Der Name Leipzig und die Germanische Lautverschiebung
Abstract
In diesem Beitrag geht es um die Etymologie des Ortsnamens Leipzig. Lange hat man angenommen, dass das slavische Wort lipa ‘Linde’ die Grundlage sei. Eine genauere Beachtung der historischen Schreibungen wie Libzi u.a., vor allem bei Thietmar von Merseburg, der das Slavische beherrschte, führte zu einer Korrektur der Etymologie. Dabei ist bisher aber nicht beachtet worden, ob germanische Stämme diesen Namen vor oder nach Wirkung der ersten oder germanischen Lautverschiebung kennengelernt haben. Das aber ist entscheidend für die Frage, welche indogermanische Wortgruppe als Basis für den Ortsnamen angesehen werden kann.
Full text
70 Ac a Linguis ica Li huanica XC
JÜRGEN UDOLPH
Zen um ü Namen o schung – Gö ingen
Niede sächsische Akademie de Wissenscha en zu
Gö ingen
ORCID id: o cid.o g/0000-0002-8475-7857
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: His o ische
Linguis ik, Gewässe namen, O snamen, Familiennamen.
DOI: doi.o g/10.35321/all90-03
DER NAME LEIPZIG
UND DIE GERMANISCHE
LAUTVERSCHIEBUNG
Lepcigo a das i ge manų p iebalsių pe kai a
ANNOTATION
In diesem Bei ag geh es um die E ymologie des O snamens Leipzig. Lange ha man
angenommen, dass das sla ische Wo lipa ‘Linde’ die G undlage sei. Eine genaue e
Beach ung de his o ischen Sch eibungen wie Libzi u.a., o allem bei Thie ma on
Me sebu g, de das Sla ische behe sch e, üh e zu eine Ko ek u de E ymologie. Dabei
is bishe abe nich beach e wo den, ob ge manische S ämme diesen Namen o ode
nach Wi kung de e s en ode ge manischen Lau e schiebung kennengele n haben. Das
abe is en scheidend ü die F age, welche indoge manische Wo g uppe als Basis ü den
O snamen angesehen we den kann.
SCHLÜSSELWÖRTER: Leipzig, O snamen, ge manische Lau e schiebung, E ymologie.
ANNOTATION
The a icle deals wi h he e ymology o he place name Leipzig. Ini ially, i was
widely belie ed ha he Sla ic wo d lipa ‘linden ee’ o med i s basis. Howe e , a close
examina ion o his o ical spellings, especially hose ci ed by Thie ma on Me sebu g, who
was luen in Sla ic, such as Libzi and o he s, p omp ed a eassessmen . Ne e heless, no
a en ion has been paid so a o whe he Ge manic ibes adop ed his name be o e o a e
he onse o he Ge manic sound Shi . This aspec is c ucial in de e mining which Indo-
Eu opean wo d g oup can be iewed as he basis o he place name.
KEYWORDS: Leipzig, place names, Ge manic Sound Shi , e ymology,
Indo-Eu opean.
S aipsniai / A icles 71
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
EINLEITUNG1
Jah zehn elang wu de die Annahme e e en, dass de O sname Leipzig
aus sla . *Lip-sk- en s anden sei und mi dem in den sla ischen Sp achen
bes ens bezeug en Wo lipa ‘Linde’ e bunden we den kann. Diese These
du chzog die Namen o schung und Geschich swissenscha sei Beginn eine
wissenscha lichen Beschä igung mi geog aphischen Namen und wu de noch
bis zum Ende des 20. Jah hunde s e e en. Man denke nu s ell e e end an
die A bei en on E ns Eichle , Hans Wal he (1986: 165) und Die e Be ge
(1999: 180). Le z e e ass die Deu ung wie olg zusammen: „De Name
1459 Leipczigk, 1350 Lipzcik, 1213 Lipzc, Lipz is eingedeu sch aus slaw. *Lipć
bzw. *Lip´sk[o], dem Namen de so bischen Siedlung (1012/18 in u be Libzi
oca a = in de Libzi genann en S ad . Diese Name gehö zu aso b. lipa ‘Linde’
und bedeu e ‘O , wo Linden wachsen’.“
Eine Wende ü diese Au assung e olg e, als man sich genaue den äl es en
Belegen des O snamens, o allem bezeug bei Thie ma on Me sebu g
(975/76-1018), de o enba übe Kenn nisse de sla ischen Sp ache(n) e üg e,
zuwand e.
1. THIETMARS BELEGE UND DIE
KORREKTUR DER BISHERIGEN
AUFFASSUNG
Die hie skizzie e Au assung gal unbes i en bis o ca. 25 Jah en.
Eine Wende a ein, als man die äl es e Übe lie e ung des Namens genaue
in den Blick nahm: dazu gehö auch de on D. Be ge e wähn e Beleg on
1012/18 Libzi, de on Thie ma on Me sebu g s amm , dem man gu e
Kenn nisse de sla ischen Sp ache bescheinig . Die his o ischen Belege mi -b-
üh en zu eine Re ision de sla ischen lipa/Linden-E ymologie.
Diese heu e e b ei e e Re ision de al en Lipa-E klä ung, in de man
on einem Ansa z Lib- und nich Lip(a) ausgeh , basie au eine so g äl igen
1 Die Gedanken übe den O snamen on Leipzig, wo ich as zehn Jah e namenkundlich ä ig sein
du e, üh en mich auch in die damalige Zei zu ück. Es wa en die ü mich wissenscha lich
e eulichs en Jah e, die auch dank de de uch ba en Zusammena bei mi den noch lebenden
Leipzige Namen o sche n Die lind K eme (de ich in besonde em Maße zu Dank e p lich e
gewesen bin), Ka lheinz Hengs und Wal e Wenzel so e olg eich ges al e we den konn en.
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Beach ung de his o ischen Belege des O snamens, die Be nd Koeni z (2016:
443–446) zusammenges ell ha . Ich bie e da on die äl es en:
1015 (1015/18) in u be Libzi oca u (Thie ma VII 25)
1017 (1017/18) aecclesia in Libzi (Thie ma VII 66)
1017 (10/17/18) in u be Libizi oca u (Thie ma /Co eye Handsch i VII
25)
1021 (Kopie um 1300, spä e e o ale Fälschung) oppidum Libziki
(UB Me sebu g 60)
1050 (Kopie 1427-30) in bu cua do Libizken (UB Me sebu g 71)
1080 (Kopie um 1150) usque Libiz (Annales Pega ienses 241)
1088/89 (Kopie um 1150) Libiz oppidum (Annales Pega ienses 266)
1165/70 (Kopie um 1215) Lipz (Codex diploma icus Saxoniae I 2,372; II 8,2)
1185 Albe us de Libz e a e suus bu zlaus (Codex diploma icus Saxoniae I
2,510)
1190 (Ac um e da um) in Lipz (Codex diploma icus Saxoniae I 2,560)
1195 in Lipzk (Codex diploma icus Saxoniae I 2,561)
1200 in ci i a e nos a Lipz (Codex diploma icus Saxoniae I 3,48)
1210 (Kopie um 1229) ci i a em Lipczk (Codex diploma icus Saxoniae I
3,148)
1212 apud Libuiz unda i (Codex diploma icus Saxoniae II 9,1)
1213 in Lipz, Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 9,2; II 9,3)
1215 in Lipz (Codex diploma icus Saxoniae I 3,207)
1216 Lipzenses, -ium, -ibus (Codex diploma icus Saxoniae II 8,3)
1216 Johannes miles de Lipzc (UB Me sebu g 162)
1217 in ci i a e Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 9,4)
1219 quod ipse apud Lybzek unda i (Codex diploma icus Saxoniae II 9,6)
1220 Lipz (2x) (Codex diploma icus Saxoniae II 9,7)
o 1221 Lipzensi, in Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 9,8)
1221 ad oca us de Lipz (Codex diploma icus Saxoniae I 3,289)
1221 in Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 9,8)
1222 in Lipck (Codex diploma icus Saxoniae II 9,8)
1222 de Lipzk (Codex diploma icus Saxoniae II 1,92)
1224 Eckeha dus p eposi us de Lipz (UB Me sebu g 185)
um 1225 Libzke, Lipzke (Eike on Repgau, Sachsenspiegel)
1229 ci i as Lipczk (Codex diploma icus Saxoniae I 3,148)
1231 in Lipz (Codex diploma icus Saxoniae II 10,3)
1232 Lipzic (Codex diploma icus Saxoniae II 9,10)
1236 Lipzk, Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 9,11)
1240 Lipizk (3x) (Codex diploma icus Saxoniae II 9,13)
1248 Lipzc (Codex diploma icus Saxoniae II 10,10)
S aipsniai / A icles 73
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
1252 in Lipzk (Codex diploma icus Saxoniae II 1,162)
1255 in Lipzk (Codex diploma icus Saxoniae II 8,4)
1259 ci i as Lipz (Codex diploma icus Saxoniae II 10,12)
