scieee Open visual document viewer

Zur Handhabung deutscher Realienbe­zeichnungen in den ins Litauische übersetzten „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm

Hans-Harry Drößiger

Full text

201s aipsniai / a icles hans-ha y d Ößige uni e si ä Vilnius, geis eswissenscha liche akul ä kaunas Mokslinių y imų k yp ys: kogni y inė ling is ika, me a o a, me onimija, e imo eo ija i p ak ika. Zu handhabung deu sche eaLien- be Zeichnungen in den ins Li auische Übe se Z en KINDER- UND HAUSMäRCHEN de b Üde g iMM Vokiškų ealijų pa adinimų a i ikmenys b olių g imų Vaikų i namų pasakų e imuose į lie u ių kalbą anno a ion de bei ag beschä ig sich mi de olle de konzep uellen Me onymie bei de deno a i en Äqui alenz on deu schen ealienbezeichnungen im Li auischen. e is somi de Ve such eine in e disziplinä en Ve bindung on Übe se zungswissenschsa und kogni i e Linguis ik. un e suchungsobjek sind die Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm, die mi ih en 200 Mä chen ein geschlossenes un e suchungsko pus bilden und als ex e des 19. jh. eine Quelle sozial- und kul u his o ische o schung da s ellen. haup me hode zu un e suchung de Äqui alenz is de sp ach e gleich, ges ü z au lexikog a ische kodi izie ung on eali- enbezeichnungen in deu schen und li auischen Wö e büche n. im abschni „ heo e ische g undlagen“ we den die beg i e Mä chen, kul u , ealien, ealienbezeichnungen, Me onymie und das sys em de Äqui alenz ypen nach We ne kolle (2011) ku z e läu e . im abschni „ ealienbezeichnungen in den khM: Zwischen Äqui alenz und Me onymie“ wi d die handhabung de deu schen ealienbezeichnungen in den li auischen schLÜsseLWÖ e : Mä chen, b üde g imm, ealienbezeichnung, kon igui ä , Me onymie, Äqui alenz, deu sche sp ache, li auische sp ache. keyWo ds: ai y ale, he b o he s g imm, cul u e-bound wo ds, con igui y, me- onymy, equi alence, ge man language, Li huanian language. 202 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX Mä chenübe se zungen un e such . aus dem Ve gleich on o iginal und Übe se zungen we - den d ei Äqui alenz ypen he ausgea bei e : 1. Volls ändige Äqui alenz, bei de die Me onymie keine olle spiel ; 2. Äqui alenz, bei de es konzep uelle Ve schiebungen im kon igui ä s aum gib , die sich als me onymische Ve schiebung, me onymische Ve d ehung und me onymische Ve ze ung p äsen ie en; 3. nulläqui alenz, de en haup me kmal die inko po a ion on emd- wö e n bilde . schluss olge ungen, in denen au neue un e suchungsmöglichkei en zu Äqui alenz und zu konzep uellen Me onymie hingewiesen wi d, schließen den bei ag ab. anno a ion he aim o he a icle is o connec he model o cogni i e me onymy wi h he model o ypes o deno a i e equi alence on wo d le el o check ou he explana ional po en ial o he model o cogni i e me onymy o desc ibing and explaining he use and occu ance o wo d equi alen s in he Li huanian ansla ions o he ai y ales o he b o he s’ g imm by juozas balčikonis (1938–1939) and adomas d uk enis (1999–2001). he b o he s’ g imm ai y ales (g ) can be seen in a wide sense as a sou ce o he his o y o cul u e and social li e in he ge man speaking coun ies o he 19 h cen u y. cul u e-bound wo ds a) e e o a special cul u al knowledge, which is in a his o ical sense no o no comple ely compa ible wi h he s uc u e o knowledge in ou p esen days, and b) e e o a common cul u al knowledge o he communi y o ge man speaking coun ies. he ansla ions o he g p esen ways o handling o ge man cul u