Textgrammatik und frühneuhochdeutsche Gebrauchstexte aus tschechischen und slowakischen Archiven (Urbar, Satzung, Kirchenlied): Analyse und Versuch der Didaktisierung
Full text
S aipsniai / A icles 29
ALBRECHT GREULE
Uni e si ä Regensbu g
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen:
Tex g amma ik, Theolinguis ik und geis liches Lied,
Onomas ik, his o ische Syn ax.
TEXTGRAMMATIK UND
FRÜHNEUHOCHDEUTSCHE
GEBRAUCHSTEXTE AUS
TSCHECHISCHEN UND
SLOWAKISCHEN ARCHIVEN
(URBAR, SATZUNG,
KIRCHENLIED): ANALYSE
UND VERSUCH DER
DIDAKTISIERUNG
Teks o g ama ika i anks y ieji naująja
okiečių aukš aičių kalba pa ašy i eks ai
iš Čekijos i Slo akijos a chy ų (kadas ai,
po a kiai, bažny inės giesmės): analizė i
bandymas p i aiky i didak iškai
ANNOTATION
D ei ühneuhochdeu sche Tex e, die in Tschechien (Böhmen und Mäh en) und de
Slowakei en s anden sind, we den ex g amma isch analysie . Au diese Weise soll be-
sch ieben we den, wie in diesen Tex en des 15. und 16. Jah hunde s, die zu e schiede-
nen Tex klassen gehö en, die Tex kohä enz ü den Rezipien en nach ollziehba gemach
und e in die Lage e se z wu de, das Thema des Tex es zu e assen. Bei de Analy-
se we den in de Haup sache zwei S a egien eingese z : die Fes s ellung de Zen alen
Tex gegens ände du ch He ausa bei ung on Ko e e enz-Ke en und die Fes s ellung on
Iso opie-Ebenen du ch Ex ak ion on seman ischen Me kmalen. Aus de Kombina ion
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de Zen alen Tex gegens ände und de Iso opie-Ebenen kann das Thema de Tex e e -
schlossen we den. In die Abhandlung sind auch Hinweise eingea bei e , in welche Weise
die ex g amma ische Analyse im sp achgeschich lichen Un e ich genu z we den kann.
SCHLÜSSELWÖRTER: Sp achgeschich e, His o ische Tex g amma ik, Fachdidak ik, U -
ba linguis ik, Hymnologie.
ANNOTATION
Th ee Ea ly New High Ge man ex s which o igina ed in he Czech Republic (Bohe-
mia and Mo a ia) and Slo akia a e analysed om a ex -g amma ical poin o iew. In his
way he e ollows a desc ip ion o how in hese ex s o he 15 h and 16 h cen u ies, which
belong o di e en ex classes, ex cohe ence was made unde s andable o he ecipien
and how he was enabled o g asp he subjec o he ex . In he analysis wo s a egies a e
used o his cen al issue: he s a emen o he cen al ex objec s by he cla i ica ion o
co- e e ence chains and he s a emen o iso opy-le els by he ex ac ion o seman ic ea-
u es. F om he combina ion o hese cen al ex objec s and he iso opy-le els he subjec
o he ex s can be classi ied. In his pape ips ha e been inco po a ed how ex -g amma-
ical analysis can be used in language his o y lessons.
KEYWORDS: Language his o y, his o ical ex g amma , subjec didac ics,
cadas al linguis ics, hymnology.
1. EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG
Mi den olgenden Übe legungen se zen wi ein P ojek o , dessen Au ga-
be da in bes eh , die Aussagek a eines an Zei ungs ex en de Gegenwa e -
p ob en ex g amma ischen Modells au sp achhis o ische Tex e zu es en ( gl.
