Mokslinė Prano Skardžiaus veikla tremtyje
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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVIII (1997)
Algirdas SABALIAUSKAS
DIE WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT PRANAS SKARDŽIUS’ IM EXIL
Pranas Skardžius war der produktivste Sprachwissenschaftler des zweiten Jahrzehnts des unabhängigen Litauens. Nach dem Tod von Kazimieras Būga und Jonas Jablonskis waren Pr. Skardžius und Antanas Salys die bedeutendsten litauischen Sprachwissenschaftler, denen sowohl die wissenschaftlichen als auch die praktischen Belange der litauischen Sprache gleichermaßen am Herzen lagen. Sie hatten ihr Studium an der Universität Litauens begonnen, nicht nur Vorlesungen von K. Būga und J. Jablonskis besucht, sondern auch engen Umgang mit diesen Erforscherern und Förderern der litauischen Sprache gepflegt, und später eine hervorragende sprachwissenschaftliche Ausbildung an der Universität Leipzig erhalten, wo Jurgis Gerulis ihr wichtigster Lehrer war. Diese beiden Sprachwissenschaftler bilden, so könnte man sagen, eine eigene Epoche in der Entwicklung der litauischen Sprachwissenschaft. Auch die Herausbildung der litauischen Standardsprache in dieser Zeit ist aufs Engste mit ihren Namen verbunden.
1944 verließ Pr. Skardžius wie eine große Zahl anderer Wissenschaftler und Kulturschaffender Litauen und trat den beschwerlichen Weg ins Exil an. Das Los des Exilierten war besonders hart, denn als Wissenschaftler wurde Pr. Skardžius unverzüglich von seinem wichtigsten Forschungsgegenstand abgeschnitten – der lebendigen litauischen Sprache, ihren Dialekten und verschiedenen schriftlichen Quellen – und zugleich auch von seiner pädagogischen Arbeit. Zwar konnte er diese Arbeit, wenn auch unter sehr schwierigen Bedingungen, noch einige Jahre in Deutschland ausüben. Durch die Bemühungen des aufrichtigen litauischen Freundes, des französischen Sprachwissenschaftlers und bedeutenden politischen und militärischen Akteurs Raymond Schmittlein (Raimonas Šmitlenas) war nämlich an der Universität Tübingen ein Lehrstuhl für baltische Sprachen eingerichtet worden, an dem Pr. Skardžius und A. Salys von 1946 bis 1949 lehrten und abwechselnd die Leitung innehatten. Unter anderem hatten hier später bekannte litauische Kulturschaffende im Ausland die Möglichkeit, ihre noch in Litauen begonnenen lituanistischen Studien abzuschließen: Aleksandras Dundulis, Antanas Mažiulis, Domas Velička u. a.
Soweit es die Umstände erlaubten, leistete Pr. Skardžius in Deutschland auch andere wissenschaftliche Arbeit. Auf Anregung der namhaften deutschen Baltisten Eduard Hermann und Franz Specht übersetzte er sein Werk „Lietuvių kalbos žodžių daryba“ (V., 1943) ins Deutsche. Gemeinsam mit Stasys Barzdukas und Jonas Martynas Laurinaitis verfasste er das damals für litauische Emigranten dringend benötigte und wichtige Werk „Lietuvių kalbos vadovas“ (Bielefeld, 1950).
