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Benennung und Umbenennung von Fließgewässern. Der Fall Schwappach. Ein Nachtrag zum Deutschen Gewässernamenbuch

Albrecht Greule

Abstract

Wann und von wem warum die Fließgewässer so benannt wurden, wie sie jetzt heißen, können wir heute nicht oder nur mit Hilfe etymologischer Hypothesen nachvollziehen und vermuten. Warum wurde z.B. der Rhein zum ersten Mal *Reinos oder die Donau *Dānewjos genannt? Das Problem hängt mit dem hohen Alter der Hydronyme zusammen und hängt davon ab, wie lang bzw. bedeutend ein Fließgewässer ist. Anders ist die Lage, wenn es um die Umbenennung eines Gewässers geht. Wie der im Beitrag beschriebene Fall zeigt, können wir dann genau verfolgen, welche Mitspieler in der Neuzeit an einer Um- oder Neubenennung fördernd oder hinderlich beteiligt sind. Es ist symptomatisch, dass beim Beispielfall aus Bayern der Schwappach benannte Flusslauf relativ kurz, aber ein Zufluss eines großen Flusses, des Mains, ist. Darüber hinaus ist interessant und bezeichnend, dass das Engagement zweier Heimatforscher notwendig war, um eine Umbenennung in Gang zu bringen. Mit ihren Initiativen verbunden sind Fragen der Geographie, Siedlungsgeschichte und Namenüberlieferung. Ferner spielt dabei die Namenetymologie des Hydronyms Schwappach eine wichtige Rolle und wird neu diskutiert.

Full text

Ac a Linguis ica Li huanica 2025, ol. 92, pp. 1–10 Con en s link / Tu inio nuo oda ISSN 2669-218X (online / elek oninis) Copy igh © 2025 Alb ech G eule. Published by he Ins i u e o he Li huanian Language. This is an Open Access a icle dis ibu ed unde he e ms o he C ea i e Commons A ibu ion Licence, which pe mi s un es ic ed use, dis ibu ion, and ep oduc ion in any medium, p o ided he o iginal au ho and sou ce a e c edi ed. // Išleido Lie u ių kalbos ins i u as. Šis s aipsnis y a a i os p ieigos, pla inamas pagal „C ea i e Commons“ p isky imo licencijos sąlygas, leidžiančias ne ibo ai naudo i, pla in i i a ku i u inį be kokioje laikmenoje, nu odan au o ių i šal inį. Recei ed: / Gau a: 2025-01-12. Accep ed: / P iim a: 2025-03-12. 1 BENENNUNG UND UMBENENNUNG VON FLIEßGEWÄSSERN. DER FALL SCHWAPPACH . EIN NACHTRAG ZUM DEUTSCHEN GEWÄSSERNAMENBUCH . Upė a džių į a dijimas i pe a dijimas. Duomenų apie Schwappach papildymas Vokie ijos anden a džių žodyne ALBRECHT GREULE Uni e si ä Regensbu g E-mail: [email p o ec ed] ORCID ID: – Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Tex g amma ik, Theolinguis ik und geis liches Lied, Onomas ik, his o ische Syn ax. h ps://doi.o g/10.35321/all92-04 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ ANNOTATION Wann und on wem wa um die Fließgewässe so benann wu den, wie sie je z heißen, können wi heu e nich ode nu mi Hil e e ymologische Hypo hesen nach ollziehen und e mu en. Wa um wu de z.B. de Rhein zum e s en Mal *Reinos ode die Donau *Dānewjos genann ? Das P oblem häng mi dem hohen Al e de Hyd onyme zusammen und häng da on ab, wie lang bzw. bedeu end ein Fließgewässe is . Ande s is die Lage, wenn es um die Umbenennung eines Gewässe s geh . Wie de im Bei ag besch iebene Fall zeig , können wi dann genau e olgen, welche Mi spiele in de Neuzei