„Altlitauisches Etymologisches Wörterbuch (ALEW)“
Full text
S aipsniai / A icles 271
ULRICH GEUPEL
Philipps-Uni e si ä Ma bu g
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Ve gleichende
Sp achwissenscha , Kel ologie.
ALTLITAUISCHES
ETYMOLOGISCHES
WÖRTERBUCH
(ALEW)
H sg. . Wol gang Hock e al.
3 Bde. Hambu g: Baa , 2015, 1639 S.
ISBN 978-3-935536-74-5
Die jüngs e Ve gangenhei ha zu eine ungeahn en Ve iel äl igung de
Bal is en und am Bal ischen in e essie en Sp achwissenscha le n zu
Ve ügung s ehenden Hil smi el ge üh . Nach de zwei en Au lage on Vy-
au as Mažiulis‘ PKEŽ zum Al p eußischen, Wojciech Smoczyńskis SEJL (ein-
schließlich den Addenda Smoczyński 2008 und 2009) zum sp achepochenü-
be g ei enden Li auischen, welche den ak uellen S and de Diskussion in de
his o isch- e gleichenden Sp achwissenscha in e schiedenem G ade be ück-
sich igen, sowie dem da en eichen LKŽ, sind 2015 gleich zwei neue Wö e -
büche e schienen, die das Bal ische aus indoge manische Pe spek i e be-
ach en. Zunächs Rick De ksens E ymological Dic iona y o he Bal ic Inhe i ed
Lexicon beim niede ländischen B ill-Ve lag und ku z da au das un e Lei ung
on Wol gang Hock in eine A bei sg uppe de Be line Humbold -Uni e si ä
konzipie e, o liegende Al li auische E ymologische Wö e buch im Hambu ge
Baa -Ve lag. Wäh end e s e es alle bal ischen Sp achen sys ema isch abdeck ,
is le z e es sp achspezi isch.
Ein kla e Nach eil on V. Mažiulis‘ PKEŽ, W. Smoczyńskis SEJL und dem
LKŽ is ih e ü iele Fo sche , die keine Expe en au dem Gebie de Bal is ik
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sind, schwie ige sp achliche Zugänglichkei , da sie nich in allgemein bekann-
en mode nen Wissenscha ssp achen e ass sind. Indoge manis en g i en
deswegen bishe imme noch zue s au E ns F aenkels LEW zu ück, welches
an allen Ecken und Enden e al e is . Zumindes ü die le z genann e G uppe,
die e lässliche synch one sowie his o isch-e ymologische In o ma ionen zu li-
auischen Wö e n ü indoge manische E ymologien such , bie e das ALEW
ein neues, unen beh liches Hil smi el, das in g oßen Teilen das LEW e se zen
wi d.
Die Vo beme kungen sind ku z gehal en und üh en in neun Sei en in Ge-
gens and und Ziel des We kes, Lemma isie ung, A ikelau bau, Zi ie weise,
das he angezogene Sp achma e ial sowie das P ojek und seine Mi a bei e ein.
Den uneingesch änk g öß en Raum nimm dami de eigen liche Wö e buch-
eil (1323 Sei en) im e s en und zwei en Band ein. Beige üg is ein sepa a e ,
dünne e Band mi Ve zeichnissen de abgekü z en Tex quellen, einem Li e a-
u e zeichnis und aus üh lichen Indices ü alle ange üh en Sp achen. Abge-
unde wi d de d i e Band du ch eine a bige Ka e zu Ve eilung de li aui-
schen Dialek e zu Beginn des 21. Jh.
Ve zich e wi d, ande s als in De ksen 2015, au die Besp echung heo e i-
sche Hin e g ünde und linguis ische Vo annahmen, e wa zu Gül igkei um-
s i ene Lau gese ze, was dazu e p lich e , bei s i igen F agen in den Ein-
zela ikeln S ellung zu beziehen, Dem komm das ALEW auch konsequen
imme dann nach, wenn es on de Communis Opinio abweich .