Es handelt sich um ein umfangreiches Buch (606 S.), das von der Gemeinschaft litauischer Vertriebener in einer Auflage von sage und schreibe 5.000 Exemplaren herausgegeben wurde. Im einleitenden Teil werden Fragen wie die litauische Sprache und ihr Alter, der Charakter der heutigen litauischen Sprache, die Entwicklung der Schriftsprache, die Standardsprache und ihr Gebrauch, die standardsprachliche Aussprache, Rechtschreibung und normgerechte Formen behandelt. Der erste Teil des Buches ist praktischen Fragen der Rechtschreibung, Zeichensetzung und Akzentuierung gewidmet. Den größten Teil des Buches nimmt das Wörterbuch der litauischen Sprache ein. Darin finden sich nicht nur allgemeine
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Wörter, sondern auch geografische Namen, die Nachnamen verschiedener litauischer Kultur- und Wissenschaftspersönlichkeiten sowie sogar geläufige lateinische Redewendungen. Die Wortbedeutungen werden mitunter auch in fremden Sprachen erläutert. Den größeren Teil des Wörterbuchs scheint J. M. Laurinaitis erarbeitet zu haben. St. Barzdukas widmete sich vor allem dem ersten Teil des Werkes. Pr. Skardžius oblag es, das Wörterbuch zu ergänzen, den einleitenden Teil zu schreiben und das gesamte Werk zu redigieren. Verständlicherweise war dies eine schwere Arbeit, und die Arbeitsbedingungen der Autoren waren alles andere als beneidenswert. In einem Brief an Vincas Krėvė-Mickevičius vom 6. Januar 1949 schrieb Pr. Skardžius: „In letzter Zeit habe ich täglich 16–18 Stunden gearbeitet und konnte oft kaum 3–4 Stunden schlafen. Ich habe mir nämlich vorgenommen, den ‚Leitfaden der litauischen Sprache‘ fertigzustellen. Anfangs haben wir zu dritt daran gearbeitet, doch einer meiner Mitarbeiter, Oberst J. Laurinaitis, erlitt einen Herzinfarkt und liegt nun schon die vierte Woche im Krankenhaus; wie mir scheint, wird er mir nicht mehr helfen können. Aber die Öffentlichkeit wartet sehnlichst auf diese Arbeit [...]. Die Zahl der Abonnements geht bereits auf die sechste Tausend zu“ (Ostrauskas 1983: 176–177). Oder hier ein Auszug aus dem Brief vom 14. Mai 1950*: „Ich arbeite im Schlachthof gewöhnlich acht, manchmal sogar zehn oder elf Stunden. Für den Weg zum Betrieb brauche ich eine ganze Stunde; ebenso viel Zeit verliere ich auf dem Rückweg nach Hause. Zu Hause angekommen, musste ich bis jetzt die ziemlich schwierigen Korrekturen des Leitfadens durchsehen; außerdem schreibt man noch den einen oder anderen kleinen Artikel für die Zeitungen, verfasst einen unbedingt nötigen Brief, und das war’s. Zum Schlafen bleiben nur knapp vier bis fünf Stunden“ (Ostrauskas 1983: 184).
Erwähnenswert ist, dass in diesem Werk auch einige Neuerungen der Rechtschreibung vorgeschlagen wurden (bjaurus, pjauti, galbūt), die erst viel später auch in Litauen übernommen wurden. Allerdings wurden die hier vorgeschlagenen Rechtschreibneuerungen von einigen Sprachwissenschaftlern recht skeptisch beurteilt. So schrieb A. Salys in seinem Überblick über die Geschichte der litauischen Lexikografie: „Er (d. h. der ‚Leitfaden der litauischen Sprache‘, A. S.), obwohl sehr nützlich, brachte durch seine Abweichung von der üblichen jablonskischen Rechtschreibung eine gewisse Verwirrung in die litauische Presse im Ausland, die bis heute nicht beseitigt ist“ (Salys 1985: 237).
Die Autoren widmeten ihr Werk dem Andenken der bedeutenden litauischen Sprachwissenschaftler J. Jablonskis und K. Būga.
In den Vereinigten Staaten konnte sich Pr. Skardžius erst nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1971 wieder einer regulären wissenschaftlichen Arbeit widmen. Zumindest anfangs waren auch seine materiellen Lebensbedingungen recht schlecht. Zwar war er eingeladen worden, sich der Arbeit an der „Litauischen Enzyklopädie“ in Boston zu widmen, doch offenbar stellten ihn auch dort die Arbeitsbedingungen nicht zufrieden. Die Stimmung und Lebensumstände von Pr. Skardžius zu jener Zeit spiegeln sich besonders deutlich in seinem Brief vom 13. April 1953 an den Schriftsteller Stasys Santvaras, der Mitarbeiter für die Enzyklopädie anwarb:
„Ich habe bereits alles bis aufs Minimum durchkalkuliert und weiß mir nicht mehr anders zu helfen. Ich habe weder ein Auto noch gehe ich Vergnügungen nach oder empfange Gäste, und dennoch komme ich mit 3.000 Dollar kaum über die Runden. Zum Beispiel habe ich das etymologische Wörterbuch des Russischen von Preobrazhensky gekauft und dafür über 16 Dollar bezahlt. Noch teurer sind die Abonnements, die ich aufgenommen habe-
* Seit 1949 lebte Skardžius in den Vereinigten Staaten.