an eine Um- ode Neubenennung ö de nd ode hinde lich be eilig sind. Es is symp oma isch, dass beim Beispiel all aus Baye n de Schwappach benann e Flusslau ela i ku z, abe ein Zu luss eines g oßen Flusses, des Mains, is . Da übe hinaus is in e essan und bezeichnend, dass das Engagemen zweie Heima o sche no wendig wa , um eine Umbenennung in Gang zu b ingen. Mi ih en Ini ia i en e bunden sind F agen de Geog aphie, Siedlungsgeschich e und Namenübe - lie e ung. Fe ne spiel dabei die Namene ymologie des Hyd onyms Schwappach eine wich ige Rolle und wi d neu disku ie . SCHLÜSSELWÖRTER: Flussname, Um-/Neubenennung, Siedlungsgeschich e, Namene ymologie, Phan om- Name. 2 ABSTRACT The o igins o hyd onyms when, by whom, and why he lowing wa e s we e i s named as hey a e oday o en emain beyond ou ull unde s anding. We can only specula e, elying on e ymological hypo heses. Fo ins ance, why was he Rhine called *Reinos , o he Danube *Dānewjos ? Such ques ions a e deeply ied o he an iqui y o hese names and he signi icance o size o he wa e ways hey deno e. The si ua ion, howe e , changes when i comes o enaming a body o wa e . As he case examined in his a icle demons a es, we can p ecisely ace he indi iduals and ac o s in ol ed in a mode n enaming o he obs acles p e en ing i . A elling example om Ba a ia illus a es his dynamic: Schwappach, hough a ela i ely sho ibu a y o he Main, became he ocus o a enaming e o . No ably, i ook he dedica ed in ol emen o wo local his o ians o ini ia e he p ocess. Thei e o s highligh b oade issues ela ed o geogeog aphy, se lemen his o y, and name ansmission. Addi ionally, he e ymology o he hyd onym Schwappach plays a c ucial ole and is eexamined in ligh o hese de elopmen s. KEYWORDS: i e name, enaming, se lemen his o y, name e ymology, phan om name. 1. DER GEWÄSSERNAME DIE SCHWAPPACH Einen Gewässe namen Schwappach wi d man im Deu schen Gewässe namenbuch (DGNB) e geblich suchen. Auch de Siedlungsname Schwappach is e s eck un e den Namen-Komposi a Un e -Schwappach und Obe -Schwappach . Die beiden Ki cho e sind Teile de Gemeinde Kne zgau im Landk eis Haßbe ge in Un e anken (Baye n). Sie liegen beide am S eins elde Mühlbach. Dessen Quellbäche, Löh enbach und Eschenaue Mühlbach, en sp ingen im Na u pa k S eige wald. De S eins elde Mühlbach is mi sam dem Löh en- bach übe 10 km lang und münde wes lich on Won u (Landk eis Haßbe ge, Un e anken, Baye n) on links in den Seebach, de in den Main münde . Im Un e lau wi d e auch Schwappach genann 1 . Die Disk epanz zwischen dem Namen Schwappach als Siedlungsname am Obe lau des S eins elde Mühlbachs und sein Au auchen als Namen a ian e im Un e lau läss e ah ene Gewässe namen o sche da au schließen, dass u sp ünglich de ganze Fluss, mindes ens ab de Ve einigung de Quellbäche bis zu Mündung, Schwappach hieß und die Benennung om Un e lau he e olg e. In de on Hans K ahe beg ünde en und on Wol gang P. Schmid he ausgegebenen Reihe Hyd onymia Ge maniae , eine Sammlung nahezu alle deu schen Gewässe namen mi ih en his o ischen Belegen, inde man die O snamen Obe -, Un e schwappach un e dem S ichwo Schwappache See, de gemäß Mess ischbla (Topog aphische Ka e 1:25000, o.J., N . 