Dem A ikelkop de einzelnen Lemma a olgen ku ze g amma ische In o -
ma ionen und Bedeu ungsangaben mi Zi a en aus den O iginalquellen. Bei
E bwö e n olgen dem, ma kie nu mi einem schwa zen Quad a , zunächs
bal ische und sla ische Kogna en in Au zählung, dem anschließend e wand-
e Wö e ande e idg. Sp achen, in de Regel mi Angabe de u idg. Wu zel.
In einem neuen Absa z olg eine ku ze bis mi ellange Diskussion zu phi-
lologischen F agen des al li auischen und bal ischen Ma e ials sowie de e y-
mologischen Zusammens ellung, wobei o angig au P obleme in Lau ung,
Mo phologie und Seman ik eingegangen wi d. De e s e Abschni eines jeden
Lemmas, de die aus üh liche Da s ellung des P imä ma e ials mi Kon ex-
en sowie die Au zählung de bsl. Kogna en bie e , is dabei in eine g öße en
Sch i ged uck als die olgende sp achhis o ische Diskussion. De da aus au
den e s en Blick en s ehende Eind uck eines ali . Belegwö e buchs mi zusä -
zlichen e ymologischen In o ma ionen im „Kleinged uck en“ en sp ich jedoch
nich dem Fokus des We kes und de Quali ä de seh gu en Diskussionen und
is nu Pla zg ünden geschulde .
Die Da eng undlage des ALEW bilden al li auische P imä quellen, au die
in den Lemma a mi Siglen e wiesen wi d. Als Al li auisch gel en Tex e, die
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o 1700 en s anden sind. Einbezogen wu den dabei die wesen lichen, du ch
Edi ionen zugänglichen Tex quellen jene Epoche. Au einige kleine e und
noch nich edie e We ke muss e dabei e zich e we den. Die zi ie en bal i-
schen Kogna en, die den einschlägigen Wö e büche n und de Spezialli e a-
u en s ammen, decken alle üb igen Sp achen des Zweiges ab und auch das
Neh ungsku ische wu de sys ema isch au genommen: Das Regis e üh übe
700 neh ungsku ische Lexeme.
Vom G os de e ymologischen Wö e buch heb sich das ALEW du ch die
o bildha e Bea bei ung de synch onen und diach onen Seman ik ab, wobei
philologische A bei an den P imä quellen mi de Sp achgeschich e zusammen
geb ach we den, wie de olgende Auszug zeig : „In seman ische Beziehung
is wohl da on auszugehen, dass das au blagnas ‘ungeeigne , nu zlos’ basie en-
de Ve b sekundä au die Besch eibung des Ka e zus ands eingeeng wu de,
wo aus dann ‘nüch e n we den’. Die allgemeine e Ve wendung des Ve bs o
diese seman ischen Spezialisie ung is o enba di ek übe lie e in MgT 13417,
wo blagnyjimas zu Übe se zung on la . le i as ‘Leich sinn’ benu z wu de“ (I
119 s. . blagnas).
