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Kėdainiečių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje

Alma Ragauskaitė

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ALMA RAGAUSKAITĖ Institut für Litauische Sprache Forschungsschwerpunkte: historische Anthroponomastik, historische Toponomastik. TENDENZEN DER ENTWICKLUNG VON FAMILIENNAMEN UNTER DEN EINWOHNERN VON KĖDAINIAI (LITAUERN, POLEN) IM 17.–18. JAHRHUNDERT Tendenzen der Entstehung von Familiennamen unter den Einwohnern von Kėdainiai (Litauern, Polen) im 17th–18th. Jahrhundert ABSTRACT Für die Analyse des Artikels wurden etwa 2.500 Namensnennungen von Einwohnern Kėdainiais aus 24 Aktenbüchern des 17.–18. Jahrhunderts, den Inventaren von Kėdainiai aus den Jahren 1604, 1624 und 1666, dem Zinsinventar des Pfarrhauses von Kėdainiai aus dem Jahr 1622 sowie anderen alten städtischen Handschriften ausgewählt (gezählt wurden nicht nur Anthroponyme verschiedener Personen, sondern auch verschiedene Varianten ihrer Personennamenformen). Nach ihrer Untersuchung wurden wichtige Tendenzen bei der Entstehung und Verschriftlichung der Familiennamen der Einwohner Kėdainiais (Litauer, Polen) im 17.–18. Jahrhundert herausgearbeitet. Tatsächlich hatten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alle Einwohner Kėdainiais der genannten ethnischen Gruppen Familiennamen; langsamer entstanden sie nur bei Angehörigen der unteren Schichten (Dienern u. a.). Im 18. Jahrhundert setzte sich die endgültige Festigung ihrer Familiennamensformen fort. Diese Schlussfolgerungen wurden außerdem mit den Ergebnissen von Untersuchungen der Einwohner größerer Städte Litauens verglichen (Kaunas im 16.–17. Jahrhundert, Vilnius im 16.–17. Jahrhundert). SCHLÜSSELWÖRTER: Kėdainiai, 17.–18. Jahrhundert, Aktenbücher, Entstehung von Familiennamen. ANNOTATION Für die Analyse wurden rund 2.500 Belege für Namensgebungen (sowohl Anthroponyme verschiedener Personen als auch unterschiedliche Varianten ihrer persönlichen Namensformen) aus 24 Kėdainiai-Registerbüchern des 17.–18.th Jahrhunderts, aus den Kėdainiai-Inventaren von 1604, 1624 und 1666, dem Verzeichnis der Pachtzinsen für die Pfarrländereien von Kėdainiai aus dem Jahr 1622 sowie weiteren alten Handschriften der Stadt zusammengetragen. Ihre Analyse führte zur Unterscheidung der wichtigsten Tendenzen bei der Bildung und Schreibung von Familiennamen Str aipsniai / Articles 53 ALMA RAGAUSKAITĖ zur Bezeichnung der Einwohner von Kėdainiai (Litauer, Polen) im 17.–18. Jahrhundert. Tatsächlich hatten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alle Einwohner von Kėdainiai, die den oben genannten ethnischen Gruppen angehörten, Familiennamen. Bei den unteren sozialen Schichten (Dienstboten usw.) dauerte es lediglich länger, bis Familiennamen entstanden. Ihre Formen verfestigten sich schließlich im 18. Jahrhundert. Die Schlussfolgerungen werden mit den Forschungsergebnissen zu Einwohnern größerer litauischer Städte verglichen (Kaunas im 16.–18. Jahrhundert, Vilnius im 16.–17. Jahrhundert). SCHLÜSSELWÖRTER: Kėdainiai, 17.–18. Jahrhundert, Registerbücher, Entstehung von Familiennamen. 0. EINLEITUNG Der Prozess der Bildung von Familiennamen beim städtischen Stand Litauens wird bereits erforscht. Die Personennamen in den Heiratsregistern der St.-Johannes-Kirche in Vilnius aus den Jahren 1602–1615 und in den Taufregistern aus den Jahren 1611–1616 untersuchte Zigmas Zinkevičius ausführlich (Zinkevičius 1973: 17–19; 1974: 78–85; 1976: 125–131; 1977: 197a: 93–101; 1977b: 151–156; Zinkevičius 1974: 136–143; 1980: 151–156). In seiner Monografie Lietuvių antroponimika. Vilniaus lietuvių asmenvardžiai XVI a. pradžioje betonte er, dass der Beginn des 17. Jahrhunderts eine sehr wichtige Periode für das Verständnis des Entstehungsprozesses litauischer Familiennamen ist. Deshalb muss die Verwendung der damaligen erblichen Personennamen in jenen Quellen sorgfältig untersucht werden, die in den zu jener Zeit am stärksten vom Polonisierungsprozess betroffenen Gebieten verfasst wurden, als dieser Prozess einsetzte und sich verstärkte (Zinkevičius 1977: 4). Zu diesem Zweck stellt der Autor im letzten Kapitel seiner Monografie Pavardžių formavimosi procesas (a. a. O., 64–65) fest, dass es sich anhand der Kirchenbücher „nicht leicht genau bestimmen lässt, welche in den Einträgen verwendeten Beinamen damals nicht mehr vorübergehend, nur ein einziges Mal gültig, sondern dauerhaft waren und von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden, also welche die Funktion eines Familiennamens erfüllten. Direkte Belege für die familiäre Zugehörigkeit der eingetragenen Personen, aus denen sich auf die Vorläufigkeit oder Dauerhaftigkeit eines Beinamens schließen lässt, finden sich nur in vereinzelten Einträgen“ (a. a. O., 64). Im Folgenden wird dennoch die Auffassung geäußert, dass privilegierte Familien damals vermutlich bereits Familiennamen führten, da sie auf ihre hohe Herkunft und Genealogie bedacht waren (a. a. O., 65). Zigmantas Kiaupa versuchte anhand der in den Steuerverzeichnissen der Stadt Šiauliai aus den Jahren 1662–1663 sowie im Gerichtsbuch des Guts Šiauliai aus den Jahren 1636–1738 überlieferten Bezeichnungen der Einwohner von Šiauliai, die Tendenzen bei der Bildung ihrer Familiennamen zu beschreiben. Er kam zu dem Schluss, dass sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bereits die Entstehung von Familiennamen unter den Einwohnern von Šiauliai beobachten lässt (Kiaupa 1991: 3–4). Die Autorin dieses Artikels untersuchte die Herausbildung der Familiennamen der Einwohner von Kaunas, einer der größten Städte des Großfürstentums Litauen im 16.–18. Jahrhundert. Diesem Thema widmete sie ein Kapitel ihrer Monografie XVI–XVIII a. kauniečių asmenvardžiai 54 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainičių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje „Die Herausbildung von Familiennamen“ und mehrere Publikationen (Ragauskaitė 2001: 123–143; 2001a: 40–41; 2002: 31–40; 2005: 75–96; 2009: 226–232). Die Analyse der Dokumente der Selbstverwaltungsinstitutionen Kaunas’ aus einem Zeitraum von drei Jahrhunderten ermöglichte erste Schlussfolgerungen zur Entwicklung der Familiennamen der Stadtbewohner und zu deren Verlauf (Ragauskaitė 2005: 76–96). Es wurde festgestellt, dass sich die Familiennamen der städtischen Eliten am frühesten herausbildeten. Bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwarben einheimische Einwohner Kaunas’, die eine hohe gesellschaftliche Stellung innehatten (Litauer, Polen, Ruthenen), allmählich einen erblichen Personennamen. Familiennamen trugen damals auch Angehörige der deutschen lutherischen Gemeinde, die in Kaunas lebte. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sowie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden einige Personen aus dem mittleren und den unteren Schichten des städtischen Standes mit einem einzigen, gemeinsamen Anthroponym verzeichnet. Einträge aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeigen, dass im Grunde bereits alle Einwohner Kaunas’ Familiennamen hatten. Offenbar bildeten sich die Familiennamen der Vertreter der marginalisierten Schichten Kaunas’ langsamer heraus (Ragauskaitė 2001: 140). Im 17.