, 150; LKŽ XIV 667, 698, 967). In schriftlichen Quellen sind sie bereits seit dem 16.–17. Jh. als separate Varianten belegt (šiurčiukas – BB1Moz 3, 7; šeštukas – SD(3) 437). WEISSRUSSIZMEN kabačikas „ein abgetragener, alter Rock“, vgl. weißruss. каба́цік: кабат „(warme) Weste“. Das Wort ist auch in anderen slawischen Sprachen verbreitet, vgl. poln. kabat „ein eng anliegendes Oberteil; ein Wams“, russ. кабат, tschech. kabát u. a. In einigen von ihnen war es bereits im 10.–11. Jh. bekannt, vgl. kirchenslaw. кабатъ „ein solches langes, zuzuknöpfendes Kleidungsstück“ (Niderle 1956: 230). Ins Weißrussische gelangte das Wort wahrscheinlich aus dem Polnischen (ESBM IV 9; SBG II 352). Die Polen übernahmen es im 15. Jh. aus dem Ungarischen, vgl. ungar. kabát „Surtout“. Die weitere Herkunft des Wortes ist ziemlich unklar. Ähnliche Bezeichnungen gibt es im Persischen, Arabischen, Griechischen, Türkischen u. a. Sprachen (Sławski II 9; Borejszo 1990: 145; Fasmer II 150; Machek 1968: 233). In dieser Bedeutung ist das Wort im Litauischen selten (Škn; LKŽ V 3). Etwas häufiger werden ebenfalls aus dem Slawischen entlehnte kabačius, kabačikas, kabačiukas, kabačikas „ärmelloses Kleid“, kóbotas, kabòtas „ärmelloses warmes Frauenkleidungsstück; Weste“ verwendet (LKŽ V 3, 26; VI 281). kvalbonūtis (Hybridbildung) „Faltenrock“, vgl. lit. kvalbónas „bestimmte Rüschen, Falten, die zur Verzierung von Frauenkleidung (gewöhnlich eines Rocks oder einer Schürze) angenäht werden“, vgl. weißruss. хвальбо́на „gefalteter Besatz, Rüsche“. Eine ziemlich seltene Bezeichnung (Ggr; LKŽ VI 1039). kvaldėtis (Hybridbildung) „ein solcher Faltenrock“, vgl. lit. kvaldà „Falte“, weißruss. хвалда „ebd.“ Ein seltenes Wort (Šts; LKŽ VI 1039). spadnyčia, spadninčia, spadničia, spadnyca, sparnyčia, spanyčia „Rock (gewöhnlich aus gekauftem Stoff); Unterrock“. Das Wort gelangte wahrscheinlich aus dem Weißrussischen ins Litauische, vgl. weißruss. спадніца, спаніца „Rock“ (LKA I 193). Einige Varianten könnten gelegentlich auch aus dem Polnischen entlehnt worden sein, vgl. poln. spódnica, spodnica „ebd.“ Die polnische Bezeichnung ist von poln. spodni „unterer“ abgeleitet: spod<pod „unter“ (Brückner 1927: 424–425; Buck 1949: 423). In litauischen Schriftquellen erscheint dieses Wort erst im 20. Jh. (NS 130; NdŽ). Es wird vor allem in östlichen Mundarten verwendet, kommt jedoch auch in Süd- und Westlitauen vor (LKA I 115 ž.; LzŽ 242; DrskŽ 340; LKŽ XIII 307, 332). 92 šimtakvōldis, šimtakvōldė (Hybridbildung) „gefaltetes Frauenkleidungsstück, gewöhnlich ein Rock oder Jäckchen, Hundertfaltenrock“: šimtakvōldis, -ė „mit vielen Falten“ < šimtas + kvōldas „Falte“, vgl. weißruss. хвацда „ebd.“ Ein seltenes Wort, das in der Sprache des 20. Jh. vorkommt (LKŽ XIV 815). Im Litauischen werden auch ähnliche Hybridbildungen verwendet: šimtakvōldė „gefaltetes Jäckchen“, šimtakvōldė „Frauenrock“ (LKŽ XIV 815). UNBESTIMMTE SLAVISMEN andarōkas, anderōkas, andarēkas, anderēkas „Rock“, vgl. poln. andarak „ebd.