Ebenso is die Wo bildung, übe all wo es den Au o en nö ig e schien,
konzise besp ochen und o mi Re e enz au das imme noch Maß geben-
de S anda dwe k P anas Ska džius (1943) e sehen. Hie und da wi d au das
Caland-Sys em und den omós-Typ de u idg. Subs an i e e e ie , insgesam
bleib die Besch eibung de spezi ischen su ixalen Wo bildungsseman ik je-
doch im üblichen und dami beg enz en Rahmen. Vo bildha in de Benen-
nung de be eilig en Mo pheme und ih e mo phoseman ischen Funk ion is
de Ein ag zu á klas ‘P lug’ (I 55), in welchem de Lese übe die Va ianz
und Dis ibu ion de Su ixe mi de Funk ion „Nomina ins umen i“ in o -
mie wi d, sowie die Bildung on a klys ‘P e d’ als Lexikalisie ung eine mi -
els Zugehö igkei ssu ix *io- gebilde en Ablei ung. Du ch die in den meis en
Ein ägen ange üh e Besch eibung de eindeu igen, beobach ba en mo pho-
logischen Ve häl nisse zwischen e ymologisch e wand en Lexemen wi d dem
Nu ze eine hil eiche G undlage ü wei e gehende Fo schung in diesem Be-
eich gegeben. Typisch is eine Besch eibung wie sich s. . bal (I 91) inde :
„Das nich meh geb äuchliche li . Nomen und seine le . En sp echung ma-
chen den Eind uck eine o-s u igen Su ixablei ung zum e schollenen p imä-
en Ve b ( gl. zum Wo bildungsmus e Ska džius 1943: 377 .).“ Die mi Hil e
des ALEW leich mögliche Sammlung diese Fälle und Schich ung nach ih em
Al e könn e die noch nich zu Communis Opinio gewo dene Idee de akul-
a i en Ein üh ung eine o-S u e bei Subs an i ie ung eines (Ve bal-)Adjek-
i s des Typs u idg. *bh(e) nó- ‘gebo en’ ( gl. le . bḗ ns ‘Kind’) → u ge man.
*bó no- (> go . ba n) ‘Kind’ ( gl. Ne i 2013: 198) auch ü das Bal ische s ü zen.
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O-S u e i schließlich auch sons zu Bildung on bal osla . Subs an i en au ,
gl. a uss. zobь ‘Fu e , Nah ung’ gegenübe dem e mu lich al e Ve häl nis-
se wiede spiegelnden li . žbi ‘langsam essen, kauen’, alls das Nomen nich ,
wenige wah scheinlich, di ek om Ve b u sla . *zobá i gebilde is .
Au g und de Besch änkung au den (al )li auischen Wo scha z konn en
einige wenige in e essan e Fo se ze u indoge manische E bwö e im Bal i-
schen nich abgedeck we den, wie e wa ap . genno ‘F au’ (u idg. *genh2-), le .
ku ns ‘ aub’ (u idg. *kna-) und le . d gs ‘lieb, eue ’ (zu aksl. d agъ, uss.
do ogój ‘id.’). In diesen Fällen kann de Fo sche au De ksens neues E ymo-
logical Dic iona y o he Bal ic Inhe i ed Lexicon zu ückg ei en, so e n das Wo
in dessen wei un olls ändige Auswahl en hal en is , sowie au Kons an īns
Ka ulis‘ LEV und das PKEŽ. In einigen Fällen ließen es sich die Au o en des
ALEW jedoch nich nehmen, au sp achhis o isch wich ige Synonyme im Bal-
ischen, die abe ohne Kogna im Li auischen sind, hinzuweisen, z.B. le . asins
‘Blu ’ (le gall. asnis) s. . k ajas, dem g oße sp achhis o ische Bedeu ung als
einzige bal ische und sla ische Fo se ze on u idg. *h1ésh2- /n- zukomm (I
521), und ap . wa sus ‘Lippe’ s. . li . lpa ‘id.’ (I 602), wo ü im le z e en Fall im
kleinged uck en Diskussionsabschni eine Übe sich übe die e schiedenen
bal ischen Wö e de Bedeu ung ‘Lippe’ gegeben wi d. Obgleich zumeis keine
wei e e E ymologie ange üh wi d, is dies ein dem sp achhis o isch in e es-
sie en Nu ze en gegenkommendes Vo gehen, da au diese Weise gegebenen-
alls au e ende seman ische Ve schiebungen bei Wo e sa z ode gegensei ige
analogische Beein lussungen un e such we den können.