1268 Lypzk (Codex diploma icus Saxoniae II 8,6 .)
Hie kann man abb echen. Die wei e e Übe lie e ung zeig nu hin und
wiede eine -b-Sch eibung. Diese Au lis ung en sp ich im Wesen lichen den
eben alls um assenden Sammlungen his o ische Belege bei Wal he (2009:
12‒14) und Eichle , Wal he (2010: 129 .).
Die neue Sich de Dinge is an angs o allem on E. Eichle und K. Hengs
e e en wo den. Im Folgenden bie e ich einen Ab iss übe den Ve lau de
Ko ek u en, die o allem on Leipzige Namen o sche n o genommen
wu den.
In einem Vo ag ha K. Hengs 2000 in Leipzig (Hinweis on Eichle 2001:
28, Anm. 26; auch nähe ausge üh bei Hengs 2010: 134) au die Bedeu ung
de -b-Sch eibungen hingewiesen und dazu spä e auch sch i lich ausge üh
(Hengs 2003: 165 .): „De heu ige Fo schungss and is ande s: Die ühen
u kundlichen Belege zu Leipzig deu en nach eingehende Übe p ü ung ielmeh
au eine u sp üngliche o slawische Fo m ü einen Gewässe namen zu eine
ide.-al eu op. Basis *leibh- […] hin […] Aus üh lich zu diese Wu zel gl.
Udolph 1990, 136–139.“ In diesem Zusammenhang weis K. Hengs au den
Bei ag on E. Eichle (2001: 28 .) hin, in dem diese au g und de ühen
-b-Fo men eben alls au einen o sla ischen Ansa z *Libьcь > Lib’c, gesp ochen
Lip’c, schließ . de „an eine indoge manisch-al eu opäische Wu zel *leb/*līb-
angeschlossen we den kann und die le z hin au idg. *le-/lē- ‘gießen, ließen,
öp eln’ weis .“ E. Eichle e weis ü den appella i ischen Bes and diese
Wu zel wie K. Hengs au Jü gen Udolph 1990: 136 .
Diese Au assungen sind dann auch 2001 in das His o ische O snamenbuch
on Sachsen (HONBS I 577 .) einge lossen: „Die äl es en Sch eibungen mi
*Lib- können au eine aeu . (idg.) Wu zel *le(b)- ‘gießen, ließen’ weisen und
somi au einem GewN *Le-b- be uhen, de zu *Lib- slawisie und mi slaw.
Su ixen wie -c- (-ьc- ode -ica) e wei e wu de. De ON wä e dann mi dem
slaw. Su ix ьsk- umgebilde und an slaw. *lipa ‘Linde’ angelehn wo den: aso.
*Lip´sk(o) zu *lipa ‘Linde’ + Su . -sk- – ‘Lindeno ’. Die äl es en Belege lassen
jedoch auch eine wei e e G und o m mi gleiche Bedeu ung zu, nämlich
aso. *Lip´c, äl e *Lipьcь. Du ch Diph hongie ung des i de S ammsilbe und
Ein ügen eines i zwischen die Zischlau e und das -k-Su ix en s and de heu ige
am liche Name.“ Diese Au assung ha sich dann wei hin du chgese z , sie wi d
aus üh lich beg ünde bei Wal he (2009: 14), wobei angenommen wi d, dass „de
Namenwandel on *Lib(i)z > *Lip´sk- e s im le z en D i el des 12. Jah hunde s,
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d.h. nach de S ad g ündung um 1165, einge e en sein [wi d].“ Die Au assung
inde sich auch in dem en sp echenden Lemma im Deu schen O snamenbuch
(2012: 359) und bei Eichle (2007: 82), die be onen: „Da Thie ma on
Me sebu g die slawischen Lau ungen seh so g äl ig wiede gib und die äl es en
Sch eibungen -b- au weisen, muß man mi eine al en Gewässe bezeichnung
*Lib- echnen, die auch sons in Eu opa ü Gewässe namen e b ei e is und
auch hie o liegen kann, wie auch Gewässe namen in diesem Raum wie Luppe,
Pa he, Pleiße usw. o enba ide. He kun sind.“
Einen Ab iss de Diskussion in Leipzig, an de o allem E. Eichle , K. Hengs
und H. Wal he be eilig wa en, gib Wal he 2009. Man ko igie e die
bishe ige E klä ung, die o allem au den -p-hal igen Namenbelegen basie e
und en wickel e au g und de -b-hal igen ühen Quellenbelege die oben schon
angesp ochene E ymologie, die zu eine Wu zel *leibh- üh e (Diese Ansa z
muss alle dings im Wu zelauslau , dazu s. wei e un en).
Eine aus üh liche Da legung de P oblema ik des Namens einschließlich
de neuen In e p e a ion und einigen wei e en neuen Gesich spunk en bie en
schließlich Wal he 2009 und Eichle , Wal he (2010: 129–133). Le z e e
e mu en hin e dem Ansa z Lib[i]z wenige einen Gewässe namen als ielmeh
eine ‘ lusswasse eiche, schlüp ige, lehmige Gegend’ und weisen au den
Wasse eich um des Gebie es bei Leipzig nachd ücklich hin. Wenige Sei en
wei e ha auch Hengs (2010: 135) au „die an Wasse läu en eiche Leipzige
Landscha “ hingewiesen.
2. EINE GEGENBEWEGUNG: KANN
MAN UNTER BEACHTUNG DER
-B-SCHREIBUNGEN NICHT DOCH
EINE SLAVISCHE ETYMOLOGIE
WAHRSCHEINLICH MACHEN?