e-bound wo ds o o eign eade s. in his a icle i wan o show, i and how he ansla o s achie ed a co ec and app op ia e unde s anding o he cul u e-bound wo ds by choosing equi alen s. his allows o show wha seman ic and cogni i e p ocedu es s and behind he use o ce ain equi alen s. by compa ing he ge man o iginal wi h he wo Li huanian ansla ions i is possible o wo k ou i and how he cul u e-bound wo ds o he o iginal ex s a e ende ed in he ansla ions, and inally o induc i ely conclude how a he concep ual me onymy akes pa in ende ing o cul u e-bound wo ds in he a ge ex s. in es iga ing his, he e can be es ablished modi i- ca ions in he heo y o concep ual me onymy in he amewo k o cogni i e linguis ics. einLei ung: ZieL, un e suchungsobjek und Me hoden des bei ages das Ziel des o liegenden bei ages bes eh da in, mi hil e on Übe legungen zu konzep uellen Me onymie beziehungen zum Modell de deno a i en Äqui a- lenz ypen nach We ne kolle (2011) he zus ellen und dadu ch zu p ü en, inwie- e n das Po enzial de konzep uellen Me onymie geeigne is , au die handhabung deu sche ealienbezeichnungen in den li auischen Übe se zungen de kinde - und Zu handhabung deu sche ealienbe zeichnungen in den ins Li auische übe se z en Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm 203s aipsniai / a icles hausmä chen de b üde g imm on juozas balčikonis und adomas P anas d uk- enis angewende zu we den. das un e suchungsko pus bilde die Mä chensamm- lung de b üde g imm, die un e dem i el Kinde - und Hausmä chen (khM) wel wei bekann gewo den is . diese sammlung ha sei dem e s en e scheinen 1812 meh e e, zum eil deu lich übe a bei e e ausgaben und au lagen e ah en. in meinen un e suchungen s ü ze ich mich au die Ausgabe le z e Hand mi den O iginalanme kungen de B üde G imm on 1857, in eine neuau lage on 2010, die die 200 kanonisie en Mä chen en häl . da aus olg , dass die khM ein abge- schlossenes ko pus bilden, was ü die in endie en un e suchungen on Vo eil is , da die inhal liche Quali ä (im sinne eine kul u his o ischen und sozialge- schich lichen Quelle) und die sp achliche ges al ung de Mä chen eng an den Zei aum ih e sammlung, sch i lichen ixie ung und d ucklegung (1812–1857) gebunden sind. die beiden li auischen Übe se zungen basie en au de Ausgabe le z e Hand, doch sind ch onologische und edi o ische un e schiede es zus ellen. die Übe se zung on balčikonis en s and 1938–1939, die on d uk enis 1999–2001. in de ausgabe de Übe se zung on balčikonis (2010) ehlen 20 Mä chen1; die ausgabe de Übe se zung on d uk enis (1999–2001) is olls ändig. die Zuwendung zu den ealienbezeichnungen in den khM is dami beg ün- de , dass diese speziellen lexikalischen einhei en a) au kul u elles Wissen e e- ie en, das im his o ischen sinne nich (meh ) zu den Wissenss uk u en de ge- genwa kompa ibel is und b) au allgemeines kul u elles Wissen de deu schen sp ach- und kul u gemeinscha e weisen. die in den Übe se zungen geb auch- en li auischen Äqui alen e beein lussen die Ve ügba machung jenes äumlich und zei lich emden kul u ellen Wissens ü li auische Lese . im allgemeinen is die handhabung de ealienbezeichnungen beim Übe se zen mi dem P oblem de lexikalisch-seman ischen Äqui alenz zwischen zwei sp achen e bunden. Zu e eichung des genann en Zieles – das Modell de Äqui alenz ypen nach kolle deduk i du ch Wo analyse in den zug unde geleg en Mä chen ex en zu übe p ü en – wi d das Wo gu , das kul u elle objek e in den Mä chenhandlungen benenn , aus dem ex ko pus e mi el , wobei als en scheidungsg undlage, ob es sich um ealienbezeichnungen handel , neben den ak uellen und his o ischen Wö e - büche n des deu schen besonde s das onomasiologische Wö e buch on anz do n- 1 es ehlen die Mä chen n . 