So e n die Wu zel im Ali . beleg is , wi d in de Regel au alle ele an en
Ablei ungen in den ande en bal ischen Sp achen e wiesen, auch wenn die-
se übe keine exak e Ko espondenz im Li . e ügen. Hie und da kann die
Da s ellung bei sp achhis o isch schwie igen Fällen wie lexikalisch üh ab-
gespal enen Ablei ungen eine Wu zel naheliegende Weise nich e schöp end
sein. So sind die nich im ALEW e zeichne en le . gaa ‘Fleisch’ und le gall.
gala ‘id.’ wohl am ehes en zu li . glas ‘Ende, Ziel’ und dami de u idg. Wu -
zel *gelH- ‘quälen, s echen’ zu s ellen; die Diskussion de un e schiedlichen
seman ischen En wicklungen hä e jedoch den gegebenen Rahmen gesp eng .
Die Besch änkung au das al li auische Ma e ial ha dabei meh e e Vo eile:
Zum einen is es in de his o isch- e gleichenden Sp achwissenscha üblich,
on de äl es en Sp achs u e auszugehen, da diese po en iell meh A chaismen
bewah ha und eine ekons uie en Vo s u e noch am nächs en s eh . Nun
is die Zei ie e des Li auischen wie de ande en bal ischen Sp achen nich seh
g oß, deswegen wieg ein zwei e G und s ä ke : So kann nämlich das Co -
pus ela i olls ändig abgedeck we den und es bleib Raum ü die Besp e-
chung de einschlägigen Belege. Aus dem imme noch seh um ang eichen
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al li . Co pus muss e na u gemäß o zdem eine Auswahl ge o en we den.
Das ALEW ha dabei jene Lexeme ausgewähl , die on sp achhis o ischem In-
e esse sind: „Aussagek a ü die his o isch- e gleichende Sp achwissenscha
ode den speziell al li auischen Sp achs and […] e ne kamen kul u his o i-
sche und quan i a i e K i e ien zum T agen (geis esgeschich liches und sach-
kundliches In e esse bzw. Häu igkei und Ve b ei ung)“ (Einlei ung: I 7). An-
de s als in dem au ein indoge manis ische Bedü nisse zugeschni enen We k
R. De k sens wu de gemäß diese Konzep ion Lehngu sys ema isch be ück-
sich ig, wenngleich es sich dabei um den Be eich handel , bei dem kleine e
Abs iche gemach we den muss en. So e miss de Lese einige Lemma a zu
Lehnwö e n aus dem Sla ischen, ohne dass dabei e sich lich wi d, wa um ge-
ade diese nich au genommen wu den, z. B. pukas ‘Volk, Hee , Gemeinde’
( gl. Ska džius 1931: 183), welches im LEW s. . besp ochen wi d und im Ali .
gu bezeug is , z.B. B BXXX. Das Fehlen is umso e s aunliche , da z.B. ba-
zas ‘Lage , Hee lage , Hee ’ (S. 17) au genommen wu de. Ein In e esse könn e
de Nu ze an pukas du chaus haben, inde das Wo doch g oße Ve b ei ung
in den bal . Sp achen und is die Gebe sp ache nich au den e s en Blick e -
sich lich. In allen au genommenen Lehnwö e n we den diese beiden Aspek e,
inne bal ische Ve eilung und En lehnungswege, jedoch mus e gül ig besp o-
chen, sowei Pla z und de de de zei ige S and de Fo schung es zulassen. Fü
die ielen En lehnungen, die so üh sind, dass sie sich (noch) nich eindeu ig
dem Polnischen ode Bela ussischen zuo dnen lassen, wi d somi eine gu e
Ausgangslage ü eine nö ige, eingehende e Spezialun e suchung gebo en. Von
seh g oßem Gewinn ü Bal is en is wiede um de gebo ene Übe blick übe
die Bezeugung inne halb des ali . Co pus inklusi e, ande s als in F aenkels
Wö e buch, de Angabe de E s bezeugung.
