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Von antreiten bis eischen. Aus der Werkstatt des Mittelhochdeutschen syntaktischen Verbwörterbuchs (MSVW)

Albrecht Greule

Abstract

Überlegungen zur Abfassung eines Mittelhochdeutschen Verbwörterbuchs, eines wichtigen Teils der historischen deutschen Grammatik, sind etwa seit dem Jahr 2000 im internationalen Rahmen mehrfach angestellt worden. Alle Ansätze führten bislang zu keinem Ergebnis. Mit dem Erscheinen des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs (MWB) sowohl im Druck als auch im Internet seit 2006 wird das MWB genutzt, um ab 2018 kontinuierlich Einträge für das Mittelhochdeutsche syntaktische Verbwörterbuch (MSVW) zu verfassen. Der Beitrag stellt die Methode, nach der Wörterbuchartikel verfasst werden, vor und bringt als Vorabdruck die Wörterbucheinträge zu den Verben mhd. ænigen, antreiten, arzâtîen, backen, bâren, dringen, eischen.

Full text

S aipsniai / A icles 11 ALBRECHT GREULE Uni e si ä Regensbu g Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Tex g amma ik, Theolinguis ik und geis liches Lied, Onomas ik, his o ische Syn ax. DOI: doi.o g/10.35321/all89-01 VON ANTREITEN BIS EISCHEN. AUS DER WERKSTATT DES MITTELHOCHDEUTSCHEN SYNTAKTISCHEN VERBWÖRTERBUCHS (MSVW) Nuo an ei en iki eischen. Iš Vokiečių idu io aukš aičių eiksmažodžių sin aksės žodyno ( ok. MSVW) di b u ių ANNOTATION Übe legungen zu Ab assung eines Mi elhochdeu schen Ve bwö e buchs, eines wich igen Teils de his o ischen deu schen G amma ik, sind e wa sei dem Jah 2000 im in e na ionalen Rahmen meh ach anges ell wo den. Alle Ansä ze üh en bislang zu keinem E gebnis. Mi dem E scheinen des Mi elhochdeu schen Wö e buchs (MWB) sowohl im D uck als auch im In e ne sei 2006 wi d das MWB genu z , um ab 2018 kon inuie lich Ein äge ü das Mi elhochdeu sche syn ak ische Ve bwö e buch (MSVW) zu e assen. De Bei ag s ell die Me hode, nach de Wö e bucha ikel e ass we den, o und b ing als Vo abd uck die Wö e buchein äge zu den Ve ben mhd. ænigen, an ei en, a zâ îen, backen, bâ en, d ingen, eischen. SCHLÜSSELWÖRTER: His o ische Syn ax, Mi elhochdeu sch, Valenz, Lexikog aphie, Bedeu ungswandel. ANNOTATION Conside a ions o he w i ing o a Middle High Ge man alence dic iona y, an impo an pa o his o ical Ge man g amma , ha e been made se e al imes since abou ALBRECHT GREULE 12 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIX he yea 2000 in an in e na ional con ex . So a , all app oaches ha e no led o any esul s. Wi h he publica ion o he Middle High Ge man Dic iona y (MWB) bo h in p in and on he In e ne since 2006, he MWB will be used o con inuously w i e en ies o he Middle High Ge man Syn ac ic Ve b Dic iona y (MSVW) om 2018 onwa ds. The a icle p esen s he me hod by which dic iona y a icles a e w i en, and b ings as a p ep in he dic iona y en ies o he e bs mhd. ænigen, an ei en, a zâ îen, backen, bâ en, d ingen, eischen. KEYWORDS: his o ical syn ax, Middle High Ge man, alence, lexicog aphy, change o meaning. 