G eule, Kolbeck 2014). Mi Blick au die Didak ik des Deu schen als F emdsp a-
che und die Rolle, die sp achgeschich liche Tex e do spielen könn en, wählen
wi dazu ühneuhochdeu sche Tex e aus, die aus schechischen und slowaki-
schen A chi en s ammen bzw. in Böhmen, Mäh en und de Slowakei im 15.
und 16. Jah hunde en s anden sind. Es handel sich um die Sa zung des Ra s
de S ad Kaschau/Košice on 1404, das U ba des Fü s en ums Jäge ndo on
1531 und das Kan ional (Ki chengesangbuch) de Böhmischen B üde on 1531.
Alle d ei Quellen sind aus ex linguis ische Pe spek i e „G oß ex e“, die je-
doch au un e schiedlichen Hie a chies u en in „Klein ex e“ au gegliede sind
(G eule 2012: 81–86). Au d ei ausgewähl e Klein ex e de genann en Quellen
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Tex g amma ik und ühneuhochdeu sche Geb auchs ex e
aus schechischen und slowakischen A chi en (U ba , Sa zung,
Ki chenlied): Analyse und Ve such de Didak isie ung
beziehen sich die olgenden Analyse e suche. Zu o wi d jeweils au die kul-
u geschich liche Besonde hei de Quellen ex e eingegangen und die F age de
Didak isie ung de his o ischen Tex g amma ik angeschni en.
2. TEXTGRAMMATISCHE ANALYSE
Es geh bei de ex g amma ischen Besch eibung de o liegenden ühneu-
hochdeu schen, im 15. und 16. Jah hunde en s andenen Tex e um den Nach-
weis de Tex kohä enz. Es geh um eine An wo au die F age, mi welchen
sp achlichen Mi eln de Ausd ucks- und de Inhal ssei e die Tex kohä enz ü
den Rezipien en des Tex es nach ollziehba gemach is und e in die Lage e -
se z wi d, das Thema des Tex es und seine En al ung zu e assen. Dazu kom-
men in de Haup sache zwei S a egien in age: die Fes s ellung de Zen alen
Tex gegens ände (ZTG) du ch He ausa bei ung on Ko e e enzke en und die
Fes s ellung on Iso opie-Ebenen du ch Ex ak ion on sich im Tex e lau
wiede holenden seman ischen Me kmalen, den Klassemen. Es is un e kenn-
ba , dass ü die Analyse de Aspek de Quan i izie ung on sich wiede ho-
lenden Elemen en sowie das Ope ie en au de Sa zebene die Haup olle spie-
len. Da übe hinaus bes eh de Ve dach , dass das Modell bei de Anwendung
au Tex exempla e un e schiedliche Tex so en en sp echend adap ie und e-
idie we den muss und es bes eh hinsich lich sp achhis o ische G oß ex e
e hebliche Handlungsbeda (aus üh lich G eule 2011: 24–26; G eule, Kol-
beck 2014). Akzep ie man da übe hinaus die Vo s ellung, dass G amma ik
die Kombina ionsleh e is , die on un en nach oben ans eigend imme g öße
we dende Zeichenkomplexe nach spezi ischen Regeln kombinie , dann kann
man die komplexen „G oß ex e“ als Kommunika e de inie en, die aus meh e-
en Klein ex en bes ehen, zwischen denen eben alls ex g amma ische Rela io-
nen e schließba sein müssen.
3. URBAR DES FÜRSTENTUMS JÄGERN-
DORF (1531)
Das U ba des Fü s en ums Jäge ndo /K no o.B un ál on 1531 lieg als
O iginalhandsch i , zusammen mi ande en un e de Regie ungszei de
Ma kg a en on B andenbu g-Ansbach e ass en U ba en, im Landesa -
chi T oppau (Zémsky a chi Opa é). Es wu de 2010 on Sieg ied Hanke
und Raine Vogel edie (Hanke, Vogel 2010: 18–100). Ma kg a Geo g on
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B andenbu g ließ das U ba in deu sche Sp ache und in enge Anlehnung
an ein o ausgehendes, in al schechische Sp ache e ass es U ba on 1523
anlegen.
