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BLANK – Eine rezeptionsästhetische Praxis

Schniewind, Leon

Abstract

BLANK ist formuliert um direkte Zusammenhänge von Theorie als Inspiration für gestalterische (als auch künstlerische) Konzeption und daraus resultierenden praktischen Ergebnissen herauszustellen. Zu diesem Zweck ist die Rezeptionsästhetik als Grundlage herangezogen worden. Fotografische Arbeiten werden innerhalb des Bildbands, BLANK in Beziehung gesetzt um theoretische Aspekte von Rezeption wahrzunehmen.

Full text

e lec . Jou nal o In eg a ed Design Resea ch Volume 1 (2023) BLANK – Eine ezep ionsäs he ische P axis Leon Schniewind e lec . Jou nal o In eg a ed Design Resea ch Volume 1 (2023), A icle 1 BLANK – Eine ezep ionsäs he ische P axis Leon Schniewind Da e o Publica ion: No embe 14 h, 2023 DOI : h ps://doi.o g/10.57684/COS-1224 URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-12243 h ps:// e lec .o g Edi o ial boa d P o . D . Lasse Sche ig (chai ) P o . D . Ca olin Hö le P o . Michael Gais Simon Meienbe g Da id Sie e ding Ma in Sis ig Tex co ec ion Jeanne e Klinge Technische Hochschule Köln Köln In e na ional School o Design Ubie ing 40 50678 Köln h ps:// h-koeln.de h ps://kisd.de Au ho Leon Schniewind [email protected] This pape has been published elec onically ia Cologne Open Science, he open access eposi o y o Cologne Uni e si y o Applied Sciences. h ps://cos.bibl. h-koeln.de/ This pape is based on he inal hesis by he au ho which has been supe ised by P o . D . Ca olin Hö le and P o . Michael Gais LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 1 OF 10 BLANK – Eine ezep ionsäs he ische P axis Einlei ung Welche Rolle spielen Be ach e :innen bei de Auseinande se zung mi o og a ischen A bei en und wi d die Be ach ung bei de E s ellung eines We ks be ei s mi gedach ? Im olgenden A ikel sollen diese F agen un e Rückg i au die Theo ie de Rezep ionsäs he ik geklä we den. Dazu wi d zu Beginn die heo e ische G undlage e läu e . Um die Theo ie au ih en Wah hei sgehal in Bezug au die o og a ische Bildbe ach ung zu übe p ü en, olg im Anschluss eine Analyse des Bildbands „Supe icial Images“ on Pe e Tillessen. Abschließend wi d die Rezep ionsäs he ik du ch E läu e ungen zu A bei BLANK in eine nach ollziehba e P axis übe agen und ü Be ach e :innen e ah ba . FIG 1 Bildband: Supe icial Images, ed. Pe e Tillessen (Spec o Books, 2016) © Leon Schniewind Rezep ionsäs he ik Die Rezep ionsäs he ik ha ih en U sp ung in den spä en 1960e -Jah en. Sie is als An wo au den om Linguis en Fe dinand de Saussu e gep äg en S uk u alismus und die He meneu ik sowie als Gegenbewegung zum Biog a ismus zu sehen. Fo mulie wu den die Ansä ze de Rezep ionsäs he ik on Wol gang Ise in seine An i s o lesung an de Uni e si ä Kons anz olgende maßen: „Die Appells uk u de Tex e. Unbes imm hei als Wi kungsbedingung li e a ische P osa“. Neben Ise is Hans Robe Jauß eine de wich igs en Ve e e de Kons anze Schule. Auch e kons a ie e, zwei Jah e o Ise , seine ezep ionsgeschich lichen Ansä ze in seine An i s o lesung an de Kons anze Uni e si ä . Ih e He angehensweisen un e scheiden sich inso e n, als Jauß seine Theo ie e meh au die Li e a u geschich e s ü z , wohingegen Ise den Ak des Lesens selbs okussie . Beide ücken in ih en Theo ien die Lese :innen und ih e Wah nehmung in den Mi elpunk de E assung de Sinnha igkei eines li e a ischen We ks. Diese Theo ie is kon ä zum Biog a ismus, de Au o :innen und ih e Biog a ien in den Vo de g und de Auseinande se zung mi dem li e a ischen We k und dessen Ve s ändnis