–18. Jahrhundert setzte sich die endgültige Form der Familiennamen der Einwohner Kaunas’ durch. Davon zeugte eine Vielzahl von Familiennamensvarianten (Ragauskaitė 2002: 38; 2005: 91–95). Die allgemeinen Entwicklungstendenzen der Familiennamen von Einwohnern Vilnius’ im 16.–17. Jahrhundert, Kėdainių im 17.–18. Jahrhundert und Joniškis’ im 17. Jahrhundert wurden anhand von mehr als 4 000 Personenbezeichnungen untersucht, die aus historischen Dokumenten dieser Städte gesammelt worden waren. Am frühesten bildeten sich die Familiennamen der städtischen Oberschicht heraus; später erhielten sie auch Angehörige der mittleren und unteren Schichten. Die Aktenbücher des kleinen, in Nordlitauen gelegenen Joniškis sind erst ab 1722 erhalten. Doch auch diese Daten belegen deutlich, dass nicht nur die dem städtischen Elite angehörenden Einwohner Joniškis’ (Bürgermeister, Vogt u. Ä.), sondern auch Angehörige der unteren Schichten erbliche Personennamen hatten. Die Herausbildung der Familiennamensformen der Einwohner der genannten Städte setzte sich auch im 18. Jahrhundert fort (Ragauskaitė 2008: 36). Die aus Schottland stammenden Personen, die um 1628–1629 nach Kėdainiai kamen, hatten bereits Familiennamen, doch deren Wiedergabe (Erfassung oder Nichterfassung) als erbliche Anthroponyme in den städtischen Handschriften variierte. Gründe dafür waren das Fehlen eines einheitlichen und für alle verbindlichen Benennungssystems, die Schreibtradition der damaligen Schreiber u. a. Es wurde jedoch festgestellt, dass die im 17.–18. Jahrhundert verwendeten Bezeichnungen eindeutig die Verwendung erblicher Personennamen (Familiennamen) der schottischen Einwohner Kėdainiųs in den historischen Quellen der Stadt belegen. Die lateinischen, slawischen und schottischen Familiennamen konnten in verschiedenen Einträgen der Magistratsakten unterschiedlich verändert worden sein. So entstanden graphische Varianten der Familiennamen schottischer Männer aus Kėdainiai (Ragauskaitė 2007: 63–64; 2016: 56–57). Die Familiennamen der Deutschen, die seit Ende des dritten Jahrzehnts des 17. Jahrhunderts nach Kėdainiai gezogen waren, hatten sich bereits herausgebildet, doch die Schreibweisen in den historischen Quellen waren noch nicht gefestigt. Besonders deutlich wird dies, wenn Angehörige derselben Familie (Ehemann und Ehefrau u. a.) nebeneinander aufgeführt werden. Es zeigte sich, dass der Vorname der Frau und ihr Geburtsname ausgelassen wurden. Manchmal wurde in den Magistratsakten lediglich der gemeinsame Familienname der streitenden Straipsniai / Articles 55 ALMA RAGAUSKAITĖ Eheleute angegeben. Dieses Phänomen wurde von der Eigenart der untersuchten Aktenbücher und dem Kontext der Einträge beeinflusst. Eine in einem Dokument erwähnte Person (Kläger, Beklagter o. Ä.) konnte im Protokoll einer anderen Verhandlung desselben Falls kurz, einfacher oder schlicht anders verzeichnet sein. Dies hängt offenbar sowohl mit der gesprochenen Sprache als auch mit der informellen Bezeichnung der Stadtbewohner zusammen. Für die Schreiber klangen die Familiennamen dieser Angehörigen anderer Ethnien ungewohnt; deshalb finden sich in historischen Dokumenten verschiedene Schreibvarianten germanischer Familiennamen aus Kėdainiai. Das Phänomen war vielgestaltig und uneinheitlich (Ragauskaitė 2016a: 111–128). Wie sich zeigt, verfügten die verschiedenen in Kėdainiai lebenden ethnischen Gruppen (Schotten, Deutsche u. a.) über eigene Benennungssysteme sowie Besonderheiten bei der Erfassung und Bildung von Familiennamen u. a. Deshalb werden die Untersuchungen zur historischen Anthroponymie der Einwohner Kėdainiųs im 17.–18. Jahrhundert fortgesetzt. Ziel dieses Artikels ist es, die Tendenzen bei der Aufzeichnung der Familiennamen der lokalen Gemeinschaften Kėdainiųs (Litauer, Polen) im 17.–18. Jahrhundert zu erörtern und eine detailliertere Analyse der Herausbildung von Familiennamen in den verschiedenen Schichten der Stadtbewohner vorzulegen. Außerdem soll die Chronologie der Herausbildung der Familiennamen der Einwohner Kėdainiųs mit den Ergebnissen von Untersuchungen zur Entstehung der Familiennamen in den Großstädten Litauens (Kaunas im 16.–18. Jahrhundert, Vilnius im 16.–17. Jahrhundert) verglichen werden. Das Material für den Artikel wurde größtenteils aus 24 Aktenbüchern von Kėdainiai zusammengestellt, die auf Latein und Polnisch verfasst wurden. Diese zählen zu den wertvollsten Quellen zur historischen Anthroponymie der Einwohner Kėdainiųs (Ragauskaitė 2008: 29; 2014a: 23). Einträge aus dem letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts finden sich im Magistratsbuch von 1690–1775. Den größten Teil der Aktenbücher bilden Dokumente über die Anerkennung, Verschriftlichung und Verpfändung städtischen Vermögens, Schulddokumente, Gerichtsurteile und Protokolle der Magistratssitzungen. Die Protokollbücher der Magistratssitzungen oder -versammlungen sowie der Gerichtsverhandlungen der Schöffen sind ab 1759 erhalten. Die betreffenden Protokolle stammen aus den Jahren 1759–1763, 1767–1773 und 177–1792 (Tyla 2000: 65; KN 27). Die untersuchten Bücher umfassen den Zeitraum vom 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts (1623–1806 m.1, 1690–1775 m., 1704–1720 m., 1721–1725 m., 1732–1740 m., 1732–1743 m., 1744–1750 m., 1750–1752 m., 1750–1761 m., 1750–1766 m., 1753–1755 m., 1756–1758 m., 1762–1763 m., 1763–1770 m., 1767–1770 m., 1771–1773 m., 1774–1777 m., 1777–1779 m., 1777–1780 m., 1779–1782 m., 1782–1791 m., 1783–1792 m., 1791–1806 m., 1794–1798 m.). Der Umfang dieser Dokumente variiert. Das umfangreichste Buch ist wohl dasjenige von 1756–1758 mit 627 Blättern; das kürzeste umfasst 84 Blätter und enthält Einträge aus den Jahren 1732–1740. Es wurden mindestens 17 Schreiber gezählt, die diese Bücher verfassten (Tyla 2000: 73–75). Es heißt, dass die Schreiber, die städtische Aktenbücher führten, über zusammengestellte Sammlungen von Formeln für verschiedene Akte verfügten, an denen sie sich bei der Aufzeichnung verschiedener Personen orientierten, 1 Tatsächlich handelt es sich nicht um ein Magistratsbuch aus den Jahren 1623–1806, wie es im Findbuch des Litauischen Staatlichen Historischen Archivs angegeben ist, sondern um einzelne, über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten entstandene Dokumente, die in einem Band zusammengebunden wurden. 56 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje teismų bylų nutartis ir pan. (Jablonskis 1979: 222). Stengiantis kompensuoti XVII a. Kėdainių aktų knygų pirmosios pusės įrašų stygių, dar remiamasi kitais surastais šio šimtmečio istorijos dokumentais. Tai 1604 m., 1624 m., 1666 m. Kėdainių inventoriai, 1622 m. Kėdainių klebonijos činčo inventorius ir kt., daugiausia rašyti lenkų kalba. Iš minėtų XVII–XVIII a. istorijos šaltinių šio straipsnio analizei buvo atrinkta apie 2 500 (2 000 vyrų ir 500 moterų) įvardijimų. Skaičiuoti ne tik skirtingi, bet ir pasikartojantys tų pačių asmenų užrašymai (jų antroponimų lyčių variantai). 1. ZUR ETHNISCHEN UND RELIGIÖSEN ZUSAMMENSETZUNG KĖDAINIAIS IM 17.