1. VORARBEITEN ZUM MSVW Übe legungen zu Ab assung eines Mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs (MSVW), eilweise auch un e dem Ti el „Mi elhochdeu sches Ve b alenzwö e buch“, sind e wa sei dem Jah 2000 im in e na ionalen Rahmen meh ach anges ell wo den, Alle Ansä ze üh en bislang zu keinem lexikog aphisch nennba en E gebnis. Nachdem sich bis zum E scheinen des „Syn ak ischen Ve bwö e buchs zu den al hochdeu schen Tex en des 9. Jah hunde “ (G eule 1999) die his o ische Valenz o schung eine sei s au das Al hochdeu sche, ande e sei s au das F ühneuhochdeu sche (Ko honen 1978) konzen ie ha e, wu de de Ru nach einem Mi elhochdeu schen Valenzwö e buch lau . Da übe hinaus wu de deu lich, dass die Besch eibung de Ve b alenz in ih e spezi ischen Ausp ägung au den his o ischen Sp achs u en des Deu schen, nich zule z auch au de des Mi elhochdeu schen, ein wesen liche Teil de his o ischen G amma ik im Schni be eich on Syn ax und Lexik sein wü de. De genuine O de Besch eibung de Ve b alenz is die Besch eibung de S uk u en des Ein achsa zes bzw. die Typologie de Sa zmus e ode Sa zbaupläne (G eule 2005: 51–54, gl. auch Schmid 2017: 185–201). Die Fo schungsau gabe bes and und bes eh noch imme da in, das in den mi elhochdeu schen Tex en e bo gene Valenzpo en ial de Ve ben du ch die Besch eibung de syn ak ischen Umgebungen jedes Ve bs zu heben, sys ema isch zu besch eiben und in einem (mi elhochdeu schen) Valenzwö e buch zugänglich und e ügba zu machen. Ein mi elhochdeu sches Valenzwö e buch wä e zudem ein essen ielle Bei ag zu Geschich e de Sp achen wicklung und des Bedeu ungswandels und könn e ein wich ige Teilsch i au dem Weg zu einem diach onen Valenzwö e buch sein. Da übe hinaus wä e es als ein Hil smi el inne halb de Mediä is ik zu konzipie en, weil du ch ein solches Nachschlagewe k die konk e e Tex a bei und In e p e a ion S aipsniai / A icles 13 Von an ei en bis eischen. Aus de We ks a des Mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs (MSVW) de mi elhochdeu schen Tex e aus sp achliche Pe spek i e un e s ü z wü de (G eule, B aun 2010: 71). Die Un e s ü zung de konk e en Tex a bei wä e auch dadu ch gewäh leis e , dass das mi elhochdeu sche Valenzwö e buch wie sein al hochdeu sches Pendan ex basie wä e. Als Me hode wu de bei allen bishe igen Ve suchen die Ko pus auswe ende Sa zanalyse p ak izie . Im Un e schied zu de Me hode, die bei de E s ellung des Syn ak ischen Ve bwö e buch de al hochdeu schen Tex e des 9. Jah hunde s (G eule 1999) angewende wu de, nämlich sch i weise Auswe ung de ged uck en Tex edi ionen du ch Ex ak ion und Segmen ie ung de Belegsä ze und de en syn ak ische Analyse ( gl. G eule, Ko honen 2021: 149 .), bezogen sich die Fo sche innen und Fo sche de mi elhochdeu schen Valenz au das „Bochume Ko pus“ (G eule 2003: 418; G eule, Léná d 2004: 25–31). Das Bochume Ko pus is ein Auswahlko pus, in das nu Handsch i en (keine Edi ionen) on mi elhochdeu schen Ve s-, P osa- und U kunden ex en in eg ie sind. Es is au elek onischen Da en äge n gespeiche ; übe eine Lemmalis e konn en die Belegs ellen eines Ve bs maschinell abge u en we den. De zum P ädika gehö ende Ko ex (Sa z) muss e abe wei e hin aus den kodie en Tex en en nommen und in e p e ie we den (G eule 2006). 2. VALENZANALYSEN AUF DER GRUNDLAGE DES MITTELHOCHDEUTSCHEN WÖRTERBUCHS ONLINE Mi dem E scheinen des Mi elhochdeu schen Wö e buchs (MWB) im D uck (1. Band 2006, 22013) ände e sich die Quellenlage ü die Bea bei ung des MSVW e neu und g a ie end. „Das Mi elhochdeu sche Wö e buch (MWB) is ein Epochenwö e buch zum ühmi elal e lichen (Hoch-)deu sch (1050–1350). Es bea bei e den Wo scha z und Wo geb auch des gesam en Spek ums de aus diesem Zei aum übe lie e en deu schsp achigen Tex e. […] Fü den besch iebenen Wo scha z bie e das MWB nich nu g amma ische Angaben und Bedeu ungse läu e ungen, sonde n üh als Belegzi a wö e buch den in e p e ie en Sp achgeb auch selbs aus üh lich o .