Ramunė Vaskelaitė. Makroekonomikos terminija: sinonimijos priežastys
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VIDAS VALSKYS Ausbildungs- und Doktrinenverwaltung der litauischen Streitkräfte Staatliche Kommission für die litauische Sprache ORCID id: orcid.org/0009-0000-9983-0634
Forschungsgebiete: Terminologie, Syntax, Sprachpolitik.
DOI: doi.org/10.35321/all89-15
Ramunė Vaskelaitė
MAKROEKONOMIKOS TERMINIJA: SINONIMIJOS PRIEŽASTYS
Vilnius: Institut für litauische Sprache, 2022, 136 S. DOI doi.org/10.35321/e-pub.46.makroekonomikos-terminija ISBN 978-609-411-332-1
2022 veröffentlichte das Institut für litauische Sprache die elektronische wissenschaftliche Studie von Ramunė Vaskelaitė Makroekonomikos terminija: sinonimijos priežastys – eine weitere umfassende Untersuchung der Synonymie von Termini, die als Fortsetzung früherer, ähnlich gearteter und thematisch ausgerichteter Untersuchungen der Autorin zu anderen Bereichen (z. B. der Astrologie (Vaskelaitė 2021)) und zugleich als neuer Blick auf die makroökonomische Terminologie und ihren Gebrauch in Lehrpublikationen – Lehrbüchern für Hochschulen – angesehen werden könnte. Die wissenschaftliche Studie von beträchtlichem Umfang (136 S.) ist eine ausgesprochen aktuelle Publikation, denn sie ermöglicht nicht nur, die Ursachen der Synonymie der Termini des betreffenden Bereichs zu vertiefen, sondern auch einige andere Aspekte des Gebrauchs der makroökonomischen Terminologie zu berühren und einige allgemeine Probleme der Bildung, des Gebrauchs, des gegenseitigen Wettbewerbs und der Einführung von Termini zu untersuchen. Wie in der Einleitung der Publikation geschrieben steht, „[h]offt diese wissenschaftliche Studie, die sich auf makroökonomische Termini konzentriert, zu den vergleichsweise spärlichen Untersuchungen der Wirtschaftsterminologie beizutragen und diese Lücke zu schließen“ (S. 10). Da es unmöglich ist, eine Vielzahl von Aspekten auf einmal abzudecken, hat die Autorin beschlossen, die Synonymie makroökonomischer Termini eingehender zu untersuchen; nach ihrer Untersuchung und Zusammenfassung lassen sich nicht nur recht zuverlässig Aussagen „über die Festigung oder Nichtfestigung der Terminologie des untersuchten Bereichs“ (S. 12) treffen, sondern auch weitere Besonderheiten der Terminologie herausarbeiten.
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Die wissenschaftliche Studie besteht aus einem Vorwort, einer Einleitung, fünf darstellenden Kapiteln, Schlussfolgerungen, Quellen- und Literaturverzeichnissen sowie einer Zusammenfassung in englischer Sprache. In der Einleitung werden die Genese der Makroökonomie (als Wissenschaft und Lehrfach), die Ursachen ihrer Entstehung, der Gegenstand der Makroökonomie und die Entwicklung der litauischen Terminologie dieses Bereichs dargestellt; außerdem wird die Bedeutung der Synonymie als eines der Instrumente der Terminologieforschung herausgestellt und begründet. Ebenfalls erörtert wird der der Synonymie sehr nahe Begriff der Variation; die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Begriffe werden aufgezeigt und die Motive und Ursachen ihrer unterschiedlichen Interpretation und Verbreitung in terminologischen Arbeiten Litauens und anderer Länder untersucht. Obwohl die Autorin den engen Zusammenhang dieser Begriffe und die Möglichkeit des Fehlens einer Grenze zwischen ihnen anerkennt, entscheidet sie sich dennoch dafür, diese Grenze zu ziehen, und hält konsequent an der Auffassung fest, dass Synonymie und Variation nicht identisch sind. Für die Analyse wurden zehn in einem Zeitraum von zwanzig Jahren (von 1997 bis 2017) veröffentlichte makroökonomische Lehrbücher verschiedener Hochschulen (oder Teile von Wirtschaftslehrbüchern) ausgewählt. Diese Stichprobe scheint ausreichend zu sein, um den Untersuchungsgegenstand offenzulegen und eingehend zu untersuchen, die wichtigsten Tendenzen des Gebrauchs und der Bearbeitung zu erörtern und die Ursachen der Synonymie festzustellen.