Na ü lich kann man e suchen – und das ha man auch – den Namen
Leipzig un e Einbeziehung de al en Belege mi -b- wie Libzi, Libizi usw. aus
dem Sla ischen zu e klä en. Diese Möglichkei ha K. Hengs schon üh
disku ie und beme k (Hengs 2010: 135): „Es e heb sich also e neu die
F age, ob das Slawische übe haup eine Möglichkei bie e , die b-Fo men in
de F ühübe lie e ung des O snamens Leipzig zu e klä en.“ E disku ie
e liche sla ische Wu zeln, die un e Ums änden in F age kommen könn en,
olge abe schließlich (2010: 137): „De ON Leipzig s eh ü eine e mu e e
Ausgangs o m aso. *Lib-c- im aso. Sp ach aum absolu e einzel da.“
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De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
Die gleiche Meinung e a Wal e Wenzel (2017: 171): „Da sich im
Slawischen keine Wu zel *lib- nachweisen ließ, die ü den Namen in F age
käme, ekons uie e […] Ka lheinz Hengs einen ge manischen Namen *Lībja
‘O in eine lusswasse eichen Gegend’.“ Sla en übe nahmen nach W. Wenzel
den Namen, „wobei sie ihn in das slawische Namensys em in eg ie en und
mi dem Su ix u slaw. *-ьskъ e sahen. So en s and *Libьskъ, nach Aus all de
eduzie en Vokale *Libsk, da aus dann du ch Angleichung on b an s *Lipsk“
(ebd.).
Gegen diese und ähnliche Meinungen ha B. Koeni z (2016) in den
Namenkundlichen In o ma ionen ehemen Einsp uch eingeleg , was schon
im Ti el seines Bei ags deu lich wi d: „Leipzig – die He kun des Namens
is ein slawisch!“ Koeni z geh – den neue en Fo schungen olgend – on
den -b-hal igen Belegen aus und sieh in ihnen eine al so bische G und o m
*Libci/*Libce, gebilde als Plu al eines Einwohne namens au de G undlage on
*libc ‘ein mage e , schwache , mick ige Mensch’.
E e such diese E klä ung du ch eine Reihe ähnlich s uk u ie e und
seman isch e gleichba e schechische O snamen eine sei s und du ch
his o ische Belege ü die Wu zel *lib- in meh e en slawischen Sp achen
ande e sei s beg ünde . Da übe hinaus bezwei el Koeni z, dass spä e e Fo men
des Namens, die -zik-, -zk, -zig- usw. en hal en, u sp ünglich das Su ix -sk-
wide spiegeln. Es handele sich ehe um eine ühe al e na i e Diminu i o m
*Libcky, die den Cha ak e des Toponyms als Spi zname e wei e , wobei die
Fo men Lipsk, Lipsko des mode nen Polnischen, So bischen und Tschechischen
e mu lich das E gebnis de In e p e a ion (gesch iebene und gesp ochene )
ge manisie e Fo men aus dem 14. Jah hunde sind.
Im Einzelnen sp ächen 5 Punk e gegen die In e p e a ion mi einem
-b-hal igen Ansa z:
1. Das zweimalige Thie ma sche No a ion <Libzi> läss nich au die
Namens o m *Libc schließen.
2. Die Belege Libziki, Libizken bei Thie ma sehen s a k nach sla ischen
Plu al o men aus.
3. Die Möglichkei eine slawischen E ymologie wu de nu seh lüch ig
gep ü und o schnell zuguns en eines o slawischen, nu ekons uie en
(ge manischen) Wasse wo es e wo en.
4. O ensich lich wu de auch die Suche im sla ischen Sp achgu on
o nhe ein au den Aspek des po en iell namengebenden – o allem
des „ lusswasse eichen“ – Geländes eingesch änk .
5. Eine He lei ung on eine Pe sonenbezeichnung bzw. einem
Pe sonennamen wu de nich in Be ach gezogen.
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Koeni z’ eigene Vo schlag bes eh , wie schon angeme k , da in, den
O snamen mi eine (sla ischen) Pe sonenbezeichnung in Ve bindung zu
b ingen. Libzi sei als Libci zu e klä en und mi einem u sp ünglichen Nomina i
Plu al *Libci zu al so bisch *libc < *libьcь ‘mage e , schwächliche [o.ä.] Mensch’
o.ä. zu e binden. Einen Ve gleichsnamen s ell nach Koeni z de schechische
O sname Slabce < *Slabьcь/*Slabьce zu schech. slabec ‘Schwächling’ da .
K. Hengs ha wenig spä e zu diese Au assung S ellung bezogen und zunächs
be on , dass „in de slawischen Toponymie on Rügen bis zum Schwa zen Mee
sowie zwischen U al und No dos baye n […] kein e gleichba e geog aphische
Name mi eine Basis *lib- zu inden [sei]“, und es dahe wah scheinlich sei,
dass Sla en den Namen übe nommen und nich gescha en hä en (Hengs
2016: 462). Im wei e en Ve lau seines Bei ags disku ie e die F age, ob
sich ein sla ische geog aphische ode Siedlungsname mi eine his o ischen
T adie ung inden ließe, mi Hil e dessen sich ein Nachweis on slaw. *lib- im
oponymischen Be eich beleg we den könne. Die u slawische Wu zel *libъ-
mi de schille nden Bedeu ung ‘schwach, unansehnlich, mage , e a m’ sowie
mi un e schiedlichen Ve e ungen in den slawischen Einzelsp achen sei sei
und einem Jah hunde als E be aus u slawische Zei gu bekann . „Was abe
nach wie o ehle, is ein Toponym genau zu diesem *libъ. Kann die Fo schung
ein solches e uie en, e höh sich schlaga ig die Wah scheinlichkei , dass sich
auch die u sp üngliche slawische Namens o m unse es heu igen Namens
Leipzig dami e binden läss und dami u sp ünglich slawische Namengebung
o lieg “ (ebd.: 463). Abe o z diese Einsch änkung akzep ie K. Hengs im
Wesen lichen den Vo schlag on B. Koeni z und sieh da in „eine belas ba e
slawische Ausgangs o m ü den ON Leipzig“ (ebd.: 475).
Diese Au assung olg im Wesen lichen auch W. Wenzel (2016) in einem
ku zen Bei ag. E häl mi B. Koeni z die Annahme eines ge manischen und/
ode sla ischen Komposi ums *Libьcь ode *Libьsk(o) ‘O in einem Gebie
mi eichlich o handenem Flusswasse ’ ü agwü dig und akzep ie dessen
al so bischen Ansa z *Lib´cě ‘Siedlung de Schwächlinge, Kümme linge“ zu
einem u sla ischen Ansa z *libъ ‘schwach, mage , k änklich’ ode auch ‘Siedlung
eine Familie’ Lib´c´ mi *Libьcь als Pe sonenname. Diese In e p e a ion
we de wei e du ch die ussischen Nachnamen Liba, Libo ges ü z und un e
He anziehung de schechischen O snamen S udce, T ubce, Chylec usw. sei ein
Ansa z *Libcě ‘Siedlung de Schwächlinge’ als Spi zname ehe anzunehmen als
‘Siedlung de Libc´-Familie’.
Abe es e heb sich die F age: übe zeug eine sla ische E ymologie mi
einem Ansa z *Lib-?
Das is mi hohe Wah scheinlichkei deshalb aglich, weil Ve gleichsnamen
ehlen. Mi Rech ha Koeni z (2016: 441 da au e wiesen, dass die ühe
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De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
allgemein akzep ie e Ve bindung des Namens Leipzig mi sla isch lipa ‘Linde’
„du ch genügend ande e ON in de slawischen Umgebung ( schechische,
polnische, obe - und niede so bische, polabische, gl. Hey 1893: 250)“ ges ü z
wo den is . Man muss sich dann abe auch agen, ob das auch im Fall on
Leipzig (aus einem Ansa z mi -b-) de Fall is . Und dahe is auch meh ach on
ande e Sei e au das Fehlen on übe zeugenden sla ischen Ve gleichsnamen,
man e gleiche Hengs 2010: 137 und Wenzel 2017: 171, e wiesen wo den.
Diesem P oblem e such e B. Koeni z un e He anziehung on möglichen
Namenpa allelen zu begegnen.
