scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Lietuvių ir latvių kalbų daiktavardžių darybos svarbiausi skirtumai

Saulius Ambrazas

Full text

ACTA Linguistik LITHUANICA LITAUISCH KALBOTYROS FRAGEN XLIII (2000) Saulius AMBRAZAS Institut für Litauische Sprache, Vilnius IN DEUTSCH IR LETTLAND KALBU Bei der Untersuchung der Entwicklung der Konstruktion der litauischen Substantive habe ich erhebliche strukturelle Unterschiede in den Konstruktionssystemen der litauischen und lettischen Sprache festgestellt. Die wichtigsten von ihnen und ich möchte in diesem Artikel kurz überprüfen. Besonders unterschiedlich ist die Konstruktion von Verben, Gruppennamen und Deminutiven. Zuerst fällt auf, dass die produktiven Verbnamen der litauischen Sprache mit dem Suffix *-i-mo-/-i-mo keine Entsprechungen im Lettisch haben, sondern in den weiter entfernten slawischen (Liukkonen 1987), albanischen (Jokl 1963: 131-133; Desnickaja 1983: 20), hethitischen (Laroche 1956; Kronasser 1963: 177-178) Sprachen. Im Lettisch gibt es, wie im Preußischen, nur Adjektive mit diesem Suffix, vgl. la. Wählen. Talis ist ein Lüge. weit/ weit weg (LVG 332), auch vor dem Stemmen aucktimm-ien (den Obersten) III 91,. (SV) 47; PKEŽ I 114-116). i In der lettischen Sprache werden die Namen von Verben ziemlich häufig mit einem anderen von *- abgeleiteten Suffix *-u-mo gemacht (LVG 333-337; Baltynja 1979: 15-16). In der litauischen Sprache sind dagegen nur ein paar Dutzend entsprechende Ableitungen mit *-um beobachtet worden, hauptsächlich in alten Schriften, insbesondere in M. Daukšos Postila, vgl. lie. Entdeckung/Entdeckung „Sicherheit, Pflicht“ DP 289, 551 und la. Gewohnheiten „Gewohnheit, Gewohnheit“ (DaiktvDrR 73-75). Im übrigen werden im Litauischen mit dem Suffix *-uma gewöhnlich Eigenschaftsnamen gebildet, die auch im Lettisch produktiv sind, vgl. lie. Trockenheit und la. Trockenheit (LVG 333-334). Aber auch das ist Innovation. In den litauischen Schriften des 16.-17. Jahrhunderts, insbesondere in den auf den Dialekten der Semiten und der östlichen Hochlatiner basierenden Schriften, gibt es noch vergleichsweise wenig Bezeichnungen von Eigenschaften mit *-um (DaiktvDrR II 8 usw.). Früher wurden im Baltischen, wie in einigen anderen verwandten Sprachen (vgl. Hamp 1973; 1983), mit dem Suffix *-mooffenbar so viele Adjektive gebildet, dass es entstand. Zeit passive Teilnehmer, sowohl abstrakt (Namen von Aktionen und Eigenschaften). Später, wahrscheinlich schon während der Entstehung der eigenen litauischen und lettischen Sprachen, erschienen durch das Anhängen der Stammwörter i oder u an das *-mo die neuen Suffixe -imas und -umas. L. Vabo (1995) stellte Baltismen der baltischen finnischen Sprachen vor (vgl. estnisches porm „Staub, Asche“ < balt. *bermair lie. bėrimas, finnischer Dialekt „energija, | Etwas ausführlicher über die Konstruktionsstruktur der litauischen und lettischen Substantive wird in einem Artikel in englischer Sprache gesprochen, der in der Zeitschrift „Linguistica Baltica“ (Bd. 8, 2000, 7—33) veröffentlicht wurde. 111 In: „Die Lüge“. Zwischenraum und andere), zeigt offenbar, dass in der Zeit der Gemeinschaft der litauischen und lettischen Sprachen (möglicherweise noch im 5.-6. Jh., als die östlichen baltischen Stämme stark nach Nordosten, in die baltischen Finnen besiedelten Orte, verschoben wurden) Abstrakte ziemlich oft mit dem reinen Suffix *-mogemacht wurden, ähnlich wie in den alten slawischen Sprachen. se (Bd. Liukkonen 1987). Die wichtigste Rolle in der Kategorie der lettischen Verb-Namensbildung spielte nicht das Suffix *-mo-, sondern das andere Adjektiv- -Suffix *-no-. Aus letzterem entstand die wichtigste lettische Verbform -šana (< *-s-io-na, z.B.: būšana „Dasein“, miršana „Tod“ usw.). und auch das alte Suffix -iens (< *-ei-no-, z.B. gūjiėns „gehen“, Saviéns „schießen“ usw.)*. In dieser Hinsicht ist das Lettische nicht dem Litauischen, sondern dem Preußischen näher, wo mit dem verwandten Suffix -sna (< *-s-na) auch weit verbreitete Verbnamen gemacht werden, z.B.: billisna „sagen, sagen“ (Sprūche) III 85,, crixtisna „taufen“ (Tauffe) III 59, usw. (SV 46-47; Bammesberger 1973: 87-89; Parenti 1998; Schmid 1998: 205-206). Die Substantivsuffixe *-nobvokale hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Formulierung der litauischen Verbnamen, mit Ausnahme des jematischen Dialekts, insbesondere in seinem nördlichen Teil, wo einst die Kurischen lebten. Hier sind produktive Handlungsnamen mit dem Suffix -s-ena (DaiktvDr 295). Im Aukštaičių Dialekt