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Hermann Arnold. Eine vergessene Verbindung zwischen Peter Behrens und Ludwig Mies van der Rohe

Lohmann, Daniel

Abstract

Nach einer bedeutenden Schulreform kurz nach der Jahrhundertwende war der Architekt Hermann Peter Arnold der erste Leiter einer Architekturklasse an der Kunstgewerbeschule Aachen. Er brachte als junger Lehrer und Architekt Ideenwelten von der Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe sowie aus dem Atelier von Peter Behrens nach Aachen. Seine Person, wie auch seine Prägung der ersten Generation von Architektur-Absolventen der Kunstgewerbeschule soll hier erstmals untersucht werden. Zu seinen Schülern zählen neben Ludwig Mies van der Rohe Namen wie Peter Großmann, Emil Fahrenkamp, sowie vorwiegend in Aachen tätige Baumeister wie Franz Dominick, Ferdinand Goebbels oder Fritz Toussaint. Insbesondere die Verbindung zu Mies van der Rohe ist bemerkenswert. Wenig bekannt war bisher die Bedeutung seines Studiums an den Aachener Gewerbe- und Kunstgewerbeschulen, bevor er die schicksalhaften Schritte nach Berlin und später nach Chicago ging. Insbesondere die Verbindung zu seinem Lehrer Hermann Arnold wird hier fokussiert betrachtet. Sie stellt sich als Erklärungsmodell für das Frühwerk, sowie als unbekannte Brücke zu Mies späterem einflussreichen Arbeitgeber Peter Behrens heraus.

Full text

K öl n e B ei ä g e z u B a u g es c hic h e u n d D e n k m al p fl e g e B a n d 8 H e m a n n A n ol d Ei n e e g ess e n e V e bi n d u n g z wisc h e n P e e B e h e ns u n d L u d wi g Mi es a n d e R o h e D a ni el L o h m a n n KÖLNER BEITRÄGE ZUR BAUGESCHICHTE UND DENKMALPFLEGE * BAND 8 DANIEL LOHMANN HERMANN ARNOLD EINE VERGESSENE VERBINDUNG ZWISCHEN PETER BEHRENS UND LUDWIG MIES VAN DER ROHE Kölne Bei äge zu Baugeschich e und Denkmalp lege Band 8 Daniel Lohmann He mann A nold Eine e gessene Ve bindung zwischen Pe e Beh ens und Ludig Mies an de Rohe Köln, Janua 2024 ISSN : 2700-953X URN : u n:nbn:de:hbz:832-cos4-12270 DOI : h ps://doi.o g/1057684/COS-1227 Die Reihe „Kölne Bei äge zu Baugeschich e und Denkmalp lege“ is eine wissenscha liche Sch i en eihe des S udienschwe punk s Baugeschich e, Denkmalp lege und Planen im Bes and an de Fakul ä ü A chi ek u de TH Köln. Sie dokumen ie die wissenscha liche P axis in den A bei s elde n de Denkmalp lege, Baugeschich e und Kuns wissenscha en. Die Inhal e en s ammen Fo schungsp ojek en und wissenscha lich ausge ich e en P ojek a bei en des Mas e s udiums. Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o innen und Au o en. He ausgebe : P o . D . No be Schöndeling P o . D . Daniel Lohmann P o . D . Pe a Sophia Zimme mann Technische Hochschule Köln Ins i u ü Baugeschich e und Denkmalp lege Fakul ä ü A chi ek u Be zdo e S aße 2 50679 Köln h p://www. h-koeln.de h p://akoeln.de Sch i lei ung: P o . D . Daniel Lohmann [email p o ec ed] +49 221 8275 2828 Diese Band wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science publizie , den Hochschulse e de Technischen Hochschule Köln. Ab u un e : h p://cos.bibl. h-koeln.de. T o z in ensi e Reche che is es nich in allen Fällen gelungen, die Rech einhabe de Abbildungen aus indig zu machen. E waige Be ech ig e melden sich bi e bei den He ausgebe n de Reihe. Inhal s e zeichnis Sei e Einlei ung ............................................................................................1 Ein Schüle namens Ludwig Mies . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Die Kuns gewe beschule Aachen .....................................................................3 He mann Pe e A nold ................................................................................6 He mann A nolds Leh e .............................................................................10 Ludwig Mies ühe Leh jah e .........................................................................11 Au b uch nach Be lin ................................................................................. 12 He mann A nold als Ges al e und die Synagoge in Linnich ...........................................14 Vo bilde ............................................................................................20 Spä e es Leben und Ka ie e .........................................................................23 Fazi .................................................................................................26 Anhang: We klis e ............................................................................................27 He mann A nold: Übe Raumkuns ...................................................................28 He mann A nold: Das S ad bild in Aachen ............................................................29 Li e a u und Quellen ................................................................................30 Abb. 1 S empel He mann A nolds, aus de Bauak e de Synagoge Linnich, 1913 (S ad a chi Linnich) 1 Einlei ung Die jünge en Fo schungen zu Ludwig Mies an de Rohes Spu en in seine Heima , dem Rhein- land, wa en auch maßgeblich am S udienschwe - punk de Baugeschich e und Denkmalp lege de TH Köln angesiedel . E s e A bei sp oben in seine Heima s ad Aachen wu den en deck , und es konn en neue E kenn nisse zu seinem ühen do - igen Bildungsweg zusammenge agen we den.1 Hie zu zähl sein S udium an de Aachene Kuns - gewe beschule. Sie wa die Wiege einige bedeu- ende A chi ek en, on denen manche es wei übe die S ad hinaus zu Ruhm und Eh e b ach en. Hie zu zählen neben Ludwig Mies an de Rohe Namen wie Pe e G oßmann, Emil Fah enkamp, sowie o wiegend in Aachen ä ige Baumeis e wie F anz Dominick, Fe dinand Goebbels ode F i z Toussain .2 Nach eine bedeu enden Schul- e o m ku z nach de Jah hunde wende wa de A chi ek He mann Pe e A nold de e s e Lei e eine A chi ek u klasse an de Kuns gewe be- schule Aachen. E b ach e als junge Leh e und A chi ek Ideenwel en on de Da ms äd e Küns - le kolonie Ma hildenhöhe sowie aus dem A elie on Pe e Beh ens nach Aachen. Seine Pe son, wie auch seine P ägung de e s en Gene a ion on A chi ek u -Absol en en de Kuns gewe beschule soll hie e s mals un e such we den. Un e den genann en Schüle n is insbesonde e die Ve bindung zu Mies an de Rohe beme kens- we . Wenig bekann wa bishe die Bedeu ung seines S udiums an den Aachene Gewe be- und Kuns gewe beschulen, be o e die schicksalha - en Sch i e nach Be lin und spä e nach Chicago ging. Insbesonde e die Ve bindung zu seinem Leh e He mann A nold wi d hie okussie be- ach e . Sie s ell sich als E klä ungsmodell ü das F ühwe k, sowie als unbekann e B ücke zu Mies spä e em ein luss eichen A bei gebe Pe e Beh- ens he aus. Daniel Lohmann, im Janua 2024 1 Scholz – Lohmann 2019b; Hanenbe g e al., 2022. 