“, weißruss. андарак, андерак „ein gestreifter oder karierter Rock aus Hanf“ (Fraenkel 1955–1965: 10; LKA I 193). Das Wort wird auch in einigen anderen slawischen Sprachen verwendet, vgl. russ. андарак, андрак „Wollrock; Unterrock“, ukrain. андарак „Rock“, bulg. андарак „ebd.“. Die Herkunft ist nicht völlig klar, aber wahrscheinlich gelangte das Wort aus dem Deutschen in die slawischen Sprachen, vgl. dt. Unterrock „Unterrock“, < unter „unter“ + Rock „Rock“ (Fasmer I 78; ÈSBM I 112–113; Karłowicz I 35). Auch die Esten haben diese Bezeichnung entlehnt, vgl. undruk, undrok, undrek „Rock“ (At Pr 12 ž.). In litauischen Schriftquellen ist das Wort erst seit dem 19. Jahrhundert belegt (JD 107). Es muss jedoch erheblich früher ins Litauische gelangt sein, da es eine der in Litauen am weitesten verbreiteten Bezeichnungen für den Rock ist, neben dem in Samogitien und im Gebiet Užnemunė verwendeten sijōnas (LKŽ I₂ 134, 135; LKA I 115 ž., 193; LzŽ 21; DrskŽ 15; Dub 196). Heute wird andarōką durch das standardsprachliche Wort sijōnas verdrängt. Mit andarōkas hängen wahrscheinlich auch die Ortsnamen Andarōkinė, Andarōkinės tiltas zusammen (Būga III 454). Im litauischen Sprachraum entstanden auch Ableitungen dieser Bezeichnung mit stilistischer Konnotation, vgl. andarēkšlis, andarōkšlis „alter, schlechter Rock“. Diese Wörter kommen auch in den litauischen Mundarten Weißrusslands vor (LKŽ I₂ 134). indarōkas „Rock“, vgl. poln. indarak, weißruss. dial. ин дерак „ebd.“ (LKA I 193; Fraenkel 1955–1965: 10; Būga III 454). In die slawischen Sprachen gelangte das Wort wahrscheinlich aus dem Deutschen, vgl. dt. Unterrock „Unterrock“ (Brückner 1927: 92; Borejszo 1990: 143–144; Bartkiewicz 1974: 174; ÈSBM I 112–113). Im Litauischen ist dies eine wesentlich seltenere Variante als andarōkas (J; JR 67; LKA I 193; LKŽ IV 105). Siehe auch andarōkas. jupikas, jupikis „Rock“, pajupa (hydron.) „Unterrock“, vgl. lit. jupà „ein derartiges Obergewand“, jūpkis „Damenjacke“, die ihrerseits mit poln. jupa, jupka, altweißruss. юпа „altmodisches Damenkleidungsstück; Jacke“, юпка „Rock“ zusammenhängen. Die Bezeichnung gelangte aus dem Deutschen in die slawischen Sprachen, vgl. dt. Joppe, Juppe „Jacke, Weste“. Die Deutschen entlehnten diese Kleidungsbezeichnung um 1200 aus dem Altitalienischen, vgl. it. giuppa „Jacke; Unterkleidung“, das seinerseits aus dem Arabischen entlehnt wurde, vgl. arab. gubba „Obergewand mit langen Ärmeln; Unterkleidung aus Baumwolle“ (Brückner 1927: 209; Sławski I 591; Fasmer IV 525; Kluge 1957: 333; Pfeifer 599–600). Bemerkenswert ist, dass dasselbe arabische Wort die ursprüngliche Quelle von lit. šūbà, žipōnas war. So nennen die südlichen Samogiten aus dem Gebiet von Raseiniai den Rock (LKŽ IV 430; LKA I 193). 93 Die Variante pajupa ist in älteren Schriftquellen belegt (C II 323; B; [K]; LKŽ IX 136). šeliopas „Rock“, vgl. russ. салоп, weißruss. салоп, poln. salopa „eine Art Oberbekleidung für Frauen, Mantel“. Das Wort gelangte aus Westeuropa in die slawischen Sprachen, vgl. franz. salope, dt. Saloppe „Damenmantel“ (Fasmer III 550; Kartowicz VI 12; Kluge 1957: 621–622; Dauzat 1954: 17). Dies ist eine seltene Bezeichnung, die in Ostlitauen vorkommt (LKŽ XII 354). Im Litauischen werden häufiger salõpas, saliõpas, sėliopas „warmer langer Damenmantel; Mantel“ verwendet (LKŽ XII 81, 82, 354). sukenka, sukienka “sijonas”, plg. lenk. sukienka: suknia “suknelė” (Borejszo 1990: 180), brus. сукенка: сукня “t.p.”