se z . Die Rezep ionsäs he ik gib sich nich mi einem einzigen es gesch iebenen Tex sinn zu ieden. Die S uk u li e a ische Tex e is so en wo en, dass sich ih e Deu ung nich allgemeingül ig es sch eiben läss . Ih e Bedeu ung wi d mi jedem Lese o gang und jede G uppe on Lese :innen ak ualisie . Zei liche Un e schiede zwischen den Lese o gängen können zu eine daue ha en Ak uali ä des Tex es üh en. Das Tex e s ändnis schein s ändig in Bewegung, da die angebo enen Pe spek i en beg enz sind. Die Lese :innen müssen ih e Bedeu ung gegeneinande abwägen, um ih en Sinn zu kons i uie en. Die Rezep ionsäs he ik besch eib die Sinnkons i u ion auch als Realisie ung. Realisie ungen besch eiben in de Rezep ionsäs he ik eine Fo mulie ung des Tex -/Bild e s ändnisses, die jedoch nich , weil einmal aus o mulie , gel end gemach we den kann. Sieh man die Realisie ungen als Lese o gangse gebnis, so we den die „Bedeu ungen li e a ische Tex e […] übe haup e s im Lese o gang gene ie .“ Die Fo mulie ung on Bedeu ung is somi P oduk de In e ak ion zwischen Tex und Lese :in. „Gene ie de Lese die Bedeu ung eines Tex es, so is es nu zwangsläu ig, wenn diese in eine je indi iduellen Ges al e schein “, sch eib Ise zu Deu ungs a ianz on Tex en und cha ak e isie dami die Rolle on Lese :innen. Die Rezep ionsäs he ik be ass sich also mi den Bedingungen de e schiedenen Deu ungsmöglichkei en on Tex en. Als de en [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 2 OF 10 G undlage we den die un e schiedlichen sozialen und (li e a u -)geschich lichen Ve anlagungen de Lese :innen gesehen. Hans Robe Jauß’ E kenn nisse dazu sind olgende: Lese :innen haben ak i en An eil an de geschich lichen En wicklung eines We kes. Das bedeu e , dass sie in de Lage sind, die Rele anz li e a ische We ke ins Hie und Je z zu übe agen. Die Möglichkei , li e a ische We ke ak uell zu be ach en, häng imme auch mi dem au de eigenen li e a ischen E ah ung basie enden E wa ungsho izon zusammen. Je meh E ah ung Lese :innen mi b ingen, des o ehe sind sie in de Lage, auch Tex e mi g oße äs he ische Dis anz zu e assen. Diese Tex e e o de n eine s ä ke e Ak i i ä de Lese :innen. De G ad an Unbes imm hei in Tex en üh zu un e schiedlichen Möglichkei en de Be ach ung eines Tex es und is ausschlaggebend ü die G öße de äs he ischen Dis anz. Diese muss on Rezipien :innen übe wunden we den, um ein Ve s ändnis des Tes inhal s zu e langen. Zudem üh de Zei punk des Leseak es zu eine un e schiedlichen Deu ung de Tex e. Supe icial Images Zei e se z e, oneinande abweichende Deu ungen sind das E gebnis on Ak ualisie ungen und we den auch als Realisie ungen besch ieben. Diese Realisie ungen basie en au dem An eil de Unbes imm hei im Tex . Beispielsweise is die Geschich e eines Romans mi Kommen a en de Au o :in du chse z und bie e so eine Hil es ellung zu Tex deu ung. Die Absich des Tex es wi d in diesem Fall nich o mulie , s a dessen is sie E gebnis de In e ak ion on Lese :in und Tex . Die In e ak ion bes eh aus dem Tex gehal , seine Wah nehmung du ch die Lese :in und dem Abgleich mi ih e eigenen E ah ungswel . Sie is E gebnis bewuss e O enhei und üh zu einem Einbezug de Lese :in. Die Übe agung de ik ionalen E ah ungswel des Tex es in die eale E ah ungswel de Rezipien :innen üh dazu, dass „wi mi jedem Tex nich nu E ah ungen übe ihn, sonde n auch übe uns“ machen. Ebenso können Fo og a ien ü eine neue Einwi kung au die ealen E ah ungen de Be ach e :in so gen. Sie können unbekann e Inhal e lie e n, die F agen au we en. Bei deu ungso enen Bilde n g ei man in manchen Fällen dann au