2 Eine wich ige G undlage ü diesen Au sa z bo die Pe sonalak e He mann A nolds im S ad a chi Aachen (S ad a chi Pe sonalak e); Au lis ung de Schüle ebd., B ie 4.2.1934 2 Abb. 2 Kuns gewe beschule, Ma ins aße, Aachen. (Pos ka e, P i a besi z) Abb. 3 Pe sönliche Bes ä igung des Besuchs de Kuns gewe beschule ü Ludwig Mies an de Rohe, 1956. (A chi MoMA) 3 Ein Schüle namens Ludwig Mies Ludwig Mies an de Rohe (1886-1969) wu de als Ma ia Ludwig Michael Mies in Aachen gebo- en. Sein Va e wa Baus einme z, und somi lag eine Be u swahl im Baugewe be nahe. In seinem Gebu sjah 1886 wu den die s äd ischen ge- we blichen Schulen e ö ne . Sie bo en jungen Anwä e n und Be u s ä igen aus Indus ie, Ge- we be ode Handwe k „Gelegenhei zu Aneignung und E wei e ung de e o de lichen Kenn nisse in den g undlegenden achlichen Wissenscha en, sowie insbesonde e auch de nö igen Fe igkei im eihändigen, geome ischen und Fachzeichnen und im Modellie en.“3 Es gab sowohl Tagesun e ich , als auch Abendklassen ü die be ei s Be u s ä- igen. Inne halb de Schule gab es zudem die Ab eilung de ‚Gewe blichen Tagesschule‘, die ü die jünge en Schüle im Al e on mindes ens 13 ½ Jah en o gesehen wa , die noch nich in den Be u ein e en konn en, abe be ei s e olg eich eine Volksschulbildung abgeschlossen ha en. Sie wa eine „Vo be ei ungsans al “ mi zweijäh igem Tagesun e ich , ge eil in eine echnische und eine kau männische Ab eilung. Hie e le n en die Schüle G undlagen ü die spä e e be u liche Ausbildung. De G ündungsdi ek o de Gewe - beschule wa Jose Spenn a h (1852-1902). Nach- dem die Ins i u ion zunächs in e schiedenen Volksschulgebäuden un e geb ach wa , e hiel die Schule 1897 ein eigenes Gebäude in de Ma - ins aße nach einem his o is ischen En wu des S ad baumeis e s Joseph Lau en . Nachdem Ludwig Mies in de Domschule Aa- chen die Volksschulbildung on 1896-1899 du chlau en und mi einigen schlech en No en abgeschlossen ha e,4 besuch e e diese gewe b- liche Vo be ei ungsschule on He bs 1899 bis zum e olg eichen Abschluss im Jah 1901. Sein B ude Ewald ha e die Gewe beschule be ei s 3 Vgl. Edua d Bacciocco. Die s äd ischen gewe bli- chen Schulen und die eiwilligen gewe blichen und kau - männischen Fo bildungsschulen. In: Fes sch i de S ad Aachen zum XI. Allgemeinen Deu schen Be gmanns age. Aachen 1910, S.122-124. 4 Zeugnisbuch ü Sex a, ab 1879. A chi des Domka- pi els Aachen. Kopien im S ad a chi Aachen, Pe sonenak e Mies an de Rohe. Die No en wa en: „Be agen: o wiegend gu ; Fleiß: genügend; Au me ksamkei : genügend; Biblische Ge- schich e: genügend; Deu sch: mangelha ; La ein: ungenügend; Rechnen: ungenügend.“ gl. Bescheinigung des Domkapi els Aachen om 18.12.1955, A chi MoMA, Folde 3. ab 1891 besuch .5 Neben sp achliche (deu sch und anzösisch), ma hema ische und na u wis- senscha liche Ausbildung le n e Mies hie auch Holz-, S ein- und Me allkunde, da s ellende Geo- me ie, sowie F eihandzeichnen und Modellie en, insbesonde e on Gipso namen en, im Um iss und scha ie mi Kohle und K eide.6 Mies an de Rohe blieb diese Zei an de Gewe beschule als p ägend in E inne ung, wie e in einem Bei ag in eine Fes sch i zum 75. Jubiläum de Schule sch ieb: „Die Gewe beschule bedeu e e ü mich, wie ü iele ande e, den e s en Sch i in einen eien Be u .“7 Gleichzei ig gal es nach den Rich linien de Schule, p ak ische E ah ungen zu sammeln. Mies a bei e e zunächs als Mau e gehil e in ei- nem Bauun e nehmen und im Anschluss ü zwei Jah e als Zeichne im S uckgeschä on Max Fi- sche (1867-1911), de beispielsweise das Dü ene Leopold-Hoesch-Museum 1899 mi opulen em neoba ocken und Jugends il-S uck ausges a e ha e.8 Hie e ie e e seine Gewe beschulkenn - nisse im p ak ischen O namen zeichnen alle S il- ich ungen. Gezeichne wu de ei Hand in na ü li- che G öße, au senk ech s ehenden Holzpla en. In spä e en In e iews besch ieb e ge ne die hie o he schende S il iel al des spä en His o ismus, Eklek izismus und des Jugends ils.9 Die Kuns gewe beschule Aachen Die Kuns gewe beschule wa bis zu diesem Zei punk in Aachen noch keine eigens ändige Schule, sonde n die kuns gewe bliche Ab eilung de Gewe blichen Schulen am gleichen S and- 5 Scholz – Lohmann 2022, S. 49. 6 F dl. Auskun S ad a chi Aachen, René Roh kamp und Angelika Pauels. Vgl. S ad a chi Aachen, Schul e wal- ung, IV-1, Bd. 9, S. 121: Be ich übe die Gewe blichen Schu- len de S ad Aachen. 1900, S. 15-18 (Leh plan). Vgl. Beschei- nigung de Gewe blichen Be u s- und Be u s achschulen de S ad Aachen om 24.1.1956, A chi MoMA, Folde 3. Do genann e Un e ich s äche : „Deu sch, Geschich e, Geschä s- kunde, Wi scha sgeog aphie, Bü ge kunde, Englisch, Algeb a, Geome ie, T igonome ie, Physik, Chemie, Fachkunde, Fach- echnen, Fachzeichnen, p ak . A bei .“ 7 Ludwig Mies an de Rohe: An meine al e Schule. In: 75 Jah e Gewe beschule de S ad Aachen. 1887–1962. Fes - sch i zum 75jäh igen Bes ehen de Gewe beschule Aachen. Aachen 1962, S. 19. 8 Anzeige, Dü ene Zei ung, 14. Ok obe 1899 9 gl. Scholz - Lohmann 2019b, S. 275 10 He mann A nolds Leh e Zum Win e semes e 1904 begann He mann A - nolds Leh e zunächs als Tagesun e ich . Be ei s nach einem halben Jah Leh be ieb wand e sich eine G uppe seine Schüle an Di ek o Abele, und ba ihn, auch eine Abendklasse ü A chi ek u und Kuns gewe be einzu ich en, da sie agsübe be u s ä ig wa en. Diesem Wunsch wu de en - sp ochen.38 Ludwig Mies a bei e e be ei s sei 1904 bei Albe Schneide s und wi d zu diese G uppe on Schüle n gehö haben. Einen Einblick in seine Leh me hoden und -inhal e bie e ein Tex on 1911, in dem eine aus üh liche Besch eibung de Aachene Kuns gewe beschule wiede gegeben is . Nach eine E läu e ung de Klassen de Male und G a ike Le ailleu und Goll ad olg eine Besch eibung de Klasse on He mann A nold „ ü kuns gewe bliches En we - en, die schmückenden Gewe be und den besse en Ausbau. Die Schüle diese Klasse sind zum Teil A chi ek en, zum Teil Sch eine und ande e Kuns - handwe ke , und auch hie is de Un e ich ss o seh e schiedena ig. Ein Haup un e ich szweig is hie die Raumkuns und es inden hie alle kuns - gewe blichen Techniken Be ücksich igung, welche mi de Wohnungskuns übe haup zu un haben. Es muß e lang we den, daß de Schüle diese Klasse eine p ak ische Leh e zu ückgeleg ha , da die Übun- gen hie alle p ak ische Na u sind. Mi ein achen Mi eln soll de Schüle zue s a bei en le nen und maß oll wi scha en. Das ein achs e Mobilia soll e en we en und dabei doch s e s einen gewissen Sinn ü schöne Fo m und Fa be en wickeln. All- mählich we den die Au gaben schwie ige gewähl . Reiche e und g öße e Räume we den bea bei e und mi den e schiedens en Ma e ialien e such , die gewünsch e Wi kung zu e zielen. Da an schließ sich iel ach eine Übe agung ins De ail, und bei de He s ellung on We ks a zeichnungen, welchen g oße So g al zu eil wi d, muß sich de Schüle noch besonde s mi de Eigena des Ma e ials und seine Bea bei ung be assen. Dabei kommen den Schüle n die an de Schule bes ehenden We ks ä en seh zu gu e, weil sie sich do jede zei An egung und o allem Au klä ung übe die Bea bei ungsweisen e - schiedene Ma e ialien holen können, welche bei de Ausschmückung on Wohn- und ande en Räumen häu ige Ve wendung inden. Daneben we den o na- 38 S ad a chi Aachen, Schulam , Ak e 597, p.68. Diese Abendklasse and ab 1. Feb ua 1905 Diens ags und Mi - wochs on 20-22 Uh s a . men ale und a chi ek onische S udien be ieben und au eine geschick e Da s ellung in Zeichnung und Fa be g oße We geleg . Es bau sich also auch hie de ganze, so e schiedena ige Un e ich au ganz p ak ische G undlage au .