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… das etymologische Wörterbuch von Vasmer beschafft hatte. Auch das Fotografieren der Dissertation von W. Fenzlau kostete über 16 Dollar usw. Wenn ich also wenigstens teilweise meiner wissenschaftlichen Arbeit nachgehen und mit dem wissenschaftlichen Fortschritt Schritt halten möchte, würde ich zumindest anfangs gern nicht weniger als 3.500 Dollar im Jahr erhalten; von dieser Summe könnte ich dann auch die staatlichen Steuern bezahlen“ (Keturakis 1995: 14). Trotz der ungünstigen Arbeitsbedingungen war Pr. Skardžius während der gesamten Zeit im Exil intensiv auf dem Gebiet der litauischen Sprachwissenschaft tätig.
Wie bekannt, widmete er schon während seiner Arbeit in Litauen den Problemen der litauischen Akzentuierung große Aufmerksamkeit. Ihn interessierten sowohl Fragen der Geschichte als auch der Praxis der Akzentuierung. Pr. Skardžius’ Habilitationsschrift an der Vytautas-Magnus-Universität war „Dauksos Akzentologie“ (K., 1935). Der praktischen Akzentuierung widmete er sein Buch „Die Akzentuierung der litauischen Standardsprache“ (K., 1936). Vor allem auf diese Werke gestützt, verfasste Pr. Skardžius auf Bitte des Pädagogischen Instituts für Litauistik in Chicago das Buch „Die Akzentuierung der litauischen Sprache“ (Chicago, 1968). Darin werden die Fragen der Akzentuierung der Standardsprache systematisch dargestellt. Es bleibt jedoch nicht bei ihrer bloßen Feststellung. Die Erscheinungen des litauischen Wortakzents und der Intonation werden hier auch mit Befunden aus anderen Sprachen verglichen; die Akzentvariation in den litauischen Dialekten sowie die Unterschiede zwischen der Akzentuierung der Gegenwartssprache und der früheren Akzentuierung (in M. Daukšas Schriften) werden aufgezeigt. Zwar wird hier, wie auch im früheren Buch, ein kurzer Intonationsakzent anerkannt, obwohl dies der von Pr. Skardžius selbst gegebenen Beschreibung der Intonation widerspricht. Auch die heutigen Forscher der litauischen Akzentologie stimmen mit Pr. Skardžius’ traditioneller Beschreibung der Intonation in nachtonigen Silben nicht überein. Zweifel bestehen auch an einigen im Buch vorgeschlagenen, ebenfalls traditionellen Akzentuierungsformen, die sich nur schwer mit dem heutigen Sprachgebrauch vereinbaren lassen (Laigonaitė 1971: 209–211; Vidžiūnas 1990: 90–102).
Unter den einzelnen Artikeln von Pr. Skardžius zu Problemen der litauischen Akzentologie ist sein Beitrag „Das Alter der litauischen Akzentuierung“ (Aidai, 1965, 6, S. 260–265) zu nennen. Darin skizziert er kurz die Forschungsgeschichte zu diesem Problem und bespricht im Grunde das Werk des russischen Sprachwissenschaftlers V. Ilič-Svityčius „Die Akzentuierung der Nomina in den baltischen und slawischen Sprachen“ („Imennaja akcentuacija v baltijskom i slavjanskom“. Moskva, 1963). Pr. Skardžius räumt ein, dass „die Arbeit des Autors insgesamt einen guten Eindruck macht“, ist jedoch überzeugt, V. Ilič-Svityčius habe sein Ziel nur teilweise erreicht, denn viele der von ihm angenommenen Gemeinsamkeiten zwischen einzelnen litauischen Akzentklassen und der urindogermanischen Akzentuierung seien „zweifelhaft und nicht hinreichend durch klare authentische Daten belegt oder historisch nicht tiefergehend interpretiert“.
Umstrittene Probleme der historischen Akzentologie des Litauischen behandelt Pr. Skardžius auch in seiner sehr ausführlichen Rezension von J. Kazlauskas’ Buch „Historische Grammatik der litauischen Sprache“ (Lituanistikos darbai. III. Brooklyn, 1973. S. 269–280). Er widerspricht J. Kazlauskas’ Auffassung, die ostlitauischen Hochlitauer unterschieden nicht zwischen akutischer und zirkumflexer Intonation. Pr. Skardžius stimmt J. Kazlauskas auch darin nicht ohne Weiteres zu, dass die heutige bewegliche Akzentparadigmatik des Litauischen aus der urindogermanischen Akzentuierung ererbt sein könnte.