e schiedene Hil smi el, wie das Abbildungs e zeichnis ode Suchmaschinen, zu ück, um meh In o ma ionen zu abgelich e en Si ua ion zu e hal en. Um die Be ach ung eine Fo og a ie und ih e medienspezi ischen Me kmale sowie die e wei e e Wi kung on Bildse ien he auszus ellen, soll im Folgenden anhand des Bildbands „Supe icial Images“ on Pe e Tillessen exempla isch eine Be ach ungsanalyse ollzogen we den. Ian Je ey sch eib zu de an die Be ach ung de Fo og a ien sich anschließenden Handlung: „Tillessen schein uns mindes ens so seh un e hal en wie in o mie en zu wollen. […] Dennoch en hal en die meis en seine Vo lagen die Au o de ung, selbs e was he auszu inden – und sei es nu , um die na ü liche Neugie zu be iedigen. E gib einen Anhal spunk , und de […] Be ach e kann de Ve lockung nich länge wide s ehen.“ Es s ell sich he aus, dass die A bei en Pe e Tillessens einen g oßen An eil an Ve olls ändigung du ch Be ach e :in zulassen. In eine e s en Be ach ung können sie als Schnappschüsse ode Momen au nahmen gel en. Se z man sich jedoch in ensi mi dem Einzelbild ode auch eine Bild eihe auseinande , so sp ing man schnell in bild emde neue Be eiche. Dies is o du ch die Bild i el beding , wie bei Supe icial Image No. 0036, USA, 2006: [9] [10] [11] [12] [13] [14] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 3 OF 10 FIG 2 Supe icial Image No. 0036 als Beispiel ü i elgebundene, bild emde Be eiche © Pe e Tillessen: Supe icial Image No. 0036 Ein scheinba beliebige Jogge in o ange- o e Spo hose mi dunkelb aunen Haa en und spo liche , silbe ne B ille wi d du ch den Ti el „Dus in Ho man“ zum in e na ional e olg eichen Schauspiele . Die Bildun e sch i e lock zu genaue en Be ach ung. Zwei el an de Zuo dnung de Pe son lassen den Blick au die Fo og a ien au de gegenübe liegenden Sei e wande n. Ve mein lich hil die Bildun e sch i „Blue helme s in New Yo k“ bei de ö lichen Zuo dnung de Bilde , und man is geneig , auch die Au nahme des Jogge s in New Yo k zu e o en. Tillessen wähl seine Bild-Ti el- Kombina ionen ganz bewuss so aus, dass Be ach e :innen eine gedankliche Reise, wie zu o besch ieben, un e nehmen. De Au nahme wi d so eine nich o ensich liche Wel zugesp ochen, die sich e s e ö ne , wenn sich die be ach ende Pe son au die Ini iie ung diese Reise einläss . Mi seinem Bild „Dus in Ho man“ lie e Tillessen Posi ionen, die es den Be ach e :innen übe lassen, wie sie das Bild e olls ändigen. Sie können ihm glauben und den Schauspiele in dem Bild inden ode sie e kennen den Schauspiele nich und sehen keine be ühm e Pe sönlichkei in dem Jogge . Die Ve olls ändigungen gehen abe übe die Iden i izie ung de Pe son hinaus. Gehen die Be ach e :innen da on aus, dass es sich um den be ühm en Schauspiele handel , olgen sie au oma isch in eine ande e E ah ungs- beziehungsweise Ge ühlswel . Sie begeben sich in eine Posi ion, die ihnen unbekann is . Die Reise in eine Bildg enzen übe sch ei ende Dimension e ö ne sich hie scheinba e s du ch den Ti el des Bildes. Die Be ach e :innen wä en, obwohl eine Ähnlichkei zwischen de abgebilde en Pe son und dem Schauspiele es zus ellen is , kaum in die Wel de Hollywoodschauspiele :innen und ih e Auseinande se zungen mi dem All ag o ged ungen, wenn die Bildun e sch i nich einen Bezug dazu he ges ell hä e. Da übe hinaus zeig sich hie deu lich de An eil de Be ach e :innen an de Rezep ion. Ih e Vo geschich en beg ünden un e schiedliche Bildau assungen. Eine Möglichkei , solche Momen e in li e a ischen Tex en, wie beispielsweise Romanen, zu scha en, sind Kommen a e du ch die Au o :innen. Sie e