–18. JAHRHUNDERT XVII–XVIII a. Kėdainiai buvo daugiar eliginis ir daugiatautis miestas (Žirgulis 2005: 179; 2005b: 35). Norėdamas pagyvinti prekybą, amatus ir aktyviai remdamas reformaciją, Kristupas Radvila siekė, kad Kėdainiuose įsikurtų kuo daugiau šios religijos šalininkų (Tworek 1966: 193; Žirgulis 2005a: 226). Tuo metu Kėdainių mieste daugiausiai gyveno lietuvių, lenkų, škotų, vokiečių, žydų (dar žr. Šinkūnas 1928: 21, 36; KN 18; Žirgulis 2005: 179). Šiame mieste buvo įsikūrusių katalikų, evangelikų reformatų, evangelikų liuteronų, judėjų ir šiek tiek stačiatikių (Šinkūnas 1928: 21–22; KN 18; Žirgulis 2005: 179; 2005a: 225–247; 2006: 234–235). Manoma, kad apie 1624 m. Kėdainiuose ekonominė veikla pradėjo žydai, o 1629 m. buvo pakviesti vokiečiai evangelikai liuteronai (Žirgulis 2005a: 227). Teigiama, kad Kristupas Radvila palaikė ryšius su Ebingo reformų bažnyčia, kuriai priklausė ir škotai. Nors nėra žinoma, ar jie buvo oficialiai pakviesti, tačiau apie 1628–1629 m. Kėdainiuose pasirodė ir škotai reformatų (Žirgulis 2002: 236). Per 1590–1795 m. (per visą miesto savivaldos laikotarpį) iš įvairių miesto dokumentų (taip pat ir iš tiriamų XVII–XVIII a. Kėdainių aktų knygų) buvo surinktos 225 magistrato pareigūnų pavardės (Tyla 2000: 73–75). Paaiškėjo, kad iš 225 miesto pareigūnų per kalbamąjį laikotarpį net 72,9% tokias aukštas pareigas užimantys buvo vietiniai gyventojai lietuviai bei lenkai (Žirgulis 2002: 25). Im Kontext des 17.–18. Jahrhunderts werden die orthodoxen Christen in Kėdainiai im Artikel auch „Ruthenen“ genannt. Dies ist ein weiter gefasster Begriff, der das damals nicht klar umrissene ethnische Selbstverständnis dieser Personen widerspiegelt (Ragauskas 2002: 284). Die kleine orthodoxe Gemeinde in Kėdainiai begann sich tatsächlich Mitte des 17. Jahrhunderts herauszubilden, als Jonušas Radvila die moldauische Prinzessin Marija Lupul heiratete. Um 1652 wurden ihr zu Ehren die St.-Andreas-Kirche errichtet und ein Kloster in der Nähe des Knyvos-Platzes gegründet (Пашкевич 1908: 17–18; Laukaitė 2001: 33; Žirgulis 2002a: 137). In diesem Kloster lebten mehrere Mönche, die Jonušas Radvila aus dem Vilniuser Kloster des Heiligen Geistes eingeladen hatte. So Straipsniai / Articles 57 ALMA RAGUSKAITĖ In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand bei der Kirche und dem Kloster eine kleine Gemeinde von Gläubigen. Im Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 1666 wird ein orthodoxes Kloster erwähnt – Monstyr Ruski KI₃ 6v (siehe Abb. 1). Es wird angenommen, dass Jonušas Radvila auch russische Stadtbewohner (Handwerker, Händler usw.) aus Polozk eingeladen hatte, nach Kėdainiai zu kommen und sich dort niederzulassen (Пашкевич 1908: 21). 1656 starb Fürst Jonušas Radvila, und 1660 in Sluzk Marija Radvienė, die Schutzherrin der orthodoxen Gemeinde von Kėdainiai (Пашкевич 1908: 23). In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts beklagten sich die Bewohner dieser Gemeinde bereits über finanzielle Schwierigkeiten. 1661 wandte sich ein im orthodoxen Kloster von Kėdainiai lebender Mönch, in historischen Quellen als Феофан Елиашевич bezeichnet, an den neuen Besitzer von Kėdainiai, Boguslav Radvila, und bat ihn, das Kloster zu unterstützen. Damals stand diesem Kloster eine Person vor, die als Иллинаръ Ленкевичъ verzeichnet ist. Und 166 m. wurde sie vor Gericht durch einen Diakon des Vilniuser Klosters des Heiligen Geistes vertreten, der als Данилъ Дорофеевичъ erwähnt wird (Пашкевич 1908: 23, 25, 29). 1682 waren die Russen in Kėdainiai so wenige geworden, dass nur noch zwei Mönche dort lebten. Die neue Besitzerin von Kėdainiai, Karolina Liudvika, unterstützte ab 1687 die orthodoxe Kirche, und einige Gläubige kamen in die Stadt. Um 1704 erschienen jedoch Jesuiten in der Stadt (Пашкевич 1908: 27). Mit der Ankunft der Jesuiten begann die Verfolgung der Orthodoxen und Protestanten. Die meisten von ihnen verließen einfach die Stadt. In einem späteren Magistratsbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1750–1766 wird eine noch in Betrieb befindliche Kirche erwähnt: 1761 Xiądz Nikanor Liniewicz Zahon [...] Bazilano Rytus Graci Rezidency Kieydanskiej swiadczył się w Kancelaryi Magdebry [...] Iz plac pusty swoim Sumptem nabyty na Ulicy Łasowskiey leżący boiem do Funduszowego Placu Cerkwi [...] KAK₁₀ 37. 1718 und 1771 wurde das Kloster durch Brände beschädigt; 1798 kehrten die Mönche in das Vilniuser Kloster des Heiligen Geistes zurück. Da es keine orthodoxe Gemeinde mehr gab, wurde das Kloster geschlossen, und 1820 wurde auch die Kirche geschlossen (Пашкевич 1908: 30–31; Laukaitė 2001: 33; Žirgulis 2002a: 137–138). Die ruthenische Gemeinde war im 17.–18. Jahrhundert also gleichsam ein spezifischer „Fremdkörper“ in der Stadt Kėdainiai. Aufgrund dieser historischen Umstände wurde das Phänomen der Familiennamenbildung dieser winzigen Gemeinde, die keinen größeren Einfluss auf das öffentliche Leben von Kėdainiai hatte, in den historischen Dokumenten des 17.–18. Jahrhunderts nicht widergespiegelt. Daher wird es gerade anhand der untersuchten Quellen erörtert, die die anderen ethnischen Gruppen der Einwohner von Kėdainiai (Litauer, Polen) repräsentieren. 2 Alle im Artikel angeführten Anthroponyme sind mit Belegen aus Quellen versehen. Bei jedem sind das Jahr der Belegung des Personennamens, die Abkürzung der historischen Quelle sowie die Blatt- (Seiten-)nummer angegeben. 58 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainičių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje 2. GRUNDSÄTZE FÜR DIE AUSWAHL DER PERSONENNAMEN DER EINWOHNER KĖDAINIAIS (LITAUER, POLEN) Istorinio antroponimo kilmė ne visuomet parodyta jo turėtojo tautybe (Breza 2000: 18–45; Górny 2004: 18–27; Kowalik-Kaleta 2007: 25–56; Lipowski 2008: 24; Zinkevičius 2009: 12–50; Mytnik 2010: 14–55; Sarnowska-Giefing 2011: 14–33; Sudakiewicz 2011: 18–44; Woliński 2011: 14–34; Kucińska 2015: 33–40; Ragauskaitė 2016: 115). To ir nesiekiama šiame tyrime. XVII–XVIII a. kėdainičių (lietuvių, lenkų) įvardijimų buvo užfiksuota minėtose Kėdainių istorijos dokumentuose (magistrato protokoluose) ir kt. Apie miestiečių asmenvardžių išskyrimo kriterijus jau yra rašyta (Ragauskaitė 1999: 146; 2000: 94; 2003: 82; 2004: 8–9; 2005: 18–23; 2006: 81–82; 2014: 9; 2015: 59–61; 2016: 48–49; 2016a: 115–116; Paraycaitė 2012: 214). Kėdainių vietinės bendruomenės nariai (lietuviai, lenkai) tiriamuose šaltiniuose pažymėti nuorodomis le, mieszczanin, obywatel, pvz.: 1622 mieszczanie [...] Filip Bownowicz KKĊ 3, 1622 mieszczanie [...] Maciej Girnius KKĊ 3, 1624 Vrban Jomantyski Mieszczanin K₁₃, 1624 Mieszczanin Kieydanski Adam Juchnowicz K₁₀v, 1622 mieszczanie [...] Mikołay Kalinski KKĊ 3, 1622 mieszczanie [...] Tomaj Katinjśkis KKĊ 3, 1622 mieszczanie [...] Piotr Klimowicz KKĊ 3, 1624 Wojciech Kotlarz Mieszczanin Kieydanski K₁₀v, 1624 Abram Lubenowicz Mieszczanin K₁₃, 1622 mieszczanie [...] Ions Mikolunas KKĊ 2v, 1622 mieszczanie [...] Mikolay Paśkiewicz KKĊ, 1622 mieszczanie [...] Stas Raynatis KKĊ 2v, 1691 Ja Adam Ziłowicz Mieszczanin Miasta Kieydan(skiego)³ KAK₂ 45v, 1720 Jan Bałdziewicz Obywatel Miasta Kieydanskiego KAK₃ 98, 1761 Uczciwy Jerzy Chodawicz Oby(watel) Kied(anski) KAK₁₀ 61, 1770 Macieja Grygaluna Obywatela Kieydanskiego gen. KAK₁₅ 110, 1765 z uczuwem Szymonem Iłwiczem obyw(atelem) Kiedan(skim) [...] abl. KAK₁₀ 139, 1770 Stanisława Jankowskiego Obywatela Kieydanskiego gen. KAK₁₅ 110, 1770 Pan Jan Łukafiewicz tudzież Marcin Jawiczew Obywatele Kieydanski KAK₁₅ 100, 1762 Stanisława Mutonia Obyw(atel) Kieydan(skiego) gen. KAK₁₀ 70, 1722 Utiwego Jana Mingły obywatela Kieydanskiego gen. KAK₄ 29v, 1777 Symona Rudzińskiego Mieszczanina Kieydanskiego gen. KAK₁₈ 26, 