. Es wird im Raum Druskininkai sowie in einigen litauischen Mundarten Weißrusslands verwendet (DrskŽ 355; LKA I 193). Siehe auch suknelė. suknelė (Hybridbildung), suknia „Rock“, vgl. weißruss. сукня „Wollrock; Kleid“ (LKA I 193), poln. suknia „Kleid; eine bestimmte Art Faltenrock“ (Fraenkel 1955–1965: 938). Auch andere slawische Sprachen kennen das Wort, vgl. russ. сукня „Kleid“, tschech. sukne „Rock“ usw. Es handelt sich um ein Wort slawischen Ursprungs, das mit russ. сукно, poln. sukno „Tuch“ zusammenhängt; diese wiederum stehen mit dem Verb *sъkati in Verbindung, vgl. russ. сукать „drehen“, poln. sukać „sich winden“ (Fasmer III 799; Brückner 1927: 525; Buck 1949: 423). In der Bedeutung ‚Rock‘ wird es nur von den südlichen Aukštaiten verwendet (DrskŽ 355; Mastonytė 1961: 178; LKA I 193; LKŽ XIV 77). GERMANISMEN kedelýs, kėdilis „Rock, Unterrock“, vgl. niederdt. keddel, ostpreuß. dt. kėdel „kurzer Mantel; Rock“ (Alminauskis I 64; Būga II 296; Fraenkel 1955–1965: 234). Dies ist eine mundartliche Form von dt. Kittel „(Arbeits-)Kittel; Bluse; Jacke“. In die europäischen Sprachen gelangte das Wort aus dem Arabischen, vgl. arab. qutn, qutun „Baumwolle“; ins Deutsche kam es im 12. Jh. (Kluge 1957: 371; Pfeifer 658; Klein 848). Es gab Versuche, das Wort anhand germanischer oder allgemein indoeuropäischer Sprachdaten zu erklären (Vries 1971: 317). Im Litauischen ist kedelýs erstmals im 17. Jh. belegt (Lex 54 [Bedeutung „Jacke“]; Pr LXVII 19). Es findet sich in späteren Wörterbüchern Kleinlitauens und in volkskundlichen Sammlungen und kommt in den Werken von K. Donelaitis vor (B; R 384; MŽ 516; K; N; KŽ; Jrk 12; KlvD 35; KlpD 19; Kabelka 1964: 109). Es ist auch in A. Juškas Wörterbuch und seinen volkskundlichen Sammlungen belegt (J; JD 258; JV 1022). Diese Bezeichnung wird von den Westsamogiten, den Aukštaiten des Memellands und einem Teil der Westaukštaiten von Kaunas verwendet (LKA I 115 ž., 193; At Pr 12 ž.; LKŽ V 480, 482). Aus dem Deutschen entlehnten das Wort auch die Letten, vgl. lett. ķedele, ķedelis „Rock“, die Kuršių nerijos Kuršininkai, vgl. kuršinink. ķedile „ebd.“, und die Polen, vgl. poln. kiedel „Kittel“ (Sehwers 1953: 62, 232; ME II 359; Pietsch 1982: 78; Sławski 94 II 179–180). Im Litauischen werden auch andere Bezeichnungen verwendet, die auf dieselbe Quelle zurückgehen, vgl. kedelės „Jacke“, kitelis, kitlius „Jacke militärischen Schnitts; Leinenjacke“ (LKŽ V 480, 904, 905). nyderis „Unterrock“, vgl. dt. nieder „nieder“. Belegt in der Umgebung von Kuršėnai (DūnŽ 513). rūkis, rūkšinis, rāikis, rāikinis „Rock aus Werg; Unterrock“, vgl. dt. Rock „Rock“ (Alminauskis I 113; Fraenkel 1955–1965: 746). Nach K. Būgas Ansicht gelangte das Lehnwort über das Kurische ins Litauische (Būga II 304), wahrscheinlicher aber wurde es direkt aus dem Deutschen entlehnt. Denn in einigen ostpreußisch-deutschen Dialekten wurde nach o ein