gänzen die E zählung du ch Kommen a e und lie e n so E üllungsmöglichkei en. Kommen a e zu den E zählungen eine Geschich e können im Be eich de Fo og a ie in zu den Bilde n gehö enden Ti eln ge unden we den. Diese können ähnlich iel äl ige Reak ionen he o u en. Die Fo og a ie und ih e Au nahmesi ua ion we den e gänz , ih e Be ach ungsebene e wei e . [15] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 4 OF 10 FIG 3 Ti el als Kommen a e und E wei e ung de Be ach ungsebene © Pe e Tillessen: Supe icial Image No. 0875 Tillessen mach sich dies zunu ze und e zeug die gleiche Wi kung in seinen A bei en „John I ing,“ „Alan G eenspan“ und „Michael Haneke,“ indem e auch hie die abgebilde en Pe sonen du ch die Ti elgebung zu P ominen en we den läss . In „Supe icial Images“ wi d die Se ie jedoch nich als zusammengehö ig p äsen ie . Sie sind einzeln im Buch zu inden, sodass eine Ve bindung de Bilde nich o ensich lich is und e s bei genauem Be ach en he ges ell we den kann: Die Fo og a ien de Pe sonen ähneln sich in ih em Bildau bau. Die abgelich e en Pe sonen sind in All agssi ua ionen au genommen und ikonisch in die Bildmi e gese z . Die Kombina ion aus ähnlichen Ti eln und gleichem Bildau bau läss die Einzelbilde in de Wah nehmung zu eine Se ie we den. Ti el können in de Fo og a ie wei e e Einlassmöglichkei en ü die Be ach e :in e zeugen. Ise besch eib diese Einlassmöglichkei en im Zuge seine E läu e ung zum Lese o gang als Lee s ellen. In de Li e a u en s ehen sie zwischen den sogenann en aneinande s oßenden „schema isie en Ansich en“, die einen li e a ischen Gegens and aus e schiedenen Be ach ungswinkeln he o b ingen. „Jede einzelne Ansich b ing in de Regel nu einen Aspek zu Gel ung. Sie bes imm dahe den li e a ischen Gegens and genauso, wie sie eine neue Bes immungsbedü igkei zu ückläss .“ So gesehen kann ein li e a ische Gegens and o z eine Vielzahl on Ansich en nie in Gänze besch ieben we den. Jede Aneinande eihung on Ansich en gene ie Lee s ellen, die einen Auslegungsspiel aum bie en. Au die Fo og a ien in „Supe icial Images“ bezogen können die Lee s ellen un e ande em in de Zusammense zung on Bilde n zu Bildse ie ge unden we den. In einem e s en Sch i se z die Be ach e :in die Einzelbilde zu Se ie zusammen und besei ig so einen Teil de Lee s ellen. Da übe hinaus e such sie, die Be ach ung des Bildes zu konk e isie en und die Pe sonen zu iden i izie en. Die F age, ob es sich a sächlich um die im Ti el genann en Pe sonen handel , wi d sie in de Auseinande se zung mi dem Bildband jedoch nich eindeu ig bean wo en können. Diese o ene F age e binde die Fo og a ien. In wiede hol e Auseinande se zung wi d die Be ach e :in geneig sein, einen ande en Blickwinkel au die Se ie einzunehmen. Das Spiel zwischen Ti el und Bild üh zu eine A Schwebe in de Be ach ung. Tillessen e zeug eine Illusion und übe läss es den Be ach e :innen, eine de angebo enen Pe spek i en zu übe nehmen. [16] [17] [18] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 5 OF 10 FIG 4 Peace S one, Supe icial Image No. 0035 © Pe e Tillessen Supe icial Image No. 0035 En we ung de Ti el Inwie e n de Ti el die Be ach ung de Fo og a ie beein luss , wi d am Beispiel on Supe icial Image No.0035 deu lich. Das Fo o e schein im Anschluss an seine Vo s ellung als „Peace S one“ au Sei e 142 noch einmal als „Me cedes Benz S one“ au Sei e 187 und ein wei e es Mal als „C ack in he S one“ au Sei e 191 . Mi jedem Ti el bie e de Fo og a eine neue Realisie ungsmöglichkei an. Die e ände e Ti elgebung zeig , dass die Ti el nu eine mögliche Be ach ung an