5934) ech s zum Höcke seeg aben (z. P a bach z. Main) ließ . His o ische Belege sind nich e zeichne 2 . Die Lokalisie ung is nach heu igem Wissenss and alsch. Deshalb ehl ein S ichwo Schwappach im DGNB. Die in Un e schwappach au gewachsenen B üde He ibe Muse und E ns Muse haben sich als Heima kundle au un e schiedliche Weise, de eine als His o ike , de ande e als Ju is , zum Ziel gese z , die al e einhei liche Benennung des S eins elde Mühlbachs, 1 Schwappach-Wikipedia . Vgl. die bebilde e Besch eibung des Flusslau s du ch Muse 2024a und 2024b und abweichende Benennungen des Fließgewässe s in Kap. 2. 2 Spe be 1970: 211. 3 nämlich Schwappach, wie e im Volksmund und in de Heima li e a u genann wi d, wiede - he zus ellen. Welche behö dlichen Hü den mi welchem E olg dabei zu übe winden wa en, wi d im Kapi el 2 „Umbenennungs e such“ ausge üh . 2. UMBENENNUNGSVERSUCH Die om Baye ischen Landes e messungsam 1980 he ausgegebenen Topog a- phischen Ka en (L 6128) weisen das im S eige wald en sp ingende und in Ho hausen (Gemeinde The es, Landk eis Haßbe ge) in den Main mündende Fließgewässe noch mi dem Namen Schwappach aus. In am lichen, 2020 e ö en lich en Ka en is dasselbe Gewässe jedoch S eins elde Mühlbach benann . Inne halb on 40 Jah en wu de de am liche Name geände , ohne dass dies die Gemeinde e wal ung on Kne zgau und die Bewohne on Obe - und Un e schwappach beme k hä en ode in o mie wo den wä en. En gegen de allgemeinen Ve mu ung, dass es den O sbewohne n und -bewohne in- nen egal is , wie das Gewässe , an dem sie wohnen, o iziell und in den Ka en heiß , haben es sich die Heima o sche E ns und He ibe Muse zu Au gabe gemach , den Zusammen- hang zwischen dem Namen des Fließgewässe s Schwappach und den Siedlungsnamen (Obe -, Un e -)Schwappach ka og aphisch sich ba zu machen und o iziell wiede he zus ellen. He ibe Muse lo e e in einem Au sa z die his o ische Tie e des Namens Schwappach du ch e ymologische Un e suchungen aus (s.u. Kap. 3), E ns Muse woll e als Ju is nich s ill- schweigend hinnehmen, dass das besag e Gewässe „ohne e kennba en ech e igenden G und schon sei ge aume Zei den am lichen Namen ‚S eins elde Mühlbach‘ üh und auch in Zukun wei e hin üh en soll e. S and doch o allem de bed ückende Gedanke im Raum, dass den beiden Schwappach-Dö e n du ch die Namensände ung die ‚Pa enscha ‘ ü den Namen ih es O es en zogen wo den is . Es wa nich auszuschließen, dass die in de Geschich s o schung allgemein ane kann e These, wonach an Gewässe n en s andene Sied- lungen in alle Regel den äl e en Gewässe namen als O snamen übe nommen haben, un- beach e geblieben is . Hinzu komm , dass den O sbewohne n keine Gelegenhei gebo en wo den is , ih e Meinung zu äuße n. Ih e In e essens- und Ge ühlswel konn e dadu ch e - heblich e le z wo den sein.“ 3 Mi de o iziellen Bi e um Übe p ü ung de hyd onymischen Angelegenhei und mi de „An egung“, dem Gewässe den u sp ünglichen Namen Schwappach zu ückzugeben, se z e E ns Muse am 9.6.2023 einen am lichen B ie wechsel in Gang, de mi de „Bekann machung übe die Teilumbenennung des Gewässe s S eins elde Mühlbach in Schwappach am 29.7.2024 ende e. In ol ie wa en zu o das „Landesam ü Digi alisie ung, B ei band und Ve messung“, das Wasse wi scha sam Bad Kissingen, die be eilig en Ge- meinden sowie das Baye ische S aa sminis e ium ü Umwel und Ve b auche schu z. Nach meh e en Bescheiden, die eine Umbenennung im Sinn des Bi s elle s ablehn en, e olg e übe aschend am 29.2.2024 die Mi eilung des Wasse wi scha sam es Bad Kissingen, dass 3 Muse 2024: 1 . 