Die wissenschaftliche Studie ist in einer klaren, fesselnden Sprache verfasst; Aussagen und Schlussfolgerungen werden umsichtig und präzise formuliert, lediglich die eine oder andere etwas fragwürdige Aussage ist anzutreffen (z. B. „die unterschiedlichen englischen Bezeichnungen für denselben Begriff wurden als Ursache der Synonymie litauischer Termini genannt“ (S. 87)). Ein kleiner Wermutstropfen sind die übersehenen Korrekturfehler: Švenčionienė (es müsste Švenčionienė heißen, S. 10), agreguota paklausa und agreguota paklausa (im zweiten Fall müsste pasiūla stehen, S. 41), įvardijamas (es müsste įvardijimas heißen, S. 50), alternatyvius (S. 83), tipologiname (S. 85) u. a. Als Folge einer Unachtsamkeit könnte man auch die Kleinschreibung des Wortes vyriausybė ansehen (im Literaturverzeichnis bei der Angabe des Beschlusses der Regierung der Republik Litauen vom 6. November 2000).
Für die Durchführung einer hochwertigen Untersuchung ist eine angemessene und präzise Auswahl des empirischen Materials von großer Bedeutung. Da die Daten nicht aus Terminologiewörterbüchern, sondern aus makroökonomischen Lehrbüchern entnommen wurden, war es sehr wichtig, dass alle in den vorgesehenen Lehrbüchern verwendeten Termini aus dem Bereich der Makroökonomie in den Blick der Forscherin gelangten, dass darunter keine allgemeinen, in zahlreichen Wissenschaftsbereichen verwendeten Termini oder Termini anderer, nicht makroökonomischer Bereiche waren, was die Zuverlässigkeit der Untersuchung beeinträchtigen könnte. Für die Auswahl geeigneter Termini wandte die Autorin im Wesentlichen zwei Kriterien an: das Kriterium der grafischen Kennzeichnung (z. B. wenn der Begriff des untersuchten Bereichs im Text durch Fettdruck hervorgehoben wird) und das Kriterium der Definition (d. h. „als makroökonomische Termini wurden die in makroökonomischen Lehrbüchern definierten Termini angesehen“ (S. 20)). Diese Kriterien scheinen eine gute Grundlage für die Erhebung der erforderlichen Daten und die Aussonderung irrelevanter Daten zu bilden; dennoch schließen sie die Möglichkeit nicht vollständig aus, dass unter die analysierten Termini auch solche gelangen, die keine makroökonomischen Termini sind. Dies räumt auch die Autorin selbst ein, indem sie feststellt, dass „[m]it dieser Arbeit keine äußerst genaue Grenze zwischen den Termini der Makroökonomie und anderer Wirtschaftszweige gezogen werden soll, da dies keine terminografische
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Arbeit ist; auch in Terminologiewörterbüchern werden zwischen den Termini verwandter Wissenschaftszweige oder Teilbereiche keine besonders strengen Grenzen gezogen“ (S. 22). Zugleich kann man zustimmen, dass „die hier behandelten Termini das Inventar der grundlegenden makroökonomischen Termini wiedergeben sollten“ (ebd.), weshalb hinsichtlich der Repräsentativität des Untersuchungsmaterials keine großen Zweifel bestehen.