“39 Zu welchen A en on We ken diese Leh e bei seinen Schüle n üh e, is einem Be ich übe eine Auss ellung de Kuns gewe beschule im Folgejah 1912 zu en nehmen. Übe die ausges ell en A bei- en aus A nolds Fachklasse heiß es: „En wü e ü ganze Gebäude ode Fassaden, ü olls ändige Innendeko a ionen ode dazu gehö ige De ails, ü Kamine, B unnen im Zimme und im F ei- en, endlich ü Plaka e sind hie e einig . Abe du ch alle A bei en geh ein einhei liche Zug, de au eine konsequen e und zielbewuß e Un e weisung schlie- ßen läß . De Haup we wi d da au geleg , dem Schüle ein Ge ühl ü das Kons uk i e, die sach- gemäße Gliede ung eines Baues, eine Haus on , eine Wand läche beizub ingen. (Ve gl. En wu ü ein Wein es au an , Haus assaden, In e ieu s in Kohlezeichnung). Auch die male ische Wi kung eine A chi ek u in de Landscha ode eine a big ein abges imm en Zimme ein ich ung is be ücksich ig . (Ve gl. Die En wü e: U nenhalle, Klos e ho , Eingang zu einem Monumen albau, In e ieu s in Aqua ell). Wie dann de einmal geweck e Fo men- und Fa ben- sinn ü eine Flächenkuns e we e wi d, beweisen die beiden so deko a i en Plaka e: ‚Ca é Reul‘ und ‚Be line Po zella‘. Du ch de a ige A bei en wi d das In e esse de Le nenden wachgehal en und ih e Spannk a ges ä k zu Aneignung o ielleich e nüch e nde , abe absolu no wendige kuns - gewe bliche G undp inzipien. Einmal mi diesem e au , können sie sich nach den e schiedens en Sei en hin ei en wickeln und we den s e s in ih em Fach e was üch iges leis en.“40 Mi dem olgenden Blick au die mi le weile bekann en Einzelhei en und Zeugnisse aus Mies F ühzei , is diese Schilde ung seh au schluss- eich, da sowohl Fassadenen wü e als auch Plaka ges al ungen nach neue en E kenn nissen da in eine wich ige Rolle spiel en. 39 Übe die hiesige Kuns gewe beschule. Zu Un- e hal ung und Beleh ung, Aachene Anzeige / Poli isches Tagebla , 30. Ap il 1911. 40 E ich G ill. Auss ellung on Schüle a bei en in de Aachene s äd ischen Kuns gewe beschule, 1. bis 14. Ap il 1912. In: Aachene Anzeige , 7. Ap il 1912 (2 Teile) 11 ne . Ludwig Mies ha e es im A elie on Albe Schneide s neben seine o genann en Mi a bei am Wa enhaus Tie z maßgeblich bea bei e , und wa bei einem Neuen wu de Fassade, de sich on Schneide s U sp ungsen wu s a k un e - schied, deu lich on den Re o ms ilen beein luss wo den.44 Im Kon as zu Tie z assade wa das Lokal nun nahezu o namen ei ges al e . Zudem wu de de Sch i zug „Zu Neuen Wel “ übe dem Haup po al in einem Sch i yp ge ass , de s a k an die Typog aphie-En wü e on Pe e Beh ens e inne , wie auch an die un e seine Lei ung an de Düsseldo e Kuns gewe beschule geleh e Fo menwel .45 Dass Ludwig Mies als Ges al e dieses Sch i zugs denkba is , lange be o e selbs bei Pe e Beh ens in Be lin a bei en soll e, 44 Lohmann – Scholz 2019b 45 Moelle 1991, S. 96 . Abb. 8 Albe Schneide s und Ludwig Mies, Volkshaus „Zu Neuen Wel “, Aachen, 1904-05. (Fo o: Daniel Lohmann) Ludwig Mies ühe Leh jah e Aus A nolds ühen Leh jah en wa Mies sein bekann es e Schüle . E nahm on Beginn an an A nolds Un e ich eil, wohl bis zu seine Ab eise nach Be lin zu Jah eswende im F ühjah 1906.41 A nolds Ein luss au Mies is bislang une o sch und soll hie mi beleuch e we den. A nold ha e in seinem Vo ag 1905 be ei s die bedeu ende Rolle de g oßen Auss ellungen de Zei ü die En s ehung küns le ische Posi io- nen und S ömungen he o gehoben, und on Tu in, Pa is und S . Louis be ich e . In Beh ens A elie ha e e an dessen Bei ägen zu den Aus- s ellungen mi gea bei e .42 Mi seine Aachene Klasse besich ig e e in diesem Sinne im Somme 1904 die ‚In e na ionale Kuns - und Ga enbau- auss ellung‘ in Düsseldo . Auch diese Exku sion e wähn e e in seinem Vo ag. Mies nahm wah - scheinlich da an eil. Jeden alls is sein Name in de Teilnehme lis e eine wei e en Exku sion zu Wel auss ellung in Lü ich im Sep embe 1905 zu inden. Die G uppe bes and aus ie Leh e n und 35 Schüle n, und besich ig e insbesonde e die kuns gewe blichen Auss ellungsinhal e wie Gegens ände, Zimme ein ich ungen und Plas i- ken. Die belgischen und japanischen Bei äge in de Auss ellung e eg en das g öß e In e esse de G uppe.43 Belgien wa ein Ho spo des Jugends ils, und Japan eine bedeu ende Inspi a ionsquelle ü das Kuns gewe be de Zei . A bei sp oben on Ludwig Mies aus de Zei des S udiums bei He mann A nold an de Kuns ge- we beschule Aachen sind bislang nich bekann . Einzig das in jünge e Zei en deck e Volkshaus ‚Zu Neuen Wel ‘ gib einen Hinweis au den Ein luss des Kuns gewe beschulleh e s A nold, und dami dessen P ägung, auch aus de langen Zusammena bei mi Pe e Beh ens. Das Haus wu de ü den Aachene Sozialdemok a en Jo- seph Oeben e bau und im Somme 1905 e ö - 41 A chi MoMA, Folde 3, Bescheinigung He els und Lü ken. gl. Lohmann - Scholz 2019b 42 AA 19.10.1929; Bundesa chi Pe sonalak e, Ab- sch i des Bewe bungssch eibens He mann A nolds an die Kuns gewe beschule Aachen, 13.9.1904. 43 S ad a chi Aachen, Ak e Abs ellnumme 597, S. 188-189; Jos. Goll ad, Be ich übe die Reise de Schüle de Kuns gewe beschule zu Wel auss ellung nach Lü ich. Ak e Abs ellnumme 598, S. 20-21. Die Leh e Bu ge , Le ailleu , A nold und Goll ad beglei e en die Schüle au de Exku sion. 12 wi d nun bes ä k du ch dessen S udium beim Beh ensschüle He mann A nold, de eben solche Ges al ungsp inzipien isch nach Aachen b ach e und in seine Leh e e a . Zudem konn e be ei s eine Ve wand scha de Typog a ie mi einem ü- hen Plaka en wu on Ludwig Mies und seinem Aachene F eund Ge ha d Se e ain (1878-1959) es ges ell we den, den die beiden 1907 bei ei- nem Be line We bewe b ein eich en und einen Ankau e ziel en.46 Die Ta sache, dass in A nolds Un e ich Plaka en wü e eine wesen liche Rolle spiel en, bes ä k diesen Que bezug. Au b uch nach Be lin Pe e Beh ens ha e nach den e s en Jah en des E olgs seine ums uk u ie en Düsseldo e Schule übe aschend im He bs 1907 sein Am als Di ek o niede geleg , und die S ad wiede e lassen. E olg e dem Angebo de Allgemeinen Elek ici ä s-Gesellscha (AEG), küns le ische Bei- a des Konze ns zu we den und ging hie ü nach Be lin. Beh ens ich e e sich zudem ein A elie in Neubabelsbe g ein, das in de Folge zu eine de bedeu ends en Ges al ungs- und Ausbildungs- s ä en ü die Mode ne we den soll e. Ludwig Mies wa be ei s im F ühjah 1906 nach Be lin gegangen, um seine Ka ie e do wei e au zubauen.47 E sammel e p ak ische E ah un- gen und keh e 1907 ü seinen Mili ä diens ku zzei ig nach Aachen zu ück. Ku z da au ging e wiede nach Be lin, um sich nun an de Un e ich sans al des Kuns gewe bemuseums 46 gl. Lohmann - Scholz 2019b, S.281 . 