Indoge manis en, die keine ausgewiesenen Bal is en sind, hä en es siche
beg üß , in einem Einlei ungskapi el meh zu heo e ischen und me hodischen
F agen wie de Rekons uk ion, z.B. des U bal ischen bzw. U bal osla ischen
zu e ah en, und ob diese übe haup sys ema isch in indoge manis ische Dis-
kussionen de bal ischen Sp achgeschich e einzubeziehen sind. Es s eh auße
Zwei el, dass sich die Si ua ion in diesem/n Sp achzweig/en schwie ige ge-
s al e als beispielsweise im Ge manischen, ü welches das EWAhd und Guus
K oonens E ymological dic iona y o P o o-Ge manic sys ema isch mi u ge m.
Rekons uk en a bei en. Zwa gib es in de Fo schungsli e a u auch ü je-
ne U sp ache keine Einhei lichkei bezüglich Tie e des Rekons uk s sowie in
ielen Einzel agen, das häl jedoch nich on de egelmäßigen Angabe diese
Ansä ze ab. Rekons uie e u bal . Fo men könn en eine hil eiche G undlage
ü den Ve gleich de bal . einzelsp achlichen En wicklungen bie en und im
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Abgleich mi den Ansä zen R. De ksens, de du chgehend die Fo men de Vo -
s u en ekons uie , bei de Fokussie ung de Diskussion nü zlich sein.
Die da übe hinausgehende Besp echung heo e ische Annahmen, z.B.
übe einzelne on den Au o en e e ene Lau gese ze und die En wicklung
des Akzen sys ems, wie sie in Wö e büche n de Leidene Se ie, zu denen die
genann en on R. De ksen und G. K oonen zählen, in einem Einlei ungska-
pi el disku ie we den, haben gewiss ih en nü zlichen We ü diejenigen, die
keine Expe en ü die bal ischen Sp achen sind. Das ALEW is jedoch auch
ohne diese leich konsul ie ba , da gg s. in de Diskussion au p oblema ische
Annahmen e wiesen wi d, wie e wa in I 617: „Wenn de Wu zel okalismus -a-
des La . mi Sch ij e (1991: 454 .) lau gese zlich aus u idg. *o /#m_ en s anden
is […]“ – dieses Lau gese z e üg schließlich auße im la . Wo ü ‘Mee ’,
la . ma e, übe keine zwei els eien Zeugen. Als E gänzung und heo e isches
Ge üs zu ak uellen Annahmen in de his o ischen G amma ik des Bal osla-
ischen sam um ang eiche , inzwischen abe schon wiede e was übe hol e
Bibliog aphie, bie en sich dem Lese zusä zlich die beiden on ALEW-He aus-
gebe Wol gang Hock e ass en Au sä ze Hock 2004 und Hock 2005 in de
Zei sch i K a ylos an.
Von g oßem In e esse ü indoge manis ische F ages ellungen is das Bal i-
sche besonde s in den Aspek en, in denen es als ungewöhnlich al e ümlich gil .
Nun is bekann , dass nich alle Ablau s u en und ande e Wo bildungsmus e ,
die im Bal ischen bezeug sind, di ek es E be aus de idg. G undsp ache e lek-
ie en, sonde n de A chaismus ge ade da in bes eh , diese P ozesse übe eine
lange Zei als p oduk i e Mechanismen bewah zu haben. Die g oße S ä ke
des ALEW is hie bei, zunächs das inne bal ische Ma e ial an de Obe läche,
einschließlich Be ücksich igung alle dialek al abweichenden Fo men, zu sich-
en, abzuwägen und Vo sich wal en zu lassen, be o das konk e e De i a
1:1 in das U indoge manische übe agen wi d. Zugleich üh de eilweise
Ve zich au die Angabe eine En s ehungsepoche ü die be e ende Fo m zu
eine Lücke de Da s ellung, sodass es dem Nu ze übe lassen bleib , eine En -
scheidung zu e en. Posi i he o zuheben is des Wei e en de zei gemäße
Einbezug on Neowu zeln aus ligh e b-Kons uk ionen ( gl. z.B. I 331 s. .
gi d i ← u idg. ge (H)- dheh1- ‘Kunde geben’), die ge ade im Bal ischen und
Sla ischen au g und de anspa en en Mo phologie lange Zei neu gebilde
we den konn en.