“ (Zi ie aus dem Flye de Akademie de Wissenscha en und de Li e a u , Mainz, 2017). Das Lie e ungswe k soll mi ün Bänden 2025 abgeschlossen sein. Pa allel zu D uckausgabe wi d das MWB auch im In e ne au www.mhdwb-online.de be ei ges ell . Gegenwä ig können alle mi elhochdeu schen Lemma a on a bis kachez au ge u en we den (1.8.2023). ALBRECHT GREULE 14 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIX De Nu zung des MWB online und de do un e einem Ve b-Lemma e sammel en Belegsä ze ging eine Falls udie o aus, die aus es e e, inwie e n die his o ischen Wö e büche , insbesonde e das „Deu sche Wö e buch on Jacob und Wilhelm G imm“ (DWB), als Quellen de his o ischen Valenz o schung übe haup he angezogen we den können (Csiky, G eule 2008). Diese F age s eh auch im Vo de g und des Sammelbandes, de das in e na ionale P ojek eines His o isch syn ak ischen Ve bwö e buchs ini iie e (G eule, Ko honen 2016), indem sich Michael P inz (2016) g undsä zlich zu digi alen Beleg eposi o ien als Quellen eines MSVW und skep isch zu Wö e büche n als Quellen eines MSVW äuße . Das Fallbeispiel eine Valenzanalyse on mhd. b üe en au de G undlage des MWB online (G eule 2018) zeig abe gewisse a bei s echnische Vo eile bei de Nu zung des digi alen Lexikons: die Belegsä ze, die zu den Quellen e link sind, und die seman ische Vo gliede ung de Belege; selbs die g amma isch-seman ischen Angaben wie „Geni i de Pe son“ u. ä. können als e s e Hinweise au die A de Ak an en genu z we den. Die e s e exempla ische Nu zung des MWB online s eh im Zusammenhang mi den Plänen eines „His o isch syn ak ischen Wö e buchs“ (HSVW) (G eule, Ko honen 2016; 2021: 156 ., 190–192) und se z die Vo gaben des da ü en wo enen Modells zu Au be ei ung eines His o isch syn ak ischen Ve bwö e buch online um ( gl. Bu gha d , Reimann 2016). Fü die Ausa bei ung eines mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs, das wie das MWB sowohl ged uck o liegen als auch im In e ne be ei ges ell we den soll, is die Anno a ion und Ablei ung on „Gene ischen Pa aph asen“, wie am Beispiel on mhd. b üe en gezeig wi d (G eule 2018: 69–72), nich no wendig. Insgesam soll das schnelle E a bei en eines A ikels ü das MSVW di ek am PC aus den Ma e ialien, die das MWB online zu Ve ügung s ell , e möglich we den (s. u. Kapi el 3). 3. DAS MITTELHOCHDEUTSCHE SYNTAKTISCHE VERBWÖRTERBUCH (MSVW): KURZE PROJEKTBESCHREIBUNG UND METHODE Das Mi elhochdeu sche syn ak ische Ve bwö e buch (MSVW) se z als Epochen-Wö e buch das „Syn ak ische Ve bwö e buch zu den al hochdeu schen Tex en des 9. Jah hunde s“ (G eule 1999) o – mi dem Un e schied, dass das MSVW au eine ande en Tex basis e a bei e wi d. Es is als Kompendium zum MWB konzipie , das heiß : die im MWB online S aipsniai / A icles 15 Von an ei en bis eischen. Aus de We ks a des Mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs (MSVW) o handenen seman ischen und syn ak ischen In o ma ionen zu einem Ve b X we den digi al exze pie und en