47 Lohmann – Scholz 2019b einzusch eiben, und ab He bs die ‚Fachklasse ü A chi ek u und Raumauss a ung‘ des neuen Di- ek o s B uno Paul zu besuchen, in dessen A elie e gleichzei ig a bei e e. In diese Zei beglei e en ihn einige seine Aachene Jugend eunde und Bekann e, da un e de Male Pe e Fö s e (1887- 1948), sowie die A chi ek en Pe e G oßmann (1888-1956), Fe dinand Goebbels (1885-1955) und F anz Dominick (1888-1954). Die d ei A chi ek en ha en zu o eben alls He mann A nolds Klasse besuch , und Goebbels und Dominick soll en in den olgenden Jah en in un e schiedliche Weise, auch mi Mies, zusammena bei en.48 Alle ie genann en A chi ek en anden e wa im He bs des Jah es 1908 eine Ans ellung im A elie on Pe e Beh ens in Po sdam. In Mies eigene E inne ung im Jah 1969 b ach e e den Ein i in Beh ens A elie mi de Bekann scha mi Paul Thie sch (1879-1928) in Ve bindung, de on 1906 bis 1907 in Düsseldo in Beh ens A elie gea bei- e ha e, um dann ab 1907 ‚Bü oche ‘ bei B uno Paul in Be lin zu we den, wo e Mies kennenle n e: „De sag e mi , dass Beh ens ihn gebe en habe, wenn e gu e K ä e habe, ihn das doch wissen zu lassen und die Leu e zu ihm zu schicken. E sag e mi : ‚Da soll es Du eigen lich hingehen, das is ein e s klassi- ge Mann.‘ So kam ich zu dem Beh ens.“49 48 Goebbels besuch e die Kuns gewe beschule ab de G ündung im Jah 1904. De e was jünge e F anz Domi- nick wi d spä e am Un e ich eilgenommen haben. Eine aus üh liche S udie zu den beiden is in A bei . gl. o ab Lohmann - Scholz 2019b. 49 Neumeye 2021, S. 101; gl. Schulze/Windho s , S.24. Thie sch wa dann on 1908 bis 1915 Zeichenleh e in de Un e ich sans al des Kuns gewe bemuseums Be lin. Abb. 10 Ludwig Mies und Ge ha d Se e ain, Plaka en wu ü das Hohenzolle n Kuns gewe behaus, 1907 (aus Be line A chi- ek u wel 10, Bd.11, 1908, S. 406) Abb. 9 Ludwig Mies (?), Insch i übe dem Po al im E dgeschoss, 1905 (Fo o: Daniel Lohmann) 13 He mann A nolds E inne ung an diese Ve bin- dung on Mies und Beh ens klang ande s. E sch ieb e wa 35 Jah e ühe , im Zusammenhang mi seinem eigenen Ve häl nis zu Pe e Beh ens: „Eine unse e be ühm es en A chi ek en, dessen Assis en und A elie che ich 3 Jah e wa , e ba sich s e s on mi in Aachen ausgebilde e Schüle ü seine Mi a bei e . So konn e ich z.B. P o . Mies an de Rohe, P o . G oßmann und A chi ek Dominik bei ihm un e b ingen.“50 Demnach behaup e e e , de jenige gewesen zu sein, de Mies, G oßmann, Dominick und wei e e an Beh ens emp ohlen ha - e. Wessen E inne ung zu i , is nich meh zu e mi eln. Vielleich ließ Beh ens im Falle on Mies Thie schs Emp ehlung du ch eine Re e enz on He mann A nold bes ä igen. Ein Fo o aus dem p i a en Nachlass on Fe dinand Goebbels zeig eine G uppe on Mi a bei e n in Beh ens A elie , da un e nach mündlichen Übe - lie e ungen neben Goebbels auch Dominick.51 Das 50 S ad a chi Pe sonalak e, Sch eiben om 4.2.1934, p.86 . Die alsche Sch eibweise des Nachnamens Dominick ohne C is egelmäßig zu inden. Eindeu ig is F anz Dominick gemein . 51 Auskun Ma hilde Schillings, geb. Goebbels. Fo o e gänz eine Reihe mi le weile bekann e und e o sch e Au nahmen on Beh ens Mi a - bei e n und läss sich übe die Ein ich ung des A elie s und die ypischen Posen de Mi a bei e eindeu ig zuo dnen.52 Anhand de mi le weile e ügba en um assenden analy ischen Li e a u zu Beh ens A elie mi a bei e n, allem o an eine um assende S udie on S an o d Ande son, lohn ein Ve such eine Iden i ika ion de abgebilde en Pe sonen. Kla e kennba is o allem Ludwig Mies als zwei e on ech s. Du ch Ande sons Ana- lyse sind Pe e G oßmann ganz links, ech s da- neben de G a ike Riebek, sowie Max He wig als ie e on ech s zu iden i izie en. Da Max He - wig und Ludwig Mies gemeinsam au dem Fo o sind, muss es zwischen Ok obe 1908 und Feb ua 1909 au genommen wo den sein, als Mies 22 Jah- e al wa , Goebbels 23 und Dominick und G oß- mann e wa 20 Jah e. In de Pe son ganz ech s glaub man Wal e G opius zu e kennen, de zu diese Zei jedoch Schnu ba ug und jünge wi ken müss e. Fü Goebbels und Dominick kom- men im Ausschluss e ah en nu die d ei He en 52 G undlegend und g ündlich zu den Fo os: Ande - son 2015. EIn Dank ü die besse e Kopie und den Aus ausch hie zu an Susanne Maywu m. Abb. 11 Mi a bei e im A elie Pe e Beh ens, 1908-9. Die Pe sonen können o sich ig iden i izie we den als ( .l.n. .): Pe e G oßmann, G a ike Riebek, (zwei Pe sonen n. bek., beide denkba als F anz Dominick), Fe dinand Goebbels, Max He wig, (äl e e Pe son n.bek.), Ludwig Mies, gg . Wal e G opius (Nachlass Fe dinand Goebbels, P i a besi z) 14 in Bildmi e in F age. Übe den Ve gleich mi Po - ai s aus Goebbels P i a nachlass is diese wohl in de hin en s ehenden Pe son mi e sch änk en A men zu e kennen, wäh end Dominick bishe nich eindeu ig e kann we den kann. Au ällig is , dass au diesem Fo o mindes ens ie Aachene zu sehen sind, die alle e wa ab Ok obe 1908 bei Beh ens a bei e en, und alle zu o A - nolds Schüle wa en. In den Mona en zu o ha e Beh ens o allem ehemalige Düsseldo e Schüle ü sein schnell wachsendes A eile einges ell , g i abe nun o ensich lich übe A nold au junge Aachene Talen e zu ück. He mann A nolds Leh e wa siche ein wich ige Impuls ü die jungen Schüle in Rich ung on Beh ens. A nold wa on seine Zei de lei enden Mi a bei bei ihm s a k gep äg – die im Folgenden o ges ell e Syna- goge in Linnich zeig es noch einmal deu lich. Gleichzei ig wa Beh ens eine de ein luss eichs- en und wei hin bekann es en A chi ek en seine Zei und als Au odidak ge ade ü diese neue Gene a ion on kuns gewe blich ausgebilde en, nich -akademischen A chi ek en eine Iden i ika- ions igu . Bei Fe dinand Goebbels zeig sich dies in seine Selbs bezeichnung als „Meis e schüle bei P o esso Pe e Beh ens“ und „Sel -Made-Man“53, in gleiche Weise wie Beh ens sich „Au odidak “ nann e.54 Beh ens Ein luss au die P ojek e seine Schüle und Mi a bei e is im Falle on Mies und Goeb- bels in de en gemeinsamem P ojek Haus We ne (1913) e kennba , in dem die beiden den G und- iss on Beh ens Haus ü Theodo Wiegand (1911- 12) as iden isch übe nahmen.55 Ve wunde lich, ha e Mies doch im S ei übe das Villenp ojek ü Familie K ölle -Mülle dessen A elie be ei s 1912 e lassen. Goebbels und Dominck blieben nach bishe igen E kenn nissen wei e hin in sei- nem A elie . Pa allel und danach a bei e en die d ei an e schienen P ojek en zusammen. Hie is Haus Pe ls on 1911-12 zu nennen, das be ei s e - wähn e Haus We ne , und wei e e Ak i i ä en. Da- nach keh en Goebbels und Dominick e wa 1913 nach Aachen zu ück und g ünde en ein insbeson- de e in de Zwischenk iegszei seh e olg eiches gemeinsames A chi ek u bü o. 53 En nazi izie ungsak e Fe dinand