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Zur textuellen Grundlage des altpreußischen „Enchiridions“ bei Vater (1821) oder zu dem verschollenen „VH“-Exemplar

Pietro U. Dini

Abstract

    Wichtige mit Vaters Ausgabe des „Enchiridions“ (1821) verbundene Aspekte sind bis heute nur unzureichend erhellt worden. Dies gilt insbesondere für das Verhältnis zwischen dem von Vater veröffentlichten Text und einer bisher unbekannten, in dem Band Ms. boruss. fol. 462. (Berlin) enthaltenen handschriftlichen Abschrift dieses Sprachdenkmals. A. E. Hennig hat diese Abschrift auf der Grundlage eines unvollständigen Originaldrucks des Enchiridions angefertigt, das ihm als Privateigentum gehörte. Seit Nesselmann (1845) gilt dieses Exemplar als verschollen. Dieses gedruckte Exemplar hat der Abschrift Hennigs und damit auch der Ausgabe von Vater zugrundegelegen, wie dies sowohl textinterne als auch textexterne Argumente bezeugen. Ihm fehlten die Seiten 126–134. Seltsamerweise ist der Text in der Ausgabe Vaters fast zwei Seiten kürzer als derjenige der Abschrift. Aufgrund einer Vergleichung unterschiedlicher Materialien lassen sich bestimmte Züge des verschollenen Exemplars ermitteln. Ich würde vorschlagen, dieses Exemplar des altpreußischen Enchiridions als „HV“-Exemplar zu bezeichnen.

Full text

S aipsniai / A icles 11 PIETRO U. DINI Uni e si ä Pisa ORCID id: o cid.o g./0000-0002-9063-1783 Fields o esea ch: Diach onic linguis ics, Linguis ic his o iog aphy, His o y o Bal ic languages, P ussian, Li huanian and La ian philology and linguis ics. DOI: doi.o g/10.35321/all86-01 ZUR TEXTUELLEN GRUNDLAGE DES ALTPREUßISCHEN ENCHIRIDIONS BEI VATER (1821) ODER ZU DEM VERSCHOLLENEN „VH“-EXEMPLAR* Va e io p ūsiškojo Enchi idiono (1821) pi minio eks o, a ba p a as ojo „HV“ egzemplio iaus, klausimu Anlässlich des zweihunde s en Jah es ages des E scheinens de Ausgabe Johann Se e in Va e s: 1821–2021 ANNOTATION Wich ige mi Va e s Ausgabe des „Enchi idions“ (1821) e bundene Aspek e sind bis heu e nu unzu eichend e hell wo den. Dies gil insbesonde e ü das Ve häl nis zwischen dem on Va e e ö en lich en Tex und eine bishe unbekann en, in dem Band * Ich bin P o . D . D . h.c. We ne Leh eld (Gö ingen) sowohl ü einen Gedankenaus ausch übe das hie e ö e e Thema als auch ü seine Hil e bei de En zi e ung einige Passagen wie auch ü eine Du chsich des deu schen Tex es dieses Bei ages seh e p lich e . PIETRO U. DINI 12 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Ms. bo uss. ol. 462. (Be lin) en hal enen handsch i lichen Absch i dieses Sp achdenkmals. A. E. Hennig ha diese Absch i au de G undlage eines un olls ändigen O iginald ucks des Enchi idions ange e ig , das ihm als P i a eigen um gehö e. Sei Nesselmann (1845) gil dieses Exempla als e schollen. Dieses ged uck e Exempla ha de Absch i Hennigs und dami auch de Ausgabe on Va e zug undegelegen, wie dies sowohl ex in e ne als auch ex ex e ne A gumen e bezeugen. Ihm ehl en die Sei en 126–134. Sel same weise is de Tex in de Ausgabe Va e s as zwei Sei en kü ze als de jenige de Absch i . Au g und eine Ve gleichung un e schiedliche Ma e ialien lassen sich bes imm e Züge des e schollenen Exempla s e mi eln. Ich wü de o schlagen, dieses Exempla des al p eußischen Enchi idions als „HV“-Exempla zu bezeichnen. SCHLAGWORTE: Al p eußisch, Enchi idion, Johann Se e in Va e , Ab aham E ns Hennig, Ka l Fabe . ANNOTATION Some impo an aspec s o he edi ion Va e (1821) a e s ill no e y clea , pa icula ly he ela ionship be ween he ex published by Va e and he manusc ip copy o he Old P ussian Enchi idion kep in he olume Ms. bo uss. ol. 462. (Be lin), which has been unknown un il now. The copy was ca ied ou by A. E. Hennig on he base o an incomple e p in ed copy o he Enchi idion, which was his own p ope y. Since Nesselmann (1845), his copy o he OP . Enchi idion has been conside ed los . Bo h in e nal and ex e nal a gumen s show ha he los incomple e p in ed copy was he s a ing poin o Hennig’s manusc ip and consequen ly also o Va e ’s edi ion. The incomple e copy was lacking pages 126–134. Oddly enough, he ex published by Va e is wo pages sho e han Hennig’s manusc ip copy. A compa ison o di e en da a allows us also o es o e some ea u es o he los copy. I would p opose calling his copy he “HV”-copy. KEYWORDS: Old P ussian, Enchi idion, Johann Se e in Va e , Ab aham E ns Hennig, Ka l Fabe . EINLEITUNG Die P ussis en haben de Ausgabe des al p eußischen d i en Ka echismus, des sogenann en Enchi idions, on Johann Se e in Va e aus dem Jah 1821 bishe nu ge inge Au me ksamkei geschenk . Bes en alls wi d sie heu e als bloße his o iog aphische Sel enhei angesehen. Ih We ü die E o schung des Al p eußischen is hingegen bislang kaum gewü dig wo den. Aus den olgenden Da legungen wi d sich e weisen, dass die Va e sche Ausgabe in de al p eußischen Philologie einen Sonde all da s ell . Wich ige mi diese Edi ion e bundene Aspek e sind bis heu e nu unzu eichend e hell S aipsniai / A icles 13 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla wo den, e wa und ganz besonde s das Ve häl nis zwischen dem on Va e e ö en lich en Tex und eine Absch i des Enchi idions, die D . Ma ie-Luise Heckmann im Jah 2019 in Be lin wiede au ge unden und dami gleichsam wiede en deck ha . De Haup zweck de o liegenden A bei is es, dieses Ve häl nis nähe zu un e suchen. Es soll hie nich da um gehen, Va e s Bedeu ung als P ussis zu bewe en. Fe ne wi d hie nich die Absich e olg , das Ve häl nis zwischen dem on Va e e ö en lich en Tex des Enchi idions und den ande en bekann en Exempla en1 dieses Sp achdenkmals zu e o schen. Au dieses Thema soll an diese S elle nu am Rande eingegangen we den, weil es e dien , Gegens and eine eigens ändigen, g ündliche en Analyse zu we den (siehe 7.). Vielmeh gedenke ich, mich au die En s ehung de Ausgabe on Va e zu konzen ie en, un e besonde e Be ücksich igung on de en Ve häl nis zu de oben genann en Absch i . Diese Sch i is une lässlich, wenn man die philologische Übe lie e ung des wich igs en al p eußischen Sp achdenkmals möglichs um assend und e schöp end ekons uie en möch e. 1. HENNIG UND VATER IN KÖNIGSBERG Zu An ang des 19. Jah hunde s le n en sich in Königsbe g zwei gleichal ige Geleh e le nen, Johann Se e in Va e und Ab aham E ns Hennig. Ih e F eundscha und Zusammena bei soll en eine wich ige F uch ü die E o schung des Al p eußischen zei igen, die e s e Ausgabe des al p eußischen Enchi idions au de G undlage eines O iginald ucks aus dem 16. Jah hunde . 1.1. Johann Se e in Va e Johann Se e in Va e is o mals als ielsei ig ä ige Geleh e da ges ell wo den, de un e schiedliche Fachgebie e kul i ie habe. Gö z on Selle (1965) e wende eine e ende De ini ion: »Va e ha en schiedene Züge eines Polyhis o s al en S ils.