sp echend de Valenz heo ie in e p e ie , mi Abkü zungen gene alisie und in einem Wö e bucha ikel zusammenge ass . Die In e p e a ion de mi dem Ve b X au e enden Sa zgliede ( alenz heo e isch adi ionell: E gänzungen, ku z E) e olg du ch die Bea bei e in ode den Bea bei e in zwei Rich ungen – analog zu dem aus üh lich besch iebenen Ve ah en (G eule 2018: 69–72) nu ohne digi ale Abspeiche ung: 1) seman isch, on de Bedeu ung des Ve bs ausgehend, als Seman ische Rolle/Tie enkasus; 2) mo phologisch nach Kasus. Diese S uk u wi d Ve b-Ak an en-Kons ella ion (VAK) genann . Beispiel: mhd. ænigen/enigen ha gemäß dem MWB online die Bedeu ung jmdn./sich on jmdm./e w. be eien; sich eine Sache en ledigen. Da aus e gib sich die Eino dnung des P ädika s als „Tä igkei “ und es muss eine E gänzung (E) in de Rolle des „Tä igkei s äge s/Agens“ o handen sein. Aus den im MWB online o handenen Belegsä zen e gib sich, dass de Agens in de Fo m eines Subs an i s im Nomina i e schein . Das wi d o melha wie olg gesch ieben: E Agens (Be eiende /de , de be ei ) → Sn Abkü zungen wie Sn, Sg, Sd, Sa = Subs an i (im Nomina i , Geni i , Da i , Akkusa i ) g ei en au Helbig, Schenkel (1973: 97–99), zu ück. Das Symbol S schließ ande s gea e e Subs i uen en als E gänzungen/Ak an en, die im Ko pus beleg sind, mi ein, z. B. Subs an i g uppe, P äposi ionalg uppe, P onomen, Ad e b ode (Neben-)Sa z. Die Benennung de Ak an en-Rollen olg wei gehend de Besch eibung de Seman ischen Rollen bei Pe e on Polenz (2008: 167–172). Aus de Bedeu ungsbesch eibung und den Belegsä zen im MWB online e gib sich e ne , dass mhd. ænigen/enigen in de Funk ion als P ädika on zwei wei e en Sa zgliede n (E) umgeben is : a) on einem Sa zglied, das den bezeichne , den e was belas e , und b) on einem Sa zglied, das das bezeichne , was läs ig is , z. B. im ganzen Sa z (biblisch): Jesus (= Agens) be ei die mühselig Beladenen (= Pa iens) on ih e Las (= Objek ). Da aus e geben sich zwei wei e e E gänzungen mi den Fo meln: E Pa iens (Belas e e ) → Sa (Subs an i im Akkusa i ) E Objek (die Las ) → Sg (Subs an i im Geni i ). Zusammen assend wi d aus den Da en im MWB online olgende A ikel o mulie : ænigen / enigen jmdn./sich on jmdm./e w. be eien; sich eine Sache en ledigen P Tä igkei (be eien) ALBRECHT GREULE 16 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIX E Agens (Be eiende , z. B. Mensch, Engel) → Sn E Pa iens (Belas e e , z. B. Mensch) → Sa (auch e lexi ) E Objek (die Las ) → Sg Beispiele: a) und u sie Mychaelen we n / mi sinen unde enigen, / die sie de engel enigen / die Sa hanas bo en sind. HeslApk – b) unde wil û dich sîn nich ænigen [...], sô sullen di z die ê bæ en kœ e gebie en bî de âh unde bî dem banne. P Be h. ----- Die Beispielsä ze sind aus de Menge de Belegsä ze im MWB online ausgewähl , um die Maximal alenz zu e deu lichen. Sie we den sam den Quellenangaben des MWB (in Fo m on Siglen) in den A ikel kopie . Fü die Besch eibung de VAK nich wich ige In o ma ionen, z. B. solche zu Mo phologie des Ve bs, we den, da sie im MWB o handen sind und do nachgeschlagen bzw. au ge u en we den können, im MSVW nich wiede hol . Kommen a : Dem Ve b ænigen / enigen is nu ein Semem zugeo dne . Es is monosem und weis eine 3-we ige VAK au , d.h. das Ve b is als P ädika in allen Belegsä zen on d ei Ak an en „umgeben“. Besonde hei : Die Rolle Pa iens → Sa is auch e lexi bese z . 