4 eine Teilumbenennung inzwischen beschlossen sei und nu noch ollzogen we den müsse 4 . Was zu dem Sinneswandel de Behö den üh e, is nich bekann . Die abschließende Behand- lung du ch das Land a sam Haßbe ge und die Übe p ü ung du ch die Rech sab eilung üh en zu de im Am sbla des Landk eises e ö en lich en Bekann machung olgenden Inhal s: „De Teilabschni des Gewässe s ‚S eins elde Mühlbach‘ wi d ab dem Zusammen- luss des ‚Löh enbachs‘ mi dem ‚Eschenaue Mühlbach‘ o Obe schwappach (Gemeinde Kne zgau) bis zu Einmündung des ‚Zabelbach‘ bei de Hohenmühle (Gemeinde Kne zgau) in ‚Schwappach‘ umbenann .“ Die Bemühungen de Heima o sche , den au g und his o ische E kenn nisse e mu- e en u sp ünglichen Gesam namen Schwappach o iziell und am lich wiede he s ellen zu lassen, üh en nu zu dem Teile olg, dass das Hyd onym Schwappach zum Namen des Abschni s des S eins elde Mühlbachs e klä wu de, de du ch Obe - und Un e schwappach ließ . De Name S eins elde Mühlbach bleib als Abschni sname ü den Un e lau bes e- hen. – Zu den Konsequenzen de am lichen Teilumbenennung ü die Namen-Lexikog aphie s. Kap. 5. 3. NAMENGESCHICHTE / ETYMOLOGIE Die gewünsch e, nu eilweise e olg eiche Umbenennung des S eins elde Mühlbachs wu de wissenscha lich wesen lich be ö de du ch die Fo schungen on He ibe Muse zu E ymologie und zum Al e des Namens Schwappach , publizie 2024 in De S eige wald. Zei sch i eine änkischen Landscha 5 . Den Ans oß gab die Auseinande se zung mi de im Heima buch ü das Tal de Schwappach 6 o ge agenen E ymologie, die au de e mu - lich äl es en u kundlichen Nennung des Namens Schwappach be uh . Sie lau e Suabaha , inde sich im Codex Ebe ha di, einem im 12.Jh. e ass en Ka ula des Klos e s Fulda, und wi d da ie au „ums Jah 800“ (Genaue es zu Suabaha, s. Kap. 4). Die gesiche en Nennungen des Namens beziehen sich au die Schwappach-O e: 1285 (?) Swapach , 1303 Swopach ; in de Munda lau e de Name Schwabbi 7 . Die jünge en his o ischen Belege sind gu aus de äl es en Fo m Suabaha (lies Swab-aha) ablei ba , wobei de Wandel in de Sch eibung on / -b-/ in Suabaha zu /-p-/ in den spä e en Belegen als Re lex au den bai ischen Sch eibusus <p> s a <b> zu ückge üh we den kann. Auch das zwei e Glied des Komposi ums Suab-aha , das im Al hochdeu schen „ ließendes Gewässe “ bedeu e e, e schein egelmäßig in süddeu schen Gewässe namen abgeschwäch als -ach (als selbs ändi- ges Appella i Ach , Ache u.ä.). 4 Muse 2024: 4. 5 Muse 2024a; 2024b. 6 Waile sbache 1986: 12–19. 7 Belege nach Muse 2024a: 4; Muse 2024b: 8. Die beiden Schwappach-O e we den im Codex Ebe ha d I, 177 a, als „Eshinowe ubi es cu ia sicu Hamelenbu g. In quam cu iam pe inen , Swapach, Swapach“ lokalisie ; Obe schwappach als „si a iux a ecclesiam Gangol i“. 