1798 Jerzy Stankiewicz Obyw(atel) Kiedan(ski) KAK₂₃ 103, 1761 Uczciwemu Janowi Szumskiemu Obywatelowi Kieydan(skiemu) dat. KAK₁₀ 102, 1762 Pan Symon Witkowski Ob(ywatel) Kied(anski) KAK₁₀ 64, 1770 [...] Marcin Ziemkiewicz Obywatele Kieydanscy KAK₁₅ 99 ir t. t. 3 In den historischen Dokumenten verzeichnete Abbreviaturen werden ausgeschrieben. Ergänzungen stehen in Klammern. Bei der Wiedergabe der Personennamen wird versucht, die in den Handschriften festgehaltenen Originalformen zu bewahren. Straipsniai / Articles 59 ALMA RAGAUSKAITĖ Ein Teil der Einwohner Kėdainiais wurde anhand von Angaben identifiziert, die verschiedene hohe Ämter (darunter Bürgermeister, Magistratsmitglieder, Kämmerer usw.) bezeichnen, zum Beispiel: 1794 Sław(ęt)ny Bartłomiej Bacinowski Ławnik M(iasta) K(ieydanskiego) KAK₂₄ 3, 1795 Jan Bartłowicz Radny Magistratu Miasta Kiedan(skiego) KAK₂₄ 17v, 1779 Szlachetn(ego) Pana Jerzego Dombrow(skiego) Radcy Maydebury Kiedan(skiey) gen. BKS 1, 1758 Adem Gradowskim Burmistrzem Madebury Kiedańskiey ab. KAK₇ 606, 1714 Stephana Janota Ławnika Kiedan(skiego) gen. KAK₃ 38, 1704 Stephan Kozłowski Rayca Miasta Kiedanskiego KAK₃ 3v, 1770 P(ana) Michała Kwerowicza Łantwolta Miasta Kiedan(skiego) gen. KAK₁₅ 101, 1704 Daniel Pacewicz Ławnik KAK₃ 13, 1767 Za Podsarbich obrali [...] P(ana) Jana Skirgaily [...] gen. KAK₁₅14, 1767 Sławen(ego) Pana Macieja Tomkiewicza Ławnika gen. KAK₁₅ 31. In den Einträgen zu einigen Einwohnern Kėdainiais findet sich der Hinweis lo. decemvir. Die Verbindung zwischen dem Magistrat von Kėdainiai und der Stadtgemeinde war recht eng; deshalb nahmen die Decemviren, hier Vertreter, an den Sitzungen des Magistrats teil. Sie wurden auch vom Magistrat bestätigt. Zur Kontrolle der Tätigkeit des Magistrats von Kėdainiai wurde aus den von der Bürgerschaft gewählten Vertretern ein sogenannter Tertio ordo communitatis, auch Decemvirat, gebildet (Tyla 2000: 65, 68). Sie kontrollierten die vom Magistrat gefassten Beschlüsse und Entscheidungen sowie die Einnahmen und Ausgaben und waren für die militärische Bereitschaft der Stadt Kėdainiai verantwortlich (Tyla 2000: 64–76). Bezeichnungen dieser Vertreter der örtlichen Stadtgemeinde sind auch in Quellen des 17.–18. Jahrhunderts belegt, zum Beispiel: 1666 Kazimierz Augiewicz Decemvir KĮ₃ 7v, 1666 Dawid Jan Macaitis Decemvir KĮ₃ 12, 1666 Stefan Mackiewicz Decemvir KĮ₃ 3, 1666 Stanisław Palecki Decemvir KĮ₃ 16v, 1666 Jan Wysocki Decemvir KĮ₃ 14v; 176 Panowie Dicieworowy To jest [...] Pan Jan Bacinowski [...] Pan Jozef Jankowski KAK₁₀ 89, 1759 Sławeny [...] Pan Kazimierz Jasułowicz Decemvir KAK₁₀ 1 und andere. Zahlreiche Einwohner Kėdainiais des 17. Jahrhunderts sind durch Angaben gekennzeichnet, die Handwerker und Händler bezeichnen, zum Beispiel: 1762 Sław(ętny) P(an) Symon Augutowicz Cechmistrz Szewiecki KAK₁₀ 81, 1795 Szlachetnemu Janowi Dąbrowskiemu kupcowi y Obywatelowi Kiedan(skiemu) dat. KAK₂₄ 16, 1765 Uczciwego Adama Januszkiewicza Maystra Kowalskiego z uczciwym Stefanem Romanowiczem Maystrem Kunftu Gancarskiego KAK₁₀ 137, 1762 Emelianowi Iłufkiewiczowi Maystrowi Kunftu Szews(kiego) Obyw(atelowi) Miasta Kiedan(skiego) dat. KAK₁₀ 78, 1767 Jan Karafewicz Cechmistrz [...] Garbarskiego KAK₁₅ 6, 1794 Tomasz Macianski Starszy Tkacki KAK₂₄ 142, 1768 Uczciwego Tomasza Michalowskiego maystra Kunftu Szewskiego gen. KAK₁₅ 46, 1764 Uczciwy Szymon Rynszewicz Mayster Zarembacki KAK₁₀ 89, 1767 [...] Stefan Symanowicz Maystrowie Kunftu Tkarskiego KAK₁₅ 30, 1767 Uczciwy Jozef Stankiewicz Mayster Kunftu Ciesielskiego KAK₁₅ 13, 1768 Panu Antoniemu Sachniewiczowi Cechmistrzowi Szewieckiemu dat. KAK₁₅ 43, 1769 Iozefa Szyszkiewicza Maystra Kunsztu Mularskiego gen. KAK₁₅ 61. 60 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainičių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje Nach den genannten Identifizierungsprinzipien wurden Bezeichnungen getaufter ortsansässiger Einwohner der Stadt Kėdainiai (Litauer, Polen) aus dem 17.–18. Jahrhundert ausgewählt. Diese bedingte Einteilung ergab sich aus den Zielen dieses Artikels, aus der Informationslage der Quellen zur Geschichte Kėdainiųs und aus den Untersuchungen zur ethnischen Zusammensetzung der Gemeinschaft der Einwohner Kėdainiųs. 3.TENDENZEN DER BILDUNG VON FAMILIENNAMEN DER EINWOHNER KĖDAINIŲS (LITAUER, POLEN) IM 17.–18. JAHRHUNDERT Jeder Forscher der historischen Anthroponymie wählt im Hinblick auf sein konkretes Untersuchungsziel eine geeignete Forschungsmethode (Cito 2001: 11–45; Skowronek 2001: 13–32; Szulowska 2004: 15–25; AP I–II; Kowalik-Kaleta, Dacewicz, Raszewska-Żurek 2007: 27–40; Wolnicz-Pawłowska 2010: 269–278; SNP 10). Für die Untersuchung des Familiennamenbildungsprozesses werden historische Dokumente benötigt, die einen längeren Zeitraum umfassen und in denen Mitglieder derselben Familien oder sogar mehrere Generationen verzeichnet sind. Die Analyse solcher Eintragungen ermöglicht festzustellen, ob die Personennamen in diesen Bezeichnungen die wichtigsten Eigenschaften von Familiennamen erworben haben. Gerade die Vererbbarkeit eines Personennamens und seine Zugehörigkeit zu den Mitgliedern einer Familie belegen, dass er sich zu einem Familiennamen entwickelt hat (Dubisz 1956: 97–107; Bubak 1986: 217; Maciejauskienė 1991: 51; Jaracz 2001: 496; Ragauskaitė 2001: 125; 2005: 75; 2008: 29–33; 2016: 57–60; 2016a: 113–116; Rudnicka-Fira 2004: 15; Pihan-Kijasowa 2011: 75–76; Pasterska 2013: 11–14; 2015: 179–185). 17.–18. Jahrhundert Kėdainiai war eine der wenigen Privatstädte Litauens, der durch das Privileg König Sigismunds III. Wasa vom 15. April 1590 das Magdeburger Stadtrecht verliehen wurde. Die Stadt verfügte über bewahrte und gepflegte multikulturelle Traditionen und gehörte zunächst den Kiškas und später – mit Unterbrechungen – Vertretern des Biržai-Dubingiai-Zweigs der Familie Radvila (Tyla 2000: 66). Der Großteil der Magistratsbücher von Kėdainiai aus dem 17. Jahrhundert ist verbrannt. Gerade diese älteren Einträge wären ein wichtiger Teil des historischen anthroponymischen Materials (Žirgulis 2002: 24; 2005a: 229). Nur die Reihe der Aktenbücher der kommunalen Selbstverwaltungsorgane der Stadt Kaunas ist seit dem dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts erhalten. Originalquellen dieser Art aus anderen litauischen Städten sind erst seit dem 17. Jahrhundert überliefert (Kiupa 2000: 69; 2010: 24). Aus diesen objektiven extralinguistischen Gründen fehlen sehr frühe Einträge, die zur Begründung der Chronologie der Entstehung der ersten Familiennamen der Einwohner von Kėdainiai dringend benötigt werden. In anderen historischen Quellen des 16. Jahrhunderts (beispielsweise in den Aktenbüchern von Kaunas aus dem 16. Jahrhundert) findet sich nur äußerst sporadisch die Eintragung einzelner Mitglieder derselben Familie aus Kėdainiai, zum Beispiel: 1559 Bartholomeus Nauniskis Kyedaynenis conservat in vigore testamentum uxoris suae demortue KNAC 63v – 1562 honesta Ursula, quondam Simonis Birutiskis, nunc vero Baltromel Naunis Straipsniai / Articles 61 ALMA RAGUSKAITĖ Kedanenesis uore legitima KNAK 132 – 162 Brytuskowa [...] per maritum suum [...] Brytuskowam KNAK 132v. Doch auch solche vereinzelten Fälle bezeugen den intensiven Entwicklungsprozess erblicher Personennamen bei den Einwohnern Kėdainiųs im 16. Jahrhundert. Einige Angaben zur Bildung