« Selle e weis auch au einige übe Va e ge äll e U eile, 1 Au g und eigene E kundungen ( gl. Ve . 2019) da ich es s ellen, dass gegenwä ig in deu schen Biblio heken olgende Exempla e des al p eußischen „Enchi idions“ au bewah we den: das „B1“-Exempla , S aa sbiblio hek zu Be lin – P eußische Kul u besi z (Haus N . 1, Un e den Linden), Signa u : Lib. imp . a . Qua . 182; das „B2“-Exempla , Geheimen S aa sa chi P eußische Kul u besi z (Haus N . 2, Be lin-Dahlem), Signa u : 60, 17; das „D“-Exempla , S aa s- und Uni e si ä sbiblio hek D esden, Signa u : Li . Sla . 51. PIETRO U. DINI 14 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI so au dasjenige Wilhelm on Humbold s (Haym 1894), de Va e zwa ü einen gu en Biblio heka , hingegen ü einen schlech en Linguis en hiel . Zu diesem Punk e a Kuhn (1895) noch eine ande e Meinung, die ich auch ü angemessene hal e. Kuhn sch eib : »Seine [Va e s] linguis ische We ke e dienen, om S andpunk ih e Zei be ach e , alles Lob.« Ta sächlich gil es hie da an zu e inne n, dass das be ühm e linguis ische We k F anz Bopps e s 1816 und dessen Bei ag zu E o schung des Al p eußischen, die Abhandlung „Übe die Sp ache de al en P euʃsen“, e s 1853 e ö en lich wu den. Wie auch imme die U eile übe Va e aus allen mögen, so is jeden alls unbes ei ba , dass sein We k „Die Sp ache de al en P euʃsen: Einlei ung, Uebe eʃ e, Sp achleh e, Wö e buch“ (ged uck in Halle, abe e ö en lich in B aunschweig, 1821) ungeach e alle seine Mängel als bahnb echend anzusehen is 2. J. S. Va e wu de 1771 in Al enbu g gebo en. Die wich igs en S a ionen seines S udiums und seine Lau bahn sind olgende: 1790–1794 S udium in Jena und in Halle; E we b de enia legendi 1795 in Halle und 1796 in Jena; 1799 Be u ung als o den liche P o esso de Theologie und de mo genländischen Sp achen nach Halle; 1809 Übe siedlung nach Königsbe g, Au en hal do bis 1820. In diese Zei Zusammena bei mi A. E. Hennig, de seh wah scheinlich Va e s In e esse ü das Al p eußische geweck ha . Va e ha sich auch mi den semi ischen Sp achen, besonde s mi dem Heb äischen beschä ig , ha J. Ch . Adelungs „Mi h ida es“ o gese z und dabei Alexande on Humbold s E kenn nisse übe das Baskische und das Kan ab ische be ücksich ig . 1820/1821 keh e e nach Halle zu ück, und in diesen Jah en e schien auch seine S udie übe das Al p eußische. In Halle widme e sich Va e in ensi de Ki chengeschich e und den sla ischen Sp achen. Nach Meinung einige Fo sche wa e de G ünde und e s e Ve e e de Halleschen Sla is ik (Be nhagen 1964; Fleckens ein 1997). 1.2. Ab aham E ns Hennig Fo s eu e (1955: S. 48) läss seine We schä zung Ab aham E ns Hennigs e kennen, wenn es bei ihm heiß , diese sei »de eigen liche O ganisa o des S aa sa chi s Königsbe g«. E heb he o : »Hennig genoß, wie bei den Behö den, so auch bei de wissenscha lichen Wel hohes Ansehen« (ibid., S. 50). Auße dem e wähn e , »[z]u seinen Fö de en gehö en J. S. Va e , 2 Ein Zeugnis da ü sind Besp echungen dieses Buches nich nu in Deu schland ( gl. Mone 1821; G imm 1822), sonde n auch in Wa schau ( gl. Linde 1822). S aipsniai / A icles 15 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla de e diens olle E o sche de al p eußischen Sp ache, und de His o ike A. Hulmann« (ibid., S. 50). A. E. Hennig wu de 1771 in Tha au (Os p eußen) gebo en. E s udie e in Königsbe g und an ande en deu schen Uni e si ä en zunächs Theologie, dann Geschich e. Die Haup s a ionen seine Lau bahn sind die olgenden: 1799 Leh e am F ied ichskolleg in Königsbe g; 1800 P a e in Schmauch; 1805 P omo ion zum Doc o philologiae an de Uni e si ä Königsbe g; 1806–1808 Leh e an de K eisschule in Goldingen [Le . Kuldīga], Ku land; 1810 Di ek o des Geheimen P eußischen S aa sa chi s Königsbe g; 1811 P o esso de his o ischen Hil swissenscha en und Biblio heka de Königlichen und Wallen od schen Biblio hek3. Hennig in e essie e sich seh ü die bal ische Geschich e, besonde s ü die Al e umskunde Al li lands und Ku lands. E e ö en lich e eine Topog aphisch-his o ische Besch eibung de S ad Ins e bu g (Königsbe g, Kan e ), Die S a u en des Deu schen O dns (Königsbe g, 1806), eine Geschich e de S ad Goldingen (Mi au [Le . Cēsis], 1809) sowie die P eußische Ch onik Lukas Da ids (Königsbe g, 1812–1817; bis Band 7.). 1796–1797 sch ieb e auch zahl eiche his o ische, s a is ische und sp achwissenscha liche A bei en, insbesonde e übe das Le ische. Hie sei da au hingewiesen, dass Hennig auch Bibliophile wa . Va e sp ich da on, dass Hennig s olz da au gewesen sei, dass e in seine p i a en Biblio hek ein Unikum au bewah en konn e, und zwa einen O iginald uck des ap . Enchi idions. 1.3. No iz in Adelungs Mi h ida es (1809) Man inde Hennigs Namen zum e s en Mal in Ve bindung mi dem ap . Enchi idion in Johann Ch is oph Adelungs und Johann Se e in Va e s Mi h ida es ode allgemeine Sp achenkunde (1806–1817). Bekann lich e ö en lich en die Ve asse in diesem meh bändigen und be ühm en We k den Tex des Va e unse s in ielen Sp achen de Wel . Hennig wi d in olgendem Auszug aus dem zwei en Teil des Buches e wähn 4: »Die ich ige Fo mel [des Va e unse s] is die le z e aus dem höchs sel enen Enchi idion ode Ki chen-Agende in Al -P euʃsische Sp ache, Königsbe g, 1561, 3 Aus üh liche da übe gl. Fo s eu e (1955: S. 47–61); Lehne d (1974: S. 296). 4 Adelung (1809: S. 702). Es is mi nich kla , weshalb hie das Enchi idion als „Ki chen-Agende“ bezeichne wi d. PIETRO U. DINI 16 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI kl. 4, welche de He P edige Hennig besi ze . Diese und de Ka echismus sind e mu hlich die einzigen äch en Übe bleibsel diese Sp ache«. So e äh man in e essan e Da en, die an ande e S elle eine nähe e Beach ung e ah en sollen. Fü den o liegenden Zweck können wi uns au diejenigen Da en besch änken, die sich au Ab aham E ns Hennig und dessen Exempla des Enchi idions beziehen. Es e gib sich, dass: (1) sich dieses Exempla des Enchi idions im Besi z des P edige s Hennig be and; (2) das Enchi idion schon 1809 als „höchs sel en“ gal ; (3) den Ve asse n des Mi h ida es damals lediglich ein O iginald uck bekann wa . 