5 Muse s A gumen a ion ich e sich nich gegen die lau liche En wicklung des Namens, sonde n gegen die Deu ung als „Schwaben-bach“. Genauso wie Wol -A min . Rei zens ein mi Bezug au die S ad Schwabach in Mi el anken an de Mündung des Flusses Schwabach in den Main (in Annalen des 12.Jh. Suabach genann ) das Bes immungswo Suab- ( ach ) au die Alemannen 8 bezieh 9 , wi d auch im Heima buch ü das Tal de Schwappach e klä , dass de Name Schwappach (< Suabaha ) au die Anwesenhei on „Mainsueben“ an de Wende om 2. / 1. Jh. . Ch . zu ückzu üh en sei 10 . Um 60 . Ch . d angen die Sueben und ande e Ge manen in das Gebie zwischen Main und Alpen ein, nach Ausweis de a chäologischen Quellen gab es am Main und nö dlich da on du chaus es e Siedlungen. Diese soge- nann en „Mainsueben“, wu den 10/9 . Ch . on D usus un e wo en 11 . Dass abe Sueben wi klich am Main und am Rande des S eige walds daue ha gesiedel haben, müss e du ch a chäologische Funde nachgewiesen we den. Auch dass sich ih Name in einem Hyd onym es gese z haben und bis ins Mi elal e übe lie e wo den sein könn e, is aglich 12 . De unsiche en E ymologie des Namens Schwappach als „Schwaben-bach“ se z He ibe Muse eine Al e na i e en gegen, die au de „geog aphisch-hyd ologischen Un e - suchung des Gewässe s, seines U sp ungs und Ve lau es in de ihn p ägenden und auch on ihm gep äg en Landscha “ be uh 13 . Es äll au , dass de Wasse s and de Schwappach on den klima ischen Gegebenhei en im U sp ungsgebie , dem S eige wald, abhäng , dessen Höhen die egen eichen, on Wes en kommenden Wolken ab angen, und es bei länge an- daue nden Niede schlägen zu en sp echenden Wasse massen komm , die im nu wenig ab- allenden Feld- und Wiesengelände zu e heblichen Übe schwemmungen und Übe lu ungen on am U e liegenden Anwesen üh en. In Un e schwappach und im bachabwä s gelegenen S eins eld siedel en Baue n nahe am Wasse lau und li en un e den Übe schwemmungen. „Die Neigung des Baches zum Übe lau en is auch in jüngs e Zei noch es s ellba .“ 14 No male weise wi d bei eine Namene ymologie das passende Benennungsmo i zu einem gegebenen Namen gesuch . Im o liegenden Fall is es umgekeh : Man ha ü das Re e enzobjek , die Schwappach, ein plausibles Benennungsmo i , such abe nach einem dazu passenden Appella i . Das Appella i , das den aus dem S eige wald kommenden, im Un e lau zu Übe lu ungen, die zu Ve sump ung üh en, neigenden Fluss am bes en cha ak e isie e, wa das deu sche Wo schwappen . Das DWB, Bd. 15 (DWB XV), Sp. 2281, gib als Bedeu ung on schwappen olgende Besch eibung: „eigen lich on lüssigkei en, 8 Se z die sachliche Gleichse zung on (al hochdeu sch) Suāba ‘die Schwaben’ mi den Alemannen o aus und dass die „Mainsueben“ sich Suāba nann en bzw. genann wu den. 9 Rei zens ein 2009: 203. 10 Waile sbache 1986: 18 . 11 Sueben: Wikipedia . 12 Zum Al e de mi Schwab- benann en Gewässe , gl. auch Fas nach 2002: 13–18. 13 Muse 2024b: 4–7. 14 Muse 2024b: 6. 6 plä sche nd, kla schend anschlagen, übe lieszen (daneben schwippen, schwuppen), übe - lieszen machen, übe gieszen, übe schü en; on un es en, schwammigen, weichen, e en massen, schlo e n, schwanken u. ähnl.