der Familiennamen der Einwohner von Kėdainiai sind in den zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf Polnisch verfassten Inventaren der Stadt festgehalten. Es wird angenommen, dass in den Stadtinventaren von 1604 und 1624 litauische Familiennamen vorherrschten, neben vereinzelten polnischen oder deutschen (Žirgulis 2005: 180). Mitunter wird in diesen historischen Quellen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts kein gemeinsamer Anthroponym angegeben, wenn Mitglieder einer Familie (Eheleute, Mutter und Sohn, Vater und Tochter oder Sohn, Brüder) nebeneinander verzeichnet sind, zum Beispiel: 1604 Maciey od Brata Mikołai K1 12v, 1624 Jan Benkun z Mikołai bratem K1 7, 1624 Mikołay Andrzejewicz Dubowicz z bracią K1 6, 1604 Hanny Gelezowey syn gen. K1 4, 1604 Jusa jakowizkia Zona K1 13v, 1624 Matys Janowicz na Zacharyasza Syna swe(go) K2 2v, 1604 Macieia Januszewicza Corka K1 5, 1624 Jan Walentynowicz Krawiec z bratem Maciem K2 4 – 1624 Jan Walentynowicz Maciem bratem K2 10, 1624 Pawel Pafzkiewicz z Bracią K2 8, 1624 Adam Powesis z Mikołaiem bratem K2 8, 1624 Jarof Koncza Szwiec z Stanisławem Synem K2 6, 1604 Adam wergelowey syn K1 14. Es wurden jedoch zahlreiche erbliche Personennamen von Mitgliedern derselben Familie festgestellt, zum Beispiel: 1624 Jerzy y Mikołay Abdulowie K2 3v – 1624 Mikołay a Jerzy Abdulaciowie K2 10, 1624 Woyciech y Grÿ Gabrowie K2 10, 1624 Maciey a Abram Girnewiczowie K2 7, 1624 Stanislaw Baltromey Mikołay Lawrnkiewiczowie y potomkowie Niebożczyka brata K2 4, 1624 Maciey a Mikołay Miresaycie K2 8 – 1624 Maciey a Mikołay Miresewiczowie K2 11v, 1624 Jan a Matys Piklewiczę K2 6v, 1624 Andrey y Jan Szaulewiczowie K2 2, 1624 Wolczowe K2 8v. Die Angaben aus Einträgen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts belegen gemeinsame Personennamen in den Bezeichnungen von Ehepaaren, zum Beispiel: 167[...] Macieowi Buzewiczowi dat. RLDMK 1v, seine Frau – 167 [...] Macieowey Buzewiczowey gen. RLDMK 1v, 1690 Ja Piotr Grudzina y Ja Mariana Jawleya Piotra Grudzinowa Malzonkowie Mieśczanie Miasta Kiedan(skiego) KAK2 10, 1691 Ja Baltromey Jusewicz y Ja Barbara Adamowna Baiorowiczowna Bartlomieia Jusewiczowa Malzonkowie Mieśczanie Miasta Kiedan(skiego) KAK2 36v, 1691 Panu Woyciechowi Mławiłowiczowi y Paniey Zofey Woyciechowey Mławiłowiczowey Malzom Obywatelom Miasta Kiedan(skiego) dat. KAK2 46v, 1690 P(an) Piotr Mardziewicz y Pani Zofia Plawżkaya Piotrowa Mardżewiczowa Malzonkowie Mieśczanie Miasta Kiedan(skiego) KAK2 13, 1690 Jan Pawłowicz y Ja Ewa Butkiewiczowna Janowa Pawłowiczowa Malzonkowie Mieśczanie Miasta Kiedan(skiego) KAK2 21, 1698 Ja Stephan Rakiewicz y ia Rozalia Wiszniewska Stephanowa Rakiewiczowa Malzonkowie obywatele Miasta Kiedanskiego KAK1 87, 1691 Ja Stanislaw Staginski y Ja Zophia Kurlinska Stanisławowa Staginska Malzonkowie Mieśczanie Miasta Kiedan(skiego) KAK2 26, 62 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainiečių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje 168 Ich, Bartłomiej Stephanowicz, und ich, Elżbieta Grzegorzowa Bartłomiejowa Stepanowiczowa, Eheleute, Bürger der Stadt KAK₁ 67 u. a. Zwei identische Anthroponyme sind in den Einträgen einer Mutter und ihrer Nachkommen belegt, z. B.: 1691 Ich, Anna Kitizkowna Mikołajowa Adajowa, und ich, Mikołaj Adajatis, Mutter und Sohn, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂ 43v, 1690 Ich, Ewa Krzyżtofowa Dziadowiczowa, und ich, Wawrzniec Krzystofowicz Dziadowicz, Mutter und Sohn, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂ 29. Die Quellen des 17. Jahrhunderts zeigen eindeutig, dass grundsätzlich alle Einwohner von Kėdainiai Familiennamen tragen. Besonders deutlich wird dies, wenn ein Ehemann und seine Ehefrau nebeneinander eingetragen sind, z. B.: 1798 Die ehrbare Helena Giedeykowa, Witwe, Bürgerin [...] des Bartłomiej Giedeyki, Ehemanns KAK₂₃ 78, 1732 Dem ehrbaren Adam Narmunski, Zunftmeister der Schuhmacher, und seiner Ehefrau Maryna Egirdowna Narmunska, Eheleuten, Bürgern von Kied(an) dat. KAK₅ 1, 1714 Der ehrbare Andrzej Pałukaytis und Magdalena Kiełczuowna Pałukayciowa, Eheleute, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₃ 35, 1714 Dem Kazimierz Rudziński, Gerber, und Frau Judtye Adajowie Rudzińska, Eheleuten, Bürgern der Stadt Kiedan(skiego) dat. KAK₃ 36v, 1761 Der ehrbare Jerzy Treys mit seiner Ehefrau Helena Tregowa, Bürger von Kied(an) KAK₁₀ 50, 1736 Mit dem ehrbaren Wawrzyniec Uscinwski und seiner Ehefrau Barbara Dyłacowna Uscinowska, Bürgern von Kiedan(skiemi), abl. KAK₅ 64. Bei der Bezeichnung der Ehepartner wird manchmal angegeben, aus welcher Familie oder Sippe die Ehefrau stammt, z. B.: 1768 [...] Agata aus der Familie Gawdziewicz, Ehefrau von Józef Buywid, ihrem Ehemann, Meister der Schuhmacherzunft KAK₁₅ 45, 1795 Ich, Jan Skgayło, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) [...] meiner Ehefrau, Frau Maryanna geborene Sajewicz, Ehefrau Skgayłos KAK₄ 51. Neben den Bezeichnungen, die bei Einträgen von Männern und Frauen einzeln verwendet wurden, sind auch zahlreiche Belege vorhanden, in denen die Ehepartner gemeinsam eingetragen und mit einem gemeinsamen Familiennamen bezeichnet werden, z. B.: 1768 Die angesehenen [...] Herren Michał und Rozalia Borkiewiczowie, Eheleute, Schöffen KAK₁₅ 45, 1762 Der ehrbare Maciey und Ana Cegiełowowie, Eheleute, Bürger von Kied(anscy) KAK₁₀ 69, 1760 Den Herren Antoniemu und Zoffiy Ciołkowiczom, Eheleuten, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₁₀ 14, 1761 Den Ehrbaren Jakubowi und Katarzynie Dąmbrowskim, Eheleuten, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₄ 51, 1768 mit dem ehrbaren Antoni und Mariane Giedeykami, Eheleuten [...] Bürgern, abl. KAK₁₅ 50, 1768 der Ehrbaren Franciszka und Doroty Karpowskich, Eheleuten, Meistern der Zunft der Zarębacki und Bürgern von Kiedan(sk ich), gen. KAK₁₅ 47, 1762 den Angesehenen Franciszkowi und Magdalenie Kupczynskim, Eheleuten, dat. KAK₄ 71, 1768 den Ehrbaren Antoniego und Felicyany Lewanowiczom, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₁₅ 56, 1762 den Ehrbaren Bartłomiejowi und Ewie Lidakewiczom, Eheleuten, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₁₀ 123, 1768 der Ehrbaren Michała und Katarzyny Pawłowskich, Eheleuten, Meistern der Zunft der Zimmerleute, Bürgern, gen. KAK₁₅ 51, 1765 den Ehrbaren Jerzemu und Magdalenie Razulewiczom Str pains / Articles 63 ALMA RAGAUSKAITĖ M(a)ll(onkoni) Oby(watelom) Kied(anskim) dat. KAK₁₀ 142, 1762 Der ehrbare Antoni und Anna Rymowiczowie, Eheleute, Bürger von Kiedy(anscy) KAK₁₀ 68, 1762 Den Ehrbaren Stefanowi und Magdalenie Romanowiczom, Eheleuten, Bürgern von Kiedań(skim), dat. KAK₁₀ 81, 1796 Kazimierza und Anny Rutkowskich, Eheleute, Bürgern von Kiedan(skich), gen. KAK₂₄ 93, 1762 Den Ehrbaren Stefanowi und Dorocie Synowiczom, Eheleuten, Bürgern von Kiedanskim, dat. KAK₁₀ 123, 1770 Der ehrbare Jan und Magdalena Saczkowscy [...] Bürger von Kiedanscy KAK₁₅ 99, 1762 Den Ehrbaren Janowi und Barbarze Srandowskim, Eheleuten, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₁₀ 69, 1762 Den Ehrbaren Jakubowi und Annie Stankiewiczom, Eheleuten, Bürgern von Kied(anskim), dat. KAK₁₀ 73, 1762 Dem Ehrbaren Antoniemu und Katarzynie Stafzewskim, Eheleuten, Bürgern von Kiedan(skim), dat. KAK₁₀ 72, 1800 Tomasz und Magdalena Sachniewiczowie, Eheleute, Meister