1.4. Das Al p eußische in dem Index (1815) Va e s De S and on Va e s Kenn nis de bal ischen Sp achen o und bis zu seine Zusammena bei mi Hennig is gu zu e kennen in seinem We k Lingua um o ius o bis Index alphabe icus, qua um G amma icae, Lexica, collec iones ocabulo um ecensen u , pa ia signi ica u , his o ia adumb a u ode Li e a u de G amma iken, Lexica und Wö e sammlungen alle Sp achen de E de nach alphabe ische O dnung de Sp achen, mi eine ged äng en Uebe sich des Va e landes, de Schicksale und Ve wand scha de selben (1815) (siehe 8. Abbildung N. 33). Do inde man in deu sche und in la einische Sp ache eine ku ze In o ma ion übe das Le ische und das Li auische. Was die genealogische Zugehö igkei diese Sp achen anbelang , so hiel Va e sie ü eine Mischung on Elemen en on zum g öß en Teil sla ische und zu einem ande en be äch lichen Teil ge manische He kun . Hie wi d das Al p eußische ku z im Zusammenhang mi dem Li auischen be ach e , und zwa bei den li auischen Munda en, so dass man sich nich des Eind ucks e weh en kann, dass de Au o das Al p eußische eben ü einen Dialek des Li auischen gehal en ha , obwohl e das nich ausd ücklich sag . Speziell zum Al p eußischen heiß es5: »...und das Al p euʃsische, on dem wenige, abe zum Theil eine e, de gemeinsamen Bescha enhei dieʃe e wand en Sp achen nähe e, Uebe bleibsel e hal en sind. ... um e e is P ussicae, cujus pauca, quae e iamnum ex an , monumen a ad communem ha um dialec o um o mam p opius accede e iden u «. 5 Va e (1815: S. 133–134). S aipsniai / A icles 17 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla In dem Auszug sp ich Va e nu on agen Übe bleibseln des Al p eußischen, so, als hä e e noch keine Ahnung on de Exis enz eines Exempla es des Enchi idions gehab . Na ü lich kann das nich de Fall gewesen sein, weil dieses Exempla ja be ei s im Mi h ida es (1809) e wähn wo den wa . Es is au ällig, dass Va e hie dasselbe Wo – „Uebe bleibsel“ – wie im Mi h ida es e wende . Dies is also so zu e s ehen, dass e mi diesem Ausd uck auch das g öße e al p eußische Sp achdenkmal, eben das Enchi idion, bezeichne ha . 2. VATERS VORWORT (1821) Va e s S udie wu de ein Vo wo o anges ell , das in schönem al e ümlichen Deu sch mi zahl eichen komplexen syn ak ischen Kons uk ionen e ass is . Am Ende s eh die Angabe: »Halle, den 15. Oc .[obe ] 1820«. Um das Ve häl nis zwischen Va e s Ausgabe und de neuen deck en Absch i des Enchi idions zu e hellen, wi d es on Nu zen sein, einige Passagen aus dem Vo wo he o zuheben und zu kommen ie en. 2.1. Ein einzige O iginald uck? Hennig wi d in dem Vo wo eine wich ige Rolle zue kann . Zue s wi d e als Fo sche und F eund de Geschich e No deu opas einge üh und wi d sein In e esse am Al p eußischen geschilde : »[...] die E hal ung de noch einzig üb igen Quelle genaue e Bekann ʃcha mi dieʃe al en Sp ache, [...], haben wi jenem o ʃchenden F eunde de Geʃchich e des No dens, Hennig, zu e danken. E ha ʃchon im Mi h ida es Bd. II: S. 702. au jenen aus üh liche en Ka echismus au me kʃam gemach , den e allein noch beʃaʃs; e ʃiche e auch, ungeach e alle ieljäh igen Nach age und ʃeine Bekann ʃcha übe ganz P euʃsen, nich ein zwei es Exempla au ge unden zu haben, wo aus de in jenem ehlende Beʃchluʃs des Ganzen zu e gänzen ʃey. (Spä e e Ve ʃuche de A habe ich ebenʃo e geblich gemach .)« (S. VIII–IX). Hie be on Va e , dass Hennig als Kenne de al p eußischen Al e üme ane kann gewesen sei und dass e zu dem Mi h ida es die Fassung de Angabe übe das ap . Enchi idion beige agen habe (siehe 1.3.). Danach äg e die wich igs en In o ma ionen übe einen O iginald uck des ap . Enchi idions aus dem XVI. Jah hunde s o : PIETRO U. DINI 18 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI E s ens. Hennig ha e einen O iginald uck des Enchi idions in seinem P i a eigen um. Die In o ma ion „den e allein noch beʃaʃs“ s eh in engem Zusammenhang mi de Fassung de aglichen S elle des Mi h ida es und wa schon um 1809 bekann gewesen. Zwei ens. Hennig „ e siche “, ihm sei kein wei e e O iginald uck bekann – „nich ein zwei es Exempla “ –, obwohl e lange und geziel nach einem solchen Exempla gesuch habe. In einem Klamme sa z in o mie Va e da übe , dass auch e e olglos nach einem ande en O iginald uck des Enchi idions gesuch habe. D i ens. Zum Schluss äg Va e seinen Lese n einen Wunsch o : Soll e sich doch noch i gendwann ein wei e es Enchi idionexempla an inden, dann soll e es ho en lich möglich we den, eine Lücke zu schließen, die aus dem Fehlen des abschließenden Teils in dem – damals als einzigen ane kann en – Exempla on Hennig esul ie . Wei e e äh man aus Va e s Be ich (1821: S. IX), dass Hennig so seh an seinem O iginald uck des Enchi idions gehangen habe, dass e es au eine Reise on Königsbe g nach Bad Py mon mi genommen habe, und zwa mi de Absich , es un e wegs zu s udie en: »Abe ge ade dieʃem einzigen Denkmale d oh e ʃelbʃ on de Sei e ʃeines wacke n E hal e s die g öʃs e Ge ah de Ve nich ung. In de Ho nung, welche e ʃschöp ende Abzeh ung zu näh en p leg , nahm e daʃʃelbe, um, wie e mi ʃag e, die Al –P euʃsiʃche Sp ache nun da aus ech zu e o ʃchen, mi ʃich au die Reiʃe nach Py mon , blieb abe bald au einem Do e an de Wa e liegen und ʃ a b daʃelbʃ «. Dann äuße Va e seine F eude da übe , dass Hennigs Enchi idionexempla ge e e wo den wa . Da Hennig o enba ohne Beglei ung un e wegs gewesen und in Zanzhausen (im K eis Landsbe g an de Wa he) am 23. Mai 1815 une wa e e s o ben wa , habe die Ge ah bes anden, dass ein solches „Büchlein“ e lo engehe. »Wie leich moch e in ʃolchem, on keines F eundes Hand beʃchü z en Nachlaʃʃe ein kleines unʃcheinba es, un ollʃ ändiges Büchlein unbeach e e lo en gehen, und in ihm alle nähe e Kunde on de Sp ache de al en P euʃsen.« S aipsniai / A icles 19 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla 2.2. Die En s ehung on Hennigs Absch i Anscheinend ha zwischen den beiden geleh en F eunden o Hennigs Au b uch nach Bad Py mon ein Gesp äch s a ge unden, in dessen Ve lau Va e Hennig gegenübe eine Mahnung äuße e, die sich als ü das Schicksal des „Büchleins“ en scheidend e weisen soll e. Va e (1821: S. IX–X) be ich e da on mi den olgenden Wo en: »Als de Beʃi ze übe jene wei e Reiʃe und ʃeinen Plan de Beʃchä igung au de ʃelben mi mi , ʃeinem F eunde, geʃp ochen, und mi dabei jenes Denkmal o gezeig ha e: beʃchwo ich ihn, im Namen de Wiʃʃenʃcha : daʃs e du chaus dieʃes, wie e ja e ʃiche e, ganz einzige Denkmal au eine , bei ʃeine Hin älligkei ʃo bedenklichen Reiʃe ande s mi ʃich nehmen dü e, als daʃs e o he eine ganz genaue Abʃch i e igen und dieʃe zu ück laʃʃe«. In diesem Auszug wi d noch einmal beide Übe zeugung wiede hol , dass Hennig das einzige exis ie ende Exempla des ap . Enchi idions besi ze. Auße dem e ah en wi , dass, be o Hennig seine Reise an a , e „eine ganz genaue Abʃch i “ ha e an e igen sollen ode ha e an e igen lassen. Dann äh Va e (ibid.) o : »De E nʃ , mi dem ich dabei als Sp ach o ʃche geʃp ochen ha e, e bunden mi meine he zlichen Fü ʃo ge ü die A ʃeine Reise, muʃs en den Eind uck au ihn gemach haben, daʃs e , wie ich he nach om Hn. geh. A chi a Fabe e uh , eine ʃolche Abʃch i : ʃchön [...] geʃch iebene, genaue Abʃch i jenes Ka echiʃmus, und zwa e ʃiegel mi Au ʃch i : daʃs, wenn