In den U ba en sind die liegenden Gü e , Ge ech same und Abgaben eine
geis lichen ode wel lichen G undhe scha e zeichne ; sie we den deshalb
den „domanialen Tex so en“ zuge echne . Übe die U ba genese wissen wi
ech gu Bescheid. U sp ünglich is da on auszugehen, dass die Gü e und Ge-
ech same o O du ch Be agung de Zinsp lich igen e hoben und danach in
de ü s lichen Kanzlei in einem U ba sch i lich ixie wu den. Da aus e gib
sich ü die U ba linguis ik, dass in den in eine de Volkssp achen e ass-
en U ba en eine Mischung aus Sp ech- und Sch eibsp ache o lieg , die nich
in so pe ek e „O hog aphie“ es gehal en wu de, wie wi sie heu e e wa -
en wü den (G eule 2003: 58–61). U ba e gel en un e unk ionalen Aspek en
als Ve zeichnisse mi Appell unk ion: In ihnen we den Gü e und Rech e so-
wie aus ihnen ließende Einkün e e zeichne , die au g und de sch i lichen
Au zeichnung als Leis ungen de Zinsp lich igen einge o de we den können.
(G eule 2003: 63)
Das U ba des Fü s en ums Jäge ndo is als G oß ex un e gliede in die
E assung de Abgaben on zehn O scha en im Fü s en um; diese Tex kom-
plexe ze allen p o O selbs in Klein ex e, die un e hema ischen Übe sch i -
en die Abgaben im jeweiligen O e zeichnen.
Analyse: Teil ex /Klein ex „Maye ho “ (Hanke, Vogel 2010: 18 .)
Sowohl was die sp achwissenscha liche Analyse als auch die Didak isie-
ung eines solchen Tex es anbelang , is es e o de lich o dem Hin e g und
de kommunika i en Funk ion seine syn ak ischen S uk u en und sein lexi-
kalisches Po enzial (Spezialwo scha z) au zua bei en. Die Analyse de syn ak-
ischen S uk u en mani es ie sich in de olgenden Au lis ung de 24 Mini-
malen Tex einhei en (MTE).
Übe sch i /Sup a ex : Maye ho
1: Vnnd e (m) schlos Lobens ain is ain maye ho , wol zue wi scha gelegen,
de gleichen wol au gebau , Vnd ha da zue iel acke Vnd gue zuege ich , V
weliche Ecke au en win e IX mal e Vnd au en Somme gleich so il Inn de
Zei meh Vnd wenige bauen mag.
2: Zue dem selben schlos sein iel gu e wysn, wie dann Vnd en Vo zaichen ,
scha VIc Vnd ynd iech ain schock, zwen wagenn Zug, Rey p e d iel,
3: diesem allem ein gebü liche nod u geben mag.
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Tex g amma ik und ühneuhochdeu sche Geb auchs ex e
aus schechischen und slowakischen A chi en (U ba , Sa zung,
Ki chenlied): Analyse und Ve such de Didak isie ung
4: [i em] die Ge en zue diesem schlos sein gu ,
5: In denn mag man In die Kuchen maniche ley Zuemuße ein sehenn.
6: [i em] Ein g osse nd nu zpa bawmga en, De sich mi obis nd g as lassen
geb auchen.
7: [i em] de nide Baumga en, Inn welichem iell Bewme sein ,
8: denn selben ga en mag mann mi obis nd g as genissenn.
9: [i em] De d y e baumga en is Hinde dem maye ho nd e m plancken,
10: de sich auch mi obis nd g as lasse genissenn.
11: [i em] De ie de bawmga en mb das schlos au en plancken new gebau , we-
lichen (man) mi obis nd g as mag genissenn.
12: [i em] De selben ie bawm ga en Je lich mag genossen we den bey den XX ,
In de zai meh nnd wenige .