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Eine der bedeutenderen im Exil veröffentlichten Arbeiten von Pr. Skardžius ist die Studie „Früherer und gegenwärtiger Sprachgebrauch der litauischen Standardsprache“ (Chicago, 1971). Die Studie besteht aus folgenden Kapiteln: I. Der Sprachgebrauch der litauischen Standardsprache, seine Kriterien und Normen. II. Die frühere Arbeit zur Kultur der litauischen Standardsprache und ihre Bewertung in Litauen. III. Bedeutendere gegenwärtige Tendenzen in Litauen. IV. Das Problem des Gebrauchs von Substantiven mit dem verbalen Suffix -imas. V. Adverbien auf -iniai, ihre Bildung und ihr Gebrauch. VI. Die Beziehungen der Standardsprache zur Volkssprache und die sprachlichen Korrekturen in Litauen. VII. Der Einfluss des Russischen auf die litauische Standardsprache und die weitere Entwicklung dieser Sprache.
Aus dieser Studie geht hervor, dass Pr. Skardžius die Entwicklung der litauischen Sprache in Litauen sehr aufmerksam verfolgte. Er verstand ihre recht schwierige Lage. Die Bemühungen der litauischen Sprachwissenschaftler im Kampf gegen den Einfluss des Russischen bewertete er positiv.
Während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten und angesichts der Neigung vieler Litauer in diesem Land, in ihrer Sprache weniger Internationalismen zu verwenden, verfasste Pr. Skardžius das Buch „Litauische Entsprechungen für Internationalismen“ (Chicago, 1973). Es ist ein interessantes Werk, das tatsächlich zahlreiche gute Ersatzformen für verschiedene mehr oder weniger gebräuchliche sogenannte Internationalismen bietet. Pr. Skardžius lehnt den Gebrauch dieser Wörter nicht kategorisch ab. „Alle hier angeführten Wörter“, schreibt er im Vorwort des Buches, „sind nicht als Vorschläge des Autors zu verstehen, sondern als Material, das die Leser je nach Bedarf und Geschmack individuell nutzen können“ (S. 7). Pr. Skardžius weist darauf hin, dass es im Litauischen zahlreiche Neubildungen gibt, die eigenständiger gebildet wurden als beispielsweise im Lettischen, Russischen oder Deutschen. Er meint damit Wörter wie dalykas, skersmuo, vadovėlis, pusiausvyra. Die beste und umfangreichste Quelle für litauische Neubildungen ist seiner Ansicht nach derzeit das „Wörterbuch der litauischen Schriftsprache“ von M. Niedermann, F. Brender, A. Senn und A. Salys (Heidelberg, 1926–1968). Hier einige von Pr. Skardžius vorgeschlagene Entsprechungen: abžacas – įtrauka, adaptacija – pritaikymas, prietaika, anestezija – nejautra, boksas – kumštynės, dėpas – garvežinė, ekskūrsas – nuokrypa, fāršas – įdaras, kamšalas, kimšinys, prižmė – briaunys, terminas – įvardas, vitrina – prekylangis. Viele Entsprechungen sind sehr gut gewählt oder von Pr. Skardžius selbst gebildet. Doch wer wäre derzeit wohl geneigt, boksą durch kumštynėmis oder terminą – įvardu zu ersetzen?
Für die Erforschung litauischer Gewässernamen ist Pr. Skardžius’ Studie „Litauische Gewässernamen auf -nt. Ihre Bildung, Herkunft und Bedeutung“ (Lituanistikos darbai. III. Brooklyn, 1973, S. 7–70) sehr wichtig. In dieser Studie werden Gewässernamen wie Álantas, Gáilintas, Sálantas, Šlavaṅtas, Viekšintas ausführlich untersucht. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass „die litauischen Gewässernamen auf nt- ähnlich gebildet sind wie Ortsnamen, Personennamen oder Appellativa mit demselben Suffix. Ursprünglich waren sie überwiegend Appellativa oder mithilfe von Suffixen aus Appellativa gebildet; ein bestimmter Teil von ihnen stammt aus Eigennamen oder kann von diesen abgeleitet sein“ (S. 64). In der Studie äußert sich der Autor sehr positiv über die damals noch jungen litauischen Sprachwissenschaftler Bron iaus Savukyno, Aleksandro Vanago hydroni-
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… Untersuchungen. Die Arbeiten von R. Schmittlein auf diesem Gebiet werden skeptisch beurteilt; es wird darauf hingewiesen, dass er „zahlreiche alte, wirklich litauische Eigennamen ohne jede klarere Grundlage, mitunter ganz künstlich, aus germanischen Sprachen herleitet“ (S. 9). Insgesamt muss man dem Rezensenten der Studie, A. Vanagas, zustimmen, dass „mit dieser Studie die Hypothese endgültig begraben werden sollte, die nahezu allein von R. Schmittlein vertreten wird und der zufolge die meisten litauischen Gewässernamen mit -nt- Germanismen sein könnten“ (Vanagas 1976: 103).