Das zweite Kapitel der Studie ist der quantitativen (teilweise auch qualitativen) Analyse der Synonyme der in makroökonomischen Lehrbüchern verwendeten Termini gewidmet. Insgesamt wurden in den Lehrbüchern 355 Synonymreihen festgestellt, während 522 Termini keine Synonyme haben. Dieses Verhältnis könnte zunächst zu der Annahme führen, dass die makroökonomische Terminologie recht gefestigt ist; berücksichtigt man jedoch, dass ein großer Teil der Termini ohne Synonyme nur in jeweils einem anderen Lehrbuch verwendet wird und 52 von ihnen die eine oder andere Variante haben, kann man auch den gegenteiligen Schluss ziehen, „dass die in makroökonomischen Lehrbüchern verwendete Terminologie besonders ungefestigt ist“ (S. 26). Dennoch wird dies nicht so kategorisch behauptet, denn zur Bewertung der Entwicklung der Terminologie unter dem Gesichtspunkt der Synonymie wäre eine größere Untersuchungsstichprobe als zehn Lehrbücher erforderlich. Neben der (Nicht-)Festigkeit von Termini werden auch andere in litauischen und ausländischen terminologischen Arbeiten genannte Ursachen der Synonymie von Termini behandelt: die Entwicklung der Wissenschaftssprache, die Bearbeitung und Normierung von Termini, der Sprachkontakt, der Einfluss von Stil oder Textsorte u. a. Um festzustellen, „in welchem Maß die eine oder andere Ursache die Synonymie der in makroökonomischen Lehrbüchern verwendeten Termini bestimmt“ (S. 29), verwendet die Studienautorin ein in terminologischen Arbeiten recht übliches Instrument – die Einteilung der Synonyme nach ihrer Herkunft (eigenen, fremden und unterschiedlicher Herkunft) und Zusammensetzung (ein- und mehrgliedrige Termini) in Typen sowie auch die Einteilung unter dem Gesichtspunkt der Nomination (sogenannte aspektuelle Synonyme) und der Wortbildung (stammgleiche und nicht stammgleiche Termini). Diese Methodologie ermöglicht es, ein breites Spektrum der Ursachen der Synonymie von Termini zu erfassen und zu beschreiben und damit das Ziel der Arbeit anzustreben – die Hauptursachen der in makroökonomischen Lehrbüchern verwendeten Synonymie von Termini zu untersuchen.
Im dritten Kapitel, in dem die Synonyme nach ihrer Herkunft ausführlich behandelt werden, liegt das Hauptaugenmerk auf Faktoren der Entstehung der Synonymie von Termini wie dem Einfluss fremder Sprachen und der Sprachnormierung. Für den letztgenannten Faktor verwendet die Autorin häufig den synonymischen Terminus kalbos (terminijos) tvarkyba (manchmal werden sie durch eine Konjunktion verbunden, z. B. kalbos ir terminijos tvarkyba (S. 64) oder kalbos bei terminijos tvarkyba (S. 113); manchmal wird allerdings nur das eine Wort terminijos verwendet, z. B. S. 36, 115). Ist diese unterschiedliche Benennung des Begriffs begründet? Hätte nicht einer der Termini genügt? Da Termini im Wesentlichen nach allgemeinen Grundsätzen der Sprachpflege (insbesondere nach dem auf die lexikalische Schicht angewandten Reinheitsprinzip, das bei der Erörterung der Synonymie von Termini am relevantesten ist) und nach Kodifizierungskriterien normiert werden, hätte vielleicht kalbos tvarkybos genügt?
Bei der Untersuchung der Synonymie unterschiedlicher Herkunft, der 103 Synonymreihen zugeordnet werden und die fast ein Drittel aller Synonymiefälle ausmachen, werden häufige und seltene Gruppen von Synonymiefällen unterschieden. Allerdings ist nicht völlig klar, was als häufig und was als selten gilt.
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Welcher quantitative Wert entscheidet über die Zuordnung zur einen oder anderen Gruppe? Was als seltene Fälle gilt, lässt sich aus den Aussagen erschließen, dass „das Synonym nur in einem oder zwei Lehrbüchern angegeben wird“ (S. 37) oder „Termini, die nur in einem oder zwei Lehrbüchern ein Synonym haben“ (ebd.), obwohl auf S. 58 eine solche Einteilung gleichsam in Frage gestellt wird, da behauptet wird, „aus der Verwendung eines Terminus in 1–3 Lehrbüchern auf seine Synonymietendenzen zu schließen, wäre ungenau; daher wurden solche Fälle bei der Darstellung der Daten als vereinzelte Fälle des Gebrauchs eines Terminus bewertet“ (zugleich wird auf die Bedingtheit einer solchen Unterscheidung hingewiesen (S. 40)). An anderer Stelle wird behauptet, dass „die Synonymie unterschiedlicher Herkunft in Fälle seltener und häufiger Synonymie danach eingeteilt wurde, ob die Synonyme eines Terminus in den Lehrbüchern verbreitet sind“ (S. 58). Man kann annehmen, dass eine etwas klarere Grenzziehung zwischen der Häufigkeit und Seltenheit von Synonymen weniger Raum für gewisse Zweifel sowohl an der Genauigkeit der Dateneinteilung als auch an ihrer Interpretation ließe.