Goebbels, Landes- a chi NRW, Duisbu g. 54 Schus e 1980, S. 47 55 Schulze - Windho s 2012, S. 47; gl. Lohmann - Scholz 2019b, S. 286 . Abb. 12 S aßen- und Rückansich (Bauak e, S ad a chi Linnich) He mann A nold als Ges al e und die Synagoge in Linnich He mann A nolds eigenes We k läss sich nu du ch wenige Schlaglich e au seine P ojek e ode ga Bau en beleuch en. Es gib Nennungen on daue ha en und empo ä en (Auss ellungs-) Raumges al ungen in Museen, Schulen, Gas s ä - en ode P i a häuse n, wie oben besch ieben. E ges al e e auch P oduk e wie Edelpo zellane, S o - e und Möbel. In eigens e ass en Lebensläu en is abe auch on (Hoch-)Baup ojek en wie eine Meh zahl on Ki chen zu lesen, ohne dass bishe nähe e Angaben bekann wä en. Auch ein Eh en- iedho in de Nähe on Ma ille (F ank eich) is do genann , und ließ sich bishe nich lokalisie- en.56 Eine e s e We klis e be inde sich im Anhang. Eine Ausnahme s ell insbesonde e die on ihm 1912-13 en wo ene und e bau e Synagoge in Linnich da . Sie wu de im No embe 1913 ein- 56 F dl. Auskun A chi des Volksbunds Deu sche K iegsg äbe ü so ge e.V. (Mail e keh , 19. Juli 2023) 15 Abb. 13 He mann A nold (1912), Synagoge in Linnich, Fo o on Os en (S ad a chi Linnich) geweih , in de Reichsk is allnach 1938 ze s ö und nach dem 2. Wel k ieg eingeebne , and abe be ei s wü digende Be ücksich igung in den wis- senscha lichen Übe blickswe ken zu jüdischen Geschich e und A chi ek u im Aachene Raum sowie in de Linniche Heima o schung. Sie wi d do be ei s bezeichne als „he auss echend“ und als Ve such, „die he kömmliche Fo m des Sy- nagogenbaus zu e lassen“.57 Gleichwohl s eh eine a chi ek u his o ische Eino dnung und eine Vo s ellung des A chi ek en bishe aus. T o z de Ze s ö ung geling du ch die mi le weile e üg- ba en Quellen wie Fo os und Pläne eine Besch ei- bung des auße gewöhnlichen Gebäudes. A nold ha e die Au gabe e hal en, ü die ela i g oße jüdische Gemeinde on und 120 Mi glie- de n in Linnich ein Be haus zu e ich en. Das 57 B ocke 1999, S. 341; gl. Be g a h – on Bü en 2013, S. 67-74. on einem Gemeindemi glied ges i e e G und- s ück lag an einem nach No den abschüssigen Gelände übe dem Me zbach al an de S aße No dp omenade. Im Ke n en wickel e A nold die Synagoge als Zen albau übe einem ach - eckigen G und iss mi einem Sockelgeschoss im Hang und einem Zel dach. De Eingang lag im Südos en an de S aße und in de Haup achse gegenübe im No dwes en die halb unde Apsis, in de Tho asch ein und Bima zu eine im G und- iss annähe nd k eis ö migen äumlichen Einhei zusammenge ass wa en. Dami wu de zuguns en de „monumen al gedach en äumlichen Wi kung des Bauwe ks“ die adi ionelle Aus ich ung des Tho asch eins nach Os en au gegeben. Dies ha e S ei igkei en zwischen o hodoxen und libe a- len Gemeindemi gliede n he o ge u en, wo de Wunsch nach de Os ung de le z endlich du ch- gese z en libe alen Idee gegenübe s and, die Schau assade des „ ech ex a agan en“ Synago- 16 genbaus zu S aße auszu ich en.58 Die Topog a ie b ach e die wohl ausschlaggebenden p ak ischen G ünde. Das Ach eck lag im G und iss in de hin e- en Ecke eines mi eine Spi ze zu S aße liegen- den, e was g öße en Quad a s. In den o de en Res lächen links und ech s s anden Anbau en mi abgewalm en Pul däche n in zwei D i el de Gebäudehöhe, die je einen eigenen Eingang ha - en und in denen T eppenläu e au die F auenem- po en und in den Ve sammlungs aum im Sockel üh en, de auch als Schul aum ü die Gemeinde genu z wu de. Vo dem deu lich höhe en und geschmück en zen alen Haup po al in das Ok o- gon en s and dadu ch ein kleine Vo pla z. Das Bauwe k wa seh spa sam o namen ie , abe du ch ausgewogene P opo ionen und dezen e geome ische De ails gegliede . De Außenbau wa gla e pu z , und lediglich du ch ein So- ckelgesims, ein Gu gesims au de T au höhe de T eppenhäuse , sowie ein laches d ei ach ges u es K anzgesims un e de T au e ho izon al un e eil . Das Gu gesims ließ den Bau on au- ßen zweigeschossig e scheinen, wenn auch die inne e F auenempo e deu lich nied ige lag. Au den beiden Wänden neben de Apsis wa en je d ei schlanke hoch ech eckige Fens e nebeneinande angeo dne , die den Innen aum e hell en und im 58 P ach 1997, S.112 ., gl. B ocke 1999, S. 341. In de Li e a u wi d s e s eine Aus ich ung nach No dos angege- ben. Die Apsis wies hingegen nach No dwes en, mi dem Eingang on de S aße im Südos en. Abb. 15 Linke Nebeneingang und Haup po al (S ad a chi Linnich) Abb. 14 He mann A nold (1912), Synagoge in Linnich, G und iss E dgeschoss (Bauak e, S ad a chi Linnich) Abb. 16 G und iss Empo engeschoss (Bauak e, S ad a chi Linnich) 17 Inne en eine gemeinsame Ve dachung ha en. Zu- dem gab es ein kleines, hochliegendes Rund ens- e in de Kuppelkalo e de Apsis. Die südliche F on assade wa du ch einen leich en Risali en he o gehoben, in dem zwei Kolossallisenen in Höhe de Nebengebäude die Ve ikali ä des Baus be on en und den Dachau bau zu agen schie- nen. Das Po al zwischen den Lisenen wa die S el- le in de Fassade mi dem meis en Schmuck und O namen . Es wa on einem Zickzack-F ies ein- ge ass , und übe de doppel lügeligen und kas- se ie en Tü wa eine quad a ische Sup apo e mi einem Da ids e n in einem Ach eck und eine mi igen Leuch e, sowie da un e ein Sch i eld mi einem Sp uch in heb äisch und deu sch ange- b ach : „Denn mein Haus wi d das Haus des Gebe es ü alle Völke genann we den.“59 Au die Pu z lä- chen de Außenwände und de Dachgeschosszo- ne des Zen albaus sowie au den beiden Lisenen wa en dezen e und lache Kasse ie ungen mi schmalen Kan en au ge agen. Au den T eppen- 59 Jesaja 56:7 Abb. 17 Synagoge Linnich, Schni du ch den Haup bau (Bauak e, S ad a chi Linnich) häuse n ehl en diese, und die Sei eneingänge wa en hie eben alls schlich e gehal en. Übe den ein lügeligen Tü en wa hoch oben ein kleines Rund ens e mi Da ids e n angeb ach , hin e dem sich je ein kleine Nu z aum au de obe en Ebene be and. Die hin e e Häl e de Sei en assa- den de Anbau en wa en on zwei ein ach ges u - en, gebäudehohen Rücksp üngen gegliede , mi zwei hoch liegenden quad a ischen Fens e n au de Höhe de Rund ens e zu E hellung de T ep- pen. Un e dem ein achen K anzgesims is hie in den Rücksp üngen ein schlich e Zahnschni zu sehen, wie auch übe den alsei igen Fens e n. Die ach eckige Fo m des Zen albaus wa on de S aßensei e aus nu beding am Dach zu e kennen. Auch im E dgeschossg und iss wa sie e was e s ell , da die Zwickel, die zwischen dem Ach eck und den T eppenhäuse n liegen, dem Innen aum zugeschlagen wu den.60 Im Obe ge- 60 Dies üh e in de bishe igen Li e a u as du ch- gehend zu Besch eibung des Baus als Sechseck. Rich ige : 18 schossg und iss is es umso deu liche , und nach dem Be e en des Inne en wa de ach eckige Zen albau mi 9,70m inne e Spannwei e gu zu e kennen. Im E dgeschoss wa en die 89 Si zplä ze in d ei Flächen un e halb de D illings ens e , so- wie hin e dem Eingang und ausge ich