38 „die hochzei de au üchsin“, 39.2 „die Wich elmänne . Zwei es Mä chen“, 39.3 „die Wich elmänne . d i es Mä chen“, 41 „he ko bes“, 42 „de he ge a e “, 43 „ au ude“, 45 „daume lings Wande scha “, 66 „häsichenb au “, 95 „de al e hildeb and“, 105 „Mä chen on de unke“, 131 „die schöne ka inelje und Pi Pa Pol ie“, 132 „de uchs und das P e d“, 138 „knois und seine d ei söhne“, 139 „das Mädchen on b akel“, 140 „das hausgesin- de“, 149 „de hahnenbalken“, 150 „die al e be el au“, 170 „Lieb und Leid eilen“, 183 „de iese und de schneide “, 190 „die b osamen au dem isch“. 204 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX sei zu es s ellung de sach e hal ssys ema ik zu um ang und inhal des kul u el- len Wissens dien 2. du ch den ex e gleich on deu schem o iginal mi den beiden li auischen Übe se zungen kann le z lich he ausgea bei e we den, ob und wie die im o iginal gegebenen ealienbezeichnungen mi ih e kul u e e enz in den Übe se - zungen wiede gegeben wu den, so dass induk i geschluss olge we den kann, in- wie e n die konzep uelle Me onymie an de handhabung de ealienbezeichnungen in Übe se zungen be eilig is . da aus e geben sich schließlich Möglichkei en zu Modi izie ung kogni ionslinguis ische ansä ze zu konzep uellen Me onymie. heo e ische g undLagen 1. Mä chen das Mä chen gil als epische ga ung (auch gen e) und wi d hie bei cha ak e- isie als phan as ische, eali ä sübe hobene, a iable e zählung, die sich om My- hos du ch das ehlen de gö e sphä e und on de sage du ch das ehlen kon- k e e his o ische und geog a ische bezüge abg enzen läss . als haup kennzeichen des Mä chens we den im allgemeinen genann aum- und Zei losigkei , au hebung de na u - und kausalgese ze als eine selbs e s ändlichkei (z. b. Ve wandlungen, sp echende ie e, P lanzen ode gegens ände) und das au e en on abelwesen wie iesen, Zwe ge, hexen, d achen ( gl. Me zle Li e a u Lexikon 1990: 292). gleichwohl e scheinen in Mä chen bes imm e equisi en, die o wesen liche eil de Mä chenhandlung sein können, die abe au jeden all gegens ände de du ch das Mä chen e mi el en kul u (all ags-, s aa lich-gesellscha liche, hö ische kul- u u. ä.) sind und somi ein indiz ü his o ische au hen izi ä da s ellen. olg man de au assung on den Mä chen als kul u his o ische und sozialgeschich liche Quellen ( gl. Me zle Li e a u Lexikon 1990: 293), können die khM ge ade du ch das au e en jene equisi en zu e a bei ung on Vo s ellungen übe die zu ück- liegenden his o ischen epochen genu z we den, die sich i. w. s. als Mi elal e bezeichnen lassen. das, was hie equisi en genann wi d, sind jene his o ischen kul u objek e, au die du ch spezielle ealienbezeichnungen e e ie wi d. doch is na ü lich auch es zus ellen, dass die khM ein eil des allgemeinen li e a isch- sp achlichen e bes de deu schen sp ach- und kul u gemeinscha da s ellen und dass dadu ch zahl eiche lexikalische einhei en als allgemeine e ealienbezeichnun- gen auch au den allgemeinen kul u hin e g und e e ie en. 2 es handel sich nach de sys ema ik on anz do nsei (2004) um die sachg uppen 2 „Leben“, 4 „g öße, Menge, Zahl“, 8 „o und o s e ände ung“, 11 „das denken“, 14 „kuns und kul u “, 15 „Zusammenleben“, 16 „essen und inken“, 18 „gesellscha “, 19 „ge ä e, echnik“, 20 „Wi scha , inanzen“, 21 „ ech , e hik“, 22 „ eligion, Übe sinnliches“. Zu handhabung deu sche ealienbe zeichnungen in den ins Li auische übe se z en Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm 205s aipsniai / a icles 2. kul u , ealien, ealienbezeichnungen haß-Zumkeh , die sich des neue en, e wei e en kul u beg i s on hansen bedien 3, besch eib den kul u beg i so: e „geh übe poli isch-soziale ak o en hinaus und bezieh We hal ungen und o ien ie ungen soziale Milieus sowie ih en kons uk i en cha ak e ein. kul u elle o ien ie ungen we den on sozialen g uppen nich nu ezep i ‚umgese z ‘, sonde n eben auch ak i e ände und adie .“ (haß-Zumkeh 2001: 2) ca agnoli schä z in ähnliche Weise ein, dass sp ache sowohl als P oduk eine kul u als auch als spiegel und Medium kul u elle Vo s ellungen beg i en we den könne; und kul u schließe jegliche Ve hal ensschema a und We e sowie e ah ungen ein ( gl. ca agnoli 2005: 79 .). dieses „einbeziehen“ ode „einschließen“ e e ie au das sog. hin e g undwissen, das wesen lich an de ausp ägung eine sp ach- und kul u gemeinscha be eilig is . somi is Wissen ohne kul u nich denkba . und Wissens ans e mi els sp ache, z. b. beim Übe se zen, is p inzipiell imme auch ein ans e on kul u 4. die kul u is „ein ielschich iges sys em bedeu ungs olle Zeichen, die dazu dienen, sich in de jeweiligen Wel zu ech zu inden (...) in diese o ien ie ungsleis ung sind sowohl die exis enziell g undlegenden We e einbezogen wie auch die all äglich-p ak ische en kon en ionen.“ (haß-Zumkeh 2001: 15) dies bedeu e : 1. kul u gib o ien ie ung – in eine kul u muss man sich o ien ie en. 2. kul u elles Wissen is kon en ionalisie und in bes imm e o m in eine sp ach- und kul u gemeinscha kodi izie . 3. kul u als Wissens aum ha s abile und in e p e ie ba e ( gl. haß-Zumkeh 2001: 16 .) komponen en. eine sachge ech e Ve sp achlichung des kul u ellen hin e g undwissens kann au e - schiedenen Wegen e eich we den, z. b. du ch de ini ionen e schiedene a in ex en (auch in ach ex en), in zwei- und meh sp achigen achwö e büche n und achenzyklopädien und beim Übe se zen du ch den geb auch kodi izie e Äqui- alen e ode bei de en ehlen du ch Ve ah en zu scha ung on Äqui alen en. ausgehend on diesem wei en kul u beg i is es möglich, nich nu objek e, handlungen on Pe sonen, eigenscha en / Me kmale on objek en, Pe sonen und handlungen, sonde n auch mo alische, äs he ische, olun a i e und u ili a i- s ische konzep e als eil eine kul u zu e s ehen. ein solch wei e kul u beg i üh dann logische weise zu einem wei en Ve - s ändnis des beg i s ealien. Wenn man de allgemeinen de ini ion on ealien 3 bibliog a ische angaben zu hansen s. haß-Zumkeh (2001). 4 do nsei (1964: 305 .) nann e dies „kul u übe agung“, und zwa im sinne eine „e eulichen be eiche ung im beg i s o a “ eine Zielsp ache. 206 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX als kul u spezi ische gegens ände und handlungen ( gl. no d 1993: 224) sowie als iden i ä s äge eine na ionalen/e hnischen kul u im wei es en sinne ( gl. snell-ho nby e al. 1999: 288) olg , wi d zunächs kla , „dass die ealien pe se und de ac o zum Wissensbes and eine sp ach- und kul u - gemeinscha gehö en, inne halb dieses Wissensbes andes de inie ba und do s e s kommunika i e ügba sind, also mi en sp echenden bezeichnungen au sie e e ie und eku ie we den kann. du ch diese – gelegen lich auch exklusi e – Zugehö ig- kei zu eine sp ach- und kul u gemeinscha s ellen ealien und ih e bezeichnungen ein spezi isches Übe se zungs- ode (allgemeine ) ein sp achmi lungsp oblem da .