13: [i em] Zue dem schlos sein schwa ze nd annde e weld zu o kau en,
14: de selbenn den nu z Hie gese z , ain Ja Zuem ande n gese z XX , Zai en meh
ode wenige .
15: [i em] Inn denn selben welden sein pynbeu en on d ayen Hol ze n,
16: gieb man ain messel mehd
Konnek o : nd
17: soliche messel hel Inn siech IIII qua med.
18: Die zs mag man Je lich genissen ain gulden zai en meh nnd wenige .
19: [i em] Vnd e m schlos sein zway wasse , Im welchem sein ah en, g undln nd
He li zen,
20: de selben mag man genissen Je lich au III gulden Zue Zai en meh nd
wenige .
[…]
21: [i em] Ein gue e nd nu zpa bach nd e m schlos, Im welichem sein a en,
Eschenn nd ande wasse iesch zue nod u geb auchen,
22: denn selben mag man genissen Je lich VI gulden Inn de Tzai meh nd
wenige .
23: [i em] Vnd e dem schlos sein g osse wiesn
24: au den selben mag man IXc wagen hew machen Inn de Zai nd wenige .
Die MTE sind dadu ch gewonnen wo den, dass nach dem syn ak ischen
K i e ium 20 ein ache und komplexe Ve balsä ze, also solche Äuße ungen, die
ein ode meh e e P ädika e au weisen, abge enn wu den. Lediglich ie Äu-
ße ungen (MTE 5, MTE 6, MTE 10, MTE 21) en hal en kein Haup sa zp ädi-
ka und we den als so genann e Se zungen gewe e .
Das – auch didak isch – wei e e Vo gehen se z ein Ve s ehen des Tex es
o aus, wozu auch die Gliede ung in kleins e syn ak ische Einhei en dienen
soll. Dieses häng sowohl on de kommunika i en Funk ion (Regis ie ung
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de Gü e und ih en E ag ü den Landeshe n) als auch om Ve s ändnis de
Lexeme, besonde s de Fachlexeme wie mal e , schock, Zuemuße, genissenn, pyn-
beu en, messel mehd, ah en, g undln, He li zen, Eschen ab. Sie können übe das de
Edi ion on Hanke/Vogel beigegebene Glossa leich e mi el we den. Es blei-
ben abe die das Tex e s ändnis e schwe enden Sch eibweisen, die nich nu
on de heu igen deu schen O hog aphie e heblich abweichen, sonde n auch
die zei genössische Sa zs uk u nu wenig s ü zen. Deshalb läss sich hie eine
sp achhis o isch lohnende Übung anschließen, die da in bes eh , die Sch eib-
weise on 1531 de heu igen O hog aphie, so gu es geh , anzupassen. Du ch
diese Übung wi d o allem de kommunika i e We de G oßsch eibung und
de Doppelsch eibungen e kennba .
Einen e s en Sch i zu Fes s ellung de Iso opie-Ebenen, die den seman-
ischen Hin e g und des Tex es bilden, s ell die Klassi ika ion de P ädika e
da , die zu o am bes en du ch Un e s eichen he ausgehoben we den. Quan-
i izie man die sich wiede holenden P ädika e un e seman ischem Aspek ,
e geben sich au g und de Häu igkei olgende Iso opien mi den Klassemen
‘Exis enz’ (sein , ha ) und ‘bekommen/den Nu zen haben’ (mag geniessenn, mag
genossen we den, lasse geniessenn, sein …zue nod u geb auchen, den nu z…ge-
se z , geben mag, gieb ). Auße dem is die du ch das häu ige Modal e b mag
‘kann’ ausged ück e po en ielle Modali ä beme kenswe . Fe ne sind bei den
Exis enzp ädika en zwa die „Exis enz äge “ genann , nich jedoch bei den
Nu zungsp ädika en de /die Nu znieße , es sei denn du ch das e allgemei-
ne nde P o-Nomen man. Le z e es e wunde nich , da de Nu znieße de das
U ba e anlassende G undhe wa , de nich (mi allen Ti eln) imme wiede
genann zu we den b auch . Ab MTE 12 wi d de jeweilige Nu zen in (Geld-)
Summen angegeben.