e on de Reiʃe nich zu ückkäme, ich dieʃelbe zum Andenken und Eigen hum e hal en ʃolle, in F’s Händen zu ück lieʃs«. Hennig ha e also den Ra seines F eundes be olg und o de Ab eise on seinem eigenen Exempla des Enchi idions eine Absch i ange e ig . Au diesem Wege wa eine Absch i des O iginald ucks zus andegekommen und in Königsbe g in den Händen des A chi a s Ka l Fabe zu ückgelassen wo den, und zwa mi de Maßgabe, dass diese im schlimms en Fall zuguns en on Va e als Tes amen olls ecke au e en soll e. PIETRO U. DINI 26 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI 3.2. De Besi ze s empel Sowohl am An ang (au de Ka e 2b) als auch am Ende (au de Ka e 62b) des Bandes on Ms. Bo . In Fol. N. 462. wie auch in dem Ve zeichnis is ein o e Besi ze s empel mi doppel e Außenlinie angeb ach . Diese S empel kennzeichne diejenigen Bände, die in de Zei spanne zwischen 1795 und 1840 in die Bes ände de Königlichen Biblio hek zu Be lin gelang sind8. Aus dem Vo wo zu Va e (1821) wissen wi be ei s ( gl. 2.3.), dass die Übe b ingung on Hennigs Absch i zusammen mi ande en Ma e ialien nach Be lin um das Jah 1820 s a ge unden ha . Absch i 2b Absch i 62b Ve zeichnis 64. ABBILDUNG N. 2 8 Vgl. Ve . (2020a: S. 327–328) mi Bibliog aphie. S aipsniai / A icles 27 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla 3.3. Die Beme kung Va e s Das Ms. bo uss. ol. 462. en häl auch eine unda ie e Beme kung on Va e (siehe 8. Abbildung N. 37). Sie is in demselben Band unmi elba nach de Absch i mi diese zusammengebunden wo den. De Volls ändigkei halbe sei ih Tex hie ange üh : Beme kung des He n Doc o Va e ʒu Halle. So wei eich das O iginal, welches ʃich in dem, ʃo iel man weiß noch einʒigem Exempla e, ged uck in dem geheimen A chi e ʒu Königsbe g be inde und in Va e ’s Sp ache de al en P euʃʃen wiede abged uck iʃ . In o ʃ ehende Abʃch i ʃ ehe ʃo iel au jede Sei e, wie im O iginale. Jene Abd uck is nochmals mi dem O iginale e glichen, und die Abweichungen in Accen en und In e punc i- on ʃind in dem nach olgenden Ve ʒeichniʃʃ on Hn. Geh. A chi a 9 Fabe ʒu Königsbe g angeʒeig ; ʃo daß die Ve gleichung de o ʃ ehenden Abʃch i dami und mi dem Abd ucke das O iginal e - ʃe ʒen könn e. In diese Beme kung besch eib Va e den S and seine Kenn nis übe das al p eußische Enchi idion, den e zusammen mi Hennig e ziel ha e und on dem in dem o liegenden Bei ag be ei s die Rede wa . Danach gab es nu einen einzigen O iginald uck des ap . Enchi idions. (a) Dieses Exempla wu de im Geheimen A chi in Königsbe g au bewah . (b) Es is in Va e (1821) abged uck und e ö en lich wo den. (c) Die Absch i is Sei e ü Sei e nach dem O iginald uck buchs aben eu e s ell wo den. (d) Sie is noch einmal mi dem O iginald uck e glichen wo den. (e) Einige – o allem g aphische – Abweichungen sind in dem sog. Ve zeichnis Fabe s zusammenges ell wo den. ( ) Diese Ma e ialien – Absch i , Ve zeichnis und Abd uck – können den O iginald uck e se zen. 9 Es is nich eindeu ig „A chi a “ zu lesen; an de S elle s eh wah scheinlich „A chi on“ ode „A chi an“, was wohl ein Sch eib ehle is . PIETRO U. DINI 28 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Die Beme kung weis die P äzisie ung „zu Halle“ au , die als Angabe de Haup a bei s elle des Ve asse s de Beme kung zu e s ehen is . Ein Da um is leide nich angegeben. Abe da sich Hennig e s im Jah 1815 au die Reise mach e und seine Absch i schon ühe ange e ig und Fabe übe geben ha e, da man e mu en, dass Va e diese Beme kung e s nach diesem Da um, und zwa zwischen 1815 und 1820, niede gesch ieben ha , als e auch in Königsbe g noch ä ig wa . Will man auch dem Ausd uck „in Va e ’s Sp ache de al en P euʃʃen wiede abged uck iʃ “ Glauben schenken, dann wü de das bedeu en, dass Va e die Beme kung ühes ens nach de Ve ö en lichung seine S udie, d. h. im Jah e 1821, angeb ach ha . Au alle Fälle is unschwe einzusehen, dass Va e nich behaup e , de Ve asse de Absch i gewesen zu sein. 3.4. Das Ve zeichnis Fabe s Am Ende des Ms. bo uss. ol. 462. sind noch d ei meh ach ge al e e Ka en (63a–64b) g öße en Fo ma ohne Ti el hinzugebunden. Diese Ka en sind als Ve zeichnis Fabe s bekann (siehe 8. Abbildung N. 38). Sei 1808 wa Ka l Fabe in Königsbe g als A chi a ä ig. Do wa e 1773 gebo en, und do s a b e auch im Jah 1853. Seine zahl eichen Ve ö en lichungen zeugen da on, dass e ein lebha es In e esse an his o ischen Themen heg e10. Au E suchen Va e s – wie schon in 2.5. angedeu e – üh e Fabe anhand des Königsbe ge O iginald ucks eine Kon olle de Absch i du ch. Das E gebnis diese Kon olle is eben das Ve zeichnis, das die on Fabe e mi el en Abweichungen de Absch i Hennigs on dem O iginald uck au üh . Hie we den unge äh 90 Abweichungen au ge üh . In e essan e weise sind un e ande em ge ade alle diejenigen Fälle un e s ichen, die spä e in den Ve beʃʃe ungen und Zuʃä zen Va e s (1821: S. 183) gesammel we den soll en. Es is nich schwe , anzunehmen, dass Va e selbs de Au o diese Un e s eichungen gewesen is , au die e sich dann in dem Abschni Ve beʃʃe ungen und Zuʃä ze in seine S udie s ü z e. Es is gewiss möglich, du ch eine g ündliche e Un e suchung on Fabe s Ve zeichnis wei e e Fo men und Züge des Königsbe ge O iginald uckes des ap . Enchi idions zu e mi eln. Das is abe auch eine Au gabe, de en Ve wi klichung zu einem spä e en Zei punk un e nommen we den soll. 10 Übe Fabe gl. K ollman (1974); Fo s eu e (1955: S. 47–48). S aipsniai / A icles 29 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla 4. DATENSAMMLUNGEN: EINE VERGLEICHENDE ANALYSE Um in die Tex g undlage on Va e s Ausgabe einen konk e e en Einblick zu gewinnen, kann man un e schiedlichen A en on Hinweisen nachgehen. Meines E ach ens lohn es sich insbesonde e, eine e gleichende Analyse on d ei zusammengebundenen Da ensammlungen du chzu üh en, und zwa de Absch i Hennigs, on Va e s Ve beʃʃe ungen und Zuʃä zen und dem Ve zeichnis Fabe s. Dabei e geben sich 23 Be ich igungen (hinzu kommen noch zwei ande e, die abe nu den mode nisie en deu schen Tex on Va e be e en), die hie gemäß de Va e schen Reihen olge au ge üh we den sollen:11 1. (Absch . 12a,5 : Va e 2,12 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 3 Obwohl Hennig in de Absch . die Fo m schon als <dinkauimai> gesch ieben ha e, ließ Va e sie als <dinkaumai> d ucken. In den Ve bess. s ell e e abe die ko igie e Sch eibung <dinkauimai> wiede he , genau so, wie sie im Ve z. (und e mu lich auch in dem O iginald uck) beleg is . 