Bei der Erörterung der Synonymiefälle und der Untersuchung verschiedener Aspekte ihrer Ausdrucksformen und Darstellung in Texten werden auch in Anführungszeichen verwendete Wörter oder Wortverbindungen erwähnt, z. B. „pinigų įdėjimai“ (S. 49) oder der „iššūmimo“-Effekt (S. 52). Bei der Untersuchung der in Anführungszeichen verwendeten Entlehnungen (z. B. „šokas“ auf S. 55) wird auf Annahmen von Fremdwortforschern zurückgegriffen, wonach eine solche Schreibweise das Bestreben anzeigen kann, das Wort in den Text zu integrieren, und/oder den Wunsch, sich vom Fremdwort zu distanzieren; zugleich vermisst man jedoch Überlegungen der Studienautorin dazu, wie in Anführungszeichen verwendete Wörter litauischer Herkunft zu bewerten sind. Zeigt ihre Setzung in Anführungszeichen nicht die Unsicherheit des Lehrbuchautors (und/oder Textredakteurs), den Zweifel an der Eignung, Genauigkeit usw. des Terminus? Können solche sowohl litauischen als auch fremden Ursprungs entstammenden, in Anführungszeichen geschriebenen Wörter oder Wortverbindungen als gewöhnliche Fälle der Synonymie von Termini gelten, anders gesagt: Können sie den echten, ohne Anführungszeichen angegebenen Termini gleichgestellt werden?
Bei der Analyse und Bewertung des Einflusses anderer Sprachen als eines der Faktoren der Synonymie von Termini werden auch Aspekte wie die Entstehung von Synonymen durch die Übersetzung von Termini (besonders eindrucksvoll zeigt sich der Einfluss dieses Aspekts in den auf S. 73–74 untersuchten Fällen der Synonymie von Termini mit übertragener Bedeutung, die unmittelbar aus dem Englischen übersetzt wurden, sowie metaphorischer Termini) oder durch eine in einer anderen Sprache auftretende Synonymie herausgestellt und erörtert. Als wichtigste Entlehnungssprache der makroökonomischen Terminologie gilt völlig zu Recht das Englische – darauf weisen Fälle von Synonymie unterschiedlicher Herkunft hin, die durch den Gebrauch von Entlehnungen englischer Wurzel entstanden sind. Gesondert werden die Termini bumas, kliringas, barteris, lizingas, faktoringas u. a. behandelt; untersucht werden ihre Darstellung, die Suche nach litauischen Entsprechungen und andere Besonderheiten ihres Gebrauchs. Zusammen mit den Termini englischer Herkunft wird forfetavimas behandelt, obwohl es „als aus dem Französischen stammend a forfait erklärt wird“ (S. 69); ebenso importas ir eksportas, die als „Wörter lateinischer Herkunft, die über das Englische gelangt sind“ (S. 70) anerkannt werden. Das Englische könnte hier tatsächlich die Vermittlersprache gewesen sein; diese Wörter als Termini englischer Herkunft zu bezeichnen, erscheint jedoch nicht besonders begründet. Hätte man diese behandelte Gruppe (Kiti angliškos kilmės terminai) vielleicht präziser benennen müssen? Unklarheiten ergeben sich beim Blick auf die in der 7.
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Tabelle angegebenen Daten und ihre Interpretation. Nehmen wir beispielsweise die zweite Spalte, die mit Lietuviškų terminų sinonimija überschrieben ist: Dort werden die Termini valiutos kurso režimas / sistema angegeben, deren sämtliche Bestandteile international und somit Wörter nichtlitauischer Herkunft sind; daher bleibt unklar, warum sie zusammen mit litauischen Termini behandelt werden.