Zum Thema des Tex es im Sinne eine Ku zinhal sangabe, die auch als
Übe sch i ungie en könn e, gelangen wi du ch die Fes s ellung de ZTG,
die sich aus de Folge sich wiede holende Re e enz e geben:
maye ho (1) – Hinde dem maye ho (9)
Schloss Lobens ain (1) – Zue dem selben schlos (2) – zue diesem schlos (4) –
mb das schlos (11) – Zue dem schlos (13) – Vnd e m schlos (19) – nd e m schlos
(21) – Vnd e dem schlos (23)
Viel gu e wysn (2) – g osse wiesn (23) !! – au den selben (24)
die Ge en (4) – In denn (5) – Ein…bawmga en (6) – de nide Baumga en
(7) - dennselben ga en (8) – De d y e baumga en (9) – de (10) – De ie de ba-
wmga en (11) – De selben ie bawm ga en (12)
Weld („Wälde “) (13) – de selbenn (14) – Inn denn selben welden (15)
pynbeu en („Honige ag) (15) - ain messel mehd (16) – soliche messel (17) –
Die zs („da on“) (18)
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Tex g amma ik und ühneuhochdeu sche Geb auchs ex e
aus schechischen und slowakischen A chi en (U ba , Sa zung,
Ki chenlied): Analyse und Ve such de Didak isie ung
zway wasse (19) – de selben (20) – Ein…bach (21) – denn selben (22).
Aus de Kombina ion de Klasseme (Iso opien) mi den ZTG kann das
Tex hema wie olg e a bei e und o mulie we den: „Von den zum Meie ho
un e halb on Schloss Lobens ein gehö enden Wiesen, Gä en, Wälde n, Ho-
nige ägen und Gewässe n is olgende (im einzelnen spezi izie e ) Nu zen/
E ag möglich“. Dass das Thema in diese Fo mulie ung nich als Übe sch i
(Sup a ex ) s eh , häng dami zusammen, dass die Lokali ä Schloss Loben-
s ein in de Haup übe sch i und de Meie ho in de Übe sch i genann sind.
De Res des Themas käme in de Übe sch i eine Tex gliede ung gleich, und
die Funk ion des Tex es, die Gü e und ih en Nu znieß zu benennen, is aus de
Funk ion des U ba s kla und bekann .
Die spä e Wiede au nahme de Ka ego ie „Wiesen“ in MTE 23 läss au ei-
nen Nach ag schließen, de du ch ein Ve sehen des Sch eibe s e klä we den
kann.
In seine Funk ion unkla bleib le z lich das ex g amma isch als Gliede-
ungs-Konnek o spezi izie ba e i em (siehe auch un en 4.)
4. SATZUNG DES RATES DER STADT
KASCHAU/KOŠICE (1404)
Schon die Besch eibung de Handsch i du ch Ilpo Tapani Pii ainen lie e
wich ige Hinweise au ex g amma ische S uk u en, die an de Edi ion nach-
ollzogen we den können (Pii ainen 1987: 239 .). Die Sa zung des Ra es de
S ad Košice/Kaschau on 1404 (ku z: Sa zung) is ein homogene , aus Klein-
ex en („A ickel“), die ausschließlich de Funk ion de Rech sse zung (Tex s-
o e „Sa zung“) dienen und deu lich oneinande abgeg enz sind, bes ehende
komplexe Tex . Auße den 47 A ikeln, den Klein ex en, um ass de Ge-
sam ex (die Handsch i ) noch eine Einlei ung, die jedoch den Um ang eines
Klein ex es nich übe sch ei e . De Tex de Handsch i is in de Edi ion in
eine diploma ischen, buchs abenge euen Fo m abged uck . Dies be i e -
mu lich auch die Zeichense zung, so dass die Se zung de Komma a als einzi-
gen Sa zzeichen in de Edi ion nu beding zu inhal lichen E schließung des
Tex s ücks bei äg . Gleiches gil ü die Ve salien. Die ü die ex g amma i-
sche Analyse wich ige Sa zabg enzung muss in e p e a o isch du ch den Ana-
lysa o an den Tex he ange agen we den.