11 In den olgenden Ku zkommen a en e wende ich olgende Abkü zungen: Absch . – die handsch i liche Absch i des ap . Enchi idions on Hennig; Va e – dessen Ausgabe on 1821; Ve z. – die on Fabe zusammenges ell en Be ich igungen; Ve bess. – die Ve beʃʃe ungen und Zuʃä ze on Va e (1821: S. 183; siehe 8. Abbildung 35). O iginald uck (bzw. U d uck) nenne ich ein unbekann es, heu e e schollenes Exempla des ap . Enchi idions, das Hennig gehö ha und das diese ü eine Schluss e gleichung e wende ha . PIETRO U. DINI 30 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI 2. (Absch . 12a,7 : Va e 2,16 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 4 Diese Fall is komplizie . Schon in de Absch . wu de die Fo m zu <Lānkinan> mi <n> am Ende e besse . Va e ließ sie zue s als <Lānkina> d ucken, spä e abe , in den Ve bess., ko igie e e sie zu <Lānkinan>. Das Ve z. zeig hingegen <Lankinan> ohne Längezeichen, so dass die Ko ek u <Lānkinan> mi einem Längezeichen nu anhand des O iginald ucks ha e o genommen we den können. 3. (Absch . 13a,12 : Va e 4,2 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 5 S aipsniai / A icles 31 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla In Fall on <ʃeggen> las Va e zue s wie in de Absch ., abe spä e ko igie e e die Fo m zu <ʃeggē>. Im Fall on <ʃ eʃma> wa schon bei Va e eine ande e Fo m als in de Absch . o handen, wo o ensich lich <ʃ eʃmu> s eh . Beide Fo men, <ʃeggē> und <ʃ eʃmu>, sind ich ig sowohl in den Ve bess. als auch in dem Ve z. beleg (so, wie es auch in dem O iginald uck sein soll e). 4. (Absch . 17a,8 : Va e 9,2 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 6 Va e ließ <C iʃ ianikas> d ucken. Beobach e man <C iʃ ianiʃkas> in de Absch ., beme k man, dass die Fo m des zwei en <ʃ> sich on de jenigen des e s en un e scheide ; und so e häl es sich auch in ähnlichen Fo men in de Absch ., wie z. B. in den olgenden: Absch i 55a,13: <C ix ianiʃkun>. Absch i 60a,1: <C ix iāniʃkan>. Absch i 60a,3: <K ix ianiʃkan>. ABBILDUNG N. 7 PIETRO U. DINI 32 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Man muss deshalb zu de Annahme gelangen, dass in dem be ach e en Fall de Absch . das zwei e <ʃ> das E gebnis eine spä e en Hin ügung dieses Buchs abens is . Hingegen wa die Fo m <C iʃ ianiʃkas> ganz kla in den Ve bess. und in dem Ve z. (so, wie es auch in dem O iginald uck sein soll e). 5. (Absch . 17a,9 : Va e 9,6 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 8 Die Absch . zeig <laku >, und so sch ieb u sp ünglich auch Va e . In den Ve bess. ko igie e e seine Sch eibung zu <laikū > du ch zwei Ko ek u en, die e nach dem Mus e des Ve z. (und e mu lich nach eine Ve gleichung mi dem O iginald uck) o nahm. 6. (Absch . 21a,1 : Va e 13,24 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 9 S aipsniai / A icles 33 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla In de Absch . ha man <Bu a>. Hie ha Va e zue s die Fo m als <Bu a> alsch d ucken lassen, abe nach einem Ve gleich mi dem Ve z. (bzw. mi dem O iginald uck) ko igie e e sie zu <Bu a>; so is es auch in den Ve bess. 7. (Absch . 24a,13 : Va e 17,26 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 10 Au g und de in de Absch . o liegenden Sch eibung ließ Va e <Taukan> d ucken. Es is jedoch zu e kennen, dass de Un e schied zwischen <L> und <T> in dem Ve z. kla is . Va e ko igie e spä e in den Ve bess. die Fo m zu <Laukan>, en sp echend dem Ve z. (und e mu lich auch dem O iginald uck). 8. (Absch . 25a,17-18 : Va e 19,19-20 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 11 PIETRO U. DINI 34 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI An diese S elle weisen sowohl die Absch . als auch Va e eine und dieselbe alsche Sch eibung au : <epkieckan ikai>. Spä e , in den Ve bess., ko igie e Va e die Fo men zu <epkiekan. Beh ikai>, also mi <k> s a <ck> und un e Hinzu ügung on <Beh> nach dem Mus e des Ve z. (und e mu lich auch des O iginald ucks). 9. (Absch . 26a,13 : Va e 20,22 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 12 Sowohl in de Absch . als auch bei Va e lies man < i e >, weshalb die Ko ek u zu < i a > in den Ve bess. e s nach de Ve gleichung mi dem Ve z. (und e mu lich mi dem O iginald uck) geschehen konn e. 10. (Absch . 27a,11 : Va e 21,26 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 13 Zue s las Va e älschlich <m> s a <n>. E ko igie e spä e , in den Ve bess., die Fo m zu <pogūnans>, so wie in dem Ve z. (und e mu lich auch in dem O iginald uck). S aipsniai / A icles 35 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla 11. (Absch . 29a,11 : Va e 24,8 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 14 In olge eine alschen Lesung – < > s a <e> – ließ Va e zue s < u i> d ucken, abe in den Ve bess. ko igie e e spä e die Fo m zu < u ei>, wie sie in dem Ve z. (und e mu lich auch in dem O iginald uck) beleg is . 12. (Absch . 31a,5 : Va e 26,14 : Ve z. 63). ABBILDUNG N. 15 Va e ließ zue s die Sch eibung <ʃeggīuns>, so wie in de Absch ., d ucken. In den Ve bess. abe eliminie e e das Längezeichen und ko igie e die Fo m zu <ʃeggiuns>. In diesem Fall konn e das nu nach de Ve gleichung mi dem O iginald uck geschehen, weil die Lage im Ve z. eine ande e is . Ta sächlich wa die Fo m do on Fabe zue s alsch als <ʃeggin[n]s> gelesen und dann zu <ʃeggīuns> ko igie wo den. PIETRO U. DINI 42 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Da ensammlungen Absch .Va e Ve z.Ve bess. 1. <dinkaumai> <dinkauimai> <dinkauimai> <dinkauimai> 2. <Lānkinan> <Lānkina> <Lankinan> <Lānkinan> 3. <ʃeggen> <ʃ eʃmu> <ʃeggen> <ʃ eʃma> <ʃeggē> <ʃ eʃmu> <ʃeggē> <ʃ eʃmu> 4. <C iʃ ianiʃkas> <C iʃ ianikas> <C iʃ ianiʃkas> <C iʃ ianiʃkas> 5. <laku > <laku > <laikū > <laikū > 6. <Bu a> <Bu a> <Bu a> <Bu a> 7. <Laukan> <Taukan> <Laukan> <Laukan> 8. <epkieckan ikai> <epkieckan ikai> <epkiekan. Beh ikai> <epkiekan. Beh ikai> 9. < i e > < i e > < i a > < i a > 10. <pogūnans> <pogūmans> <pogūnans> <pogūnans> 11. < u i> < u i> < u ei> < u ei> 12. <ʃeggīuns> <ʃeggīuns> <ʃeggīuns> <ʃeggiuns> 13. <pe enniums> <pe enniums> <pe ennīuns> <pe enniuns> 14. <ʒui > <gui > <zui > <zui > 15. <andaʃei> <andaʃei> <audaʃai> <audasai> 16. <e we pʃenniem> <e we pʃenniem> <e we pʃennien> <e we pʃenninn> 17. <Iʃʃp e īnge> <Iʃʃp e īnge> <Iʃʃp e īngi> <Iʃʃp e ingi> 18. <eʃʃei> <eʃʃei> <aʃʃei> <aʃʃei> 19. <ʃei i ēn iis> <ʃei i ēn iis> <ʃei i ēn i is> <ʃei i ēn i is> 20. <abʃe gīʃnan> <abʃe gīʃnau> <abʃe giʃnan> <abʃe gisnan> 21. <ʃ eʃʃe paggan wi ʃ ains> <ʃ eʃʃe paggan wi ʃ ains> <kai enna eʃʃe wÿ au im ā aʃ , ʃ eʃʃe paggan> <kai enna eʃʃe wy au im ā aʃ , ʃ eʃʃe paggan> 22. <ni u ei> <ni u i> <ni u ei> <ni u ei> 23. <Noʃeilin> <Noʃeilin> <Noʃeilien> <Noʃeilien> In sieben Fälle is ein wich ige Un e schied zwischen Ve bess. und Ve z. es zus ellen. Im Ve gleich mi dem Ve zeichnis zeigen Va e s Ve beʃʃe ungen und Zuʃä ze olgende Un e schiede: einmal Vo handensein des Längezeichens ( gl. 2.), hingegen d eimal dessen