egen. De spiele ische Umgang mi ihnen en we e jedoch gleichzei ig die Bedeu ung des einzelnen Ti els. Es e gib sich die F age, ob die Be ach e :innen die Ti el übe haup be ücksich igen soll en. Die Au gabe de Ti el indung läge dann bei den Be ach e :innen selbs . Ein be i el es Bild beinhal e also noch wei e e Realisie ungsmöglichkei en, als es de Ti el scheinba o gib , se z abe auch eine om Ti el losgelös e Be ach ung o aus. Wie li e a ische Tex e bie en auch Bilde Raum ü In e p e a ionen. Deu ungsangebo e sind dann in den Bildelemen en zu suchen. Vilém Flusse besch eib die Suche nach Bedeu ung als einen „übe die Bild läche schwei enden Blick.“ De Blick de Be ach e :innen e ass die Bildelemen e und s ell „bedeu ungs olle Beziehungen zwischen den Bildelemen en he . […] Dann en s ehen Bedeu ungskomplexe, in denen das eine Elemen dem ande en Bedeu ung e leih und on diesem seine Bedeu ung gewinn .“ Schluss olge nd muss eine Realisie ung, wie sie be ei s aus de Rezep ionsäs he ik bekann is , au G undlage de Beziehungen zwischen Bild eilen o mulie we den. Die Realisie ungen sind dann abhängig om Au bau und Inhal de Bilde . S ü z man sich in de Deu ung au die einzelnen Elemen e des Bildes und be ach e die Beziehungen zwischen ihnen, e äll man scheinba in s uk u alis ische Be ach ungsweisen. Nach Fe dinand de Saussu e sind die Zeichen eines Sys ems me apho isch mi den Figu en eines Schachspiels gleichzuse zen. De We de Figu en e gib sich e s du ch ih en Rang und die Posi ion au dem Schachb e . Im „Handbuch de Semio ik“ un e scheide Wilhelm Nö h jedoch zwischen Bedeu ung und We und bezieh sich dabei eben alls au de Saussu e. Demnach haben die Zeichen ih e Bedeu ung auch auße halb des Spiels, da sie wei e hin Teil des Spiels, also eines Sys ems sind. Ih We inne halb des Sys ems des Schachspiels e gib sich jedoch e s du ch den Rang und die Posi ion au dem Schachb e . Auße halb de Schachpa ie is ih We ein ande e . Es schein , als wü de sich die Rezep ionsäs he ik au die E kenn nisse des S uk u alismus s ü zen. Übe lappungen inde man auch in den Theo ien de Saussu es und Jauß’. Beide sp echen on synch onischen und diach onischen Sys emen, in denen die We ke be ach e we den. Jauß besch eib die diach onische Be ach ungsweise als Blick au „ein li e a isches We k inne halb eine li e a ischen Reihe.“ Sie bie e Hil es ellung bei de Bedeu ungs indung. Die synch onische Be ach ung un e s ü z die Eino dnung eines We ks inne halb eines li e a u his o ischen Augenblicks. Diesen wi kungsgeschich lichen Aspek s ell auch Ise in „Die Appells uk u de Tex e“ he aus. Je nahba e die Thema ik eines Tex es, des o komplexe und um ang eiche kann seine Da s ellungsweise und olglich die Sinnkons i u ion sein. Diesen Punk e klä Ise am Beispiel de Rolle de Lese :in in James Joyces „Ulysses“. Ise s Beispiel is ep äsen a i ü das Ve häl nis on Themen und dem Be ag an Unbes imm hei . Es schein , als hä e die Thema ik in ih e Banali ä An eil an de [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 6 OF 10 E zeugung on Lee s ellen. Je wenige ein Thema inhal lich he gib , weil es Lese :innen bekann is , des o ehe sind sie geneig , die Bedeu ung und den Sinn des Gegens ands zu suchen. De Unbes imm hei sbe ag in „Ulysses“ is Lese :innen nu au g und ih e ielsei igen E ah ungen im All ag zuzumu en. Die Vo s ellungswel en on Lese :innen hängen on ih e E ah ungswel ab. Dies bedeu e : Je um assende die E ah ungswel de Lese :innen is , des o g öße können die Aus lüge in de Vo s ellungswel de Lese :innen we den. Übe äg man diese E kenn nis au die „Supe icial Images“ on Tillessen, en deck man Pa allelen. Seine Bilde zeigen Momen e des All ags. Inhal lich sind sie leich zugänglich, ih e scheinba e Banali ä läss Be ach e :innen des Bildbands gleiche maßen nach dem Sinn suchen, wie es beispielsweise Lese :innen on „Ulysses“ un müssen. Es wi k , als wü de de zunächs ein ache Zugang in einem zwei en Sch i zu eine in ensi e en Auseinande se zung mi de Fo og a ie üh en. Ve weige n sich Be ach e :innen den Zugängen zum Bild, bleib wei e e Bilddeu ung ausgeschlossen. Eine ehlende Auseinande se zung beziehungsweise das Au kommen on Deu ungsschwie igkei en bei de Be ach ung on Fo og a ien häl auch Flusse es und o mulie einen Zusammenhang zwischen Bildp oduk ion und - ezep ion. E se z die Schwie igkei en de Bedeu ungs indung in Bezug zu Au oma isie ung on Fo oappa a en und – da aus esul ie end – zum Ve le nen des o og a ischen Bildau nahmep ozesses. Flusse bezeichne die Fo og a :innen, die sich den Appa a au oma ismen un e we en, als Knipse :innen. Die schwindende Kenn nis übe die Bildau nahme du ch echnischen Fo sch i üh zu eine mangelnden Bilddeu ungs ähigkei . Die Knipse :innen gehen also da on aus, den Bildinhal zu kennen, da e aus de ihnen bekann en Wel s amm , und e weige n sich eine in ensi e en Auseinande se zung. Zum einen sind Be ach e :innen geneig , den Bildinhal au sich bezogen zu deu en, also Tä igkei en da ges ell e Pe sonen mi ih en eigenen Handlungen abzugleichen, zum ande en s ü zen sie sich in de Bilddeu ung au Rela ionen de Bildelemen e in de Bild läche. Zudem müssen sich Be ach e :innen on ih en eigenen o og a ischen Kenn nissen en e nen, das heiß , ih e e mein liche Kenn nis übe Bildau nahme und Bilddeu ung ablegen. E s dann is de Weg ü die Bilddeu ung geebne . FIG 5 Ansich des Bildbands, Beg i „Unbes imm hei “; Bei ag on Max Ho mann © Leon Schniewind BLANK – eine ezep ionsäs he ische P axis Die P axis soll den G undgedanken de Rezep ionsäs he ik e ah ba machen. Hie bei soll die Rolle de Be ach e :innen nich nu in de Rezep ion, sonde n auch in de In e ak ion mi Bilde n liegen. Meine A bei be ass sich in e s e Linie mi de Be ach ung und Deu ungs o mulie ung on Bilde n inne halb eines Buches sowie de Indi iduali ä on Be ach e :innen und ih em E ah ungsscha z. En s anden is de Bildband BLANK. Dazu habe ich e schiedene Fo og a :innen um eine P ojek eilnahme gebe en. Wich ig dabei wa , un e schiedliche Bildsp achen mi au zunehmen. So sind die Fo os auch e schiedenen Fo men de Fo og a ie zuzuo dnen. Es gib abs ak e, dokumen a ische und inszenie e A bei en. Mi de Teilnahme is den Fo og a :innen auch ein Beg i zugewiesen wo den. Die Beg i e sind dem Vokabula de Rezep ionsäs he ik en nommen. Die heo iespezi ischen Vokabeln soll en den Fo og a :innen einen Rahmen zu p ak ischen Auseinande se zung bie en, sodass sie zielge ich e a bei en konn en. [29] [30] [31] LEON SCHNIEWIND, BLANK – EINE REZEPTIONSÄSTHETISCHE PRAXIS RRRREFLECT 7 OF 10 Die Beg i e „O enhei “, „Unbes imm hei “, „Di e si ä “, „Ak ualisie ung“, „Realisie ung“, „E ah ung“, „Ho izon “, „E wa ung“, „Ansich en“ und „Ve olls ändigung“ we den in de ezep ionsäs he ischen Be ach ung e wende , um Zusammenhänge zwischen Au bau und Wi kung eines We ks genaue zu besch eiben. Sie we den eingese z , um die Rolle de Lese :innen da zus ellen und den Weg de Deu ung de du ch den li e a ischen Tex e zeug en Bilde sowie de en Va ianz zu e läu e n. In BLANK sollen diese besch eibenden Beg i e de U sp ung sein, um Bilde zu wählen, die die Beg i e en hal en. Au diese Weise soll die Theo ie de