A. Vanagas machte noch auf eine weitere wichtige Besonderheit dieser Studie aufmerksam: „P. Skardžius ist einer der wenigen litauischen Onomastiker, die erkannt haben, dass die Bedeutung eines Hydronyms nicht das ist, was das Appellativ bedeutete, von dem das Hydronym abgeleitet wurde, sondern das, was das Wort zum Zeitpunkt seiner Umwandlung in ein nomen proprium bedeutete. Nicht die Wortwurzel oder der Wortstamm, sondern das gesamte Hydronym – mit seiner grundlegenden und abgeleiteten (der Wortbildung zugehörigen) Bedeutung“ (Vanagas 1981: 17).
Minėtinas Pr. Skardžiaus straipsnis „XVI amžiaus lietuvių asmenvardžiai“ (Aidai, 1954, 1, p. 27–33), kuriame nagrinėjami K. Jablonskio „Istorijos archyvo“ pirmajame tome (K., 1934) paskelbtų inventorių asmenų vardai ir pavardės.
Die Namen der preußischen und žemaitischen Götter behandelt Pr. Skardžius in dem Aufsatz „Lietuvių mitologiniai vardai“ (Aidai, 1954, S. 218–226). Ein großer Teil dieses Aufsatzes ist V. Jaskevičius’ Dissertation „Lietuvių mitologijos studija“ („A Study in Lithuanian Mythology“) gewidmet.
Labai vertinga yra Pr. Skardžiaus studija „Dievas ir Perkūnas“ (Aidai, 1963, 6, p. 253–257; 7, p. 311–318). Čia aiškinama šių žodžių daryba ir kilmė. Pr. Skardžius nepritaria A. Senno nuomonei, jog suom. taivas ‘dangus’ turėtų būti kilęs iš baltiškos formos *daivas – taivas šaltiniu galėjusi būti ir forma *deivas. Taip pat jis, remdamasis latvių liaudies dainų pavyzdžiais, linkęs manyti, jog lat. dievs yra dar išlaikęs senąją reikšmę ‘dangus’. Pr. Skardžius nepritaria aiškinimui, jog. liet. perkūnas yra sietinas su lot. quercus ‘ąžuolas’ ir kitais šios šaknies žodžiais. Jam atrodo paprasčiau būtų slavų Perun sieti *per- ‘mušti, trenkti’ o liet. Perkūnas su tos pačios reikšmės išplėstine šaknimi *perk-, kuri, nors ir nepaliudyta baltų kalbose, gali būti pateisinama, plg. liet. jaũti: jaũkti ir kt. Semantiškai tokį siejimą patvirtintų liet. dundūlis ‘perkūnas, griaustinis’: dundėti, vok. Donner: skr. tānvati ‘ošia, dunda, griaudžia’, lot. tonāre ‘griausti’ ir kt.
1954 wurden in Litauen Antanas Juškas „Lietuviškos dainos“ neu herausgegeben. In dieser Ausgabe präsentierte ihr Herausgeber A. Mockus neben den Faksimiletexten auch eigenartige literarische Fassungen. L. Kuodys veröffentlichte eine recht scharfe Kritik an diesen Texten (Kuodys 1958: 555–578). Dies veranlasste Pr. Skardžius, den interessanten Aufsatz „Mūsų liaudies dainų kalbos dalykai“ (Metmenys, 1962, 5, S. 91–99) zu schreiben. Der Aufsatz zeigt, wie behutsam man bei der literarischen Bearbeitung von Liedtexten vorgehen muss, und hebt die Eigenart der Volkslieder hervor. Nicht in allem stimmt Pr. Skardžius auch L. Kuodys’ Anmerkungen zu.