Fehlen ( gl. 12., 13., 17., 21.), und schließlich zwei un e schiedliche Sch eibungen ( gl. 15., 20.). Im Einzelnen: Zu 2.: <Lānkinan> läss e kennen, dass die Ko ek u mi dem Längezeichen nich nu nach dem Mus e des O iginald ucks, sonde n auch nach de Absch i hä e geschehen können. S aipsniai / A icles 43 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla Zu 12.: <ʃeggiuns>. Die Ko ek u – d. h. die Eliminie ung des Längezeichens – konn e nu nach de Ve gleichung mi dem O iginald uck geschehen. Zu 13.: <pe enniuns>. Die Ko ek u – d. h. die Eliminie ung des Längezeichens – konn e nu nach de Ve gleichung mi dem O iginald uck geschehen. Zu 15.: <audaʃai>. Man me k <ʃ> s a <s>; diese Ve ände ung kann schon als alsche Nachsch eibung de Fo m in Ve z. e klä we den (siehe oben 4.). Zu 17.: <Iʃʃp e ingi>. Die Ko ek u – d. h. die Eliminie ung des Längezeichens – konn e nu nach de Ve gleichung mi dem O iginald uck geschehen. Zu 20.: <abʃe giʃnan>. Die Eliminie ung des Längezeichens und auch das Vo handensein on <ʃ...s> s a <ʃ... ʃ> ha nu nach de Ve gleichung mi dem O iginald uck geschehen können. Zu 21.: In diesem Fall is <y> s a <ÿ> he o zuheben. Die wenigen Fälle, in denen die eine Ve besse ung bzw. ein Zusa z Va e s in Fabe s Ve zeichnis keine Bes ä igung inde , sind logisch nu so zu e s ehen, dass de He ausgebe di ek in dem O iginald uck nachgeschau ha . Ich habe abe schon da au au me ksam gemach , dass (1) de O iginald uck in Königsbe g au bewah wu de und (2) die Schluss e gleichung nich on dem He ausgebe , sonde n on Fabe du chge üh wo den wa . Auße dem (3) kann man nich mi Siche hei ausschließen, dass Va e keine neuen Fehle un e lau en sind. Die neue Zusammens ellung in 4.2. könn e dazu dienen, mögliche weise Gegenbeweise zu e mi eln. 4.2. Synopsis II Wenn wi annehmen, dass die Fo men in Va e s Ve beʃʃe ungen und Zuʃä ze au a sächlich in dem O iginald uck o handene Fo men zu ückgehen, dann wä e es ü die Un e maue ung diese Hypo hese angeb ach , auch die d ei ande en Exempla e des Enchi idions in die e gleichende Analyse de aglichen Fälle mi einzubeziehen. Zusammen assend e gib sich olgende Synopsis: Va e (1821) Exempla e des Enchi idions Ve bess. B1 B2 D 2. <Lānkinan> <Lānkinan> <Lānkinan> <Lānkinan> 8. <epkiekan. Beh ikai> <epkieckan. Bhe ikai> <epkieckan. Bhe ikai> <epkieckan. Bhe ikai> 12. <ʃeggiuns> <ʃeggiuns> <ʃeggiuns> <ʃeggiuns> 13. <pe enniuns> <pe enniuns> <pe enniuns> <pe enniuns> PIETRO U. DINI 44 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Va e (1821) Exempla e des Enchi idions Ve bess. B1 B2 D 15. <audasai> <audaʃei> <audaʃei> <audaʃei> 20. <abʃe giʃnan> <abʃe gīʃnan> <abʃe gīʃnan> <abʃe gīʃnan> 21. <kai enna eʃʃe wy au im ā aʃ , ʃ eʃʃe paggan> <kai enna eʃʃe wij au im ā aʃ , S eʃʃe paggan> <kai enna eʃʃe wij au im ā aʃ , S eʃʃe paggan> <kai enna eʃʃe wij au im ā aʃ , S eʃʃe paggan> Au g und de Ve gleichung mi den ande en Exempla en des Enchi idions e geben sich olgende Fes s ellungen: Zu 2.: Ve bess. <Lānkinan> mi Längezeichen au dem e s en <a> en sp ich B1, B2 und D. Zu 8.: Ve bess. <epkiekan. Beh ikai> en sp ich B1, B2 und D <epkieckan. Bhe ikai> nich . Zu 12.: Ve bess. <ʃeggiuns> en sp ich B1, B2 und D. Zu 13.: Ve bess. <pe enniuns> en sp ich B1, B2 und D. Zu 15.: Ve bess. <audasai> en sp ich B1, B2 und D <audaʃei> nich . Zu 20.: Ve bess. <abʃe giʃnan> ohne das Längezeichen au <i> en sp ich B1, B2 und D nich . Zu 21.: Mi <wy au> be olg Va e seine ypische Sch eibung mi <y> s a <ij> wie in B1, B2 und D. Auße dem s eh bei Va e <wij au> wie auch in den ande en Exempla en des Enchi idions. Diese Fo m muss abe übe all zu <wij an> ko igie we den. Nu in d ei Fällen (2., 12., 13.) s imm Va e in den Ve beʃʃe ungen und Zuʃä zen mi B1, B2 und D übe ein, in d ei Fällen (8., 15., 20.) hingegen nich . Ein Fall (21.) is unkla . Dahe is es nich ges a e , anzunehmen, dass Va e nu nach Einblick in den O iginald uck die Fo men e besse habe. Es bleib deshalb die Ve mu ung, dass Va e ge ade in de Sek ion Ve beʃʃe ungen und Zuʃä ze neue Fehle un e lau en sind. 4.3. Binde ehle Bes imm e S ellen in dem Tex de Absch i und bei Va e sind eindeu ige Lei ehle , die kla zeigen, wie genau Va e de Absch i Hennigs ge olg is . Dies sind Fälle alsche Lesungen, die auch nach de le z en Ve gleichung mi dem O iginald uck, die on Fabe du chge üh wo den wa , geblieben sind. S aipsniai / A icles 45 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla Ein mak oskopisches Beispiel wi d aus eichen, um diesen Sach e hal zu e deu lichen: (Absch. 21a,1 : Ve z. ∅ : Va e 13,23). ABBILDUNG N. 27 De Fall is kla : Zu kons a ie en is eine alsche Lesung sowohl in Absch . als auch bei Va e , die beide hie <Woūʃon> bzw. <Voūʃon> s a Noūʃon »unse « lesen. Eine Ve gleichung mi den ande en Exempla en des Enchi idions zeig unzwei elha , dass nu Noūʃon beleg is : B1, S. 24a. B2, S. 236. D, S. 19a. ABBILDUNG N. 28 PIETRO U. DINI 46 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI Die Ve gleichung zeig da übe hinaus nich nu , dass bekann lich Noūʃon die ich ige Fo m is (dies en sp ich unse e Kenn nis de al p eußischen Sp ache), sonde n auch, dass zwischen de Absch i und Va e s Ve ö en lichung (1821) ein eindeu ige Binde ehle zu kons a ie en is . 4.4. Zwischen azi Nach e neu e Zusammens ellung und Ve gleichung is das sich e gebende Gesam bild keineswegs eindeu ig. S a den Nebel zu lich en, wi die Analyse neue F agen au . Is es, zum Beispiel, übe haup denkba , dass so iele Un e schiede ausschließlich au das Kon o on Va e s Nachlässigkei gehen? Bedenk man die be ei s oben in 2.4 es ges ell en (D uck)Fehle , schein eine solche Ve mu ung alle dings du chaus plausibel. Im Anschluss an diese Fes s ellung kann man e ne spekulie en: 1820/1821 beende e Va e seine S udie in Halle und Be lin, und in Be lin s and ihm nu das Ma e ial des Bandes Ms. bo uss. ol. 462. zu Ve ügung, weil das „Büchlein“ bzw. de O iginald uck in Königsbe g e blieben wa . Au g und sowohl on ex in e nen als auch on ex ex e nen Beweisen dü en wi beg ünde e weise e mu en, dass Va e nich nu den O iginald uck in Wi klichkei nich selbs eingesehen ha , sonde n auch, dass e das Ve zeichnis on Fabe seh nachlässig benu z ha . 