Aus dem Um ang des We kes und seine Bea bei ungszei e gib sich no -
wendige weise, dass die un e schiedlichen, zu besp echenden Aspek e de Ge-
schich e eines Wo es gewich e we den muss en. Beme kenswe is die wei
übe du chschni lich gu e Behandlung de synch onen und diach onen Seman-
ik. Ande e sei s könn e manche Lese zuweilen eine g ündliche e Eino dnung
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de Kogna en e missen. So wä en hie und da meh Angaben dazu möglich
gewesen, welche Fo men sich nach Abzug on Lau gese zen exak gleichen, wo
Ablei ungen oneinande au e en und wo nu Wu zel e wand scha mi gän-
zlich ande e De i a ionsgeschich e bes eh . Als Beispiel zu Illus a ion hie ü
sei ali . k ajas ‘Blu ’ gewähl : Le . k e e ‘ge onnenes Blu , Scho ’ e schein
o mal wie eine Ablei ung dazu (ein T anspona in das Vo u bsl. wü de eine
Ablei ung mi els Su ix *-eh2 in kollek i e Bedeu ung anse zen), eine exak e
o male Gleichung bes eh jedoch zwischen ali . k ajas und dem ed. Adjek i
k a yá- ‘blu ig’, beide i uell aus idg. < *k o(h2)-ó-. Daneben wi d aksl. k ъ ь
au gezähl . Das ALEW will sich nich genaue es legen und s ell es (I 521):
„Eine ande e Bildung zu selben Wu zel he sch im Sla ischen.“ In R. De k-
sens Wö e buch e äh de Lese hingegen knapp, abe mi Posi ionie ung zu
De i a ionsgeschich e: „The Bal ic o ms ep esen a de i a i e in *-o- o he
oo noun e lec ed in Sla ic“ (S. 255). Das ALEW bie e s a dessen eine aus-
üh liche e Besp echung de Seman ik: So e äh man hie , dass es sich beim
ali . Lemma um das unma kie e (i.e. gene ische) Wo ü Blu handel , wo-
du ch dem am Wo eld in e essie en Lexikologen eine wich ige In o ma ion
gelie e wi d, sowie das Le ische die anzunehmende äl e e Bedeu ung ‘Blu
auße halb des Kö pe s’ e lek ie .
Ein die gesam e Sp ache e schließendes e ymologisches Wö e buch kann
dabei nich alle denkba en und in de Sekundä li e a u e e enen e ymolo-
gischen Ansä ze abdecken, und so bleib ü die zukün ige Fo schung noch
aus eichend Raum, einzelne Ve bindungen bal ische Lexeme zu po en iellen
Kogna en inne halb de Indoge mania zu disku ie en, z.B. ob li . kek i ‘scha-
den’ (I 477) das sons e schollene P imä e b zu g . κακός, alb. keq (< u idg.
*kk()ó-), mi o-s u ige Subs an i ie ung li . kank ‘Qual, Pein’ (I 447), da -
s ellen könn e. Ebenso wä e zu übe legen, ob mi de Sippe on li . k i, -
kas ‘ auchen, Rauch’ (II 878) zwangsläu ig eine En lehnung aus dem Ge mani-
schen o liegen muss, da de ko espondie ende Konsonan ismus au g und on
Kluge-Fo men in de ge manischen Sippe ( gl. K oonen 2013: 410 s. . eukan
~ ūkan) nich seh aussagek ä ig is und ein al es *k dami nich gänzlich aus-
geschlossen we den soll e is , sodass zunächs o sich ige eine Isoglosse zwi-
schen dem Bal ischen und Ge manischen kons a ie we den kann.