gibt es wenige solcher Ableitungen, und außerdem haben sie hier eine speziellere Bedeutung der Handlungsweise erhalten. Allerdings haben die Präpositionen selbst die Form la. -šana, -iens, pr. -sna, kurisch -sena unterscheiden sich deutlich. Außerdem haben preußische Verbnamen mit -sna genaue Entsprechungen im Litauischen (z.B. dulksna), aber nicht im Lettisch. Auch Verbnamen mit den Suffixen *-na, *-e-na, *-0-na (ohne den Determinativ *-s-), die im Litauischen (DaiktvDrR 58-60) und in einigen anderen verwandten Sprachen vorkommen, scheinen im Lettisch überhaupt nicht vorzukommen. Besonders alt ist die Ableitung kdina, vgl. sl. *Preis „kaina“, av. Kaena „Rache, Bestrafung, Vergeltung“, Griech. xo:vrý „Blutrache; Strafe für Mord“ (2. Auflage 1998, S. 509–510). Seine mögliche Entsprechung im Lettisch ciens „Respekt, Würde, Aufmerksamkeit“ ist aufgrund des Wurzelvokalismus nicht ganz klar (ME 394–395 (englisch). In diesem Fall kann man also nur von einer allgemeinen Tendenz der lettischen, preußischen und kurischen Sprache sprechen, die Adjektiv-Suffixe *-no-/-na bei der Bildung von Verbnamen zu verwenden. In den einzelnen erwähnten Sprachen wurde diese Tendenz jedoch durch die verschiedenen daraus abgeleiteten Präfixe verwirklicht. Litauisch und Lettisch unterscheiden sich in den Aktionstypen, die sich im Zentrum der Aktionskategorie der Irdeminutiven befinden. Während im Litauischen die Suffixe *-eliovediniai vorherrschen, sind sie im Lettisch viel weniger und nicht in allen Dialekten vorhanden. Sie sind am typischsten für die westliche und mittlere Kur- * Letztere können mit den seltenen entsprechenden Ableitungen der litauischen Sprache mit -iena verglichen werden, z.B.: gaišiena „Trockenheit, Dürre“ Rms, šaliena „Salimas“ Grz (DaiktvDrR 65). 112 100 mg 2-mal täglich eingenommen werden. Außerdem haben Deminutive mit * an Stellen, an denen es auf -el endet, oft einen erweiterten Konsonanten vor dem Adjektiv (z.B. s—, z—ž usw.). Einige der lettischen Veden stimmen also fast vollständig mit den litauischen überein, vgl. la. (: Beutel Beutel „Beutel“) ir liegen. Beutel, la. Esel (: ,,0zys") ir lic. Ziege (DL 246— 270). Aus diesem Grund glaubten A. Bielenstein (1863: 308-309) und A. Leskienas (1891: 481) sogar, dass die lettischen Deminutive mit *-elio durch den Einfluss der litauischen Sprache entstanden sind. J. Endzelynas (1909: 376; LVG 343), V. Rūke-Dravina (DL 259— 262) bezweifeln dies jedoch, da diese Art von Veden nicht nur an der litauischen Grenze, sondern auch weit entfernt ir davon verwendet wird. In der preußischen Sprache waren Deminutive mit *-elio offenbar auch nicht sehr verbreitet. Dieses Suffix findet sich in dem zum Verwandtschaftswort gewordenen Ableitungswort patowelis „Stiefvater“ (Stiffater) E 179, möglicherweise wayklis (< *vaikelis, vgl. woikello GrG) „Sohn“ (Son) E 190 (PKEŽ IV 213; Smoczynski 2000: 199-200), einigen Personennamen (z. B. Madelle, Jannell, Katell, vgl. Trautmann 1925: 175), Ortsnamen (z. B. Grabelle, Scabelle, Wirbell, vgl. Gerullis 1922: 250). Eine reine minuskuläre Bedeutung lässt sich lediglich in dem in einem in der Universitätsbibliothek von Basel gefundenen preußischen Epigramm verwendeten Wort thewelyse erkennen, das nach V. Mažiulis (1975; 1981: 62) und F. Kortlandt (1998; 1998a) „Onkel“ bedeutete. Die Bedeutung und Form des letzteren Wortes ist jedoch noch umstritten (vgl. McCluskey, Schmalstieg, Zeps 1975; Schmid 1994: 287-290; Bammesberger 1998). Die Deminutiven mit *-elio haben sich also wahrscheinlich in der Zeit der unabhängigen Entwicklung der litauischen Sprache durchgesetzt. In der litauischen Sprache werden deutlich mehr Deminutiven als in der lettischen Sprache auch mit anderen Präfixen gemacht, die aus den Determinativen *-/-, *-g'-, *-s-, *-tstammen (vgl. DaiktvDrR II 93-105). Im Lettisch werden Deminutive meist mit den Suffixen *-inioir *.itiogebildet. Sie sind durch eine Art zusätzliches Verteilungsverhältnis verbunden. Mit dem Suffix *-iti werden normalerweise Deminutiven aus Substantiven der Stamme iio und € gemacht, und entsprechende Vedische mit *-inio-—aus Substantiven aller anderen Stamme, z.B. bralitis, saulite, aber dėlinš. Natürlich gibt es in den Dialekten die eine oder andere Abweichung von dieser allgemeinen Regel (DL 168-188, 232-242). In der litauischen Sprache hat nur eine andere Ableitung mit dem Suffix *-iniodie Bedeutung eines Deminutivs, z.B.: bobiné „arme Frau“ Tvr; Aps (LKŽ I? 962), karvinė „Kuh“ Sv (Salys 1992: 338), lazdinė „Stab“, gloštininė „Handschuh“ Grdm (LKA III 135), mergelinė „kleines Mädchen“ Sv, mergelinė „Dienerin“ Pnd; Kp; Sb; SI (LKŽ VIII 26, 28), männlicher „Knabe“ K. Donel (Kabelka 1964: 249). Übrigens werden hier mit *-ino am häufigsten Adjektive gebildet, die im Lettisch sehr selten sind und nur in einigen Dialekten vorkommen (vgl. lit. dzelzs und lat. dzelzinis, lit. lapinis und lat. lapinsch „aus Blättern gemacht- “, lit. tolinis und lat. malinis, vgl. LVG 312-313; Vulane 1986; Rekėna 1996: 61-62). Als Substantive werden sie in der litauischen Sprache meistens zu Namen der Eigenschaftsinhaber. Das ist auch nicht typisch für Lettisch, vgl. lie. kdiminis „Bauer“ und la. kaiminn „Nachbar“ (LVG 113 313), Lüge. Morgen und la. Rolle "Ostwind", lie. kelminė/kelminė und la. celmine „paprastasis kelmutis“ (Rekėna 1996: 63-64)“. In der litauischen Sprache sind Deminutive und ältere Suffixe, die vom Adjektivsuffix *-nostammen, nicht sehr beliebt. Die Deminutive mit *-ino werden heute in den südlichen und östlichen Dialekten der Hochlausitzer gebildet, und mit *-ino-—im westlichen Teil des Dialekts der Semiten ungefähr zwischen Klaipėda und Šilutė (LKA III Karte Nr. 119, S. 134-135); Früher gab es sie noch in Ostpreußen (Gerullis, Stang'as 1933: 26-27; DaiktvDrR II 106-107). Alle diese Dialekte sind in der Nähe von Lettland, wo die entsprechenden Veden mit *-ino-, *-ino in zwei nicht verbundenen Gebieten verwendet werden: in der südwestlichen Ecke an der litauischen Grenze und in einem bedeutenden nordöstlichen Gebiet an der estnischen Grenze (DL 198-199, Zemėl. Nr. 1). Es ist daher möglich, dass Lettland das Zentrum der Verbreitung baltischer Deminutive mit dem Suffix *.no war.“ Die Daten anderer verwandter Sprachen zeigen auch, dass dieses Adjektivsuffix relativ spät in das Deminutivparadigma eingetreten ist. Obwohl Deminutive mit *-i-noy noch in slawischen, germanischen, italischen, keltischen, albanischen, griechischen Sprachen vorkommen (Brugmann 1906: 275; Jokl 1963: 134), sind sie hier neu und werden in der Regel neben Adjektiven mit *-inoverwendet, die tiefere indoeuropäische Wurzeln haben. So wurden im Lateinischen beispielsweise mit *-in zunächst Adjektive gebildet, während Deminutive mit diesem Suffix erst in der späten Entwicklungsphase, dem sogenannten Volkslatein, auftraten und erst in den sich daraus entwickelnden romanischen Sprachen, insbesondere Italienisch und Portugiesisch, verbreiteter wurden (Niedermann 1954; Ettinger 1980: 28-29). In den germanischen Sprachen scheint die Adjektivisierung von Adjektiven mit *-inozuerst die Namen von jungen Tieren geprägt zu haben (vgl. *gaitinaz „Ziege“ und lateinisch haedinus „Ziege“) und erst später (insbesondere im Deutschen) — ir anderer Deminutiven (Meid 1967: 110-114). In der litauischen Sprache gibt es deutlich weniger Deminutive mit dem Suffix *-itioirgi als in der lettischen Sprache, vgl. lie. Bruder, Sonnenschein. Für die litauische Sprache sind die Deminutive mit der apophonen Variante dieses Suffixes *-oitio (z.B.: brolditis, mergditė DaiktvDr 271-272) charakteristischer, die im Lettisch überhaupt keine Entsprechungen haben. Die Suffixe *-itio-, *.oitio-, die heute häufiger zur Bildung von Deminutiven verwendet werden, und *-eitio-, mit denen in der litauischen Sprache noch heute häufig Namen von Eigenschaftsinhabern gebildet werden, sind apophonische Varianten desselben Suffixes, vgl. lie. Deutsch, la. Vatietis ist eine Lüge. Vokites, la. Du Lügner. Verwandter und Verwandtin usw. Mit diesem Suffix aus dem Ursprung 3 Sie haben Verwandte in der preußischen Sprache, vgl. lie. drēvinė „Schmalzstange“ und pr. drawine „(Holz-)Badewanne“ (Bote) E 393 (PKEZ I 223-226), lie. Seitenfleisch und vor allem Grawyne „Seitenfleisch (Frachtbrett)“ (Tuncbret) E 304 (PKEŽ I 404). *Im Litauischen (im Gegensatz zum Lettisch) haben die Substantiv-Adjektive des Suffixes *-no auf die Konstruktionskategorien nicht der Deminutiven, sondern der Eigenschaftsinhaber (vgl. DaiktvDrR II 144-167) und teilweise der Personennamen (vgl. DaiktvDrR 124-129) einen bedeutenden Einfluss gehabt. 