“ (d ößige 2010: 36 .) no d emp iehl ü den all de no wendigkei des umgangs mi ealienbezeich- nungen, eine „e klä ende Übe se zung“ o zunehmen, um hinweise au die „kul u- elle einbe ung“ in de ausgangssp ache geben zu können ( gl. no d 1993: 226). doch in kogni ionslinguis ische Weise o mulie , geh es da um, kul u elles Wissen eine sp ach- und kul u gemeinscha eine ande en geis ig e ügba und dadu ch sp achlich kommunizie ba zu machen, ohne das kul u elle Wissens- sys em de Zielsp ache und -kul u nachhal ig modi izie en zu wollen. im alle de khM be i es die o. g. zwei a en des kul u ellen Wissens. ungeach e e schiedene klassi izie ungsmodelle on ealien5 und ih en be- zeichnungen, kann man au g und de ein achen e zähls uk u de Mä chen ( gl. kindle s neues Li e a u -Lexikon 1996: 916) induk i bes imm e ka ego ien on ealien he ausa bei en, die mi den komponen en des e zählens im Mä chen ko espondie en. diese komponen en sind Pe sonen, handlungso , handlungszei , handlungs e lau , equisi en de Pe sonen, o e und handlungen. de e minus ealienbezeichnung is de Ve such, linguis ische und übe se - zungswissenscha liche au assungen zu diesem Phänomen zu e einen. so e uh- en und e ah en ealienbezeichnungen u. a. olgende e minologische assungen: „ emde Wö e “ (h. Paul, W. schmid ), „Lehngu “ (W. schmid ), „bezeichnungs- exo ismus“ ( . schippan, h. glück), „landes ypische ealien“ (W. leische ), „exo- ismen“ (ch. öme / b. Ma zke), „ ealienwo / ealienbezeichnung“ (e. iesel, ch. no d).6 de e minus Realienbezeichnung soll e in eine übe g ei enden, 5 eines de Modelle wä e das on Влахов/Флорин (s. 2009: 49–72), au das abe hie aus Pla zg ünden nich eingegangen we den kann. ebenso geeigne sind sys ema ische da s ellungen des Wo scha zes, wie sie ü das deu sche in ges al on sys ema ischen Wö e büche n, z. b. on do nsei De deu sche Wo scha z nach Sachg uppen, en wickel wu den. 6 Zu aus üh lichen e läu e ungen zum beg i de ealienbezeichnungen und zu den konk e en Quellenangaben e weise ich au d ößige (2010: 36–52), wo ich die au assungen aus e schiedenen disziplinen de Linguis ik und de Übe se zungswissenscha o ges ell habe. Zu handhabung deu sche ealienbe zeichnungen in den ins Li auische übe se z en Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm 207s aipsniai / a icles allgemeinen Lesa e wende we den, ohne das k i e ium de „ emdhei “, das seh o in Lexikologie und s ilis ik als da s ellungsk i e ium he angezogen wi d, ins spiel zu b ingen, weil dadu ch die Ve bindung zu genealogischen sp ach o - schung möglich wi d, die die gemeinsamkei en zwischen den ide. sp ach- und kul u gemeinscha en s ä ke be on als die un e schiede zwischen ihnen. 3. Äqui alenz ypen und Me onymie die sys ema ik de deno a i en Äqui alenz ypen nach kolle (s. 2011: 230–243) o ien ie sich an den Äqui alenzbeziehungen zwischen den Lexemen zweie sp a- chen ( gl. kolle 2011: 230), so dass die anwendung diese sys ema ik au die handhabung on ealienbezeichnungen im ahmen on Übe se zungen sinn oll e schein . eine gewisse analogie zwischen den Äqui alenz ypen nach kolle und den au assungen zu Me onymie (eine Übe sich hie zu s. d ößige 2004: 30) üh zu de schluss olge ung, dass das Po enzial de Me onymie (des kon igui- ä s aumes) bei de suche nach Äqui alen en ü bes imm e bezeichnungen de ausgangssp ache (as) in eine Zielsp ache (Zs) angewende we den kann. die olgende Übe sich e deu lich die gemein e analogie: abeLLe 1. Äqui alenz ypen und Me onymie (Quelle: au o des bei ages) Äqui alenz yp (nach kolle ) Me onymie ypen / Ve schiebungen im kon igui ä s aum eins-zu-eins-en sp echung keine Me onymie möglich ode nö ig, da as und Zs übe seman isch äqui alen e bezeichnungen e ügen; das schließ auch konno a i e und p agma ische Äqui a- lenz ein, z. b. d . Ungeheue > li . siaubūnas. 