Die letzte, erst nach dem Tod des Autors veröffentlichte Studie von Pr. Skardžius ist „Nau
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jojo Testamento vertimo lietuvių kalba“ (Lituanistikos darbai. IV. Chicago, 1979, p. 63–110). Joje analizuojama Č. Kavaliausko iš senosios graikų kalbos versto ir V. Aliulio redaguoto, 1972 m. Lietuvoje išleisto Naujojo testamento kalba. Autorius šį vertimą lygina su ankstesniuoju J. Skvirecko vertimu, kur vertėjas, anot prelato L. Tulabos, „virš visko statė minties tikslumą ir šiam aukojo kalbos elegantiškumą“. Palyginęs abiejų vertimų rašybos, žodynines, linksnių vartosenos, sintaksines ir stilistines, sakinių sandaros skyrybes, jis padaro išvadą, jog „Kavaliausko vertimo kalba yra pasigėrėtinai taisyklinga, sklandi, lengvai suprantama ir tikslinga, nors kartais ir savotiškiau išreiškianti originalinę mintį (p. 109). Pr. Skardžiaus nuomone „Č. Kavaliausko vertimas, V. Aliulio redaguotas, yra pirmas drąsus žygis visoje Šv. Rašto vertimo lietuvių kalbos istorijoje“ (p. 109).
Sehr interessant sind die sogenannten Gelegenheitsaufsätze von Pr. Skardžius, in denen es um verschiedene Erforscher der litauischen Sprache, Sprachpfleger und Kulturschaffende geht. Sie sind besonders interessant, weil Pr. Skardžius darin nicht nur ihren Beitrag zur litauischen Sprachwissenschaft würdigt, sondern oft auch eigene Erinnerungen einfließen lässt. Vor allem in den Zeitschriften „Aidai“ und „Gimtoji kalba“ veröffentlichte er Aufsätze über A. Baranauskas, J. Jablonskis, J. Balčikonis, J. Gerulis, P. Jonikas, J. M. Laurinaitis, J. Laukaitis, B. Larina, M. Vasmer, E. Fraenkel, E. Hermann und andere.
Pr. Skardžius rezensierte zahlreiche in Litauen und außerhalb des Landes erschienene Werke zur Litauistik oder allgemein zur Baltistik. Besonders hervorzuheben sind seine ausführlichen Rezensionen von Werken wie Z. Zinkevičius’ „Lietuvių dialektologija“ (V., 1966), J. Palionis’ „Lietuvių literatūrinė kalba XVI–XVII a.“ (V., 1967), J. Kazlauskas’ „Lietuvių kalbos istorinė gramatika“ (V., 1968), J. Pikčilingis’ „Lietuvių kalbos stilistika“ (V., 1971–1975), der akademischen „Lietuvių kalbos gramatika“ (V., 1965), „Lietuvių kalbos tarmių chrestomatija“ (V., 1970), P. Jonikas’ „Lietuvių bendrinės rašomosios kalbos kūrimasis antrojoje XIX a. pusėje (Čikaga, 1972), J. Otrębskis’ „Gramatyka języka litewskiego“ (Warszawa, 1956–1965), der Festschrift zu Ehren von Chr. S. Stang, „Donum Balticum“ (Stockholm, 1970), W. R. Schmalstiegs „An Old Prussian Grammar“ (University Park and London, 1974) und anderen.
Zahlreiche Aufsätze zu Fragen der litauischen Sprachwissenschaft veröffentlichte Pr. Skardžius in der „Lietuvių enciklopedija“ (Bostonas, 1953–1969) und in der „Encyclopedia Lituanica“ (Boston, 1970–1978).
Während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten von Amerika schrieb Pr. Skardžius, wie zuvor in Litauen, sehr viel zu verschiedenen Fragen der litauischen Sprachkultur. Vor allem auf seine Initiative hin wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika die Litauische Sprachgesellschaft wiederbelebt, die von 1935 bis 1941 in Litauen tätig gewesen war. Pr. Skardžius war einer der aktivsten Mitarbeiter des Organs dieser Gesellschaft, „Gimtoji kalba“.
Der Sprachwissenschaftler erarbeitete auch ein umfangreiches „Rašybinis lietuvių kalbos žodynas“, das bis heute unveröffentlicht ist. A. Dundulis, ein ehemaliger Schüler von Pr. Skardžius, soll eine Kopie dieses Werks der Bibliothek der Universität Vilnius übergeben haben.