5. DAS SCHICKSAL DES „HENNIG-VATER“-EXEMPLARS Nach dem Gesag en bin ich da on übe zeug , dass es gelungen is , Hennigs und Va e s Bemühungen um die Re ung eines Exempla s des al p eußischen Enchi idions gebüh end zu wü digen. Es ha sich da übe hinaus gezeig , dass dasjenige Exempla , au dessen G undlage sowohl die Absch i on Hennig als auch die S udie on Va e (1821) ange e ig wo den sind, ein damals im Geheimen A chi in Königsbe g au bewah e und un olls ändige O iginalu d uck gewesen is . Die Lage kann schema isch wie olg da ges ell we den: S aipsniai / A icles 47 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla ABBILDUNG N. 29 Knapp 25 Jah e nach dem E scheinen on Va e S udie (1821) is dieses Exempla on Nesselmann (1845: S. XIX) in olgendem Zusammenhang be ücksich ig wo den: »Von dieʃe eben alls ʃeh ʃel enen und lange Ʒei ü e lo en gehal enen Uebe ʃeꜩung [ins Al p eußische des „Kleinen Ka echismus“ on M. Lu he s] ʃind zwei ollʃ ändige Exempla e in de hieʃigen Königlichen Biblio hek, ein un ollʃ ändiges, in welchem die leꜩ en d ei Blä e ehlen, in de Biblio hek des hieʃigen Geheimen A chi s o handen«. In diesem Zi a sind insbesonde e olgende Wo e he o zuheben: »ein un ollʃ ändiges [Exempla ], in welchem die leꜩ en d ei Blä e ehlen, [is ] in de Biblio hek des hieʃigen Geheimen A chi s o handen«. Anschließend üh Nesselmann (1845: S. XX) noch eine wei e e wich ige Nach ich an: »Dieʃe Ka echiʃmus is nu einmal, abe nach dem un ollʃ ändigen, ühe dem P o eʃʃo und Di ec o des Geheimen A chi s ʒu Königsbe g, A. E. Hennig, ʃei deʃʃen Tode dem Geheimen A chi angehö igen Exempla e abged uck wo den in dem un en nähe ʒu beʃch eibenden We ke on Va e «. Ta sächlich is die Ausgabe on Va e (1821) – wie bekann – die e s e Ausgabe eines Exempla s des Enchi idions übe haup gewesen. Es is abe nu zum Teil ich ig, mi Nesselmann zu behaup en, Va e habe sich unmi elba au den O iginald uck on Hennig ges ü z . Ich ho e, oben gezeig zu haben handsch i liches Ve zeichnis on Fabe Handsch i liche Absch i ; um 1817 ( o de Reise) Ve schollene O iginalu d uck (XVI. Jah .). Eigen um Hennigs D uck. S udie Va e s (1821) PIETRO U. DINI 48 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ( gl. 3.), dass Va e s Ausgabe ielmeh au Hennigs Absch i des O iginald ucks be uh e. Zu un e s eichen is einmal meh , dass sowohl Hennig als auch Va e es da on übe zeug wa en, dass „ih “ Exempla des Enchi idions de einzige exis ie ende O iginald uck, also ein Unikum gewesen sei. Hingegen wuss e be ei s Nesselmann, dass in Königsbe g noch zwei ande e Exempla e au bewah wu den, so dass e Va e gegenübe den Vo wu e hob, sich in Königsbe g nich genügend umgesehen zu haben12. D eißig Jah e nach Nesselmanns E wähnung – also ein halbes Jah hunde nach Va e (1821) – inde man noch ein ähnliches Zeugnis. Adalbe Bezzenbe ge (1874: S. 1231) sch ieb damals: »Ein d i es, un olls ändiges Exempla des „Enchi idions“ wa wei e hin im Geheimen A chi zu Königsbe g o handen«. Hie is besonde s beme kenswe , dass dieses Exempla nach Bezzenbe ge s Fo mulie ung zu dem Zei punk , zu dem e seine A bei e ass e, im Geheimen A chi zu Königsbe g gewesen „wa “, was ja wohl bedeu e , dass es damals, 1874, do nich meh o handen wa . Noch in de Vo k iegszei heiß es bei T au mann (1910: S. XXVII): »eins [d.h. ein Exempla ] im Kgl. S aa sa chi zu Königsbe g, dem am Schluß 3 Blä e (S. 129–134)13 ehlen (nach eine No iz am Schlusse wa das schon 1823 de Fall)«14. Hingegen haben sich in de Nachk iegszei alle Spu e dieses Exempla s allmählich e lo en. Seine eins ige Exis enz wa noch Mažiulis (1966: S. 38) bekann . E e wähn einen un olls ändigen O iginald uck des Enchi idions aus dem Geheimen Königlichen A chi in Königsbe g abe nu en passan , und zwa desjenigen Exempla s, das nich die le z en Sei en au gewiesen haben 12 Da übe gl. Ve . (2021). 13 Das is seh wah scheinlich zu 126–134 zu ko igie en; siehe un en die le z e Fußno e dieses Bei ages. 14 Da T au mann eine „No iz am Schlusse“ nenn , könn e man soga e mu en, dass e den O iginald uck noch gesehen ha . Leide behaup e e dies nich ausd ücklich, und deshalb muss diese Punk o enbleiben. Au de ande en Sei e konn e T au mann diese In o ma ion nich on den o igen He ausgebe n bekommen haben, weil niemand on ihnen da übe e was gesch ieben ha . S aipsniai / A icles 49 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla soll15. Damals konn e e übe das Schicksal dieses Exempla s wei e nich s meh in E ah ung b ingen. 5.1. In cauda enenum... Wie imme es auch gewesen sein mag, so sind jeden alls die He ausgebe aus de Vo k iegszei einig in de Fes s ellung, dass dem „Büchlein“ on Hennig bzw. dem O iginald uck des Enchi idions die le z en d ei Blä e ge ehl haben. Im Fall de Ausgabe on Va e bleib diesen Punk abe unkla und schwe zu lösen. Ve gleich man den bei Va e (1821: S. 68) e ö en lich en Schluss eil des Tex es mi den le z en Ka en in de Absch i on Hennig, dann s ell man olgenden mak oskopischen Un e schied es : Die Sei e 68 bei Va e (siehe 8. Abbildung N. 39) en sp ich nich dem Ende de Absch i on Hennig (siehe 8. Abbildung N. 40). Be ach e man die Sei e 68 bei Va e noch genaue , dann beme k man, dass sie den Tex de Ka e 60a in de Absch i und auch das An angs eilchen de Ka en 60b (al p eußisch) und 61a (deu sch) en häl . Noch konk e e ende die Sei e 68 mi de „Behaup ung de Wide sage“: ABBILDUNG N. 30. Ende on Sei e 68 bei Va e (1821) Man sieh , dass das le z e Wo (A āi i.) aus de d i le z en Zeile de Sei e 68 und die gesam en zwei le z en Zeilen dem An angs eil de da au olgenden Ka e 60b (deu sch) und 61a (al p eußisch) in de Absch i en sp echen: 15 Vgl. Mažiulis (1966: S. 38): bu usio Ka aliaučiaus Vals ybiniame a chy e egzemplio iaus (be 129– 134 p.), likimas nė a man žinomas »Abe das Schicksal dieses Exempla s wie auch das des Exempla s im [Geheimen] S aa sa chi Königsbe g (ohne die Sei en 129–134) is mi nich bekann «; gl. Ve . (2020a: S. 319–320); siehe un en die o le z e Fußno e dieses Bei ages. PIETRO U. DINI 50 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ABBILDUNG N. 31. An ang de Ka e 60b (deu sch) in de Absch i ABBILDUNG N. 32. An ang de Ka e 61a (al p eußisch) in de Absch i Wie es ha e geschehen können, dass Va e (1821) am Ende seine Sei e 68 ge ade den An angs eil und nich den Res des Tex es in de Ka e 60b und 61a wiede geben konn e, bleib gegenwä ig ohne i gendeine plausible E klä ung. Abe noch wich ige is , dass de Tex de Absch i as zwei Sei en länge als de jenige is , de bei Va e (1821) beleg is . Ich un e s eiche das Wo „ as “, da die e s en zwei Zeilen – wie be ei s da geleg – auch bei Va e au genommen wu den. Ta sächlich bleiben die d ei wei e en Ka en in de Absch i (d. h. 60b – deu sch, 61a – al p eußisch und 61b – deu sch) bei Va e ohne En sp echung (siehe 8. Abbildungen N. 41, 42, 43). Bedaue liche weise bleib die F age nach den G ünden ü die Weglassung des Tex sschluss eils ( as zwei Ka en) de Absch i on Hennig, die in Va e (1821) nich e ö en lich wu de, ohne An wo . Alle diese Beobach ungen und Übe legungen üh en wiede zu de F age, inwiewei und nach welchen K i e ien Va e die Absch i on Hennig benu z ha , und auch, ob e den O iginald uck übe haup jemals eingesehen ha . S aipsniai / A icles 51 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla 6. DAS VERSCHOLLENE UNVOLLSTÄNDIGE „VH“-EXEMPLAR Am Ende diese E ö e ungen is unse e Kenn nis on de Übe lie e ungsge- schich e eines heu e e schollenen Exempla s des al p eußischen Enchi idions ho en lich e was e wei e und e besse wo den. Au diesem Wege ha Hen- nigs „Büchlein“ e was an ex uelle Subs anz gewonnen und is nich meh nu eine inhal slose bibliog aphische Angabe. Ich schlage o , das ie e, un olls ändige, heu e e schollene Exempla des al p eußischen Enchi idions als „HV“-Exempla zu bezeichnen. Dieses Exempla is heu e in zwei Va ian en bekann : (1) als handsch i liche, länge e Va ian e, die in de S aa sbiblio hek zu Be lin – P eußische Kul u besi z (Haus N . 