Rezep ionsäs he ik e anschaulich und e ah ba gemach we den. Den Fo og a :innen wa die Anzahl de Fo og a ien eiges ell , in denen sie die Thema ik behandeln ode da s ellen. Jede Fo og a ie ha on den Fo og a :innen mindes ens einen (O iginal-)Ti el und höchs ens d ei Ti el e hal en. Bei Ti el indungsschwie igkei en wu den in Absp ache mi den Fo og a :innen wei e e Ti el ge unden. Die Anzahl de Bild i el is G undlage des Buchkonzep s, da sie die Be ach e :innen des Bildbands o die En scheidung zum passenden Ti el s ell und mi de En scheidung des Ti els auch eine En scheidung zum da au olgenden Bild ge o en wi d. Jede Ti el e weis au eine ande e Sei e des Fo obuchs und dami au ein neues Bild, sodass Be ach e :innen übe die En scheidung ü einen Ti el eine indi iduelle Bild eihen olge k eie en. Da die Be ach e :innen zwischen den Be ach ungs o gängen E ah ungen machen, die die Be ach ung de Bilde beein lussen, können sie ih e geände en Sich weisen mi de En scheidung ü einen Ti el es sch eiben und eine geände e Bild olge o inden. Bei de Be ach ung kon en ionelle Fo obüche äll eine Pa allele in Bildau nahmep ozessen und Da s ellungsweisen au . In beiden Fällen lieg eine es e Bild eihen olge zug unde, aus de die Bilde en nommen und in de sie be ach e we den. Wäh end des o og a ischen Bildau nahmep ozesses läu o den Augen de Fo og a :innen eine Bild olge ab. Die Au gabe de Fo og a :innen is es, eines diese Bilde he auszuschneiden und zu mani es ie en. Im Bildband we den diese Mani es e de Fo og a :innen e neu in eine Folge geb ach , die sich s a k on de Sequenz un e scheide , aus de sie u sp ünglich en nommen wu den. Auch wenn sie nu ein Bild zeigen, e gegenwä igen sie zusä zlich die ihnen zei lich o ausgegangen und olgenden Bilde . In dem Sinne s ell jede Fo og a ie auch eine Bild olge da , obwohl sie ein einzelnes es gesch iebenes Bild is . Übe das Geschehen de Bild olge läss sich nu spekulie en. Gewisshei übe das Geschehen wi d man nich e langen, sodass man wiede die abgebilde e Si ua ion okussie und nach Hinweisen zu Bild olge such . Es handel sich bei Fo og a ien also um ein Wechselspiel aus Gezeig em und au E ah ung basie enden Spekula ionen zum Vo angegangenen und Folgenden. Inwie e n sich die Bilde eine Bild olge un e scheiden, is imme auch abhängig om Mo i . Eine Landscha sau nahme de Alpen wi d eine ähnlich uhige Bild olge o angegangen sein, wie es das Bild sugge ie . Wohingegen die Bild olge eine Au nahme eines Boxkamp es au g und de schnellen Bewegungen inne halb de Au nahmesi ua ion deu lich ielsei ige e schein . Die e bo genen Bilde we den in BLANK mi els de beiden wei e en Ti el e sinnbildlich und mi de En scheidung ü einen de Ti el auch das Ve häl nis de Bild olge im Einzelbild geklä . Im Anschluss da an we den Bezüge zu ande en Bilde n he ges ell . Die Ungewisshei hinsich lich de Bild olge, aus de das Einzelbild en nommen wu de, wi d nun auch in eine Reihe on o og a ischen Mani es en übe agen, indem sich die Bild olgen inne halb des Buches s e ig ände n können. Alle Be ach e :innen haben einen indi iduellen Hin e g und, de aus E ah ungen de Realwel sowie o he igen E ah ungen aus de Be ach ung und Auseinande se zung mi küns le ischen We ken ge o m is . Diese Hin e g und wi d du ch E lebnisse und Auseinande se zungen in de ealen sowie de küns le ischen und o og a ischen Wel e gänz . Je um assende und wei eichende de E ah ungsscha z de Be ach e :innen is , des o g öße können die Reisen in de E ah ungswel de Be ach e :innen sein, um die O enhei on Fo og a ien zu deu en und zu e olls ändigen.