Um zu eine schlüssigen An wo zu kommen, is es sinn oll, eine sei
ca. 2 Jah en im In e ne ei zugängliche Sammlung on geog aphischen Namen
einzusehen. Ich habe meh ach au diese Sammlung on ca. 450.000 Namen, die
zum g oßen Teil sla ischen U sp ungs sind, hingewiesen ( gl. z.B. Udolph 2021,
2022, 2022a, 2023). Sie is im In e ne au de Sei e h ps://adw- e wal ung.
uni-goe ingen.de/o snamen/images_ligh box.php ab u ba . Es emp iehl sich,
do nach sla ischen geog aphischen Namen zu suchen, die au einen Ansa z
Lib- hinweisen könn en und somi Anhal spunk e ü eine mögliche sla ische
E ymologie en hal en könn en. Die Ausbeu e is be äch lich. Hie eine
Au lis ung de meis en de do genann en Namen:
Lib, Libá/Liba a, Libče/Libči, Libec, Libeč, Liběč, Liběcho /Libín, Libeň,
Libcha a/Libcha y, Libice/Libici, Libko , Libno, Libouň, Liban, Libano o, Libanja,
Liba na/Li o no/Libu ni/Libu nia, Libawa, Libbehne/Libenow, Libbich, Libčice,
Libčany, Libě, Liběcho ka, Libeč, Libědice, Libehna, Libelicě, Libějice, Libelose,
Libelj, Libenica, Libenka, Libenize, Libenicza, Libe a, Libeř, Libe ec, Libe k, Liběšice,
Libeš, Libešo ice, Libe o a, Libě ice, Libhoš ´, Libiąż/Libiązka/Libiąz/Libienz,
Libice, Libić, Libice, Libič, Libichowa, Libingen, Libina, Libiszka, Libišany, Libiš,
Libi , Libi z, Libni z, Libniza, Liboń, Liboměřice, Libos á y, Libo a, Libouchec,
Libo iš e, Libo ia, Libow See/Libowe See, Libo á, *Libo l, Libow See, Libo je,
Libo iža, Libo iš e, Lib a, Lib ažd, Lib an owa, Lib ówka, Libřice, Lib i, Libucho a/
Libucho ka, Libusza/Libuszka, Libuše, Libušin.
Sowei die Au lis ung de in de genann en In e ne da ei e zeichne en Namen.
Die Fülle mach deu lich, dass die Annahme, de O sname Leipzig könne au
einen sla ischen Ansa z mi -b- zu ückge üh we den, bislang keineswegs mi
dem zu Ve ügung s ehenden O snamenma e ial gep ü wo den is . Die hie
meh ach genann e In e ne da ei muss he angezogen we den.
Eine P ü ung de zahl eichen Namen e gib nun abe , dass die Zahl
de jenigen, die in einem Zusammenhang mi dem angenommenen sla ischen
Ansa z ü Leipzig s ehen könn en, e heblich sch ump . Es is nich möglich,
hie eine komple e Analyse säm liche Namen o zulegen, abe es lassen sich
e schiedene G uppen he ausa bei en, die aus ganz un e schiedlichen G ünden
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in keinem Zusammenhang mi dem Ansa z *Lib´cě ‘Siedlung de Schwächlinge,
Kümme linge’ ode ‘Siedlung eine Familie’ Lib´c´ mi *Libьcь als Pe sonenname
geb ach we den können.
Bei de Au lis ung de Namen gebe ich keine genauen Quellenbelege an, sie
können säm lich in de In e ne da ei eingesehen und gep ü we den.
Die olgenden G uppen kann man e kennen:
1. Mi ande en Su ixen gebilde sind die olgenden Namen, so dass ein
Zusammenhang wenig wah scheinlich is :
Libano o, O sname in Makedonien (Vasme 1970: 206); Liebelose, Libelose,
Gewässe name in Ho s (Os pomme n), 1180, 1208 Ni lose, 1618 LeweloseFluss
(Bosse 1939).
2. Ande e He kun ode on Pe sonennamen abgelei e sind die olgenden
Namen:
Libbich, deu sche Name (Ganslewei 1982: 190 .); Libe ec/Reichenbe g,
Libe k (P o ous 1949: 582 .); Libocho á Dolní und Ho ni, O snamen in
Mäh en, 1350 illam Lubcho , 1366 Lybochau usw. (Hosák, Š ámek 1970: 527);
Libocho ice, Libucho á, Libucho ka, Libusza, Libuše, Libušin u.ä. sind e kennba
on Pe sonennamen abgelei e ; auch Liebieżka, Libiszka, Gewässe namen im
Gebie de Wa a/Wa he, sind aus Pe sonennamen abzulei en (Riege , Wolnicz-
Pawłowska 1975: 78); das gil auch ü Libišany, O sname bei Pa dubice
(Tschechien), 1436 Libšany (P o ous 1949: 591), Libí , O sname nö dl.
Böhm. Budweis, 1484 z Libě i, 1485 z Libie i usw. (ebd.), Lubiana, d . Libbehne,
1337 Llaben, 1352 Libene usw. (s. NMP VI 189 .), Lib ažd, O sname und
K eis in Albanien (Zaimo 1967: 179); Lib an owa, O sname in Südpolen,
1347 Pa ambam Elb andi, 1350 de Po amba, u sp ünglich Po ęba Elb anda ode
Hildeb anda (NMP VI 100 .), Lib ówka, O sname bei Nowy Sącz, Ablei ung
on eine m Pe sonennamen Libe (Pawłowski 1975: 52). De Flu name Liban´
in de Ka pa enuk aine is nach M. V. Bank (1971: 65) aus *Lebán´ja en wickel
wo den. Libějice, ein O sname in Böhmen, is im 13., 14. und 15. Jh. beleg
als Lubějo ici, Libějo ici und is nach An onín P o ous 1949: 580 aus *Libějo ice
abzulei en. Ande e He kun is auch Libouchec, O s- und Gewässe name
nö dlich Ús í nad Labem, 1169 Lupuhce (P o ous 1949: 600 .).
3. Häu ig sind in den heu e und ühe on Sla en besiede en Lände n O s-
und Gewässe namen, de en jünge e Fo men mi Lib- au En wicklungen
aus L(j)ub- zu ückgehen (auch schon angesp ochen on Hengs 2009:
26). Hie können genann we den:
Liběcho , auch Libín, Be g bei P acha ice, do auch Gewässe name
Liběcho ka, wah scheinlich mi dem O snamen Libín zu e binden. Diese
is nach P o ous 1949: 590 on einem Pe sonennamen Liba abzulei en, ü
S aipsniai / A icles 85
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
9. L’ba, ech e Neben luss de Obscha (→ Meža → Wes liche Düna/
D ina), poln. Lba, Łba (Wd G III 155). Eine Deu ung is mi nich bekann
gewo den.
10. Lìbė, Libe, Flussnamen in Li auen und Le land, gehen nach
Aleksand as Vanagas (1981: 188) wohl au *Lĭbia zu ück. E e mu e einen
Zusammenhang mi li auisch liba ‘S o e e , S ammle ’ und le . libis ‘Faulpelz,
Lügne , Schwä ze ’. De sel same Vo schlag mag au bes imm e Ge äusche des
Wasse s bezogen wo den sein. Ich hal e es ü sinn olle , den Namen zusammen
mi den hie au gelis e en Namen de wei e un en genann en Wo g uppe um
g iechisch λείβω ‘ äu eln, gießen, T ankop e ausgießen’ zuzuo dnen.