der Schuhmacherzunft, Bürger von Kiedan(scy) KAK₂₃ 110, 1798 Die Herren Michał und Maryanna Wabzdowscy, Eheleute [...] Schöffen und Kaufleute der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂₃ 85, 1791 Wir, Jan Krzysztof und Dorota Zacharzowie, Eheleute, Meister der Zunft der Zamecki und Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂₃ 8. Manchmal werden die Bezeichnungen von Ehemann und Ehefrau außerdem durch einen Hinweis darauf ergänzt, aus welcher Familie oder Sippe die Frau stammt, z. B.: 1800 Die Ehrbaren Andrzej und Marianna geborene Rymowicz, Borysowiczowie, Eheleute, Angehörige der Schlosserzunft, Bürger von Kiedan(scy) KAK₂₃ 121, 1795 Wir, Jozef und Krystyna geborene Úscinowka, Borkiewiczowie, Eheleute, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂₄ 17, 1796 Die Ehrbaren Jozef und Katarzyna geborene Mikszton, Gudziewiczowie, Bürger von Kiedańscy KAK₂₄ 76v, 1800 Jerzy und Marianna geborene Apanowicz, Gulbinowie, Eheleute, Kaufleute und Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂₃ 122, 1800 Die Ehrbaren Tomasz und Magdalena geborene Garszewska, Kowalewcy, Eheleute, Bürger von Kiedańscy KAK₂₃ 114, 1767 den Angesehenen Herren Franciszowi und Magdalenie geborene Mackiewicz, Kupczyskim, dat. KAK₁₅ 6, 1765 Der ehrbare Maciey und Konstancya Matukiewiczowie, Eheleute, Bürger von Kiedan(cy) KAK₁₀ 117, 1797 Den Ehrbaren Wawrńcowi und Katarzynie geborene Rymfewicz, Matusewiczom, Eheleuten, Bürgern der Stadt Kiedan(skiego), dat. KAK₂₄ 131, 1798 Den Ehrbaren Wawrńcowi und Konstancy geborene Astasowicz, Sajewiczom, Eheleuten, Bürgern der Stadt Kiedan(skiego), dat. KAK₂₃ 87, 1800 Piotrowi und Mariannie geborene Karpowska, Sawickim, Eheleuten, Bürgern von Kiedan(skim), dat. KAK₂₃ 109, 1798 Wir, Jakub und Anna geborene Lubnowi, Stankiewiczowie, Eheleute, Bürger der Stadt Kiedan(skiego) KAK₂₃ 103, 1796 Tomasza und Magdaleny geborene Rozysłowicz, Szachniewiczow, Eheleute, Bürgern von Kiedan(skich), gen. KAK₂₄ 86v, 1796 Maciejowi und Maryannie geborene Januszkiewicz, Uscinowskim, Eheleuten, Bürgern von Kiedan(skim), dat. KAK₂₄ 76v. In einigen Fällen werden der Name der Frau und ihr Geburtsname ausgelassen; es bleibt nur der Hinweis sama, d. h. selbst, Ehefrau, z. B.: 1762 Dem Herrn lanowi Dąbrowski, Bürgermeister [...] und seiner Ehefrau, dat. KAK₁₀ 76, 1759 Der ehrbare 64 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainičių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje Franciška Karpoškiego y Samey Małzonkow Cechmistrow Rzeznickich gen. KAK₁₀ 7, 1762 Uczciwy Michał y Sama Nawikowie Obyw(atele) Kieydanscy KAK₁₀ 121, 1768 Panow Michałowi y Samey [...] Rufweskin Małżkom Ławnikom dat. KAK₁₅ 48, 1770 Maciey y Sama Stefanowiczowie Mał(żon)kowie Obyw(atele) Kiey(danscy) KAK₁₅ 85, 1762 Uczciwy Stanisław y Sama Wabzdowscy Małż(onkowie) Obywat(ele) Miasta Kieydan(skiego) KAK₁₀ 75, 1762 Uczciwy Andrzej y Sama Woyciechowiczowie Małż(onkowie) Obyw(atele) Kieyd(anscy) KAK₁₀ 76. Das zeigt, dass Frauen im 17. Jahrhundert uneinheitlich verzeichnet wurden und ihre Namen unvollständig angegeben waren. Vielleicht handelt es sich um eine gewisse Kanzleitradition. Solche Eintragungsfälle wurden auch in Quellen zur Geschichte Kaunas’ aus dem 17. Jahrhundert festgestellt (Ragauskaitė 2005: 53). Es gibt auch andere Namensformen, die bestätigen, dass eine Frau nach der Eheschließung (oder nach mehreren Eheschließungen) den Familiennamen des Mannes annimmt, z. B.: 1760 S(ławetna) P(ani) Anna z Łuraszewiczow primi viri Narnuska post modum Wabzdowska KAK₁₀ 23, 1760 Sławetna P(ani) Magdalena primi viri Iurafewiczowa ad praesens Lubenowa KAK₁₀ 23 – 1760 Magdaleny primi viri Iurafewiczowey ad praesens Lubenowey Ławnikowey gen. KAK₁₀ 23, 1770 Szlachetna Pani Zofia byws(a) Ciołkiewiczowa ad presens Szarlowska KAK₁₅ 99 – – 1770 Sławetnej Zofii Primi Voti Ciołkiewiczowey ad presens Michałowey Szarlowskiey gen. KAK₁₅ 99, 1764 Uczciwy Maciey Luben O(bywatel) Kieydan(ski) [...] Magdalenie primi {ori} Jarufowiczowey ad pres Lubenowey KAK₁₀ 97, 1770 Sławetna Krystyna z Wabzdowskich primi voti Michałowa Gaudzieiczowa in secundo thoro Kazimierzowa Skączkowska ad praesens Adamowa Szpakowska KAK₁₅ 113, 1784 Anna bywsza Mackiewiczowa, powtornie Giedekowa wdowa KAK₂₁ 17v, 1796 Ja Maryanna z Tomkiewiczow primo viri Kaspowska ad praesens Jackiewiczowa Obywatelka Miasta Kiedan(skiego) KAK₂₄ 94v, 1798 Pani Magdaleny Gaudzieiczowey ad praesens Rymowiczowey Obyw(atelki) Miasta Kiedan(skiego) gen. KAK₂₃ 62. In den Aufzeichnungen des 17. Jahrhunderts sind zwei gemeinsame Bezeichnungen von Personen vermerkt, z. B.: 1716 Uczciwemu Janowi Augutowiczowi y Małżonce onego Uczciwey Jadwidze Dilewiczownie Janowey Augutowiczowey obywatelom tuteyszym dat. KAK₃ 76v, 1761 w Sprawie Uczciwego Wawrzynca Jasułowicza Obywat(ela) Kiedan(skiego) z Zona iego Heleny Wawrzyn(cowey) Jasułowiczowey KAK₁₀ 56, 1704 Ja Kazimierz Juchnie- wicz y ia Anna Waskiewiczowna Kazimierzowa Juchniewiczowa Małzonkowie KAK₃ 5, 1708 Ja Jakub Karposki [...] y Ja Katharzyna Kontona Jakuba Karposka Obywatele Miasta Kiedan(skiego) KAK₁₀ 14v, 1714 Ja Jerzy Mackiewicz y Ja Zofia Gieniona Jerzyna Mackiewiczowa Małzonowie y obywatele Miasta Kiedan(skiego) KAK₃ 30, 1720 Ja Jan Rymdeyko y Ja Regina Tylkinowiczowna Janowa Rymdeyowa Małzonkowie y Obywatele Miasta Kiedanskiego KAK₃ 99v, 1720 Panu Piotrowi Skirgale y Małżonce onego Pani Elizabiecie Dulcywnie Piotrowey Skirgaliney Małżonkom y Obywatelom Miasta Kiedanskiego dat. KAK₃ 109, 1704 Ja- kub Szymaitis ia Zofia Kordaszewiczowna Jakubowa Szymaicia Małzonkowie Straipsniai / Articles 65 ALMA RAGUSKAITĖ Mieszkanie Miasta Kiedan(skiego) KAK₃ 4, 1714 Uczciwemu Gerzemu Walen-tynowiczowi Obywatelowi Miasta Kiedanskiego y Uczciwey Katharzynie Woszkie-wiczownie Gerzey Walentynowiczowey dat. KAK₃ 58, 1705 Ja Piotr Wandzie-wski y Ja Magdalena Piotrowa Wandziweska Małzonkowe a Mieszkanie Kiedarsci KAK₃ 8v, 1716 Uczciwemu Kazimierzowi Wencewiczowi y Małzone onego Uczciwey Mariannie Lubeynowie Kazimierzowey Wencewiczowey Małzonkom y Obywatelom Miasta Kiedanskiego dat. KAK₃ 80v. Dieselben Personennamen tragen nebeneinander auch Eltern und Kinder, z. B.: 1760 Ucz-ciwa Agata Symonowa Amelewiczowa Maka, y Jakub Amelewicz Syn [...] KAK10 19, 1762 Barbara Maka y Syn Jerzy Ambrozewiczowe Ob(ywatele) Kied(anscy) KAK10 123, 1796 Ja Szymon Bacelunas Obywatel Kiedanski [...] Dzieciom moim Michalowi Bacelunowi KAK24 58v, 1765 Pani Zofia Ciołkiewiczowa Maka Franciszek, Adam, Jozef, Jerzy, Macie, Daniel, Ignacy, Synowie Teresa Anna, Corki Cioł-kiewiczowie Obywatele Kied(anscy) KAK10 115 – 168 [...] P(an) Jerzy Ciołkiewi-cz Patryta Miasta Kiedan(skiego) [...] Pani Zofi Ciołkiewiczowey Macie KAK15 53, 1767 przez w Bogu zeszłego Antoniego Ciołkiewicza [...] Jozef Ciołkiewicz Syn Niebosz-czyka KAK15 8, 1767 Sprawa Usciewy Anny Grygalunowey wdowy Matki z Usciewym Matęufzem Grygalem Synem KAK15 32, 1768 Szlachetna Pani Katarzyna Gulbinowa wdowa Obyw(atelka) Kied(anska) [...] Maka tudzież Kazimierz y Jerzy Synowie Gulbinowie Obyw(atele) Kiedan(scy) KAK15 43, 1765 Rodzice y Michałowi Synowi Karowskim Obywatelom Kied(anskim) dat. KAK10 143, 1761 Uczciwa Anna Kurolowiczowa Wdowa [...] Synu Kazimierzu Kurolowiczowi KAK10 52, 1767 Sławet-nym Panom Stanisławowi Synowi Katarzynie Macę Mąfendowiczom Radcom dat. KAK15 29, 