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Analyse des 21. A ikels (Pii ainen 1987: 246)
Sup a ex : De eyn ndcz enczigs e A ickel1
1: [I em] keyn ngebe ey elkey sp ichwo nnüczlich awmen üs e en In sic-
zenden o sol nich seyn,
Konnek o : sunde
2: yde sey geschick zw ho en was zuhandlen is , Das dy sach nich s ö ung habe
noch hinde niß.
Konnek o : I em auch
3: keyn ngebe d auswendig des o s mi enande sol seyn o gemeynen ley en
czu o meyden e ge niß,
Konnek o : Vnd auch
4: keyn ande sach sol eynge agen we den dye selbe czey besunde lich u sehen
haben dy sach dy zu handlen is ,
Konnek o : nd
5: keyne ley ande sach eyn agen noch be u en, wen dy men handel czu de
s ünden
Obwohl die MTE 5 eine mi de In ini i kons uk ion in MTE 4 (besun-
de lich u sehen haben…) koo dinie e In ini i kons uk ion is , habe ich sie als
selbs ändigen, alle dings ellip ischen Sa z, in dem „sol men“ zu e gänzen is ,
abge enn .
Ko e e enz du ch
a) iden ische Repe i ion on Nomina:
- Dy sach (2) - keyn ande sach, dy sach (4) - keyne ley ande sach (5)
- keyn ngebe (1) – keyn ngebe d (3)
- in siczenden o (1) – auswendig des o s (3)
b) iden ische Repe i ion on Ve ben:
- handlen (2) – handlen (4) - handel (5)
1 Übe se zung: Ebenso soll es, wenn de Ra si z , kein ungebüh liches Benehmen, keinen Mü-
ßiggang, kein „Sp ichwo “ (Zwischen u ?), kein nu zloses Flüs e n, Scha en mi den Füßen
geben. Vielmeh soll jede be ei sein zu hö en, was zu e handeln is , dami die Sache wede
ges ö noch behinde we de. Ebenso soll es auße halb des Ra s kein ungebüh liches Beneh-
men geben, um Ä ge nis o de Allgemeinhei zu e meiden. Und es soll keine ande e Sache
gleichzei ig eingeb ach we den, sonde n man soll sich au die Sache konzen ie en, die ge ade
e handel wi d. Und (man soll) keine ande e Sache einb ingen ode be üh en, auße de , die
man behandel .
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Tex g amma ik und ühneuhochdeu sche Geb auchs ex e
aus schechischen und slowakischen A chi en (U ba , Sa zung,
Ki chenlied): Analyse und Ve such de Didak isie ung
- eyn agen (4) – eyn agen (5)
Ko e e enz du ch Kon igui ä (‘Tä igkei en des Ra s’): siczenden o (1) –
handlen, dy sach (2) – sach eyn agen, handlen (4) – sach eyn agen, handel (5)
S uk u eku enz/syn ak ische Pa allelismus:
negie es Modalp ädika : sol nich seyn (1) – (keyn…) sol seyn (3) – (keyn…) sol
eynge agen we den (4) – (sol) eyn agen noch be u en (5, ellip isch).
Ve gleichba sind das Zus andspassi im Konjunk i sey geschick zw ho en
und die Passi e sa z o m nich s ö ung habe (2), die als Ausd ucks a ian en (s a
sol seyn geschick , sol nich s ö ung haben) e s anden we den könn en.