Eines de in lau geschich lich wie dialek geog aphische Hinsich nach wie
o spannends en P obleme ohne allgemein akzep ie e Lösung des Bal ischen
bzw. Bal osla ischen is die uneinhei liche En wicklung de u indoge mani-
schen p imä en Pala ale *k, *g, *gh. Auch in einem e ymologischen Wö e buch
muss dieses P oblem zu Sp ache kommen und so e weis das ALEW bei allen
be e enden Wö e n au die jeweilige Sonde en wicklung. Un e dem hie zu
einschlägigen Lemma klausý i (I 503) inde sich demen sp echend auch ein
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knappe Ab iss de Hypo hesen zu uneinhei lichen Ve e ung on u idg. *kl-
diese Wo sippe, das im Bal ischen und Sla ischen mal als *šl- und mal als *kl-
o gese z is : „Zu den bishe au ges ell en Hypo hesen gl. S ang (1966: 91 .).
Ko land (2009: 29 .) echne im Anschluss an Meille mi eine lau gese zli-
chen En wicklung u idg. *kl > u bal . *kl o dunklen Vokalen“ und schluss-
olge zu ech : „Die dabei angenommene Ve eilung de u bal . *kl- und
*šl-Re lexe inde alle dings im o liegenden Ma e ial keine S ü ze.“ Zusä zlich
zu den zi ie en We ken, die z.T. äl e en Da ums sind, hä e noch die ansons en
im o liegenden We k be ücksich ig e jüngs e Abhandlung zu diesem P oblem,
Reine Lipp (2009), e wähn we den können, de sich, auch un e Be ücksich i-
gung des bal osla ischen Ma e ials, ü eine ühe nachg undsp achliche Neu-
e ung de Sa em-Dialek e du ch Phonologisie ung kon ex sensi i e Allophone
o Vo de okal zu phonologischen Pala alen aussp ich . Die Idee eine wellen-
ö migen Ausb ei ung de Sa emisie ung, die den No dwes en nich meh zu
Gänze e eich hä e, wi d in ezen e Li e a u auch, implizi , auch in EWAhd
(IV, 1254) s. . huo angesp ochen: „[…] wenn u idg. *k als wes sa emsp achli-
ches *k ü zu e wa endes *s einge e en is “, wobei die Te minologie au A -
bei en des Bal is en Ha ey E. Maye zu ückg ei .
De oben be ei s genann e Ve zich au die sys ema ische Rekons uk ion
u bal ische und u bal osla ische Fo men könn e au den e s en Blick den Le-
se e lei en, anzunehmen, die Au o en wü den eine je gemeinsame Vo s u e
ablehnen. De genaue e Blick au die Diskussionen des da gebo enen Ma e ials
zeig jedoch, dass du chaus, übe all wo es den Ve asse n in ih e A gumen-
a ion no wendig e schien, Lau - und Bedeu ungswandel sowie Wo bildungen
und Neowu zeln in die en sp echenden U sp achen da ie wu den. Es wu de
auch nich g undsä zlich da au e zich e , u bsl. Fo men anzugeben, so konn-
e Rezensen olgende Rekons uk e beobach en: u bsl. *be šd(i) ‘ uch ba ,
äch ig’ (N.Sg. . eines Adjek i s, I 109), *de o- ‘Holz’ (I 196), *a ia - ‘wach
sein’ (I 410), *ka a- ‘S ie , Bulle’ (I 461), *modl- ‘bi en’ (I 633), *sun ‘mi ’ (II
986), * ins- (II 1102). Häu ige wi d noch, den üblichen Kon en ionen olgend
au „ o u bal osla ische“ Rekons uk ionen und P ozesse zu ückgeg i en,
wenn es sich um eine spä g undsp achliche ode üheinzeldialek ale Neue ung
handel . U bal ische Fo men sind eben alls mi einige Häu igkei ange üh ,
wenn auch, ande s als in De ksen 2015, nich du chgehend.