Wei e e schwunds u ige Bildungen, die bei - -Ablei ungen häu ig sind – abe
in Gewässe namen du chaus nich imme zu inden sind, wie Alle , Ode , Ede
u.a.m. zeigen – inden sich o allem im wes lichen Eu opa:
11. Lib a, Flussname bei Reims, (um 950) ex illa, que oca u Canoella (Anm.
de He ausgebe : Vielleich Cau el), secus Lib am i olum si a […] la gi e e luens,
p o eo quod an umdem ue i emp us, Lib a ocaci u (MGH SS( ) XXXVI 119,
449).
12. Lib e, Flussname im Gebie de Aude (südös l. on Toulouse) (Dauza ,
Deslandes, Ros aing 1978: 60).
13. Li e , Fluss in Scho land, neugälisch Libhi < goidelisch *Libe ā,
Flussname in Scho land (Fö s e 1941: 410 mi Hinweis da au , dass -e- als
Sp oss okal auch sekundä en s anden sein kann).
14. Eine mi einem „su ixe [...] p éla in“ e wei e e - -Bildung lieg nach
Jacques As o (1984: 23) in dem Gewässe namen Lib on, 972 Leb on is, in
Süd ank eich, o . Zu Ablei ungsg undlage heiß es bei Albe Dauza , Gas on
Deslandes, Cha les Ros aing (1978: 60): „Racine obscu e“.
15. J. As o (1984: 23) e weis in diesem Zusammenhang auch au Liou e,
zwei Flussnamen im Gebie de D ôme und Name eine G o e bei Cla ie s.
16. Mögliche weise is auch de in de Tabula Peu e ingiana übe lie e e
O sname *Lib i, ad Lib os (an de S aße Salona-A gen a ia), au einen
Flussnamen bezogen (Zugang: h ps://omnes iae.o g/#!i e _TPPlace2110_
TPPlace1707 [Zug i 16.1.2024]), hie anzuschließen.
17. Lly ni, Fluss in No dwales, o enba bei P olemäus e wähn als Λιβνίου
ποταμου έкβολαι (Holde 1904: 205; Fö s e 1941: 397), eine -n-Ablei ung
wie auch de eben alls bei P olemäus beleg O sname Λοιβάνα. Den Namen
behandel aus üh lich Eile Ekwall (1968: 251), de ihn eben alls mi dem
bei P olemäus e wähn en Flussnamen iden i izie und auch englische
Flussnamen a ian en wie Lyne, Le en u.a. einbezieh . Zu E ymologie heiß es
bei ihm: „The B i ish name may belong o he oo (s)leib- ‘ o d ip &c.’ ound
in La . lībo ‘ o pou ou ’, Gk. λίβω he same, o mo e likely o he o me ly
JÜRGEN UDOLPH
86 Ac a Linguis ica Li huanica XC
iden ical oo (s)leib- ‘ o glide, o be slippe y &c.’, ound in OI sliab ‘hill’, La
lībo ‘ o ouch ligh ly, o as e’ [u.a.m.].“ Au diese bishe unbeach e gebliebene
E ymologie komme ich nach Ende de Zusammens ellung de zu *leib-, *loib-,
*lĭb-, *līb- gehö enden Gewässe namen zu ück.
18. Eine Kü ze en häl wah scheinlich auch de bei Al ed Holde (1904:
205) e wähn e O sname Lei a in de Region La Rioja, al Libia43, am Un e lau
des Rio Ti ón (deshalb ielleich al e Teilabschni sname des Flusses).
19. Von besonde e Bedeu ung ü die mu maßliche E ymologie on
Leipzig is de Gewässe name Leppe, ein Fluss im Einzugsbe eich de Sieg im
Obe be gischen K eis, 1555 die Leppe, do auch O sname Leppe, 13. Jh. de
Leppe, 1373 an de Leppe, 1413 Leepp, den G eule (2014: 311) behandel ha
und da in – un e Bezug au Udolph (1990: 139–141) – eine -j-Ablei ung zu
ge manisch *lip- aus indoge manisch *leib- ‘gießen, ließen, nass’ sieh . Dabei
is wich ig, dass man die Spu de e s en ode ge manischen Lau e schiebung
(*-b- > -p-) o ausse zen muss. Wenn man nun – was sich abzeichne – auch
Leipzig hie anschließen möch e, so geh das nu un e de Annahme, dass im
Fall on Leipzig die angenommene Lau e schiebung nich einge e en is .
d) *-ī-:
E en uell da *-ī- e mu e we den in:
Ľubica is de Name eines ca. 20 km langen ech en Neben lusses des
Pop ad in de Zips/Spiš, 1269 l. Lubicha, eingedeu sch als Leibi z, Leibi zbach,
1294 Lubicha, Wenige Lewbicz, auch Libi za, Lybicha (Šmilaue 1932: 280 mi
de Annahme eine G und o m *Ľubica und einem Wandel on Ľu > Li).
Wiede muss man sich agen, wa um es einen Wandel on Lu > Li gegeben
haben soll, wo doch de umgekeh e Weg iel übe zeugende is ( on eine
dem Slo akischen unbekann en Basis Lib- > Ľub-). E neu is hie bei einem
Gewässe namen zu agen, ob nich die Ve bindung mi eine Wo g uppe, die
ü Hyd onyme bes ens geeigne is , die übe zeugende e Ve mu ung is .
Dami ende die Zusammens ellung on Gewässe namen (die z.T. auch –
iel ach nachgewiesen – in O snamen wei e leben können). Die Au zählung
diese und wei e e Namen (Udolph 1990: 140) wu de noch e gänz du ch
die Beme kung: „Nu am Rande e wähne ich - n-Bildungen wie Libu ni,
Völke bezeichnung und Name eines Lands iches an de Ad ia; den Lu ngau
in Kä n en, al Teu nia, ex oppido Tibu niae, Libu nia, in Libu nia usw.; Li o no,
al Liba na, Liba num, ON in de Toskana; Liba na, je z Se a alle, ON in
Ligu ien.“ Einige diese Namen dü en zu de hie behandel en Sippe gehö en,
was abe an diese S elle abe nich wei e disku ie we den soll. Wich ige is
e was ande es.
S aipsniai / A icles 87
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
Es is die F age, welche appella i ische Basis diesen doch ech zahl eichen
Gewässe namen zug unde lieg . Den ich igen Weg ha – auch on mi
bishe nich beach e – wohl schon Ekwall (1968: 252) bei de Behandlung
des b i ischen Gewässe namens Lyne eingeschlagen. E. Ekwall sch eib : „The
B i ish name may belong o he oo (s)leib- ‘ o d ip’ &c., ound in La . lībo ‘ o
pou ou ’, Gk. λείβω he same, o mo e likely o he o mally iden ical oo
(s)eib- ‘ o glide, o bei slippe y’ &c., ound in OI sliab ‘hill’, La . lībo ‘ o ouch
ligh ly, o as e’, OHG slī an &c. […].“
Da es um Gewässe namen geh , is es iel übe zeugende , eine schon
meh ach angesp ochene g iechische Wo sippe um *leib- he anzuziehen, au
die zwa gelegen lich (E. Eichle , K. Hengs u.a.) e wiesen wu de (zum Teil
auch e ehl : *leibh-), ohne abe das Ma e ial zu nennen. Es emp iehl sich, sie
hie noch einmal, gl. Udolph 1990: 139, zu nennen:
g iech. λείβω, Ao is λειψαι ( o wiegend poe isch sei de Ilias) ‘ äu eln,
gießen, T ankop e ausgießen’; Ablei ungen λειβνος · ó Λιóνυσος, λείβηθpον
(λίß-) ‘T au e; S elle, wo das Wasse äu el ’, λείβδην ‘ op enweise’; mi Ablau :
λοιβή ‘T ankop e , Spende’, λοιβείον ‘Ge äß zum Spenden’; mi Schwunds u e:
*λίψ, übe lie e nu Gen. λιβóς, Akk. λίßα ‘T ankop e , T op en’, λιβηpóς
‘ euch ’, λίψ, λιβóς ‘de T äu le ’ (Name des egenb ingenden ‘Südwes -/
Wes windes’); on λίψ: λιβάς, -άδος ‘E guß, Quells om usw.’, auch λιβάδιοί
‘ euch e Wiese’, λιβάζω, -ζομαι ‘(sich) e gießen’, λίβος ‘E guß, Quells om
usw.’21; dazu gehö wohl auch g iech. λιβpóς, A ibu zu λóς (‘ übe
Flüssigkei ’), zu ίýî u.a. (F isk 1970: 96–97).