Im vierten Kapitel ermöglicht die Analyse der Fälle von Synonymie von Termini, die durch die Bedingungen der Variation der Nomination hervorgerufen wird, zu „erklären, warum zwei oder mehrere Termini litauischer Herkunft oder zwei oder mehrere Entlehnungen miteinander konkurrieren“ (S. 76). Die in makroökonomischen Lehrbüchern festgestellten Schwankungen der Nomination und des Ausdrucks werden zu Recht mit der Herausbildung und Nichtfestigung von Termini, dem Bestreben, bei der Benennung unterschiedliche Merkmale hervorzuheben, der Bezugnahme auf unterschiedliche Quellen, Unterschieden in der Klassifizierung und anderen Faktoren der Synonymie von Termini in Verbindung gebracht. Die Variation von Termini wird umfassend betrachtet – nicht nur auf der Ebene eines konkreten Textes, sondern auch intertextuell –, wodurch noch mehr Aspekte erfasst und ein detailliertes Bild der Suche nach dem am besten geeigneten Terminus gezeichnet werden kann, die durch funktionale Zweckmäßigkeit, eine unterschiedliche Konzeptualisierung des Begriffs und andere Motive angeregt wird. Am Ende des Kapitels werden Fälle erwähnt, „in denen ein Begriff durch einen anderen erklärt wird und beide von den Lehrbuchautoren als Synonyme bezeichnet werden“ (S. 89). Als ein Beispiel dieses Typs wird der Begriff visuminės pajamos als Synonym von bendrojo nacionalinio produkto verwendet. Weitere Fälle werden nicht angeführt, mit der Begründung, dass man sich an die in der litauischen Terminologie verbreitete Auffassung halte, die Synonymie von Begriffen von der Synonymie von Termini zu unterscheiden; zugleich wird jedoch behauptet, dass die Synonymie von Begriffen auch in der ausländischen Terminologie ein Untersuchungsgegenstand sei. Daher könnten sowohl die Überlegungen der Studienautorin zur Zweckmäßigkeit (oder Unzweckmäßigkeit) einer möglichen Erweiterung des Untersuchungsfeldes unter diesem Aspekt als auch weitere in den Lehrbüchern vorkommende Beispiele der Synonymie von Begriffen unter theoretischen und praktischen Gesichtspunkten nützlich sein; sie würden die Haltung der Autorin zur Zweckmäßigkeit oder Perspektive solcher Untersuchungen in der litauischen Terminologie offenlegen.
Im fünften Kapitel werden stammgleiche Synonyme sowie die Möglichkeiten der Wortbildung und ihre Ursachen untersucht, die ihren Gebrauch bestimmen. Zu Beginn des Kapitels werden die Unterschiede in der Behandlung stammgleicher Synonyme in litauischen und ausländischen terminologischen Arbeiten erörtert: In der ausländischen Terminologie wird ein solcher Synonymtyp gewöhnlich nicht unterschieden (stammgleiche Termini, die denselben Begriff bezeichnen, gelten als Fälle terminologischer Variation), während sich in der litauischen Terminologie der Begriff der stammgleichen Synonyme zunehmend etabliert (genannt werden die Arbeiten von A. Umbrasas, A. Mitkevičienė und der Autorin dieser Studie), da die Einteilung der Synonyme in stammgleiche und nicht stammgleiche unter anderem ihre bequemere Analyse und Systematisierung ermöglicht und außerdem die Verbindungen der Synonymie von Termini mit den Möglichkeiten der Wortbildung hervorhebt, die als eine der Ursachen der Synonymie gelten. Anschließend werden die Fälle der Synonymie stammgleicher Termini in makroökonomischen Lehrbüchern eingehender behandelt. Wie zu erwarten war, traten am häufigsten Synonympaare auf, die aus einem mit dem Suffix –inis gebildeten Attribut und einem durch den Genitiv ausgedrückten abhängigen Bestandteil eines zusammengesetzten Terminus bestehen (z. B. finansinis tarpininkas und finansų tarpininkas). Die Ursachen für die Verbreitung solcher Fälle liegen „nicht nur in der Möglichkeit der Sprache,