4. POLYSEME MITTELHOCHDEUTSCHE VERBEN MIT DREI SEMEMEN Im Un e schied zu mhd. ænigen/einigen sind die meis en mi elhochdeu schen Ve ben polysem, d.h. sie weisen insgesam mindes ens zwei Sememe au . Die Sememe we den im MWB online be ei s un e schieden und we den on do in den A ikel (gegebenen alls mi Ko ek u en) übe nommen. 4.1. an ei en e w. o dnen, zu ech machen, jndm. be ei en Semem 1 P Tä igkei (o dnen) E Agens (O dnende ) → Sn E a izie es Objek (das Geo dne e) → Sa ( akul a i ) S aipsniai / A icles 17 Von an ei en bis eischen. Aus de We ks a des Mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs (MSVW) Beispiele: a) dich minnen unde e en [...] d iu iche, / [...], / dei du zeches unde an ei es, enges und b ei es, als du will. Himmel 2,7 – b) on angenge di e we lde was unse he e an ei en e, do e den a men mennesscen gesco . Spec 148,31. Semem 2 P Tä igkei (zu ech machen) E Agens (we zu ech mach ) → Sn E e izie es Objek (das Zu ech gemach e) → Sa E a izie es Objek (wo aus/womi zu ech gemach wi d) → pS (p = on) Beispiel: zwo hosen e an lei e, / di wa en gan ai e / uon golde un uon be elen. Rol 3320. 2723. Semem 3 P Tä igkei (zube ei en, zuo dnen) E Agens (a be ei e zu) → Sn E e izie es Objek (was zube ei e wi d) → Sa E Ad essa (de , dem b zube ei e wi d) → Sd Beispiel: den os den du, he e, go dne unde gan ei has [quod pa as i] alle di e wel e (Kon (Sch) 28,15). ----- Kommen a : Es is nich unp oblema isch, das Ve b an ei en wie im MWB als polysemes Ve b anzuse zen, nu weil die d ei Sememe zu einem e ymologisch einhei lichen Ve b gehö en – im Un e schied zu bâ en (s. u. 6). Die Polysemie on an ei en müss e seman isch nachgewiesen und die Homonymie au diese G undlage abgelehn we den. 4.2. eischen / heischen Semem 1 e w. ( on jmdm.) (e )bi en, o de n, wollen P Tä igkei (bi en, o de n, wollen) E Agens (Bi ende/ , Fo de nde/ ) → Sn E Ad essa (Mensch, om dem e was e be en/ge o de wi d) → Sd / pS / Sa / Sg (p = ane + Akk / on) E Objek (das E be ene, Ge o de e) → Sa / In / NSdas Beispiele: a) e uns eische gel . SM: U S 35: 5,2 – b) die iuwe […] muoz go ane mich eisken. Gen 2409. ALBRECHT GREULE 18 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIX Semem 2 (e w.) e agen’ P Tä igkei ( agen nach) E Agens (F agende ) → Sn E Objek (E ag es) → pS / Ad / NSob (p = nach) Beispiele: a) Ch ysos omus Johannes eisch da nâch und âge des. J F s 9522 – b) Pila us […] eisch e ob unse hê e / ein Galileus wê e. J F s 6467. Semem 3 ( ech ssp achlich) jmdn. bi en, au o de n, o laden P Tä igkei (bi en, au o de n, o laden) E Agens (Au o de nde ) → Sn E Ad essa (Au ge o de e ) → Sa E Ziel (wozu au ge o de wi d) → In / Ad / pS (p = an) Beispiele: a) de kúnic on Po egal […] iesch den ú s en on B aban . R EWh 8455 – b) den ellenden jungen knaben / hiesche e mi manliche cu / zü im e en da ü . GT oj 8993. Kommen a : Auße einigen mo phologischen Besonde hei en (p o he isches h- und das s a ke P ä e i um (h)iesch neben eische e) is de „seh di e enzie e ech l. Objek be eich“ (so das MWB) dieses Ve bs, hie zusammenge ass als Semem 3, beach enswe . 