H. F isk e wäg – siche lich mi Rech – eine Ve bindung zu la einisch lībō
‘gieße aus, spende, op e e, weihe’ < *loibāiō (wohl denominal), schwunds u ig
dēlibū us ‘mi eine ( e en) Feuch igkei bene z ode bes ichen’, auch übe agen
‘übe gossen, ie end’. Zu wei e en Anschlüssen und de en sp echenden
Li e a u gl. Udolph (1990: 139).
Von besonde e Bedeu ung is , dass die g iechische Sippe die d ei Ablau s u en
*leib-, *loib-, *lĭb- bie e , ganz en sp echend zu de oben du chge üh en
Au lis ung de Gewässe namen. Dass es sich um eine al e indoge manische
Wo g uppe handel , wi d auch dadu ch deu lich, dass die Wu zel als *leH- (H =
hypo he ische La yngal) mi de Bedeu ung ‘gießen’ auch im LIV angese z
wi d, wobei auch g iech. λείβω genann wi d.
Es kann kaum ein Zwei el bes ehen, dass die oben zusammenges ell en
Gewässe namen – s i ige Fälle gib es imme – hie ih e E ymologie inden.
Wenn man sich die geog aphische Ve b ei ung de oben zusammenges ell en
Namen genaue be ach e , so äll au , dass im bal ischen, sla ischen und einem
wes lich da an ang enzenden Gebie Bildungen des Typus *Lĭbā/Leiba a ode
*Lība a o he schen, - -Ablei ungen (mi de ypischen Schwunds u e in de
JÜRGEN UDOLPH
88 Ac a Linguis ica Li huanica XC
Wu zel) begegnen dagegen o allem im kel ischen Gebie (wo aus alle dings
nich unbeding zu schließen is , dass es sich um einzelsp achliche, kel ische
Bildungen handel ), wäh end die üb igen Ablei ungen (Leb on is, Λιβνíóυ
ποταμου, Λίβηθpα, Λίβηθpον, Λοιβανα usw.) zwa auch im u sp ünglich
kel ischen Be eich anzu e en sind (F ank eich, Spanien), abe auch in I alien
und Illy ien.
Wenn de no dpoln. Flussname Łeba/Leba au *Loibā zu ückgeh , so wi d
e diese Nameng uppe zuzuzählen sein. Bei Rück üh ung au einen Ansa z
*Lēba (de au G und de lau lichen En wicklung auch möglich wä e) bleib die
E ymologie des Namens ungelös . Fü die oben disku ie e Möglichkei , den
Flussnamen mi eine idg. Wu zel *leib- zu e binden, könn e m.E. auch noch
die Ta sache sp echen, dass ein Zusanmenhang polnische Gewässe namen
mi g iechischen Appella i en schon meh ach es ges ell we den konn e (Vgl.
Cyba a – τιφος, Bzu a – φpέαp, D ama – δpóμος und Udolph 1990: 336 .), so
dass eine wei e e Pa allele ( gl. o allem g iech. λοιβή) nich übe aschend
wä e.
Hinzu komm , dass es e liche g iechische Appella i a gib , die ih e Spu en
in eu opäischen Gewässe namen hin e lassen haben, ein besonde s schönes
Beispiel is die Sippe um g iechisch λιμήν ‘Ha en’, λιμνή ‘See, Teich’, λειμών
‘ euch e Wiese’, die in zahl eichen Namen wiede ge unden we den kann,
da un e auch im Lac Léman, deu sch Gen e See (s. Wol gang P. Schmid, Das
G iechische und die al eu opäische Hyd onymie. In: Schmid 1994: 167–174).
5. LEIPZIG – EIN VORSLAVISCHER NAME?
De Vo schlag, dass de O sname Leipzig au ein o sla isches Subs a
zu ückgehen dü e, is sei dem Zei punk , als man die -b-Sch eibungen bei
Thie ma on Me sebu g be ücksich ig e, imme wiede geäuße wo den. So
heiß es bei Eichle (2007: 82): „Da Thie ma on Me sebu g die slawischen
Lau ungen seh so g äl ig wiede gib und die äl es en Sch eibungen -b- au weisen,
muß man mi eine al en Gewässe bezeichnung *Lib- echnen, die auch sons
in Eu opa ü Gewässe namen e b ei e is und auch hie o liegen kann, wie
auch Gewässe namen in diesem Raum wie Luppe, Pa he, Pleiße usw. o enba
ide. He kun sind. De Name is dann an slaw. lipa ‘Linde’ angeglichen und als
Lipsk(o), Lipc ‘Lindeno ’ e s anden wo den.“
Die le z en Äuße ungen zum O snamen Leipzig s ammen on Ha ald
Bichlmeie (2013, 2015). In seinem Bei ag on 2013 geh e as ausschließlich
on einem Ansa z mi *-bh- aus, was angesich s de g iechischen Sippe, die e
une wähn läss , nich ziel üh end is . E bie e ans elle dessen sieben ande e
S aipsniai / A icles 89
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
indoge manische Wu zeln an, die zum Teil ein Elemen *-h2p- en hal en
sollen, was angesich s de Lage on Leipzig auße halb des u ge manischen
Siedlungsgebie s – dazu s. un en – unwah scheinlich is . In dem Bei ag on
2015 weis e einen Ansa z mi Hil e eine indoge manischen Wu zel *lēi-, *lī-
und einem labialen Elemen *-bh- (angeblich „ungeklä e He kun “) zu ück
und nimm s a dessen ein u indoge manisches su ixales Elemen *-bho-
an, das zu Bildung on Pa izipien dienen konn e. Des Wei e en üh ein
halbes Du zend Wu zeln an, die in F age kommen könn en und häl auch die
Einwi kung des Ve ne schen Gese zes ü möglich. Auch das se z o aus, dass
de Raum on Leipzig zum u ge manischen Siedlungsgebie gehö ha . Das
is sowohl au g und de Un e suchungen zu al ge manischen Siedlungsnamen
abzulehnen (Udolph 1994) wie auch deshalb, weil de Name Leipzig selbs nich
dem Wandel on indoge manisch *-b- > -p- un e zogen wo den is und auch
wei e e Namen (s. un en) u ge manische Lau en wicklungen e missen lassen.
All dieses läss sich umgehen, wenn man die oben zusammenges ell en
Gewässe namen einbezieh und die zu E läu e ung on Gewässe namen bes ens
geeigne e g iechische Wo sippe beach e , die auch im LIV (2001: 405 .) mi
Nennung on g iechisch λείβω un e einem Ansa z *leH- ‘gießen’ e wähn
wi d. Dahe komm man um einen Ansa z *leib-/*lib- nich o bei, was auch
du ch den oben e wähn en wes älischen Flussnamen Leppe, de o ensich lich
indoge manisch *-b- > -p- en häl , bes ä ig wi d.