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Termini mit Suffixbildungen auf –inis zu bilden, sondern auch in der Bedeutungsähnlichkeit oder der Unklarheit der Bedeutungsunterschiede, die solche Termini mit Termini mit einem genitivischen Bestandteil verbindet“ (S. 95). Die übrigen Fälle stammgleicher Synonymie in den makroökonomischen Lehrbüchern werden durch die gegenseitige Ersetzbarkeit der Formen, den Einfluss anderer Sprachen und die Suche nach Entsprechungen eigener Herkunft bestimmt. Gesondert behandelt wird die Gruppe der Synonyme von Termini mit unterschiedlicher Zahl von Bestandteilen (z. B. senjorażo pajamos ir senjorażas, akseleracijos teorija ir akseleratorius); sie ermöglicht es, solche Ursachen ihres Gebrauchs herauszustellen wie die Vermeidung von Wiederholungen und/oder das Streben nach Kürze, das mit der Anwendung der Kürze, eines der allgemeinen terminologischen Prinzipien, verbunden wird (nach einer Bemerkung der Autorin ist eine solche Variation „besonders charakteristisch für die Bezeichnungen der wichtigsten Richtungen, Strömungen und Schulen der Wirtschaftstheorie“ (S. 100), z. B. keinsizmas / Keinso ekonominė teorija / keinsistinė teorija); es kommen jedoch auch entgegengesetzte Fälle vor, in denen „ein kurzer Terminus definiert, in den Texten jedoch ein längerer verwendet wird“ (ebd.) – dies wird mit dem Streben nach Klarheit begründet.
Besonders wertvoll ist das sechste Kapitel der Studie, in dem bedeutende, in der litauischen Terminologie jedoch noch relativ wenig untersuchte (mehr Aufmerksamkeit widmet A. Mitkevičienė ihnen in ihren Arbeiten) Aspekte der stilistisch bedingten Auswahl und funktionalen Verbreitung von Termini untersucht werden. Diese machen die Bedeutung von Unterschieden der Kommunikationssituation, der Anpassung an den Adressaten und verschiedener anderer stilistischer Faktoren beim Gebrauch bestimmter Termini sichtbar und helfen, neue Besonderheiten der Synonymie von Termini offenzulegen oder bekannte hervorzuheben. Allerdings kann die in den Überschriften der Unterkapitel verwendete Kurzform des Terminus veiksnys (anstelle von veiksnys im Sinne von „Stilfaktor“) die Leser etwas irritieren. So würde etwa die Überschrift des Unterkapitels 6.2 „Der Ausdruck des Faktors in makroökonomischen Lehrbüchern“ gleichsam auf einen syntaktischen Aspekt hinweisen – den Ausdruck des Faktors als Hauptsatzglied –, doch ist der Inhalt des Unterkapitels der Analyse der Ausdrucksweisen des Adressaten und anderer stilistischer Faktoren sowie der Erörterung der Einbeziehung von Synonymen in den Text gewidmet. Auf bestimmte Ursachen der Synonymie wird auch aus den in makroökonomischen Lehrbüchern angewandten Verfahren der Kennzeichnung von Synonymen geschlossen (aus ihrer Angabe in Klammern oder der Einfügung eines metasprachlichen Kommentars arba, kitaip, vadinamas u. a.). Im ersten Fall kann man von „Schwankungen im Zusammenhang mit dem Ersetzen einer Entlehnung oder der Nichtfestigung eines Terminus“ (S. 108) sprechen; die zweite Kennzeichnungsweise wird vor allem „mit dem Adressaten, der Art der Publikation, mit anderen Worten, dem Faktor des funktionalen Stils verbunden: In Publikationen mit Lehrcharakter wird angestrebt, die grundlegenden makroökonomischen Begriffe zu erklären, während alternative Bezeichnungen der Begriffe den verschiedenen Aspekten der Begriffe Rechnung zu tragen erlauben“ (S. 109).