5. POLYSEMES MITTELHOCHDEUTSCHES VERB MIT VIER SEMEMEN d ingen Semem 1 ‘e w. i gendwohin d ängen, s eben’, û jmdn. ~ ‘jmdn. ang ei en’ P Tä igkei (d ängen, s eben, ang ei en) E Agens (D ängende /s) → Sn E U sp ung/Weg/Ziel → NSunz/daz / pS/ Ad (p = unz/du ch/ingegen/in/ umb/zuo/nach/ûz) S aipsniai / A icles 19 Von an ei en bis eischen. Aus de We ks a des Mi elhochdeu schen syn ak ischen Ve bwö e buchs (MSVW) Beispiele: a) Vlixes [ a des schi es bo / nde sluc nd] d anc, nz e den s a sp anc He b 4395; b) [we dine ane dank, do e nih sol, / dem wi gelone sel en wol] we also e geben d unge [s eb ], / daz e ein li doch sunge / [...] / [e was und is de wisen spo ] Jüngl 129; c) du ch sin hu úncz u das bain d ungen die do ne il gemain We nhMl 9338; d) sin zo n z sime he zen d anc He b 2022. Semem 2 jmdn. d ängen, bed ängen, (hœhe ~ mi höhe en Fo de ungen bed ängen) P Tä igkei (d ängen, bed ängen) E Agens (Bed ängende ) → Sn E Pa iens (Bed äng e ) → Sa Beispiele: a) (Passi ) [iz geschach daz] Jhesus u dem wege ged ungen wa on de scha e E Be l 106,3; b) [daz ns da mi e begn gen sal, nd] [daz wi ] si ni hohe d ingen mi deheime ge ich e U kCo p (WMU) 1831,7. Semem 3 jmdn. aus e w. he ausd ängen, e l. sich d ängen, d ängeln P Tä igkei (he ausd ängen) E Agens (D ängende /s) → Sn E Pa iens (Ged äng e /s) → Sa/Re l. E U sp ung/Weg → pS / ADV (p = ûz/ on/du ch) Beispiele: a) das dise manig al ige sussekei i denische dingen dich ni on ime d inge Mech h 6: 5,10; b) sînes swe es klingen wil e du ch mîn he ze d ingen HeidinII 1722; c) ( e lexi ) ob du dich d inges du chz olc Pa z 647,10. 637,10. Semem 4 e w. d ücken, p essen P Tä igkei (d ücken, p essen) E Agens → Sn E Pa iens → Sa E U sp ung/Ziel → (pS) (p = in/ on-an) Beispiel: d i aldig go sin o me d ang in menschen wachs Mügeln 11,2. Kommen a : Nich be ücksich ig sind die Spezialbedeu ungen: ‘e w. übe se zen’, z. B. [das Buch] wa on im ged ungen / ûz k iechische zungen / in la înische sch i (LBa l 8) und ‘e w. weben, lech en’ (< beim Weben/Flech en zusammend ängen), z. B. alle sine löke ga / wa end schon ALBRECHT GREULE 26 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIX Jau ap ašy i eiksmažodžiai, p asidedan ys aide A, da bas ebe yks a su p asidedančiais B aide eiksmažodžiais. An ajame p ojek o e ape numa y a iš es inių i sudu inių eiks- mažodžių analizė. Tęsian žodyno engimo da bus, p ojek o medžiagą nusp ęs a publikuo i elek oninėje e d ėje, o šiems pasibaigus, planuojama išleis i knygą. Ruošian žodyno s aipsnius duomenų e inimas i o bū inybe įž algas i s imulus ie- siogiai aiky i žodyne, pa yzdžiui, lygin i su senosios okiečių aukš aičių kalbos eiksma- žodžiais. Pap as ai, nuosekliai ap ašan duomenis, palies i šiuos į ai iak ypčius, už okiečių idu io aukš aičių kalbos ibų išeinančius san ykius a sisakoma. Visų pi ma, engiamas žo- dynas y a jau minė o elek oninio žodyno sin aksinis kompendiumas. Jo paski is – pa eik i s a biausią medžiagos dalį, eikalingą sakinio da ybos s ičiai okiečių idu io aukš aičių g ama ikoje suda y i, i ik uome , įnešan indėlį į Is o inio eiksmažodžių sin aksės žody- no ( ok. HSVW) okiečių idu io auk aičių laiko a pį apiman į sky ių, u i as is ie os i naujosios okiečių aukš aičių kalbos eiksmažodžių ( eikšmės) kai os is o ijai (G eule, Ko honen 2021: 184–187). Į eik a 2023 m. ugpjūčio 28 d. ALBRECHT GREULE Uni e si ä Regensbu g Ins i u ü Ge manis ik, D-93040 Regensbu g Alb ech .G eule@sp achli .uni- egensbu g.de