Das üh zu de Konsequenz, dass de O sname Leipzig au einen
o ge manischen Ansa z *Libā ode ähnlich zu ückgeh . Die Ve schiebung zu
ge manisch *-p- un e blieb. Die Namenbildung alle dings konn e in Anlehnung
an eine ganze Reihe ähnliche Bildungen gu in das Ge manische übe üh
we den, ich e wähne hie Hee e, Weh e, Lesse, Ecke de, Hemmingen, Mei ze, und
e weise ü wei e e Ve gleichsnamen und E läu e ungen au NOB (III 425–
427) und Udolph (2004: 141–142).
Wie ich schon meh ach angedeu e habe, sp echen – abgesehen on de hie
disku ie en E ymologie des Namens Leipzig – wei e e Namen und auch wei e e
A gumen e da ü , dass de Raum on Leipzig nich zum u - ode al ge manischen
Siedlungsgebie gehö ha . Aus den Un e suchungen zu den ge manischen
Namen (Udolph 1994) is hie nu au die Ve b ei ung de Bildungen au -i hi-,
die Su ixbildungen mi - -, -s-, -s - und -s -, die S euung de -leben-, la -
und haugaz-Namen zu e weisen.
Diese Gedanke eine spä en Ge manisie ung des Leipzige Raumes, de
noch nie disku ie wo den is , wi nun ielleich auch neues Lich au einige
O s- und Gewässe namen, die bishe eine siche en Klä ung nich zuge üh
we den konn en. In alle Kü ze seien genann :
JÜRGEN UDOLPH
90 Ac a Linguis ica Li huanica XC
1. Luppe: De Name is wohl mi Eichle (1981: 49), Eichle , Wal he (2010:
121) und Udolph (1990: 152 .) als o ge manische Bildung *Lupā au zu assen
und zu de on Udolph zusammenges ell en Sippe um Łupawa, Łupia usw.,
hie zu auch die Lippe < Lupia, zu s ellen. Das -p- is un e schoben geblieben
(so auch Eichle , Wal he 2010: 121) ode abe man nimm an, dass ein du ch
die Lau e schiebung en s andenes F- im Sla ischen du ch P- e se z wu de.
2. Pa he: Eichle , Wal he (2010: 122) sch eiben: „1040 (Fälschung/
Kopie)/1285 Pa da lu ius, um 1165 Pa da, 1215 in medio Pa de usw. […] Die
konsequen e P-Sch eibung zwing zu Annahme desselben om U sp ung des
Namens he : eine ge manische Basis is deshalb unwah scheinlich, da das P-
sich zu F- en wickel haben müss e […].“
3. Pleiße mi Pleißengau (de sich u sp ünglich eben alls Plisna, Plisni nann e,
976 pagus Plisina). De Flussname: 1021, 1040, 1118, 1285 u.ö. Plisina, Plisna;
in jedem Fall is de Name zu eine mi u sp ünglich P- anlau enden Wu zel
zu s ellen. Da eine Deu ung aus sla isch pleso ‘See’ lau lich nich möglich
is , komm man an eine Ve bindung zu indoge manisch *Plesa zu *pel-/*pl-
‘ ließen, innen, gießen’ kaum o bei, was zu Folge ha , dass de Name nich
de ge manischen Lau e schiebung un e zogen wo den is (Udolph 1979: 386,
388; Eichle 1981: 51). „Die Ge manen haben den Namen o enba noch nich
gekann , da sie ihn sons zu *Fl- wei e en wickel hä en“ (Eichle , Wal he
2010: 123).
4. Aga: Von Bedeu ung is auch ein O s- und Flussname, de ca. 50 km
südlich on Leipzig lieg und o enba eben alls keine Spu de ge manischen
Lau e schiebung au weis : es geh um Aga, einen ca 15 km langen Neben luss
de Weißen Els e , dessen Namen auch die Ge ae O s eile G oßaga und Kleinaga
agen. Die his o ischen Belege sind an ande e S elle genann wo den2, hie
eine gekü z e Au lis ung: 1248 (Kopie) Hein icus de Ogawe, um 1250 Hein icus
de Ogawe, Hein icus de Ogau, 1251 Hen icus de Ogawe, 1262 Be oldus de O[gau],
1296 in Ogawe, 1273 Be holdus de Ogene , 1364 g ozen Agow, wenigen Agow,
1424 Agaw, G ossen Agow, 1432 in de Aga, 1501 G ossen Agow, 1501 G ossen
Agow, 1518 Agaw, (um 1530) zu G oß Agaw, 1542 zu g osen Ogau, 1550 klain
Agaw, 1553 G ossen Agaw (B omme 31), 1564 G oßen Aga, 1567 Aga majo
(K e schme ) usw.
Das is ein schwie ige Name, abe die Fo schung is sich ziemlich
siche , dass on dem Flussnamen auszugehen is . El iede Ulb ich (1957:
237) ha keinen Deu ungs o schlag, H. Wal he (2004: 31, 37) geh on
einem sla ischen Namen und eine G und o m *Oga a aus, gib abe keine
E ymologie. A. G eule (2014: 25) sieh eine al so bische G und o m *Oga a als
2 Zugang: h ps://www.p o -udolph.com/ge a-aga/ [Zug i 24.1.2024].
S aipsniai / A icles 91
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
eine Sla isie ung aus ge manisch *Agw(j)ō an, wo an -a(h)wa ge e en sei. Die
beiden Bes and eile wä en dann Au(e) und -aha ‘Wasse , Fluss’ gewesen. Das is
seh unwah scheinlich, denn diese Kombina ion is sons nich bekann . Zudem
wü de Au(e) im Sla ischen kaum als Ag- e scheinen.
Man muss einen ande en Weg gehen. Wi wissen, dass -a a im Sla ischen ein
ypisches Flussnamenbildungselemen gewesen is , gu e kennba in Namen wie
Wi awa, Ila a, Tyna a, Gliniawa, Dub a a, T na a. Dahe wu den o sla ische
Namen, wenn sie in sla ischen Mund kamen, nich sel en mi diesem Elemen
e wei e . Wi können das u.a. sehen an Opa a (d . T oppau), Mo a a ‘Mäh en’,
Pilawa in Schlesien u.a.
Wenn man dieses einbezieh , e gib sich olgende Namenab olge: G und o m
*Agā > sla isie Oga a ( emdes -a- wi d im Sla ischen as imme zu -o-) >
deu sch Aga.
Auszugehen wä e dann, so auch schon W. P. Schmid, on *Aga, womi de
Name zu eine G uppe al e , seh al e Flussnamen gehö , on denen man
nennen hie an üh en kann: Aga, Flussname in Le land; Ai e in F ank eich,
8. Jh. Agei a, 11. Jh. Agi a; Age in Ös e eich, 810 Agi a; die Ege , 805 Aga a;
Ege , N l. d. Wö ni z; Ais in Ös e eich, 853 Agas a, 985 Ages a u.a.m. G undlage
diese al en Namen is eine Wo g uppe um al ind. ája i ‘ eib ’, la ein. agō
‘ eibe, üh e’ (F emdwo agie en), al no d. aka ‘ ah en’, al ind. aji áh ‘ asch,
behende’.
Wie so o , sind Gewässe namen seh ein ach gebilde ; hie e wa zu e s ehen
als ‘( asch) eibend, sich bewegend’.
Aus den hie zusammenge agenen Äuße ungen lassen sich die olgenden
Konsequenzen ziehen:
1) Die Deu ung ü den ON. Leipzig muss, wie imme im Be eich disziplinie e
Namen o schung, on den äl es en Belegen ausgehen, die eindeu ig au *-b-
weisen, nich au *p-.