7 eins-zu- iele-en sp echung in de Zs we den e schiedene Lexeme eines bes imm- en kon igui ä s aumes benu z , wo ü es in de as ein polysemes Lexem gib , z. b. d . F au > li . mo e is (g undbedeu ung in opposi ion zu „Mann“), žmona (ehe au, e hei a e e au), šeimininkė (haus au, gas - gebe in), ponia (an ede). Viele-zu-eins-en sp echung Meh e e Lexeme de as ep äsen ie en einen ausschni eines kon igui ä s aumes, wobei in de Zs ein hype ony- misches Lexem eingese z wi d, z. b. d . Kamme , S ube, Zimme > li . kamba ys. 7 alle angegebenen beispiele aus den khM (deu sches o iginal und li auische Übe se zungen). 208 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX Äqui alenz yp (nach kolle ) Me onymie ypen / Ve schiebungen im kon igui ä s aum eins-zu-null-en sp echung ü ein Lexem de as exis ie kein Äqui alen in de Zs, wobei in de Zs au die bedeu ung des as-Lexems mi hil e ande e benennungs e ah en e e ie we den kann, z. b. d . ein ech es Höllen eue > li . baisiai p ikū en a. in solche a ällen is beispielsweise eine me onymische ela ion des yps U s a c h e -Wi k U n g zu beobach en. eins-zu- eil-en sp echung ü ein Lexem de as wi d in de Zs ein Lexem als Äqui alen eingese z , das nu au einen eil de bedeu- ung des as-Lexems e e ie , was in de egel de me - onymischen ela ion ga n z e s -Te i l en sp ich , z. b. d . Kelle > li . pog indis. die unikali ä bes imm e ealien und ih e bezeichnungen inne halb eine sp ach- und kul u gemeinscha zwing den Übe se ze o dazu, nach Ve ah en zu suchen, um sachge ech und ad essa enge ech ( gl. d ößige 2011: 7 .; d ößige 2012: 8 .) mi den deu schen ealienbezeichnungen umzugehen. das be i auch die Möglichkei en, die die Me onymie bie e , denn die o. g. einzel- p ozedu en e lauben es nich , alle in den übe se zen ex en a sächlich p ak izie - en me onymischen ypen heo e isch abzubilden. de g und da ü lieg im We- sen de Me onymie, da „es sich bei Me onymie ( esp. kon igui ä ) auch um einen P ozess handel , de es sp eche n/sch eibe n e laub , in z. . k ea i e Weise das gegebene Wissen zu modi izie en (...)“. (d ößige 2007: 175) Mi un e schieß de Übe se ze dabei übe das Ziel hinaus, d. h. die Ve schie- bung im kon igui ä s aum wi d zu wei o ange ieben, so dass das gleichgewich on sachge ech hei und ad essa enge ech hei ges ö wi d, was dazu üh , dass nich meh im üblichen sinne on „Ve schiebung“ gesp ochen we den kann (s. u. abschni zu me onymischen Ve ze ung). eaLienbeZeichnungen in den khM: ZWischen ÄQuiVaLenZ und Me onyMie das Wissen übe die g undlagen des all äglichen Lebens in sozialen gemein- scha en, übe das kul u elle, ökonomische, geis ige und soziale Po enzial de na- u , übe die Meis e ung des daseins in ges al de a bei und de spi i uellen Zu handhabung deu sche ealienbe zeichnungen in den ins Li auische übe se z en Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm 209s aipsniai / a icles handlungen inde zwa in sp achspezi ischen lexikalischen einhei en seinen aus- d uck, s