114 Es wurden Namen von Eigenschaftsinhabern gemacht- “, später fiel es in die Kategorie der Deminutiv-Tätigkeit. Eine apophonische Variante ist im Lettisch und eine andere im Litauischen verbreitet. In der lettischen Sprache gibt es völlig verschwundene Namen, die eine Gruppe von Menschen oder anderen Lebewesen bezeichnen. In der litauischen Sprache sind solche Veden noch produktiv. Sie werden meistens mit dem Suffix -ija (vgl. litauisch brolija „Brüder und Schwestern“ und slaw. *bratroja „Brüder- “, griech. gparpia „Geschlecht, Verwandtschaft- “, vgl. Brugmann 1906: 647), manchmal mit -(i)ava (vgl. litauisch brolija „Brüder und Schwestern“ und slaw. *bratroja „Brüder- “, griech. gparpia „Geschlecht, Verwandtschaft- “, vgl. Brugmann 1906: 647), manchmal mit -(i)ava (vgl. litauisch brolija „Brüder und Schwestern“ und slaw. *bratroja „Brüder- “, griech. gparpia „Geschlecht, Verwandtschaft- “, vgl. Brugmann 1906: 647), manchmal mit -(i)ava (vgl. litauisch brolija „Brüder und Schwestern“ und slaw. *bratroja „Brüder- “). Bruderschaft „Brüder und Schwestern“ und sl. *dét(s)va „Kinder“, siehe Otrēbski 1935: 115, 117) und ihren Varianten -(i)uva (vgl. litauisch broluva „Brüder und Schwestern“), -auja (vgl. litauisch šunava und šunauja „Hundeschar“) und hat überhaupt keine Entsprechungen in der lettischen Sprache. Die erwähnten Adjektive sind wahrscheinlich aus der Werkendung *-a hervorgegangen, mit der einst weit verbreitete Gruppennamen gemacht wurden.“ In der litauischen und lettischen Sprache gibt es jedoch kaum erkennbare Relikte dieser Art, vgl. lie. dlksna/alksna „Alm; bala, klonis, slėnis“ und la. Erle „Sumpfplatz“ (DaiktvDrR II 48). In den lettischen Dialekten gibt es zwar eine beträchtliche Anzahl von Vedischen, die eine Ansammlung von Pflanzen oder anderen Dingen an einer Stelle bezeichnen, mit dem Suffix * -ū-10-(LVG 284), das ebenfalls von der Werkendung *-a stammt, vgl. la. alksnajs „Erlenhain“ ist Lüge. Erle/Erle. Solche Ableitungen mit *-a im Litauischen gibt es nur wenige, z.B.: nututojas „Haselnuss“ K¢; 53 (2. Auflage). Auf der anderen Seite gibt es in den litauischen Dialekten (vor allem in den westlichen) einige ähnliche Gruppennamen mit *-4-to (vgl. alksnotas „Erlenhain“ J I 96 und dlksna/alksna, vgl. DaiktvDrR II 58), die keine Entsprechungen in der lettischen Sprache haben, aber mit dem preußischen Ortsnamen Rikoyot verglichen werden können: rikijs „Herr“ III 37,, (Būga 1958: 160 usw.). In der litauischen Sprache gibt es viele Gruppennamen, die hauptsächlich die Ansammlung von Pflanzen und Gegenständen an einem Ort bezeichnen, mit dem Suffix *-i-no-. Sie haben entsprechende Preußen (vgl. lie. familija und pr. seimins (Gesinde) III 83,), slawisch (vgl. litau. beržynas und sl. *berzina, vgl. Stawski 1974: 121, 123), teilweise lateinisch, möglicherweise germanisch, albanisch (Jokl 1963: 133—-134; Butler 1971: 27-28), im Lettisch aber überhaupt nicht. Hier wird hierfür nicht das Suffix *-inoverwendet, sondern seine apophonische Variante *.ei-no-/-- oi-no-(vgl. lit. eglynas und lat. egliene, egliens, eglainis, siehe LVG 322—324, 327; MLIVG I 86-87, 132, 137). Andererseits muss man in der litauischen Sprache nach Gruppennamen mit *-eino-/-oino jetzt mit Licht suchen, vgl. raziénos, dirsainė „Brot mit Riemen“ JR 39 (DaiktvDrR II 56). Es könnte sich dabei um eine gemeinsame Neuerung der baltischen, slawischen (vgl. südsl. golit'b „nackter, armer Mensch“, brūtit'5 „Brudersohn“, vgl. Stawski 1976: 55 usw.), germanischen (vgl. s. h. jungidi „Tierjunge“, vgl. Mezger 1953) Sprachen handeln. ® Das preußische Elbinger Wörterbuch enthält eine ganze Reihe von Nomen mit *-4, z.B.: slayo „Hörner, Schlangen“ (Slete) 307: slayan „Fahrzeug“ (Sletekuffe) 309 (Mažiulis 1981; PKEŽ I-IV; Degtjarev 1994). Ähnlichen Ursprungs können auch die litauischen Pluralformen mit -ai sein, vgl. für die Linde „Jiepynas“ Št (Stundžia 1981). 7 Sie könnten auch im Preußischen vorhanden gewesen sein, vgl. Ortsnamen Stabayen: stabis „Stein“ (Steyn) E 32, Wangayen: wangus (Dameraw) E 588 (Gerullis 1922: 247). 115 Mehr, weil die Gruppen-- Natur vielleicht reichlich ir Suffixe sind -iena Vedische, die den Standort von Kulturpflanzen bezeichnen, z.B. Kartoffelir n, Kohl usw. (Jg. 288; Der 400). Be Begriff Sewstal ist ein Ableitungswort von seweynis „Schwein“ (Sewstal) E 229 König 1992: 21) und Ortsnamen wie Alken, Alkylund Alkylgruir ppen. (Gerullis 1922: 252; Blažienė 1998) kann über das Vorhandensein von Gruppennamen mit *_eino-/-oino auch in der preußischen Sprache zeugen. Dies ist jedoch nicht ganz klar (vgl. Smoczynski 2000: 74). Ähnlich unterscheiden sich im Litauischen und Lettischen noch zwei weitere Suffixe, die für Gruppennamen verwendet werden. In einigen Sprachen der östlichen und westlichen Hochlauten finden wir Gruppennamen mit dem Suffix -ytė, die dieselbe Bedeutung haben wie die Ableitungen des Suffixes -ynas (auch -ynė), z.B.: alksnytė „Erlenwald“ J; Sd; Rs; Pg; Klv; Rgv (LKZ I? 105), Eiche „Wald junger Eichen“ J; Grk; Kp; Rm (IP 535-536), Birke „Wald der jungen Birken“ Rs; Grk (I“ 777), naglytė „Nadelbaum“ J I 694, karklytė „Ort, der von Nadelbäumen begrünt ist“ Rgv; 294 (1929) „Der Knabe mit dem goldenen Pferd“ op. Kp; DI (V 526), kemsytė „gemsierte Wiese“ Vdšk (V 564), lazdyte „Ort, wo Haselnüsse wachsen“ Er (VII 214), liepytė „Lindenbüsche“ Rgv (VII 426), nolitė „Molynė“ Knr; Er (VIII 340), reed „Rohr“ Rm (VIII 655), samanytė „mit Schilf bewachsener Ort“ Ėr (XII 90). In der lettischen Sprache können an das Vorhandensein dieser Art von Verwendung in der Vergangenheit nur die Ortsnamen Apsite, Kalmite usw. erinnern (LVG 388)". Jetzt werden die entsprechenden Veden mit einem anderen Vokalwechsel unterscheidenden Suffix -aite gemacht, vgl. lie. Birke und la. bérzaite „Birke“ (LVG 389; Laumane 1990). In der litauischen Sprache gibt es fast keine entsprechenden Gruppennamen mit -aitė, außer vielleicht nur alksnaitė „Erlenbaum“, beržynaitė „Berzen“. J I 12, 205 (Jg. 360)". Darüber hinaus ist zu beachten, dass die litauischen Gruppennamen, die mit Werkwortaffixen gebildet wurden, die aus Eigenschaftsnamen stammen, in der lettischen Sprache überhaupt keine Entsprechungen haben (DaiktvDrR II 59-63). Die produktivsten von ihnen sind die mit dem Suffix *.6-men-. Mit letzterem wurden zunächst Eigenschaftsnamen gebildet, später wurde dieses Suffix für Gruppennamen verwendet. So haben im östlichen Hochdeutschen einige Vedische mit *-Omengreta-Koop-Bedeutungen auch eine ältere Eigenschaftsbedeutung beibehalten, z.B.: jauntiomené „Jugend“ Ds (LKŽ IV 315), Minderheit „Kindheit“ Ds; Str; Schweinefleisch; Tvr; Brsl (VII 978, vgl. noch go. aldomin „senatvei“, siehe Endzelin 1924: 124; Bammesberger 1998: 110). Weitere Ableitungen dieser Art können teilweise mit den germanischen Herdennamen mit -ide (vgl. s. h. pfluogide „Rinderpaar“, vgl. Meid 1967: 149) und Ortsnamen mit -ithiin Verbindung gebracht werden, die vor allem in Deutschland, also nicht weit vom baltischen Sprachgebiet entfernt, vorkommen (Udolph 1996: 258-274). ? Sie sind möglicherweise vergleichbar mit z.B. krischayta „Kriegerpflaume“ (Krichen) E 621, sliwayta „Pflaume“ (Pflumen) E 619, wisnayta „Kirsche“ (Kirsen) E 620. Diese Ableitungen als Deminutiven zu betrachten, wie es üblich ist, wird dadurch behindert, dass es keine eindeutigen Daten über das Vorhandensein von Deminutiven mit *-oiti in der preußischen Sprache gibt. Dies kann nur eine Neuerung der litauischen Sprache sein (DaiktvDrR maziiomene mažmėnė „Kindheit, Säuglingszeit“ 109). 116 Anhang *-6-men-", abgeleitet iš von dem alten Suffix su *-men-, mit dem man seit jeher Abstrakte gemacht hat (Namen der Aktionen und Eigenschafir ten), vgl. Lic. ir Dkst; Aps: „kleine Gegenstände“ BM 433; Trgn (LKŽ 978 (englisch). Es gibt deutliche Unterscir hiede in anderen litauischen (insbesondere in seinen westlichen und südlichen Dialekten) in den Kategorien ir der Substantivbildung. Die litauische Sprache ist dem Lettisch und dem Preußischen in einigen ne Merkmalen o der Wortbildung näher. In den meisten Dialekten der litauischen Sprache ist das wichtigste Namenssuffix der baltischen Eigenschaften *-iba" hat eine veränderte ė-Stämme-Form *-ibé (Bd. LKA 3. Auflage. Nr. 123, S. 137), die wir auch in der preußischen Sprache zu finden scheinen, vgl. lie. Heidentum und pr. pagonbe (Heidenschaft) E 795%. Das Lettische hingegen behält überall eine ältere Form bei. - Nur. In der litauischen Sprache sind ziemlich häufige Eigenschasu ften Namen Suffix -ysta (insbesosu ndere in seiner neueren Form -Ich bin 18 Jahre alt. -Ich bin 18 Jahre alt. Sie haben auch eine exakte Entsprechung in der preußischen Sprache, vgl. Lüge. Christentum und pr. cristionist (Kristenheit) E 794. In der lettischen Sprache dagegen scheint es diese Art von Ableitungen kaum zu geben: J. Endzelynas (SV 53) erwähnt nur das seltene dialektale vedini keniste „Königreich“. Ähnliche Veden, die einen Ort, aber keine Eigenschaft bezeichnen, finden sich auch in einigen lettischen Schriften. Es ist nicht auszuschließen, dass sie durch den Einfluss der litauischen Sprache entstanden sind (vgl. DaiktvDrR II 69-70). Man kann daher annehmen, dass mit dem Adjektivsuffix *-istū Eigenschaftsnamen zuerst in den westbaltischen Dialekten entstanden sind, und dass sich diese Neuerung später weiter nach Osten ausbreitete. Diese Hypothese wird noch durch folgende Umstände unterstützt: 1) wie die Schriften der litauischen Sprache aus dem 16.