Übergangslaut ə[j] ausgesprochen. Daher ist rūkis auf ostpreuß. roək „Rock“ zurückzuführen (Čepienė 1994: 160). Die Herkunft des deutschen Rock ist ziemlich unklar. Einige Sprachwissenschaftler versuchen, es mit altir. rucht „Tunika, wollenes männliches Untergewand“ in Verbindung zu bringen; andere sind der Ansicht, es sei germanischen Ursprungs (Kluge 1957: 604; Pfeifer 1133). Diese Rockbezeichnung wird an einigen Orten Samogitiens verwendet und ist in mehreren Wörterbüchern vom Ende des 19. bis zum 20. Jh. belegt (J rūkšinis in der Bedeutung „schlechtes Kleidungsstück“; KŽ; LKŽ XI 51, 911; LKA I 115 ž., 193). šiuršė „Unterrock“, vgl. dt. Schurze, ostpreuß. dt. šorz, šertš „Schürze“ (Alminauskis I 150; Fraenkel 1955–1965: 1316). Es handelt sich um mundartliche Formen von dt. Schurz, Schürze. Die Bezeichnung ist germanischen Ursprungs und wird mit engl. shirt „Hemd“, short „kurz“ in Verbindung gebracht (Kluge 1957: 685). Die ursprüngliche Bedeutung von shirt war „kurzes Kleidungsstück“ (Klein 1436). Das Wort kommt in der litauischen Schriftsprache vor (Kos 159; NdŽ; LKŽ XIV 966). Es wird auch in der Bedeutung „Schürze“ verwendet. šlėbė „Rock“, vgl. dt. dial. schlabbe „(Kinder-)Schürzchen, Lätzchen“ (LKŽ XIV 1031–1032; Frischbier II 277). Das Wort ist deutschen Ursprungs, vgl. dt. schlabbern „schlürfen, schlabbern“ (Grimm XV 229, 230). Die Bedeutung „Rock“ ist sehr selten (LKŽ XIV 1032). Das Wort kann außerdem ein langes, langärmeliges, über den Kopf gezogenes Oberkleidungsstück für Frauen oder Kinder, ein kurzes ärmelloses Oberkleidungsstück (meist warm, aus Pelz), eine Weste, Jacke oder ein ärmelloses Kleid bezeichnen. šliūcas „Rock mit Seitenschlitz“, vgl. dt. Schlitz „Rockschlitz“ (Frischbier II 287; LKŽ XIV1087). Das Wort ist germanischen Ursprungs (Kluge 1957: 659). Im Litauischen ist dies ein sehr seltenes Lehnwort. BEZEICHNUNG UNKLARER HERKUNFT liūčius, liūčas, ličas „abgetragener, schlechter Rock“. E. Fraenkel leitet das Wort aus dem Deutschen her, vgl. dt. Litze „Borte, Einfassung“ (Fraenkel 1955–1965: 363). Vielleicht ließe sich das Wort mit poln. łyczak „Sackleinwand“ in Verbindung bringen. In litauischen Schriftzeugnissen erscheint das Wort erst im 20. Jh.; es ist in dem Gebiet zwischen Rokiškis, Kupiškis, Panevėžys, Pakruojis, Radviliškis, Raseiniai und Kėdainiai belegt (LKŽ VII 95 400, 597; LKA I 115 ž., 193). Wie wir sehen, wurden etwa 40 Bezeichnungen für den Rock gefunden (Varianten sind in dieser Zahl nicht enthalten). Etwa die Hälfte davon entstand in der litauischen Sprache. Die litauischen Bezeichnungen sind jedoch nicht sehr häufig. Sogar die Hauptbezeichnung dieses Kleidungsstücks ist ein Belarusismus – sijonas. Die zweithäufigste Bezeichnung ist ebenfalls ein Slawismus – andarōkas. Fast alle litauischstämmigen Bezeichnungen sind semantisch konnotiert (ausgenommen āpsagalas und möglicherweise skraidōnas). Fünf davon bedeuten Unterrock, 14 beschreiben das Aussehen des Rocks (seine Farbe und das Material, aus dem er genäht ist). Bemerkenswert ist, dass diese Bezeichnungen gewöhnlich eine klar abgegrenzte Bedeutung haben. Drei litauischstämmige Bezeichnungen sind bereits im 17. Jh. belegt – apatinė, padūrkai und marginė. Die übrigen erscheinen in der Schriftsprache später, im 19.