“ und üh als äl es en Beleg an: Joh. Ba h, weibe spiegel, 1565: „mi dem wasse e c. im agen schwappen“. Mi diesem e ymologischen Hin e g und gesell sich die Schwappach zu eine G uppe on Fließgewässe n im Einzugsbe eich des Mains und des Necka s, wie z.B. Schwabbach und Schwabach 15 , ü die ähnliche geologisch-hyd og aphische Bedingungen gegol en haben dü en wie die ü die Schwappach oben besch iebenen. Die his o ischen Belege ü alle Namen e geben in summa olgendes Bild: 8. Jh. Suabaha , 9.Jh. Suabah , 11.Jh. Suapaha , S aba , 12.Jh. Suaba , 13.Jh. Swapah , Swapach , 14.Jh. Swabach , 15.Jh. Swapach , Schwabach . Die in den Sch eibungen es s ellba en Ve ände ungen des Namens im Ve lau de Geschich e sind alle du ch bekann e Lau wandlungen e klä ba . Als Ausgangs o m ü alle Namen kann ahd. *Swab-aha , mi Lau e schiebung *Swap-aha gel en. De e s e Bes and eil des Flussnamens *Swab-aha kann e ymologisch mi dem Ve b- s amm on nhd. schwabb-en , (mi Lau e schiebung) schwapp-en (s.o.) in Ve bindung ge- b ach we den – mi dem Un e schied, dass de Ve bs amm gegenübe dem Nominals amm *swab- im Auslau e doppel is , was eine In ensi ie ung de Bezeichnung des (i e a i en) Vo gangs des Übe ließens bezweck e und onoma opoe isch beding is ( gl. die In e jek ion schwapp! ). Die wei e e E ymologie on ge manisch *swab- is unkla ; es dü e sich um eine wes ge manische lau symbolische Wo schöp ung handeln. Seman isch und mo phologisch nahe s eh das englische Wo swamp ‚un e Wasse se zen, übe schwemmen; Sump ‘ 16 , wenn man neben ge m. *swab- eine Auslau a ian e ge m. *swap- annimm , die um ein Nasalin ix (-m-) e wei e wu de 17 . 4. SUABAHA (KNETZGAU) – EIN PHANTOM-NAME? Bezieh sich de Beleg Suabaha aus dem Codex Ebe ha di wi klich au den ON. Schwappach (Gemeinde Kne zgau)? Ein Blick in das Digi alisa de Handsch i des Codex Ebe ha di I, 152 b (Digi alisa N . 304) zeig , dass Suabaha (ohne T ennungspunk ) o Suabheim im Komplex on O en, da un e Bie gila (=Ma k be gel, Mi el anken) und V ba eshei ( m ) (=U e sheim, Mi el anken) „in pago Rangewe“ (= Rangau, Mi el anken), die „die comi issa Reginsuin “ dem Klos e Fulda schenk e, gesch ieben s eh . Bei dem Tex handel es sich um einen kopie en Auszug aus eine T adi ionsu kunde, die au das 9.Jh. da ie wi d und in de Edi ion des Codex Ebe ha di die Numme 93 äg 18 . 15 Vgl. DGNB 484; DONB 573. 16 Das DWB XV, Sp. 2198, se z un e dem S ichwo Schwamm (ahd. swamp ) englisch swamp , mi deu sch schwappen in Beziehung. Die u sp üngliche Bedeu ung on Schwamm wa nach dem DWB ‘die nachgiebige schwankende Masse’. 17 Vgl. IEW I 1052. 18 Meye zu E mgassen 1995: 259. 7 Es e heb sich die F age, ob es sich bei dem Syn agma Suabaha Suabheim um zwei O e handel ode nu um einen. De Beleg 9.Jh. Suabheim wi d in Wikipedia–Schwebheim (Bu gbe nheim) zu ech au das heu ige Schwebheim (S ad Bu gbe nheim, Landk eis Neus ad an de Aisch-Bad Windsheim, Mi el anken) bezogen – und nich wie bei Rei zens ein (2009: 205) au Schwebheim (Landk eis Schwein u , Un e anken). Bei Schwebheim (Mi el anken) en sp ing die isch eiche Aisch. Es is denkba , dass in den Vo lage-Dokumen en zum Codex Ebe ha di < suabah heim> als Name eine Siedlung, das heu ige Swebheim (Mi el anken), gesch ieben s and und de Kopis e sehen lich ode ab- sich lich da aus zwei Namen mach e: Suabaha und Suabheim . <suabah> hal e ich nich ü