Die Untersuchung wird durch treffende, präzise formulierte Schlussfolgerungen zusammengefasst, aus denen nicht nur die Untersuchungsergebnisse, sondern auch die Tendenzen des Gebrauchs der makroökonomischen Terminologie und bestimmte Entwicklungsveränderungen ersichtlich werden. Durchdacht ausgewählte und geschickt angewandte Untersuchungsinstrumente ermöglichten es, die Ursachen der Synonymie der Termini des untersuchten Bereichs festzustellen und zu erörtern – bei der Analyse der Synonymtypen und -oppositionen traten der Einfluss anderer Sprachen und der Faktor der Sprachpflege hervor; der Einfluss anderer Sprachen wurde durch die Synonymieuntersuchung unterschiedlicher Herkunft
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ermöglicht, die unter anderem zu dem Schluss führte, dass Unterschiede zwischen alternativen Bezeichnungen desselben Begriffs aufgrund unterschiedlicher Klassifizierung und unterschiedlicher Benennung des Begriffs entstanden sein könnten. Die Hauptursachen für die Verbreitung stammgleicher Synonymie sind die Möglichkeiten der Wortbildung, semantische Unterschiede und Ersetzbarkeit; in bestimmten Fällen, wenn neben einem kürzeren ein längerer Terminus verwendet wird, ist es das Streben nach Klarheit und Systematik.
Die theoretische Vorbereitung der Autorin und ihr vertieftes Verständnis des Untersuchungskontexts zeigen sich in dem beeindruckenden Literaturverzeichnis am Ende der Studie. Allerdings wäre dieses Verzeichnis noch länger, wenn alle in der Studie erwähnten Arbeiten aufgenommen worden wären. Eine davon ist John M. Keynes’ Werk Bendroji užimtumo, palūkanų ir pinigų teorija (1936), auf das auf S. 5, 100 und an anderen Stellen Bezug genommen wird. Ähnliches gilt für Adam Smiths Buch Tautų turtų prigimties ir priežasčių tyrinėjimas (erstmals 1776 veröffentlicht). Soweit sich erkennen lässt, wurden beide Bücher nicht auf Litauisch veröffentlicht; daher wären bibliografische Angaben zu diesen Publikationen in englischer Sprache für die Leser der wissenschaftlichen Studie sehr nützlich gewesen.
Trotz der hier geäußerten Anmerkungen hinterlässt die wissenschaftliche Studie von Ramunė Vaskelaitė Makroekonomikos terminija: sinonimijos priežastys den Eindruck eines soliden, umfassenden und qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Werks, das den Fundus der der Erforschung von Termini verschiedener Bereiche gewidmeten litauischen Terminologiearbeit wesentlich bereichert. Diese wissenschaftliche Studie kann nicht nur wegen der sorgfältigen Analyse makroökonomischer Termini von Bedeutung sein, sondern auch wegen der Aktualisierung einiger allgemeiner terminologischer Aspekte, die in Arbeiten ausländischer Terminologen erörtert, in der litauischen Terminologie jedoch bisher nicht eingehender untersucht wurden, etwa durch die Herausarbeitung kognitiver, diskursiver oder funktionaler Ursachen, die die Synonymie von Termini beeinflussen. Es bleibt zu hoffen, dass die in dieser wissenschaftlichen Studie dargelegten theoretischen Einsichten und Untersuchungsergebnisse nicht nur die Autorin dazu anregen werden, neue terminologische Untersuchungen in Angriff zu nehmen, auf deren Thematik in dieser Studie hingewiesen wird, sondern auch die gebührende Aufmerksamkeit und Reflexion von Terminologen und Sprachwissenschaftlern anderer Bereiche erfahren und Anregungen für die Analyse und Bewertung verschiedener Aspekte der Terminologie und anderer sprachlicher Erscheinungen geben.
Eingegangen am 23. Oktober 2023.
VIDAS VALSKYS
Stab der Führung des Ausbildungs- und Doktrinenamtes der litauischen Streitkräfte, Doktrinenabteilung, Šilo g. 5A, LT-10322 Vilnius, Lietuva [email protected]
Staatliche Kommission für die litauische Sprache, Gedimino pr. 60, LT-01110 Vilnius, Lietuva [email protected]
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