1796 P(ano)wie Jozefi Mikstasz Teść Szymon y Maryanna z Mikstow Sznurewicowie [...] Zieć y Corka Obywatele Kiedanscy KAK24 80, 1768 z Szlache-tnemi Paniami Jozefem Ruszewskim Radcą Oycem, Michałem Ruszewskim Ławnikiem Synem ab. KAK15 47, 1762 Z Uczciwemi Jakubem y Jozefem Bracią Rodzonymi oraz y Małe onych Ewą Stankiewiczami Obyw(atelami) Miasta Kiedan(skiego) KAK10 80, 1765 Usciewy Barbarę Ucinowskiey Macę tudzież Jozefowi, Kazimierzowi Ucinow-skich Braciom rodzonym Obyw(atelom) Kied(anskim) dat. KAK10140. Den erblichen Anthroponym tragen auch andere Mitglieder derselben Familie (Brüder, Schwestern), z. B.: 1798 My Kazimierz y Jerzy Gulbinowie Bracia rodzeni Obywatele Miasta Kie-dan(skiego) KAK23 104, 1761 Uczciwego Bartłomieja Lidukiewicza [...] do Brata ro-dzonego Jakuba Lidukiewicza gen. KAK10 42, 1800 Uczciwym Bartłomiejowi y Jozefowi Markiewiczom Braciom Rodzonym Obywatelom dat. KAK23 114, 1762 Uczciwym Magdalene, Elżbiecie, Annie y Maryannie Siostrom Rodzonym Rudkowskim dat. KAK10 69, 1723 Ucfiwy Kazimierz Rudziński broni Bratu swemu Piotrowi Rudzi-ńskiemu KAK4 68, 1767 Uczciwey Macie Sielicki Soleniter Manifestował się na Brata Jana Sielickiego [...] KAK15 9, 1762 Uczciwy Stanisław Wabdoswski Ob(ywatel) M(ias-ta) Kied(anskiego) [...] Brata swego Rodzonego Jerzego Wabdoswskiego KAK10 65. 66 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje Gelegentlich wird dieselbe Person unterschiedlich eingetragen – einmal ohne und einmal mit allgemeinen Personenbezeichnungen, z. B.: 1704 D(ominus) Francisco Matulaytys et D(omina) Mariana Szylinska Coniugibus et incolis Cajudensis KAK₃ 3v – 1704 P(anowi) Franciszkowi Matulatysowi y Mażonce jego [...] Mariannie Szyliszczence Franciszkowej Matulatysowej dat. KAK₃ 3v. Es wurden nur vereinzelte Einträge gefunden, in denen keine einheitliche Personenbezeichnung vorkommt, z. B.: 1760 Agata Dziewa Morkiela Obywatela tuėyfzego KAK₁₀ 16, 1770 Szlachetnym Katarzynie Mate tudzież Stanisławowi Synowi Masandowiczowi Radce dat. KAK₁₅ 100, 1762 Jozef Bosek a Mażonka swoją Obywatele Miasta Kiedan(skiego) KAK₁₀ 67. An diesen Beispielen wird deutlich, dass nicht nur Angehörige der unteren Schichten (etwa Dienstmägde u. Ä.), sondern auch Personen mit einer höheren gesellschaftlichen Stellung ohne Familiennamen eingetragen wurden. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass in den vorliegenden Fällen der Eintragung von Bürgern höheren Ranges die erblichen Personennamen wahrscheinlich einfach nicht verzeichnet wurden. Dies war offenbar durch die Eigenart der Dokumente, Unregelmäßigkeiten bei der Benennung, den Quellenkontext (zuvor genannte Personen wurden auf einer anderen Seite des Dokuments schlicht kürzer und einfacher bezeichnet) und weitere Faktoren bedingt. Die vorgelegten Daten zeigen, dass sich in historischen Dokumenten aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zahlreiche Beispiele finden, die das Funktionieren erblicher Personennamen bei den Einwohnern von Kėdainiai (Litauern und Polen) bezeugen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden faktisch alle Einwohner von Kėdainiai mit Familiennamen eingetragen. Offenbar bildeten sich die Familiennamen der Angehörigen der unteren Schichten (Dienstboten, Lohnarbeiter u. a.) langsamer heraus. Aus dem 18. Jahrhundert sind genügend Einträge überliefert, die zeigen, dass nicht notwendigerweise alle Einwohner der Stadt Kėdainiai Familiennamen hatten. Dagegen erlaubten Einträge in den Aktenbüchern der Stadt Kaunas aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bereits, von den Anfängen der Herausbildung erblicher Anthroponyme der städtischen Elite zu sprechen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kamen Familiennamen bei Angehörigen der Mittelschicht des Bürgerstandes (Handwerkern u. a.) auf; sie bildeten sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts intensiv heraus. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden faktisch alle Einwohner von Kaunas mit Familiennamen eingetragen. Im 18. Jahrhundert hatten vermutlich auch die in der Stadt lebenden Dienstboten und Lohnarbeiter Familiennamen erworben (Ragauskaitė 2005: 85–86). Ähnlich wurden die Tendenzen der Familiennamenbildung bei den Einwohnern von Vilnius im 16.–17. Jahrhundert beschrieben (Ragauskaitė 2008: 35–37). Im Kontext der historischen Anthroponymie der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird darauf hingewiesen, dass die Einwohner von Vilnius mit Vor- und Familiennamen bezeichnet wurden (Pihan-Kijasowa 2011: 75–86; Sinkevičiūtė, Račka 2014: 295–322; 2014a: 331–34; Sinkevičiūtė 2016: 221–254). Die Stabilisierung der Familiennamen der Einwohner der genannten Städte setzte sich auch im 17. Jahrhundert fort (Ragauskaitė 2008: 36). Auf dem kleinen Stadtgebiet lebten viele Menschen, darunter freie Bürger, die über größeren Grundbesitz verfügten (Ragauskaitė 2005: 86). Der Urbanisierungsfaktor war jedoch für die Chronologie der Familiennamenbildung nicht ausschlaggebend. Vergleicht man die Daten zur Entstehung und Festigung der Familiennamen litauischer Adliger und Bauern mit dem Zeitpunkt der Ausbildung der Familiennamen der Stadtbürger, zeigt sich, dass die Familiennamen der Stadtbürger Straipsniai / Articles 67 ALMA RAGUSKAITĖ früher als die der Bauern, jedoch später als die der Adligen entstanden. Letztere hatten, wie angenommen wird, bereits im 15. Jahrhundert Familiennamen; anschließend bildeten diese sich im 16. Jahrhundert und danach intensiv heraus. Familiennamen der Bauern kamen sporadisch erst ganz am Ende des 16. Jahrhunderts auf, bildeten sich danach im 17. Jahrhundert sehr rasch heraus und waren im 18. Jahrhundert vollständig ausgebildet (Maciejauskienė 1991: 112). Die Statuten Litauens sowie die Verfassungen der Sejmversammlungen des litauischen und polnischen Staates schützten nur die Familiennamen des Adels. Die Adligen verteidigten ihre Familiennamen selbst, damit andere Personen sie weder an sich nähmen noch entstellten. Sie verfügten über besonders großen Grundbesitz; deshalb war es für sie wichtig, einen einheitlichen, erblichen Familiennamen zu haben und sich um die Genealogie ihrer Familie und Sippe zu kümmern. Hinsichtlich ihrer Vermögenslage standen die Stadtbürger unter den Adligen. Der Status ihrer Familiennamen wurde meist durch die Dokumente der jeweiligen Stadt festgeschrieben. Bis zur Verfassung vom 3. Mai 1791 besaßen die Stadtbürger keine Bürgerrechte. Diese Verfassung war ein außergewöhnliches Ereignis in der Geschichte der Städte, denn die neuen Gesetze schufen ein allgemeines Stadtrecht (Glemža 1998: 43–69; 2000: 211–214). Dies zeigt, dass die historischen Bedingungen für den Adel, einen festen, erblichen Familiennamen zu führen, wesentlich früher gegeben waren. Die vorgelegten Aussagen zur Bildung und Entwicklung der Familiennamen der Stadtbürger von Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert ergänzen die bisherigen Untersuchungen zum Prozess der Familiennamenbildung bei den Einwohnern anderer Städte (Vilnius, Kaunas und Joniškis). Wie bereits erörtert, hatten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alle Mitglieder der örtlichen Gemeinschaft von Kėdainiai bereits Familiennamen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese zu jener Zeit schon endgültig gefestigt waren. Maßgeblich war, dass die erblichen litauischen Personennamen in nichtlitauischen Texten und häufig von Schreibern anderer Nationalität niedergeschrieben wurden. Die litauischen Personennamen der Einwohner von Kėdainiai wurden vom 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts polonisiert; daher konnte ein entstandener Familienname in verschiedenen Einträgen des Magistratsbuches unterschiedlich verändert werden. Deshalb sollten die Vorgänge der Stabilisierung der Familiennamen der Einwohner von Kėdainiai (Varianten der Familiennamensformen u. a.) im Folgenden eingehend behandelt werden. 