einen Fließgewässe namen, sonde n ü einen Gebie snamen, de sich au das Quellgebie de Aisch e wa einein ie el Kilome e südlich de O smi e on Schwebheim bezieh . Die Aus- gangs o m des Gebie snamens (ahd.) *Suab-ahi n., spä e *Swebech , *Swebich , is on ge m. *swab- (s. Kap. 3) mi dem Kollek i -Su ix ahd. -ahi abgelei e 19 . Sobald *Suabah mi dem G undwo - heim komponie wu de, wu de *Suabah(i)heim haplologisch gekü z zu Suabheim , spä e ebenso *Suebichheim zu Swebheim usw., munda lich šwębɒ. Zum Ve gleich kann de ON. Schwebda (Gemeinde Meinha d im no dhes- sischen We a-Meißne -K eis), am Os hang des Meinha d an de We a gelegen, he ange- zogen we den: 9.Jh . Suebada (U kunde de Reichsab ei Fulda), 1243 Sueuede , 1269 in Swebede , u sp ünglich S ellenbezeichnung *Swab-idi , on ge m. *swab- (s.o.) mi dem Kollek i su ix as. -i hi n. abgelei e 20 . Dami haben wi ein synonymes Gebie snamenpaa *Swab-ahi (in Mi el anken) neben *Swab-idi (in No dhessen), beide Namen sind on dem- selben Wo s amm ge m. *swab- ‘das Übe ließen’ mi un e schiedlichen Su ixen abgelei e . Ande e sei s is siche , dass die Nennung on Suabaha zwa kein Phan omname is , sie abe nich au Schwappach (Un e anken), sonde n au Schwebheim (Mi el anken) zu beziehen is . 5. SCHWAPPACH: NACHTRAG ZUM DGNB Auch ohne den Beleg Suabaha im Codex Ebe ha di kann die Schwappach in die G uppe de Schwabach-Gewässe namen einge eih we den und muss ins DGNB pe Nach ag au genommen we den. De Flussname die Schwappach pass gu in die geog aphische Namenlandscha um Kne zgau. Das Pendan zu Schwappach is die au de ande en Main- Sei e aus den Haßbe gen kommende und in Haß u mündende Nassach (in Haß u zum Main) 21 . Beide Namen sind Komposi a mi dem G undwo ahd. aha ‘Fließgewässe ’ und das Bes immungswo bezieh sich au hyd ologische Besonde hei en (Übe schwem- mungsneigung, umgebende Flo a). Au g und diese Bildungsweise können sie eine 19 Bach 1953: § 193–195, 160–162. 20 Von de Fo schung allgemein zu ahd. swebēn ‘wogen, wallen, sich bewegen, schwimmen’ ges ell , gl. Udolph 2023: 148. 21 Zu Nassach gl. DGNB 370. 8 Gewässe namenschich zuge echne we den, de en Benennung du ch Siedle im ühen Mi - elal e e olg e. Äl e en Namenschich en gehö en nu de o ge manische Name des Mains (la . Moenus ) an sowie de in den Namen Haß u , Hassgau und Hassbe ge e bau e Gewässe name ge m. *Hasa , de al e Name de Nassach 22 . Zu jüngs en Gewässe na- menschich gehö de Name Löh enbach , eine de Quellbäche de Schwappach, de nach dem Bes and on Lä chen (im S eige wald) benann is 23 . LITERATUR Bach Adol 1953: Deu sche Namenkunde II: Die deu schen O snamen [Ge man Onomas ics II: Ge man Place Names] 1, Heidelbe g, Win e . Codex Ebe ha di: Digi alisa e des Codex Ebe ha di [Digi al copies o he Codex Ebe ha di]: HS AM K 425 und HS AM K 426 . Zugang: h ps//a cinsys.hessen.de>a cinsys>lis .ac ion [Zug i 20.01.2025]. DGNB: Deu sches Gewässe namenbuch: E ymologie de Gewässe namen und de zugehö igen Gebie s-, Siedlungs- und Flu namen [Ge man Wa e Name Book: E ymology o Wa e Names and he Associa ed A ea, Se lemen and Field Names], on A. G eule, Be lin, Bos on: De G uy e , 2014. 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