Das ALEW ha aus de Vielzahl de bei de E s ellung eine solchen A -
bei zu be ücksich igenden Aspek e bei beg enz em Raum wie be ei s da -
ges ell seh gu en schieden und es kann nu indi iduellen Vo lieben en -
sp echen, übe das Gebo ene hinausgehende Angaben zu e missen. Da nich
im Fokus des ALEWs und de meis en seine Nu ze , sind ühe En lehnun-
gen bal ische Wö e in ande e Sp achen kaum e zeichne . Als na u gemäß
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wich igs e ühe Kon ak sp achen neben dem Sla ischen e weisen sich die os -
see innischen Sp achen, die zu e schiedenen Zei en im Aus ausch mi dem
bal ischsp achigen Raum s anden, gl. de nach de Dis ibu ion de Wö e
geschich e e Übe blick bei Seppo Suhonen (1988). Au g und des z.T. hohen
Al e s diese En lehnungen könn en sie jedoch du chaus auch ü die Vo - und
F ühgeschich e des Bal ischen sowie ü kul u geschich liche Aspek e on In-
e esse sein und es wä e wünschenswe , wenn diese in zukün igen A bei en
mi en sp echendem Fokus be ücksich ig wü den. Auch wenn die Menge de
En lehnungen bei Wei em nich die des Ge manischen im Finnischen e eich ,
übe e en einige sie abe noch an Al e . Die le z en dem Rezensen en be-
kann en A bei en zum Ein luss des Bal ischen au diese Nachba sp achen sind
La s-Gunna La sson (2001) und Pe i Kallio (2008), on denen e s e e da -
leg , dass einige bal ische En lehnungen ins Saamische keine Spu en innische
Lau wandel, abe ühe saamische En wicklungen zeigen, z.B. no dsaam. suo-
ldni ‘Tau, Nebel, Damp ’ ( inn. halla ‘F os ’) zu li . šalna e c. ‘F os ’ ode no d-
saam. suoidni ‘Heu’ ( inn. heinä ‘id.’) zu li . šienas e c. ‘Heu’, sodass sie en wede
di ek aus dem Bal ischen ode übe eine unbekann e d i e Sp ache gegangen
sein müssen – und das jeden alls zu einem seh ühen Zei punk . De konse-
quen e Einbezug dieses Lehngu es in Handbüche indoge manische Sp achen
wä e schließlich auch eine willkommene Hand eichung ü Finnoug is en.
Kleine e Fehle bzw. Inkonsis enzen sind bei einem We k dieses monumen-
alen Um angs un e meidba , abe doch in e eulich ge inge Zahl anzu e en.
Um zu belegen, dass es sich dabei nu um kleine De ails handel , seien ein paa
Beispiele au ge üh :
(II 1019): „[…] eine unabhängige Vṛddhi-Ablei ung di ek on u idg. *kḗ d
~ *kd- sn . ‘He z’.“ – Hie hä e de Kla hei willen angegeben we den sollen,
dass nu de schwache S amm de Ausgangspunk de Ablei ung sein muss.
(II 1291): Russ. zo ód is einmal älschlich zó od no ie .
(II 1291): „Nich übe eins immung in de Aussp ache des Vela s“ (und ö -
e ) – gemein is hie mi dem ungewöhnlichen Te minus „Aussp ache“ die
genaue phone ische Na u (s immha /s immlos o.ä.).
Uneinhei lichkei he sch bei de No ie ung im olgenden Fall: „Ken-
um[-En wicklung/Duble e]“ bzw. „Sa em-[“ (I 25 s. . ak i, 28 s. . akmu,
29 s. . aksómin as, 30 s. . akúo as, -a, 63 s. . šu as, 116 s. . big i) gegenü-
be „cen um-“ (II 1014 s. . šak i und 1021 s. . šé i) (sowei om Rezen en
beobach e ).
Wie so o e sich lich, handel es sich dabei um seh ma ginale Punk e, die
kaum de E wähnung we sind und die Benu zung des We kes in keine Weise
beein äch igen.