e au die Apsis angeo dne . Zwei gusseise ne Säulen ugen die Empo e. Sie um ass e die ün Sei en des Ach - ecks gegenübe de Apsis, sp ang abe hin e den Mi elpunk des Zen albaus zu ück. Sie ug wei- e e 57 Si zplä ze ü F auen mi nach hin en an- s eigendem Ges ühl. Das Inne e des Zen albaus wa nach oben mi eine lachen Kuppel abge- schlossen: Au de Höhe des äuße en K anzgesim- ses gab es innen ein en sp echendes, abe ausla- dende es Gesims mi eine P o il olge und einem Zahnschni . Die au dem ach sei igen Gesims liegende unde Segmen kuppel übe spann e den an de höchs en S elle 9,70m hohen Innen aum, de somi exak das Maß des inne en Ok ogons ha e. Sie bes and aus eine leich en Kons uk ion aus Rabi z, und hing on einem Eisen achwe k da übe ab, das om Aachene Kuns schmied Emil Widenmann he ges ell wu de. Es ug auch das ach sei ige, schie e gedeck e Py amidendach, dessen Dachspi ze on einem wei hin sich ba en Da ids e n im K eis bek ön wu de. Wenn auch bishe keine Fo os des Innen aums bekann sind, is die Auss a ung des Baus aus meh e en Besch eibungen ehemalige Gemein- demi gliede aus Linnich übe lie e . Demnach wa en die Wände weiß ges ichen ode e pu z , und mi wei e en Tex en in heb äische Sch i geschmück .61 Eine exilie e Jüdin besch eib den Innen aum olgende maßen: „E wa mi dunklen und dunkel gepols e en Eichenbänken ausges a e , die sich links und ech s gegenübe s anden und in de Höhe ges a el wa en. Zu den e höh en Bänken üh en S u en, auße dem gab es auch Fußbänk- chen. Viel Kup e we k gab es bei de Auss a ung: e wa ie g oße siebena mige Kup e leuch e s an- den au dem Boden ech s und links neben dem Tisch. An de Decke hingen d ei kup e ne Lampen“.62 Die Synagoge in Linnich is als beme kenswe e Leis ung alle Be eilig e anzue kennen. Sie be- zeug ein au ällig selbs bewuss es und p äsen es Au e en de jüdischen Gemeinde in Linnich. B ocke 1999, S. 342. 61 Go zen 2005. 62 Go zen 2005, S. 6, do : Besch eibung du ch So ie de Schwa z. Abb. 18 He mann A nold, Meno ah-Leuch e , 1912. T aue halle des jüdischen F iedho s Aachen (Fo o: Anke Fissab e) Auch die Wahl des Aachene A chi ek en und die Realisie ung on dessen in seine Zei hochmo- de nem En wu zeug on p og essi em Geis .63 He mann A nold bewies mi diesem Bau, dass e nich nu als Innena chi ek , sonde n auch im Hochbau beme kenswe e En wü e ealisie en konn e. Wie es zu seine Beau agung kam, konn- e bishe nich nach ollzogen we den. Die Ge- meinde ha e jeden alls lange ü die E ich ung eine eigenen Synagoge gesammel und gespa , und es gab be ei s Planungen sei de Jah hun- de wende. Ein e s es P ojek aus dem Jah 1903 kann noch nich on A nold en wo en wo den sein, de e s 1904 nach Aachen kam.64 E s die Bewilligung on Zuschüssen du ch das Landes- abbina e möglich e le z endlich das P ojek on 1912.65 De Bauan ag mi allen Bauzeichnungen da ie au den Somme 1912, und nach de E ül- lung einige Bedingungen des K eisbaumeis e s 63 Vgl. B ocke 1999, S. XXI-XXIII 64 P ach 1997, S. 111 65 Loosen 1994, S. 53. 19 begann man An ang No embe mi dem Bau. Die Rohbauabnahme e olg e im Juni 1913 und die le z endliche Geb auchsabnahme e s im Mä z 1914, nachdem de Bau be ei s im No embe 1913 eingeweih wu de. Die Baulei ung ha e de Aachene A chi ek F i z Toussain inne, au den spä e eingegangen we den soll.66 Das Gebäude dien e de Gemeinde nu 25 Jah e lang als Be - haus. Die nach olgende sch eckliche Geschich e on Disk iminie ung, Ze s ö ung, Ve olgung und Mo d wu de g ündlich au gea bei e in den bishe- igen Publika ionen zu jüdischen Gemeinde Lin- nich, und soll hie zumindes e wähn we den.67 A nold a bei e e auch bei ande en Gelegenhei en ü jüdische Gemeinden. 1912 ges al e e e zwei schiedeeise ne siebena mige Leuch e , Meno o , ü die T aue halle des jüdischen F iedho s in 66 S ad a chi Linnich. Baupläne, Anzeigen zum Bau- beginn, zu Rohbau- und Geb auchsabnahme. 67 Loosen 1994, P ach 1997, Go zen 2005, Schunn 2016. Abb. 19 Pe e Beh ens (1906-7), En wu ü die e angelische Ki che in Hagen-Weh inghausen. Pe spek i e on de Rücksei e. (© Bilda chi Fo o Ma bu g) Aachen. Die heu e o O e hal enen Leuch e wu den om Kuns schmied Wilhelm Giesbe an- ge e ig , de eben alls in de Kuns gewe beschu- le leh e und a bei e e. Eine de beiden Leuch e wu de im gleichen Jah bei eine Sonde auss el- lung zum Ka holiken ag im neuen s äd ischen Kuns gewe bemuseum gezeig .68 Eine Nennung in eine Lauda io is zu en neh- men, dass de jüdische F iedho in Jülich o enba nach einem En wu on He mann A nold umge- s al e wu de. Dies konn e bishe in de Li e a u und den ö lichen Quellen noch nich nach ollzo- gen we den.69 68 Fissab e 2022, S. 62, Anm. 88, Abb. S. 53. Ich danke Anke Fissab e ü den Hinweis. 69 AA 19.10.1929, gl. No be Thiel, G abs eine e in- ne n und mahnen. Zu Geschich e de jüdischen F iedhö e im K eis Jülich, in: Heima kalende des K eises Jülich, Jg. 22, 1972, S. 72-89. F dl. Auskun Susanne Rich e , S ad a chi Jülich (Mail . 17.8.2023) 26 Mi den neuen E kenn nissen übe die Pe son He mann A nold üg sich ein Puzzles ück in das Bild de ühen Mode ne in Aachen und da übe hinaus ein. Von 1904 bis 1934 lei e e e eine Fach- klasse ü Innena chi ek u an de Kuns gewe be- schule Aachen, und bilde e zahl eiche A chi ek en und kuns gewe bliche Ges al e aus. Sein wohl be ühm es e Schüle wa Ludwig Mies an de Rohe, de seine Fachklasse 1904 und 1905 be- such e. E e wähn e A nold jedoch nie in spä e en Be ich en übe seine Lau bahn. Dies mag ückbli- ckend an de Dominanz de olgenden Ka ie es- ch i e on Mies gelegen haben, ielleich abe auch an de mangelnden Viel al in de A chi ek- u leh e, die e dann in Be lin bei B uno Paul und Pe e Beh ens such e. Ge ade zu Beh ens wa A nold abe ein B ücken- baue , mindes ens in Bezug au dessen Ideenwel- en, und wah scheinlich auch übe pe sönliche Emp ehlungen. E selbs ha e meh e e Jah e in lei ende Funk ion in dessen A elie au de Da m- s äd e Ma hildenhöhe und in Düsseldo gea bei- e , und auch un e ihm an de do igen Kuns ge- we beschule geleh . Übe seine Emp ehlungen an Pe e Beh ens b ach e e nach eigene Aussage junge Aachene Nachwuchs alen e in dessen Po sdame A elie un e , da un e auch Ludwig Mies an de Rohe. In seinem eigenen We k las- sen sich s a ke Rezep ionsp ozesse on Beh ens We k e kennen. Beim einzigen g öße en bekann- en Bauwe k A nolds, de Synagoge in Linnich (1912-13), übe nahm e Bau yp, Raumkonzep und o male De ails on ku z zu o en s andenen Zen albauen wü en seines Leh meis e s, de e angelischen Ki che ü Hagen (1906) sowie dem Pa illon de AEG au de Be line Schi bau-Aus- s ellung (1908). A nold wa bei de e s en Re o m de Aachene Kuns gewe beschule 1904/5 eine de zen alen, eibenden K ä e gewesen. Gleichwohl emp and e die zwei e g oße Re o m un e dem Di ek o a on Rudol Schwa z Ende de 1920e Jah e als Be- d ohung, und zog sich meh und meh zu ück in die Opposi ion. In diese Zei schein e o angig als P oduk ges al e , beispielsweise ü Po zellane au ge e en zu sein, da sich die A chi ek u im Zuge de En wicklung nach dem E s en Wel k ieg in ande e Rich ungen beweg e. Die Geschich e A nolds und seine Schüle is auch die Geschich e de haup sächlich in de P axis und an den p eußischen Baugewe k- und Kuns gewe beschulen des ühen 20. Jah hun- de s ausgebilde en, nich -akademischen A chi- ek en. Fü sie wa de Au odidak Pe e Beh ens selbs e s ändlich ein Iden i ika ionspunk , und A nold als dessen Zögling ein Ini ia o de ühen Mode ne in Aachen. Fazi 27 Anhang He mann A nold: We klis e und Tä igkei en 1901-1904 Mi a bei bei Pe e Beh ens in Da ms ad und Düsseldo , u.a. an den (Wel -) Auss ellungen ü Tu in 1902, Düsseldo 1902 und 1904, S . Louis 1904, Leh assis enz bei den Meis e ku sen in Nü nbe g 1901 und 1902 und an de Kuns gewe beschule Düsseldo im Somme 1904. 