Pr. Skardžius konnte in Litauen nur fünfzehn Jahre lang intensiv arbeiten. Doppelt so lange verbrachte er im Exil. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt mit körperlicher Arbeit. Später arbeitete er
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In der Kongressbibliothek in Washington. In einem Brief vom 14. Januar 1973 an den amerikanischen Baltisten W. R. Schmalstieg schrieb Pr. Skardžius: „Ich habe mein ganzes Leben den Wissenschaften gewidmet, doch im letzten Viertel meines Lebens konnte ich nur sehr wenig wirkliche wissenschaftliche Arbeit leisten: Einige von mir konzipierte und teilweise begonnene wissenschaftliche Arbeiten blieben infolge der unerwarteten Katastrophe unvollendet.“ Seiner geliebten sprachwissenschaftlichen Arbeit konnte sich Pr. Skardžius erst nach seinem Eintritt in den Ruhestand ganz widmen, leider nur vier Jahre vor seinem Tod. Doch trotz solch ungünstiger Arbeitsbedingungen leistete er auch im Exil viel.
Es ist erfreulich, dass in Litauen als Teil des Sprachförderungsprogramms die Veröffentlichung der „Ausgewählten Schriften“ dieses berühmten Sprachwissenschaftlers vorgesehen ist. Sie werden von Professor Albertas Rosinas herausgegeben. Der erste Band der Schriften – „Wortbildung der litauischen Sprache“ – ist bereits erschienen. Darin findet sich auch ein ausführlicher Artikel von A. Rosinas über Pr. Skardžius’ wissenschaftliche Tätigkeit. Besonders gespannt erwarten wir die Bände, in denen die im Exil verfassten Arbeiten von Pranas Skardžius veröffentlicht werden, die unseren Lesern bislang am wenigsten bekannt sind.
LITERATŪRA
K e t u r a k i s R. 1995: Bostono dienoraštis – Nemunas 2, 12–19.
K u o d y s L. 1953: A. Juškos „Lietuviškos dainos“. – Literatūra ir kalba 3, 555–578.
L a i g o n a i t ė A. 1971: Rec.–Baltistica 7(2), 209–211.
O s t r a u s k a s K. 1983: Iš laiškų Vincui Krėvei-Mickevičiui. – Metmenys 46, 164–186.
S a l y s A. 1985: Raštai 3, Roma: Lietuvių Katalikų Mokslo akademija.
V a n a g a s A. 1976: Rec. – Baltistica 12(1), 102–104.
V a n a g a s A. 1981: Lietuvių hidronimų semantika. – Lietuvių kalbotyros klausimai 21, 4–153.
V i d ž i ū n a s A. 1990: Pr. Skardžiaus kirčiavimo norminimo pagrindai. – Kalbotyra 41(1), 90–102.
THE SCHOLARLY ACTIVITY OF PRANAS SKARDŽIUS IN EXILE
Summary
Pranas Skardžius (1899–1975) was one of the most prominent Lithuanian linguists of the twentieth century. In 1929 he graduated from the University of Leipzig. In 1929–1939 Pr. Skardžius gave lectures at Vytautas Magnus University in Kaunas, in 1939–1943 – at the University of Vilnius. He worked in various fields of Lithuanian linguistics; he also made an important contribution to the standardization of Lithuanian. Like many workers of culture and science, he left Lithuania in 1944. For some time he taught at the University of Tübingen in Germany. From 1947 up to his death Pr. Skardžius lived in the USA.
In spite of unfavourable conditions for scholarly activity he published many important works in the field of Lithuanian studies. Special mention should be made of „A Reference book of Lithuanian“ („Lietuvių kalbos vadovas“, 1950; co-authors Stasys Barzdukas and Jonas Martynas Laurinaitis), „Accentuation of the Lithuanian Language“ („Lietuvių kalbos kirčiavimas“, 1968), „The Past and Present Usage of Standard Lithuanian“ („Ankstyvesnė ir dabartinė lietuvių bendrinės kalbos vartosena“, 1971), „Lithuanian Hydronyms in -nt-. Their Formation, Origin
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and Meaning“ („Lietuvių vandenvardžiai su -nt-. Jų daryba, kilmė ir reikšmė“, 1973), „Lithuanian Equivalents of International Words“ („Lietuviški tarptautinių žodžių atitikmenys“, 1973), „On the Translations of the New Testament in Lithuanian“ („Dėl Naujojo Testamento vertimų lietuvių kalba“, 1979).
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