1, Un e den Linden) un e de Signa u : Ms. bo uss. ol. 462. – au bewah wi d, und (2) eine ged uck e, kü ze e Va ian e, die on Va e (1821) e ö en lich wo den is . Es soll hie abe noch einmal he o gehoben we den, dass de Tex de länge en Va ian e bzw. de Absch i on Hennig insgesam um neun Ka en kü ze is – inklusi e des am Ende gleich alls ehlenden p eußischen Wappens mi de Übe sch i : IVSTUS EX FIDE VIVIT – als de jenige Tex , de in den ande en bekann en Exempla en (B1, B2 und D) und auch bei den spä e en He ausgebe n des al p eußischen Enchi idions o handen is . Noch p äzise gesag : De Tex ende in de Absch i mi de Ka e 60b, die de Sei e 240 de Ausgabe on Mažiulis 196616 (und au Sei e 77.27 de Ausgabe on T au mann 1910)17 en sp ich . 7. THESENARTIGE SCHLUSSBEMERKUNGEN Schließlich möch e ich e suchen, wenn auch nu hesena ig, einige Schluss olge ungen o zus ellen. Man kann seh wohl behaup en, dass ohne die o läu ige Bea bei ung on Hennig die Ausgabe Va e s nie e schienen wä e. Meines E ach ens en häl 16 Lau Mažiulis (1966) ehlen die Sei en 126–134 des Exempla s III und die Sei en 110–118 des Exempla s D. 17 Lau T au mann (1910) ehlen die Sei en 126–134 des Exempla s K und die Sei en 111–118 des Exempla s D. Hie is eine Ungenauigkei mi de Beobach ung T au manns (1910: S. XXVII– XXVIII, wo die Sei en 129–134 angegeben sind) zu kons a ie en ( gl. Ve . 2020). PIETRO U. DINI 58 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ABBILDUNG N. 37. Die handsch i liche unda ie e Beme kung on Va e (Ka e 62a) S aipsniai / A icles 59 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla ABBILDUNG N. 38. Ve zeichnis on Fabe (meh ach ge al e e Ka en 63a–64b) PIETRO U. DINI 60 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ABBILDUNG N. 39. Le z e Sei e on Va e (1821: S. 68) S aipsniai / A icles 61 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla ABBILDUNG N. 40. Bla 60a de Absch i PIETRO U. DINI 62 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ABBILDUNG N. 41. Bla 60b de Absch i S aipsniai / A icles 63 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla ABBILDUNG N. 42. Bla 61a de Absch i PIETRO U. DINI 64 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI ABBILDUNG N. 43. Bla 61b de Absch i . Rech s sieh man auch einen Teil de unda ie en Beme kung on Va e (Ka e 62a) S aipsniai / A icles 65 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla QUELLE UND SEKUNDÄRLITERATUR Adelung Johann Ch is oph, Va e Johann Se e in 1809: Mi h ida es ode allgemeine Sp achenkunde: mi dem Va e Unse als Sp achp obe in bey nahe ün hunde Sp achen und Munda en, Theil 2, Eu opäische Sp achen, Be lin: Voss. Be nhagen Wol gang 1964: Johann Se e in Va e , ein e gessene Sla is des 19. Jah hunde s. – Bei äge zu Geschich e de Slawis ik, h sg. on H. H. Bel ield , K. Ho álek Be lin: Akademie-Ve lag, 162–170. Bezzenbe ge Adalbe 1874: Rezension zu Nesselmann 1873. – Gö ingische Geleh e Anzeigen 39, 1221–1250. Bopp F anz 1853: Übe die Sp ache de al en P euʃsen, Gelesen in de Akademie de Wissenscha en am 24. Mai 1849, am 25. Juli 1850 und am 24. Feb ua i 1853. – Abhandlungen de Königlichen Akademie de Wissenscha en zu Be lin aus dem Jah e 1853, Be lin: F. 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Va e Se e in Johann 1821: Die Sp ache de al en P euʃsen: Einlei ung, Uebe eʃ e, Sp achleh e, Wö e buch, B aunʃchweig: in de Schul-Buchhandlung Halle, ged uck in de Gebaue ʃchen Buchd ucke ei. Ve . 2014: Dėl p ūsų kalbos eks ų są ado susida ymo, eds. by T. Ci jan, M. Za jalo a, A. Judžen is. – Bal ai i sla ai: d asinių kul ū ų sanki os, Vilnius: Ve smė, 89–100. Ve . 2019: К вопросу о дошедших до нас сведениях о древне-прусском «Энхири дионе» [K op osu o doshedshykh do nas s edenyiakh o d e ne-p usskom «Enkhy idione»] (1561). – Cлавянскoе и бaлканское языкознание. Славистика, индо- европеистика, культурология. К 90-летню со дня рождения Владимира Николаевича Топорова [Sla ianskoe i balkanskoe iazykoznanye. Sla is ika, indoe opeis ika, kul’ u- ologyia. K 90-le yiu so dnia ozhdenyia Vladimi a Nikolae icha Topo o a], Москва: S aipsniai / A icles 67 Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Va e (1821) ode zu dem e schollenen „VH“-Exempla Российская aкадемия наук. Институт Cлавяноведения [Mosk a: Rossiyskaia akade- myia nauk. Ins i u Sla iano edenyia], 238–263. Ve . 2020: Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei T au mann (1910). – Bal is ica 55(1), 105–118. Ve . 2020a: Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Mažiulis (1966). – Bal is ica 55(2), 315–328. Ve . 2021: Zu ex uellen G undlage des al p eußischen Enchi idions bei Nesselmann (1845) und dessen Nach olge n Uhlenbeck (1889) und Be neke (1896). – Bal is ica 56(1), 107–120. Va e io p ūsiškojo Enchi idiono (1821) pi minio eks o, a ba p a as ojo „HV“ egzemplio iaus, klausimu SANTRAUKA Kai ku ie s a būs Va e io leidimo (1821) aspek ai is da nė a aiškūs. Ypač daug klausimų kelia Va e io išspausdin o eks o yšys su ank aš ine p ūsiškojo Enchi idiono kopija, saugoma Ms. bo uss. ome, ol. 462 (Be lyne), ku i iki šiol nebu o žinoma. Šios kopijos au o ius A. E. Henigas ją pada ė emdamasis jam p iklausiusiu spausdin u, nepilnu Enchi idiono egzemplio iumi. Šis p ūsiškojo Enchi idiono egzemplio ius bu o laikomas p a as u jau Neselmano (1845) laikais. Tiek idiniai, iek išo iniai a gumen ai odo, kad p a as asis spausdin as, nepilnas egzemplio ius bu o Henigo ank aščio, aigi ėliau i Va e io leidimo, a skai os aškas. Šiame egzemplio iuje ūko 126–134 puslapių. Įdomu ai, kad Va e io išspausdin as eks as y a d iem puslapiais umpesnis nei Henigo ank aš inė kopija. Į ai ių duomenų palyginimas leidžia a ku i kai ku iuos p a as ojo egzemplio iaus požymius. Siūlyčiau šį egzemplio ių adin i „HV“ egzemplio iumi. Į eik a 2021 m. spalio 9 d. PIETRO U. DINI Pizos uni e si e as Via S. Ma ia 36, I-56126 Piza, I alija pie [email p o ec ed]