1903 En wu eines S udie zimme s. ( e ö en lich in: Mode ne Bau o men III, 1904, He 3, S. 21) 1905 Vo ag „Übe Raumkuns “ im Gewe be e ein Aachen. (Tex im Anhang) 1906 Auss a ung Di ek o en- und Kon e enzzimme im Kaise -Ka ls-Gymnasium Aachen, mi Male Al ons Le ailleu . 1907-8 Auss a ung zweie Schulklassen im Kaise -Wilhelm-Gymnasium, nach Angaben on Max Schmid-Bu gk. 1907 Innena chi ek u zweie Zimme : He enzimme , Esszimme , ü die Auss ellung de ‚ eien Ve einigung ü angewand e Kuns ‘ in Dü en. 1907 Küns le ische Lei ung, Auss ellung ü Handwe k und ch is liche Kuns . Au bau / Mi a bei : Pe e G oßmann. 1910 Bildbei ag, Handzeichnung ü die Fes sch i zum Wohl ä igkei s-Baza Aachen 1910. 1911 Mi glied des Küns le ausschusses im Komi ee des Faschingszuges. (EdG 25.2.1911) 1912 Ges al ung zweie Meno o (siebena mige Leuch e ) ü die T aue halle des jüdischen F iedho s Aachen. Aus üh ung: Wilhelm Giesbe . Auss ellung eine Meno a au de Sonde auss ellung zum Ka holiken ag im Kuns gewe bemuseum Aachen, 1912. 1912-13 Synagoge in Linnich. Baulei ung: F i z Toussain . (n.bek.) Is aeli ische F iedho Jülich. (1. Wel k ieg) n.bek. Ki chen (n. bek.) n.bek. Eh en iedho ü Ge allene des E s en Wel k iegs bei Ma ille (F ank eich). 1923 Auss ellung de Fachklasse ü kuns gewe bliche En wü e au de Weihnach sauss el- lung des „Ve bandes ü deu sche F auenkul u “ bei Fi ma Sinn in de G oßkölns aße, Aachen. Expona e: Handbemal e Holzobjek e und S o e. (EdG 8.12.1923) Ab 1924 Eha-Edelpo zellane mi E ich Haselhuhn. z.B. 1931 Ges al ung eine Po zellandose ü Rosen hal / Ba a ia. 1925 Küns le ische Lei ung de „Indus ie- und Gewe beschau“, Auss ellung de Aachene Wi scha in de Wes pa khalle. do : Auss ellung de EHA-Edelpo zellane (mi E. Haselhuhn) Auss ellungs aum ü das Maß-Schneide gewe be. Aus üh ung: Geo g Mennicken. 1925 Tex e ö en lichung „Das S ad bild in Aachen“. (Tex im Anhang) Janua 1926 Auss a ung des Ve sammlungssaales ü die Jah essi zung de Handelskamme . Sep embe 1926 Ein ich ung des „Aachene Zimme s“ im Res au an Ejjene Keise Ka l sowie Juni 1928 de „Ka lsschänke“ und Juni 1931 des „Ka l-Bu ge -Zimme s“. 28 He mann A nold Übe Raumkuns Vo ag des He n He mann A nold, Leh e an de Kuns gewe beschule zu Aachen gehal en am 7. Dezembe 1905. Ve ö en lich in: Jah es-Be ich des Gewe be-Ve eins zu Aachen, Bu scheid und Umgegend, Band 27, 1905, S. 52 . Meine He en! Wenn wi e gangene S ilpe ioden, insbesonde e die omanische, die go ische, die Renais- sance u.s.w. übe blicken, so e kennen wi , dass jede diese S ile de jeweiligen Kul u , den ö lichen und Zei e häl nissen angepass wa . Wi besi zen aus jede S ilpe iode ollende e Meis e we ke, die uns imme o bildlich bleiben we den. Wi haben unse e Museen, die uns mus e gül ige We ke aus jenen Zei en o üh- en, Wa um sind sie daselbs au bewah ?, doch nu um uns zu beweisen, in welch‘ hohem G ade unse e Vo - ah en e s anden haben, ih em küns le ischen Emp- inden, gepaa mi ih en echnischen Kenn nissen, in ih en We ken Ausd uck zu geben. Zu Ende des 19. Jah hunde s kam on England he eine ische S ömung in unse Kuns wesen. Es hiess alsbald: englisch-go ische S il, englische Renaissance ode englisch-mode n. Wi haben da in den Beweis, dass die neue S ömung in dem o ausgegangenen S udium de auch uns o bildlichen S ila en ih e Wu zel ha e. Vielen gab die neue S ömung die An e- gung, sich ih anzuschliessen. Ande e b ach en ganz nach ih e eigenen Anschauung ih Emp inden zum Ausd uck und en wickel en da aus den on Wi wa und Un e s ändnis du chd ungenen sogenann en Ju- gends il. Sie glaub en sich be u en, in diesem Sinne zu scha en, obgleich es mi ih en p ak ischen und küns - le ischen Fähigkei en o he zlich schlech bes ell wa . Die unmöglichs en Dinge wu den „gelös “, planlos und ohne Inhal wu den die Jugends ilmo i e au Fassaden, Säulen, Wänden, Möbeln und an kuns gewe blichen Gegens änden angeb ach . Jedes Ge ühl ü logische En wicklung ging diesen „Küns le n“ ab. Sie beschick- en den Ma k mi ih en gegens andslosen Schöp un- gen, was zu Folge ha e, dass die Geschmacklosigkei imme s ä ke um sich g i . De Volkskuns wa dami nich gedien . Die Auss ellungen in Pa is, München, Da ms ad , Tu in, Düsseldo und S Louis zeig en uns den ich igen Weg. Wohl wa en do gu e und schlech- e A bei en e e en, wohl wa die K i ik s a k ge eil , abe daneben siche en uns unse e üh enden Küns le wie an de Velde, Rieme schmied, Pankok, B uno Paul, Hube , Olb ich, Beh ens u. a. eine gesunde Basis ü un- se heu iges Kuns scha en. Bei allen diesen impulsi en Küns le n bilden die logischen, kons uk i en G und- sä ze den Vo zug ih e We ke. Zahl eiche E indungen und echnische E ungenscha en e leich e n unse e Au gaben wesen lich. Die meis en zu Ve wendung kommenden Ma e ialien we den heu e du ch Maschi- nen bea bei e . Abe s a nun We ke zu scha en, die diesen Fo sch i en en sp echen, agen die A bei en imme noch den S empel längs e gangene und miss e s andene S ilpe ioden. Unse has endes Leben und na ü liches Bedü nis nach Bequemlichkei und Zei e spa nis e anlassen uns, alle Wohn äume zwecken sp echend einzu ich en. Unse Auge soll nu gu e Fo men sehen, de Mensch soll sich wohl ühlen in seinen Wohn äumen und geis ig a bei- en können. Hie zu muss seine Umgebung gescha en sein. Die Ha monie, welche jeden Raum behe schen soll, is du ch küns le isch einsinnige Anwendung de Deko a ionsmo i e und de Fa be zu un e s ü zen. Jede einzelne Gegens and soll küns le ischen We besi zen: Fussboden, Wände, Decke und Möbel sollen eine Einhei da s ellen. Die Fa be, eine de wich igs- en Fak o en, muss mi küns le ischem Emp inden gewähl und e eil sein, wäh end dabei besonde s au die e schiedenen zu Ve wendung kommenden Ma e ialien Rücksich zu nehmen is . Ein Ma e ial da nu zwecken sp echend e wand we den. Das O na- men dien dazu, die Kons uk ion und den Zweck zu be onen, es muss dahe innigs mi dem zugehö igen Gegens ande e a bei e we den. Jedes unge ech e - ig e Mo i äll dem küns le isch Gebilde en s ö end au und e weck den Ve dach , dass Kons uk ion ode Zweck des be e enden Gegens andes un e s anden sei. Die Ein ich ung eines Zimme s im Baue nhause e zeug , wenn sie p ak isch und bequem is , eine wohl- uende S immung. Ein ach, schlich , wie es den Lebens- gewohnhei en seine Bewohne en sp ich , pass alles besse zusammen als in manchem Salon. Schmuck is nu da angeb ach , wo e die Bes immung eines Ge- gens andes nich beein äch ig . Wenn das Ganze dem Cha ak e de Bewohne en sp ungen is , so wi k es na ü lich und schön; ganz wie das Gegen eil eines heu- igen „Wohnzimme s“ im S il de — Be line — Renais- sance. Alle lei Zie a wuche da an Wänden und „s ilech en“ Möbeln, d ei- und ie ach übe schlagene Ga dinen, die sogenann en S aub esse , Fäche , küns - liche Palmen und sons ige übe lüssige Schmuck wi ken zusammen, um wede Ruhe noch Behaglichkei au kommen zu lassen, weil ein Gegens and den ande- en in seine Wi kung s ö . Wenn manche Innen äume aus e gangenen Zei en heu e noch unse e Bewunde ung e egen, so dü en wi nich e gessen, dass sie aus denselben ich igen küns le ischen Uebe legungen he aus gescha en wu - den, die auch heu e noch die massgebende Bedingung ü unse Kuns scha en sein soll en, denn un e än- de lich sind die Gese ze ü wah e Schönhei . Da um sollen wi mi de F eude an dem Uebe kommenen das S eben e binden, in demselben Sinne un e Be ück- sich igung unse e mode nen Lebensbedingungen zu scha en. Anhang 29 He mann A nold Das S ad bild in Aachen Ve ö en lich in: Lokales, Echo de Gegenwa , 24. Mai 1925 Es kann als ein Ve diens des A chi ek en Wal e Bü- cken (Aachen) angesehen we den, die An egung zu a bigen Ausges al ung de Häuse assaden in Aachen gegeben zu haben. Sein e s e Au sa z e schien am 25. Ap il 1925 in den hiesigen Tageszei ungen. Man kann dem Genann en nu da in zus immen, daß das S ad - bild du ch a ben eudige Fassaden nu dann eine Fö - de ung e häl , wenn de Ans ich küns le isch ges al e und de Eind uck de gewähl en Fa ben ein ü das Auge wohl uende is . Küns le ische Fa ben eudigkei is noch lange nich gleichbedeu end mi eine hand- we ksmäßigen Ve wendung de Fa ben beim Ans ich de Fassaden. Leide is eine Reihe Mißg i e schon zu e zeichnen. K i ik übe diese Fassaden mögen die Beschaue selbs ausüben. Ich möch e die Au me ksamkei lenken au einige Fassadenans iche, die au a ben eudige und küns le ische Ausges al ung Ansp uch machen dü en und emp ehle den Hausbesi ze n, sie in Augenschein zu nehmen. Da is das Haus Pon s aße N . 80. Hie is mi zwei Fa ben (gelb und blaug ün) die e häl nismä- ßig ein ache Fassade du ch güns ige Linien e eilung wi kungs oll he ausgehoben; de Fassadenans ich des Hauses Hindenbu gallee N . 51 zeig au el enbein ge ön em G unde eine uhige Linien üh ung in o , die dem Hause einen eundlichen und dem Auge wohl uenden Cha ak e e leih , ohne bun zu wi ken; zwei Häuse neben de Haup pos , das eine in o , das ande e au hellem G unde mi blau, haben eine gu e Kon as wi kung und sind a big p äch ig au einande abges imm . Beach enswe is e ne das Haus Adal- be s aße N . 3. Hie is au jede bun a bige Wi kung e zich e , und wu de dem Cha ak e des Hauses en - sp echend und zu den o handenen gelben S einen ein EI enbein on und b aun e wand , was dem Hause einen s il ollen, o nehmen Cha ak e gib . In allen oben e wähn en Fällen wi k de Fassadenans ich nich nu eundlich, sonde n ha auch eine küns le- ische Ausges al ung bekommen. Ein küns le ische Fa benans ich kann an manchen Häuse n, die um 1900 (e was ühe ode spä e ) e bau wu den, die unschöne Wi kung des übe ladenen, eilweise sinnlo- sen S uckschmuckes milde n. Wä en damals S immen des Einsp uchs e olg , so s ände es heu e mi unse em S ad bild besse . Die An egung, ü einen a bigen Fassadenans ich die Begu ach ung des Hochbauam es einzuholen, ha in den Tageszei ungen Wide sp uch ge unden. De geh zu wei , de nun hie bei eine „Be o mundung des Hauseigen üme s“ sieh , ode schon ein neues „Deze na “ en s ehen sieh . Eine Begu ach ung de Fa benskizzen sei ens des Hochbauam es kann ohne Pe sonal e meh ung s a inden. Man geh auch zu wei , wenn man behaup e , schließlich könn e ein „Zwang“ en s ehen, die Häuse ans eichen zu lassen. Die Begu ach ung geschieh doch nu im ö en lichen In e esse: olglich kann on eine „Be o mundung“ nich die Rede sein. Völlig abwegig is es abe , das Ve langen zu s ellen, die be u smäßigen A chi ek en soll en den Hausbesi ze n au An ag „kos en ei“ (!) Fa benskizzen an e igen. Mi ehl de Glaube, weil es eine läche liche Fo de ung is . Die Kos en ü eine küns le ische Be a ung sind ü den Hauseigen üme im Üb igen so ge ing ügig, daß sie nu einen ge ing ü- gigen P ozen sa z de Kos en des Ans iches da s ellen. Deshalb soll en sich die Hauseigen üme ode abe die Ans eiche meis e on küns le ische Sei e be a en lassen: dann we den Mißg i e, wie sie bishe s a an- den, ausgeschal e . Anhang He mann A nold Zei ungsa ikel zum 25. Diens jubiläum Ve ö en lich in: Aachene Tagesschau, Aachene Anzeige , 19. Ok obe 1929 P o . He mann A nold on de Kuns gewe beschule eie e am Donne s ag sein 25jäh iges Diens jubiläum als Lei e de En wu sklasse ü A chi ek u . De Jubila begann seine Küns le lau bahn in de Küns le kolonie Pa iz Hube s in Da ms ad . Nachhe bis zu seinem 22. Lebensjah e, wa e lei ende Assis en im A elie des A chi ek en Beh ens. 1904 wu de P o esso A nold als e s e Leh k a ü A chi ek u an die Aachene Kuns gewe beschule be u en. Au allen Gebie en de A chi ek u ha sich P o . A nold im Lau e seines a - bei s eichen Lebens be ä ig , o allem abe au dem Gebie de Innena chi ek u . Zahl eiche En wü e zu Bau en und Anlagen s ammen on seine Hand, so z.B. die Synagoge in Linnich, de is aeli ische F iedho in Jülich. 1907 is un e seine küns le ischen Lei ung die Auss ellung ü Handwe k und ch is liche Kuns und 1925 die Indus ie- und Gewe beschau in Aachen en - s anden. Fe ne wu de e bei zahl eichen Wel auss el- lungen als Mi a bei e he angezogen. In de Schüle lis- e on P o . A nold sind die Namen iele aus Aachen s ammenden A chi ek en on in e na ionalem Ru e - zeichne . Die zahl eichen Beziehungen, die sich im Lau- e de Jah e anknüp en, e möglich en es dem allsei ig belieb en Leh e , die begab e en jungen A chi ek en aus Aachen in e s en Facha elie s un e zub ingen. P o . A nold is ein Mann on sel ene Regsamkei . Seine A bei is und wa ihm on jehe Lebensbedü nis. Wi dü en den Wunsch aussp echen, daß de Jubila noch lange sein Am so e wal en wi d, wie e es bishe ge- an ha . 30 Ande son 2015 S an o d Ande son, Das A elie on Pe e Beh ens, 1908-18. In: S an o d Ande son, Ka s en G unow, Ca s en K ohn (H sg.), Jean K äme , A chi ek , und das A elie on Pe e Beh ens. 2015, S.24- 82. A nold 1905 He mann A nold. Übe Raumkuns . in: Jah es-Be ich des Gewe be-Ve eins zu Aachen, Bu scheid und Umgegend, Band 27, 1905, S. 52 A nold 1925 He mann A nold. 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