Iso opie mi dem Klassem ‘(ungebüh liches) Ve hal en’: ngebe ey elkey
sp ichwo nnüczlich awmen üs e en (1) – s ö ung…noch hinde niß (2) – ngebe d,
e ge niß (3) - ande sach… eyn agen (4) - ande sach eyn agen noch be u en (5)
Alle ün MTE sind du ch ad e sa i e und koo dinie ende Konnek o en
mi einande e bunden. Mögliche weise is diese Be und de Tex so e ge-
schulde , die eine deu liche Gliede ung e lang .
Ve suchen wi aus diesen ex g amma ischen In o ma ionen, das Thema des
21. A ikels zu kons uie en, dann äll zue s ein in ie MTE o handenes
negie es Modalp ädika ins Auge, das as s e eo yp wie in den Zehn Gebo en
(z.B. „du solls nich s ehlen“) o mulie is . Lediglich in MTE2 wi d das Ve -
bo im Konjunk i (sey, habe) e was abgeschwäch ausged ück . Die Modali ä ,
die Eins ellung des Sp echenden/Sch eibenden gegenübe dem Lesenden/Hö-
enden, bleib die gleiche. Dabei äll au , dass kein Ad essa (syn ak isch: kein
Agens) genann wi d; yde ‘jede ’ in MTE 2 is zu age. Es u sich hie eine Lü-
cke au , die en wede anapho isch ode ka apho isch aus dem 20. ode dem 22.
A ikel – in de Ho nung, dass sich do ein „Ad essa “ inde – geschlossen
we den kann und dami zu einem P oblem de G amma ik des G oß ex es wi d.
Das Thema des 21. A ikels kann aus dem Zusammenspiel de ex g am-
ma ischen Rela ionen he aus olgende maßen o mulie we den: „Ein nich
genann e Ve asse X gebie e nich genann en Ad essa en Y, S ö ungen de
Ra s e sammlung zu e meiden“. O und Zei , wo dies zu geschehen ha , we -
den nich genann . Da sich de Inhal on MTE 3 nich au das Ve hal en
in, sonde n auße halb de Ra s e sammlung bezieh , kann e als Neben hema,
e s anden we den, das de Ve asse de Sa zung in au ällige Weise mi I em,
einem koo dinie enden Konnek o zu Beginn de Klein ex e, einlei e . Die Va-
iablen X und Y in de Thema o mulie ung sollen die Unselbs ändigkei des
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Teks o g ama ika i anks y ieji naująja
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iš Čekijos i Slo akijos a chy ų (kadas ai,
po a kiai, bažny inės giesmės): analizė i
bandymas p i aiky i didak iškai
SANTRAUKA
S aipsnyje g ama iniu aspek u analizuojami ys anks y osios naujosios okiečių
aukš aičių kalbos eks ai iš Čekijos Respublikos (Bohemijos i Mo a ijos) i Slo akijos.
Ap a iama, kokiais būdais šiuose XV a. i XVI a. eks uose, p iski iamuose ski ingoms
eks ų klasėms, ad esa ui pe eikiama eks o kohe encija i jo ema. Šis pag indinis klausi-
mas analizuojamas pasi elkian d i s a egijas: pag indinių eks o objek ų a pažinimą nu-
s a an ko e e encijos g andines bei izo opijos lygmenis išski ian seman inius požymius.
Teks ų emą galima klasi ikuo i pagal šių pag indinių eks o objek ų i izo opijos lygmenų
kombinaciją. S aipsnyje pa eikiamos ekomendacijos, kaip eks o g ama inę analizę gali-
ma p i aiky i dės an kalbos is o iją.
Į eik a 2014 m. g uodžio 15 d.
ALBRECHT GREULE
Uni e si ä Regensbu g
Ins i u ü Ge manis ik, D-93040 Regensbu g.
Alb ech .[email p o ec ed] egensbu g.de