ell jedoch ein gemeinsames Wissen ü g oße geog a ische äume da , so dass un e Ve wendung des o. g. wei en kul u beg i s pos ulie we den kann, dass jede ide. sp ach- und kul u gemeinscha einen eigenen Wo scha z ü die bezeichnung de allgemeinen komponen en des kul u ellen hin e g undes he - ausgebilde ha . i. VoLLs Ändige ÄQuiVaLenZ – keine Me onyMie es zeig sich in den Übe se zungen de khM ins Li auische im Ve gleich mi dem deu schen o iginal, dass in diesen beiden sp achen G undwö e ü die bezeichnung jene kul u ellen all agsobjek e zu Ve ügung s ehen, die zu einem bedeu enden an eil nich au einen gemeinsamen ide. g undwo scha z zu ück- gehen, wo aus sie sich sp achspezi isch en wickel hä en, sonde n dass jede sp ache ih e eigenen Wo s ämme und – je nach mo phologische cha ak e is ik de jeweiligen sp ache – g undwö e he ausbilde e. die olge dessen sind oll- s ändig äqui alen e Lexeme in diesen sp achen, de en geb auch in Übe se - zungen keine P obleme be ei e , da sie sowohl sachge ech als auch ad essa en- ge ech sind. abeLLe 2. Volls ändig äqui alen e ealienbezeichnungen (Quelle: au o des bei ages) deu sch Li auisch deu sch Li auisch Ax ki is Nadel ada a Besen šluo a O en k osnis B o duona Schloss d a as, pilis Ga n siūlai Schnu i ė Glocke a pas S ube pi kia He d židinys Wiege lopšys Ho kiemas Wi we našlė Kas en sk ynia Zwi n siūlas einige beispiele können als en lehnungen aus dem deu schen ins Li auische au g und bes imm e his o ische bedingungen gel en: 216 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX onymie kombinie we den kann, um den umgang mi bes imm en Wo scha zbe- eichen im ahmen on Übe se zungen besse zu e assen und zu besch eiben. aus solchen kombina ionen e wachsen Ve ände ungen in den jeweiligen heo e- ischen kons uk en, z. b. dass ein übe se zungswissenscha liches lexikalisches Äqui alenzmodell au d ei Äqui alenz ypen e ein ach we den kann: (1) olls än- dige Äqui alenz, (2) me onymische Äqui alenz als bewegungen im kon igui ä s- aum, (3) nulläqui alenz, die zu emdwo übe nahme zwingen kann. ü kogni ionslinguis ische heo ieansä ze zu Me onymie kommen eben alls Übe p ü ungen und Ve ände ungen in be ach , denn die un e scheidung on me onymischen Ve schiebungen, Ve d ehungen und Ve ze ungen zeig , dass au bau und P ozesse im kon igui ä s aum wei e e o sch we den müssen, um besse e aussagen übe das menschliche Wissen im allgemeinen e a bei en zu können. QueLLen b oliai g imai 1999–2001: Vaikų i namų pasakos 1–4. iš okiečių kalbos e ė ado- mas P anas d uk enis. Vilnius: alma li e a. B olių G imų Pasakos 1–2. 2010. iš okiečių kalbos e ė juozas balčikonis [o iginal de Übe se zung: 1938–1939]. kaunas: Vaiga. g imm jacob, g imm Wilhelm 2010: Kinde - und Hausmä chen. ausgabe le z e hand mi den o iginalanme kungen de b üde g imm. Mi einem anhang säm liche , nich in allen au lagen e ö en lich e Mä chen und he kun snachweisen h sg. on heinz ölleke. 3 bde. [o iginal: 1857] [= khM]. s u ga : eclam. achLi e a u ca agnoli s e ania 2005: Vom Pa adigma zu umse zung: das bozne Modell. – Wissens ans e du ch Sp ache als gesellscha liches P oblem, h sg. on ge d an os, sigu d Wich e . ank u /Main: Pe e Lang, 77–89. do nsei anz 1964: Sp ache und Sp echende , h sg. on jü gen We ne . Leipzig: koehle & amelang. d ößige hans-ha y 2004: beme kungen zu kommunika i en und kogni i en cha ak e is ik de Me onymie im deu schen. – Kalbų s udijos 5, 30–40. d ößige hans-ha y 2007: Me apho ik und Me