-17. Jh. zeigen, waren die Vedischen mit -ystė einst besonders produktiv im westlichen und mittleren Hochdeutschen Dialekt (z.B. in der Neuen Testamentsübersetzung von S. B. Chylinskis, in J. Bretkūnas Postilėje, im anonymen Wörterbuch „Lexicon Lithuanicum“ aus dem 17. Jh. dominiert dieser Typ von Vedischen unter allen Bezeichnungen von Eigenschaften, s. Adjektive II 9); 2 mit Suffix su *-istoist in vielen slawischen Sprachen weit verbreitet (Bd. S. bsl. récisty „ausdrucksstark“, I. jedwabisty „seidenartig“ usw.“ ), während es in baltischen Sprachen nur wenige davon gibt (z.B.: lie. balystas „sumpfig“, kiaulystas „unhöflich“, "0 Kamiengalis *6 vor einem Adjektiv ist in baltischen Sprachen nicht ungewöhnlich (siehe Smoczynski 2000: 118). Zum Beispiel werden in der litauischen Sprache aus Substantiven des Stammes 0 Adjektive mit *-6-t0-(ŽD 345 usw.; Akelaitienė 1999) gemacht. Die Beziehung des vedischen juntiomené zum jungen Mann ist also die gleiche wie die des Bergmanns zum Berg. Möglicherweise ist auch der Satz fickromai „wahr, recht“ (gerecht) III 63,: lie. tikras, z. B. tickars „tikras“ (rechter) III 47,? 11 Zur Herkunft dieses Adjektivs siehe. DaiktvDrR II 15-17. 12 V. Mažiulis (PKEZ III 208) meint, dass dieser Ableitungsname in der preußischen Sprache das Suffix *-ibé (mit dem kurzen i) hatte, ähnlich dem slawischen -5ba. Dies ist jedoch zweifelhaft, da über das Vorhandensein des Suffixes *-iba oder *-ibė in baltischen Sprachen bisher keine anderen Daten vorliegen. Aus ähnlichen Gründen ist auch der Versuch, das Wort pagonbe in *pagonabe zu korrigieren, etwas fragwürdig (so Trautmann 1910: 388; Bammesberger 2000). Ist es also nicht einfacher, das erwähnte preußische vedini pagonbe von *poganibeé abzuleiten? 13 Winker-Leszynska 1963; Vaillant 1974: 469–471; Kiparsky 1975: 219. 117 feurig/feurig „heiß, scharf; Die Farbe des Feuers). Vielleicht stammt das Adjektivsuffix *_istoiz *-itoki aus den slawischen Sprachen, dann kam es in die benachbarten westbaltischen Sprachen, wo Eigenschair ftsnamen entstanden su *-ista? In der preußischen Sprache gibt es sehr viele Eigenschaftsnamen mit einem anderen Adjektiv-- Suffix *-iska, z.B.: deiwūtisku „Rettung“ (Seligkeyt) III 75,,, labbisku „Güte“ (Gūte) III 85, usw. (Trautmann 1910: 223 usw.; SV 50). In der litauischen Sprache finden wir einige Eigenschaftsnamen mit -iškė. Von ihnen ist nur die Ableitung jauniškė „Jugend“ (vgl. Adjektiv jauniškas „Jugend“) in den alten Schriften und Dialekten verbreiteter, während die anderen zwei ganz selten sind, jetzt verschwunden: berniškė „Kinderzeit, Jugend“ DP 17x (vgl. Adjektiv bėrniškas), singular „Einsamkeit“ (in den Wörterbüchern Kleinlitauens des 18.-19. Jahrhunderts aufgezeichnet). Sie könnten auch ein Spiegelbild der Innovation der westbaltischen Sprachen sein, die das Lettische nicht erreicht hat. In ähnlicher Weise könnte man vielleicht auch die Entwicklung der Konstruktionsformen einiger Eigenschaftsnamen erklären. Zum Beispiel gibt es neben den Namen der Eigenschaftsträger mit dem Suffix -ulis(-¢)" in der litauischen Sprache eine ganze Reihe entsprechender Ableitungen mit dem Suffix -uolis(-ė), z.B. aukštūlis „der Höchste, Gott“ und aukštuėolis(-ė) „wer hoch ist“, greitūlis und greituolis „wer schnell ist“, bičiūlis und bičiuolis „wer mit einem anderen Bienen hat; ein enger Freund“ usw. (DaiktvDrR II 172-174). Der letztere Typ von Veden hat eine Entsprechung in der preußischen Sprache (vgl. den litauischen Ortsnamen Aukštuėliai und pr. Auctoliten, vgl. Trautmann 1925: 177; SV 48). Dies könnte auch eine gemeinsame Innovation der preußischen und litauischen Sprachen sein, die das Lettische noch nicht erreicht hat. Es scheint, dass die westlichen Dialekte der litauischen Sprache und die preußische Sprache auch durch die Namen von Fellen und Häuten mit dem Suffix -ena verbunden sind, vgl. lie. arklena „Pferdehaut“, kiskena „Hasenfell“, sowie kotena „Haut von Tierfüßen“, Zdndena „Bauchhaut“ usw. (DaiktvDrR II 164-165) und pr. nognan „Haut (ausgearbeitetes Fell)“ (Leder) E 498, wenn es von *nogenan stammt, wie V. Mažiulis meint (PKEŽ III 194-195). In der lettischsprachigen Literatur sind solche Ableitungen nicht beobachtet worden. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Eigenschaftsnamen mit der neueren io-stamm-Suffix- -Variante *-eno-/-end- *-enio-, z.B. vecenis „alter“, ritenis „Ostwind“, mellene „Blaue“ usw. (LVG 298-302). Im litauischen Sprachgebrauch gibt es dagegen nur sehr wenige, z.B.: vertiždėnis(-ė) „eitel, unfruchtbares Tier“, mėlėnė „Bläuung“ (DaiktvDrR II 166). Sie können Korrespondenzen und Vorsätze haben '* Sie könnte auch einige germanische Sprachen behindert haben, vgl. s. skand. bernska „Kindheit“ (auch litauisch berniškė- ), folska „Dummheit“ (Meid 1967: 197; Range 1977: 128). Vielleicht hier erwähnt und gehen. Barniski „Kinderzeit“ (Benveniste 1964: 38; Nepokupnyj 1997: 13), s. dt. Höhe. fronisci „Wildheit“, heidinisci „Heidentum“ usw. (Range 1977: 128). Letztere können jedoch Eigenschaftsnamen mit -jakao und go sein. biuhti „Gewohnheit“: biuhts „gewöhnt“, galeiki „Ähnlichkeit“: galeiks „ähnlich“ usw. (Kubrjakova 1963: 78, vgl. auch Bammesberger 1995: 96). Denn in den germanischen, slawischen, italischen, indoiranischen, griechischen Sprachen (aber anders als in den baltischen Sprachen) wurden mit dem Affix *-(i)io-/-(i)- ia weit verbreitete Eigenschaftsnamen gemacht. D Sie haben eindeutige Entsprechungen im Lettisch und Preußisch, vgl. lie. - Das ist nicht gut. bėdulis, lie. Kern und la. milulis (LVG 346-347); Lüge. „Freund, Kumpel“; Mitarbeiter; Betrüger; drąsuolis“ und Herrn antrop. Bandule (Trautmann 1925: 176). 118 In der Sprache, plg. warene „Kupferkessel“ (Messingkessel) E 356, Wissene „Sgailis“ (Pors) E 622, Personennamen Drutenne (SV) 44-45). Es stimmt, manche sehen hier ein Adjektiv -in- (Bd. Smoczynski 2000: 197). Denn der kurze Vokal in i der preußischen Sprache könnte sich in į e (Groß, Klein.) 2000). In der preußischen Sprache können die Namen der ir Besitzer der litauischen Eigenschaft mit dem additiven Suffix *-at-io-, vgl. lie, eine Entsprechung haben. barzdotis (auch Adjektiv barzdotas) pr. ir Nagotis "Kupfertopf mit su Beinen" (Erintop) E 349 : Nage „Koja“ (Nage) E 145 (PKEŽ III 168). Diese Art von Vedischen scheint im Lettisch nicht vorhanden zu sein. Darüber hinaus werden fast ausschließlich in der litauischen Sprache auch Deminutive mit *-atė gebildet, die denselben Ursprung haben wie die genannten Eigenschaftsnamen (DaiktvDrR II 109). Überraschir end ist, dass das wichtigste litauische Namenssuffix -inykas (< *-ino-+ *-i-ko-) in der preußischen Sprache eine genaue Entsprechung hat, während es in der lettischen Sprache eine andere Form hat, vgl. lie. Wilder Pfeffer (Leman) E 407 und la. (siehe DaiktvDrR II 118-127). Die litauische und die preußische Sprache verbindet auch die Verbreitung von Personennamen mit dem deminutiven Suffix *-iko. Seit jeher waren sie besonders charakteristisch für den litauischen West-Hochdeutschen Dialekt. In den Wörterbüchern von J. Brodovskis und F. Kuršaitis sind sie sogar noch häufiger als die entsprechenden *-éiovediniai des Suffixes (DaiktvDrR 135). Für den östlichen Hochdeutschen Dialekt (wie auch für die lettische Sprache, vgl. LVG 358) sind sie weniger charakteristisch: in den Wörterbüchern von K. Sirvydas finden wir nur einen Namen eines Akteurs mit *-ikolojikas „der bellt“ SD'57; SD*141 (vgl. auch LKA III Karte Nr. 114). In den preußischen Sprachdenkmälern, wie auch in den erwähnten litauischen Kleinlitauischen Wörterbüchern, gibt es auch mehr Personennamen mit *-iko als entsprechende Ableitungen mit *-éio- (DaiktvDrR 136). Einige von ihnen haben Entsprechungen in der litauischen Sprache, siehe lie. Mynix und Pr. mynix „Schwarzkäfer, Pelzkäfer“ (Gerwer) E 511, lie. Schuwert und Schuwertpulver (Schuwert) E 496. Im letzteren Fall unterscheidet sich die Bedeutung der litauischen und preußischen Veden. Vielleicht sind sie also in beiden Sprachen parallel entstanden, (Bd. Smoczynski 2000: 73). Das Suffix *-iko in der Kategorie der Personennamen stammt von Deminutiven, die im Preußischen meist mit diesem Suffix gemacht werden, z.B. malnijkix „Kind“ (Kindlein) III 113,, acc. Singen. gannikan „das Mädchen“ (Frewlein) III 105, usw. (DaiktvDrR II 88-89 mit lit.). Im Litauischen, wie auch im Lettisch (DL 297-298, 300-305), gibt es heute nur noch Überreste dieser Art von Veden. Im westlichen Teil von Lictuva konnten jedoch früher Deminutive mit *-iko produktiv sein, da in einem beträchtlichen Teil des samogitischen Dialekts und in einigen westlichen Hochland- -Sprechweisen Deminutive ziemlich oft mit dem Suffix -ikė gemacht werden, vgl. katikė, mergikė (LKA III Karte Nr. 116, S. 131). Erwähnenswert ist hier auch das zusammengesetzte Suffix -ik-utas aus dem Dialekt von Zietela, z.B.: bernikūtas „Knabe“, paršikūtas „Ferkel“ (Vidugiris 1969: 151). So wurden die Namen der Personen mit *-ikomatyt zuerst in den westbaltischen Sprachen gemacht, und später verbreitete sich diese Innovation auf einige östbaltische Dialekte, wobei sie auch die slawischen Sprachen behinderte, vgl. lie. Näher und Schneider *$evece (mehr über diese Art von Veden in slawischen Sprachen siehe Wojtyta-Swierzowska 1974: 82-87). 