2) Eine Einwi kung de binnenhochdeu schen Konsonan enschwächung is
angesich s de s abilen En wicklung des O snamens (zunächs -b-, spä e –p-)
ausgeschlossen.
3) Eine E klä ung aus dem Sla ischen is seh unwah scheinlich, wie die
oben du chge üh e de aillie e Analyse gezeig ha . Spä e alle dings is de
Name on Sla en an sla isch lipa ‘Linde’ und an Bildungen mi -sk- wie Omsk,
Vi ebsk, Gdańsk angeglichen wo den. Im Deu schen wu de e de hochdeu schen
Diph hongie ung on *-ī- > -ei- un e zogen.
4) Die bes e Ve bindung eines al en Ansa zes *Libā bie en die g iechischen
Appella i a um λείβω ‘ äu eln, gießen’.
In diesem Zusammenhang is da au zu e weisen, dass Gewässe namen
im Allgemeinen mi sogenann en Wasse wö e n beleg wu den. Mag man
JÜRGEN UDOLPH
92 Ac a Linguis ica Li huanica XC
auch die Fo schungen on Hans K ahe k i isch be ach en, abe seine
Beobach ungen hinsich lich de appella i ischen G undlagen de al en und
äl e en Gewässe namen behal en nach wie o ih e Gül igkei . E sch ieb:
„Hinsich lich de Semasiologie und E ymologie geh die u sp ünglichs e und
zwei ellos äl es e Namenschich on sogenann en Wasse wö e n aus, das
heiß on Bezeichnungen ü ‚ ließendes Wasse ‘, ‚Quelle‘, ‚Bach‘, ‚Fluß‘, bzw.
‚ ließen‘ [...] mi zahllosen eine en und eins en Bedeu ungsscha ie ungen, wie
sie dem ühe en Menschen bei seine genauen Na u beobach ung in eichem
Maße zu Gebo e s anden […]“ (K ahe 1964: 34). Nich iel ande s u eil e
be ei s Robe Fe guson (1862: 5), wenn e be on e: „They we e indeed o
he mos pa simple appella i es, being mos commonly no hing han wo ds
signi ying wa e .“ Wie ich ig diese Beobach ungen sind, ha o 50 Jah en in
eine Sammlung on hyd og aphischen Te mini Ma ian Ju kowski (1971) ü
das Uk ainische bewiesen. Sein Buch e ein ca. 6.000 Appella i a, die mi
dem Wasse e bunden sind. Es is dahe alles ande e als übe zeugend, dass in
den Gewässe namen in le z e Zei Bedeu ungen wie ‘sich (zusammen ügen)’,
‘G und, Boden, B e e wand’, ‘(e )näh en’, ‘bed ängen, zuse zen’, ‘Weg, Reise’
u.a.m. e mu e we den. Hinzuweisen is auch au die Un e suchung on Dunja
B ozo ić-Ronče ić (1997) zu Appella i en in de k oa ischen Hyd onymie.
Es bleib noch die F age, welches Gewässe ode welches wasse eiche Gebie
in ode bei Leipzig mi diesem Namen beleg wo den is . Die F age is schwe
zu bean wo en. Das lieg an dem (ehemaligen) Gewässe namenne z, wo au
ich zum Abschluss noch ku z eingehen möch e.
6. GEWÄSSER IN UND UM LEIPZIG
Die F age is , wie die ühe Topog aphie de S ad bescha en wa . Dabei
muss man sich auch wei e hin au die A bei en on Geo g G ebens ein (dazu
s. un en) s ü zen (Koch 2008: 11). Nach Koch (2008: 10) en s and Leipzig im
Winkel de Els e -, Pleißen- und Pa heaue. De gewachsene Boden zeig sich
im S ad gebie als Sande übe Geschiebelehm. In de Aue nö dlich da on lieg
bis zu d ei Me e hohe Lehm. Wei e heiß es do bei Koch: „De Name de
S ad lei e sich e mu lich on dem slawischen Wo ü ‘Linde’ ab, e könn e
abe auch on ‘ ließen’ kommen“ (Koch 2008: 10 un e Bezug au Eichle ,
Wal he 2001: 577 .). Bei S . Koch heiß es dann wei e : „Es handel sich hie
um eine F age, die nich ohne Bedeu ung ü die Lage de ühen Ansiedlung
is , da die eine E klä ung ü eine Anhöhe übe de euch en Flussaue, die
ande e ehe ü eine Niede ung an de Pa he sp äche.“
S aipsniai / A icles 93
De Name Leipzig und die Ge manische Lau e schiebung
Den Ve lau de Gewässe im Mi elal e ekons uie e G. G ebens ein
(1953, 1981 sowie 1995), au dessen A bei en sich die S ad geschich s o sche
egelmäßig ges ü z haben und wei e hin s ü zen. Die on Os en kommende
Pa he e lie an änglich am heu igen T öndlin ing und münde e no dwes lich
de Innens ad in die Els e , wobei de Fluss eine sump ige Aue en s ehen ließ.
Die Pa heniede ung eich e om heu igen B ühl as 500 m nach No den
as bis zu heu igen U e s aße. Es wi d angenommen, dass die Pa he be ei s
spä es ens im 12. Jah hunde e leg und wei e nö dlich ge üh wo den is , so
dass ein an die S ad anschließendes A eal gewonnen we den konn e, au dem
die „Hallische Vo s ad “ en lang de Ge be s aße angeleg wu de.
Zu den na ü lichen Fließgewässe n des Leipzige Binnendel as gehö en ode
gehö en un e ande em im Süden die Paußni z, die Rödel, und das Cobu ge
Wasse und in de No dwes aue das Hundewasse und die ielen e zweig en
Luppeläu e, wie z.B. die Südliche und Nö dliche Al e Luppe, Ro e Luppe,
Heuweg-Luppe, Schlohbachs-Luppe, Namenlose Luppe. Auße dem münde en
die Gösel und die Pa he als g öße e Bachauen in al en Muldeu s om äle n
sowie die Nö dliche und die Ös liche Rie zschke und de Zschampe als kleine
Bäche in das Leipzige Binnendel a. Die noch un egulie en Flüsse wa en
gep äg on zahllosen Nebena men, Al wasse n und Rinnsalen, die ineinande
münde en, sich dann wiede eil en, nach Hochwasse n häu ig ih en Ve lau
ände en und so ein um ang eiches Fließgewässe ne z bilde en. Relik e da on
sind zum Beispiel die Ba schke, die Paußni z, die Kleine Luppe, die Al e
Luppe ode das Hundewasse . Insgesam du ch ließen das S ad gebie Leipzigs
Flüsse, Bäche und G äben mi eine Gesam länge on und 176,4 km.
Es is unmöglich zu bes immen, welches Gewässe e en uell u sp ünglich als
*Libā ode ähnlich benann wo den is . Die g öß e Wah scheinlichkei haben
nach meine Ansich Übe legungen, wie sie on Eichle , Wal he (2010: 129–
133) anges ell wu den: demnach dü e sich die u sp üngliche Benennung
nich au einen (einzelnen) Gewässe namen bezogen haben, sonde n au die
an Wasse läu en eiche Landscha . Dem en sp ich de Bei ag on Hengs
(2009), den den Namen Leipzig als Hinweis au Gegend mi Wasse eich um
hema isie ha ; gl. auch Hengs (2010: 135). De Name wu de dann au die
en s ehende Siedlung, die sich zu Leipzig en wickel e, übe agen.
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