onymie im Deu schen. Un e suchun- gen zum Disku spo enzial seman isch-kogni i e Räume. hambu g: d . ko ač. d ößige hans-ha y 2010: Zum beg i und zu P oblemen de ealien und ih e bezeichnungen. – Ve imo s udijos 3, 36–52. Zu handhabung deu sche ealienbe zeichnungen in den ins Li auische übe se z en Kinde - und Hausmä chen de b üde g imm 217s aipsniai / a icles d ößige hans-ha y 2011: e minologie in heo ie und P axis un e dem beson- de en aspek de in e kul u ellen kommunika ion. – Inos annye jazyki ys ej kole 2(17), 5–13. d ößige hans-ha y 2012: ealien, ih e bezeichnungen und aspek e de in e - kul u ali ä . – Kalbų s udijos 20, 5–11. haß-Zumkeh ul ike 2001: Deu sche Wö e büche – B ennpunk on Sp ach- und Kul u geschich e. be lin, new yo k: de g uy e . Kindle s neues Li e a u -Lexikon 1996: bd. 6. h sg. on Wal e jens. München: kindle . kolle We ne 2011: Ein üh ung in die Übe se zungswissenscha . 8., neubea bei e e au lage. übingen: ancke. Me zle Li e a u Lexikon 1990: h sg. on gün he und i mga d schweikle. 2., übe a bei- e e au lage. s u ga : Me zle . no d ch is iane 1993: Ein üh ung in das unk ionale Übe se zen. übingen, basel: ancke. snell-ho nby M., hönig h. g., kußmaul P., schmi P. a. (h sg.) 1999: Handbuch T ansla ion. 2., e besse e au lage. übingen: s au enbu g. Влахов Сергей, Флорин Сидер 2009: Непереводимое в переводе. Москва: Р. Валент. WÖ e bÜche do nsei anz 2004: De deu sche Wo scha z nach Sachg uppen. 8., öllig neu be- a bei e e au lage on uwe Quas ho . be lin, new yo k: de g uy e . Duden. Das He kun swö e buch 2005: 3., öllig neu bea bei e e und e wei e e au lage (cd- oM). Mannheim: bibliog aphisches ins i u & . a. b ockhaus ag. Duden. Deu sches Uni e salwö e buch 2006: 6., übe a bei e e und e wei e e au lage (cd- oM) [= duW]. Mannheim: bibliog aphisches ins i u & . a. b ockhaus ag. g imm jacob, g imm Wilhelm 1998–2004: Deu sches Wö e buch. [o iginal: 1852–1960] [= dWb]. u L: h p://www.dwb.uni- ie .de/ [2013.02.22.] Lie u ių kalbos žodynas, elek oninis a ian as, edak o ių kolegija: ge ūda nak inienė ( y . ed.), jonas Paulauskas, i u ė Pe okienė, Vy au as Vi kauskas, jolan a Zaba skai ė. Vilnius: Lie u ių kalbos ins i u as, 2008. P ieiga in e ne e: www.lkz.l . [2013.02.22]. 218 hans-ha y d Ößige ac a Linguis ica Li huanica LXIX Vokiškų ealijų pa adinimų a i ikmenys b olių g imų Vaikų i namų pasakų e imuose į lie u ių kalbą san auka Šio s aipsnio ikslas – emian is ink iniais pa yzdžiais apž elg i okiškų ealijų pa adinimų a i ikmenų a ojimą juozo balčikonio i adomo P ano d uk enio į lie u ių kalbą e s ose b olių g imų Vaikų i namų pasakose. Va ojan ealijų pa adinimų a i ikmenis, didelis aidmuo enka me onimijai. Me onimija gali bū i sąmoningai pa a o a ieškan a i ikmens, an a e us, me onimija gali ap i išei imi, kai a i ikmenų lie u ių kalboje nė a. dalis b olių g imų pasakose esančių ealijų pa adinimų ypa ingi uo, kad žymi in o maci- ją, nebea i inkančią šiuolaikinio žmogaus žinių. aigi nuo lie u iškų a i ikmenų pa inkimo p iklauso ai, kaip lie u is skai y ojas sup as šį jam e d ės i laiko a ž ilgiu s e imą kul ū inį pasaulį. a i ikmens pa inkimas susijęs su be ku ių d iejų kalbų leksinės-seman inės ek i a- lencijos p oblema. Pasi elkian lie u iškus a i ikmenis s aipsnyje į e inami We ne io kolle io (2011) a i ikmenų ipai. Į eik a 2013 m. liepos 5 d. hans-ha y d Ößige Vilniaus uni e si e as, Kauno humani a inis akul e as Mui inės g. 8, LT-44280 Kaunas, Lie u a [email p o ec ed]