119 Salys A. 1992: Widgets 4, Rom: Deutsche Akademie der Wissenschaften. Savukynas B. 1966: K Probleme zapadnobaltijskogo substrata v jugozapadnoj Litauen. — Baltistica 1(2), 165-176. Schmid W. P. 1994: Linguistik Scientiae Collectanea, Berlin-Neukölln York: Walter de Gruyter. Schmid W. P. 1998: Altpreußisch-lettische Sprache Sprachbeziehungen. — Baltistica 33(2), 199-208. Skardzius P 1998: Ausgewählte Funde 4, Vilnius: Institut für ir Wissenschaftliche Enzyklopädie und Verlag. 1974–1976: Die Sprachgeschichten des 19. Jahrhunderts. —Stannik prastowiarski 1-2, Breslau usw. Deutsche Akademie der Wissenschaften. Smoczynski W. 2000: Untersuchungen zum deutschen Lehngut im Altpreussischen, Krakau: Wydawnictwo Uniwersytetu Jagiellońskiego. Specht E. 1938: Zum illyrischen Suffix -ist-. — KZ 65, 175. 1981: Die Bedeutung der Pluralformen von Personennamen und die Bedeutung von jy für die Rekonstruktion von Verbund Aussprachesystemen. —LKK 21, 185-198. Trautmann R.1910: Die altpreuflischen Sprachdenkmidler, Gottingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. Trautmann R. 1925: Die alipreuflischen Personennamen, Gottingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. Udolph J. 1994: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin-New York: Walter de Gruyter. V aba L. 1995: Baltische m-Deverbale in den ostseefinnischen Sprachen. —VII. Internationaler Baltischer Kongress 1995, 13.-15. Juni. 1974: Grammaire comparée des langues slaves 4, Paris: 117-119. Editions Klincksieck. 1970, S. 10. A. Vanagas: Lietuvos TSR hidronimų daryba, Vilnius: Mintis. 1994: Der Name der Stadt. 34, S. 162–163. 1983: Die Welt der alten Balten, Vilnius: Mintis. 1969, S. 19. Die gesamte Geschichte der römischen Militärgeschichte. —LKK 11, 147-182. 1996: Einige Phänomene der westbaltischen Sprache in den südlichen litauischen Dialekten. — In: Baltistica 31(1), 31-38. 1996, S. 120f. (deutsch) Die Entstehung und Entwicklung der römischen Zivilisation. —LKK 36, 127-137. 1998: Die 1000-jährige Geschichte der Stadt und des Landkreises. —LKK 40, 22-31. 1970, S. 100–101. (deutsch) Volkaitė-Kulikauskienė R.: Lietuviai IX-XII amžiujes, Vilnius: Mintis. Volkaitė-Kulikauskienė R. 1978: Die Entstehung der litauischen Nationalität (nach archäologischen Daten). Die Geschichte der deutschen Literatur. 1977, S. 25–27. Vulane A. 1986: Adjektive mit -inis, -ine Ableitung und attributive Funktion des Oberland Dialekt. —Lettische PSR zinatnu akadēmijas vēstis 1(462), 73-84. Winkler-Leszynska I. 1963: Przysłówki adjektivowe -ity||-isty, -aty||-asty w języku polskim na tle ogėlnostowianskim. —Die polnische Sprache 63, 65-73. Wojtyla-Swierzowska M. 1974: Prastowiariskie nomen agentis, Breslau etc. : Verlag Deutsche Akademie der Wissenschaften. 1995: Die westlichen Balten in der Goten-Gepiden-Wanderung (1.-4. Jh.).—Lietuvininkų kraštas, Kaunas: Litterac Universitatis, 74-127. DIE WICHTIGSTEN DERIVATIONALEN UNTERSCHIEDE DER NOMSWORTE IM LITAUISCHEN UND LETTISCHEN Zusammenfassung Zwischen Litauisch und Lettisch gibt es erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Ableitungsstruktur von Substantiven. Die produktivsten Suffixe von nomina actionis (vgl. litauisch *-i-mound lettisch *-s-io-na) und Diminutiven (vgl. litauisch *-e-l-found lettisch *-i-nio-, *-it-io-) sind im Litauischen und Lettisch ganz unterschiedlich. 126 Nomina collectiva, die Gruppen a von of Menschen or und Lebewesen bezeichnen, sind produktiv geblieben. ve in Litauisch (insbesondere Derivate in *-ij-4), aber sie sind ziemlich ausgestorben in Lettisch. In Litauisch und Englisch Im Lettisch gibt es auch einige Unterschiede in den Suffixen, die aus der Form nomina in collectiva mit der Bedeutung to Wälder Konzentrationen anderer Pflanzen Dinge an einem Ort verwendet of werden, vgl. or of or in Lith. *-i-noand Lat. *-ei-no-/-oi-no-, Lith. *-it-¢ und Lat. Das ist es. A Zahl der of derivativen Isoglossen verbinden die Litauische Sprache (insbesondere ihre westlichen und südlichen Dialekte) to Old Preußisch und Opposition it to Lettisch: nomina qualitatis in *-ibé, *-ista, *-isko-; Nomina attributiva in *-in-iko-, *-6-lio-, *-e-nd, *-a-tio-; Nomina agentis in *-i-ko-; Diminutiv in *-o-lio-, *_js-t-io-; Hydronyme und Ortsnamen in -ing- (bzw. -ang-, -ung-, -eng-). Saulius AMBRAZAS Gauta 2000 02 24 Institut für Litauische Sprache Antakalnis g. 6 LT-2055, Vilnius, Litauen Er. E-Mail [email protected] 127