4. SCHLUSSFOLGERUNGEN 1. Die Untersuchung der Einträge in historischen Dokumenten von Kėdainiai aus dem 17.–18. Jahrhundert ergab, dass sich Familiennamen in den verschiedenen Gruppen der örtlichen Stadtgemeinschaft zu unterschiedlichen Zeiten herausbildeten. 2. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden Einwohner von Kėdainiai (Litauer und Polen) mit hoher gesellschaftlicher Stellung mit erblichen Personennamen eingetragen. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts erwarben Angehörige der mittleren und unteren Schichten des Bürgerstandes erbliche Anthroponyme. Im Wesentlichen führten die Mitglieder des Kėdainier Bürgerstandes in den Einträgen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Familiennamen. Familiennamen bildeten sich weiterhin nur bei den Angehörigen der unteren Schichten von Kėdainiai (Dienstboten, Lohnarbeitern u. a.). In den Stadtaktenbüchern des 18. Jahrhunderts sind alle Einwohner von Kėdainiai mit Familiennamen verzeichnet. 68 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje 3. In der lokalen Gemeinschaft der größten Städte Litauens (Kaunas, Vilnius) bildeten sich bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Familiennamen der Elite heraus; in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen auch die Familiennamen der Vertreter der Mittelschichten dieser Städte hinzu. Im 17. Jahrhundert wurden zweifellos alle Einwohner von Kaunas, Vilnius und Kėdainiai mit Familiennamen verzeichnet. ANHANG Abb. 1. Fragment aus dem Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 1666 (Bl. 6v) Straipsniai / Articles 69 ALMA RAGUSKAITĖ QUELLEN4 Aktenbuch von Kaunas aus den Jahren 155–164. Handschriftenabteilung der Bibliothek der Universität Vilnius (im Folgenden – VUBS). F. 7. B. 1383. (KNAK). Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 1604. VUBS. F. 4. A1723. B. 3430a. (KĮ1). Inventar des Pfarrhauses von Kėdainiai aus dem Jahr 1622. VUBS. F. 4. A20. B. 1692. (KKČ). Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1623–1806. Litauisches Staatsarchiv für Geschichte (im Folgenden – LVIA). F. SA. B. 1530. (KAK1). Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 1624 [Inventar spifanẏ ẏmenia K̃eydankiego [...]. VUBS. F. 4. A1724. B. 3430b. (KĮ2) Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 166 [Inventar miasta K̃eydanskiego 166]. VUBS. F. 4. A215. B. 1689. (KĮ3) [Register der Liquidation der Schulden der Stadt K̃eydanskiego. 167...]. VUBS. F. 4. A216. B. 1701. (RLDK) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1690–1775. LVIA. F. SA. B. 1537. 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SA. B. 1572. (KAK16) Buch der Akten von Kėdainiai 1774–1777. LVIA. F. SA. B. 1573. (KAK17) 4 Das Verzeichnis der historischen Quellen wurde chronologisch zusammengestellt. 70 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainičių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1777–1779. LVIA. F. SA. B. 1534. (KAK18) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1777–1780. LVIA. F. SA. B. 1535. (KAK19) [Akte wegen der Misshandlung eines Schöffen von Kėdainiai. 179]. VUBRS. F. 4. A224. B. 17667, 17669, 17670, 17671, 17674. (BKSS) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1779–1782. LVIA. F. SA. B. 1536. (KAK20) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1782–1791. LVIA. F. SA. B. 1537. (KAK21) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1783–1792. LVIA. F. SA. B. 1538. (KAK22) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1791–1806. LVIA. F. SA. B. 1539. (KAK23) Aktenbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1794–1798. LVIA. F. SA. B. 1530. 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Tendencies of Formation of Surnames among Kėdainiai Residents (Lithuanians, Poles) in the 17th–18th Century SUMMARY The article discuses the tendencies of formation of surnames of Kėdainiai residents in the 17th–18th century with a focus on the personal names of Kėdainiai residents collected from 24 unique Kėdainiai registry books of the 17th–18th century. Kėdainiai inventories of 76 Acta Linguistica Lithuanica LXXVI Kėdainių (lietuvių, lenkų) pavardžių formavimosi tendencijos XVII–XVIII amžiuje the 17th century as well as other historical documents are also mentioned in the article as auxiliary historical documents. Around 2,500 cases of naming Kėdainiai residents (both anthroponyms of different people and various versions of their personal name forms) were collected from the abovementioned old city manuscripts. The analysis of these cases of naming made it clear that surnames originated in all the groups of the local community of city residents at different times. The surnames of the dominant and most influential residents of Kėdainiai were first to originate. In the first half of the 17th century the residents of Kėdainiai (Lithuanians, Poles) taking up a higher social position were recorded using hereditary personal names. In the second half of the century the individuals belonging to the middle and lower class of the townspeople acquired uniform, common anthroponyms. The records of the second half of the 17th century show that the townspeople of Kėdainiai had surnames. Apparently, it took longer for the surnames of the city’s lower social classes to form. The stabilization of the surnames of Kėdainiai residents occurred during a later period, i.e. in the 18th century. Meanwhile, in the case of local communities of large cities, such as Kaunas and Vilnius, the surnames of the city elite first originated in the first half of the 16th century. The residents of Kaunas, Vilnius and Kėdainiai already had surnames in the second half of the 17th century. The final formation of the surnames of Kaunas, Vilnius, Kėdainiai, Joniškis residents took place in the 18th century. When comparing the chronology of the origin and final formation of surnames of the social classes of Lithuanian nobles and peasants and the time of formation of surnames of the townspeople, it turned out that it took longer for the surnames of the townspeople to form compared to the nobility but they formed earlier than those of peasants. The available research of Lithuanian historical anthroponomy testifies that the phenomenon of formation of surnames of the nobility can already be observed in the 15th century; the process gained momentum in the 16th century and during a later period. The surnames of peasants gradually originated at the end of the 16th century only, gathered pace in the 17th century and finally formed in the 18th century. Įteikta 2017 m. rugpjūčio 10 d. ALMA RAGAUSKAITĖ Lietuvių kalbos institutas Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva [email protected] Straipsniai / Articles 77