–20. Jh. Sieben Bezeichnungen sind im Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache (1993) verzeichnet: apatinis (apatinukas), āpsagalas, padūrkas, pašagalas, pavilkinys, marginė, skersė (übrigens bezeichnen nicht alle von ihnen einen Rock). Ob sie alle in der Umgangssprache verwendet werden, ist fraglich. 22 Bezeichnungen für den Rock gelangten aus anderen Sprachen ins Litauische. Einige sind in den litauischen Dialekten recht weit verbreitet, andere seltener. Ihre Bedeutung ist oft nicht so klar abgegrenzt wie die von Wörtern litauischer Herkunft, vgl. žerstūkas, žerstūkas „Rock“; šerštukas, šerštukas„Schürze; Lederschürze; schlechte Schürze“, šiuršė „Unterrock; Schürze“, šlebė „Rock; langes, ärmelloses, über den Kopf gezogenes Obergewand für Frauen oder Kinder; kurzes ärmelloses Obergewand, Weste, Jacke; Kleid, ärmelloses Kleid“ usw. Die meisten Lehnwörter kamen aus den slawischen Sprachen ins Litauische (Hybride sind mitgezählt) – 15 (6 Belarusismen, 3 Polonismen, 6 nicht näher bestimmte Slawismen). Es wurden 6 Germanismen gefunden. In der Standardsprache werden zwei Bezeichnungen fremder Herkunft verwendet: die Slawismen sijōnas und suknia (suknėlė), jedoch nur die erste in der Bedeutung „Rock“. In Texten des 17. Jh. sind zwei Entlehnungen belegt: sijōnas (genauer gesagt die Form sejōnas) und der Germanismus kedelýs. LITERATUR UND QUELLEN A d o m o n i s T. 1976: Lietuvių išeiginiai drabužiai IX–XVI amžiuje. – Menotyra, 6. 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Jahrhundert belegt (ihre Variante sejõnas). Die einzige neutrale Bezeichnung litauischen Ursprungs ist āpsagalas. Andere Bezeichnungen lassen sich entweder nach dem Aussehen des betreffenden Kleidungsstücks unterteilen (klōstinė „Faltenrock“, rainys „bunter Rock“) oder nach seinem Zweck (apatinė, pavilkinys „Unterrock“). Drei Bezeichnungen litauischen Ursprungs fanden im 17. Jahrhundert Eingang in die Schriftsprache (apatinė, padūkai „Unterrock“, marginė „bunter Rock“). Sieben Bezeichnungen werden im Standardlitauischen verwendet, wenn auch recht selten. Für den genannten Gegenstand gibt es keine gemeineuropäische Bezeichnung. Daher gibt es im Litauischen so viele Entlehnungen. Übrigens ist dieselbe Situation auch in anderen Sprachen zu beobachten. Die Entlehnungen werden nach der Sprache eingeteilt, aus der sie stammen. 15 Entlehnungen stammen aus dem Slawischen (sijõnas, andarōkas, šeliopas usw.), 6 aus dem Deutschen (kedelỹs, rùikis, šlėbė usw.). Einige davon wurden bereits vor recht langer Zeit ins Litauische übernommen (sijõnas, kedelỹs – im 17. Jahrhundert), doch die meisten werden heutzutage nur selten verwendet. Sie sind nur in einigen litauischen Dialekten bekannt oder finden sich in einzelnen Schriften. Nur zwei der Entlehnungen werden im Standardlitauischen verwendet – die allgemeine Bezeichnung sijõnas und suknia (suknėlė). Die letztgenannte Bezeichnung bedeutet im Standardlitauischen jedoch nur „Kleid“. 100